(64- Jahrgang
Nr. 244
D«r Siehener Anzekger
erscheint täglich, cocher Sonntags. - Beilagen: viermal wöchentlich SiehenerZamiliendläNer; zweimal wöchenll.Uielr- dlallsiirdenNreirSiehen (Tienstaq »ndstreixigh zweimal monnll. Land- wirlscheflliche ätilfragcu fferiuprech - Anschlüße: sür!ne8chr»r>eN»nqII2 Verlag,GejchättsstekleSI Adresse für Traylnach» richten: Anzeiger Oletzen. Annehme »on Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 9 Uhr.
Erster Blatt
Zamrtag. tf. Gklober
General-Anzeiger für Oberhessen
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Brügge und Ostende besetzt, vie Russen bei Lyck geschlagen.
®r»fc<4 ö-ftnl»tqn«TtTet, 16. Ott., imftng5. (Amtlich.) Die Russen versnchtrn am 14. Oktober sich wieder in den Besitz von Lyck zu setzen. Di« Angriffe wurden zu rück gewiesen. 800 besangen«, rin beschütz und drei Maschinengewehre sielen in nniere Hände.
Brügge wurde «n 14. Ovober, Ostend« «n 1b. Oktober von unseren Truppen beseht.
Heftige Angriffe der Franzosen in der Gegend nordwestlich von Reims sind abgewiesen worden.
Die Franzose n melden in ihren amtlichen Bekanntmachungen, hast sie an verschiedenen Stellen der Front, z. B. bei Berry au Bar, nordwestlich von Reims, merklich Fortschritte gemacht hätten Diese Meldungen entsprechen j» keiner Weis« den Tat- J achen.
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Schneller als erwartet werden konnte, ist auch Ostende von unseren Truppen genommen worden, und zwar scheint die Besetzung ohne Kampf erfolgt zu sein: von dem Eingreifen der englischen Flotte hört man wieder einmal gar -nichts. Vielleicht wird in den nächsten Tagen weiter südlich ein neues Treffen stattfindcn, denn cs herßt, daß Reste des belgischen Heeres im Bunde mit einigen Engländern einen letzten Versuch machen würden, zu ihren Kampfgenossen in Nordfrankreich sich dnrchzuschlagen.
lieber die weiteren Schritte des deutschen Heeres in Flandern kann man vorerst nur Vermutungen anstellen. In Frankreich glaubt man, nach einer Pariser Meldung, daß die Deutschen versuchen würden, den linken Flügel der Franzosen von Westen brr zu umfassen und aus Paris loszumarschieren. In England aber entfacht die „Times" wiedcr einmal die alte Angst vor einer Jrrvasion! Es gebe deutsche Häfen genug, >vo eine Viertel Million Mann schnell eingeschifft werden könne, und die Gefahr, die Unterseeboote bieten, halte oft eine große Flotte von ihren Bestimmungsorten fern! Hand in .Hand danftt geht die Besorgnis der Londoner vor deutsche» Lustschissen und Fliegern, und die stolzen Briten beginnen infolge amtlicher Warnungen schon, sich in Kellern zu verstecken.
Bald werden wir vieUeicht wesiere heitere Dinge aus London vernehmen, denn wenn sich unsere Vettern schon in Friedenszeilen öfter mit übertriebenen und phantastischen "Vorstellungen deutscher Ueberfälle abgequält haben — wie- iviel mehr Wird es jetzt der Fall sein, wo der Besitz der bel- lgischen Küste und die in Aussicht stehende Erfassung von sCalais uns wirklich die Möglichkeit geben, ernstlich darauf zu sinnen, wie der Insel da drüben am nachdrücklichsten bei- .zukommcn sei. Karl Peters, der jetzt aus London zurnckgekehrt ml, glaubt, wie er in einem Ausiatze des „Tag" bekundet/ »ebenfalls an die Durchführbarkeit einer deutschen Landung lin England, und er fitzt hinzu, daß das englische Volk in den zwei Monaten, die er drüben habe verbringen müssen, reichlich bewiesen habe, wie sehr es einen neuen deutschen Besuch, diesmal nicht mit Frenndsckiastsbeteuerungen, verdiene. Wenn man die Maßstäbe anlegt, die Lord Roberts in der Erwägung eines Angriffes zu Lande öfter verwendet bat, muß die Angst seiner engl. Landsleute von Tag zu Tag steigern. Werden, so rief er noch imJahre1909, 315 000Mann genügen, die Feinde von einer Invasion abzuhalten? Run. wie es heute mit der englischen Territorialarmee onssieht, können wir ahnen. Die Klage des britischen Feldmarschalls, daß ihm Ta u s e n d e von Offizieren fehlten, wird sich jetzt, in der höchsten Rot, außerordentlich siihlbar machen, und Illusionen werden jetzt nichts mehr Helsen. >
Ein neuer Zeitabschnitt des Krieges bat begonnen, der es wohl gestattet, auch sckwn einige geographische Zukunfts- betrachtungcn anzustellen. Unsere ungeheuren Anstrengungen sind eines auch dem Volke sichtbaren Zieles wohl wcrtk Selbstverständlich wäre es müßig und unzweckmäßig, schon jetzt Länder zu verteilen und künftige Grenzen zu ziehen. Einzelne Probleme indessen sind schon in sehr greifbare Nähe gerückt. Da ist zunächst Belgien. Es ist wohl kaum eine Frage, daß es seine Selbständigkeit verlieren muß. Sein unerhörtes Verhalten beim Ausbruch des Krieges, die mörderische und brutale Behandlung unserer fliehenden Volksgenossen, der törichte Widerstand seiner verblendeten, mit den Feinden von Anfang an im Bunde gewesenen Regierung, und noch vieles andere gestattet nunmehr dem deutschen Reiche, lediglich nach seinen eigenen Bedürfnissen zu fragen, mctm die Zeit der Abrechnung gekommen ist. Belgien mit seiner Hauptstadt Antwerpen und den deut - scheu Knslcnplätzen wird deutsch! Keine zögernde Zerstückelung, sondern ganze Arbeit! Wir brauchen Platz an der Sonne, und an jenem Teil des Nordseestrandes werden wir uns auch der näheren Nachbarschaft nrit England erfreuen! John Bull ist berühmt wegen seiner rücksichtslosen Bequemlichkeit, ivenn er aus Reisen ist. Wir wollten es ihm einmal nachtun und nach der Eroberung des französischen Küsten- streifcns bisCalais, dcsien wir wohl ebenfalls dauernd uns bemächtigen müssen, unsere langen Beine mit den Kanonenschäften der 42-Zentimeter-Drummer bis hinüber nach Dover ausstrecken. Auch Harden ist in der neuesten Ltnmmer seiner Zukunst vcnr dieser Aussicht erfreut und erklärt, daß er für seinen Teil Frankreich nicht weiter beschneiden wolle.
Wie steht es mit Polen? Das ist eine andere Frage, die auch schon etwas offener besprochen werden kann Das Volk des weißen Adlers hat sich der großen Zeit nicht recht gewachsen gezetzt. Keine Einmütigkeit in den Zielen keine kraftvollen Führerpersönlichkeiten, die das Volk fort znreißen vermögen. In Galizien hat der Adel versagt und
dem einziehenden Russen sogar Lohalitäi und Sympaihie versichert. Mancherlei Gründe mögen diese Wirrnis und Zerfahrenheit im polnischen Laaer erklären. Der Herausgeber der „Grenzdoten" nennt die Lügen, die um Deutschland und sein Streben gewoben wurden, die Selbstüberhebung der polnischen Wisienschaft und den bestechenden wirtschaftlichenAuf- schwung, den Rußland seit 1005 genommen habe.
Dir haben die Hilfe der polnischen Soldaten glücklicherweise nicht nötig. In russisch Polen haben die deutschen Heere manche Sympathie gesunden, aber Warschau ist von den Deutschen aus eigner Kraft erreicht worden. Auch im Osten enthebt uns ein Grenzvolk der Notwendigkeit, bei dem Abschluß xs Krieges die Dankbarkeit als einen Faktor mitsprechen zu lassen. Ein Polenreich als Pufferstaat wäre eine ständige Gefahr für Preußen, für die Provinzen Posen, Westpreußen und Schlesien. Dem weißen Adler werden die Federn nicht wieder wachsen; er wird, soweit er seine Heimat innerhalb der deutschen Reichsgrenzen besitzt, bescheiden in den Nestern des schwarzen Adlers horsten dürfen. Eine kluge Polenpolitik, das wird nach wie vor ein Hauptaugenmerk der deutschen inneren Politik bleiben!
„Wir werden sie totmarschieren".
Rotterdam, 16.Lkt. Der Kriegsberichterstatter des „Nieuwe Roiterdamsche Courant" meldet ans Sas van Gent: Es stellt sich heraus, daß: die Verbündeten sich, nunmehr aus ganz Belgien schnell zurnckziehen. Die Deutschen rücken nur unter der Losung: Wir werden sie tvt- marschieren! in Eilmürschen vor. In der Richtung ans Fonrnes wurde die Nachtzit der englischen, französischen und belgischen Armee geworfen. Die Deutsch«: verfügen über starke Truppen, die alles vor sich hertreibeu Am Mittwoch früh 10 Uhr fuhr ein Automobil mit deutschen Offizieren in die Stadt tznein, um tze Besetzung vorzubereften Roubaix ist in den Händen der Deutschen. Dann begab der Berichterstatter sich nach Lille. Gs war dort in den Straßen gekämpft worden, darauf war die Stadt bombardiert worden. Eine Taube hat Bomben geworfen. In der Stadt brach Feuer aus und die Burger flüchteten halb bekleidet in alle Richtungen. Die Einnahme der Stadt durch die Deutschen erfolgte am Dienstag abend. Am Mittwoch ftüh zogen Tausende deutscher Truppen mit klingendem Spiel in die brennende Stadt ein. Der Siadtbeil am Bahnhof und der Kirche Saint Maurice ist gänzlich zerstört. Gestern früh ans der Fahrt von Ostende nach Slny begegneten dem Berichi- erstafter Hunderte von Automobilen mft belgischen Offizieren. von denen der größte Teil den Deutschen in tze Hände gefallen ist. weil die Verbindung mft Frankreich abgc-- jchnitten ist. Sogar hei Dünkirchen wftd schon gekämpft. Die Stadt ist teilweise durch Ueberschwemmnixg geschützt. Belgien ist nmrmehr vollkommen in der Macht der deutschen Truppen. Das ganze östlich« und weltliche Belgien w/rd durch sie von belgischen Soldaten gesäubert.
Ein englisches Flugzeug herabgeschoffen.
München. 16. Okt. Bei Pervnnes in Nvrdfrankreich wurde ein englisches Fkugzeug von deutscher Artillerie zum Landen gezwnnaen. Zwei bayerische Soldaten machten die Insassen'des Flugzeuges zu Gefangenen. Dabei stellte sich heraus, daß der eine der Offiziere der Bruder des bekannten Staaats sekretärs Sir Edward Grey war.
Sin belgische» Lob.
Brüssel, 16.Okt. MTB. Nichtamtlich-) Der Bürgermeister der seit fast zehn Wochen von deutschen Truppen besetzten Stadt Wemmel hat an den Gcneralgouvernenr v. d. Go l tz ein Schreiben gerichtet, in dem er das Verhalten der deutschen Soldaten als durchaus tadellos bezeichnet und in wärmsten Worten die Gerechtigkeitsliebe und die entgegenkommende, menschenfreundliche Haltung des Platzkommandanten Oberstleutnant v. B. hervorhebt. Die Bevölkerung Wenrmels, die durch diese? Borgehen von tiefster Dankbarkeit erfüllt sei, sehe deshalb der Zukunft vev, trauensvoll entgegen.
Tie „Times" über einen etwaige« deutschen Angriff gegen England.
London, 16.Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Der militärische Mitarbeiter der „Times" beschäftigt sich neuerlich mit einem deutschen Angriff gegen England und schreibt: Wir müssen erwarten, daß wft in unserem Heimad- land angegriffen werden. Das kann aber nur durch eine Truppenexpedition geschehen. Die Seeverteidigung eines Landes wie England bietet große Schwiertzkeiten, nicht nur, weil eine große Stärke wegen der ausgedehnten Küste notwendig ist, sondern auch, weil dir britischen Truppen auf dem Kontinent sind und wegen des Mangels eines nationalen Heeres, das nun in der Bildung begriffen ist. Tie Gefahr, die die Unterseeboote bieten, hält oft ein« große Flotte von ihren Bestimmungsorten fern. Di« Zeppeline und die Minen legen dem Admiral Iellicoe eine große Verantwortung aus. Solange tz« Deutschen Fortschritte machen, besteht die Möglichkeit, daß sie Truppen unter dem Schutze älterer Kriegsschiffe an Land setzen können, während die Hauvtflotten an anderen Orten im Kamps sind. Es gibt deutsche Häfen genug, wo eine Viertel Million Mann schnell eingeschifft werden kann. Umso mehr Grund ist vorhanden, daran zu denken, als der bamps auf dem Festlande hoffnungslos und anstrengend zu sein scheint, so daß er für die Deutschen säst nicht zu ertragen
ist. A n t w e r p e n s S ch i ck s a l zeigt, daß Deutschland sich in einem Gebiet sestznsctzen sucht, von Wo es einen Schlag gegen England richten kann. Aber das ist nicht Strategie, sondern Abenteurerhoffnung auf Glück. Je weniger Chancen Deutschland aus dem Festlande hat, umso eher bereitet es einen Vorstoß gegen England vor, aber umso weniger Wahrscheinlichkeit besteht auch, daß es Glück hat.
Englische Beleidigungen Hollands.
Amsterdam, 16. Okt. (WTB. Nicküamtlich.) „Allgemren Handelsblad" schreibt: Es ist die Pflicht der Presse neutraler Länder, sich gegen die kriegführenden Länder nnvarteiisch zu erweisen und sich als dessen zu enthalten, was diese beleidigen kömrte. Aber diese Beipflichtung bejastct die Presse der krieg- ftihrcnden Länder mit der gleichen Pflicht. Es must ihr schlechterdings verboten sein, neutrale Länder heraiiszuforderu oder zu beleidigen. Das „Handelsblad" wendet sich daraus gegen einen Artikel in der „Saturday Review", der vorschlägt, England solle Seeland während des Krieges pachten oder kaufen und cs an Belgien geben. Dies müsse die künftige Grenze Hollands sein, wenn wieder tze Rede vom Frieden sei. „Handclsblad" lenkt die Aufmerksamkeit des britischen Gesandten im Haag aus diese schändliche Beleidigung eines neupalen Landes, das ehrlich bemüh! ist, seine Pflicht gegen all« Nachbarn zu tun, und das seine Neutralität zu eigenem großen Verlust mit aller Macht sesthäll und den britlschen Schiffbrüängen und Internierten sicher keinen Grimd zu Klagen über Hollands Neutralität gibt. Das Blatt fährt fort:
Da unsere eigene Regierung so streng sorgt, daß unsere Presse die Neutralität gegen England nicht verletzt, so möchten wir ftagen, ob nicht di« britische Regierung tze bripsche Presse cbensalls mahnen kcmn, Holland nicht zu dcleitzgen und zu beschimpfen. Kann es eine größere Kränkung geben als den Vorschlag, Seeland, das mit Holland das Her» der Mederlande tzldct, von England kaufen zu lassen und hinMzufüqeu, daß tzese Grenze doch an Belgien fallen müsse. „Handelsblad" wendet sich dann gegen tze Stelle des Artikcks der „Saturday Review", daß in Kriegszeiten das Recht denk Kriegsrocht iveichcn müsse, das das Recht des Stärkeren sei, und jagt: Wenn Wocheirschristcn wie die „Saturday Reviews" so als roheste Militaristen schreiben, entsteht tze Besorgnis, daß dü Achtung vor dem Völkerrecht in England bereits finehr als erschüttert ist. Die ventralen Staaten müssen davon Kenntnis nehmen.
„Handelsblad" beschäftigt sich ferner mit einem Artikel dek „S p e k t a t o r s", der bedauert, daß Holland neutral geblieben sei und nicht Partei'für Deutschland ergriffen habe, da die Neutralität für England keine Hilfe, sondern mir eine Belästtgung sei. „Handelsblad" schreibt dazu: Die Neutralität ist ein schwerer Harnffch, der wenig bffchirmt, aber unsäglich drückt. Jedenfalls dürfte der Träger eines solchen Horniich's, der das Schwert nicht gebrauchen darf, nicht obendrein beleidigt iverden.
Belgische Flüchtlinge.
Kopenhagen, 16. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) „Ratio- nal Tidende" meldet aus London: Fortgesetzt kommen noch belgische Flüchtlinge an. In England sind allein etwa 160 000 Personen. Tausende von Heimen öffnen sich ihnen. 2500 verwundete belgische Soldaten sind gestern an- qekommen. König Albert will bei der Armee bleiben. Die Königin weigert sich, ihn zu verlassen.
Während eines Besuches des Generals Jo ffre im Hauptquartier warf ein deutsches Flugzeug eine Bombe herab, tze in der Nähe Poincarss und Jvffres nicoerfiel. Das deutsche Flugzeug wurde von einein französischen verfolgt und heruntergeschossen. (?)
Rotterdam, 16. Oft. (WTB. Nichtamtlich.) Dem „Nieuwe Roiterdamsche Courant" wird ans Sluis unterm 15.Oktober gemeldet: Die Zahl der Flüchtlinge ans dem nordwestlichen Belgien, die hier dnrchkamen, wftd auf 60 OOOgeschätzt. Ihr Zustand ist unbeschreiblich. Es gibt für sie keine Unterkunft, so daß viele die Nacht aus der Strafte zubringen mußten Es herrscht Mangel an Nah. rungsmitteln. Die Bäckerladen sind leer, alle Dauernwagen sind requiriert, um Leute nach Breskens zu bringen, abei auch dort ist alles voll. Zwanzig große Bovte, tze sonst für die Beförderung von Zuckerrüben benutzt werden, waren ganz mit Flüchtlingen besetzt.
Die Antwerpener Kriegskontribution.
Rotterdam, 16.Oft. Wie man jetzt hört, soll der Stadt Antwerpen statt der Kriegskontribution die Unterhaltspflicht für die deutsche Besatzung auferlegt werden.
v. Beseler Ehrenbürger von Greifswald.
Greifswald, 16. Okt. In der heutigen gemtzic- sam-en Sitzung des Magistrats und der Stadtverordneten wurde einstimmig beschlossen, den Eroberer von Antperpen, General v. Beseler, einen geborenen Greifswalder, zum Ehrenbürger der Stadt zu ernennen.
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Barbarisches Vorgehen der Ruffen.
Wien, 16. Okt. (WTB. Mchtamtlich.) Aus dem Kriegs- pressequartier wird amtlich gemeldet: Unsere Truppen, die aus Tarnow über Rzeszom vorrückten, hatten Gelegenheit, sich von dem allen militärischen Bräuchen bvhnsprcchenden barbarischen Vorgehen der russischen Truppen gegenüber der einheimischen Bevölkerung zu überzeugen. Alle Ortschastcn auf der Strecke bieten ein Bild ärgster Verwüstung. In Dembica wurde tzn Teil der Stadt cingeäschert. Das schöne Schloß Zawada wurde, da sich die einzige, mit der Aufsicht betraute Person iveigerte, das ilyr an vertraute Eigentum widerstandslos der Plünderung preiszugeben, vollkommvu ausgeraubt, rm Umkreise mit Petroleum begossen und an-


