Ausgabe 
22.10.1914
 
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fangenentransporte fwbm bei Tage wenigstens in d«n letzten beiden Wochen ans der Station last ganz ausgehört. Dagegen bringen die endlos langen D-Zügc zahlreiche aus den Lazaretten entlassene Krieger zu ihren Regimentern zu-/ rück oder auf Erholungsurlaub in die iocimnt. Nur vereinzelt bringen die Züge auch Verwundete, die sich in Lazarell- behandlung begeben. Dieser Tage hielt auch am Personen-, bahnhos ein Transport leicht verwundeter P fe r d e, die vom Kriegsschauplatz kamen. Täglich fast passiert allerdings un­sere Station ein Lazarel tzuq, der nach kurzem Aufent­halt nach Norden weikerfährt. Benvundelentransporte, die neuerdings aber nur Franzosen und Belgier bringen, passie­ren Gießen in neuerer Zeit nur nachts. Sie führen Mann­schaften, die schon besonders in Belgien in deutscher Lazarett- behandlung waren und dort Platz mache» müssen.

** öHcfeener Volksbad om 3. Virrlrljahr wurden in der Anstalt 33 769 Bäder abgegeben (gegen 33 045 im gleichen Zeitraum 1913) im Durchschnitt täglich 367 Bäoer <369!. Sie verteilten sich wie folgt: 15 567 Schwimmbäder 14 062 , 829 Wannenbäder 1. Klasse. 3620 2. Klasse und 1254 3 Klasse. 8526 Brausebäder, 240 Dampf und medizinische Bäder und 3732 Polks- schwimmbäder ä 10 Psa Die Perwnenwaqe wurde 640mal benutzt. Trotzdem der grössere Teil der Stammgäste des Bolksbades beim Deere eingcrffckt ist. hat sich doch die Benutzung der Llnstalt aut der Höhe Hallen können, wozu besonders die Einguartierung viel beigetragen haben mag.

** E t n gefährliches Spiel trieben am Dienstag nachmittag zwei etwa I4,ährige Buben in der Plockstraße in der Nähe des Cass Altona Sie riefem mit vorgelmltenem Luftgewebr einem im Auto berankommendon Forint ein Halt zu. und als dieser, ein Arzt alus der Umgebung, sich daran/ nicht kehrte, drückte einer der Jungen sein Gewehr ab, wobei er dem Fahrer eine blutende Verletzung <ni der Hand bei­brachte. Gegen solche Verlegung von Kriegspieken aus die friedliche Straße hisst neben dem streitgcn Einschreiten der Polizei eine gehörige Tracht Prügel am sichersden. Landkreis Gießen.

I. Mainzlar, 21. Cfi Den El»,ittod Ult« Vaterland ftnrl' in einem Lazarette zu Bsrlin der Ge> reite Friedrich Felde von der Kompagnie des Leibgarde-Regiment? Nr. Ilö. Ter Verstorbene st das erste Spier, das der Krieg in unserer Gemeinde gefordert hat.

Kreis Büdingen.

* Nidda, 21. Oft Am Montag fand im Sparkaisegebäud: die Harp,Versammlung derBrzirkssvarkalsr Nidda statl. Nach dem Geschäftsbericht bat die Bt-zirksipnrkaiie auch im vergangenen Jvhre crfreulufK Fortschritte gemacht und über 200 Sparkassebücher mehr ausgestellt Den Etniiahmen von 1 927 531,78 Mk stehen die Aufgaben mit 1 793 202,99 Mart gegniilber. so das; ein Ueberschust iwn 134 331,79 Mk. verbleibt. Das Kapital vermögen der Kasse betrug 5 389 174 Mk. die Scknil- den belaufen sich aus 5 382 483.75 Mk., mithin ergibt tun Re- ierveionds Eatdr 1913 241 022.04 Mk. Ter Reingeivnn beträgt 17 936,12 Mk. Bon dem Reingewinn konnten nickst nur für landivirtscha'tliche und gewerbliche Einrichtungen, für Kirchen- nnd Sckmlzwecken in bisheriger Weise reichliche Unterstützungen bewilligt werden. sondern auch angesichts der jetzigen lckstveren Kriegszeit dem Beteranen verband Nidda um Umgcg-nd 300 Alk., dem Lande-"erein vom Roten Kreuz 500 Mk. und den Not­leidende» in Ostpreußen 500 Mk genebmigt werden. Ferner fand ein Antrag des Vorstandes Annahme, wonach aus dem Reserveionds ein größerer Fonds gebildet werden kann, dessen Zinsen zur Unterstützung der lnlfsbrdnrstrgen Hinterbliebe­nen von gesallenen Kriegern des Sparkaslebezioks ver­wendet werben sollen. Nötigenfalls wird dieser Beschluß auch die Genehmigung der Aussichtsbeltöide finden Weiter wurde be- schlonen, daß den .Kirchengemeinden des Bezirks für Darlehen derselbe ennästigt: Zinsfuß geivahrt ivird »ne den politischen Gemeinten An der Zeichnung iür die Reichskriegsanleihe hat kich die Bezirkssparkasse mit 100 000 Mk. beteiligt Zum Schlime der Berhandliingeii wurden an 29 Dienstboten de? Bezirks, die 5 Jahre und länger bei derselben Herrschaft fleißig und treu gedient haben, Prämien von je 18 betzw. 22 Mk. auSbchahkt.

Kreis Friedberg.

d. Ali? der Wellers », 21. Okt. Tie schädlichen A b- wässer der Ziikkersabrik ,W e 11 e r a u* bei Friedtzerg üben >cho» ivieder ihre verderbenbringende Wirkling in den Gewässern der ll'g und N'dda n»r Z» vielen Hunderten siebt man seit einige» Tagen Sie Fische tot an der Wasieroberstäche talwärts treiben.

Etnrkenburg nnd Rheinhessrn.

^ Aus dem südlichen Odenwald, 21. Okt. Die Ernte der E r d g c w ä ch >' e ist allenthalben beendet. Besonders haben sich Dickwnrz und Kohlrabi gut entwickelt und infolgedeisen eine gute Ernte ergeben. Auch das Weißkraut sowie alle anderen Gemüsearten und gut ausgesallen Dagegen sind auch in unserer Gegend die K a r t o s s e l p r e i s e gegen das Borsahr erheblich gestiegen. Mit dem Einsammeln von Eicheln lxil auch manche- Bewohner unserer Gegend eine lohnende Beickiäitigung gefunden Fleißige Sammler verdienten sich an manckwn Tagen 5 Mark nnd mehr.

e. Aiiolterbach, 21. Okt. Der Sohn des hiesigen Polizei dienerS Sattler, Adam Sattler, der bei Ansbruch des Krieges in der 10 Komp, des 125. Fni-Retgs. diente^, hat das Eiserne Kren, erbalten. Bis jetzt hat der Krieg in unserer tzstmeind. zwei Ovser geiordert. Am 28. August fiel der Gerrdesüsilier Geor Sattler und am 24. September der Reservist Peter Bauer.

Hessen-Nassau.

h. Franksurt a. M, 2l. Okt. Al? Tienstaq abend der ?8säs»ige Webrmann Ludwig W l tt e r au? Helevhos sKrei? Heppe» beim) in der Tertorstraße von einam iatnenden Slraßenbahnwait» abspringen ivollte, stürzte er ad. Er erlitt einen Schädelbruch, an dem er nach wenigen Augenblicke» verstarb. Heute mittag jagte ein betrunkener Mann eine Schar Kinder in der dUIerhetligen- strabe vor ffch der. Tadel lief das elsjalirige Töchierche» des Deiverkschgitssekretär? Schttickier in einen Krastwagen hinein. Tie Räder ginge» dem Mädchen über Hai? und Kops. io daß e? s o- sort getötet wurde. Ten Wagenführer trifft keine Schuld; der irunkene Mann dagegen ivnrde verhastet. Beim Abbruch der Alte» Brücke stürzie der Arbeiter K a tz e n st e i » von einem Pseilerstumpk in de» Alain und ertrank, ehe ihm Hilse gedrnchi iverden konnte.

le. No d he im a. Bieber, 21. Okt. Am 21. März d. I?. knnd liier die (ö e n> e i n d e v e r t r e t e r ;v a b l in allen drei Klaffen stall, Gegen da? Znstandetomme» der Wahl oeriolgte der Lrt'- eingesesiene Lndivi , KraiiSkopi Enisprnch und machie bezüglich der l. Klaffe gellend, daß Gehennrat G. von Gießen milqewöhtt habe, obwohl er dazu insolge dovvelien DohnsttzeS nicht berechtigt sei. Veiüglich der 2. und 3. Klaffe machte er unrichtige Au'steliung der Wählerliste und Wahlveeiiistnffiing durch Bürgermeister lmd Or,?-

dicner gellend. Letzterer sei am Tage vor der Wahl mit Flug­blättern von Han? zu paus gegangen und habe dadurch die Wähler beeiiistnßt. Der Einspruch würbe zurückgeiviesen, derKIage vom Krei?an?sch»ß Biedenkopf aber insoweit staltgegebe», als die Wahl in der I. Klaffe sür »ngilliq erkläri, dies niqen der beiden anderen Klaffen aber bestäligt ivnrde Zu derselbe» ErkeiintniS ge­langte auch heute der Bezirksausschuß Wiesbaden.

JJcrmHcbte».

" Der schwarze Iosire. Mit großer Genugtuung er­zählen die Variier Blätter, daß es »immehr auch eine» schwarze» Fass re gibt. Roch öl er erst wenige Tage alt, aber von seinem Dasein weiß ganz Frankreich. In den Tage» nämlich, als sie TenNche» an der Marne znrnckgingen und die Franzosen, mit ih'.e», S>ege?geschrei die Wett erfüllten, kam die Boischast auch i nch Martinique, nnd die Lieger, die ne nalürlich in vostem Glauden lnnnahme», gerieten in einen Begeisternngstnnmel So kam auch em Li e g e r jmn Standesbeamte», him tne Geburt einer Knabe» anzuinelben, und statt wie sonst einen bochtönenden Namen der Geschichte, Lllerander, Napoleon oder Hinnibal z» wählen, nannte er sei» Knübleii, höchst aklneli .Zoffre' lind der Beamte nahin die en Name» auch ristiig an, sodaß es ,etzt z iv e i IoiireS in der Well gibt, einen weiße» und einen schwarzen.

vilchertisch.

- Gerechtigkeit. Nomon von H a » S O t I o Becker. Leipzig. Verlag von Vanl List. Gottreich Erd mann Chrlstaller, der bekannte Kritiker und Schriitsteller, schreibt über daS Wert: Kriminnloeschiehten sind bei der Mgffe der Lese ebenso beliebt wie bei dem ieinere» Kenner verrufen. Gewiffer- maßen haben jene gar nicht unrecht, nnd die Mißachtung der Kenner gili auch, wohlverstanden, nicht den, Stoff, sondern der oberflächliche» Behandlimg, die er meistens erlälirt. Wenn aber em «einer ieelenlinidlger Dichter sich n»> dieses Gebier begibt wenn er ein Menschenkind zeichnet, da? ivtr lieben muffen, >ind uns seine» SchicksalSweg zeigt, der es zur Schuld (was Viensche» Schuld nonnenl) nvingt und linserein innersten Einpstnden zu­wider dem iühNoS ernsteii Parngrapbeiiteiisel zu ireffen gibt dann, glaub ich, sind die Voraussetinnqen Iür ei» Werk gegeben, da? ebenso die Blaffe der Leser anzieben. ivie dem böheien an»» Vinchologiiche »nS Soziologische gerichletei, Kenner Genüge leisten kann. Besonders toi»in! er den, Werk zu gut, daß der Veriaffer als Richter ein genauer Kenner der Rechtsmalckiinc ist.

Amtlicher Wetterbericht.

Oessentlichcr Wetterdienst, Gießen WctterauSiichlen in Heilen am Freiing, de, 23 Okt. I 1: Ziemlich i euer, trocken, südwestliche Winde, nacht? kalt, Nedcl.

Letzte Nachrichten.

Günstige Fortschritte ans allen Kriegsschauplätzen.

WTB.) G r o ß e S H a » p t a u a r t i e r, 22. Okt. vorm. (Amtlich .) Die Kämpfe am Uferkanale dauern noch fort. Elf englische Kriegsschiffe unterstützen die kindliche Artillerie. Oeftlich von Desmilde wu-rde der Feind zurückgeuwrfcn. Auch in Richtung Pp.rn dringen unsere Truppen crfolgrcivfi vor. Die Kampfe nordwestlich und westlich \*iilf waren sehr er­bittert. Der Feind wich aber auf der ganzen sz-ront langsam zurück. Heftige Angriffe aus der Richtung Taut gegen die Höste südlich Tbiaueoittl wurde» unter schweren Verluste» für die Franzosen zunickgeworkn. ES ist einwandftei sest- gestelit, daß der englische Admiral, der das Geschrmider vor Ostende befehligt, nur mit Miche von der Absicht. Ostende zu besch'ießen, durch die belgische Betchrde abgebracht imirde.

Aus dem nordöstlichen Kriegsschauplatz folgen Teile uit serer Truppen dem weichenden Gegner in der Richtung Ojso- wiee. Mestvere 100 Gefangene und Maschinengewehre sieten in unsere Hände. Bei Warschau und in Polen wurde nach dem unentschiedenen Ringen der letzten Tage nicht gekämpft. Die Verhältnisse befinden sich dort noch in der Entwickelung.

Die ,,Emden" an der Arbeit.

(WTB.) London. 22. Oft. (Nichtamtlich.) Der Agent t«m Llopd in Eolomba telegraphiert an die Admiralität: Der deutsche KreuzerEmden" hat die britischen Dampfer Ghilka. Troilus, Benmoftr. Elanguan nnd den für Tasmanien bestimmten Bagger Ponrabbel tKn'enkt und den Dampfer Orfort gekapert.

Kein Unterschied der Parteien mehr.

(WTB. Nichtamtlich.) Altona. 21. Oft. Die städti­schen Kollegten haben bei der Ersatzwahl für den Provinzial- .andtag anstelle des verstorbenen Gcheinirats Sieveking den soziatdenrokratischen Stadtverordneten Thomas zum Vrovinziaftandtagsabgeordneken gewählt. Für ihn hoi auch 'der Magistrat gestimmt.

Bus Oswreußen.

Berlin, 22. Okt. In Ostpreußen ist der gesamte i) oft verkehr wieder in Tätigkeit: nur für einige renzorte im Bezirke Gumbinnen bestehen zurzeit noch Be- .chrünkuiigen.

Bon Oftende nach Bouiogne.

. WTB.i Berlin, 21. Okt. Der Korres'vvndcnl desDailt, Ehconicle" schreibt, wie derBerliner Lokalcmzciger" wiedergibt: Ick, bin mehr und mehr davon überzeugt, daß die Dcutscheii die Küstcnlinie von Ostende nach Boulognc sur mer besetzen woNen.

Ein Armeebeftbl des Königs non Sachsen.

Dresden, 22. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Der König hat folgenden Armeebefehl erlassen:

Fm Augenblick, da ich aus dem westlickien Kriegsschauplatz ein- trcfic, drängt eS mich, allen Truvoen meine, Armee, die in den letzten Monaten an ;uit QMM Hilfe w erfolgeeick, verlanienen Kämmen der Deutschen Arnier ruhnrrrichcn Anteil genouimen habcn, meine vollste Anerkennung mid meinen wärmsten König­liche» Tank ausznsprechen. Ungeechtet der schweren Verluste haben sic getreu der Ueberliefcrung uw'erer Vorväter, zunr Teil aus denselben H-cländen wie in den Jahren 1870'71 neuen unver- welklichen Lorbeer erworben. Die veründerte Kampftsweisc, ve - Kunden mit großen Berbrsscrnngen der WasKn, haben die Truppe ; aller Rassen, besonders die Infanterie, vor ganz neue, schwie­

rige Lagen gebracht. Aber depen ungeachtet lsaben sic alle, dt je st ein Bertranen aus i'wttes Schutz, des Mmäck)ttgrn Lenkers aller Mcnsckxngeschtckc, und aus unsere gerechte Lache in freu­diger Begeisternng ihre Pflicht voll und ganz erfüllt.

Das Jahr 1914 wird für alle Zeiten ein ruhmreiches Blatt in der Geschichte nie,er Arni.e lgeiben. Der liebe Gott wird uns auch loeiter fcknihen ,mswS h«Kn, unicve schwcir Achgabe zu vollenden, Friedrich August.

Die Deutsche Pelioleiim-AktiengeKllschaft.

Berlin, 21. Oft. ,WTB. Nichtamtlich.) Die deirtsckse P e t r o l e u m 2! k t i e n g e s e l l s ch a f l verieilt eine Dwi- dende von 8 Prozent wie im Vorjahr. Die Ausrechteichaitniigl dieses Tividendensatzes ist möglich, obgleich die Slenna Ro- mana für dieses Jahr nur 6 Prozent Dividende zalstt und trotzdem der Hst'win» der Europäischen Petrolenm Union für 1913 wegen des Krieges vorerst nickt zur Ausschüttzimg gelangt.

Das » eitere Mnvringen der Oesterreicher.

(WTB. Nichtamtlich.) Wien, 21. Oft Amtlich wird vcrlaiilbart: 21 Oft. mittags: In den schweren und hartnäckigen Angriffen aus die verstärkten Stellungen des Feindes von Felsztin bis an die Chanssce östlich von Mcdvko gcn»in»cn wir an mehreren Stellen Terrain, während die russische» Gegenan­griffe nirgends durchzudringe» vermochten. In der vergangene» Nackst ersnirinicu unsere Trupven die .Kapellenhöhe nördlich Mizyntac. Südlich Magiern gelang es ihnen schon gestern, sich von den eroberten Ortschaften gegen die .Höhen vorznarbeiten. Aus dein südlichen Flügel wird der Kamps hauptsächlich durch Artillerie geftihel. Durch weitgehende Anwendung der modernen Feldbefestigung nimmt die Schlackt zum große» Teil den Charakter eines FestungSkriegeS an. In den Karpathen wurde gestern der Jablonica Paß. der letzte der von einer russischen Abteilung besetzt ge»>eseiren Uebergänge, genom­men. Auf ungarischem Boden ist bei» Feind niehr llnseve Erkundung in die B n k o iv i n a erreichte den großen Sereth

Pfobilmachung der it«lienischen Landwehr.

(WTB.) Berlin, 22. Oft. Die Mobilmachnng der italienischen Landwehr, beginnend mit der

Einberuftmg der Jahresklasse 1894, wird aus Turin ge­meldet.

Die Rückkehr deutscher und österreichischer Reserpisten au§ Buenos Aires.

WTB.) L »>i d o n , 22. OftTimes" meiden ans Buenos«

Aires vom 18. Oktober: Grosze Ueberraschling Hai hier die An­kündigung ans Nom mregt, daß italienische Tampser »ich! mehr als 50 deutsche oder österrrichüchr Reservisten anfnehmen dürsen, ohne einen Eingrifs britisckwr Schisfc zu besürcknen. Den Deut­schen wurde bisher vom Kowül geraten, die Rückkehr nickst zu versuchen, aber jetzt werden Plätze zur lleberfahrt in der genannten besck-räntlen Anzahl belegt. Wie berichtet wird, haben hollän­dische Schifte die gleiche Bergünstignng erholten.

Die blinde Tat eines englischen Nntersr'booteü.

WTB.) Kopenhagen, 21. Okt iNichtamllich) Eleftenr nachmittag seuerte in den internationalen Gewässern zwischen Nakkehoved und Knlleii-Leuchtscucr ein vorher nicht bcmerkles U n t e r s eeb v o l zn>» Torpedos gegen das dänifckte llnterseelioot Haunianden", das mit iünf Knoten Geschnrinüigkei! über Wasser fnlrr Kein Sckzuß ttaf. Das Unterseeboot hatte die Nationalflagge geführt. Ein Unterseeboot unbekannter Nationalität nnirdr nach mittags von fftakkelwved-Leuckstieuer aus beobachtet. Heute früh trieb am Vorstrande oon.Nakkelwved ein Torpedo an, der dort er- vlodierte Den i» Frage kommenden kriegsührenden Mächten ist der Vorfall zur Kenntnis gcbrarht worden mit dem Ersuchen, in Zukunft größere Achtsamkeit zu üben.

Zu dem Vorsall meldetN a t i o n a l t i d e n d e":

Das Untm'eeboot befand sich ein gutes Stück a»perl,alb des dä­nischen .Hoheitsgebietes, als der Kommandant plötzlich einen weißen Streifen im Wasser erblickte. Er war sich sofort darüber klar, daß dieser von einem Torpedo herrührte, dessen Kurs denjeni­gen des Unterseebootes kreuzte DaS Boot, das nur niit fünf See­meilen Geschwindigkeit lies, konnte seinen Kurs nicht so schnell ändeni, und die Besatzung war aus das schlimmste geiaßi. Glück­licherweise ging sedoch der Torpedo unter dem Kiel des Bootes hindurch, ohne Schaden anzurichten. We­nige Minuten später sah der Kconmandant wieder eine» verdäch­tigen Sehanmstreifen auf dem Wasser, aber dieses Mal befand man sich nicht in der Kursrickstiing des Torpedos. Das Unterseeboot begab sich sofort aus dänisches Hoheitsgebiet zurück und hielt scharf Ausguck. Jedoch ivar nichts von dem fremden Unterseeboot zu entdecken. Zu derselben Zeit, als die Torvedoschüssc abgeseuert wurden, ist ein Unterseeboot, dessen Nationalität nicht erkennbar war, bei Nakkehoveü-Lcuchtsciier bemerkt worden. Notiz des WTB.: Wie wir von amtlicher Seite erfahren, sind die beide» Schüsse nicht von einem deutschen Fahrzeug abgeseuert worden.

Die Beftstigunff Belforts.

(WTB.) Berlin, 22. Oft Einzelheiten über die Be­festigung Belforts finden sich in italienischen Blät­tern. Darnach sind außer den eigentlichen Fort? alle D ö r- fer der Umgegend in fteine Festungen verwandelt. Außer­dem seien Kanäle vorhank>«n, durch welch- die ckhnehin unwegsame Gegend in n enigen NLinuten überschwemmt wer­den könne.

Oefterrrickiischr Finanzmatznahmen.

Wien, 22 (WTB. Nichtamtlich., Der Generalrat der O e st e r r e i ch i s ch -11 n Z a r i s ch e n D a n k hat dit Eln- fiihrnng der Belehnung von im Lürslande zlnhibaren Wech­seln nach den für das Tarlehensgefchäst des Instituts gel­tenden Bestimmungen bei den Hanptanswllen und den Fl lialen beschlossen. Zulässig zur Belchinmg sind Warenwechsel mit einer Laufzeit von über drei Monaten, sowie mit einer Verfallzeit von döchstens sechs Monaten. Tie DarlelzenS- gewährnng erfolgt nur ans drei Monate und rn dairch hun­dert teilbaren Beträgen.

Die Türkei und Serbien

Berlin, 21. Okl. DieBoss. Ztg." meldet ans Wien, daß die türkische Regierung das serbische Kabinett aus eine Verieftung des türkisch-serbischen Friedensvertrages hingewiesen habe, die darin bestehe, daß entgegen den Beslimmnngen dieses Vertrages in letzter Zett Muselmanen zum Kriegsdienst ge- vungen worden und. Die Türkei fordert die wwriiqe tstinstei- lung dieses Vorgehens.

Für Kriegs-Ausrüstungen und Liebesgaben sind grosse Posten Unterzeuge u. sonstige warme Winfer-ArtikeB neu eingetroffen

Die Verpackung für Feldpost-Sendungen in starken Kartons etc. wird nicht berechnet

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