’U». griff mä> bie erstoutnien« Wdrmnna te? flberfdjrjennnten Finnen SlrÄtaitopjiES, dem <m und für sich Feine sonderliche Bedeutung zukam. Die RLunrung voilsog sich in größter Ordnung, ja sogar rchne Skdririrq durch den öftgner. Die Anqaben über zahlreiche Ächangrnr und so weijter sind daher vollkommen unzuttesscnd.
2, Mn Gucevo-Rückcn scheeln sich infolge der großen NLft der dort befindlichen Kampflinien säst täglich Kämpfe ab. in denen bald die Serben, bald die eigenen Truppen die An- greisrnden sind. Eine sonderlich? Bedeutung Fonrnit dreien Kämp- seu uicht Zu. Daher sind mich die serbischen Nachrichten von grosse» Erfolgen mu Gucevo-Rücken Entstellung der Tatsachen. Dagegen verschweigt aber der Gegner. dar, an demselben Tage, an dein der „glänzende Sie«" am Gurevo-Rücken errungen wurde, weiter südlich ein viel ernsterer, durch Airtilleric untcritützter serbischer Angrrss blutig abgewiesen wurde.
3. Äus Somanj e P l anina feb±_die von den Serben angeblich gestiüagene Tivischn eben die SäuberungsaFtion fort DcLe derselben haben am 12. und 13. OFtobcr in bravourösen Känwftn drei bis vier serbische Bataillone zersprengt und zahlreiche in den Wäldern umherirrende Soldaten und Offiziere gctzmgen genommen.
Dadurch ist die serbische MviegsberAsterfbattung zur Genüge charakterisiert und bedarf keines weiteren Kommentars.
v. Potiorek, J-eld^ugnreister.
DaS Erwache« des Islam.
Wien, 20. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Die „Südflaw. Korresp " meldet aus Konstantinopel»: Die ganze türkische Dresse beschäftigt sich mit der in allen muselmanischen Ländern beginnenden islamitischen Bewegung. „Terdschuman-i-Hakikat" bemerkt, die alltze- rneine Bewegung des Islam stamme nicht etlva aus dem Hasse der Mohammedaner gegen die Regierungen der Drrpel- entente, sondern aus dem Streben, bei der großen Abrechnung narl, dem Kriege die Existenz zu sichern. „Dasvir-i- Efkiar" erklärt, die ägyptische Frage stehe in engstem Zusammenhang mit der ganzen Orientfrage, Türkische Blätter veröffentlichen einen Artikel des in Odessa erscheinen, den .Lkdesfkij Listok", der infolge des Falles von Antwerpen in scharfen Ausdrücken gegen England schreibt: Englands Vorgehen erwecke den Glauben, als wolle «s von den anderen Kastanien aus dem Feuer holen lassen..
Ei» Protest gegen de« spanischen Botschafter in Paris.
Turin, 19. Okt. Aus Paris wird telegraphiert, daß die gesamte katholische Presse Spaniens einen überaus heftigen Feldzug gegen den spanischen Botschafter in Paris, Marguis Baltierva, führe. Valtierrq wird wegen seiner übertriebenen Franzosenfreundlichkeit zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.
Megrdnefe <nt$ dem westen.
Von mrserm Kriegsberichterstatter, flkuberechtigter Nachdrnch «nch auszu^weise, verbot««)
Die Eisenbahner im Kriege.
Großes Hauptquartier, den 16.Oktober. Am Tage, wo das deutsche Volk in heiliger Begeisterung den Ruf seines Kaisers zu den Waffen aufnahm, stöckle der Eisenbahnverkehr und der Fahrplan hörte für einige Zeit auf, der Codex unbedingter Pünktlichkeit zu sein, der er mehr als vier Friedensjahrzehnte lang gewesen war. Auf den Äahw- Höfe« standen Leute, die tagelang auf die Fortsetzung ihrer Reise warten mußten, aber man hörte, so schwer auch der Einzelne betroffen wurde, kein Wort der Ungeduld. Denn alle wußten, daß dieses Warten mit zu de« großen und kleinen Opfern gehört«, die wir für unser Vaterland freudig bringen müssen. Und alle waren sich dessen bewußt, daß für unsere Eisenbahner nun die schwerste Zeit angebrochen war, welche ihr ausopsernngsvoller Menst jemals von chueu verlangt hatte.
Niemand hat eine Sekunde daran geziweisrkt, daß unsere Eisenbahner ihre Sach« machen würden. Wie glänzend unser Ausmarsch geklappt hat, so daß ein großer Teil der längst vorbereiteten heimtückischen .Kriegsrüstnngen unserer Feinde zwecklos wurde, mit welcher Schnelligkeit und Präzision dann Truppenverschiebunqen von einem Umfange, mit dem in keinem Kriege der Vergangenheit gearbeitet worden ist, bewäh, tagt worden sind, das wird seit dem deutschen Sechsfrontenkriege von 1914 im goldenen Ehrenbuche der deutschen Eisenbahner verzeichnet bleiben. Darin wird dann auch zu lesen sein, was heute noch nicht geschrieben werden kann, mit welchen Kriegsopfern an Dienstleistung und schlaflosen Nächten der Einzelnen die Mobilmachungsarbeit der Eisenbahner, bis hinunter zum letzten Weichensteller und Streckenarbeiter, deshalb verbunden gewesen ist, weil die Zahl der Beamten durch die Einberufung zu den Fahnen im Augenblick, wo die Verwaltung nicht Hände genug für den Betrieb haben konnte, sehr vermindert worden ist. Da mußte mancher für drei arbeiten, und er hat es freudig getan. Außer den vielen Reservisten, Landwehr- und Landsturmmännern, welch« gerade die Eisenbahn aus ihrem im Außendienst abgehärteten Män- nerbestandc an alle Waffengattungen abgegeben hat, hat sie aber auch eine eigene Eisenbahnerarm« ins Feindesland entsandt, deren Leistungen bisher in der Heimat nicht so gewürdigt werden, wie sie es verdienen, und zu deren Ehrenkranze ich deshalb einig« bescheidene Blätter stiften möchte, indem ich einiges berichte, was ich von ihrer Arbeit im Feindesland gesehen habe.
Kaum befand sich die Festung Montmödv in unseren Händen, so trafen mit den ersten einziehenden deutschen Truppen auch schon Eisenbahner ein, um den für unsere cückwärti- Itigen Verbindungen selbstverständlich nicht uitwichtigen Knotenpunkt auf seine Betriebsfähigkeit $u untersuchen. Bekanntlich ist diese Festung ganz unversehrt in unsere Gewalt gekommen, da sich die Besatzung unter Anführung des Ko«»- mandanten bei der Annäherung unserer Truppen „auf ftan- zösisch empfehlen" wollte. Dies ist ihr nicht gelungen, da sie unterwegs abgrsangen wurde. Erst mußte sich die Hauptmacht ergeben, dann noch kleine Teile, welche sich auf der
8 lucht in den Wäldern verlaufe« hatte«. Ts ist also kein chuß auf die Festung abgegeben worden und niemand von ! ihren Verteidigern gefallen. Aber eine gewaltige Zerstörimg hatten die Franzosen selbst angerichtet, indem sie kurz vor ! ihrem Abzüge den Tunnel, welcher den Berg unter der ^Festung in einer Läng« von 1000 Metern durchquert, auf »beiden Seiten gesprengt hartem. Dabei hatten sie die Wasserleitung der Stadt mit zerstört, so daß die vom Kriege bisher unberührten Bürger der Stadt durch die Soldaten des eig«en Landes in die größte Not kamen.
Die Deutschen begannen sofort nett der Wiederherstellung der Wasserleitung, tne bald wieder in Gang gesetzt war, und der Aufdeckung des verschütteten Tunnels. Da sich hierbei heraus steifte, daß die zur Wiederinstandsetzung nötigen Arbeiten ziemlich zeitraubend waren, wurde die Erbauung einer llmgehungsbahn unverWgslich in Angriff ge- nomme«. Dcupr mußte eine Anzahl von Häusern der Stadt ganz oder teiüveift beseitigt werden. Dreses Werk wurde von einer Pionierabteilung mit großer Energie begonnen, bis die Ersenbahabautruppen ecutogfeu und mit Hilfe einiger
ans Deutschland herangezogenen Arbeiterüokoirnen den Bahnbau mit ungeheurem Eifer in Dag- und Nachtschichten durchführteu. In ganz kurzer Zeit schon fuhren die ersten Züge aus der Umgehungsbahn, die übrigens so sorgfältig mit sauberen Böschungen, regelmäßigen Dämmen und einem großen Signalapparat angelegt ist, als ob es sich um ein Werk für alle Zeiten, nicht uni eine im Drang der Kriegsoperationen in kaum zwei Wochen entstandene Hilfsanlage handele. Jedenfalls steht der Aufenthalt, den uns die Franzosen durch die Sprengung ihres kostspieligen Tüirnells bereitet haben, in keinem Verhältnis zu dem Schaden, den sie sich selbst zugefügt haben, ,
Hier in Monttneidy haben unsere Eisenbahner den neuesten deutschen Bahnhof errichtet, der allerdings mehr ein Beispiel für ihren guten Humor als eine architektonische Sehenswürdigkeit ist. Ein der Umgehungsbahn mitten in der Stadt im Wege stehendes Haus mußte zur Hälfte abgerissen werden, während die andere Hälfte stehen geblieben ist, so daß man in ihre Räumlichkeiten, >md zwar auch in die sonst nicht zur öffentlichen Besichtigung eingerich- tetcn, ungehinderten Einblick erhält. Eine große Holztafel verkündet, daß dies der „Bahnhof Deutsch-Mvntmsdy" sei Ein Stall» ist oer Wartesaal 1.—2. Klasse, ein Wageuschnp- pen soll» den Reisenden 3.-4. Klasse Unterkunft gewähren nnd an zwei ganz kleinen Oertllchkeiten stehen die nockischisn Inschriften „Für Herren", „Für Damen".
Den gewaltigsten Eindruck von der Arbeit unserer Eisenbahner habe ich beim Sau eines Tunnels in Frankreich empfangen. Es handelte sich hier um einen Verkehrs technisch in Friedenszeiten, im Kriege aber auch strategisch ungemein wichtigen Punkt. Deshalb war hier die Zerstörung besons- ders gründlich vorgenommen worden. Air zwei Stellen war der Tunnel in der Mitte mit Hilfe von Minenkammern, welche schon bei seiner Erbauung vorgesehen worden waren,, von der Decke her gesprengt. Die Explosion hatte einen gewaltigen Schuttkegel» aus der Hohle des Berges heransgcris- sen, so daß die Verschüttung des Türrnels in der Tat so vollkommen wie nur möglich durchgeführt w»vrden war. Eine Räumung von den beiden Etirgängen aus war darum unmöglich, weil in den engen Tünnelhöhlcn immer nur ein kleiner Teil» Arbeiter beschäftigt werden kownte. Außerdem kam das zerborstene Gestein fortwährend nachgebrochen und gefährdete das Leben der Mederherstelller. Da entschloß nian sich kurzer Hand, eine Riesenarbeit zu unternehmen, welche auch in Friedenszeiten als ein Jngenieurwer? und eine Arbeitsgroßtat ersten Ranges gegolten hätte. Man deckte den ganzen Berg von oben her nach dem Einbruchstrichter zu aus. Der Anblick dieser Arbeitsstätte im Feindeslände war namentlich bei Nacht ganz gewaltig. 800 Manu, uämlich vier Eisenbahnkornpagnisn, arbeiteten beim Scheine einer von der Firma Siemens u. Halste eingerichteten elektrischen An- lage, deren Helligkeit an einzelnen Stellen noch durch Fackeln und Spiritusglühlichter verstärkt wurde, an den stufenförmigen Wänden eines fünfzig Meter im Durchmesser nies senden Trichters, Der Anblick erinnerte an ein großes Bergwerk mit Tagbau Wie ein Ameidenschwcrrm wimmelten die emsig hackenden, schanfeluden nnd karrenden Soldaten durcheinander, die in ununterbrochenen Tag- mrd Nachtschichten von je sechs Stunden den letzten Fniiken Kraft emfttzten, über den jeder verfügte. Handelte es sich doch hier um ein Werk, das für den Fortgang des Krieges nicht weniger entscheidend war, als der Ban von Schützengräben oder Fcckdbe festig uni- gcn, ja, das sogar ebenso Wertvolk sein konnte ccks eine rechte zeitig gewonnene Schlacht. Dementsprechend haben unsere Eisenbahner ihr Teil geleistet. Mancher, der mit Hüuen- krast seine Arbeit bewäüigte, ist abends im Quartier einfach erschöpft zusannnengeklappt. Aber sie haben diese Schvacht der Attbeit gewonnen, wie so mancher andere zuvor. In 23 Meter Diese stießen sie aus die gesprengten Tunuelwötz- bungen «ab tflat war tue Durchfahrt bald frei. Gleichzeitig hatte eine andere Abteilung di« im Anschluß an den Tunnel gesprengte Drücke wiederhergastelkt. Auf den festgesetzten Dag konnte die erste Lokonrottve durch den nunmehr mit entern, riesigen Oberlichtfenster beleuchteten Tunnel hindnrchfahveu 20000 Kubikmeter Eibe und Stein sind, ehe die Arbeit fertig war, von unseren Eisenbahner« Spaten für Spaten, von
einer der stuft» zur ar worden.
den Trichter umgebenden Erd- bis ans die Höhe dos Beägps befördert
Wiederum eine ganz andere Turme l l o ced erh e r st ellung lag den Eisenbahnern in der Nähe einer 1870 ebenso wie 1914 hart nmkämpften Stadt ob. Erfinderisch wie die Franzosen in der Vertächtnng ihrer eigenen Sulturbauien sind, hatten sie hier den Tunnel durch ebenfalls vorher eingebaute Mtn eutzlsnnrern cm drei Stellen gesprengt, «nd zwar an beiden «ftnyämgen «nd in der Mckte Me Aufdeckung des Mittelem brnches erfolgt« wieder durch eine He rkules tot der Arbeit, nur daß sie hier beiwche ebenfo n nr ftng reich eS mutzten 18000 Kirbitznrter Erde be
ut werden —> ober noch viel schwieriger war, weil der lichtenweise mit Lage» von Steinblöcke» abwechselnde blaue Don der Formation des Berges keinen Halt in sich selbst hatte, sondern fortwährend «tnbrnch «nd twdjfanf.
Hier sind mui, vielbeicht gam ersten Male feit dem Türken kr logen, wieder Bergle»t« als solche im Kriege »«> wendet wurde«. Während die Ausgrabung das Mtttektrich- ters durch unsere Soldaten »nd auch bauch angeworbene eingeborene Arb e i te r geleistet wurde, trieben Bergleute beiderseits mit ,Morpfändermdeit", Wie der beggtechuifche Ausdruck heißt, Meter vor Meter ihre Mollen in den vev- schütterten Dunuelfthacht. MamhnnA senkte sich die Mufft des Berges auf eine Stelle des Stoll»ens, so daß sich die aus dem rrächsten Walde geholten Halbmeter dicke« Achen und Buchenstämme, welche ihn stützten, wie dünne Haselperten bogen. Daun mußte scheuntgst durch Unterbau die Ern- brnchsgescchr abaewendet werden. 230 Knappen aus dem rheinischmtestfälisthen Kohlenrevier, die kriegsmäßig einquartiert und verpflegt worden sind, haben unter Leitung eines Berginspektors dieses eigenartige Stück mikllärflcher Arbeit im Feindesland« vollbracht. Einer von ihmen, der dabei verunglückt ist, ist mit soldatischen Ehren bestattet worden.
Wie ich schon eingangs sagte, wird die gewaltige Drau°k setzung von Kraft und Mut. die zu diesen Arbeitet! gehört, nicht überall in der Heimat richtig eingesthätzt. Unsere Eisenbahner lassen sich von keiner anderen Truppe an soldatischer Dapftrtzeit übert ref ft » ; das haben fte oft genug zu beweisen Gelegenheit gehabt, z. B. bei Erkundungsstchrten auf Lokomotiven im Feindeslanlz so z. B. noch jetzt bei den letzten Mmpfen um und hinter Antwerpen, bei Arbeiten, welche sie unmittelbar im Anschluß cm die kütupftnden Fronten durchführen mutzten, und bei denen sft öfter so weit noch vorn kamen, daß sie ihr Werk infolge feindlicher Uebersüll« unterbrechen muhten.
Aber auch solche technischen Arbeiten, wie die hier bei den Tunnclbauten geschilderten, sind ganz, abgesehen von der Möglichkeit, daß dabei verborgene Minen zur Entzündung kommen können, voller Gefahren. Hier ist die Eile
alles, das Lebe« des Einzelnen wenig Me SuhernngK,
maßregeln, mit denen wir im Frieden dos Leben nn- serer Arbeiter schützen, sind ftll'stoerständlich im Zeldo großenteils nicht durckHuführen. Bei einem der oon mir besichtigte» Tunnclbautcn ließ es sich nicht verhindern, daß von Zcft zu Zeit Lawinen von inetcrgroßcn Steiublöcke«! in die Tiese rollten. Eine Woche war ausgestclll, dir solche Lawinen den unten Arbeitenden rechtzeitig durch Signaft meldete, außerdem waren aus Faschinen Schutzpacknngcn a» den gefährdeten Stellen eingerichtet, um die Wucht der niederschmetternden Blöcke zu mildern. Auch hier gilt das Wortz Der Krieg ist der Krieg! War bei solchen für das vauhs Vorwärtsdrängen unserer Soldaten, für ihre Vervfleguug, für die Munilionsbcschafsung, kurz für die Erhaltung deq rückwärtigen Verbindungen nöti»gen Arbeiten durch den tückischen Steinblock zerschmettert ward, der hat nickü weniger den Heldentod aus dem Feldv der Ehre erworben als der, den int Schützengraben die feindliche Kugel trifft.
50000 Mann Eisenbahner stehen im Feindestende. Sie gliedern sich in Bau- und Bctricbsgrnppen, unterstehen dem Ehcs des Feldeiscnbahnwescns im Großen Hauptquartier und sind mit allem ausgerüstet, >vas sie in Stand setzt, die Eisens bahnen des Feindes so rasch wie möglich zu Htlssmitteln unserer Kriegsführung zu machen, llnd das leisten sie, >oeil sie den Heldcngeift der deutschen Arbeit im Herzen tragen, >vefl sie mit dem äußersten Funken der Kraft jedes Einzelnen ihre große hingebungsvolle Aufgabe tun für Kaiser und Reich!
W. S ch e u e r m a n n , Kriegsberichterstatter.
An» Stadt nnd LauS-
Gießen, 21. Oktober 1914.
** D i e Hilfstätigkeit der Landesversicherungsanstalt. Der Ausschuß der Landesvcrsiche» r u n g s a n st a l t des Großhcrzogtums Hessen bewilligte in seiner heutigen Sitzung gemäß dem Antrag des Vorstandes für Zwecke der K r i e g s s ü r s o r g e für 1914 150 000 Mark, für 1915 500000 Mark mit der Maßgabe, daß diese Mittel nötigenfalls auf den Gesamtbetrag von 1500000 Mark erhöht werden können. Für Ausrüstung der hessischen Division mit warmem Unterzeug wurden bereits 15 000 Mark verausgabt. Um die Krcisverwaltungen und Gemeinden durch Darlehn zu unterstützen, wurden vorerst 3 000000 Mark be- reitgcstellt zum Zinsfüße von 5 Prozent, über 2 200 000 Mk. wurden bisher schon in Anspruch genommen, so daß der Betrag wohl weiter erhöht werden muß. Da die Landesversiche- rungsanstalt diese Darlchnsmittel sich selbst erst durch Lombard bei der Darlehnskasse beschaffen und dieser zurzeit 67 f % Zinsen zahlen muß, legt sic bei diesem Darlehn V/ t *h jährlich zu, um es zu ermöglichen, daß die Kvmmunalverwal- tungen bei Auszahlung der Unterstützungen der Angehörigen unseres Heeres nicht durch Mangel an Barmitteln gehindert sind, und um ihnen die Fortführung kommunaler Arbeiten zu ermöglichen. — An der Kriegsanleihe beteiligte sich die Landesversicherungsanstalt mit 1500000 Mark und überwies dem hessischen Landesverein des roten Kreuzes bein« Kriegsausbruch sofort 10000 Mark.
** Ein hessischer Prinz verwundet. Der bet dem Ma-wner-Regiment Nr. 24 in Dcrrmsdadt bienende zweite So hn des Prinzen und der Priwessin FriedrichKarlvonHesse« ist nun mich durch einen Schuß in den Oberschenkel verwundet worden.
** Ordensverleihung. Der Großherzig hat dem Bürgermeister, OrtsgerichtsVorsteher und Standesbeamten Ludwig Volk XIII. zu Alle «darf a .d Lahn das Silberne Kreuz des Verdienstordens Phikipps des Großmütigen verliehen.
— Ritter des Eisernen Kreuzes. M. Sieg- mnnd Heichelheim, Stabs- u. Regimentsarzt, Jnß- M. 81. Kanonier Karl Stenner im Brandend. Feld-Art.- Rvgt. aus Kirrhtzäin. Lt. d. Res. Gerichtsasf. Johlen^ Jnf.-Megt. 116 ans Wcilburg. Feldw Kcrrl S t e i n b e ck an? Wetzlar, Znf.-Äftgt. 87. Res. Th. Pf aff ans Herborn, Res.-Inf.-Regt. 81. Karl Schönborn ans Sinn, Räd- fahrer im Ins.-Regt. 116. Gerichtsäktnar Fritz Becker. Ufsß. d. Res. beim Inf.-Regt. 87. Dr. Schraub, Oberlehrer am Seminar zu Alzey. Assistenzarzt M. Siegler, früher in Worms, im 2. Piomerbatcrillon 12. Wehrm. La mMer aus Worms, Inf.-Regt. 118. Feldw. -Lt. Scheinitz, 2. Bat. Larcheo -Inf.-Megt. 53, früher Komp Feldwebel 5. 118 in Worms. Major n, Führer d. Res.-Jnf-Mogts 88 Kühl. Vizefeldw d. Res. n. Orsizierstelkvertc. im Res -Inf Regt. 88 Hcrns Rodde, Hanau. Vizeftldw. d. Res. im Landw.-Fnf- Regt. 118 I. S ch r ü ck aus Bernsheim Jean Friedrich ans Nierstein, llfft. i. Res.<fnf.-Rgt. 118. L. Oehlschkäger aus Birkenan, Geft. im Res.-»Inf.-Regt 118. Heinrich I. Specht aus Ganlsheim. Feldw.-Lt. Friedrich, Fnf- Rvgt. 118. d. L. Jakob Weißbach aus Metten-,
heim, Jnf.-tzkegt. 118. Oberst Münter (1. 914, Inf.-Re- giment 118. Hauptmann Coll»mann (1. fff), Jnf.-Re- gftnent 118. Ufstz. Jean Becker, 21. Ptonierbataillon, aus Bcü>-Na»»herm. Oberlt. und Komm, der schweren Proviant- Kolon« 4 d«S 18. Armee-Korps Müller ans Rad-Nauheim. Res. Ernst Dhielmann aus Herborn. Lt. und clvmvagnieführer Ott» Herbst, Inf.-Regt. 88, Mainz (tfl iisqoiskhen gefallen). Dolmetscher beim Stab der 41. Brig. llftz Arthur Krebs an« Marburg. .Kckk. Assistenzarzt Heinrich Braun (1. 9l.) ans Marburg. Bizewvchtmeister Alb. Schleppt ans DOrmstadt. Lt. d. Res. Paul Stimme! ans Darmstadt, früher Regierungßassesior beim .Kreisamt Osftnbach, Landw.-Jnf.-Regt. 1l6. Hauptm. d. L. u. 'flott * Chef im Fnß-Art-Regt 3 Hofmanu, Regiernngsvat u. Mitglied der Reichs kommtssion Hermann R ü s ch e r, Mom- bach^ zurzeit Dizeftldt». im KriegSftldlaz-arett in Sedan. ResIOfsz. Rndofl Bamberger aus Ddrrnz, Feld-Art.- Regt. 27. Reaierungsrat A. H o f m a n n aus Mainz, Haupft timra d Re>. u. Batterieführer.
"WohltätigkeitskonzertaufderLiebigs- höhe. Das «nn vergangene» Sonntag auf der Liebigshohe oevanstoltet« zweite Wohltätigkeitskonzerr hatte sich eines überaus zahlreichen Besmlus zu erfreuen, so daß ein noch l»ö herer Reinerttag als der des ersten Konzerte» (160 Mk.) an den Oberbürgermeister abgegeben loerden kann. Die beiden großen Säle der Liebigshohe waren überfüllt. Die musikalischen Leistungen waren ausgezeichnet nnd demnach auch von regem Beifall begleitet : sie mußten teilweise wiederholt werden. Es würde zu weit gehen, wenn man jedes einzeln« Musikstück des reichen Programms anfiihren wollte, doch seien das Klart netten svko des Herrn Leib und das Mendelssohnsche Streichquartett „Des Deutschen Kriegers Traum vor der Schlacht" besonders lobend erwähnt. Den Schluß bildete die Nattonalhymue, die von der Menge der Zuhörer mit Begeisterung stehend gesungen nmrde. Wie wir hören, soll in 14 Tagen ein weiteres Konzert stattsinden, von dessen Rernerttag Liebesgaben fitr die im Feldheere und der MOrine dienenden G-ießener angeschafft werden sollen.
** Einqnartierungsgeld. Das Eiuquarlie- rungsgeld für die L a n d st u r m l e u te vom Monat September kann bei der Stadtkassc vou 8bis12lthr voc»ib-


