Ausgabe 
26.10.1914
 
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begannen um 6 Uhr abends und dauerten bis 7 Uhr. Ober­halb Beuniepesin (Berner Jura) ist starke Brandröte wahr­nehmbar. Zwei französische Fesselballons sind bei Rechesy und Dainmcrkirch zu bemerken. Ein deutscher Ballon be­herrscht die Gegend Non Fcrrette. Die Franzosen haben die Räumung von Scvt angeordnct. Eine wichtige Aktion ist in der Gegend von Sevt bis Bisel und Feldbach zu erwarten. Französische Kavallerie- und Jnfanteriepatrouillen ver­kehren fortwährend zwischen Rechesy und Moos. Eine Taube überflog gestern zwischen V- und 3 / 4 3 Uhr nachmittags Bel- sort, wurde stark beschossen und mutzte sich zurückziehen.

Frauzöfische Kriegsführung.

Straßburg t. Elf., 24. Okt. (WTB. MchtanÄich.) Mus Schlierbach im Kreise Mülhausen berichtet die Stratzbirrger Post": Am 10. August wurde der hiesige Förster West und seine Haushälterin von den Fran­zosen gefangen genommen und nach Belsvrt gebracht, weil West angeblich deutsche Vorposten in sein Haus aufnahm, die von hier aus eine französische Patrouille beschossen. Wie durch eine aus französsichcr Gefangenschaft entlassene Frau bekannt wird, wurde die Haushälterin erschos­sen und West zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

296 868 Gefangene!

B e r l i rt, 25. Okt. (WTB.) Bis zum 21. Oktober waren in deutschen Kriegsgefangenenlagern unter- gebracht: Franzosen 2472 Offiziere, 146897 Mann; Russen: 2164 Offiziere, 104524 Mann; Belgier: 547 Offiziere, 31378 Mann; Engländer: 218 Offiziere, 8669 Mann. Darunter sind 6 französische und 18 russische Generale (einschließlich 2 kommandierenden Generalen) und 3 belgische Generale. Alles in allem also bis zum 21. Oktober 296 869 .Gefangene.

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Die österreichisch-russischen Kämpfe.

MTV.) Wien, 25. Okt. Amtlich wird verlautbart: 25. Okt. mittags. Auf dem nordöstlichen Kriegsschauplatz stehen nunmehr unsere Armeen und starke deutsche Kräfte in einer fast un- uuteiLroctwnen Front, die sich von der: Nordabsällen der östlichen Karpathen über Stary Sambor, das östliche Vorgelände der Festung Przemysl, den unteren San und das volnische Weichsclland bis in die Gegend von Plozk erstreckt. Im Kampfe gegen die Hauptmacht der Russen wurden auch ihre kaukasischen, sibirischen und turkesta- nischen Truppen heraugesührt. Unsere Offensive über die Karpathen hat starke feindliche Kräfte auf sich gezogen. In Mittelgalizien, wo beide Gegner bescstigte Stellungen inne haben, steht die Schlacht im allgemeinen. Südöstlich Przcmysl und am unteren San errangen unsere Truppen auch in den letzten Tagen mehrfache Erfolge. In Russisch-Polen wurden beiderseits starke Kräfte eingesetzt, die seit gestern südwestlich der Wcichscl- strecke Jwaiigorod-Warschau kämpfen.

Der stellvertretende Chef des Generalstabs: v. Hofer, Generalmajor.

Eine wirkungslose Kundgebung des Zaren.

Petersburg, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kaiser hat dem Generalissimus die Insignien des St. GeorgSordens 3. Klasse verliehen wegen seiner tapferen Energie und unerschütterlichen Festigkeit, die den russischen Waffen neuen Ruhm gebracht hätten.

(Wo aber sind die Erfolge geblieben? D. Red.)

Deutsche Luftschiffe über Warschau.

Mailand, 25.Okt. Nach einer Meldung desCor- riere della Sera" find die Deutschen bis 12 Kilometer vor Warschau vorgedrungen. Täglich überfliegen deutsche Lusb- schisfe und Flugzeuge die Stadt. Eines Morgens erschien ein Zeppelin über der Stadt und warf mehrere Bomben her­ab, ohne datz aber wesentlicher Schaden angerichtet wurde .

Eine vergebliche russische Anbiederung au Italien.

Rom, 24. Okt. (WTW. Nichtamtlich.) Di«Agrnzäa Stefaiii" meldet: Gestern abend um 10 Uhr begab sich der russische Botschafter Kr u pe n s ki auf die Evnsulta. um dem Miiristerpräsidonten Salandra namens seiner Regierung eine Mitteilung zu machen, die ihm telegraphisch von Peters­burg zugcgangen war. Diese lautet: In dein Bestreben, Italien einen Beweis der hohen Sympathie zu geben, geruhte der Kaiser von Rußland, den Auftrag zu geben, vorzuschlagen, datz alle österreichischen Ge- sangencn italienischer Nationalität freige­lassen würden, wenn die italienische Regierung sich ver­pflichte, sie während der gesamten Dauer des Krieges zu bewachen, damit sie sich nicht zu den ösberreichisch-nngari- schcn Heeren zurüclbcgeben könnten.

Salandra antwortete, daß er die sympathischen Ab­sichten des Kaisers von Rußland hoch schätze. Er machte aber dabei den Botschafter darauf aufmerksam, daß gemäß dem öffentlichen Rechte Italiens jeder Italiener und Fremde, der auf italienischem Boden ankomme und der kein Verbrechen begangen habe, frei sei und daß seine Freiheit in keiner Weise geschmälert werden könne. Daher sehe er nicht, wie Italien die Verpflichtung eingehen könne, natürlich, um sie zu halten, die von Rußland freigelaffenen Gefangenen zu überwachen und sie am lleberschreiten irgendeiner Grenze zu verhindern. Salandra behielt sich auf jeden Fall auch in Anbetracht der von Italien zu beobachtenden Pflichten der Neutralität vor, diese Rechte und Fragen eingehend zu prüfen, die möglicherweise sich daraus ergeben könnten.

Generalleutnant v. Liebert Gouverneur von Lodz.

Berlin, 25. Okt. (Ctr. Bin.) Wie dieTägl. Rund­schau" erfährt, ist der bekannte politische Schriftsteller Ge­neralleutnant v.Liebert zum Gouverneur von Lodz er­nannt worden.

Ein britisches Torpedoboot auf Grund geraten.

L o n d o n, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die .Limes" meldet: Das britische TorpedobootDryaden" ist an der Nordkiistc von Schottland auf Grund gelaufen. Die Mann­schaft gerettet.

Die Wcstminstcrabtei versichert!

London, 25. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach einer Meldung desDaily Telegraph" ist die Wc stmin her­ab t ei fiir 150 000 Pftund gegen eine Beschädigung durch Luftschiffe bei Lloyds versichert worden.

Eine neue Auszcichnnng de» Führers vonU 9".

(WTB.) Berlin, 25. Okt. (Nichtamtlich.) Wie wir hören, hat der Kaiser dem Kapitänleutncmt Otto Weddi- g e n den Orden ?our le msrita verliehen.

Ans Aegypten.

Konstantinopel, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Nach authentischen Nachrichten aus informierten Kreisen Stambuls ließen die Engländer in den letzten Tagen zahl­reiche englische und kanadische Truppen nach Aegypten kom­men. Aus beiden Usern des Suezkanals sind allein 14 000 Mann zusammengezogen. Bon den indischen Truppen, die unlängst nach Aegypten befördert wurden,

wurde der größere Teil als wenig zuverlässig wieder z u r ü ck- gezogen. Nur ungefähr 1000 Mann blieben dort. Die Zu- sammcnzichung englischer Truppen in Aegypten wird als eine Verletzung der Neutralität angesehen und hier lebhaft besprochen. Man verweist darauf, datz die Zustim- niung der Pforte, die für den Abschluß jeder Anleihe ein- zuholen ist, bezüglich der Anleihe von fünf Millionen Pfund für landwirtschaftliche Zwecke in Aegypten nicht eingeholt wurde. Diese Unterlassung wird gleichfalls als eine Verletz­ung des ägyptischen Status kritisiert.

Ans Portugal.

Lyon, 24. Okt. (WTB. Nichtamtlich,.) DasJournal" meldet aus Lissabon: Jir der Nacht vom 20. zum 21. Okt. fanden an verschiedenen Stellen Portugals monarchi­stische Unrichen statt. Lissabon war einige Stunden infolge zerschnittener Telegiraphendrahte und zerstörter Eisenbahnlinien von Nordportugal abgeschnitten.

In Mafra beschlagnalynte ein lvegen seiner mon­archischen Gesinnung bekannter Offizier mit etwa 100 Zivi­listen die Waffenvorräte in der Militärschule urcd versuchte, die Soldaten zum Aufstand zu bewegen.

Von Lissabon sind Truppen nach Mafra gesandt worden. In Santa row wurde die Eisenbahnlinie zerstört, so daß ein Zug entgleiste. In Br aga ist ein ähnlicher Versuch mißlungen. Mehrere Verhaftungen sind vorgenommen worden.

Umgsbriese au§ dem Gsien.

Von unserem zum Ostheerc entsandten Kriegsberichterstatter (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.) Kaiserin-Geburtstag an der Grenze.

Marggrabowa, 22. Okt.

Die Fenster der Kirche zu Marggrabowa Wersen gelbe Licht- viercckc auf den kleinen Hügel und die Anlagen. Der Wind streicht über die kahlen Zweige der alten Lindenbäume.

Es geht ein kurzer Weg von dein Markt zu der höher liegenden Kirche, die den Mittelpunkt des riesengroßen Platzes bildet, der Weg ist voll von Menschen, die sich langsam in das geösstrcte Portal schieben. Ehe noch die letzten Versäumten das Tor erreicht haben, setzt drinnen die Orgel ein. Es ist wie Weihnachten, ich habe kein anderes Gefühl, ich erwart« scst, daß ein Weihnachtslied über den Platz schlägt.

Es ist Festgottesdienst für den Geburtstag der LandeSmuttcr. Drinnen sitzen Soldaten und Bürger, alle Chargen und der Rest der Einwohner, die in der Stadt geblieben sind. Das Licht fällt über schwere Gesichter und flimmert seltsam in den Säbelgrissen und fängt sich in dem schweren blonden Haar von ein paar jungen Mädchen, die vor sich hin weinen.

Der Kirchengcsang schlägt hell und fast hart zur Decke. Dann wird es sehr still, so still, daß man das Atnccn hört, als der Pfarrer sagt: Wir wollen beten. ©4 gehen Ewigkeiten vorüber...

Als ich die Kirche verlasse, klingt der Donner der neuen, schweren russischen Geschütze herüber, die sie in Grodno in Position gebracht haben. Gestern haben sie die ersten Granaten aus den ncächtigen Rohren aus unsere Stellungen verschossen.

Am Abend glänzen aus dein Tisch des Korpsstabes kunstvolle Wachslichtcransbauten. Jetzt riecht es sogar nach Weihncrchtm, als man hier den Geburtstag der Lcmdcsnuitter feiert. Ten Salut zu der Gcburtstagsrede fercern wieder pünktlich die Geschütze, die nur ein paar Kilometer weiter neun Dörfer ausilaminen lasse».

Von der kleinen Terrasse des Hotels sehe ich die vielen Rote- Kreuz-Fahncn der Berbandswagen im Nachtwindc wehen und das scheint mir zu dieser Geburtstagsfeier zcc gehören: Das Wehen der Fahnen mit dein Roten Kreuz auf weißem Grunde.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Arir Stadt und Lan-.

Gießen, 26. Oktober 1914.

A«f dem Felde der Ehre gefallen.

(Aus Hessen und den Nachbargebieten.)

Lt. d. Res. Diplom-Jngenienr Karl Schmitz, Res.-Jnf.- Regt. 168, in Gießen. Kanonier Hermann Hinterlang, Feld-Art.-Rcgt. 25, aus Klein-Linden. Einj.-Freiw. Unterofs. Karl Mörschel, Inf-Regt. 116, aus Crumstadt. Res.-Gefr. Karl Selig mann, Jnf.-Regt. 115, in Darmstadt. Res. Ph. Pra, Jnf.-Regt. 115, aus Rohrbach. Landwehrm. August Frank, Jnf.-Regt. 80, in Wiesluidcn. Einj.-Freiw. stich, jur. Balth. Sieben, Jnf.-Regt. 132, aus Cbersheim. Oberjägrr dldolf Svamer, 2. bayr. Jägerbat., in Ruppertsburg. Gesr. Fritz Schneider, Jnf.-Regt. 88, aus Reiskirchen (Kr. Wetzlar). Lt. ii. Adjutant Bötaz Baue, 2. bad. Gren.-Regt., aus Lin- densels i. O. Res. Moritz Adolf Rech, Jnf.-Regt. 81, aus Nanzenbach. Gesr. d. Res. Lehrer Karl Nob. Franz, Jnf.- Regt. 168, aics Ossenbach-Bürgcl. Res. Johannes Maul, Jnf.-Regt. 168, aiis Osfenbach a. M. Einj.-Gefr. Georg Maehler, Jnf.-Regt. 168, aus Osfenbach a. M. Landwehrm. Jakob Büchner, Brigade-Ersatzbat. 41, in Mainz, Gardefüs. Jakob Werncrsbach, Jnf.-Regt. 115, aus Dittelsheim. Lt. d. Res. Dipl.-Jng. Wrlh. Oppermann, Jnf.-Regt. 98, aus Darmstadt.

** Nit ter des Eisernen Kreuzes. Chefarzt des Res.-Feld-Lazaretts Stabsarzt Dr. Kbe w itz aus Gießen. Leutnant Braß vom Jnf.-Regt. 88 aus Wetzlar. Lentn. (Lyzeaktehrer) Karl H e y m a ch vom Res-Jnf.-Regt. 81 aus Wetzlar. Off.-Ste.Kv. Wölf Waldschmidt vom Res.-Jnf.- Regt. 81 ans Wetzlar. Feldw d. R. im Jnf.-Regt. 116 Louis Mülker aus Friedberg (nachträglich als tot ge­meldet). Otto Falck, Leutn. d. R. im Jnf.-Regt. 66, aus Friedberg. Kapitänlt. Dr. Arthur Müller, sttiher Apo­theker im Städt. Krankenhaus zu Darmstädt. Leutn. Karl Weitzel, Feldflieger-Abt. 39. Btzwfeldw. Wilhelm Klee im Lcibg.-Inf-Ragt. 115, komm, zum Res.-Rogt. 116. Vom 25. Res.-Feldart.-Begt. erhielten das Eiserne Kreuz: Major Wa n ge m a nn, Komm, der 2. Abt., Hanptm. Krug von Nidda, Komm, der 1. Wt., Hanptni. v. Gilsa, Batt-» sichrer der 1. Batt., Häuptm. Fahr. v. Hirschbcrg, Bcrtt.- Führer der 5. Batt., Hauptni. Hantel, Batt.-Mchrer der 4. Batt., Hanptni. Gep pert, Batt-Führer der 6. Batt. Oberlt. Fresenius, Adj. der 2. Abt., Oberlt. v. Kl ein- schmit, Regts.-'SLq., Oberlt. v. Moritz, bei der 3. Batt. (aktiv 25), Oberlt. Ple ße r, bei der 6. Batt. (Res.), Oberlt. Msrod Dauber, Wch der K lWt. (Res.), Lentn. Böte- führ, 1. Batt. (Res.), Lentn. Engels, Ordonnanzoffizier (Res.), Leutn. Sol tau, 1. Batt. (Reserveoff.-Asp.). Rad­fahrer der 8. Komp. Jnf.-Rgts. 116 Karl S ch ö n b or n von Sinn. Leutn. d. R. Sonnenschein, Assistenzarzt d. R. Dr. Willy Schmidt (Freiburg i. B.). Hermann Fran­ken, Fähnrich der 8. Heldkomp. 21. Pmn.-Bat. Haupttir d. Res. Führer der Fesk-Masch.-Gewchr-Wit. beim Res.-Gvv nadier-Regt. 12. Postinspektor Bivndino in Bingen. Oberlt. Adjutant D u r st von Arnsheini. Uffz. Gustav M a r- t i n von Arnsheim. Fahnenjunker Fresenius ans Worms, der gleichzettig zum Leutnant befördert imirde. Leutn. Ritter, Regts.-Adj. im Jnf.-Regt. 118. General v. Behr (1. Kl.), früher Regts.-Komm. d. Jnf.-Regt. 118. Uffz. Joh. Deboben von Dittelsheiin, Jnf.-Regt. 168. Gustav Schäfer aus Worms, Leutn. d. R. im Res.-Inf.» Regt. 80. Otto Müller, Frankfurt a. M., Oberstabsarzt im Jnf.-Regt. 81. Chefarzt d. Feldlazaretts 3 Dr. Friedr. Osann, Frankfurt«. M, Obcrstarbsarzt im Feldart.-Regt.

63Frankfurt". Chefarzt d. Feldlazaretts 4 Dr. 'Paul Dan- N e h l, Frankfurt a. M. Oberpostinspektor K a l b e r s b e r-g, zurzeit Fcldpostnieister beim Kaiserlichen Feldpostamt des 15. Armeekorps. Willi Linkenbach aus Wiesbaden, vom Jnf.-Regt. 87. Feldfliegerleutn. Hans Hesse im 12. Flie­gerkorps. Feldberciiiiginigs-Kommissar KreiSamtmann Dr. I a n n, Oberlt. d. Rj., zuletzt bei der Dclagerungsarmee von Antwerpen (Maschinengem.-Wt.). RcgierungScat Probst von Friedberg. Ragierungsasseffor Ernst Papst, Lcun,. d. R. im Jnf.-Regt. 115 (und die Hess. Tapfcrkeitsmedaille). Oberlt. d. R. Heidt«Schafhof, Bizesekdw. Helw-ig Haust und Landbriesträger Reiß in Ziegenhain. Sergt. Zipp von Niedershausen beim Ülanew-Regt. 6. Lenin. Stein aus EhriiigShausen beim Feldart.-Regt. 27. Beterinärarzt Dr. Claus aus Wetzlar beim Fnßart.-Regt. 3. Laicdwehrm. Heinrich Eysc aus Wctzlar beim Res.-Jnf.-Noyt. 8l. Iürl B e r k c n h o f f aus Aßlar, Teleirvaphist beim 18. Reserve- Armeekorps. Must. Georg Weber aus Tutenhosen beim Jnf.-Regt. 168. Usfz. d. N. Otto Fischer aus Selters bei Ortenbcrg (unter gleichzeitiger Beförderung znin Vizefeih. mcbcl). Leutn. d. R. Leo Zuge ho er, friiher Gerichtsass. in Dillenburg. Gerichtsasß Eduard Hain er, Oberlt. im 20. Bayr. Jnß-Ncgt., in Hungen. Prinz Diether zu Isen­burg und Büdingen, Hanptm. im Königin-Augufta- Gardc-Gren.-Regt. 4. Oberarzt Dr. Ldg. Stemm, Leutn. Friedrich Knas aus Büdiiugen. Bizeseldw. Peter Funck, Jnf.-Regt. 118. Wachtmeister Heinrich Neuling, Art.- Regt. 61. Kanonier Heinrich Däsch, Art.-Regt. 25, aus Harpershausen. Stabsarzt in der 2 . Bayer. Drainabt. Dr. Karl Grösch, Osfenbach. Oberlt. und Regnncnts-Adj. im 8. Fußart.-Regt, in Metz Richard Mittermaier, Osfen­bach. Oberlehrer Dr. Manns aus Marburg.

** Sämtliche Söhne eines GießenerS In­haber des Eisernen Kreuzes. Die drei Söhne des Geh. Kricgsgcrichtsrats Fritz Wolf, Feldzugsteilnehmers von 1870/71, Inhaber des Militärverdienstkrcuzcs, zuletzt im KricgSmiilisterium zu Berlin tätig, und zwar Haupt­mann W o l f, Kompagniechef 9/116, Kriegsgerichts­rat Wolf, z. Zk. bei der 5. Kavallericdivision und Leut­nant Wolf, Ordonnanzoffizier beim Stabe 116, erhielten das E i s e r n e K r c u z.

** Für unsere tapferen Soldaten! Eine An­leitung zur Herstellung gestrickter Bekleidungs­stücke siir unsere Soldaten ist soeben in H. Thünnnlers Ver­lag in Chemnitz erschienen und durch alle Buchhandlungen zu beziehen. Das kleine Schriftchen kostet nur 10 Pfennig und unterrichtet die Frauen über das Stricken von Kops- schützern, Fanstk)andsckMhen, Kniewärniern, Leibbinden, Pulswärmern und anderen von unseren im Felde steheiLen Soldaten so gut zu gebrauck-enden Bekieidiuigssttickcn. Ein Teil des Reingewinnes ist zmn Besten der Kriegsfürsorge.

** Noch ein Dankesbrief vom Inf.- Regt. Nr. 116. Dem Vorstmid des hiesigen Noten Kreuz ist fol­gender Brief des Herrn Rcginrentskommandeurs zngegan- gen:An den Vorstand des Roten jlrenzes Gießen. T^m Vorstand spreche ich im Namen meines Reginients den herz­lichsten Dank ans für die überaus reiche Spende Liebes­gaben. Wie jeder Gruß aus der Heimat, so sit eine derartige mit besonderer Liebe und richtigem Verständnis zusammcw- gestcllte Sendung von gan.; besonderem Wert, und zeigt uns hier draußen, daß die Heimat die barte Arbeit ihrer vbcist hessischen Söhilc anerkennt und wiirdigt. Wenn man, wie wir alle wochenlang Tag und Nacht in Schützengräben im Gra­natfeuer gelegen hat, so sind es fast weihnachtliche Dankesgefühle, mit denen man die Liebesgaben auS- packt. Wenn die Arbeit auch bluttg, hart und rauh ist, das Herz der Obcrhessen bleibt loeich und dankbar. Nochmals unseren Rrzlichsten Dank allen Gebern und tteue deutsche Grüße der geliebten Heimat, gez. Schimmelfeimig, Oberst und Kommandeur des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116."

** Müßiges Geredie. In der Stadt hält sich mit großer Hartnäckigkeit das Gerücht, das Gießener Land­stu r m b a t a i llo n habe entsetzliche Verluste gehabt, sei schon wiederholt im Gefecht gstvefen usw. Demgegenüber teilen wir den Wortlaut eines aus dem gegrirwärtigeii Standort des Bataillons kommenden Telegramms mit: Da ungünstige Meldungen über unser Bataillon verbreitet >ein sollen, die Mitteilung, daß es uns allen gut geh t." Uebrigens sei nochmals auch an dieser Stelle vor dem Verbreiten solcher wilden Nachrichten gewarnt, da deren Urheber und Kolporteure mit den e m p'f in dl i ch sten Strafen von der Militärbehörde bedroht sind. Das Publi­kum tut im eigenen Interesse gut, jeden Erzähler von Schauergeschichten hierauf aufmerksam zu machen. Der Un- sng geht dann an sich selbst zugrundg

**DerBerein«hcm. 116er hat, wie man uns fthreibt, für alle Angehöttgen von Kriegsteilnehniern, welche sich gemeldet hatten, Kartoffeln für den Winterbedars beschafft und die Ablieferung min beendigt. Es wurden im ganzen 916 Zentrier beste Speisekarwffeln, Industrie und Magnum bo>nnn. zum Preise von 2,70 Mark für den Zentner frei ins Haus, geliefert. Durch das Entgegenkommen der Firmen Heyligenstaedt u. Co., Karl K l i n g s v o r und Georg H e b st r e i t, die ihre Fuhrwerke je einen Tag für die Mfichr zur Berßrgimg stellten, sowie dmch unentgeltliche Leistung aller Arbeiten für die Beschasstcug pnü Mlieserimg, ist« ibei dem genaimten Preise noch ein lieber« s ch lt H erzielt worden, wodurch eine größere Menge Kartoffeln den hilfsbedürftigen Angehörigen im Felde stehender Kameraden gra- t i s abgegeben werden konnte. Der Verein hal außerdem seit Beginn des Krieges eine ausgedehnte Hilsstätigkeit entfaltet, ver­abfolgt u. a. wöchentlich an die Familien seiner im Felde stehenden Kameraden Brot und Kaffee «sw. und wird auch seine Sammlung von Liebesgaben aller Art während der ganzen Dan er des Krieges sortsetzen, um solche den Angehörigen der im Felde stehenden ©otbateu der hiesigen Regimenter zu übermitteln (siehe Ausruf in heutiger Nummer des Gießener Anzeigers). Bon vielen Empfängern der bereits abgelieferten Gaben gingen Dank­schreiben ein, aus welchen hertwrgeU, mit welcher großen Freude und Dankbarkeit die Spenden aus der Heimat entgegen- geiwmmen werden.

** Ueber einen Besuch iot Garnisonkazarett plaudert einer unserer Mitarbeiter wie folgt: Mit Genehmigung der Verwaltung besuchten wir am SanrStag die verwundeten Fran­zosen und Belgier im Lazavett. Herr Ober-Inspektor Mechow teilte uns mit, daß, nachdem etwa 80 der verwuüdtt getvesenen und wieder geheilten Feinde in _ der vergangenen Woche nach Tarmstadl entlassen sind, die Kaserne der Maschinengewchr-Ab- teilung geräumt ist nird der Bestand im Garnisonlazarett sich auf 125 Mami und 9 Offiziere belaufe. Wir suchten zuerst den ver- wimdeten Turko auf, der noch bettlägerig mit 12 anderen venviindeten Kameraden ein geräumiges Zimmer teilt. Sein Gesicht war durchaus friedlich und strahlte vor Freude, als ihn der Beamte begrüßte imd ihm dabei ein Täfelchen Schokolade überreichte. Mit einer ergebenen Geste, die Hand aufs Herz gelegt, verbeugte sich der Tnrko und gab dem Betimten die Hand, wobei er sich aus arabisch bedankte. Auch uns reichte cr zum Dank süv den Besuch die schmale aber in ihrer inneren Fläcl)b von dev Arbeit harte Hand. Wir erfuhren auf Befragen von einem französischen Offizier, der als Dolmetscher diente, daß der aus Algier stammende Soldat ea. 35 Jahre alt und verheiratet ist und mehrere Kinder in der Heimat hat. Gr wurde als Laiidwehrmann vor Ausbruch des Krieges zu der Fahne eiiü>c»ifeit und verdient