wir wachend die ganze Nacht auf der Dmffstraße bei den Feldküchen. Unsere Tapferen >oaren mit dem Schlachten eines Schweines beschäftigt und bewirteten uns mit Wellfleisch und Kaffee. Die Feldküchen verließen uns gegen 4 Uhr morgens, um in gewohnter Weise den in de» Schützengräben liegenden Truppe« Suppe, Fleisch und Kaffee zuz,«sichren.
Kurz vor ihrer Abfahrt erhob sich ein heftiges Geschütz- undGewchrfen er, das durch einen feindlichen Angriff hervor- gerufen wurde. Zwei Kilometer vor uns stand unsere Artillerie, und etwa 1 Kilometer davor befanden sich unsere Schützengräben. Trotzdem etwa 500 Meter von uns eine feindliche Granate krepierte — was bei uns recht eigenartige Gefühle auslöste — liehen sich unsere braven 1l6er in ihrem Schlummer nicht stören, und die Wachtposten bedeuteten uns, dah der Ort bisher lach ich zwischen 11 und 1 Uhr voin Feinde bombardiert worden sei. Wenige Schritte von uns konnten >nrr die Spuren der am Tage vorher ein geschlagenen Granaten beobachten. Gegen 6 Uhr morgens war der feindliche Angriff zurückgeschlagen, und unser Führer meldclc die Ankunft dcS Trmcsports bei Herrn Hauptmann von Penz.
Die Truvven befanden sich noch im ttessten Schlafe. Nachdem sie aber Gießen« Stimmen vernommen und den Zweck unterer Ankunft erraten hatten, war alle Dtüdigkeit geschwunden und die Mannschaften erhoben sich von chrc« Lagern. Mit groß« Begeisterung wurden wir empfangen, von den Mannschaften aufs freudigste begrüht und init Fragen über die Heimat bestürmt. Biele Gieße nerBürgerssöhnekamenzuuns. um heimatliche Grüße entqcgenzunehmen. Unsere itwaftroagen wurden sosvrr durch die Mannschaften entladen und wir mußten sogleich zur Rückfahrt aufbrechen, um eine tveitere Ladung von unserem Standort H . . . «ckzuholen. Es wurde uns größte Beschleunigung anempsohlen, da im Laufe des Vormittags der Feind das Feuer gegen den Ort voraussichtlich wieder eröffnen würde. Bereits nach 2 Stunden trafen loir mit der zweiten Ladung wieder ein. Inzwischen war das Regimeitt zusammengezogen worden und die Verteilung der Liebesgaben an die einzelnen Kompagnien vorbereitet. Die Verteilung erfolgte sofort an die Mannschaften, da ein weiterer Aufenthalt in dem Orte unbestimmt war. Unter herzlicher Verabschiedung von Offizieren und Mannschaften, die uns unzählige Grüße anAngehörige und Bekannte in der Heimat auftrugen, traten wir unter Mitnahme der Postsachen auf dem raschesten Wege die Rückfahrt nach unserem Standort an, den wir glücklich erreichten.
In R . . . wurden Lazarette ausgesucht, wo wir zahlreiche Massengräber besichttgten, in denen auch Angehörige unseres Regiments beigesetzt sind. Die Gräber waren gut angelegt, mit reichem Blumenschimick versehen und mit schonen Kreuzen nebst Inschriften versehen. In dem Lazarette selbst befanden sich nur Schwerverwundete. Auch hier wurden aus Betten der Lazarettvcrwaltung einige Liebesgaben abgegeben. Am Nächmtttag trafen wir unsere Vorbereitungen für die W c i t e r f a h r t zu den übrigen Formationen unseres Regiments. Wir fanden diese Nacht eine notdürftige Nnter- kuust in einem „Hotel", das allerdings diesen Namen kaum noch verdiente.
Am 14. Oktober morgens gegen 9 Uhr traten loir nach erfolgter Beladung mit unseren .Kraftwagen die Weitersahrt in der Richtung L ... an. 8 . . . erreichten wir gegen 2 Ubr mittags. Es bot mit seiner hochgelegenen imposanten Zitadelle, wo die deutsche Kommandantur eingerichtet war, einen prächtigen Anblick. Wir erwirkten ln« zunächst unsere Ausweise zur Benzinentnahme. Dabei lourde uns bekannt gegeben, daß mit Rücksicht auf verschiedene Mißhelligkeiten, die beim Transport von Liebesgaben zutage getreten seien, Benzin nur noch gegen Bezahlung verabfolgt würde. In einer Nebenstraße stießen wir aus einen Transport von meh- rruen hundert Gefangenen (Franzosen und algerische Schützen), die wir in einer photographischen Ausnahme scsthielten.
Aus der Weitersahrt nach. R. konnten wir von einer Anhöhe •»? das Toben eines Artilleriegesechts und die Beschießung eines sranzösischen Fliegers durch unsere Abivehrges-tchtze beobachten. Der Flieger entzog sich durch Hoherqehen der Geschoßwirkung. Mit dem Fernglas imattz mau von hier aus dre Sästacht- srvnt auf mehrere Kilometer beobachten. Drei Fesselballons standen vor uns. Nach kurzer Rast setzten wir die Fahrt über St. E. ßort, nachdem wir unterwegs noch eine Megersdation passiert hatten. Tags vorher hatte ein französischer Flieger versucht, diese durch Bomben zu zerstören, wobei es Tote und Verwundete gab Die Riegernunrnschasten waren eben an der Arbeit, sich durch Schaffung bombensicherer Unterstände gegen diese Angriffe aus der Luft zu schützen. Auf der Weitersahrt durchquerten wir einen großen französischen Exerzierplatz, wo noch die Spuren der kürzlich stattgemndeuen Schtacht zu erkennen waren.
Gegen 7 Uhr abends erreichte der erste Teil der Kolonne R, wahrend der zweitt Teil infolge einer Panne erst gegen 10 Uhr noch Ueberwindnng großer Schwierigkeiten eintras. Mn großer Teil von R. bildet heute einen Trümmerhaufen, Erst nach vieler Mühe gelang es uns, in einem unversehrten Hause eiue Unter- rkmist zu siudeir. Unser Nachtlager bestand aus einigen Matratzen und Decken atis dem Fußboden. Verpflegt wurden nur cher in einem großen Kriegslatzirett.
Am 15. Oktober früh morgens verließen wir R. in der Richtung aus R. Bon hier ging die 'Fahrt nach Al, wo wer beim Oberkommando erfuhren, daß das Reserve-Regiment -1116 nach einer anderen Stelle des Kriegsschauplatzes ab- sgerüctt sei, und unser Landwehr-Regiment sich in S. befinde. Nach kurzer Fahrt von äußerst schlechtem Weg erreichten wir das Landwehr-Regiment. Wir wunden durch 'den Kommandant nebst Stab miss herzlichste begrüßt und bewirtet, soweit Lcbensmttttl vorhanden tvaren. Hier ttasen wir zahlreiche Krieger aus Gießen, die über unser Erscheinen -außerordentlich erfreut waren. Wir horten hierbei, daß unser aktives Regiment, wie auch unser Landwehr-Bataillon bisher noch keinerlei Liebesgaben erhalten hatten, während andere Regr- -menler und 'Bataillone bereits mit Liebesgaben bedacht worden waren Ja einige erklärten, es sei von Mehreren bereits die Befürchtung laut geworden, die Gießen« hätten ihre 116er vergesse» Tie Liebesgaben übergaben nur dem Komnmndeur, Gras von Schliefsen, toelcher die sofvrttgr Berteilung an unser Bataillon veranlaßt hat Die Berteilung mußt- auch hi« sofort «orgenommen werden, da es zweisei hast war, ob das Bataillon rwch weit« i» dieser Stellung bleiben würde. Bon den Mannschaften wurden in erster Linie Strümps« und wollene linier lachen begehrt: «st in ztvcit« Linie Zigarren, Tabak, Lebensmittel und Achtungen. f
Gegen 5 Uhr nachmittags hatten wir uns unser« Aufgabe entledigt, und unt« Herzlickzen Llbschicktzqrüßen oeAceßen wrr die Truppen, um noch vor Eintritt d« 'Dmikelhert B. m «- veichen. Hier verbrack>ten wir die Nacht vom 15./16. Oktober in einem Privatquartier und setzten am nächsten Morgen tute Rückreise üb« M. fort. Dort waren zahlreiche gefangene Franzosen mit deni Bau d« neuen Ilmgehungsbahm beschäftigt, dir infolge Sprengung des großen Tunnels nötig geworden ist. Gegen 2 Uhr kamen wir in L. <m. Hi« wurde uns Gelegenheit geboten, di« ehemalige Festung L. — die heute nur noch aus chnem Trümmerhaufen besteht — eingehend zu besichtigen. Aus der Richtung 9s. war hi« noch d« Geschützdonner zu hören. Nach kurz« Rast erfolgte die Wcht«sahrt üb« Luxemburg nach Tri«, woselbst wir gegen 6 Uhr abends chntrafen.
Hi« fanden wir bk erst en yerMatkichen Quartiere. Nach hinreichend« Stärkung traten wtt am 17. Oktob« morgens 11 Uhr die Heimfahrt durch das Moseltal üb« Koblenz, Montr- bour an und «reichten Gießen gegen 8 Uhr abends. Sänttliche Teilnehmer waren hochbefriedigt, wied« glücklich in d« Heimat angelangt zu sein und den beabsichtigten Zweck, unseren braven Turvpen die Liebesgaben direkt MMlfühven. so vollkommen erreicht zu haben. Alle von uns brachten die Ucberzcugnng mit nach Hause, daß unsere Truppen srch in guter Verfassung und guter Stimmung befanden und von d« festen Zuversicht üus «men glücklichen Ausgang des schweren Ringens beseelt Ware».
i Aus Stadt und
Gießen, 22. Oktober 1914.
Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargebielcn.1 Untervss d. Rcs. Baptist Mcnz, Ins.-Regt. 117, aus Mainz. Gard. Konrad Müller, Ins.-Regt. 115, aus Gonsenheim. -= Gesr, Heinrich Cordes, Ins.-Regt. 116, ans Friedbcrg. -~ Unteroff. d. Res. und Telegr.-Assist. Ferd. Hahn, Ins-Regt. 117, aus Frankfurt a. M. — Osfiz.-Dtellv. Lehrer Karl Just, Kühn, Jns.-Regt. 116, aus Fechenheim. — Gesr. d. Landw. Willi R vn g a ß , Jns.-Regt. 87, aus Homburg v. d. H. — Gardist Beruh Helmschrodt, Jns.-Regt. 115, aus Worms. — Bize- sildwcbel Gott hilf Maier, Inf.-Regt. 118, aus Worms. — Re'. Jak»b Fries, Jns.-Regt. 116, aus Kölschlzausen. — Res. Louis Krauße, Jns.-Regt. 81, aus Wetzlar. — Jäg« Heinrich glitt, Jäger-Bat. 11, aus Atleicüors (Kr. Wetzlar). — Landwehrmann Karl Mandler, Jns.-Regt. 81, ans Kinzenbach. — Bizeseldw. d. Rcs. Karl Giegler, 3. bavr. Jns.-Regt. in Darm- stadk. — Landwehr in. Herrn. G c rst e n m e y e r, Jns.-Regt. 116, laus Darmstädt.— Offz.-Stellv, u. stud. pharm. Ad. Sp reih er, Jns.-Regt. 117, aus Mainz. — Einj.-Freiw. Karl Weber, Jns.- Regt. 88, aus Hanau. — Offiz.-Stellv. Referendar Ludw. Mahr, Jns.-Regt. 171, und Ossiz.-Stellvertt. Gerichtsrefmendar Erwin Schwarz, Jns.-Regt. 171, aus Hanau. — Res. Just. Rieden- t ha l, Jns.-Regt. 88 aus Ndr.-Rodenbach. — Ufsz. d. 9t. Albert ©toll, Jns.-Regt. 81, aus Hirzenhain (Dill). — Referendar Franz Zorn aus Mainz. — Rcs. Karl Beyer, Jns.-Regt. 117, aus Mainz. — Res. Konrad Jäger, 2. Marine-Jns.-Regt., aus Mainz — Hoboisüllnterofs. Emil Ohlendorf, Jns.-Regt. 117, aus Mainz. — Landwehcm. Friede. August Lehmann, Res.- Feldart.-Regl 21, aus Bretzenheim. — Res. Adam Eberling, Jns.-Regt. 115, ans Erfelden. — Res. Karl Jakob, Jns.-Regt. Nr. 116, ans Muschenheim. — Unteroff. Hermann Kaus, Jns.- Regt. 116, aus Muschenheim. — Res. Job. Dan. Kistner, Jns.- Regt. 168, aus Offenbach a. M. — Gesr. Karl Hoßbach, 4. Gardc-Regt. zu Fuß, aus Lützellinden.
** Ritter des ©ifernen Kreuzes. Leutn von Forts, Feldart.-Regt. 59, aus Wetzlar. MzewachtmeisttL L öhmann beim Telegraphenbat. 3 aus AAeudorf (Kreis Wetzlar). Dr. med. Lübben von Haiger. Landrat des Unterwefterwaldkreises Frhr. Marsch all von Bieberstein, zurzeit Hauptmann d. L. im 1. Garde-Regimentz. F. Ufsz. Friedrich H e r b o r n aus Runkel, Juf.-Regt. 88. Emj- Freiw. Unteroff. Günther Rächt vom Ulanen-Regt.8. Ass- Arzt Oswald Fohr aus Hadamar, Jns.-Regt. 183. Hauptmann Raab im Res.-Jnj/Regt. 88. Einj.-Frettv. Unteroff. Wilhelm H e u n, Jns.-Regt. 88, bischer Lehrer in Wachew- buchen. Oberjäger Stolz von Marburg ntt Jägerbat. 14. Regierungsassessor beim Krcisamt Ossenbach, Leutn. d. R. Paul Stimme!, Landw.-Regt. 116. Bizeseldwebel und Lehrer Roth aus Landenhausen. Hermann N e b g e n aus Sindlingen a. M., Jns.-Regt. 168. Off -Stellv. Hill (Rechtsanwalt aus Mainz), Jns.-Regt. 118, unter Beförderung zum Leutnant. Gesr. Jakob Schaaf, Inf.-Regt. 168, lmter Beförderung zum Unteroffizier. Lehrer H. K r a u s ch von Gam- bach, zurzeit Leutn. d. R. im Res.-Juf.-Rcgt. 99. Wachlt- nleister Müller aus Dodenau, Res.-Feld-Ärt-Regt. 2L Karl Bender, Leutn. d. R. im> 16. Bayr. Fns.-Regt., aus Hungen.
** Kriegsfürsorge dar L-an des verficht«- rungsanstalt. Unr den Transport der Verwundeten aus der Front nach den Lazaretten gn erleichtern und zu beschleunigen, nmrdeu der Grojrherzogiu 30000 Mk. seitens der Landesversicherungsanstalt des Groß- >>erzogtrnlls Hessen zum Arckauf und gta Ausstattung zweier Autos zur Berfügung gestalt. Die Firma Opel rüstet diese Autos fchleutsigst xweckentsprecheud ans, damit sie schon in den rnichsten Tagen der hessischen Dwrpau x» Dienste« stehen.
** Ergebnisse das stlädlischfeu Vaswerks im Rechnungsjahre 1913, Das Werk hat sich im Rechnungsjahr 1913/14 he friedig-eud weiter entwickelt. Die Gefamtgasabigabe stieg aus 2292550 Kubkk- rneter und übrrtrrfft danrit che des Vorjahres nur 111670 Kubikmeter oder 5^12 Prozent. Bon der abgegebenen Gas- mmge entfallen auf: Lencht-> .Koch- und Heizgas 1618575 Kubikmeter (1543 451 Kubikmeter im Vorjahr), Motoren- tmd Jndustriehcizgas 116 765 Kllbikmeter (115163 Kubikmeter), Ballongas 2520 Kubikmeter (3430 Kubikmeter), Straffenbeleuchtüng 310052 Kubikmeter (286 401 Kubid- meter), Selbstoerbrauch Verlust und Verdichtung 244 638 Knbiknceter (232435 Kubikmeters. Am 1. Aprll 1914 waren 4694 Gasmesser mit 20 633 Flammen und 15 Gaskrafb- maschinen mit 75 Pferdestärken vorhanden. Die Straherl- laternen wurden um 9 vermehrt. Ihre Zahl beträgt 938 mit 980 Flammen. Die Straßenbeleuchtung erforderte 45 189,65 Mk. für Gasbeleuchtung und 186,56 Mk. pir Pe- trcheumbelenchtung. Petroleumlaternen waren am Schlüsse des Berichtsjahres nicht mehr vorhanden. Eine Nackffläterne brannte im Jahre 3889 Stunden und kostete einschließkich Glühkörpererfatz usw. 72ch5 Mk., eine Wendlaterne brannte nur 1856 Stunden und kostete nnt allem 43,80 Mk. Zu der Herstellung des Gases wurden 7511 Donnen G«S- kohlen verbraucht. Am Schluff« de« Jahres waren auf dem Gaswerk noch 1377 Donnen Kohlen vorhanden. Aus einer Tonne Kohle wurden aewvnnen: 305,4 Kubikmeter Gas, 706,0 Kilogramm KoS, 56,5 Kilogramm Teer und 2,62 Kilogramm MntmoniaL Me Länge des Hauchrohrnetzes betrug'am Schüusse des Jahres 42615 Meter, ch» der Haus- tmd Laternenzrüertungen 21979 Meter. Der Heizwert des Gases berechnet sich im Jahresdurchschnikt auf 7544 Kalorien bei 0° Celsius und 760 Millimeter Barometerstand. Das spezifische Gewicht war durchs chrü ttllch 0,412. — Der Reingewinn von 1294129,31 Mark ist um 20 329,31 Mk. günstiger als im Voranschlag'vorgesehen und um 17 606,83 Mk. hoher als im Vorjahr. Der Bruttoge- tv-iun beträgt 183103,15 Mk. Die Schttld des Gaswerks betrug am 1. April 1914 noch 574 310,50 Mark gegen 578638,24 Mk. am 1. Aprll 1913.
**ErgebnissedesstädtischcnWasserwerks im Rechnungsjahr 1913. Der Ergutz der Quellen bei Großen-Buscck und im Stadtwalde, sowie die Forderung der Pumpstation Queckborn hat im Rechnungsjahre 1913/14 gegen das Vorjahr um 39 826 Kubikmeter — 2,20 Prozent zugenommen. Die Mehrabgabe von Wasser an Private betrug 36055 Kubikmeter = 2,66 Prozent, der sogenannte Verlust berechnet sich um 23 030 Kubikmeter — 9,55 Prozent niedriger als der des Vorjahres. Die stärkste Abgabe in virr- undzwanzig Stunden betrug 7140 Kubikmeter, die geringste 3136 Kubikmeter. — Die Länge des Hauptrohr- netzes und der Zubringerleitungen betrug am Schlüsse des Jahres 94 398 Meter mit 3261 Kubikmeter Rauminhalt; es waren 13 öfsentliche Bcntilbrunnen, 2351 Haus- und Gartenanschlüsse und 354 Straßenhydranten, davon 63 Oberflurhydrantcn an die Wasserleitung angeschlossen. Das Dorf Queckborn, das bekanntlich Wasser von der Stadt Gießen unentgeltlich erhält, zählt 124 Hausanschlüssc, 3 Beutilbrunnen und 13 Hydranten. Di« Arbeitsleistung der vier Pnuipmaschrnen in Qüeckboru berechnet sich auf
11048 Stunden, die durchschnittliche Llrbeiislcist'.mg für den B?triebstag war 328,48 Millionen Kilogramm/Meter. Der Kphlenverbrnuch für 1 Wasser-Pserdcstarkc betrug 1,16 Kilogramm. — Das Wasser wurde wieder fnuvcab chemisch und lakteriologisch uniersucht, es war imnter von cinivandfreier hpeschasfenheit. Das wirtschaftliche Ergebnis ist wieder z u s r i e d e n st c l l c n d , der Reingewinn von 54 261,96 Mark ist um 23 261,96 Mark höher als im Voranschlag vorgesehen. Der Bruttogewinn beträgt 150540,51 Mark. Die Schuld des Wasserwerks betrug anl 1. April 1914 1 422 716,59 Mk. gegen 1280 238,93 Mk. am 1. ?lpril 1913.
Z e i t g c s ch i ch t l i ch e r V v r t r a g. Wir machen uns den Borlrag des Prosessors Dr. Schi an: „Die Gerechtigkeit gegenüber uns eren Feinde n", der heute abend 8c/i Uhr in der neuen Aula der Universität stattftndet, nochmals Mismerksam. Der Ertrag ist wiederum zum Besten von Hinterbliebenen im Felde gefallener Gieße- ner bestimmt.
Kreis Alsfeld.
O Ruppertenrod, 21. Olt. Tic dritte Sammlung für das Rote Kreuz betrug 330 Mk., zusammen mit den früheren Beträgen und Kollekte» für unjere Krieger im Felde 1608 Mk. Ter hiesige Krieneroerei» bewilligte in feiner letzten Versammlung für jedes Mitglied im Felde 5 R!k. und inr das Rote Kreuz 20 Riark.
X Ober-Ohmen, 21. Okt. Aus unserer Gemeinde hat der Krieg schon schwereOpier geiordert. Sechs Krieger haben t«n Heldentod iiirs Vaterland crlitlen. Davon wurde Albert M a g e l, der einzige Sohn des Gastwirts und Kaufmanns Magel hier, der Stolz und die Hoffnung seiner Eltern, in hcimallicher Erde auf dem hiesigen Friedhose bestaitet. Durch den Huffchlag eines Pferdes im Gesiebte schwer verletzt, bekam er noch Typhus hinzu und verstarb in, Lazarett zu Aachen. Dem Vater gelang e§ mit Hille des hiesigen Pfarrers Fung, der mit nach Aachen reifte, die Lerche ieines Lohnes hierher zu schassen. Unter erncn, sehr großen Trau«geiotge wurde jetzt der junge Krieger bestattet.
Hessen-Nassau.
in. Kirchhain, 21. Okt. A»S unserer Stadt stehen im ganze» bei der Armee und Marine, niit den aktiv dienenden Mannschaiten, den eingezoqencn KrieaSsreiwilligen, Reservisten, Landwehr- und Landstnrnnnännern 187 Soldaten im Feld. Als verwn-det, v«mißt und tot sind 40 gemeldet. Das Eiierne Kreuz erhielten der hier geboren« Sergeant K. B ä h r bei der Maschinenaewehrkompagnie des Jnsantcrie-Reglments Rr. 112, sowie der Unterosfizrer K. Stcrmer von hier im Feldarttllerte- Regiment Nr. 3.
b. Blessenbach bei Wsilbnrg, 21. Okt. Lehrer Adolf Arnold «Einjährig-Freiwisisger bei der Maschinengewehr-Abteilung des Fnsanlerie-Rcginrents Nr. 83) starb den Ehrentod sürs Vaterland.
n. Ueberntal bei Herborn, 21. Oft. Dem Lehrer R. Maurer wurde das Eiserne Kreuz verliehen. Derselbe ist Unterosfizier und liegt verwundet in Bad-Nauheim.
s. Simmersbach, 21. Okt. Zwei Söhne unser« Gemeinde, Reinhard Blech er und Wilhelm Schmidt, wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.
d. Oberursel, 21.Okt. Für die in hiesigen Lazaretten v«- storbenen Krieger wurde ant den, Friedbos von der Stadt etn Ehreniriedhos eingerichtet. Als erster Krieger wurde heute unter sehr starker Beteiligung der Reqierunqsbanmeister und Leut- nanr Hieronymi aus dem Ehreniriedhos bestattet.
Wärktr.
TC. Wiesbaden. Vlshh.s-Marktberiqt oom 21. Oft 5Wttrfefe: Rinder b>> tOchsen 26, Bullen 6, Küb« und Färsen 24),
Käld« 92, Schaf« 1r6, Schwe i n« 3)5.
Geschäft mittel.
Och sen.
3amc, fWWrfoe, nicht «-»gemästete nutz älter«
«uSgemäftrt-............
Mäßig genährte jung« und gut gv»
genährte älter«...........
Bul l« n,
BokMeischig«, m,«gen», höchsten Dchlachtw. . .
Vvllfleiichig«, jünger,..........40—46
Färsen. Stil (je. kolkstestchig« miSqemäsiete Küh, höchst«,
Schlachtwertes dr» zu 7 Jahr«,.....
Wenig gut entwickelte Färsen.......
Aeitere a»»gemäst«tr Kühe.......
Kälber,
Feinste Maslkälder........... 80—84
Mittler« Mast- und beste Saugkälber . .
E ch als.
Wetdemastschaie >
Maftlämmer und Masthammel.... 4b,»i
Schweine. r»Vst»tfcht>e Lchw«tn» von 80—100 !ra Lebentz-
Preisestlr 100 Pst», Lebend» Schlacht
gewickit
Rk. Mk. 48—52 89—98
LS—48
80—87
47-50
40—45
82—87
70-8U
38—48
47—50
33—37
72—87
85—02
65—76
60—84
52—58
100—107
87-94
>—00.00
92-00
59X-S1
57-58
7« 77
73 74
60'/, 83 67X-50 64—00
70-77
73-73
68-00
steiichtge Schwein, unter 80 Kx Lebendgewicht Bovstetjchig« Schwein« von 100—120 K? Sebentz»
gewicht..............60*/, 62
Fettjchweine über 150 tzx Lebendgewicht -----
unreine Sauen und geschnittene Eber .
Limburg «. d. L»st«. 21. Okt. Fruchtmark!. Durch- IkhutttLpref» pro Malter. Roter Weizen lNaffau,scher) 31.25 tzich, weißer Weizen sangebaute Fremdsorten) 20,75 »Ik, Korn 17,00 Mk, Gerste (Futter) 0,00 Mk.. Braugerste 0,00 Mk, Haler 11,10 Mk., Erbsen 0/)0 Mk, Kartoffeln d« Ztr. 3,01-0)00 Mk , Butter das Psund 1,15 Mk, Eier das Stück 10 Psg.
MrchUche Nachrichteu.
2rraeiitisch« Setiyioasgemeintze. Wttttüirnst in der Svnaqoq« (Süd-Anlage). EamStag. den 84. Oktober 1 S 14 : vorabenb: 6.00 Ui>^
M org ««»: st.stv Uhr.
Nachmittags: S.30 Uhr. Lchrifterkkäruug. SabbatauSgang: 8.05 Uhr.
Irraeisiische Rekigi««sesrllfchaft.
HotterdieNst.
Sabbatieier am 34. Oktober 1 S 1 4: Freitag abend 4.50 Uhr.
Samstag vormittag 8.50 Uhr,
Samstag nachmittag 3.30 U hr.
Sadbat-AuSganq 8.05 Uh«,
WochengotteSdienst : Morgens 8.30, abends 4.30 Uhr.
Meteorologische veodachtungen der Station Siehes.
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Höchste Temperatur am 20.-21. Okt. 1!>U = + 12,8 C.
Niedrigste , , 20.-21. . 1S!4 = > 7,8',
Niederschlag: 3,3 mm.
Vercnttwortlich sür „Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Brrmychrcs": I- V-: August Gvctz.


