Ausgabe 
28.10.1914
 
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O «n( und bc nun auch die Höffmmg berechtigt ist, daß

ie Nachrichten ans der Heimat uns regelmäßig erreich«, bis acte, den 18., hatte ich noch keinen Brief werden w ir's i»er wohl anshalten können. Die Bevölkerung hier soll «riaer zuverlässig sein als bei C., doch ist sie infolge des Strai- erichts, das seinerzeit Über Ochrics verhängt wurde, eingcschüch- rxt und yurücfhaltenb."

Auch ans diesem Schreiben >oie ans dem am Montag von uns Mkdergc ge denen Telegramm erhellt, was es mit den unsinnigen äertchtcn auf sich hatte, die ui der vorigem Woche über unsere hpldstürmer im Umlauf waren.

" Die Wahrheit ins Ausland! Ein neues H»ppelblalt der vom Deutschen Handclsta.y herant-gegebe- ; intNachrichten zur Aufklärung über Deutsch, and und den Krieg", das als Beilage zu Briefen an Grunde und Verwandte ins Ausland versandt iverden soll, ,1 erschienen und wird unentgeltlich in den Gietzener Buch­handlungen und im Lesesaal der Universitätsbibliothek ab­gegeben. Das Blatt enthält wertvolle Mitteilungen über die mmer wieder von neuem bewiesene wunderbare Einmütig- eit unseres Balles, über die Erfolge der rrriegsaiUeihc, über ne wichtigen in Brüssel entdeckten Aktenstücke über den Zrnch der belgischen Neutralität durch England und Frank­eich und dergl. mehr.

»» Angebote für lkrie^slieferungen. Bei >em Königlichen Kriegsmini ft erium gehe» täglich roße Mengen Angebote aus Lieferungen für die Militärver» rntltung ein, obgleich die Bengebmvg der Lieferungen an Gc- .'äten, (Geschirren, Wäsche nsw. für den Kasernen- und Laza- clthanshalt durch dos Kriegsministerium nicht erfolgt und wn diesem die Angebote iveitergogeben werden nrüfsen. Es iegt daher im Interesse der Firmen, besonders auch wenn, ine Berücksichtigung ln eiligen Fällen iil Frwge kommun oll, die Angebote nichtan das Kriegsministerium oder an das Generalkommando zu richten, son- ,«rn an die stellvertretende Intendantur oder zwvlkmästcger noch an die örtlichen Garnisonverivaltun- yen und Lazarette, wo die zu liefernden Gegenstände ge- i»nicht werden.

** Postnachrichten Me Beträge (in der Franken- vährung- der Po st an Weisungen an Kriegsgcfan- yene in Frankreich werden bei der Umschreibung in Bern nach dem für Postanweisungen aus der Schwerz nach Frankreich geltenden .E inz ahlnngsku r s e von 102 Fr. 100 Fr. umgerechnet, so daß eine Postanweisung aus Deutschland über J02 Fr. nach der Umschreibung icur noch ruf 100 Fr. lautet. Telegraphische Postanweisungen aus Deutschland für Kriegsgefangene in Frankreich werden von der Oberposlkontrolle in Bern zwar angenommen, sie >oerden aber als gewöhnliche Postanweismigen nach Frank­reich weitergcsanot, vorausgesetzt, daß der neue Bestim­mungsort angegeben ist.

*» Aus dem Bn r e an des S ta d tt he a tr r s schreibt man nnS: Um Mistverständnissen vorzubeugen, sei unter Hinweis auf das l-cutige Inserat auch an dieser Stelle darauf aufmerksam gemacht, dast dieses Jahr keine beson- deren Benachrichtigungen über Zuteilung der gewünschten Plätze au die einzelnen Abonnenten ergehen. Die gewünsch­ten Platze wurden sämtlich zugcteilt und können von jetzt ab täglich im Theaterbureau zwischen ll und 1 Uhr ab- gcholt werden. Bei der Eröffnungsvorstellung am kom­menden Sonntag gellen kleine Preise.

»»Eine Erleichterung der Briefbestellung. Das Postamt ist aus den Kreisen des Publikums veranlaßt worden, nach­stehend« Anreimug Mir Kenntnis zu bringen: Den Dank der Briefträger würden fick diefenigcn Besitzer und Bewohner mehrstöckiger Häuser verdienen, die sür sämtliche Geschosse Briefkasten in der Haustür oder im Hausflur an- bringen würden, wie es in vielen anderen Orten ziemlich all­gemein üblich und auch hier in manchen Gebäuden schon geschehen ist. Vom Einlegen von Briefen gibt dann der Briefträger den Empfängern durch die neben dem Kasten anznbriugendc Klingel­leitung tkrnnlnis. Derartige Einrichtungen dienen nicht nur zur Bequemlichkeit der Besteller, sondern auch wesentlich zur Be­schleunigung der Bestellung.

Kreis Schotten.

R n n I ft o ü, 28. Oft In Nr. 251 des .Gieß. Anz.» brachten wir eine Mikteillinq. wonach der Slrnnenivart Wilhelm Appcl im Lazareti gestorben lein sollte. Tie Meldung ist latsch u»8 be­ruht aut einer bedauerlichen Nachläsllgkclt einer Mitarbeiter-. Ter Toigesagte war, wie er un» mitteilt, verivundet, hofft ater bald wieder genesen z» sein.

LanSrvirtsckaft.

Rom, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich .) Das Interna­tionale Landwirtschaftsinstitut in Rom veröffent­licht folgende Ernteschätzungen in Tonnen: Rußland (zehn asiatische Gouvernements): Weizen 3300 000 (gleich 12,3 Prozent weiriger als im Vorjahre): Roggen 800 000 (gleich 3,l Prozent mehr): Hafer 1800 000 (gleich 9,4 Prozent weniger). Spanien: Mais 700 000 (gleich 14 Prozeiü mehrl: Reis 200000 (gleich 12,3 Prozent weniger^ Vereinigte Staaten: Mais 68 000 000 (gleich 9,4 Prozent mehr). Japan: Reis 6 100 000 (gleich 13 Pro- zcnt mehr-.

vermischte».

' Hum or i m Gefangenenlager. Unter den vor Wochen in Zerbst angekommenen verwundeten Franzosen be- ionb sich einer, der am rechten Bein verwundet mar und dem man im Felde, um das Bein verbinden zu können, das rechte .Hosenbein abgeselmitten hatte. Er kam also ohne das rechte Hosenbein mit verbundenem Wem hier an. bat hier im Lazarett des goldenen Löwen gelegen und sollte vor einigen Tagen als geheilt in das OKfangenenlagcr entlassen werden. Da fehlte ihm nun natürlich dos rechte Hosenbein sehr und ohne ein solches wollte und konnte man ihn doch auch mcht dinaustchicken. Wo ber- nehmen? Der Lazareügehilfe Esckhol; (Friienr -nt der Heide) schasste Rat und stellte ein altes Wimerbeinkleid zur Lstrsügang. AIS der sehr praktische und bei den Verwundeten auch beliebte Lazarett-Wärter Backemann diese Hose bekam, meintt er, man darf nickst so verschwenderisch sein, der Aiann braucht nur das rccküe Hosenbein, und wer weiß, wie wir das an dere noch prak­tisch verwenden können. Gesagt, getan Das rechte Holendem wurde abgeschnittrn und dem Franzosen an sein < einllcid ge» iiähi Mi: einem schwarzen und einem roten Hosenbeui zog mm der Franzmann in das Gcfangenriilager. AIS vorgeuern der L 1 aretvrärter Bachrmnn zufällig im 0lrian>raienIagei zu tun liatw. ries der Franzmann, aus das rechte Bein zeigend, Ichon von uxnther: Backmann! (das ch kann er nicht ausiprechcnl, E s ch 0 l z warm, und aus das linke Bein zeigend: France kalt! Der Frangose war lehr vergnügt dabei, und man kann ivobl annehmen, daß ihm das deutsche Winterbeinkleed des Herrn Cschholc weit besser gelallt, als seine dünne rranzö'i-che .'Needung.

» Ein Konslikt der Pflichte». Ein eigenartiger Kon- slikt ist zwischen den Bürgern von S ch w a b a ch »nd ilirem Bürger­meister Dümlcr ausqebrochcn. Dieser hatte sich bei Beginn des Krieges als Freiwilliger gemeldet, wurde auch angenommen und tut jetzt Dienst in Füttb. Er bat solches Gefallen am «oldatenleden gesunden, daß er an die Stadtverordneten den Antrag naitete, ihm weiter Urlaub zu geben. Die Stadtväter stellten üch aber aur den Standpunkt, daß sie ihren Bürgermeister für sich haben wollen. Ein städtisch er Beamter in so kwbcr Stellung sei für eine Stadt unabkömmlich, zumal Kriegsireiwillige in jungem Alter genügend vorhandeir seren. 'Die Schwadachcr haben ihrem Bürgermemer nun eine Frist gestellt, und wenn er bis dahin nicht zurückgekchrt tst, wollen sie gänzlich ans seine Dienste verzichten.

Märkte.

Ie. Frankfurt a. M. kchweineinaektbrrk chl vom 28. Okt. Au'getrieben waren 1452 Schweine. Vollfleischige Sckiweine von 80 bis 100 kg Lebendgeivicht 59.0062.00 Schlachtgewicht

6.0078.00Mk, vollfleischige Schweine unter 80 kg Lebendgewicht o 1 * .506.1,00 SDIf Schlachtgewicht 74.00 76.CO Ack.: vollsteijchige Schweine von 100120 k? Lebendgeivicht 60.0062.50 0!fr,

Schlachtgewicht 76.0078 Dlt. vollfleischige Schweine von 120 bis 150 k» Lebendgeivicht 603)163.50 Mk, Schlachtgeivickst <678ch0 Mk. Geschäft ziemlich rege.

Ie. Frautsurt a. M., 28. Okt. (Orig.-Telegr. de) .Niest. A»z.»> hlinlliche Notierung«» der heutig»,, Fruchtmarktvreil Weizen lh.estgerl Mk. 28.0)28.25. Kurgü-gcher Mk. 28.00 - 28.95» Weticrauer Mk. 00.00 - 00.00. Nomen (hicstgers Mk. 20.50-28.75. Gerste sWeiterauerl Mk. 21.00-24.00. Gerste. Franken, Blatt-r, Nied Pik. 23.0024.00. Vater Mk. 23.25-23.40, Mais Mk. 00.. 00.0-d,

Weizeimiehl 0 Ttf. 00.0-0 -00.00. Weizenmedl I Mk. 00 . Oe - 00 . 00 , Aeizcnmc st III Mk. 00 00 - 00.00. Rogqenmelil 0 Mk. 00.00 -00.00, RogqenmcKi 0,l Mk. 00.0000.00, Roggenmehl I M. -00.0000.-», Wcizenkleie Mk. 0.000.00. Keizenicholen Mk. 0.000.00, Noogen- lleie Mk. 00.00 - 00.00, Malzkcime Mk. 00.0 > 00.00, Biertreber 00.00 00.00, Futtergerste lök..09 00.00. 3lUe5 ver 100 kg ab hier.

le. Frautsurt a. M.. 28. Okt. (Orig.-Telei,r. des .Diestener dtiizcigerS".) ll a r t 0 t t e l n, a r k t. Man notierte: Kartoffeln

»1 Wag ons Mk. 6,50-7,00, im Kleinhandel Mk. 8,009,00 für je 100 kg.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffen tlichcr Wetterdienst, Gießen. Wettcrausiichicn in Hessen am Donnerslag, den 29. Okt. 1914; Trstb und regnerisch, »ii!0, südwestliche 'Winde.

Letzte Nachrichten.

Von der Entschkidunffsschlacht im Westen.

(WTB.) Berlin. 28. Okt. (Nichtamtlich.) Während dcr gestern ausgegebene offizielle cngliichc Bericht über die Lage zivisckien Nienport und Bvcrn sagt, dic Allücnen s eien im Bc- grisse zu gewinnen, Heist es in einer über Stocklwlm eingegangeiren Meldung der ^.Nationalzeirung^': Die Deut­sche» machen die energischsten Versnckie, niisere Front zu durch- breckc» und haben in der Gegend von La Bafföe Terrain ge­wonnen.

WTB. Berlin. 28. Okt. (Nichtamtlich.) Die Mailänder Gazette dcl Povolo" meldet ans Nicnvor!: Dic mörderische Schlacht der letzten Tage in dem belgischen Gebiet bringt nicht einmal nachts einen Augenblick deS Massen st in­stand e s. Vom Meere herüber tönt das Brausen, die Schisse schleudern Granatrezen auf die Küste, während die Scheinwerfer mit Beharrlichkeit ihr hundertstrahliges Lichtauge dorthin werfen, wo sie die deutschen Batterien vennutcn. Das schreckliche Kanonen- duell dauert Tag 1111 b Nacht zu Lande und zur See an. Die deut­schen Truppen haben Verstärkungen aus Belgien erhalten: man sagt, daß in Dünkirchen unausgesetzt an den Bejestigungcn ge- aicheitet wird.

WTB. London, 27. Okt. (Nichtamtlich.) DicDaily Mail" meldet aus .Havre: Die Verluste der Belgier betragen in den nenn Tagen, wo in diesem Gebiete gekämpft wird, 10 000 Tote und Verwundete.

Aus dem eroberten Belgien.

Berlin, 28. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Von der Tätigkeit der deutschen Verwaltung in Belgien bringen verschiedene Blätter Mitteilnngrn. In nreineren Städten der Gegend von Luik fehlt es an Brot und Kartoffeln. In H e r st a l, einem Orte von 22 000 Einwohnern, werden täglich 14000 Portionen Suppe ausgeteilt.

Flucht aus Calais.

Folkestoue. 27. Okt. (WTB. Mchtamtl-ich) (Reuter.) Der DampferQueen" ist mit 2500 Franzosen h-ier eingetroffen. Es sind Männer, Frauen uicd Kinder, meistens Bauern aus der Umgegend von Calais, die an Bord des Lldmiral Ganteume" von Calais nach Havre befahren Maren. DerAdmiral Ganteume^^ stieß in der-hr von Boiilognc auf eine Mine. Au Boü> brach eilte Panik ans und 30 Passagiere ertranken, als sie an Bord der ,,Queen" gebracht werden sollten.

Rückkehr dmtfchrr Zivilgcfaugencr aus Frankreich.

(WTB.) Berlin, 28. Okt. (Nichtamtlich.) Dem Zeu- tralausschus; des Roten Kreuzes hat, loie derBoss. Zeitung^' aus Karlsruhe mitgeteilt wird, der Reichs­kanzler bekannt gegeben, daß. etn« 20000 deutsche Reichsangehörige, meist Frauen und .Kinder, aber auch Männer unter 17 und über 45 Jahren, die in Frankreich als Zivilgesangene sestgehalten wurden, die Rückwände- rungserlaubnis erhalten haben und deinnächft in einer badischen Grenzstadt einlreffen würden.

Die bayerischen Waffentatcn.

München, 27. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die Korre­spondenz Hoffmann teilt mit: Der Kaiser hat, veranlaßt durch die hervorragenden Wasfentaten der bayerischen Trup­pen im großen Kamps um Deutschlands Zutunft und Ehre, dem Könige mit einem .Handschreiben das Eiserne Kreuz erster und zweiter Klasse übersandt.

Urlaub für die .Helden aus deutschen Schützengräben.

i. Köln, 28. Okt. DieKöln. Ztg." meldet aus Berlin: Die durch den langen 2llisen!holt in Schützengräben und die dabei ausgesdandenen Entbehrungen hesoiwers nrftgenommeneii Maimschaslen erhalten einen Erholungsurlaub von 5 oder 6 Tagen Daher sieht man bereits viele nnvenmindete Krieger im Schmucke des Eisernrn Kreuzes in der Heimat weiten.

Die Rückkehr deutscher Reservisten aus dem Ausland.

(WTB.) Berlin, 28. Okt Nichtamtlich) Die eng- lische Admiralität hat verschiedenen Blättern zufolge der englischen Flotte Befehl gegeben, deutsche und öster­reichische Reservisten, dic auf neutralen Schiffen nach neutralen Häfen unterwegs sind, nicht mehr gefangen zu nehmen. Dieser Schritt ist mtt Mcksicht auf die Empfindlichkeit der neutralen Staaten ge­schehen, wie der MailänderCorriere della Sera" erfährt. Der Militarkritiker der ,, 4 .imes" schreibt, daß der Zuzug von deutsckfen Reservisten aus den Ueberseeländern eine neue Gefahr bedeute. Dasselbe Thema behandeltMorningpostz', darin audcutend, daß die Londoner Erklärungen von dem Parlament nicht bestätigt tvorden seien. Es würde Englands Schade sein, lvcnn eine Million Reservisten aus Nord- und Südmnerika Deutschland erreichen köimten.

Reichstagsermtzwahl.

Heidelberg, 27. Okt. (WTB. (Nichtamtlich) Bei der heutigen Reichs tagsers aywahl im 12. Reichstags- wablkreis (HeideLberg-Eberbach - wurde Landgerichtsdirektor Dr. Obkircher (natlib.) bei schwacher BeterÜgung mit4438 Stimmen gewählt.

Gegen Teuerung und Arbestsmangrl.

Berlin, 28. Okt. lWTB. Nichtamüich.) Tie deutsch­österreichische Sozialdemokratie ist in eine Aktion getreten, die ruf) gegen die Teuerung und gegen die Arbeits- losigkeit richtet. Ter Minister Präsiden: tn Wien har laut Vorwärts" einem Ausschuß der Abgeordneten xrllätt, daß eine

Reihe von Maßnahmen sowohl in bezug aus die LrbenSimttelpvlftrk als auch inbezug auf die Arbcilsbeschafftmg in Angriff geiwivmcn seien.

Der neue Fürstbischof mm Breslau.

Breslau. 27. Okt. (Mchtamtlich) Der neue Fürst­bischof der Diözese Breslau, Dr. Adolf Bertram, hielt heute nachmittag seinen Enrzng in die alte Bifchossstadt. Er icmrde am Hanptdahnhos von den Spitzelt der Behörden, den Vertretern des katholischen Adels und einem Ausschuß, der aus angesehenen Laien mrr Lradt bestmid, empfangen und begrüßt. Bo» der Dontbrücke bis zur Kathedrale hatten die katlwlischen hölrcrcn Lehranstalten, die katholischerc Bereine und Accheitervereine mit ihren Falmett Aussveiffmg genom­men. Unter Borantritt der isterstlichkeil zog der neue Fürst­bischof i» die Trmikirche ein. Am Portal erwarteten das Domkapitel und die Professoren der kallwlisckr-theologischcir Fakultät den Bischof. Nach dcr Feier wurde der Fürstbischof in einer Prozession in das bischösliche Palais geleitet. Auf besonderen Wunsch des Fürstbischoss war von einem beson­deren große» Empfang und von einer ÄuSschmüctwig der Straßen Llbstand genommen mvrden.

Nachrichten vonGöbrn" >mdBreslau".

iKöln. 28 Okt DicKöln. Ztg." meldet auS Koveubagend

Aus London wird lwricktet: Die ikrenzcrGäben" und ,,Dres- l a u", die Deutschland kurz nach dem Ausbruche des Krieges an die Türkei verkauffr. sind nach einem Ausflnae in das Schwarze Meer jetzt eiligst in den Bosporus zunlckgekchrl. Der englische und der russische Botschafter in Kviistairliiwpel benachrichttgteir die Pforte, sie bettackücten den Verkauf der beiden K re u - zer nicht als rechtsgültig. £ie beiden Schifte rvürden angegriffen werden, sobald sie her a u s kämen. (Drcselbc löbluiw Absicht hatte man seinerzeit auch bet Massrna. Dic Rcd. des G. !Ar) 'Der russische Botschafter erklärte ferner, die Beivcguiig der russischm Flotte im Bosporus se» nur aus di« Taffackre zurückzuführen, daß die beiden Kreuz« sich mißcrhalb der türkffchen Gcwass« zeigten.

Gute wirtichaftiiche Berhültnissc in Oesterreich.

(WTB.) Wien, 27. Okt. (Nichtamtlich.) Ein Sonderabdruck

des Anttsblattcs der Stadt Wien biffpricht m ememJ>n Wien während des .Krieges" betitelten Flugblatt dre günstige Ltnmahme des vorangegaugeuen g l e i ch a r t r g e » Flugblattes und be­merkt. daß nur die Stadtvenvaltimg von Gcnt die Verlmeitimg der darin enthaltenen Nackuichttnweiien strikter Wahrung der Neuttalität" ablchncn zu ntüssen geglaubt lgit. 2!us dem weiteren Inhalt sei urltgeteilt: Im Monat September sind die Ste»erein- gäiige mir 5,8 Milk, aus l l,9 Mllinnen gestiegen. Dre Sparein­lagen betrugen der den Dinier Sparkassen Ende Selstember 1914 38 Äiillioiinl Kronen mehr als am Ende des vorigen IahieS. °T»c Kriegsdarlehnskafse und die Kricgskreditbank sorgen für dos ge­steigerte Kreditbedürfnis der Geschäftswelt. Das Arbefts- und Dienstvermittelungsamt »ermittelte für die erst« Hälstt des Oktober 9219 Personen Arbeit oder Verdienst. Für Handwerker und Ar­beiter ist genug Llrbeitsgelegenheit vvrlianden, die Lcbeiisniittel- vn'sorgung ist vollkommen ausreichend. Tie (Yesundbeitsverbältniffe sind sehr günstig, bei der einheimischen Bevöllerimg ist kein Clwlcra- sall vorgekommnr. Tie Stimmung der Bevöllerung ist voll Zuver­sicht, aus den Straüni herrscht reger Verkehr. Die Theater find sämtlich wieder geössnet.

. Rusfifche Aussichten.

Berlin, 28. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Zu den tefn den österreichisch-un gariscknm Truppen der Jvangvrod erruugenm Er­folgen schreibt dieKrrn z z ei tu n g": Das mrmschövstiche Meit- schenreservoir Rußlands, womit unsere Feinde mis schrecken möch­ten, gestattet ja den Russen, noch eine Unmenge von Menschen; aut die Schlackffelder zu schicken, Gott sei dank aber nicht eine Unmenge Soldaten, ffirben dem nach Aussagen von Ge­fangenen immer empfindlicher tverdenden Mangel an Offizieren fehlt es an Kriegsmaterial jeder Art. Was Rußland noch in die Linie zu führen hat, das ist mit den bisher ins Feld gcschicktenl Truppen in keiner Weise zu vergleichen.

Französische Spione aufgehoben.

(WTB.) Berlin, 28. Okt. In Basck wurde ein sran« zösisches Spionagebureau aufgehvben, das Nachrichten üb« Trup­penbewegungen im Ober-Elsaß nack) Bellort weiter gab.

England und die amerikanisthr Pctwlenmindustrie.

i. Köln, 23. Okt. Tie Köln. Ztg. meldet ans Kiel: Die Standard Oil Company in New Bork hat nach nordischen Blättern die Mitteilung verbreitet, daß die Ladung der drei von England beschlagnahmten Tankdamvser Leuchtöl eittbalten habe und für sehr angesehene Häuser in neuttalen Häfen bestimmt geweseir sei. Tie Verschiffung sei in keiner Weise ungewöhnlich gewesen. Wenn solche Ladungen beschlagnahmt würden, würde ernsteFol- gen für di ePetroleumiudustric dcr BereurrgtenStaaten nicht ansbleiben können.

Die Haltung Bulgariens und der Türkei.

(WTB. Nichtamtlick,.) Sofia, 27. Okt. Ein Teil der russisckren Preffe hat eine Information veröffentlicht, oev zufolge das jungtürkische Komitee von der bulgarischen Ge- salidtschaft in ^onslaittinopel offiziell davon m Kenntnis gesetzt worden wäre, daß, im Falle der russisckrc Feldzug in Galizien zu einem glücklichen Ende kommen wurde, das Ka­binett Radoslawow seinen Platz einem russophileti Kabinett unter Malirww räumen wurde. Dic bulgariscl-e Gesandt­schaft hätte daraustftn der Pforte geraten, ihre Politik Ruß­land gegennder zu ändern, um nicht auf dem Balkan iso­liert zu bleiben. DieAgence Bulgare" ist zu der Er­klärung crnrächti-gl, daß diese Nachricht in allen Punk­ten erfunden ist.

Dom Kalimarft.

(WTB.) Berlin, 27. Okt. (NichtaMttich.) Nach dem der GesellschafterversamMlung des Kalistzndikats erstatteten Ge­schäftsbericht sind vom 1. August bis zum 15. Oktober 1913 zu­sammen 12 404 000 Doppelzentner Kalisalze abgesetzt worden. In der gleichen Zeit des Jahres 1914 l>etrug d« Absatz 4 00 ! 000 Doppelzentner, so daß sich gegen das Vorjahr infolge des Krrcges ein Wsatzrückgang von 8 400 000 Dovvclzentncrn ergab. Der Rückgang ist besonders im August wegen Wagenmangels cuigetreten. Der September brachte bereits wieder 45 Prozenc oes Sevtemberabsotzes 1913, für den Monat Oktober wcDcn etwa 50 Prozent des gleichen Monats des Jahres 1913 erwartet. Dem Werte nach beträgt der Absatzrückgang in den erster neun Monaten 1914 16 91X1000 Mark. Es ist zu hoffen, daß die dentt'che Landwirtschaft und diejenige der benachbancn neu- ttalen Länder im Novemb« und Dezember die D ü n g u n g d e r - jenigen Aecker nachholt, welche bisher wegen Wagcn- mangcls nicht gedüngt werdeit konnten. Nach feindlichen Staaten werden Kalisalz« weder direkt noch indirekt geliefert. Das U c ber- s e e g « s ch ü s t, das in der ersten Zeit noch dem Kriei^aiisbruch fast völlig uMerbrochen war, hat sich in letzter Zeck erlrenlicherweise wieder belebt.

Erdbeben in Italien. eo om 27 Okt (WTB. NichtamÜich) T-epeschen aus Florenz, ftfta Jvvrno Pisa. Lucca und Mas so berichten über cm E r d- b e n das am 20. Oktober vormittags Aufregung unter d« Bc- kerung hcrvorrief, aber keinen Schaden verursachte. Nur aus -ca und Massa werden leichtere Be,ä>üdigiingen gemeldet. Mail spürie de» Erdswß auch aus der Insel Elha. in Bologna rcdig, Turin, Genua, Mailand, Ancona, Forlt, Cascna, Faenca > Verona. Irgend ein Schaden ist nicht augcrichtel wyrdeic.