Ausgabe 
30.10.1914
 
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Nriegrbrieft <111$ dem Osten.

SwMmferem zum Oft Heere entsandten Kriegsberichterstatter

(vnberechNqter Nachdruck, mich auSpigsLetie, verboten.)

Beobachtungen über die russische Armee

Armee-Oberkommando Olt, 25. Okt Tie Wirksamkeit der russischen Armer war in irre, deut­lich getrennten Abschnitten zu beobackten F« de, Kämpfen bis zur Schlacht von Tanncnberg (bet Insterburg. OHttn bnroen usw in den beiden großen Schiachten bet lanirenb-rg und den Masurischen Seen, und in dem lehren russischen Ock.it- sipstoß, der ,ext endgültig pmi Stillstand gekommen zu senr tckc-.rt Das Bild, das sick. von den verschiedenen russ ichen W slen. gattungen aus diesen bisherigen Kämpien ergibt, ist für zwei Gruppen gleichmäßig. Für Kavallerie und Ar tillcrie

Tie Kavallerie hat von Anfang an verjagt, ihre ersten Lorstöße, die Ostpreußen übertchwenrmen tottsiu. bra!-> unter devt Feuer von Lands.urmkomvaguien znlamme i' später be» Tonnenberg und den Masurischen Seen war die Ar iktärnng»- arbeit der K-vnllene miherordenttich schlecht und ungenttg-nd. Saß den Kosaken teder iniltlärüche Werl abausprelten tu. s.beiut die russische Heeresleitung von »ornherern genmßr zu hat«eti. s«e sollten nurbeunruhigen", dar. die; Gesindel aber bttg denlirl vor deuischen Radtadterratronitten ausgerrlien nt. scheut ntät einmal die russische Heeresleitung angenommen zu haben Tnru nt den Biteien »tue» höheren russ. OFizters. b,e man geirut > K stand der bez-schnenb- Sah, daß er sich dir Mtnderw.rte-k'tt der Ävsaken Kavollerre doch nicht io hoffnungslos tsfe'fli bade Augenblicklich tft tue russische Kavallerie vor der Fernt über hm irr kaum mehr zu sehen Daß ich neulich von dem stipkn Ausblick eines hohen Eutidaumes eine Koiakenprttmfll' mrt dem Fernglas beobachten kannte, iit ern sehr seltener Zmllt Tie Behandlung der Pierde ,sottet jeder Beschreibung. Zck> habe nach Hohenstein und nini» den Masurtsckien Leen <W4ale der russischen Heercskavollerie gesehen, dir in diesen ehelerre-geaben Anstand mir dadurch geraten lein konnten, Kaki, sich der Manr: überhaupt nicht um lern« Pferde künrmerte Wo« ich damals nach Hohenstein schrieb, hat sich vollauf bestätigti eine Kamrllerie. die derart mit ibren Pserden umgeht, kann nichts leisten, ihr sehlk jeglicher Reiiergeift. Sie kann ein Land vielleicht ebenso fcfjntoit mir die armen Klepper, aber sie imrd n, mal? ernten, lavallerimschcn Aufgaben gen«hsen sein. Am dem sübö'ltcher. T il unserer Front scheint ja deren auch der neueste russische ikroail'rte- Flonkenstoß gleich im Ansang kläglich »usammengebroäten zu sein Es kommt dazu, daß die Russen schemlar über B'erderncnr,el zu klagen hoben Anfangs war das Material teilweise gut. ixm «ich die Behandlung schlecht blieb Jetzt ist beides gleichinäkig «inderrv'-f,.r? Material und Behandlung. Die ledten Pferde. dir eingesteckt wttrden, hoben größeren und sehr mageren Kaden bedentettd mehr Aelinlichkeit als mit Gäulen.

Die Artillerie war von Avsang an die beste russische Nasse An Beeiun de« Feldzuges sollen einige Granaten tatsächlich mit Lehm und ähnlichem Zeug gesülll grwien setn Es ist mög­lich: jcden'ollS sind diese echt russischen Mängel sehr bald av- aestcllt worden. Die Soiiberkeit des russische» Schie­ßens ist säst überall gleichmäßig und hervorragend. Was ich an russischen Schrapnells beobachten konnte, kam in der rich­tigen Enliernung tum Platzen. Aus erklärlichem Gründen möchte ich hier- an, Eintelhckken des rnsstsckien AttillenematerialS nickt näher eingel.en Tie Rückzugsdeckuna durch Artillerie sckeint ntcht immer richtig gewesen ,u sein, so sehr die Russen Künstler des planmäßigen Rückzug»« sind.

Anders <ü« bei Kavallerie und Artillerie, die eine gleich­mäßige Beurteilung zulassen, stelzt es mrt der russischen I n - s a n t c r i e.

tzlach der vernichtenden Niederlage von Tannenberg lvurde der Rest der Narcw-Armee reorganisiert. Wie die Reorganisation auSgcsallcn ist, zeigt sick, daran, daß eine bandvoll Landsturmleute mehr als eine Division dieser Armer aushalten konnte. Nur die Furcht, tue ihnen dir Offiziere immer »reder einjaget,, dass sie in deutscher Geiangeuschast >um mindesten gehängt würden, hält den größeren Teil dicker Leute zusammen.

Tic ehemalige Wilna-Armee ist durch frische sibttitche Korps verstärlt worden. Wie die gesamte russische Infanterie sind auch diese Korps zum Anqriss nicht zu gebrauchen, aber sie h-szen im Schützengraben bis zttin Aeußerstcn swnd Tie vielen kleinen Ge­stalten. die kindliche Haltung, die ich bei sehr vrcien Gefangenen, nach Tannenbcrg und Gerdauen beobachten konnte, fehlte hier Gut ausgerüstet, große, starke, blonde Burschen, die ein guimüng-s Lachen baden und >>ch kindlich treuen, wenn man ihn«, mckkckkt, daß sie bei uns keineswegs massakriert würden.

Bei den anderen Teilen der zehnten russischen Armee muß da« Aushalten allerdings dadurch erzwungen iverden. daß die Offiziere mit geladenen Revolvern hinier der Front stehen. Dies hoben die vielen Istesangenenvernehmutr^n, denen ich bei- wodnte, stets ergeben Erst gestern wurde es von ein paar recktl intelligenten Polen wieder bestätigt Es ist möglich, daß. wenn der russische Ossszicrsverlust einen geipsssen Prozentsatz übersteigt, der Zusammenbruch der russischen Armee verhältnismäßig sehr viel rascher vor kick gehl, al« man nach den Ersabrungen von an­deren Arinern schltcsi-n durste. Es ist möglich, daß er dann über- honvt nicht mehr autzubalten sein wird. Borläusig ist dieses Maß aber noch nicht erreich», und da der russische Offizier ziemlich vorsichtig ist. kann man über die Zeitpunkte des Eintretens dieser Möglichkeit schwer etwas sage».

Man bat uns svrtgejagt. Eizellen,. wir mußten schießen, sonst wurden wir erkchosien." sagt rin junger Finnlönder, der die bknuen Inngensauqen voll Furcht hatte.Ich null so gern in Deutschland arbeiten mit den Kameraden. Werde ich dürfen. Erzekbnz?"

Mit solchen Truppen kann man keine energischen Oite«i»- stöße durchsitbren Leitung und Geist dcS rnsitschen Generalstabes ergeben dann noch ein Kapitel für sich, das jetzt nickst -bgehondekk werden soll.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Au» Stadt und Land.

Gießen, 30 . Oktober 1914 .

** Höchstpreise für Kartoffeln. Nachdem das Kreisaml vor einigen Tagen den Höchstpreis für auserlesene Speisekartoffeln aus 6. für geringere Ware aut 5 Mark für den Doppelzentner festgesetzt hat, wird nun auch von der Stadtverwaltung eine neue Beifügung über die Kanosselpretsc erlassen. Danach werden unter Aus- Hebung der früheren Festsetzungen die Höchst, preijc sür Lpeiselanoffeln einschl^ freier Lieferung in den Ausbeivahruugsrauiu des in der Lladt Gießen wohnenden Käufers mit sofortiger Wirkiamkrit sür die Stadl Gießen wie solgl festgesetzt: sür beste ausgeiesene Sveise- kartofseln der Doppelzentner 6.50 "Vit, für geringere Ware der Doppelzentner 5.50 Mk. und für beste Lveisekartoffeln im Klcinverkaus das Kilogramm 0.07 Mk. Wir emp- feßlcn die ausführliche Bekannwiachung des Oberbürger- metsters im Anzeigenteil der heutigen Nummer der beson­deren Aufmerksamkeit.

** Ter hessische Krankcnkassenverband. dem Zsi Kaffen im Großkerzogtum Heisea angehören, harte nach dem soeben erschienenen H o r st a n d s h e r t dt t tut ab- gelaufenen Rechnungsjahre eine Geiamleinnahme von 5077 OühJ.62 Mark, darunter 4 196007,25 Mark au Beiträ- trägen zu verzeichnen. Tie Gesamtausgaben bcliesen s»ch aus 4 767 563,31 Mark. Es wurden für ärztliche Bebandiung verausgabt 816 220^0 Mark, oder 7,13 Mark pro Mitglied. Im Borjahr betrugen die Ausgaben für ärztliche Behänd- Inng pro Mitglied 6,69 Mark. Tie Ausgaben für Arznei und Heilmittel beiiefeit sich auf 472175,11 Mark, sie haben sich pro Mitglied von 3,70 Mark im Borjahre ans 4,12 Mark im Verichlsiahrc erhöht. In Krankengeldern sind verausgabt

für Mrtglieder 1 859 203.80 Mark und für Angehörige 49 609,85 Mark. Es ergibt sich daraus pro Milglted eine AuSqabe von 16.25 Mark für Aiitglieder gegen 15,09 Mark im Vorjahre und 8,43 Mark für Angehörige gegen 0,38 Mk. >m Bori>rhre. Die Zahl der Erkrankungssälle betrug 63034 »der 55,1 aus je 100 Mitglieder. An Krankheit »tagen sind verzeichael 1289 952. Das srnd sür jeden Krankdeüssali 20.4 Tage oder auf jedes Mi^lied 11,2 Krankheitslage. Tie verfönllchen Berwaltungskol.en betrugen 344 880,01 Mark oder 3,01 Mark pro Mitglied, im Vorjahre 2,73 Mark, die acht»chen 72 185,03Mk. oder 0,63 Mark pro Mitglied gegen 0,84 ,in Borzahre. D«e Turchichulltsinttgliederzahl der an der Staliikik beteiligten 26 Kassen betrug 114 354, die in der Slatistik nicht ans.re..rhlren ükrtg-e» 9 Kassen des Derbmrdes Halen rund 8«^0 Mil>9teder.

" Tie Olründung einer Kriegskreditkasse in G4ie;';«t ist scher die 'Ansangsftadien nicht hinausgekom- mcu. Ae Grüirdc dafür wird man namentlich in dem Um stände zu suchen haüen, daß das Kreditbedürfitis nicht den U m s a n a hat, wie man annehmen zu müssen glaubte. Es hatten sich sür die Kasse, wie man uns milteilt, zwei .siapitalisten mit ei:: 'm belrächtlictien Kapital genieldel, dagegen verhirtten sich die Kreise der Bürgerschaft, in deren Interesse das Unternehmen eigentlich ins Leben gerufen werden sottte, edlehnenü.

** Staüttheater. Aon neuen Mitgliedern wird in der Ercfsnungtzvorft"l1ung Frl Martha Schild als Sprecherin des Prologs und als?Nagda" in dem Wichert- i'chcu LabvdUzüdDas Eiserne Kreuz" austreten: der neue erste .Held Herr v. Lk ogg en hausen vom Stadttheater Frankfurt a. Oder wird sich ?unächst als erster Kürassier inW«lle-'st« Lager" vorstellen und dann am Diens­tag ak? Rolle denTellheim" inMinna von

Barnhelm" gebe«.

fr n, Gefangenenlager am Trieb sind seht die ersten 100 Gösan^enen, darvnter LIndier und drei Turkv« eingeliekert. Lie sind in eirer der schon fertigen Bare.cketi unterxebracht. Tie Leute iperden vorerst bei der in AuSs.'struiig begriffenen Kanalisation des Lagerplatzes mit leichten Srdarbeiten beickriftigt.

Kreis Schotten, r. Fr eien feen, 99 Ctt. In hiesiger Gemeinde wird mmiatlich für dasKote Kreuz" gesammelt. Hierdurch, sowie »on Kirckenko-cekeen gingen seither im gannm 1515.38 Mark ein kin kl kirrer Junge brachte leuchtenden Blickes seine Sparpfen'ck^e. Art Liebesgaben gingen außer den Ar­beiten der Schulkinder 226 Paar Slrümpse, von den Frauen tmb Zungfraucn gestrickt, ab. Dem Lazarett zu Laubach wurden in wecktentkichen Lieferungen 36 Psd. Butter, drei Wagen Kariosfeln mrd 438 Eier gekiesert, ferner Bienen- I/onrg. Salat, Kraut und gelbe Nähe«.

Kreis Friedberg.

*. Bad-Raubei m, 29. Oft. In der benttaen S la dl- oerorbnelen-Versaininliing wurde über tolqendcS Be- ichluß gelabt i Beb>i<« Reüitgnna '«4 noch in der vorderen Lndwig- ftrast« lievendet, alle» Kanals sollen dort einige Schächte ein- aebant werben. Ti« onqewedertcn 1200 Mk. iverden bewilligt. Die Neulierlretluiu, de« nt der Lndwialtraße vorgeiebenen Kanals wird durch diese Tcha^l.taitla gen nicht berührt. - Aus dem neue» Friedbot soli»» in der Aätzc der Leichenhalle und neu auzn- le»«»rde»^ Erbtzegräbutbe Bäume und Pflanzen gesetzt werden. Die Betsamncknng bewillig bOO ?;f. (iit diese Zwecke Der Ver­trags- und der V > I d u n q 4 v e r e t n , di« Ichoti seit Fahren ssir das tlnterlstliui'qSbcdiirsnts unserer Winterkurgäsle und Einwohner lättz sind, sgben sich tiir diesen Winter eine be­sonder« lotwnSwerte An'gabe gestellt. Die bei ihreti Deranttall- ungen erzielten Uebersibüge slietzen nicht in die Vereinskaffen, sende»» werden zu Zwecken der ltri-gSiiirtorge verivaiidi. Anher- dein erbalieti die stier in Psie^ bestndliche» Mannschastcn, soweit Plätze vetilutbar sind, irciet, En,I in zu den Tlteatervorücllimqcn. kisitzerien oder sonsiu.en Berat,staltunge». Ter Aamisienverein .iteukordia^ hat ebetealt« di« Absicht, im Lause des Winters ein» tkvehlläißckeztsvetchetltutq znm Besten der verivundete» Krieger zu verenhelten.

© Butzbach, 30. Oft. I» der Rächt vom 28. zum 29. CTtcber verunglückte bei Hausen das Auto des Halzhändkers ck l o S aus Wetzlar. Der Führer des Autos >var ein Butzbacher nameu« Süß. Er hatte seine Freunde zu einer BergnÄgui^srour mitgenommen. Tre Mitfahrer blieben unvertetzt, wahrend der Führer verwundet und ins Irchannfterkrankenhaus Mederweisel überführt wurde.

Hessen-Nassau, m. Kirchhain, 29. Okt. In der aeftrigen Stadtver- orbneteuvcrsammlnn^ wurde zunächst einem Magistrats­beschluß. die Pachtdauer sür eine Anzahl städtisckscr Grund­stücke bei zur Ausweisung der neuen Pläne zu verlängern, iugeftmtml. Zur Bezahlung der Bcrpslegungsgelder sin tm im September d. I. hier eineuart,erten Soldaten sind 79>>9lRk. erforderlich. Ta es jedeniall« noch längere Zeit dauern wirb, bi) die Gekder vom Reich überwiesen werden, >oll bei der städtischen Spa,taste ein kurzfristigcs Darlehen sür diesen Zweck ausgenommen werden t8ei der Besprechung dieses Punktes wurde die Hoffnung ausgesprochen, daß rin grosse Teil der hie­sigen Einwohner aus die ilmen zuuetnuisten Beträge zugunsten wvbltitigrr Ztveckr verzichten wird. Durch den Krieg hat die Sradt erhecktichen Ausfall bei den Einnahmen, cs wurde deshalb emc» Magistiatsvori'cklag zur Zurückstellung einer Anzahl vorgescb''aer Arbeiten und Anjckassungen zugcstimmt, da eine Zteuerrrdöhnng vermieden werden kvtl. Für eine größere Anzahl tm Felde stehender Reservckten und Landwehrleule, denen durch die Mabiimachuns ihr Einkommen stark geschmälert oder

r nz aus«ei«lleu ist. wurde die Befreiung von der emeindcgeuer bcschlsssen. Weiter wurde von der. Berhandlnngen über die Regulierung der Ohm Kennluis genommen. Für diese Regulierung waren uriorüntztich 50 Prozent Staatebethils« vorgesehen, dicke Bck- Hilfe ist aus Antrag der Stadt Sirchhain um 10 P r oer hSht worden, und eS vermindern sich dadurch die Kosten für die Gemar­kung Kirchbain v»n 53 627 Mk aus 88 900 Mk. Tie Anshihrung der Arbeiten s«N r» Zusammi-itdang mit der Zusammenlegung eckalgen Tann w-.»rüe bekannt gegeben, daß zur Annahme der Zuwendung deS Herrn Bierbrattereibesitzers B » p p - Marburg im Bcckraxe v»n 15 000 Mk die landesberrsiche Genehmigung er- trift (st Ter Unterotsi»'" der Reserve im 3 Brandenburger Fuß-ArtiUerie.Regiment Rr 3. Postaisiücnt Karl Leonhäuser von Iner. erbiclt Eiserne streu,

X. Hanau, 29. Oft. Tie Stadtverordneten haben heute nach sehr eingehender Debatte über die Kar- rofselpreise beschlossen, den Magistrat zu ersuchen, bei der preußischen Regierung und dem Bundes­rate dabin vorstellig zu werden, daß nicht nur für Brot- getreide, sondern auch für Kartoffeln Höchstpreise und zwar niedrige, dem Ernährungsbednrfnisse des Bol- kes angemessene festgesetzt und dirjeingen Maßnahmen durchAeiührl werden, die nvtwendrg sind, um die Abgabe der vartvsieln zu diesem Preise zu tühern. Für die not­leidende« kriegsgeschädigten Eks a ß-Lo t hrin - g e r haben die Ttadloerordneteu 2000 Mark bewrNigt.

vermischte».

* Kerzen aus Ta b akrauch Nicht nur aus grünem und abgetaUeinn» welken Laub und andere» Pegetabilieti läßt sick I inich den Untersuchnngen von Dr. E. Thomae» Gtehen in > raniabler Weis« Wachs gewinnen, ans dem man Kerzen Herstellen

kann, auch der Tabakrauch stellt Kerzenntatetial dar. Tie Zigarre,t» nnd Zigariitenwölkchen wid die Wollen der Pfeile bestehen nach den Tbomaeschen Uiilersuchunge» nicht, wie man allgemein annimmt,

ans Flugasche, sondern aus P s l a n z e n w a ch das von Tabakharz. Nikoiin, nie!ki)latninarlig riecktenden Substanzen, .'Lasser u. f. w. begleitet wird. Sckon ä>ts hundert Zigarren tonnte Tr. Thomae ein helldrcnncndes Lichtchen Herstellen.

Letzte Nachrichten.

vieEmden" vernichtete einen rnssischenttreuzer und einen ftanzösischen Torperwjäger.

(WTB.s Leipzig, 30. Oktober. DieLcipziger Neuesten Rachrichten" verbreiten solgcndcS Extra- blr.lt ans Kopenhagen: Nach einer amtlichen PeterS- bnrger Meldung an» Tokio wurden der russische UrcuzerSchemtschug" und ein sranzstsischer Tor» peLojäger aus der Rhccde von Pnlo - Pinang durch Torpedoschüsse des deutschen KreuzersEmden^^ znm Linken gebracht. Ter Kreuzer hätte sich durch An- bringen eines vierten salscheu Lchornstein» «»kenntlich gemacht und konnte sich aus diese Weise den vernichteten Schissen unerkannt nähern.

Ter KreuzerLcheintschng" ist 1903 erbaut, hatte eine Schnelligkeit von 24 Seemeilen nnd eine Wasser­verdrängung von 3180 t. Er snhrtc eine Besatzung von 356 Mann.

Zwei russische Kihrzeuge tnirch -ie Türken znm 5tnten aedrardt.

<WTB.) Berliu, 38. CU. sNichtaintli»). DieVerl. Zeiluiig am Mittag" stbreibi: Nach eitler offiziellen Meldung ans Kttnstanttnopri dabcn einige russische Torpedo­boote versucht, die Aiisjalirl der türkischen Flotte ans dem BoStzornS im Schwarzen Dicer zu ver- bindeni. Die lürkitchea Schifte cr»ffueten das Feuer nnd brachtc» zwei russische Fahrzeuge znm Sinken. Ncder 38 rnssische Seeleute m,irden von den Tnrken zu Gesangencn gemacht. Die türkische Flotte hatte keine L'erlnstc.

Zorkschritte ans tont westlichen Kriegsschauplätze

sWTB.l Großes Hauptquartier, 30. Okt., vor- mittags. (Amtlich.) Unser Angriff südlich Rieitport und west­lich fspern wurde erfolgreich svrtyejetzt. 8 Maschirtfngetnkhre wurden erbeutet und 200 Engländer zu Gesangenen gennuttt.

Im Argonner Walde nahmen unsere Truppen mehrere Blockhäuser und SttitzMnkte.

Nordwestlich Berdnn griffen die Fra,izos«i ohne Er­folg an.

Im übrigen ist im Westen und ebenso auf dem östlichen Kriegsschaupteche die Lage unverändert.

Der deutsche Sieg bei Verdun.

(WTB.) B e r l i ii, 30. Lkt. (Nichtamtlich.) Der deutsche Teilsieg südöstlich von Berdun wird von den Morgenblättern als bedentungsvoll eingeschätzt und als großer Er­folg bewertet, der seine starken Nachwirkungen aus­üben werde.

Die Schlacht an der Küste.

(WTB.) Berlin, 30. Okt. (Nichtamtlich.) Dar Boro marsch der Deutschen über den Pzurkanal dauert hol» ländischen Blättern zufolge fort. Rousbrugge soll von den dentschm Dortruppen besetzt worden sein.

Die Schlacht bei Warschau.

Berlin, 30. £ft. iWTB. Nichtamtlich.) lieber die Schlacht bei Warschau entnehmen derBerk. Lok- Anz " und andere Blätter derDaily Chroniel^ fol­gende Schilderung: Das heittge Ringen dauerte vier

Tage unaufhörlich an. Bier Nächte dröhnte die ganz« Stadt von dem entsetzlichen Karumendcmner. Die Fenster­scheiben »itterten in einer Entfernung von 50 stitomoterii. Unaufhaltsam zogen neue Regimenter aus der Stadt heraus den Deutschen entaegett. Ein Strom von Benvitudelen flutete in die Stadt zurück und füllte die Straßen Da draußen ging Tod und Brrderben um, Dörfer und Straßen stattden in Flammen. Granaten platzten zu Hunderten zu gleicher Zeit, ihre Splitter mälsten oft ganze Reihen von Mannschaften weg, die in den Schütze,mräben sielen oder unter dem mör­derischen Feuer der Maschtneitgeiuehrc vorwärts stürmten: öfter kam es zu Bajonettkämpsen, abwechselnd lwtten die Russen oder die Deutschen die Oberhand, und die Schlacht- lime wogte hin und her.

Der Ernst des Aufstandes in Südafrika.

i. Köln. 30. Okt. Zu dcm Aufstande der Südasri- kaner ichrnbt lautWln. Ztg " das ..ANqemren Handeksblad": Dieser Ausstand ist cknc wichtigere Bewegung als die des O b e r st e n M a r i tz, der bereits aut deutsches Gebiet übcr- getrrten ist Dr Wet, der nunmehr 67jähckgc. gehört uustrcktig zu den einflußreichsten Persönlichkeiten unter den Buren, inrd sein Einsluß bckchränkl s,ch nicht auf sein- engrrc Hrimot. drn Frckstaat. Er war während des Burenkricges der Führer, der den Engländern am meisten zu schassen machte Er ist kein Parlamentarier, aber ckn M a n n d e r T a t. B e Q 11 i, ei« guter Bierziger, besitzt cknen großen Einstuy im Norden Transvaals. Er gehört zu drn Asri- k-nern. die sich, nur der No« gehorchend, der neuen Lage fügten, Er verurteilte stets BvthaS Politik.

DieTimes" schrckben über den AnfstandinSüdasrika: Der Ansstand ist anwnichcknlich schon sehr sin Gange, mindestens in erneut Teil des Landes. Tie Führung ist gut. Tie BurgherS der bettessende, Bezirke haben Gewehre und wenigstens eine klcknr Luantität Munition Sie können mit großer Schnellig­keit mobilisiert iverden Sie kennen das Land vollständig und haben gute Pserdr Fn DckttranSvaal hat General Beyers anscheinend das Kommando, wobck nicht ganz klar ist, ob auch er tatlä^ich lick dem Auistand angeschlvssen l>at. Beyers war viele Fahre Amtsgemn'se von Bot ha und muß bis ans drn letzten Punkt alle militärsi'chen Pläne der Regierung nnd Me ihre Hilfsmittel kennen, sowie auch tvissen, wo ihre Stärke und ihre Schwäche liegt. Ohne Zwckfck ist bet ihn, General Kemp, ckn frübertt Offizier Dela rens. der ak? tapferer Mann und tüchtigtt Cf filier aus den, Burenkriege be­kannt ist Sein peckönlichrr Einiluß rckchl wckt sii Südwestasrika. Es bcktehen wenig Zwckiel. daß Olsisiere wie de Wet. Beyers und Kemv aus eineaewisse Gesolgschast rechne u kön­nen Tic Rebellen wählten den Augenblick gut. Tin südattikanisches Erveditiouskorps ist durch Operationen gegen Deutschland vollständig in Anspruch genommen. Die englychen Truppen, die vor den, Kriege in der Union ihre Garmson hatten, wurden durch die südafrikanische Regierung ^ rir tx-n^ xtsTtit tn Eurvpa abgcköst utch haben da» Land waiutck-inltch verlassen. ^ie Times" glauben scktoch, daß die Autständnchen etnen endgültigen En'olg nicht haben werben . , ^

Dir Behandlung deutscher tkriegsgefangener in England.

i Köln 30 Okt TcrBeretiiderdeutschenSec« schisfahre'r faßte angesichts der m e n f ch e n u n »ü t b i - gen Behandlung und Beköstigung deutscher Leeleute in England den Beschluß, die deutsche Negierung zu bttton, entweder für eine bessere Behandlung der Deutschen in Eng­land zu sorgen oder aber die rn Deutschland gefangen gehal­tenen Engländer in der gleichen Weis« zu behän­de 1 n, wie in England gegen die Äeutjcheii verfcchretrzoerde.