Reue französische Kriegsschiffe.
Paris, 21. Okt. (Ctr. Bln.) Me ,,Agence Havas" meldet auS St. Sa^aitc: Der für die französische Marine bestimmte Uederdreadnought „Normandie" ist am Montag glücklich vom Stapel gelassen worden. Nach einer werteren Havas-Meldung ist auch das Linienschiff „F l a n d r e", das eine Wasserverdrängung von 25 000 Tonnen ausweist, am Montag vom Stapel gelaufen.
Japan besetzt die Marschall-, Mariannen- und Karolineninseln.
London, 21. DTt (WDB. Nichtamtlich.) Das Reuter- sch« Bureau meldet aus Tokio vom M. Oktober: Das Ma- rincministerium gibt bekannt, daß die Marschall-, Mariannen- und KarotineninseVn ans militärischen Gründen besetzt worden sind.
Aus dem Reiche.
Zum Geburtstag der Kaiserin.
(WTB.) B er l i n, 21. Okt. (Nichtamtlich.) Die Kaiserin wünscht ihren morgigen Geburtstag mit Rücksicht aus die Kriegszeit in regelmäßiger Arbeit ganz in bei Stille zu verleben. Die „Norddeutsche Mg. Zeitung" schreibt u. a.:
Nicht allein in Schlags ertiqkett, sondern auch in der Gestaltung einer hingebcnden und opferwilligen Liebcstätigreit, die heute alle Stämnie cmt, steht Deutschland an erster Stelle. Die Kaiserin Auguste Viktoria hat seit Kriegsbeginn ihr Wirken bis zu einer Höhr gesteigert, die nicht mehr übertrofsen werden kann: keine Frag« der Not -cher des Bedarfs, die nicht von der hohen Frau, zugleich edier erfahrenen Kennerin und Beraterin für den großen Umkreis dieser Pflichten gefördert wäre. So verbindet sich die höchste Probe des Lebenswerkes mit seinem schönsten Triumvb, wobei die Un- zer tr enu lichkcit und der völlige Einklang zwischen dem innersten Empfinden und dem Wollen bei Fürst und Volk zum reinen frohen AuÄrrvck kommt.
Einberustmg de§ Reichstags.
Berlin, 21. Okt. (W. B. Nichtamtlich) Wir verlautet, wird der Reichstag Anfang Dezember zu einer kurzen Beratung MssurmeMveteu.
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Maßnahmen «egen Sartofferverteuerung. Der
deutsche Kartoffel-Großhändler-Berband (Sitz Düsseldorf: hat an das RettbsanU des Innern eine Denkschrift gelangen lassen, in welcher die Notwendigkeit betoM wird, zwecks eines vermehrten Angebots von Ware auf die Landwirte einzuwirken, damit diese den für den eigenen Bedarf nicht unbedingt notwendigen Vorrat von Kartoffeln dem allgemeinen Gebrauch freigeben. Zrhr Erreichung dieses Zieles sei erforderlich, aufllärcnd dahin zu wirken, daß die ungebührliche, über ein bestimmtes Maß hinausgehend« Festhaliung von Ware jedenfalls moralisch nick« als mt» ivandsrci bezeichnet werden könne, und daß. falls die cvtfprechen- den öfientiichcn Hinweise nicht genügen sollten, mit Maßnahme« gegen solche Landwirte (selbstverständlich auch Händler! vorgegangen werden nnlsse, denen uachgewicsen wird, daß sie Kar- ofsclnt zurückhalien beKv. aufspeichern, um ans die allgemeeue Preislage verieuernd zu wirken und ans dem Hochgehrn der Preise nnbereckttigtzcn Nutzen zu ziehen. Ms derartige Maßnahme könne allerdings nur die zwangstveife Enteignung in Betracht ton mm . lMlerdings dürsten dann niemals die aujznst cklewwu Höchstpreise eintreten, sondern gerade umgekehrt besondere Mindestpreise, weil ein Verkauf zu ^Höchst- «preiseick' dem Besitzer der Ware nur erwünscht sei» könne. Es müßte als» das Gesetz bctr. Höchstpreise eine Ergänzung dahin erfahren, daß im allgemeinen der Verkant svei- gelafsen und nur von Fall zu Fall eiugefchritten. wenn ein wucherisches Festhalten von Ware nachweisbar ist.
Berlin, 21. Okt. lWTB. Nichtamtlich) Ber Beginn des Krieges beaustragte der Kultusminister den Ausschuß für das kaiserliche Bolksliederbuch mit der Ausarbeitung -eines den Bedürsnifsen des Heeres entsprechenden Krregs- ftrederbnche s Etwa eine halbe Million Exemplare des letzt fsertigg «stellten Büchleins sind, wie wrr erfahren, dem Heere soeben ans den Mitteln des Ministeriums überwiesen worden.
Berlin, 21. Oki. (WTB. Mchtamtlich.) StaatSnunister «. D. Gras p. Zedlitz und Trützschler ist in der ver- »wngcnen Nacht m Charkottenkmrg gestorben, v. Zedlitz war «n» 8. Mzcmbcr 1837 in Freienwalde a. O. geboren und wurde nach reger Tätig Kit in der .Kreis- und Provinzialverwaltung 'Schlesiens Regierungspräsident in Oppeln, Mitglied des Staats- .rats, Oberpräsident der Provinz Posen und Präsident der gleichzeitig gegründeten Ansiedlungskonrnckssion. 1891 wurde er zum pveußtscben Kultusminister ernannt. Er nahm bereits im nächsten Zähre seinen Mschied, nm 1898 in den Staatsdienst und zwar «ls Oberpräsident von Hessen-Nassau Mrückzukehreu 1903 wurde -er zum Oberpräsidenten von Schlesien ernannt. Er war Ritter des Schwarzen Wlerordcns, Mitglied des Herrenhauses, Ehren- idokbor der Universitäteu BttSlau und Grersswald.
Berlin. 20. Okt. 158235 Nichtamtlich.) Die „Nordd. TO«. 'Zeitung^ schreibt: Bei dem Kaiserlichen Patentamt werden setzt häufig Anmeldungen eingereicht, in denen für Worte wird Darstellungen, die aut die gegenwärtigen kriegerischen und politischen Ereignisse Bezug haben, der Wa ren ze rchen sch« tz /begehrt wird. Ae freie Benutzung solcher Worte und Darstellungen (tz. B. der Nanie von Schachten, Schiffen, .Heerführern ,usw.), bei der Ausstattung und Feilbietung von Waren entsprmgt einem allgemeinen Bedürfnis, und der Verkehr siecht in solchen Zeichen mehr einen Ausdruck vaterländischer Grsrnnnng, als einen geschäftlichen Hinweis auf <xnr bestimmte Ursprungsstätte der Waren. Bezeickmungen dieser Art entbehren daher im allgemeinen der Unterscheidimgskmfi im Sinne des z 1 des Warenzetchnungs- gesetzes vom 12. Mai 1894 und dürfen rocht durch Eintragung in die Zercheirrolle zum Gegenstand von Sonderrechte» einzelner gemacht werden. — Boi» den zuständigen Abteilungen des Patentamts werden daher Anmeldungen, welche diesem Grundsatz widersprechen, zurückgewiesen. Es wird den Gewerbetreibenden empfohlen, zur Ersparimg von Kosten und Umständen von der Einreichung drrartilter aussichtsloser Anrneldungen Abstand zu nehmen.
Mül Hansen i. Elf., 21. Okt. (SB. 8. Nichtamtlich.) Der iGroßherzvg von Baden ist heute zum Besuche der in den ,Lazaretten liegenden Verwundeten eingetrvfsen, Er begab sich dann zu seinen in der Feucrlin« befindlichen Truppen.
Bericht über die Lage des Arbettsmarltes in Hessen. Hcssen-Nassan und waldeck im September IM.
Erstattet vom Mitteldeutschen Arbeitsnachweisverband.
Gegenüber dem Vormonat ist auf dem Arbeit? mark tz. wie wir schon gelegentlich des Berichtes über die Tagesordnung des genannten Verbandes in Nr. 245 des „Gieß. Arrz. mitteilten, eine Besserung eingetreten, die auf er« Reihe von Gründen znrückznsübren ist. Zunächst erfuhr der Andrang der Arbeitsuchen, den einen Nachlaß infolge der Einberufung werterer Jahrgänge des Landsturmes und der Einziehung eines Teiles der Militärpflichtigen. Ferner ist es, namentlich infolge Maßnahmen staallichcr und kommunaler Verwaltungen gelungen, einen Ausgleich innerhalb der verschedenen Berufsgrnppen herbeiznführrn. Eine Buchung des Arbeitsmarktes ist auch ringe treten durch Vergebung von Milftärarbeiten in .größerem Umfange, so zwar, daß in emrr Reihe von Fällen M-angcl an Bewerbern vorhanden war. Schließlich hat sich auch die Industrie von der ersten Bestürzung in dem Wobilmarhungsmonat erholt und hat wenigstens teilweise die Betriebe wicher ans genommen. Zntz eöqelnen stellt sich in den ver
schiedenen Orten nach dem porliegenden Bericht die SlrbeitsMarktlage wie folgt dar:
In Frankfurt a. M. ist die Zahl der arbeitslosen Mitglieder des Metallarbeiter-Verbandes von 1500 am Ansang des Monats auf 870 am Ende des Adonats gefunken. Viele Mitglieder fanden bei der Trambahn, bei Etfcnbahittxntten, bei der Post und bei Notstandsarbeiten Unterkommen. Eine Anzahl Betriebe, die Aiisang August geschlossen hatten, haben, wenn auch in beschränktem Umfange, die Produktion wieder anfgenvmmen. Die Zahl der stillgelegten namhaften Betriebe fiel von 56 am Anfang des Monats auf 19 am Ende des Monats. In einigen Betrieben wird mit Ueberstunden gearbeitet. Bei der A. E. G. ist im Schcinwerferban die Zahl der Arbeiter wesentlich erhöht. Voll beschästigl sind auch die Automobil- und Carosserrewerke. In den Adlerwerken wird in der Autorepcrratnrabteilnng mit Ueber- stnnden gearbeitet. ?luch mittlere Betriebe, Bauichlossereieu. Bau- spenglercien, Jnstallationsbetriebe, haben teilweise Neueinstellungen vorgenommen. Mangel herrschte an Schmieden, Heiznngsmon- tenrcn und älteren Eisendrehern. Ein Mangel an Schmieden wird auch aus Kassel gemeldet. In Darmstadt wurden ähnliche Beobachtungen gemacht wie in Frankfurt a. M Di« Arbeitslosen- zahl des Metallarbeiterverbandes fiel beispielsweise von.295 am Anfang des Monats auf 135 am Ende des Monats. Der Bau von Militärbaracken bot, wenn auch in beschränktem Umfange, im Schlossergewerbe Beschäftigung. Mich Svengler- und Installations- firmen konnten ihre Arbeiter behalten. Dir Hüttenwerke in W e tz - l a r waren gut beschäftigt. Der Brückenbau in RüdesheiM a Rh. ist wieder ausgenommen worden und sind dabei IM—150 Schlosser und Nieter beschäftigt. Mlgemein herrschte starke Nachfrage nach Militär s a t t l e r n. Der Mangel an Sattlern konnte teilweise durch Tapezierer ausgeglichen werden. Im übrigen war im Tapezierergewerbe die Geschäftslage _ sehr schlecht, da der Matratzenbedarf jetzt zum größten Teil gedeckt ist. In Darmftndt scheint die Lage für das Tapezierer- und Polsterergewerbc etwas besser zu sein. In Langen i. H. bat eine Lederzurichterei mit 56 Arbeitern den Betrieb eingestellt. In der Holzindustrie ist ebenfalls eine Besserung eingetreten. Die Arbeitslosenzahl des Holzarbeiterverbandes in Frankfurt a. M. bat wesentlich abgenommen, hauptsächlich allerdings infolge des Ueberganges in andere Berufe (Straßenbahn, Post nsw.). Durch gemeinsamen Beschluß der Verbände in der Frankfurter Holzindustrie wurde die Arbeitszeit von 56 auf 52 Stunden vro Woche verkürzt, mit der Maßgabe, daß im Bedarfs- sallc weitere Verkürzung eintretrn könne Einige Neueinstellungen von Arbeitern konnten vorgenommcn werden. In Darmstadt wird die ArbeitsmarkUage im Holzgewerbe als wenig günstig bezeichnet. Etwas bester waren die Dauschreiner infolge der Barackenbauten und Lazaretteinrichtungen daran. In einigen kleineren Orten scheint die Erwerbsmöglichkeit für Schreiner und Holzarbeiter besser gewesen zu sein, wie z. B. in Wetzlar, Rüdesheim a. Rh. Für Küfer fand sich in den Äevfelweinkeltereicn in Frankfurt a. M. gute Beschäftigung, dagegen ist die Arbeitsmarktlage in Weinbandlmi- gen sehr schlecht. Im Nahrungsmittelgewerbe war in Frankfurt a. M. die Nachfrage nach Bäckern gering. Die Einschränkung des Brvtkonsums und der Weißbäckerei machte sich bereits bemerkbar. In Darmstadt hatte das Nahrungsmittelgewerbe vollauf zu tun. Bäcker- und Metzgergcschäste beklagten sich über Gehilsenmangel. Im Braugewerbe wird die Lage im allgemeinen als verhältnismäßig günstig bezeichnet, ivenn auch di« Zahl der Beschäftigten gegen früher zurückgegangen ist und die durch Einberufung zum Militär frcigewordenen Stellen nicht ivieder besetzt worden sind. An Metzgern herrschte anscheinend an einigen Orten Mangel. In der Tabakbranche haben sich ebenfalls die BerbÄtuisie etwas gebessert. Starker Mangel herrschte an Mi- litärschneidcrn, während aus den Maß- und Konsektivns- gcschästeu fast gar keine Nachfrage nach Gehilfen vorlag. Mangel herrschte an manchen Orten auch an Schuhmachern (Knssck). AehnLch wir in Frankfurt a. M. lagen dir Verhältnisse in Dnrw- stadt. Möglicherweise bringt der Eintritt der kälteren Jahreszeit auch für die Zivilschneiderei besseren Geschäftsgang.
Die Lage im Baugewerbe war etwas besser als in de» Bornnmaten. Zeitweise herrschte Mangel an Maurer», Zrnrwrr»
leuten und tüchtigen Erdarbeitern. SchlecA war der GeschäftK- gang für Maler und Weißbinder. Bei der Meldung »cm Stellen bei auswärtigen SBanten machte sich der Mangel an iüwgerenj zugereiste» Gehilfen sehr bemerkbar. Die sich Meldenden sind zum allergrößten Teil ver h e i r atet und es hält auherordenckich schwer, diese zur Annahme einer auswärtigen Stell« zu bewegen. Manche andere Arbeitsge l ege nh e i t bot sich bei der Errichtung von Gefangenenlagern, so in Limburg a. d. L. für 10000 Mann, i« Niederzwehren (SZez. Kassel) für 20 0M Mann, ferner in W c tz l a r. In Darmstiüü hat sich die Söeschäftigungst- möglichkeit für Maler und Weißbinder gebessert. Durch die Fertigstellung von Militärarbeiten wird ei« große AnzaU von Arbeitern noch auf längere Zeit Beschäftigung haben. Gebessert hat sich auch die SNschästigungsmöglichkeit für Dachdecker. In Gießen ist die Lage im Baugewerbe etwas besser geworden, dagegen siegt in einer Reihe von lleinrren Orten das Gewerbe vollkommen darunter, wic z. B. in Kreuznach, Bingen a. Rh, Bad-Nauheim. Bau Handwerker im Rhcingaukreisr fanden bei dem Brückenbau in Rüdcs- heim a. Rh. gute Beschäftigung; im ganzen inerbat dort jetzt etwa 6M Mann beschäftigt. Auch einige Einsannlienhäuser wurden gebaut und die Kanalisation w eit e r gef ü hrt. Bei den Buchdruckern war auch im vergangnen Monat die Arbeitsmarktlage schlecht. In Frankfurt a. M. bspw. waren am Monatsende 548 Ar- bectslosc gegen 134 im selben Monat des Vorjahres vorhanden. In .Kqsiel und D-rmswdt Legen dir »crhältuiss« ähnlich. Im Schlch- bindergewerbe wich voranssichtlich die ZaU der Arbeiter vermindert werden. In der chemischen Industrie war das Inland- geschäst befriedigend, so daß die Aussichten für die Zukunft nicht ungünstig find. Im Gastwirtsgewerbe machte sich naturgemäß die allgemeine Lage uwgLrstig bemerkbar. Für Aushilfen war wenig zu tun. In Wiesbaden beschränkte sich die Vermittlung in der männüchen und weiblichen Abteilung des Arbeitsaintes fast ausschließlich aus das niedere Personal. Durch die Einrichtung städtischer Speiseanstalten fcmntot Verschieden« Krntiwkl- und Ber« traucnSposten besetzt «erden.
Nr u u gel ernte Arbeiter war im aklyemeinrn dre Arbeitsuairkklage nicht ungünstig, Tnsbestmdere wurden fast kn allen SLidten Notstandsarbeiten erngSöhtet, wo ein großer Teil llnlerkunst strich Mch bei der Post, bei den StaaSbahstb-mstn bei der Trambahn und bei den Keltcoeia, fanden viele Leute Beschäftigung. Awch für Jugendliche, Ausläufer inch Packer war der Geschäftsgang gegenüber dem Vormonat besser. Ber der l a n d« wirtschaftlichen Bermrtllnngstätigkeit war der Geschäftsgang sehr gut, wenn auch in Betzng cmf die ZaU der besetzten Stellen das Sjorjahr nicht erreicht wurde. Der Grund ist darin zu suchen, daß ein großer Tckil arbeitsloser Leute aus anderen Bernsen zur Hillelastung emgesprun^nm ist. Mangel berrschte gn dauerndem landwictschaflliiben Personal, z. B. an Merdeknechten. Tagelöhner waren stets genügach vorhanden wenn auch allerdings ältere Leute.
Auf dem weiblichen Arbeitsmarkt ist bei dem Haus- personal im allgemchnen die Zahl der Stzellensuchenden gestiegen, die Zahl der Aufträge ist gegen das Vorjahr gleick) geblieben' Viele Stcllenfuchende kamen in Krankenhäusern und Lazaretten unter. Es herrscht immer noch Mangel an gutem Hauspersonal Sehr schlecht war dagegen die Bcschäfügung für gewerbliche Ar- betterrirnen, Schoeeü>e A nnen, NÄternonm. Modistinnen. Fabrikarbeiterinnen. Die Einrichtung von Nähsttlben und Strickstuben hat an einige» Orten für die Linderung der Not gesorgt Ebenso wurden m einigen Orten Notstandsarbeiten sür Frmieu einge- ^Ät «, in F ransinrt a. M. Strickarbetten. Durch Austtäge an die Pr,vatiiidu skrc seitens der Milttärverwaltmrg konnten auch do^ Arbettslose nutergebrncht werden Häufig besteht eine gewiss« Schtoierigstvi in den Uohuverhältnifien. da b« den zu liefernden Massemrrbeiken nur geübtt Näherinnen etwas verdienen. Am schlimmsten dürfte die Lage zurzett für d,e Fobrik- fiin, die ailch für die eingerichteten Notstandsarbeiten (Strickarbeiten und Näharbeiten) nur in beschränktem Umfange m Frage llmrmeit.
Au» Stadt und €ms$w
Gießen, 22, Oktober 1914.
** Mit d em Eisernen Kreuz ausgezeichnetz« 116er. Nach uns aus dem Felde Angegangener Nachruhm erhielten von Angehörigen des 116. ReKs. das Eiserne ikreuz: Major v. Asten, Hauptmann Wehrheim, Hcmptnnmn R i e ck, Oberle ntnairt F i m e n i ch, Leutnant Brendel (Rudolf), Leutnant v. Specht, Leutnant Schroeder, Leutnant Haagner, Leutnant Buch- holtz, Leutnant d. Res. HeKlwig, Leutnant h Aes. Johlen und Borne mann, Feldwebel Steinmetz (6. Komp.), Feldwebel Goppelt (8. Komp.), Feld»veb^ Bill (7. Komp.), SSizefeldwebel H<dtke (6. Komp.), Bize- feldwebel Combe (6. Komp.), Bergck (6. Komp.), Schafe r (5. Komp.), Kr ö nin g (8. Komp.), Dnfi n e (8. Komp.), llfstz. d. Res. Brauns (&. Komp.), Schell (5. KvnchT Rosenbaum (7. Komv.^ Uffe. d Res. Noak (4. Komp.h Bizefeldw. d. Res. Roth (8. Komp.), Musketier Fink und Nahrung (8. Komp.)> Einj. Gefr. Becker (8. Komp.) Ernj. Ufstz. Pansch (8. Komp.), Gefr. d. R L uh (8. Komp.)» Musketier Müller Ul. (7. Konrp.)tz Reseroist Kien ecke (5. Komp.), Stein ff>. Komp.), Bommersheim (6. K.), Ufsz. Lochmann (5. Kvmp.), .Hornist Eg«er (5. Komp.).
** Die Hessische Tapferkeits-Medaille erhielten: Vizefeldw. Marge lf (5. Komp.), Uff*, t». Res. Sack (7. Kong,.stz Gefr. d. Res. Kinzenbach (8. Komp.), Düringer f6. Komp.).
** Pri «zMax von Hessen gefanstze-n. SBte wir in der gestrigen Ausgabe beruh petzen, ist! Prir^ Max von Hessen, der zweite Sohn des PrmpmpautteS F r i e d r ick , Karl, durch einen Schnß in den Oberschenkel verwundet worden. Er wurde nach seiner SSetnttnfaertg ta das Kloster Bailleul an der belgischen Grenze gebracht. Wie man der „Franks. Ztg." meldet, ist der Prrnz dort von^«a En^> länderngefangengenommen Wochen. Ans eine <Ä- kuirdigurrg an zirständiger Stelle in Darmstadt erfahren: wir, daß die Nachrrcht ans Tatsache« beruht.
** Liebesgaben für das Reserveregiment 11k, Nachdem mit bau zweiten LrebesgadattraaSport die Gabe« dc« Truppen unmittelbar in die Front zugeführt werden konnten, soll versucht wechen, in Kürze eine weitere Sendna« de» Reserveregiment <äck dem gleichen Wege zuznfnhren. E» wird dies voranssichtlich die letzte Sendung schtz die auf diesem Wege vor dem Winter abqeheu kanu. da bei e i n tr etr» - dem starken Frost die Baörderung mtt Kraftwagen in Frage geslckh ist. Di« Stadtverwaltung hat daher die städttscheu Liebesgaben sa m m el st el l e in der Baracke im Hofe der Stadd- knabenschule an der Nord-Antagr wieder eröffnet ,rnd erläßt t» Verein mit dem Zweigverein vom Roten Kreuz und dem M«»- sraucirverer» in der heutigen Nummer einen »men Aufruf zur Spendung von Gaben. Wohl sind die Gaben schon reichlich geflossen, cs mangelt aber noch an vielem, wenn mau ruäglichst all« nufere 116er bedenken will. In erster Linie ist wollenes Unterzeug sehr stark begehrt. Wollene Hemden, Unterjacken, Strümpfe und Fußlappen, das war allenthalben der erste Wunsch der Soldaten: erst in zroeiter Linie kamen Tabak, Zigarren, Zigarette» und Wurst. Di« von mehrermi Ortschaften gestiftete .Hausniacher- wurst war natürlich ein ganz besonderer Leckerbissen. Die genannten Steile« richte« daher an alle Kreise die dringende Bitte: Gebt schnell und reichlich und helft dazu beitragen, daß unseren tapferen Soldaten eine Freude und Erleichterun« in ihrem schwere» Kampfe gemacht werden kann.
** Die Verschiebungen im Wert unserer Heiz- und Leuchtmittel. Wie schon ja Beginn des Krieges vorauszusehen war, hat die Petr»lenmein- fuhr nach Deutschlandsich vermin der t «nd, !vos die hauptsächlich in Betrrnht kommende Liesernng von Amerika aniMigt, wohk so ziemlich ansgehört. Die Folge ist, daß di« Petroleumvorrüte schon merklich knapp werden. Infolgedessen hat die Deutsch-Amerikanische Pe- trolemn-GeseLschaft, ferner die ^Olex" und die Petrvkenm- BerkmifSgesellschast den Verkaufspreis für Petrvlezan im Kleinhaivdel um 3 Psg. sür 1 k^, also von 20 Psg. cruf 23 Psg. für 1 kx sür die Abgabe in Eisengebinden erhöht. Weiter hat die Petroleum-Gesellschaft ihren GroßoLnchmcrn mitgeteilt, sie könne jedem nur nngesähr die Häkste des bisherigen Wtnterbedarfes kiefern. Es ist zu bedenken, daß «ruf dem Lande vielfach kein« Möglichkeit einer Beleuchtung außer der Petrobeumbelench- tuug gegeben ist und daß also die PetroVeumvorrSw zweckmäßig hierfür Vorbehalten werden müssen. Um so mehr rst es nötig, jetzt überall in den mit Gas und Elektrizitak versorgten Orten darauf lfinznivirken, daß Gas- oder elektrisches Licht Verwendung surdet Dauert der Kriag lange, st wtrd geradezu die Notwendigkeit dafür vorltogen. ES liegt übrigens in dringendem vaterländischen Interesse, den Gasverbrauch zu fördern, weil jetzt unsere Landwirtschaft für ihren Stickstoffbedarf, den sie biA)er ungefähr zur Halste durch die jetzt imfcerfeutbo» Ein fuhr von Chrlisalpeter deckte, angewiesen ist ans die inländische Erzeugung und zwar insbesondere ans die Erzeugung von Ammoniak, das in den Gaswerken gewonnen wird. I « der Mohr, das di« Gaswerke hier»»« erzfeugen, ist W» größtem Wert Jetzt zeigt es sich, daß die Destillation der Kohle Aufgaben denkbar wichtigster AÜft für die Dierch- führung des Krieges zu leisten hat: die Ddte des DeereS, ber seitens der Marineverwaltnng mit Beschbag b«4cyt loorde» ist, dienen der Marine sür FeliernngszwecSe, das tennoU) irm die Ernährung des deutschen Volkes sicherjnsteSeu,
** Verleihung pvn Ehren-Urkunden «n selbständige Personen deS HaudwerkertzondeL Di« Handwerkskammer zu Darmstadt wird wie in früheren Acrhren an unsckbständige Personen des Handwerkerstandes, Gesellen, Gehttsen usiv„ welche mindestens 25 Jäher i« ein und demselben Betriebe nuunterbrvchen tätig gewesen find, als Aw- erkemruug sür die treue Arbeit Ehren-Urkunden verleihen. Bei dem wirtschchllichen Auffchtvnng, den ein« große ZaU Tkruss- grnppen in den zwei letzten Jahrzehnten griwmmen hat, ist ein öfterer Wechsel in dem Personal wie früher zu verzeichnen. Ern> Aushalten von 25 Jahren bei rin und dcmlelben Meister qehört immerhin schon zu den Seltenheiten und setzt Treue, Fleiß, Ehrlichkeit und rechtschaffenen Sinn voraus. Diesen Personen zur Anerkennung und andern zur Aueiserung dienend, sollen die vor- genmmten, einsachen, aber in ihrer Ausführung künstlerisch gehaltenen Ehren-Urkunden nach folgenden Verlcihungs - Bestimmungen verliehen werden: 1. Die Verleihung erfolgt an Weihnachten. 2. Die Anträge zur Verleihimg sind von der gewerblichen Körporativn, welcher der Arbeitgeber angekört, ber der Lxmdwerksbunmer zu Darmstadt bis spätestens 1. November l. I. einzirreichen. 3. Den Anttägcn ist ein ausführlicher Lebenslauf d«S zur Ärszeichnung Borgefchlacunen, sowie ein von dem Aetriebs- inhaber «nrsgrstelktes, ortsposizeilich beglaubigtes Arbeitszcugnis, das gleichteitty den Noch:veis der 25jährigen irmmtcrbrochenen Dienstzeit in ein imd demselben Bettiebe enthalten muß, soivie ein von der Polizeibehörde «rusgestrlltes Leumundszeugnis beizuschliehen.
** Der Verkehr aas unfern Dahnhöfen hat in der letzten Zeft wieder andere Formen nngcnommcn. In bjp Frühe von 6 bis 7 lßhr bringen die Züge die bekannten Smarcn von Arbeiter und Arbeiterinnen aus der Umgebung in die Stadt, die hauptsächlich in der Tabakindustric Beschäftigung finden und am Abend gegen 6 Uhr wieder in ihre Heimat zurücksahren. Die Berwandets«- nab Le-


