M Sttu5 sein Arol aT3 Stein arSrtter. Man hak den echten Tvvus )cs Arabers vor sich. Das Güsicht msit den hohen Stirn, dern ipitzeu Kinn und der kräftigen Nase Ivs.rd »xevwt von einem hachlangen Kinn- und dünnen Schnurrbart. Ter Mohammedaner macht übrigens durchaus keinen blutgierigen, sondern im Gegenteil einen gutmütigen Eindruck. Der Ober-Inspektor teilte uns mit, dass der Turko der fügsamste Mensch sei. den man i,ch denken könne. Er war anfänglich überaus ängstlich und imfuramicf), nach dem er aber gemerkt hat, daß man ihn human del»a adelt. ist er offenbar zutraulich und für jede Fremrdlichkeit, die man chm erweist, danstwr. Er lebt von Brot, Früchten und Schokolade und trinkt gern gezuckerten schwarzen Kaffee. BersuchÄockie habe er auch schon kaltes Fleisch genossen, aber dem Genug warmer Speisen bisher widerstanden, weil er nicht welch ob er dieselben, vertragen könne. Mit damelben Hinweis hat er bisber auch den ©«11116 von Milch im Kaffee abqclehnt. Als wir uns von dem Afrikaner verabschiedet hatten, trafen wir brausten auf dem Korridor den Monffenr August, das Faktotum des Lazaretts. Aus Befehl deS Ober-Inspektors eilte der gelenkige Franzose von Stube zu Sttibe und meldete den vorzunehmcnden Svaiiergang an. Etwa 30 Verwundete in ihrer bekannten Lazaretttracht mit ihren Käppis auf dem Kaps begaben sich in Begleitung von wck Soldaten in den Garten des Hauses. Zuerst wechselten die Leute durch den Oberinspektor französisches oder belgisches Geld in Reichsmünze um, und dann begann mit dem Verwalter der Annen Kantine, die man notgedrungen für die Verwimdeten einrichten mußte, der Handel. Der Umsatz war im ganzen nicht grast, meistens wurden drei Zigarren für 20Pig.. seltener Zednckennig Zigarren verlangt. Dann kam da? Geschäft mir Schokolade an die Reihe. Die Leute verzehren die dünnen Täfclckwu znsanimeii mit Brot. Die Dewegimg der verwundeten Gckanarnen, die täglich etwa zwei Stunden nach dem Mittagessen geschieht, vollste!» sich ganz zwanglos. Die Leute plaudern und rauchen und fühlen sich anscheinend in der Lazarcttbehandlimg reckst wohl und zufrieden. Mr. August erzählte uns aus Befragen, dost er schon in London. Nom, Berlin, Köln und Düsseldorf als Friseur gearbeitet hat. Es habe ihm am besten in Deutschland am Rliem gefallen. Es sei eine schöne Gegend mit guten, vergnüpten Menschen. Ans die Frage, wie eS ihm denn in Gießen gefalle, meinte er, er habe die Gegend unb die Stadt noch nickst gesehen, aber die Aerzte und die Menschen, die er im Lazarett kennen gelernt habe. meinten cs gut mit den Gefangenen. Wir verliehen das Lazarett in der Uebcr- zcugung, dast die Verwundeten der fremden scindlichen Nationen, wenn sic dereinst wieder in ihre Heimat zurück kommen, nicht sagen werden, die Deutschen seien ein Volk von Barbaren. Sie wissen es dann auS Erfahrung besser."
** In der Herberye zur Heimat übernachteten im September 20fi Miste gegen Arbeitsleistung (gegen 327 im gleichen Monat des Vorjahres) und <>81 Güstr gegen 5k’« ^lbtung (798). Die Gesamtzahl der Kläste betrug also 888 ll085). Im abgelausenen Bierteljahr hatte die Herberge 28 >3 Gäste (gegen 3326 im gleichen Zeitraum des Borjahres), darunter 734 gegen Llrbeitsleistunig (105,4). — Der Arbckts- nachivcks der Herberge brachte rn 84 gemeldete offene Stellen 82 Arbeiter unter, darunter 21 nach airßerhalb. Unter den Arbeitern befanden sich 42 gelernte Handwerker.
•* Die Ausbildung von Sanitäts- und Postenbunden, deren Notwendigkeit und Nütziichkckt sich in diesem Kriege immer mehr herwisgestrllt hat. soll min auch in unserer Stadl eine Stätte finden. Der Polizei- und Schutz« hundeverein, der Verein „Hundespvrt" und die Sanität s k v l 0 n n e Gießen werden die .Angelegenheit gemeinsam in die Wege leiten.
** Dom Postverkehr mit Kriegsgefangenen. 5km jetzt ab sind auch in der Richtung aus Großbritannien Postanweisungen an britische Kriegsgefangene in Deutschland oder von deutschen Kriegsgefangenen in England nass» Deutschland durch Vermittelung her niederländischen Postvcrwaltung zu- gelassen. In den Nirderkrndcn werden die Postanweisungen in niederländisch-deutsche Postanweistmgen umgeschrirben uich portofrei wnkergcsandt.
** I n letzter Zeit haben Vermieter v.on Wohnungen und einzelnen Zimmern mehrfach unterlassen, die ausgenommenen Fremden rechtzeitig polizeilich anzu melden und dadurch Schaden erlitten. Es ist im öffentlichen Interesse dringend geboten, alle ausgenommenen Personen, insbesondere aber Ausländer, wenn nicht sofort, dann aber doch innerhalb vicr- undzwanzig Stunden beim Polizciamt anzumelden.
** Betzir kStu rn g>a n g. Der gestern imtrrnvmmene Turngang konnte sich einer guten Teilnahme erfreuen. Im flotten Tempo ging es ion der Lohnbrücke über den Aindhos »ach Abcndstcrn, Ivo sich die benachbarten Vereine anschtossen, und von dort gemeinsam auf Umioegen nacki Krofdorf. Hier fand eine kui^e Zusannnenklmit mit dem Brudervercin stakt. Bczrrls- tunnvart Erb dankte fiir die rege Beteiligung, wies aut die engen Weclss elbe' tckr.nrgen zwischen der Ausübung der milttäriicken Tienslffficht und deni Turnei, hin und betonte, dast die Turnvereine gerade in dicker sckpveren Zckt zusammenhalt-n müssen. Hieraus wurde unter Wanderliedern der Rückweg über den Glet- bcrg angettcten.
Kreis Schotten.
A R n u I n 0 6 , 24. Cft. Etraßenwart Wilhelm 51 0 p c I von hier ist iniolge seiner erlittenen Verwundung im Lazarett zn Zieste» gestorben. 5Ippel stand als Reservist bn In'anterie- Regiment IIS und hinterläbt eine Frau und drei kleine Kinder. Er ist schon da« zwei!« Oplcr, dar der Krieg in unserer kleinen Eemelnde gefordert hat.
& Ob er- Seemen, 54. Cft. AnS unserem Docke sind schon acht Mann den Heldentod snr dar Vaterland gestorben.
Kreis Fricdberg.
h. Friedberg, 25. Okt. Mit sofortiger Wirkung hat daS Kreis am t für den Kreis Friedberg am Samstag ritt den Verkauf von Spcisekartoffeln folgende Höchstpreise festgesetzt: Beste ausgelescne Speisekartol'rln kosten der Doppelzentner 5 M a r k. g e rin qer c Ware 4 M a r k. Bei freier Lieferung und beim Verkauf anf den Dochenmärktcn erhöht sich der Preis um eine Mark für den Doppelzentner.
Hessen-Nassan.
h Frankfurt a. M, 25. Okt. Aus daS Ersuchen auswärtiger Politckbelwrden verhaftete man hier einen als lä- stiqen Ausländer bekannt gegebenen 58 jährigen Mann, der sich Herzog de ln Chartres nannte. ?lls die Polizei weitere Ermittlungen über die Persönlichkeit und die Vergangenheit des Mannes anstellte, entdeckte sie in ihm cincii abgefeimten Schwindler, der die Mittel zu seinem Unterhalt durch Betrügereien betritt äic Untersuchung ergab, dast es dem Herzog gelungen ist. von Berliner Geldmännern bedeutende Summen zu erschwindeln Unter den Geldgebern befand sich auch der Pfarrer Mi rb t aus Berlin, der lürstick wegen Unterschlagung einer Million Mark fluchtete imS> in Dresden verhaltet wurde. Der „Dur de, la Ebartres^be- triel> auch einen einträglichen Ordens- und z.ilcllchack>ci. sein bochklingender 5tame hatte ihm schon seit Jahr und aag Zutritt zu den ersten Kressen Wiesbadens, Berlin». München«, Frankfurts usw. rcckckiasst: beim bekannten Berliner ^raoaller-Slub stielte er ebenfalls eine Dolle. Me der Schwindler in WirNich- krit beistt, konnte noch nicht ermittelt werden. _
h. A 1 ,s der Rbön, 25. Okt. In den hockigelegeucn Orten der Rhön ist am Freitag der erste Schncefall cingctretcn.
— Dillendurg, 25. Okt. Der Stadtverordne, tcnversammlung lag Ine Prüfung der Stadtrechnung vor, die mit einer Einnahme von 412500 Mk. und einem Uebcrschust von 20000 Mk. abschließt. - Der,Bezirksausschuß genehmigte die Erhebung der S 0 n d e r st e u e r für Kriegslasten von weiteren 25 Protz. Zuschlag, also eine Erhöhung der Gemeindeciukommensteuer ans 185 Proz., vcr- ivcigert jedoch die Genehmigung zur Befreiung der Ein- koinmen unter 800 Mk,
Univerfitäts-Nacbricktten.
(l Marburg, 25. Okt. Außer den Professoren der Rechte Leonhard und B r edt wurde numnehr auch der bekannte Jurist Prosckior A n d r 6 e, zurzeit Hauptmann und Etappcnkommandant, mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
— Tine Nürnberger Handelshochschule. Aus Nürnberg wird uns gckchricbcn: Gleich der Frankfurter llnioersität wird ein anderes der wisscnschastlichen Bildung gewidmetes, wenn auch in beschckdenerem Rahnren gedachtes Unternehmen trotz der Kriegszcit erössnet werden: Pas in Nürnberg sckwn seit Jahren hin und her erwogene Projekt einer Handclshvch'chulc ist nunmeljr zur Tat geworden Allerdings wird die pro gram mäßim Kurs cinteilung nicht durchgesüdrt Iverden können, da sowohl der Houpt- teil der Lehrer wie der Schüler im Felde stehen 5ln Stelle Hessen bat man ein oußcrordenüich würdevolles Einführungssemrster er inöglicht. Zwei Vortragsreihen über Kultuifragen und WirtschaNs »ragcn des Kric.ges sollen durchgesülwt werden: Männer wie Rudolf Eucken, Franz Staudinger. Karl Lamprecht. K. Th. von Ekeberg. Werner Sombert, Hanns Dorn, Friedrich Curtrus, u. a. m. wer den sich daran beteiligen.
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©crietifsfartL
Der Hochtwrmtcprozetz in Samscloo.
Sarajewo, 24. Okt. >W. B. Nichtamtlich.) Im Hochverratsprozeß lnelt der Staatsannnlt nach Beendigung des Beweis- versahrens sein Plädoyer, in Nchlchem er die Hauptergebnisse der Verhandlung zusammeniasttr. Diese Iwbc den nnwiderleglickwn Beweis erbracht, daß Serbien, welches seine selbständige Existenz und seine vielfachen Olebietserweiterungcn hauptsächlich der österreichisch-ungarischen Monarchie verdanke und dieses Entgegenkommen »ur mit Hast vergolten lzabe, au s g c sta chelt durch das despotische Zarenreich, das Serbien zu seinen eigenen Zwecken gegen Oesterrckck>lln,rarn als Werkzeug bewitzle, i» den Größenwahn verfallen sei, im Süden imter den Slawen dieselbe Rolle ,u spielen, wie 9!ußland im Norden. Serbische Minister, ja selbst der Thronfolger, seien erwickenermasten vicksnch mit gegen die leitenden Staatsmänner der Monarchie, ja sogar gegen den Erzherzog gedungenen Mördern in persönliche Berührung getreten. Das übrige tat als Werkzeug der serbischen Regicrimg der Verein ..N arodna Obran a", der alle Schichten der südslaloischen Gesellschaft der Monarchie vergiftet und die kulturellen, wirtschastlickzcn und fiuaiizieslen Vereine von Bosnien und der Herzegowina gewonnen habe, die ihin als Werkzeuge und Mittel für die Wühlarbeit der großserbisckien Propaganda und des Hochvrrarts gegen die Monarchie dienten Nach den übereinstimmenden Aussagen der Angeklagten selbst habe der rrmordetc Thronfolger den Tendenzen der serbischen Regiernnqskreise im Wege gestanden. Diese beschlossen daher, dieses Bollwerk gegen das Grost- serbenttim um jeden Meis zu vernichlen. Die serbische Regierung habe die gedungenen Mörder mit Geld und Waffen versehen. Der Mord von Sarajewo sei nur ein neues Glied in der langen Kette der Verbrechen gewesen, die die serbische Regierung gegen die Monarchie im Interesse ihrer imperialistischen Znwckc teils an- gezettelt, teils vollbracht habe. Der Staatsanwalt beantragte ichliestllch die Bestrafung der Angeklagten im Sinne der Anklageschrift.
vskmNchte».
* Eine geheininisvolle Erfindung. Der schwedische Chemiker und bekannte Erffnder Ingenieur John Landin hat ckne neue Ernichnng gemacht, die durch ihre ungeheure Wirkung in Zukunft alle Kriege unmöglich machen soll. Mle bisherigen Verteidigungsmiltel haben nur eine lokale Wirkung und Ervtosion zur Folge gehabt Herr Landin teilt mit, dast durch die Explssionsfähigkeit seiner Erssndung deren Wirkmig sich über eine große Fläche verbreitet, mit einem Schlage ganze Armeen, Festungen und Stadtteile vernichtet werden könnten. Herr Landin hat seine Erfindung kostenlos dem schwedischen Staate zur Verfügung gestellt, ldlinnerkung der Redaktion: Wir nehmen von dieser Blättcrmeldung Notiz, glauben aber, dast fte auf Klatsch beruht.)
Vanvel.
•' Mitteldeutsche Kreditbank. Ter Abschlust des ersten Halbjahres des Jahres 1814 weist gegenüber dem ent-
Ivrechenden Zeitrauni des JahreS ISIS infolge des nicht unerheblich gesteigcrlen Geschäftsverkehrs ans asten ErträgniS-KonIen höhere Ziffern aui. Ten 5lnlorderungen. welche der 5Ius- bruch des KckegeS an dis sämtlichen Niederlassungen der Bank stellte, koiinten diese in jeder Beziehung entsprechen, Tie Bank war in der Lage, die der alten Kundschaft früher bewisttgten Kredite aufrecht zu erhalten inid darüber hinaus sich Ihrer Knnd- schgst auch Mr die Finanzierung von Liesenmgen für Heercsbedars zur Versügurg zn stesten
Ktan-esn«ntsnz,chri^)te»r.
Giebeu.
A u f.g eb 0 t e: Oktober 17. August Schlendäcker, Taglöhner, mit Luise Schmidt, beide in Gießen. — 20. Heinrich Eckhard, Taglöhner in lStaufenberg. mit Ehristina Katlxlrma Becker in Gießen. — 21. Dr. Friedrich Kack LSckgand, prakt. ?lrzt in Groß- Felda, mit Auguste Georgine Nirnua Katharine Jnderthal in Gießen. — Heinrich Pflüger II., Gvosth. Obeckörstereigehilie in Bingenheim, mit Ekisadethe Euler in Heblos. — 22. August Eidmann, Schreiner, mit ?llbertine Slnna Katharine Käthe Zinn,, bckdc in Gießen. — Dr. Heinrich Wilhelm Spohr, Llnstaltsarzt in Streliß^ mit Emilie Paulnre Emma EKeim >n Marburg.
Eheschließungen: Oktober 17. Heinrich Fink, Fabckk- arbeiter, Rckervisk, mit Nlargareta Schäfer, beide in Gießen. — 22. Karl Sehrt, Hilfsheizer, nüt Jckedenkc Mackha Ranboth, beide in Gießen,
Geburten: Oktobor 11. Dem Dreher Karl Mbert Max Strand ein roohn. Kack Lllbeck Hermann. — Dem Hilfsheizer ALmn Heußner ein Sohn, Karl August. — 14. Dem GaswerkS- arbckter Johannes Schiefecktern ein >sohn, Fckedckch. — Dem Lokomotivheizer Wilhelm Troß ein Sohn, Hekmnt. — Dem Esarmionverwaltungs-llntecknspektor Fckedckch Ernst Kack Decke ckn Sohn, Hans Friedrich Hermann. — 15. Dem Glasreiniger Wilhelm Kor!» ckne Tochter, Elisabcthe Margarete Linse — 16. Dem Kutscher Friedrich Fcddeler ckne Tochter, Slnna. — 18. Dem Prediger Hcknrich Fckedckch Moos ckn Sohn, Wrlhckm Ernst. — 19. Dem Tclegravl>en-Assistentrn Martin Ring ein Sohn, .Helmut Friedrich Wiffzelm.
Sterbefällc: Oktober 17. Pauline Koch, gck>. So hm, 50 Jahre alt, Gackcnstr. 1. — Elisabeth Hainbach, geb. Keil, 81 Jahrr alt, Kaiser-ANec 34. — 22. Kack Kckl, SSeißbinder und Ofensetzer, 68 Johre alt. Lindenvlatz 7. — Im Felde gefallen: Aug. 22. Chckstoph Karl Sill, Fuhrmann, Rckeroist, 24 Jahre alt. — Johann Scknckch Fckedckch Schäfer, Konditor, Rckervist, 21 Jahre alt. — Ludwig Friedrich Theodor Karl Andrea» Lüter, Mälzer, Reservist. 2/ Jahre alt. — Hermann Wilhelm >,vrl Hans rtchlma. Schlosser, Musketier, 20 Jahre alt. — Ernst Johann Heller. Btzefeldwrbck und Bataillonstambour, 34 Jahre alt. — 28. Hermann Ludwig Peter Happel, Prokurist. 5k,ckckdwebel der Rckerve 25 Jahre alt. — Sept. 6 . Ludwig Körber, Bizefckdwebel, 32 Jahre alt.
Wctteraussschten in Hessen am TienS ag, de, 27. Okt. I jII !
Wechjclnd beivölkt, Niederschläge möglich, 'Lvinde auS westlichen
Richiimgen, etwas kühler. _
Letzte Nachrichten.
Die Schlackt an der Küste.
(i) Köln, 26. Qkt. Die ,Lölw Ztg." meldet von der holländischen Grenze: Der Berichterstatter des Amsterdamer „Telcgraas" meldet seinem Blatt aus Sluis: Ter Kampf an der Küste wbr unverändert fort, allein diejenigen, die eine Entscheidung schon bald erwarten, müssen sich n 0 ch g ed nl-
d e n. Die Kampflinie zieht sich von Ostende bis in die Gegend von Deynze und Thourout. Die Belgier kämpfen milj großem Mute nnter den Augen ihres Königs. Ter Kantps blieb bisher ohne endgültiges Ergebnis Deutsche M a r i n e t r u p p e n b e s e tz t c n g e st e r n H e»it, K n 0 ck e und eine Reihe voll Dörfern in der Umgegend. Ti: Deulschen beobachten von Kitoffc aus die Sec, um nicht durch englische Truppenlandmigen überrascht zu werden. Die Beschießling von Ostende durch die britischen Schiffe halte keinerlei Bedeutung. Obwohl die Geschütze nicht viel Schaden anrichteten, ist die Stadt dtzitnoch unruhig.
Vom rechten deutschen Flügel.
(W2A.) Berlin, 26. Okt. sNiästnnttlich.) Wie dein Beck. Tageblatt ans Rolterdanr gemeldet wird, war die Stadt Ronleirs, die, wie die Verbündeten meldeten, seit 'Anfang der Woclw vvn de» Deutschen geräuntt sein sollte, mn 24. Oktober abends in unbestrittenem Besitz derDcntschcn. — Der Kckrrespvndciit des „Nicuwc Rvt- terdmnfche Courant" telegraphiert feinem Blatte von der EKenze, daß die Deutschen unntiltelbar vor ArraS stehen. — Ern Amsterdamer Lcricksterstattcr meldet, er hatte Gelegenheil, den Kmnpf zwiscl^n der dentjAzen Artillerie und den englischen Schissen an der Küste zn beobachten. Tie Lage der Deutsche» sei sehr günstig, da die Dünen eine» großen natürliche» Sclmtz gewährten.
Eine Heldentat im Luftschiff.
(WTB5 Berlin, 26.0kt. lNichiaintliä,.) Bei einer der letzten Fahrten eines Zeppelin-Lnstslliifses, das bereits bck der Bckässeßung der Festungen Namur und Lüttich tcklgenommen und auch den Forts von Antwerpen verschiedene seiner Grüße aus der Lust zugcsandt hatte, geriet das Fainzeug in den Bereut» der Scheinwerfer der Festung. Sofort ivurdr aus allen dickäü>den ein furchtbares Feuer aus es erüsffict. Eine Granate zer- Irümnieckc das Gerüst, an dem ckne der Hinteren Srlirauben beseitigt war. Die schwere Schraube neigte unalückliclzerlveise nach hinten und drohte in die Gondel zu stürzen. ES galt, währeiw die Fahrt hoch in der Lust daS Gestänge abznsägen uud «Ickchzeitig die Schraube ohne (tzesahr für die Mannschaft zu bc- icitigeu. Ter Oberniaschinist Richard Luirkhardt aus Willwlnis- >»agcn bck Berlin meldete sich freiwillig zu der gefahrlickzen Ausgabe. Kr löste sie »vährend der rasenden Fahrt. Der Held im Zeppelin hat, wie der Berliner „Lok.-Anz." ersälirt, als Lohn für sein tapferes, opfermütigcs Verl»alteii daS Eiserne Kreuz 1 . Kl a s s e erhalte».
Die „Times" über dir „deutsche Pest".
London, 26. Okt. (WTB. Nichtarntlich.) Der militärische Mitarbeiter der „Ti nies" schrckbt: Wenn die Deutschen nach Calais .kommen, könnten in einiger Zckt Ba t te- r i e ,1 schwerer Geschütze unter d-em Schutze der Nacht dort ausgestellt werden. Diese Möglichkeit leugnen hieße, eine Enttäuschung untersckitzen. Die deutschen Unterseeboote könnten diesen Hafen errckchen, da diese P e st die Art hat, zu kommen Jini» zu gehen, Warnt eS ihr beliebt. ES ist auch nicht undenkbar, daß kleine Torpcdobootcl mit der Eisenbahn oder auf Mnäten die .Häsen an der französischen Nordküste erreichen.
Wie England seine 61rfailgr»eii behandelt.
(WTB5 .Berlin, 26. Okt. (Nichtamtlich.) Das ..Hamburger Frcmdeichlatt" bringt Einzclhritcu über die Roheit bei dev Behandlung der in England cmgeschlossenen Deutschen. Der Erzähler war mit vielen anderen Teittschen auf einem holländische»« Tampscr nach Brasilien zurüikgekchrt und nmrde in dem Lager von Newburh in einem Rennftakl untergebracht. 8 bis 10 Tcntsche lagen in einer Pfcrdcbox auf Stroh beisammen. Sie erlncttcn jeder zwei dünne Decken^ »veiler nichts. Um 5 ,llhr naekMittagv mußte alles ins Stroh lckcchcn. Das Essen nrnßten die Gefangenen sich selbst kochen, nird zivar ml Freien in einem Graben. Ter Ter wurde durch alte S ä ck e gegossen, so daß er völlig schnnitzig war. Die Wassersuppe init ckncm geringen Zusatz von Fett enthielt vickleichl für jeden Gefangenen einen Kubikzoll Fleisch., Tie Ernährung war vollkommen unzureichend. Beschwerdcsührendq wurden drck Tage bei Wasser und Brot cingesperrt. Tic englisckie Militärverwaltung soll die Kantmcn sämtlicher Gesangeneulager an ckncn Unternehmer in London verpachtet haben.
Die Folge» der Taten der „Emden".
(WTB.l London, 25. Okt. (Nichtamtlich.) „Dailv Telegraph" meldet aus Kalkutta: Infolge der letzten Lckstnngen des deutschen KreuzcrS „Emden" sind die amerikanischen Aufträge für den Jutemarkt am 2l. Oktober zurückgezogen worden. Man fürchtet, daß mit dem argentiniichcn Aufträge dasselbe geschehen »ckrd.
Schreckenstage in Warschali.
(DTB5 Berlin, 26. Ost. (Nichtamtlich.) Aos Warschau wird über Mailand berichtet, in der Stadt höre man deutlich den Kanonendonner. Täglich seien deutsche L u s t s ch i s s c und Flugzeuge über der Stadt. AnS den Lultschissrn und Flugzeugen auf die Stadt gewmfene Bomben solle»! an einem Tage 44 und an cknem anderen 62 Menschen getötet haben.
Porfirio Dinz t?
(WTB.) London, 25. Okt (Nichtamtlich.) Ans Mexiko »vird vom 23. Oktober beckchtct: Ter frühere Präsident P 0 r f i r i 0 D i a z sei in Spanien gestorben.
Die Wirren in Albanien.
Athen, 25. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Ngeme d' Athönes. Wie au» Janina gemeldet wird, dauert der Kamp» 'bei Klissura fort. Die Strcktkräste der Albanesen übersteigen 50 000 Mann, die übrigens über Artillerie imd Maschiiiengciochrc verfügen, während die autonomen Tnippen in geringer ^)ahl und deshalb ^urückgingen, doch »ourdcn ihnen aus Argyroeastro eiligst Verstärkungen geschickt. Die Angckssc der Albanckcn gegen die Grenze bei Epirus dauern fort und gestalten die Lage der epiro tischen Negierung sehr schmcckg, da die an sich geringen Haupt- auellen, über die sie versügen, bald erschöpft sind m>d die männ^ liche Bevölkerung, die zur Beckckdigung des Gebietes gezioungen ist, sich ni«k»t mehr an der Feldarbeit beteiligen kann, dir ihr gestatten würde, die unerläßlichen Lebensmittel zu gewinnen.
Verantwocklich für „Feuilleton", „Genchtssaal" u. „Vermischtes": I. B.: August G 0 c tz.
Die Höhere Handelsschule Landau (Pfalz) beginnt in den Räumen der Anstaltsgebäude Nordring 4/6 ilw 19. Schuljahr am Dienstag, den 3. November d. I., vormittags 8 Uhr. p 6 , u>ss
Danksagung.
Herrn Geheimrat Heichelheim,
welcher durch die liebenswürdige Spende von 1000 Mk., zur Beschaffung der Instrumente os ermöglichte, die bisher von den Freiwilligen schmerzlich vermißte Regiments-Musik zu gründen, sei auch an dieser Stelle herzlicher. Dank des ge-
Gießener Reserve - Infant. - Reg.
I. A-: K»«ten Leiter des Musikkorps
.... den 20. Oktober 1911


