Ausgabe 
3.11.1914
 
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Kr. 258

Der Sieben« Lnzckgtt

erscheint tacilict), anher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich EichenerLamilitnblStter: zweimal möcheull.ilreis- b!atlfür-en Ureis Sietzen (Dienstag »nd Freitag): zweimal inanail. Land­wirtschaftliche Zeitfragln Fernsprech - Anschliisie: snrdieSchriltleilnngllL Verlag,Geschäitsstclleäl Adresse iiir Drahtnach­richten: Anzeiger Kletzen. Annahme von Anzeigen sür die Tagesnumiiier bis vormittags 9 Uhr.

Erstes Blatt

OH. Iayrgang

Dienstag, 3. November \%\

Rotationsdruck und Verlag der Srühl'schen Univ.-Such- und Steindruckcrei R. Lange. Lchriftleitung, Seschäftsstelle u. Druckerei: 5chu!str. 7.

Bezugspreis: inonatl. Pf., viertel- jährl. Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen inoiiatl. 65 Pf.: durch diePost Mk.2. viertel- jährl. ausschl. Beslellg. Zeilei,preis: lokal 15Pf ausiv. 20 Pf. Hnupt- schristleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich für dei> polit. Teil: Auq. Goeh: sür .Feuilleton", .Ver­mischtes" und0)erichls- saal": Karl Neurath: sür .Stadt und Land": Otto Braun: für den Anzeigenteil: H. Beck.

(WDB.siGrvtzesHaupka'nartrer, 2. 9hm., vornt. (Amt- Littr.) Im Angriff aus B Peru nmrde werteres Gelände ge­wonnen. Messtnes ist in unfern Llänüen.

HsegcnWer unserem rechten Flügel smd jetzt mit Sicherheit Inder festgestcllt. 'Diese kämpfen nach den bisherigen Fest­stellungen nicht in eigenen geschlossenen Verbänden, sondern sind auf der ganzen Front der Engländer verteilt.

dlnch in den Kämpfen im Argonner Walde wurden Fortschritte gemacht. Der Gegner erlitt hier starke Verluste. Im Osten ist die Lage unverändert.

'©in russischer Dlurchbrnchversuch aus Szrttkehmen wurde abgewirsen. 1

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Trotz Überschwemmungen, die auch die Fciude in ihren Bewegungen beeinträchtigen, schreiten die Kämpfe an der bel­gischen Küste günstig für uns fort. Eine Entscheidung wird in einigen Tagen wohl erwartet werden können, nachdem eine Stellung nach der anderen von den Deutschen besetz! wird.

Wit atemloser Spannung aber harrt in diesen Stunden alles der Entwicklung im Orient. Vermittlungsversuche zwi­schen der Türkei und Rußland, wenn sie überhaupt jemals ernsthaft in Erwägung waren, sind endgültig abgetan: auch zu Lande, am Kaukasus, haben bereits blutige Zusammen-« (stoße stattgefunden, und im Mittelmeer haben englische Kriegsschiffe ein griechisches Torpedoboot zum Sinken ge­bracht, L«s sie sür ein türkisches hielten, ein Vorfall, der noch ein Nachspiel haben wird. Aber wie wird es mit Bulgarien, Rumänien, Griechenland, und vor allem mit Italien? Noch kann auf diese Fragen keine bestimmte Antwort erteilt werft den. Es heißt heute, der Dreiverband hetze Griechenland in den Kampf gegen die Türkei und man spricht von militärift scheu Vorbereitungen in Athen. Ob diese aber dem Feld­zug gegen die Türkei gilt -> wer weiß es? Auch Bulgarien rüstet, Und über dessen .Haltung ist man weniger im unklaren. Ein Land, dessen Presse ohne Ausnahme in diesen Tagen russenfeindlich sich geäußert hat, wird schwerlich, dem Zaren- reicheHilfe leisten. Die butgarischenJnteressen neigen gegen Serbien und infolgedessen gegen Rußland. Vielleicht erhält man bezüglich Mazedoniens in Sofia ähnliche Beruhigungen, wie sie von der Türkei in Rom bezüglich des afrikanischen Besitzstandes abgegeben worden sind. Der türkische Kampf gilt Rußland und England. Schon sollen große türkische Trup- penmassen nach Aegypten unterwegs sein, und wenn auch die phantastische Meldung von den Sandsäcken, die den Suczkanal Überdrücken sollen, unbedingt in das Reich der Fabel zu vcr-> weisen ist, so erwacht doch jetzt auch für die Engländer- schwere Sorge. Hören wir nur, was dieMorning Post" schreibt:

Lord Kitchener hat zweifellos Vorbereitungen zur Verteidigung Aegyptens getroffen und kann cüie beträchtliche Streitmacht nach Aegnvten verlegen, «obalü die Türkei England bekrregt, fallen die Verträge und Vereinbarungen weg, die den Stand Aegyptens Mischen England und der Türkei regeln. Die britische Regierung werde die bisher als türkische anerkannte Snzeränitat überneh- mm. Der bisher an die Türke» für 'Aegypten und Cyvcrn ge- Mhlte Tribut würde Wegfällen. Die Aufgabe der briti­schen Regierung sei bereits di« schwerste, die ie «in c r Regier u n g dieses Landes zuficl, daher legt die .Haltung der Türkei England und den Kolonien, sowle"J>n'd i'en die Notwendigkeit zu neuen An str en g n n g en auf. Rknß- lands Verbündete können nicht int Frieden tmtfcct Türket bleiben, während sie Rußland bekriegt. Man darf annchmen, daß die'bri­tische Regierung gemeinsam mit Frankreich und Rußland das 'AuscrMmenwu feit gesichert hat.

Die Ruhe vor dem Sturm ist höchstwahrscheinlich auch noch ausgesüllt durch Verabredungen, die zwischen Bukarest und Sofia getroffen werden. Es ist ziemlich undenkbar, daß Bulgarien losschicvgen sollte, bevor eF mit Gewißheit weiß, Was 'Rumänien unternehmen wird. Wieder ist dieses Land König Karols, wie im Balkankriege, der Hüter des Züng­leins an der Wage. Die Verantwortung, die den neuen König Ferdinaiid Treffen wird, ist schwer. Es ist begreiflich, daß Rumänien als unmittelbarer Nachbar Rußlands, ernst­lich und lange erwägt, ob es geraten sei, selbst die Waffen zu führen oder die Politik des AbwartenS vorznziehcn. Hoffen wir jedoch, daß in Bukarest nicht nur kluge, sondern auch entschlossene Männer am Ruder sitzen! Wenn der gün­stige Augenblick verpaßt ist, entstehen schwere politische Schä­den auch ftir Rnmänieit. Wie die Dinge jetzt liegen, würde ein herzhafter Entschluß, init Bulgarien zusammen den An­maßungen Rußlands cntgegenzntreten, den beiden kraft­vollen Staaten die Vormachtstellung auf dem Balkan ein- bringeu. Daß die Würfel noch nicht gefallen sind, erklärt sich natürlich auch daraus, daß der Faden, der in die grie­chische Hauptstadt führt, einstweilen noch fortgesponnen werden muß. Wärs möglich, daß das Feuer aus seinen jetzigen !großen Herd beschränkt bliebe, daß man der Türkei das Recht einräuntte, vorläufig allein sich zu den Kriegführenden zu gesellen?

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Die Erfolge an der syscr.

(WDB.) Berlin, 3. Nov. (Privattelegr.) An der Mer- Linie ist nach übereinstimmenden Meldungen der Blätter am letzten Oktober und am 1. November auf der ganzen Front ohne Unterlaß gekümpit worden. Obsthim die Angriffe der Deutschen durch die durch die Oefinnng der schleusen herbeigeführten Ueber- schiveiwuiungen erschwert wurden, dringen die Deut­

sch« n mit Todesverach t nn g v o r und gewi n n c n st än- dig an Raum. Augenzeugen berichten, daß der Mut der Deut­scheu ungebrochen sei und daß die Deuffchen 'alte Hindernisse durch die hochentwickelte Teclmii ihrer Kriegsührimg zu überwinden ver­ständen. Längs der Küste gelang es ihnen, viele belgische Sol­daten, die in Zivilkleidung fliehen wollten, gefangen zu nehmen.

Berlin, 3. Nov. (WTB.) DerDeutschen Tageszeitung" wird berichtet, daß Leute, die von der belgischen Grenze kamen, große deutsche Verstärkungen wahrgeirommen baben, die in der Richtung Zoebrüggr marschierten. Ein Mitarbeiter) desBerner Bund" äußert, cs sei zweifelhaft, wie lange die fran­zösische Front noch dem deutschen Druck widerstehen könne. - Nach demCorriere drlla Sera" schreitet die Ueberschloemmung langsam sott und zwingt die Deutschen, ihre Angriffe Iveiter süd­östlich zu verlegen.

Eine Vorlesung im Felde.

Berlin, 3. Nov. Verschiedene Kriegsberichterstatter melden aus dem Großen Hauptquartier, daß der Leipziger Professor Payr, der als Generalarzt der Armee im Felde steht, dieser Tage vor einem großen Auditorium von Äerz- ten ein K r i e g s k o l l e g ü b e r d e n C h i r u r g i m Felde hielt und daß es Seiner Exzellenz, dem Generalstabsarzt, der Armee von Schjerning zu verdanken war, daß die Kriegsberichterstatter dem Vortrag beiwohnen konnten, der eilten ttefen Einblick in die Wirkung der Kriegschirurgie gewinnen ließ.

Rückkehr der französischen Regierung nach Paris?

Mailand, 2. Nov. (WDB. Nichtamtlich.) Nach einem Pariser Telegramm desEotriere della Sera" hat die fran­zösische Regierung -den Zeitpunkt ihrer Rückkehr nach Paris auf den 20. November festgesetzt. Die Kammer wird ungefähr am 15. 'Dezember zu einer kurzen Reihe von Sitzun­gen zusammentreten. Einen Monat vorher wird' sich die Bilanzkommission zur Beratung von Finanzprojekten ver­einigen. 1

Eine Parade vor dem Kaiser.

Berlin, 2. Nov. (WTB.) DerBerl. Lokalauz." be­richtet aus einem Feldpostbriefe vom 26. Oktober, daß. an diesem Tage in einer Ortschaft unmittelbar hinter der Kampffront unseres Heeres in Frankreich eine Parade vordem Kaiser stattsand. Hierbei sagte der Kaiser etwa folgendes:

Ich freue mich, in Feindesland hinter der kämpfenden Schlacht- ltnie eines meiner besten märkischen Regimenter begrüßen zu könneir. Friedrich! der Große setzte in zahlreichen Kämpfen an cnffcheidenden Punkten immer die Märker ein. Mich Ihr windet hier um Eure Fahnen neuen Lorbeer in diesem Feldsugc. Als König von Preußen und Markgraf von Brandenburg spreche ich dem Grenadierregiment Prinz Carl von Preußen Rr. 12 als dem Verttcter des 3. Armeekorps meine vollste Anerkennung und Zufriedenheit aus. Ich bin überzeugt, daß, Ihr, wenn dieser Feldzug es noch- erfordert. Eure Regimentsgeschichte mit neuen Ruhmesblättern füllt. Wenn der Krieg zu Ende ist, sehen wir uns wieder. Der Feind wird unter allen Ilmständen geschlagen.

Nach her Ansprache nahm der Kaiser einen Parademarsch ab. Am Nachmittag wurde an derselben Stelle Feldgottes­dienst abgehalten. Nach der Predigt hielt der Kommandie­rende General eine herrliche Ansprache, die alle Zuhörer! begeisterte. '

Der König von Württemberg an seine Truppen.

Stuttgart, 2. Nov. (WDB. Nichtamtlich.) Fm würt- tembergischen Militärvcrordnmrgsblatt wird folgende Kgl. Order veröffentlicht:

An meine Truppen!

Offiziere und Mannschaften ! Ihr habt das Verttauen und die Erwartungen, die ich und mit mir das württembergischc Volk in Euch gesetzt, im bisherigen Verlaufe des Krieges glänzend ge­rechtfertigt. Durch ?lnsdancr sondergleichen »und unerschütterliche Tapferkeit seid Ihr allen, auch den schwersten Aufgaben, iir vollstem Maße gerecht geworden. Mit Euch gedenke ich bcioegteit Herzens, auch mit Stolz, der im Kampfe für unsere gerechte Sache heldcnmüttg gesallenen Kameraden. Ihnen und Euch allen, den Offizieren und den Mannschaften gebührt höchste Anerkennung, der ich auch äußeren Ausdruck geben will, indem ich zunächst, den Tapfersten der Tapferen Auszeichnungen verleihe.

Stuttgart, 1. November 1914. Wilhelm.

Eine Erfindung.

(WTB.) Berlin, 1. Nov. (Amtlich.) Eine englische Nachrichtenagentur hatte die Meldung verbreitet, daß der Generalgonverueur von Belgien Freiherr v. d. Goltz sein Abschiedsgesuch eivgereicht habe. Diese Meldung ist erfunden.

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Die ersten russisch-türkischen Kämpfe.

(WTB.) Trapezunt, 1. Nov. An der russisch-tür­kischen Grenze haben bereits Kämpfe zwischen russischen und ttirkischen Truppen stattgesundcn.

K o n st a n t i n o p el, 2. Nov. (WDB. Nichtamtlich.) Ein offizielles durch dieAgence Ottomane" veröffentlichtes Communique besagt: Nach amtlichen Nack>richten von der kaukasischen Grenze haben die Russen an meh­reren Punkten unsere Gre nztruppen ange­griffen, wobei sie zum Teil dank des energischen Widerstandes, der von den türkischen Truppen ihnen entgegengesetzt wurde, Verluste erlitten. Im Mittcl- mcer haben englische Kreuzer das Feuer er­öffnet und ein griechisches Dvrped o-b'vot zjum

Sinken gebracht, das sich ihnen näherte, d« sie es für ein türkisches hielten. Diese beiden Er­eignisse zeigen, das; unsere Feinde zu Wasser und zu Lande die Feindseligkeiten gegen uns eröffnet haben, die sie seit langer Zeit gegen uns vorhattcu. Die ganze ottomanische Nation ist bereit, vertrauend auf den Schutz Gottes, den eiu- zigen Schützer von Recht und Billigkeit, auf diese Angriffe zu antworten, die darauf abzielen, -unsere Existenz ver­nichten.

Eine Seeschlacht bei Odessa?

Berlin, 2. Nov.. (Ctr. Bln.) DenLsipz. Neuesten! Nachr." wird aus Kopenhagen telegraphiert: Londoner Mel» düngen aus Petersburg besagen, daß gegenwärtig vor Odessa zwischen russischen und türkischen Kriegsschiiffen ciire große Seeschlacht shattsiitde, deren Ausgang nach unbekannt ist.

Die türkische Botschaft in London.

London, 2. Nov. (WTB. Nichtamtlich) Der türfische Bot­schafter hat Sir Edward Grey einen Abschiedsbesuch gemacht. Er reist morgen ab.

Tic Abfahrt der Botschafter aus Konstantinopcl.

(WDB. Nichtamtlich) Konstantinopel, 2. Nov. Der französische und englische Botschafter sind mtt dem' Personat ihrer Botschaften gestern abend 9 Uhr mittels Son­derzuges abgereist, «ie fahren nach Dedeagatsch, wo sie an Bord eines Dampfers gehm. Bei der Abfahrt der Botschafter herrschte vollste Ruhe und Ordnung.

Der Kriegsplan gegen den Suezkanal.

Berlin, 2. Nov. Aus Rom wird dem ,,Achtuhr-Abend-» blatt" berichtet: Der Direktor desMessagero Egiziano" aus Alexandrien -erklärte, daß. nicht zu weit von dem asia­tischen User des Suezkanals starke türkische Trup­penmassen zusammen gezogen seien. Die Truppen führten mit sich viele Kamele und 300 000 Säcke, die, mit Sand gefüllt, in den Suczkanal geworfen werden sollen. Gegen eine solche auf diese Weise ge­baute Brücke könnten die englischen Kanonen wenig aus- richten. Die englische Regierung hätte längs des ägyptischen Ufers ungefähr 50 000 Soldaten ausgestellt. Man ist über­zeugt, daß der Khedive für die türkische Sache gewonnen worden sei, denn, obwohl er bejahend auf die erste Ein­ladung der englischen Regierung, nach Aegypten zurückzn- kehren, antwortete, leistete er dieser Einladung keine Folge und erwiderte auf die zweite energische Einladung mit dem kürzen Telegramm:Ich bin kein englischer Vasall." Die Türken würden in Aegypten wie Befreier von der Bevölke­rung begrüßt werden.

Türkensreundliche Kundgebung in Triest.

(WTB.) Triest, 2. Rov. (Nichtamtlich.) Heute vormittag zogen starke Gruppen von Triestinern und hier ansässigen Deut­schen vor das türkische Konsulat und veranstalteten hier eine Sym­pathiekundgebung für die Türkei. Eine Abordnung begab sich zu dem türkischen Generalkonsul und drückte ihm ihre Sympathien für die Türkei aus. Der Generalkonsul dankte der Abordnung wärmstens und hielt vom Balkon herab eine Ansprache, in welcher er erklärte, daß die Jahrhunderte alten Beziehungen zwischen der Türkei und Oesterreich-Ungarn in dieser ernsten Stunde noch mehr gestärkt seien. Er sprach die Zuversicht auf den Sieg aus und brachte ein Hoch auf Kaiser Franz Joses und Kaiser Wilhelm aus. Nachdem die Menge die Volkshymne und die Wacht am Rhein ge­sungen hatte, und Hochrufe auf die Monarchen von Oesterreich- Ungarn und Deutschland, sowie auf den Sultan ansgebracht hatte, zog sie, voran eine ttirfische Fahne, pattiotische Lieder singend, durch die Straßen und veranstaltete vor dem Palais des Statt­halters eine patriottsche Kundgebung. Von dort bewegte sich der Zug nach dem deutschen Konsulat, wo der deutsche Konsul eine zün­dende Ansvrache hielt, welche mit begeistetten Hochrufen auf die verbündeten Monarchen und die Armeen ausgenommen wurde.

7V. Geburtstag des Sultans.

Heue <3. Novcmbert) wird der Sultan 70 Jahre alt. Denn am! 3.November 1844 ist Muhammed R^eschad ChanV. in Konstantiiwpel geboren, als der dritte Sohn des Großsnltans Abdul Medchsid. Seine beiden älteren Brüder sind ihm auf dem Throne des Sultans und Kalifen vorangegangen, erst Murad V., der 1876 für wahnsinnig erklärt wurde, dann Abdul Hamid, der aut 27. April 1909 des Thrones entsetzt wurde. Muhammed Re- schad, dessen lange Titelreihe mit beit dreienDiener uiid Herp der Städte Rtekka, Medina und Jerusalem" beginnt, ist der 36. Sultan der Osmanen. ^

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Berücksichtigung der italienischen Interessen

(WTB.) Berlin, 1. Nov. (Amtlich.) In einigen ita­lienischen Blättern ist die Besorgnis geäußert tvvrden, daß nunmehr nach Ausbruch der Feindseligkeiten im Orient die islamittsche Bewegung auch nach Libyen übergreifen könnte. Wie tvir demgegenüber feststellcn können, liegen Zusiche­rungen der Pforte vor, daß sic in Berücksichtigung der italienischen Interessen alle erforderlicheriZMaßimbuien ttifft, um die islaniitische Beweguirg von Libyen sernzp- halten. '

Rom X Nov (WTB. Nichtamtlich.) Der König wird sich a« MoMag mit Manfredi, Giolitti, Sonnino, Luz- zatti, Earcano, Marcora, Secchi und Bis,olati über die Lage besprechen.

Ein angebliches llltimatum Rußlands an Bulgarien.

Berlin, 2. Nov. (Ctr. Blu.) 'Das Osenpester Blatt ,.Az Eft" meldet aus Bukqrestj: (Der ?ll>bruch der dipbomattjckicii