164 . Zahrgang
It. 253
Der Slehener Anzeig«»
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Mittwoch, 28 . SNober VN
General-Anzeiger für Oberhessen
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veutsche Fortschritte am yserkanal. Erfolge der Deutschen und
Gesterreicher gegen die Russen.
Große; Hauptquartier, 27. Okt., vormittags. (Amt- ich.) Die Kämpfe am Dser-?1vr«s-Kanalabschnitl bc» yprrs und südwcsckich Lille werden mit gleicher HarMäckigkett ortgesetzt. Tie deutschen Truppen haben .auch gestern .Fortschritte gemacht. Aus den übrigen Teilen der Kamps - ront im Westen haben sich wesentliche Ereignisse nicht zugettagen.
Westlich Augustow ist der Angriff der Deutschen in lang- amem Fortschreiten. Südwestlich Warschau sind alle Angriffe starker russischer Kräfte von unseren Truppen zurückge- oiesen worden. Nördlich Jwangorvd haben neue russische Armeekorps die Weichsel überschritten.
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Ist se ein Krieg, den Deutsche zu führen hatten, so erlebend für ihr stolzes Ansehen in der Welt gewesen, als dic- cr? Niemals hat ein Verteidigungskrieg bestden Angegrisfe- ren so überwältigende militärische und sittliche Kräfte ent- 'acht, wir bei uns. Als vor 100 Jahren das Joch der Fremd- »errschaft abgeschüttelt wurde, hatten wir bei allen edelsten Regungen des deutschen Volksgefühls doch den Feind im »lande, und es gab deutsche Staaten und Herrscher, die erst allmählich Vertrauen zur deutschen Sacke faßten. Auch der alte Fritz wehrte den Feind innerhalb der Grenzen des eigenen Landes ab, und es stand oft bedrohlich um sein verzweifeltes Ringen. Das heutige Deutschland aber, noch immer in 'einer ungünstigen geographisch-strategischen Lage stehend, angegriffen von drei der bisherigen Weltmächte, setzt nach öald vierteljährigem Ringen seine stolze Ossensivc fort, dringt oor nach Norden, Westen und Osten und hat zur Stunde kaum einen Fußbreit deutschen Mutterlandes den Feinden überlassen. Auch die gestrige amtliche Meldung berichtet von Fortschritten am Bstrkanal und im westlichen Rußland!
DaS kleine staanmverwandte Holland schaut mit Staunen und Erschütterung aus dir von deutschen Händen verrick:- trtc Riesenarbeit und cs ist sich, wie wir aus seiner Press« erfahren, vollkommen bewußt geworden, daß der Ausgang der gegenwärtigen gewalttge« Schlacht in Flandern eine entscheidende Bedeutung für die gesamte Kriegslage hat und daß damit der Zukunft ganz neue Wege gewiesen werden, Unfreiwillig, mtt elementarer Macht, ist das deutsche Volk in Waffen von der Abwehr zum Angriff, zum Eroberungskrieg ge- schrütcn! hatte man im Haag dies vorauSgesehcn, war die Neutralität, an der Holland festhielt, uns wohlwollend oder abgeneigt?
W»r dürfen frohen Herzens schon heute bekennen, daß das Volk der Königin Wilhelmina von Anfang an nichts unternommen hat, waS beim späteren Friedensschlüsse uns in einen Gegensatz zu ihm treiben oder uns veranlassen könnte, ihm seine Rechte zu verkürzen. Dankbar werden wir uns immerdar «rimirai, daß unsere unter so schmählichen Verhältnissen auS Belgien vertriebenen Landsleute bei Maastricht und Breda eine gastliche Schwelle überschritten, daß dagegen die englischen Lügen keinen bevorrechteten Sitz in unserem Nachbarstaat an der Schelde fanden und die verbündeten Engländer und Belgier weder offen noch feindlich dort unterstützt wurden. Von England und Frankreich werden dem Lande nun bange Zukunstserwarlungcn vorgcsvie- gelt. Man :oeiß, wie sehr die Holländer, die auf eine ruhnr- reicke Geschichte zurückblicken und einst selbst eine Weltmacht besaßen, ihre Selbständigkeit lieben und mit welcher Treue sie an ihren nattonalen Eigentümlichkeiten hängen. ES ist von Deutschland oft wiederholt worden, daß Kaiser und Reich nicht daran denken, die holländische Selbständigkeit anzukasten, aber c? ist erfreulich, daß sich auch in diesen kritischsten Tagen eine Geleizenheit gesunden hat, eine offene Aussprache darüber herbeizunihren. Dem Leiter der holländischen Sozialdemokraten, Troelstra, hat, wie der Amsterdamer „Telegraas" mittcilt, Staatssekretär Dr. Zimmermann in einer Unterredung folgende Erklärung abgegeben:
„Die deutsche Regierung schätzt tue Holländer und wein, daß diese selbstbewußt und, geradeso wie meine oslvreußii'chei» Landsleute, auch ein eigensinniges Volk sind. Was sollten wir mit ibnen beginnen? Kein ernstbaftcr Mensch bei uns denkt daran, den .Holländern tzüwalt anzutun und Holland dem Teilt schen Reiche einzuverleiben! Was auch die eine oder andere Privatperson früher gesagt oder geschrieben haben möge, bei der deutschen Regierung besteht in dieser hiniiäu die vollkommene Anerkennung der bolländiscben Unabhängigkeit urrd Unverletzlichkeit und das mit vollständiger Einmütigkeit. Ich kann Ihnen dies nicht nur persönlich, sondern amtlich versichern. Dies hinsichtlich der polittschen Unabhängigkeit, die Sie wohl in erster Linie intcrrssicrl. hinsichtlich der wirtschaftlichen B ■■ Ziehungen nach dem Kriege kann man jetzt noch nichts Bestimmtes sagen. Ich kann mir wohl oorsteffen, daß nach dem Kriege eine wirtschaftliche Annäherung zwischen verschiedenen Staaten sich entwickeln und daß Holland es dann von selbst als in seinem Interesse liegend erachten wird, sich anzuschlicßcn^ dlber mich in diesem Falle wird eine Annäherung zwischen uns und Holland nur auf freundschaftliche Weise zustande kommen."
Sind es nun englische Einflüsterungen, die daS genannte Amsterdamer Blatt erwidern lassen! also würden nach dem für Deutschland günstigen Krieg Amsterdam und Rotterdam durch Konkurrenten wie Antwerpen, Enrden, Bremen und Hamburg totgedrückt werden und Holland, das politisch unabhängig gelassen werde, müsse sich von selbst annektieren? Wir glauben nicht, daß die offenen und freundlichen Worte des deutschen Staatssekretärs in Holland allgemein eine so hämische Auslegung erfahren werden. Wie sollten die Niederlande ans einer »virtschaftlichen .Anlehnung an das er
starkte große dcuffche Reich nicht selbst einen gelvalligen Nutzen ziehen können? Unter der Berivaltung der Habsburger hatte das Laird im 16. Jahrhundert doch auch eiuc» mächtigen Auffchwung aenoimnen, und wir glauben nicht, daß der Nationalcharaner der Mederländer bei der Erwägung nnrtsckzastlickKr Konkurrenz so neidisch und erbarm lich gerichtet sein könnte, wie derjenige der Engländer. Deutschland und die Niederlande haben die allerengste Kulturgemeinschaft. Deutsche Maler haben allerivege dort eine künstlerische Heimat gefuirden und den Ruhn» des feinsinnigen Volles begeistert weiterverbreitet. Alle Anzeichen deuten daraus hin, daß die Zukunst ein herzliches Einvernehmen zwischen beiden stammverwandten Völkern bringen wird. Deutschland wird es sich nach seinem Siege angelegen sein lasten, Holland nicht nur volle Selbständigkeit zu lassen, sondern seine Eigenart zn sörderit! Auch ein kleines Reich, ohne Weltmachtträume, kann befruchtend und knktnrbringend wirken, und die Vorbedingmigeit dazu für Holland lvird kein deutscher Machthaber jemals schmälern wollen!
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10 000 Russen gefangen!
Wien, 2. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Amtlich. Die Situation in Mittelgalizien ist unverändert. Südwestlich Jwangorvd stehen unsere bravourös fechtenden Korps, von welchen eines allein 10000 Gefangen« machte, im Kampfe gegen überlegene Kräfte.
Tie Kämpfe in Wcstflandern.
Rotterdam, 27. Okt. Wie ans London gemeldet wird, wiirden in dem Hafen von harwich vier englische Kriegsschiffe — augenscheinlich leichte Kreuzer — ein- geschleppt, die sämtlich mehr oder minder schwer havariert Ivaren. Man vermutet, daß eS sich um jene Kriegsschiffe handle, die bei den Kämpfen in Westflandern deutsche Volltreffer erhalten haben.
Zur Beschießung von Ostende.
Rotterdam, 27. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Der „Nieuwc Rotterdamsche Courant" berichtet Mts Ostburg vom 26. Oktober! Die heftige Kanonade in der Richtung von Ostende ist seit gestern nachmittag nicht mehr gehört worden.
Rotterdam, 27. Pkt. 'Der „Nieuwe Rotterdamsche Courant" meldet über die Beschießung von Osteitde folgende Einzelheiten: Am Freitag bombardierten englische Kriegsschiffe Ostende; das hatte eine augenblickliche Panik zur Folge. Die ganze Beschießung dauerte nur einige Minuten, Das Hotel „Majestic" wurde am meiste:» beschädigt. Zwei Offiziere, ein Stabsarzt und ein Marineoffizier sollen dabei getötet worden sein. Der Zutrttt znm Meeresdeich ist rtutv mehr verboten. Der deutsche Admiral in Ostend« hat eine Proklamation erlassen, daß er tvegcn der Beschießung der englischen Hotels und der eitglischeu Untertanen im Interesse der letzteren die nötigen Maßnahmen) zu verordnen gezivnngen sei, inrd er befiehlt somit, daß alle Englärtder Ostende .und die übrige:: Orte an der Käst« verlassen. Sie werden unter sicheren: Geleit nach hollmtd über- gesührt werden. Ich kann, so schließt der Admiral seine Proklamation, keine VevanNvortung übernehme:: für das Elend, das die zwecklost englische Beschießung auf diese Weise über die bisher unter deuffchen» Schutz stehenden Frauen und Kinder bringt.
Bom belgischen Parlament.
Brussel, 27. Okt (WTB. Nichtamtlich.) Die von der Berliner „Post' verbreitete Meldung, der General- aonverneur von Belgien habe die beiden belgischen Kammern zu einer Tagung eingeladen, ist in oas Reich der Fabel zu verweisen. Dem Versuch, die kürzkiche Anwesenheit deS Reichskanzlers in Brüssel mit dicker Frage in Verbindung zu bringen, wird damit der Boden entzogen. Ter Berichterstatter der „Post" scheint einem Irrtum zum Opfer gefallen zu sein, denn wie verlautet, beabsichtigt die belgische Regierung, die beiden Kammern, die alljährlich am zweiten Dienstag des Novembers zusanrmenzu- trcten pflegen, nach Le Havre, dem jetzigen Sitz der belgischen Regierung, cinzubcrufen. Bei der Flucht aus Antwerpen sollen zahlreickK Deputierte und Senatoren dem Ministerium nach Frankreich gefolgt sein.
Ter amtliche französische Bericht.
Paris, 27. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Die Amtliche Pariser Mitteilung pom 26. Oktober 3.25 Uhr nachm, sagt: Am Sonntag hiett sich uiffere Front auf der haupilinicl Nieuport-Dixmuiden. Tie deutschen Streitkräfte, welche die Bser zwischen diesen beiden Städte:: überschritten haben, konnten nicht weiter Vordringen. Sie hielt sich ferner in der Gegend zwischen DPeru und Roulers, zwischen Armentieres und Lille, westlich von L a B a s i6 c und Lens und östlich von ArraS. Diese Linie verlängert sich nach Süden durch die bereits in den Communiqnes a:igege- bene. Der Feind scheint in den letzten Tagen beträchtlich« Verluste erlitten zu habe::. — In der amtlichen Mitteilung vom 25. Oktober abends U Uhr heißt es: In üBebpeu mirb N-ieuport heftig beschossen. Ter Versuch der Deutschen, auf der Front Nienporl Tixmuidcn vorzustoßen, dauerte fort, ohne daß er nach den letzten ?lachrichte:r zu einem Ergebnis geführt zu haben scheint. Die ganze Front zwischen
La Bassee nick der Somme ist ebenfalls Gegenffinrb hefffgcr
Nachtangriffe, die alle zu rückgcschlagen wurden. Von» dem Rest der Front ist nichts zu melden.
Ein Besuch beim österreichischen Gencralstabschef.
Kopenhagen, 27. Okt. In der „Berlinske Politiskc Tidendc" schildert der in Galizien iveilendc Kriegsberichl- erstatlcr des Blattes die Eindrücke, die er bei einem Besuch des österreichischen Generalstabschess, Freiherrn Conrad von hötzendorff, empfangen hat. Er schreibt u. a.: Der Empfang fand im Arbeitszimmer des Generals statt, das in dem Hause eines alten Gpmnasialprosessors untergebracht ist. Das Zimmer ist groß und überall hängen und liegen Okeneralstabskarten. Auf einem Riesentische sind österreichische Generalstabskarten ausgebreitet, desgleichen viele belgische »nd französische. Das Meublement beschränkt sich aus eiuc Anzahl Stühle aller möglichen Formen. Der Freiherr war in Uniform, aber ohne Dekorationen. Sein haar und Bart sind weiß wie Schnee, aber es liegt trotzdem eine jugendliche aristokratische Spannung über allen seinen Bewegungen. Ich befragte ihn über die Stärkeverhältnissc und er antwortete:
Wir kämpfe:: liier gegen eine große Ucbcnnaäg. aber wir liobcu ims die Aufgabe gestellt, die R::ssen zurückzudrängen; hoffenttich: wird uns die Lösung dieser Ausgabe glücken. Aus jeden Fall bitte üb Sie. nur die Wahrheit von hier zn berichten. Anders wäre c3 vielleicktt diplomatischer, aber daraus luolleu wir uns nicht ernlassen Unsere Komnruniques sollen mich in Znkimst „llipp und llar" sein und ohne irgendwelche Unffchüvciife.
Wiener Stimmen über den Borschlag KrupenökiS.
Wien, 27. Okt. (WTD. Nichittrmkttchl) Die Blätter besprechen ironisch dcrs Angebot deS riissifcben Botschafters tt, Rom, Krupenski, betreffend die Freilassung der Kriegsgefangenen italienischer Nationalität. Sie äußern ihre Genugtuung über die korrekte und dabei elegante Art, mtt der der ttalienische Ministerpräsident Satan dra den Versuch Rußlands, die öffentliche Meinung Italiens aufzureizen, beantivortet lsabe. Die „Nerrc Freie Presse" sagt:
„Aus dem Vorkckilagc des Zaren werden di« unter seinem Zepter seufzenden Finländer, Polen und llkraiircr und die übrigen gequälten Bölkeffck«iften von selbst die sich ergebenden Folgerungen zu gelogener Zett ziehen. Der Zar scheint Rom mit Belgrad und Italien mtt Serbien zu verwechseln."
Die „Sonn-und Montagszeitung" schreibt:
„Saländra hat es offenbar mir aus höllichkeit unterlassen, Krupenski zil ffagen, wie er angesichts der Sperrung der Dardanellen und der Grsährdimg des baltisckvn Meeres durck» die dnitschc Fltotc die von der ruffischen Regierung sreizulassenden Kriegsgefangenen von Rußland nach Italien zu dringen gedenke." Aus der Forderung, daß Italien die Gefangenen bis znm Ende des lkrieges strenge beivachen solle, sei zn eirtnehinen, bat» die russische Regierung selbst ans dem Verhalten der italienischen Soldaten der Monarchie auf den Schlackchseldern die Ueberzengung geschöpft habe, sie würden sich bemühen, wieder in die Reihen ihrer Kamemden znrückzukehrcn.
Die Italiener vor Valona.
R om, 27. Okt. Das lleine italienische Geschwa- der, das vor Valona erschien, hatte den Auftrag, Valona und die albanische Küste vor einem Einfall jungtür- kischer Agitatoren zu schützen, die in Smyrna ein Expeditionskorps ausgerüstet haben, um nach Albanien zu fahren und hier die Kandidatur eines türkischen Prinzen und die Angliederung Albaniens an die Türkei durchzusetzcn. Daß Essad Pasckza mit im Komplott sei, stehe dahin. Die 5 italienischen Schiffe haben 50 Offiziere und 1500 Mann an Bord.
Tic russische Zwangshcrrfchast in Finnland.
Wien, 27. Okt. Die russische Zwangshcrrschast in Finnland gestaltet sich außerordentlich. Mit der größten Rücksichtslosigkeit beginnt man Rekrutierungen durchzuführen, erhebt aber trotzdem die Wchrsteuer mit aller Strenge. Die Befestigungsarbeiten in Finnland erregen in den skandinavischen Staaten ernste Beunruhigung. Die Spionenriecherci übersteigt alle Grenzen. In den verschiedensten Städten, namentlich aber in helsingfors, sind viele Personen unter den: Verdacht der Spionage und des Hochverrats verhaftet worden. Die finnländischcn Beamten werden fast durchweg entfernt und durch russische ersetzt. Eine Anzahl mißliebiger höherer Beamten, besonders eine Reihe von hosrichtern, sind nach Sibirien „beurlaubt" worden; andere wurden zu dringenden Konferenzen nach Petersburg berufen, wo man sie unter nichtigen Vorwänden festgehalten hat.
England »nd Norwegen.
Christi an ia, 27. Okt. (WM. Nichtamtlich.) Nach dem „Norges Handels- og Sjoefartstidcnde" hat Großbritannien die Ausfuhr von norwegische m W a l f: s ch- trcrn crus seinen siidafrika.nischen Kolonien noch Norwegen verboten. Da die norwegische:: Walfisch-zotationen zu zivei Drttteln auf englischem Gebiete liegen, nn:s,e der Erlaß; alarmierend wirken.
Ein dänischer Pafsagierdampfer von den Engländern angehalten.
Kopenhagen, 27. Okt. (WTB. Nichtanttlich.) Der dänische Pafsagierdampfer „Oskar II." ist aus der Reise


