von New Dort nach Kopenhagen am SamStagj von einem englischen Kriegsschiff äuge hatten und nach Storno roa y gekracht woÄen. , ,'
Weitere «eußerungen BjSrnssn».
Kopenhagen, 27. Ott. iWTB. Nichtamtlich.) Der Mitarbeiter des „Efftrubladel^' betont gegeirüber der Aussprache Björn iBjörnsons über seine Berichterstattung deren Unabhängigkeit und erklärt, er verschweige darin auch nid«, was ihur an den Deutschen nicht gefalle. Was ihm aber Bewunderung abzwinge, se> der .foohe Glaube an den Sieg, der das deutsckie Volk beseele und ju chtcT Einheit mache. Es sei seine innerste, tiefste lleber- zeuguirg, dah das Volk den Krieg nicht gewollt habe, aber als er tarn, stand cs einig da. Diese allgemeine Begeisterung per- ■ftwAc Gutes für die Zukunft. Nacl) dem Kriege werde das cheuffche 8olk hervortreten vor dem Leer von Bajonetten, hinter denen eS bisher verborgen war. Er glaube bestimmt, das? Deutschland gegen Ost und West erfolgreich sein werde. Die Deutschen, die Antwerpen in zwölf Tagen nahmen, werden auch Paris nehmen und England üflt Boden werfen. Die Ruhe und das Selbstvertrauen der Deutschen sei die eine Hälfte ihrer Stärke; dre andere bestehe darin, das; sie für eiiie 'Idee kämpften. Auch Frankreich kämpfe für sein Land und ivie Deutschland für seine Unabhängigkeit; aber entbehre nicht der Kampf der Russen jeden ekhisthen Äiomeirtes? Das Bündnis zwischen Frankreich und Rußland und Frankreich und England sei ungesund. Die Franzosen seien früher niemals englandfreundlich gewesen und hätten England auch nichts zu daitken. England habe den Krieg gewollt. Rußland hätte den Krieg niemals ohne England im Rüsten gewagt. Frankreich werde früher oder später einschen, dag es von England hinters Licht geführt worden sei.
Auch die Italiener wenden sich gegen englische Willkür.
Rom, 27. Okt. Mit Berufung auf mehrere in italienischen Oppositionsblättern veröffentlichte Berichte beschuldigen die „Times" Italien, Konterbandetrausporte nach Deutschland und Oesterreich zuzulasscn. Die „Tribuna" erwiderte hierauf:
Die Haager Bestimmungen gestatten den Neutralen allerdings keinen Transit Handel in Konterbande. Sache der Kriegführenden sei cs aber, den Schiffahrtsverkehr zu überwachen. England habe bisher ein Auge zugchrückt, weil die Konterbande vornehmlich von englischen Banden nach neutralen Häfen gebracht werde. Die neutralen Mächte können nicht gezwungen werden, ihren Handel und ihr ganzes wirffchastliches Leben zugunsten eines Kriegssührenden eruzuschränken. Würde nach dein Willen Englands verfahren werden. so müßte Italien seine Hanptausfuhrartikel im Lande behalten.
Der Aufstand des Obersten Maritz.
Kapstadt, 26. Okt. (WM. Nichtcrmtlich.) (Reuter.) Oberst Maritz ist geschlagen lvorden. Er ist verwundet und auf deutsches Gebiet geflüchtet
Aus der Türkei.
Aoustantinopel, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich) In der türkischen ,Mu st er sch u le in Ist a mb ul wurde litt« terrtch t in per deutschen Sprache eingeführt. Bisher rmude französisch als einzige Fremdsprache in den (türkischen Schulen gelehrt.
Konstantinopel, 27. Okt. (WDB. Nichtamffich.) Das Amtsblatt veröffentlicht eine Bekamntirvachung, nach welcher der Minisberrat gemäß der Bestimmung dies Art. 5 der türkisch-bulgarischenHandekskonvention beschlossen hat, die Konvention als noch sechs Monaten außer Kraft getreten zu erachten. Die Frist wird vom 13. Oktober gerechnet, dem Tage, an welclzem die dahingehend« Note der bulgarischen Gesandtschaft übermittelt wurde. Es wird bemerkt, diese Maßnahme sei eine Folge des Beschlusses der Pforte, vom 14. März 1915 ab ein anderes Zollregime für alle Mächte einzu führen.
Kon stantinopel, 27. Oft. (WDB. Nichtamtlich) Der ,)I k dam" richtet heftige Angriffe gegen England wegen seines willkürlistzen Borgehens in Aegypten, das den Dertrage» zuwiderlause nnd mit den Versicherungen Englands, daß es mit der Türkei auf freundschaftlichem Fuße leben wolle, wemg vereinbar sei. DaS Blatt fragt insbesondere, mit ioelchem Recht England die Rückkehr des Khediven verhindere, der der Stellvertreter des Sultans sei, und zählt dann hie von Englaich das im Lande als Herr schalte und uralte, verübten Gewalttätigkeiten auf: e4 erwähnt u. a. die Ausweisung der Konsuln Oesterreich- Ungarns und Deutschlands, deren Exeguator von der Türkei ausgestellt war, sowie den Versuch, österreichisch-ungarische und deutsche Schiffe «ls dem Suezkanal zu entfernen, der aus Grund von Verträgen neutral sei.
Konstautiuopel, 27. Okt. (WDB. Nichtamtlich) Mehrere den verschiedenen muselmanischen Nationen angehörcubc Persönlichkeiten versammelten sich heute in der Redoktron der hier erscheinenden Zeitschrift „Dschar Islam" ( .Islamitisch Welt") und bcsMossen, Einspruch dagegen zu erheben. daß von Frankreich und England zahlreich Muselmanen ans Jirdien, Algerien und anderen Gebieten nach dem Kriegsschauplatz entfachst und aus diese Weise zum Tode verurteilt würden.
Kon st an tino pel, 27. Okt. (WDB. Nichtamtlich) Die Ha sei, pr ü s e kt u r kündigt amtlich an, daß von beute abend ob das rotierende Leuchtfeuer von Anabol-Kavak (unweft der Em- fahrt in den Bosporus) gelöscht sein ttritb.
Auslieferung der Muselmanen.
Mailand, 27. Okt. Wie die Türmer „Stcnnpa" berichtet, liefert Deutschland seit einiger Zeit die inuselmanischen Gefangenen über Rumänien und Bulgarien an dicTürkei aus.
Ein Bündnis zwischen Afghanistan nnd Belutschiftan.
K o n st a n t i n o p e l, 27. Okt. Die Pforte hat folgende Nachricht erhalten: Afghanistan und Belutschistan haben ihre Streitigkeiten miteinander aufgegeben und ein Bündnis abgeschlossen. In Persien wurde ein besonders angesehener mohammedanischer Priester von den Russen ermordet. Das blutige Hemd des Priesters wurde darauf vom Volk auf ein Bajonett als Fahne ausgestcckt und mit diesem blutigen Zeichen zog eine Schar nach der Hauptstadt Afghanistan und demonstrierte vor dem Palast des Emirs, bis dieser heraustrat und versprach, sich mit seinem Volke an den Russen und Engländern zu rächen.
Russisch-Persisches.
Konstantinopel, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Einem Teheraner Blatt zufolge drangen bei Mcsched russische Kosaken gewaltsam in ein Frauenbad ein und überfielen eine .Anzahl Frauen, die entsetzt flüchteten.
Aus dem Reiche.
Braunschweig, 27. Okt. (W. B. Nichtamtlich) Herzog Ern st Au gu st, der auf einige Zrft vom Kriegsschauplätze zurück- gekehrt ist. hm beschossen, anläßlich des gegenwärtigen Krieges ein Kriegsvrrdien st kreuz zu stiften. Das Kriegsberdienstkreuz soll in nur einer Klasse ohne Untersched des Ranges und Standes für Verdienste im Kriege verliehen Iverden. (Den? Herzog ist übrigens, vne die „Braunschweigische Landcszcittmg" hört, nach der Verleihung des Eisernen Kreuzes ztoeilcr Klasse auch das erster Klasse verliehen worden.
Karlsruhe,27. Oft. (Nichtamtlich.) Narb einer Mitteilung der Badischen Nationalliberalen Korrespondenz finden die Landtagswahlen än den Bezirken Müll heim und Donau- e s cht n g e n-Eg ge am 16. Dezember statt. Im Bezirk Dvnau- cschingen ist ein Ersatz sür den verswrbenen nativnalliberMen Forstrat Dr. Wagner, in Mnllheim ein solcher für den verstorbenen nationallibcralen Bürgermeister Ko ge r in Tanncnkirch zn schaffen.
München, 28. Okl. Der Vorstand der sozialdemokratischen Landtagsfraktion erläßt einen Aufruf, in dem er nachzuweisen .versuch, daß der Standpunkt der Negierung die Gcmeindewahlen nicht ,u verscheben, unrichtig sei. Es stehe im Widerspruch mit dem Sinn des Gesetzes, die Wahlen zn einer Zeit stattsinden zu lassen, in der die allermeisten Wähler im Felde ständen. Ebenso sprich er sich gegen die Wlehnung der Verschiebung der Gcmeindcwablen seitens der Regierimg aus. Der Wahlkampf müsse zudem die von allen anderen Bundesstaaten sorgsam gewahrte Einigkeit des Volkes auf das gröbste stören.
Landsberg (Warthe), 27. ,Okt. In Krinitze im Kreise Schwerin (Warthe), ist ein Spion, der die feldgraue Uniform eines Offfzierstellvertreters trug, sestgenommen worden. (Berliner Tageblatt.)
fjccv «iid Flotts.
Frankfurt (Main), 27. Okt. (W. B. Nichanitlich) Das Generalkommando des 1l. Armeekorps gibt bekannt, daß am 1. November eine Militär-Borbereitungsanstalt in Jena 'eröffnet wird, und daß sich Freiwillige bcinr Bezirkskommando Wcinrar zum Eintritt in die Anstalt anmelden können. — Die nalleren Bedingungen sind bei Mlcn Bezirks- kommandvs zu erfahre».
An» Stadt und LanS.
Gießen, 26. Oktober 1914.
Die stillen Abende.
Die Zeit ist wieder gekommen, wo die Dämmerung ihre grauen Schatten schon früh in die Stunden des sinkenden Tages webt. Früh geht die Sonne schlafen, Abende und Nächte werden länger und stiller. Die Zeit ist wieder da, lvo das Leben der Familie sich früher und lieber um den Schein der Lampe sammelt, die Zeit, in der schon ganz fein und schüchtern wie weite, kleine Sterne Weihnachtsgedanken aufblsttzen ....
Mer manclier Platz am Familientisch ist leer. Die sonst ihn einnahmen, wissen nichts vom traulichen Lampenschim- mer, von der warmen Stube, in die sonst um diese Zeit die heimliche Behaglichkeit der stillen Abende cinzukehren pflegte. Ihnen scheinen abends nur der Mond oder die ungewissen Flammen eines Wachtfeuers, und vielen mag der Herbstwind die letzten Blätter über das frifdE>e Grab wehen. Und wenn des Tages Mühen und wechselnde Gesichter so manches Herz nicht zum ruhigen Sinnen kommen lassen — abends, wenn sich die Ruhe auf die Dächer senkt, und au einem Fenster nach dein andern das Licht sich entzündet, dann kommen die Gedanken mit lautlosem Flügel, wird die Sehnsucht nach den fernen Lieben wach, tieft jeder Pendelschlag die Frag?: Du Lieber, atmest Du noch?
Und die müde Hand läßt die Zeitung sinken, die uns nur von Riescndinaen erzählen kann, in denen das Geschick des einzelnen wie der Tropfen im Bache mitgerissen wird. Der Blick träumt ins Leere, nnd die Gedanken wandern wett übers Land, wo ein Gatte oder ein Liebster, ein Brudew oder ein Vater vor acht, zehn Tagen den letzten Brief, die letzte Karte schrieb. Lebt er noch kann er unser noch denken? Ach, wie war es schon, als er noch unter uns weilte! Wie wollten wir ihn pflegen und verwohnen, wäre er nur hier!
Wenn sonst der Herbsttvind abends ums Haus fuhr und am Fensterladen riß. erzählte di« Mutter Geschichten, »der .der Vater sprach wohl gar schon vom Nikolaus. Der Mutter steht heut der Sinn nicht nach Plaudern nnd Erzählen. Und der Vater? Wett hinten am Meere — die fremden Namen können wir Kleinen nicht behalten — kämpfen sie schon sett einer Woche, und der Vater ist auch dabei . .
Und der Liebste schrieb, sein Regiment sei vor Tagen schon hinauf in die Wettereckc gezogen, und sett dem nichts mehr — und der Bruder hat vor eiuer Woche eine Pause, in der die meisten schliefen, wo sie unrsanken, zu cftnemi knappen, kaum leserlichen Gruß benutzt, dem letzten — und der Sohn — je nun, bei einem ist's wie beim andern. Was gestern war, kann heute schon nicht mehr sein ....
Still und ttaulich ist es sonst im Lampenschimmrr. Still ist es auch heute, aber die Stille ist nicht vom Frieden, sondern von der Last der Fragen geboren, die am Abend au§ allen Winkeln blicken.
Wir sollen uns nicht bemühen, ihnen allen zu antworten, sollen es nicht versuchen, den grauen Gedanken den Flug abzngewinnen. Es wäre nicht groß und wäre nicht deutsch, wenn die Zeit der Ruhe, die der Dag uns läßt, rntt Seufzern und Klagen gegen das Watten des Geschicks erfüllt werden sollte. Sie läßt sich anders nützen. Das Denken nnd die Träne sollen unseren .Kämpfern und unseren Toten nicht entzogen sein, nnd die sttlle Abendstunde erhält durch sie ihre Weihe. Aber wenn die Mutter oder die Netteren versuchen, sich nnd den Kleinern den erhabenen Sinn der Zeit llar zn machen, wenn die Hand, statt müde das' Haupt zu stützen, sich in fleißigem Tun für das Wohl unserer Krieger regt, wenn mich die Kleinsten an den dringend rufenden Liebesiverkcn teilnehmen — dann wird die Stille der Herbstund der kommenden Winterabende im waliren Sinn des Wortes gehettigt. Tenn handeln und stark sein heischt die Zett —i nnd Arbeit und Wille helfen am besten Mut und Vertrauen zu wahren, wenn Zweifel und Leid im sinkenden Licht durchs Fenster sehn wollen.
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Trinker-Fürsorge st ekle sür Stadt und Landkreis Gießen, Gieße» Asterweg 9, Sprechstunde jeden Tonnerstag abend 6 bis 7'/. Uhr.
** Persvnalnachrichten. Die Großhcrzogin hat in Vollmacht des Großherzogs am 17. Oktober d. I. den Geheimen Regierungsrat Dr. jur. Dr. med. h. c. August D i e tz , Vorsitzenden der Landesversicherungsanstalt Groß- herzogttrm Hessen und des Hellstätten-Vcreins sür das Großherzogtum Hessen, zu Darmstadt zum Mitglied des Zentral- komttees des Alice-Frauen-Vereins für Krankenpflege ernannt. — Die Großherzogin hat am 24. Oktober d. I. dem Kammermusiker Peter Dern die Krone zum Rtttcr- kreuz 2. Klasse des Phflipps-Ordens verliehen. — Das Ehrenzeichen für Mttglieder freiwflligcr Feuerwehren wurde verliehen cm Johannes Bohländer und Adam Friedrich, beide zu König. — In den Rnhcstajnd versetzt wurde am 21. Oktober d. I. der Lehrer Johannes E ck zu Gunders- heim, Kreis Worms, auf Nachsuchen mit Wirkung vom 1. November 1914 an.
^Ritterdes Eisernen Kreuzes. An das Jäger- Bataillon Nr. II in Marburg konnten bisher 31 Eiserne Kreuze 2. Kl. verliehen werden. 'Die ehrenvolle Auszeichnung) erhictten: Major Graf v. Soden, Hanptm. v. Har nier (verw.), Hanptm, h. R. Amtmann nnd Rittergutsbesitzer ans
Fredeburgin Wests, v. Aschebery, Hairpim. Frhr.Grot«
(gefallen), Hanptm. v. Grae f fe n do r f f, Hanptm. Ckag. ßen (veno.), Oberlt. d. R. Kgl. Oberförster in Bad Neivv, vors Beutin (verw), Oberlt. und Lldj. v. Apell, Oberst v. Scheffer (vrrwt), Lentn. Prinz zu S o l m s-hvhen^ solms-Lich (verw.), Lentn. Swart, Lentn. Friedrich Wilhelm Prinzzur Lippe D., Lentn. Müller (verwt) Lentn. Mohr, Lentn. d. 3t Bürgermeister von Rinteln Wachsmnth, Lentn. Scheffer (verw.), Lentn. d. R. Dr phil. und Chemiker Gon der aus Griesheim a. M, Leutn v. Kü st e r (verw.), Lentn. d. R. Kaufmann aus Schmab iälden, Berger, Lentn d. R Kgl. Forstasseffor Lichtende r g e r aus Forsthans Pulverfabrik bei Hanau a. M fallen), Leutn. Brünig, Leutn. d. R. Gerichtsrefererwrr Pira aus Remagen, Kr. Mjrweiker, Leutn. o. Seebach (veno.), Feldw. .Speck (gefallen), Feldw. Beltz, Feldw. Kothe, Vizeseldw. Langerhans, Oberjäger Lorenz (veno.), Vizeseldw Burchard, Sanitätsscrgeout Hücker Oberjäger Knoop, Vizeseldw. Kühn, EKfr. Faßben^ der und Jäger Schneidewind. — Ofs.-Stellv. Heinz Kremer aus Fricdbcrg (l.SI.). Uffz. Johs. Neusinge, aus Vadenrod. Feldw. vom Jnf-3iegt. 88 Jul. Schmidt aus Heidelbach. Assistenzarzt Dr. Fritz Prenzel im Inf. Regt. 60. Oberlt. Hoesling von der Unteroffizierschule Wetzlar. Leutn. und Kompagnieführer A. Schnellvacher im 9. Bayer. Jnf.-Regt. aus Darmstadt. Stabsarzt d. R Dr. Otto Groß, 18. Armeekorps, 21. Div., 3. Lan-Wmp. Uffz. d. R. Aug, Sch a t t ans Hanau, Doli:ietsck,er im Inj.. Regt. 88. Dr. Büschier, Mainz-Kastel, Hanptm. und Bataillonsführer des Landw.-Jnf.-Regts. 118 (und die hen. Tapserleitsmcdaille). Rechtsanwalt Dr. Otto Anfseu. borg, Hanptm. im K. B. 5. Res.-Feldart.Megt. in Fmnk. furt a. M. Die Marbnrger Professoren Leonhard, Bredt und Andrse. Präparandenlehrer Hasting aus Friedberg. Gesr. Weimer aus Eubach, Gefr. Stahl aus Edelsberg, beide ini Res.-Jns.-Rcgt. 87. Kartonier Philipp Heb che n aus Limburg heim FelLart.-Regt. 63. Oberlt (Ingenieur) Adolf Müller, 5. Bahr. Feldart.-Regt, aus Wetzlar. ,
** Der nächst« LiebesgabentranSpart z»
den 116ern soll bereits am 3. November abgehcn. Es wird gebeten, noch beabsichttgtc Spenden bis spätestens 2 . November bei den Sammelstellen in der Stadtknabe«. sckMe und der Alten Klinik abzugebcu. Nach dem jetzige« Stand der Sammlung ist vor allem noch die Sttftnng von Socken, Leibbinden, Ptilswärmern, Brustfclmtzern und Unterjacken erwünscht, um unseren heldenmütigen Trnppai den harten Winterfeldzug etwas erttäglicher zu machen. Aus den noch täglich eingehenden Dankschrerbeil der bereits bedachten Truppen ist ersichtlich, mit welcher Freude unt» Dankbarkeit sie die Sachen entgegennahmen. Di« jetzige Sendung geht zum aktiven und Reserveregiment und wird wiederum unmittelbar zur Front ftihren.
** Weitere Dankschreiben aus dem Felde. Dem hiesigen Zweigverein vom Roten Kreuz ging folgen- des Schreiben zu: ,-Jm Auftrag des Führers des 3. Batst Land w. -Inf. - Regt s. Nr. 116 habe ich gesttrn die zahlreichen, aus Gießen angckommenen Liebesgaben unter die Mannschaften der vier Kompagnien verteilt. Mit großer Freude wurde alles, insbesondere die warmen Wollsachcn und Eßwaren von den Mannschaften end> gegengenommen. Wir erhielten zahlreiche wollene Hemden, Beinkleider, Strumpfe, Socken, Fußlappen, Pulswärmer, Ohrenschützer, Handschuhe und dcrgl. mehr. Die ausgezeichnete Wurst sowie die Schokolade schmeckten den Leuten voo- trefflich und bildeten eine wertvolle Abwechselung in der üblichen Kost. Ebenso wurden die Rauchwaren und Taschenmesser dankbar entgegengenommcn. Ich möchte nicht vev- sehlen, den Dank der 9. Kompagnie und aller ihr angehörigen Mannschaft der Leitung des Roten Kreuzes »um Ausdruck zu bringen. Auch bitte ich unfern Dank allen Spendern freund- lichst übermitteln zu wollen. Hochachtungsvoll gez. Dr. Hermann Wagner, Oberleutnant d. R. u. Führer der 9. Kompagnie Landwehr-Rcgt. Nr. 116.
Mit der Bitte um Veröffentlichung sendet man uns folgende Feldpostkarte: „Die Landsturmmänner der l.Komp. des Landsturm-Inf.-Batst Gießen 1, 6. Etapven-Jnspek- tion sprechen hierniit der Gießener Bevölkerung sür die liebevolle Aufnahme und Pflege während der Zeit ihrer Anwesenheit in Gießen iwchmals ihren besten Dank aus, wünschen allen ein recht gutes Wohlergehen und hoffen aus Wiedech sehen."
** Die Gießener Landstürmer kn FekudeSkand,
Vom Wohlbestnden des Landsturmbataillvns Gießen I und seiner Reise ins Feld erzähtt uns ein vorliegender Fel dp» st b ries
eines Offiziers wie folgt:
„Von Köln, von wv Nur Mittwoch, den 7. Oktober, nach- mittags 4 Uhr absuhren, ging die Reise über Aachen, Hcrbesthal, Verviers, Lüttich, B., M, B., C. nach St. O- und von dott noch einer Stunde Ausmthalt wieder zurück nach C., wo wir in Bürger- guartieren gut untrrgebracht waren. Die Fahrt war oft von stundenlangem Halten auf der strecke uifterbrochen, doch sahen wir außer vercmzetten abgebrannten Häusern und Bahnhofs- gebäuden eigentlich gar nicht? vom Kriege. Schrecklich war allerdings der Anblick von L. vom Balznhos mis. Ans dem Bahir-ost- Vlatz, der früher einmal sehr schon gewesen sein muß früh die Gräber der Landsturmleute, di« bei dem Uebersall am 29. Armnst ihr Leben lassen nmßten, übrigens nur wenige, aber sie ,nachten auf unsere Leute doch merklichen Eindruck. Es war uns besonders schmerzlich, daß wir von Brüssel nttt all seinen Herttiäzkciten gar nichts sehen konnten, da nur nachts daran vorbciffihren.
In T., einer schön angelegten Stadt nttt herrlichen Baroch gebäirden, wimmelte cs von Militär aller Waffcirgattungen, so daß von der Zirttlbcvölkrrung wenig zu sehen tvar. Die wenigeir, di« man ttaf, waren außerordemlich höflich und gefällig, man inerkte nichts von Feindseligkeit: anders wie in Belgien, wo man immer das Gefühl hatte, daß jeder gerne Mif uns losknallen möchte. Schießen aus dem Hinterhalt ist hier in der Gegend von C. über- Haupt noch nicht vorgekommeic. Auf dem Marktplatz mtt seincin schönen Stadthaus brachte unsere Landsturmkapelle dem Prinzen Siupprecht von Bayern, der hier sein Haupt- guartier hatte, ein Ständchen, das dem hohen Herrn, der selb!t aus die Sttatze kam, um sich zu bedanke«, sehr gefiel. Uebcr- haupt werden wir u m unsere Musik sehr beneidet. In C. stand man mitten im Kttegsbetticbe und bekam den Eindruck einer ungeheuren Maschine, deren zahlloses Räderwerk mit absoluter Sicherhett arbettct und von cüicm großen Willen ge- tttebcn wird. Vor dem Stadthaus, in dem sich das Zentralorgan des militänschcn Lebens hier, die Etapvenkommandantur, befüidet, war ein solches Gewühl von Last- und anderen Mtvmvbilen^ daii das Ueberschrcitcu des Platzes oft unmöglich schien, llnaujhörlich kommen große Munitions- und Lcbensnttttclkolonnen, Autos smisal lstn und her, deutsche Flieger überfliegen die Stadt. Vorige Woche sind drei ftanzösische Flieger, die Bomben geworfelt hatten, hcr- untergeschoffen worden. Die Gefechte bei A spielten sich in etwa 30 Kilometer Entfernung von hier ab und schienen gut zu steben für uns, man hörte den ganzen Tag den Kanonendonner. Ilcber- baupt war der Aufenthalt in C. sür schwache Nerven nickst geeignet nnd die Ruhe.hier in der ersten Zeit recht »wisttuend. Wir haben die Bahnstrecke von hier bi» L. z» beivachen, eine Bcjchäs- tiguiig, die bald reckt langivcilig werden wird. Materiell geht


