der berichtenden Stellen und des genauen Datums ist aus naheliegenden Gründen abgesehen worden, die Schriftstücke sprechen für sich selbst. Der erste Bericht stammt aus dem M ä r z 1 9 1 3. Es heißt darin:
Immer enger werden die Maschen des Netzes, in die es der
französischen Diplomatie gelingt, England zu verstricken. Schon in den ersten Phasen des Marokko-Konfliktes hat bekanntlich England an Frankreich Zusagen militärischer Natur gemacht, die sich inzwischen zu konkreten Vcrein- barim sen der beiderseitigen Generalstäbc verdicktet haben. Bezüglich der A b in a ch u n g e n wegen einer E o o v e r a t i o n^z u r See erfahre ich von einer gewöhnlich gut unterrichteten Seite folgendes: Tie englische Flotte überniinmt den Schutz der Nordsee, des Kanals und des Atlantischen Ozeans, iuh Frankreich die Möglichkeit zu geben, seine Seestreitkrafte im westlichen Bassin des Mittelländischen Meeres zu konzentrieren, wobei ihm als Stützpunkt für seine Flotte Malta zur Verfügung gestellt wird. Details beziehen sich auf Verwendung der französischen Torpedo- flottillen miü Untersackoote im Kanal und des englischen Mittel- meergeschwaders, das bei Ausbruch des Krieges einem französischen Advrira! unterstellt wird.
Ban besonderer «eite erhalte ich D en i Ui riS von einem Notenwechsel, der im Herbst des vergangenen Jahres zwischen G-rey und dem Botschafter Cambvn stattgefnndcn hat. In dem Notenwechsel vereinbaren die englische und die französische Regierung für den Fall eures drohenden Angriffes von seiten einer dritten SSladft sofort einen Meinungsaustausch darüber, ob eru gemeinsames Landein Mi Abwehrung des Angriffes geboten ist, gegebenenfalls ob >uud inwieweit die bestehenden Militärisckien Vereinbarungen zur Miwendung zn bringen seien. Die Fassung der Vereinbarungen trägt mit seiner Berechnung der englischen Neutralität Rechnung. England übernimmt formell keinerlei Verpflichtung zu militärischer Hilfeleistung Es behält dem Wortlaut nach die Zand frei, stets nur seinen Interessen ent- svr-iO.end liaudÄn zu können. Daß sich aber durch diel« Vereinbarungen in Verbindung mit den getroffenen militärischen Abmachmugen England de facto dem französischen Revanchegedanken bereits rettungslos verschrieben hat, bedarf kaum einer besonderen Ausführimg. Die englische Regierung spielt ein gefährliches Spiel, sie bat durch ihre Politik in der bosnischen und marvkkanisckien Frage K r i > e n hervorgerufen, die Europa zweimal an den Rand des Krieges gebracht haben. Die Ermutigung die sie direkt loie indirekt airdaucrnd dem französischen Chauvinismus zuteil werden läßt, kann ei'nctz 'Tages zu 'erner"Kätä- strophe flihren, bei der englische wie französische Soldaten .aut französischen Schlachtfeldern die englische Einkreisungspolittk mit ihrem «Mute bezahlen werden. De Saat, die Kömg Eduard gesät hat. geht aus,
.Hierauf'folgt ein Brief SirEdwardGreys vom 22. November 1812 an den französischen Botschafter in London, Eambon, Darrn wird auf den fortdauernden, gegenseitigen Meinungsaustausch französffcher und englischer Marines-achverständiger und Müitärsachverftändiger hingewiesen und die Zustimmung dazu ausgesprochen, daß. wenn eine der beiden Regierungen ernsten Grund habe, leinen provozierten Angriff einer dritten Macht oder die Bedrohung des allgemeffren Friedens zu erwarten, unmittelbar ein Ntcmungsaustausch zwischen den beiden Regierungen folgen und eine Enffcheidung getroffen werdeir soll über die Anwendung der P^äne der beiderseitigen Generalstäbc, In Bestätigung des Schreibens des Botschafters Eambon vom 23. November 1912 werden bte Anregungen Edward Grrys an- geuoolmen.
In dem zweiten Bericht vom Mar 1914 wird mitgeteill, daß bei dem Besuch des Königs von England in Paris von französischer Seite die Anregung erfolgte, die bestehenden besonderen militärpolitischen Abmachungen zwischen Frankrcick» und England durch analoge Abmachungeu zwischen England mrd Rußland zu ergänzen. Sv: Edward ffstev hat den Gedanken sympathisch ausgenommen, sich aber außerstande erklärt, ohne Befragen des englischen Kabinetts irgend eure Bindung zu übernehmen.
Der Empfang der englischen Gäste durch die französische Regierimg sowie die Pariser Bevölkerung soll aift den Minister in hohem Grade Eindruck gemacht haben. Es ist zu befürcksteu, daß der englische Staatsmann, der zum ersteumale in auftlicher Eigeiifckzaft im Ausland geweilt hat, und wie behauptet wird, überhaupt zum ersten male englifcksen Boden verlassen hat, den französischen lKirftüssen in Zukunft in noch höherein Grade unterliegen wird, als das bisher schon der Fall war, s Ein dritter Bericht vom Juni 1914 besagt: Die Nachricht, daß von franzöLiHcher Sefte anläßlich des Besuches des Königs von England in Paris militärische Abmachungen zivischen England und Rußland angeregt wurden, wird mir bestätigt, De Anregung geht ans Herrn Jswolski zurück. Der Botschafter wünschte, die Feststimmung zu einer Umwandlung der Tri Velentente in ein Bündnis nach Analogie des Dreibundes auszimutzen. Wenn man sich schließlich in Parick und Petersburg mit weniger begnügte, so scheint dafiii hsie Erwägung maßgebend gewesen zu sein, daß in England ein großer Teil der ösftnllichen Meinimg deni Abschluß förmlicher Bündnisverträge mit anderen Mächten durchaus ablehnend gegen. Über steht Anaesichts dieser Tatsache hat man sich trotz der zohl- reichen Beweise für den gänzlichen Mangel an Widerstcmds- kraft der englischen Politik gegen Äne Entente — mlan darf mv die stlesolgschast erinnern, die noch jimgist Rußland in der Frag« der deutschen Militärmission in der Türkei von Eng>- land erfahren Ich — offenbar geschient, gleich mit der Tür ins Haus zu fallen. Es wurde vielmehr die TffkM des langsamen, scheftttveisen Borgehens beschlossen. Sir Edward Grey hat die französisch-rusfikche Aiireguna im englischen Ministerrat warm vertreten, das Kabinett hat sich seinem Votum angeschlossen. Es nmrde beschlossen, in erster Linie ein Marineabkommen ins Auge zu fassen, und Verhandlungen in London, zwischen der englischen Admiralität und dem russischen Marin eattachv stattiiuden zu lassen. Di- Befriedigung der russischen und der französischen Tivlomatie über diese erneute Ueberrumpelung der englischen Politiker ist groß. Man hält den Abschluß eines svr- inellen Bündnisvertrages nur noch für eine Frage der Zeit. Um dies Ergebnis zu beschleunigen, würde man in Petersburg sogar zu gewissen Scheinkonzessionen an England in der persischen Frage bereit sein. Me zwischen beiden Mächten in dieser Hinsicht in letzter Zeit aufgrtauchten Meinungsverschiedenheiten haben noch keine Erledigiing gefunden. Bon rirssischer Seite arbeitet man vorläuffg mft beruhigenden Versicherungen wegen
llrusteln; lläjenner Frühstück; velieate-ü-g Feinkost. Leckerbissen; velicates-e-llsring Wür,bering. Fetthering; vewi-61-ree Halb- gefrorenes, eingekochte Fleischbrühe. Fleischsait; Viver L vmt Sonder- inahl, Elnzelesie» ; Rntre-eöt« Ripve, Zwischenrippe, Mittelrivpen- stück (vom Rinds; Farce Füllsel; Fine» Herbes Feine Krauler, Wür,trauter; Eeläe Gallert (es, Snl,; gratln, an mit Krnlle, de- fi-u’-'rt: Oalasch93fcffcrfTeiict>. Aovriknfleisch, Gulasch: Hach6 Gehacktes, Sackstei'ch.Häcksel: Hammel-steakvammelschnitzel; llalbslcopkentertue KalbSkopl nach Schildkrötenart, — L la Vinaigrette in Csstgbrübe: älatjeabering neuer Hering, Iungherinq; Majonnaise Mayonnäse^ saurer Oelguß; Haminermajonnaise Hummersalat, Hummer mit saurem Oelguß; älireä Lieblos gemilchte Elstglrllchte: rloek-turtle- soup lallche Schildkrötensuppe, Katbskopssuvpe; Monsse Schaumeis, Sckaumlveise; Paiües nn kromage oder an Parmesan Kcisestaugen, Käsestroh; vite Pastete; Plombisre Schanm-Gelrorenes, valb- gclrorcnes: Panade ä la alaee geiroreuer Punsch, Eispunsch; Poiage Suvve; Ponlaräe Kaovhxhn, Masthuhn. Metzer Huhn; Panxiette« Röllchen, gefüllte Fletschröllchen • Purfte Mus, Brei: Raeoüt Würz- stcisch, Mischgericht: Ragaüt La en eoqnllles feines Würzsteisch In Muscheln: Ravigite-aanee sckiacke Kräutersoße, -tunke: Remonlackeu- sanee Oel-Senffoß«, -tunk«: Roawbeek Rostbraten, englischer Rinderbraten ; Rouladen Röllchen von Roll fleisch; Rumpsteak Rumplstück: dalmi, Salmy, Wür,fleisch von Wtlbgeflnael: 8aa6vmd englisches Fischbrötchen; 8ai«lin« a l’buile Oelsardineu; Sauce Tunke. Guß, Beigutz. Ans der deutschen Epeisckarte.
der Besorgnisse, die in England im Hinblick auf die Zukunft Indiens in neuerer Zeit wieder hervorgetrcten sind. Ein vierter Bericht von: Juni 1914 lautet: Man ist in Petersburg und London sehr beunruhigt wegen der französischen Indiskretionen über die russisch-englische Marinekonvention. Sir Edward Grey befürchtet Anftagen im Parlament. Marin eattachü Kapitän Wolkow, der einige Tage in Petersburg gewesen ist, vermutlich um Instruktionen für die Verhandlungen in Empfang zu nehmen, ist nach London zurückgckchrt. Tic Verhandlung an haben bereits begonnen,
Jni fünften Bericht vom Juni 1914 wird auf die Anfrage des Unterhauses über das Marineabkommen mit Rußland, sowie die bekannte Aartwort Grcys und die englischen Blätterstimiyen Bezug genommen und hiuzugesügt: Tic Erllärmigen Sir Edward Grcys entsprechen der vertraulichen Aeußerung einer Persönlichkeit aus der nächsten Umgebung des Ministers: „Er könne aus das ausdrücklichste und bestinimtestc versichern, daß keinerlei Abmachungen militärischer oder maritimer Natur zwischen England und Frankreich bestünden, obwohl der Wunsch nach solchen aus französischer Seite wicderbolt kundgegebcn worden sei. Was das englische Kabinett Frankreich abgeschlagen habe, werde es Rußland nicht gewähren. Es sei keine Flottenkonvention mit Rußland geschlossen und es werde auch keine geschlossen werden,"
Ein s e ch st e r Bericht ist ininder wichtig.
In dem siebenten Bericht vom Juni 1914 heißt es: Daß die Erklärung Sir Edward Grcus im englischen Unter- hrule über das russisch-englische Marincabkommen von der öffentlichen Meinung in England so bereitwillig akzeptiert worden ist, bat hier und in Petersburg große Erleichterung hervorge- rusen. Tie Drahtzieher der Aktion hatten schon befürchtet, daß der schöne Traum des neuen Dreibundes ausgetränmt lein könne. Gs fällt mir übrigens schwer, daran zu glauben, daß es dem „Manchester Guardian" allein beschicden gewesen sein sollte, den Trick zu durchschauen, dessen sicki Sir Edward Grey bedientes, indem er die Frage, ob Verhandliengen über ein Marineabkommen mit Rußland schwebten oder im Gange seien, nicht beantwortete, sonder» die ihin gar nicht gestellte Frage verneinte, ob England bindende Verpflichtungen bezüglich einer Verteidigung an einem europäischen Kriege eingegangen sei.
Im achten Bericht, ebenfalls vom Juni 1914, heißt es: Von einer Stelle, die sich die alten Sympathien für Deutsckz- land bervahet hat, ist mir mit der Mtte um strengste Gehewl- haltung die beigcsügte Auszeichnung über eine Konferenz zugegangen, die am 25. Mai beim Nhes des russischen Mari ne st ab es staltgefundeu hat inii in der die Grundlagen für Verhandlungen über das russisch-englische Marinabkommen sest- gestellt worden sinh. Bis zu welchem Ergebnis die Verhand- lungen bis jetzt geführt haben, wußte mein Gewährsmann noch nicht, er äußerte aber sehr ernste Besorgnisse über die Beförderung, die der rusiisckie Nationalismus erfahren werde, wenn das Abkommen talsächtich zusiande komme. Auch^ Sasanow treibe zusehends mehr in das Fahrwasser der russischen Kriegspartei.
Die Anlage ist datiert: St. Petersburg, 13./26. Mai 1914
unb besagt u. a.: > . „ , '
Die geplante M ari nekon ve n t io n soll die Beziehmgrn zwischen den russischen und englischen Streitkräften zur See ini allen Einzelheiten regeln. Die beiden Märinestäbc sollen sich außerdem regelmäßig gegeirseitig Mftteilung inachen über die Flotten dritter Mächte und über ihre eigenen Flotten. Mit Bezug wif die maritimen Operationen im Gebiet des Sckiwarzen Meeres und der Nordsee, wie mit Bkzng auf den voraussichtlichen Soe- kampf im Mittelmeer muß Rußland besttebt sein, von England Kompensationen dafür zu erhallen, daß es einen Teil der deutscheiz Flotte aus dir russische abzieht. Im Gseläet des Bosporus und der Dardanellen sollen zeitweilige Unternehmauigen in _ den SfflceM engen als strategische Operationen Rußlands im KrieEsalle ins Auge gefaßt werden. Die russisck>en Interessen in der Ostsee verlangen, daß Englmrd einen möglichst großen Dell der deutscher^ Flotte in der Nordsee festhält. Dadurch würde die erdrückende Ucbermacht der deutschen Flotte gegenüber der ruffischen aufgehoben und vielleicht eine russzsche Landung in Dom-, ment möglich werden. Hierbei könnte die englische Regierungi einen wesenllichen Dienst leisten, wenn sie »or Beginn der Kriegs- opcrationen eine so große Zckhl >1on Handelsschiffen in die val- ttschen Häfen schickte, daß der Mangel an russischen Transtwrt- schiffen ausgeglichen wird.
Was die Lage im Mittelmeer anbetrifft, so ffk es für Rußland höchst wichtig, daß dort ein sicheres llebergrwicht der Streitkrästc der Enlente gegenüber der österreichischen und italienischen Flotte hergestdllt wird, sonst würden Angriffe der österreichischen Flotte im Schwarzen Meer möglich fern, was für Rußland ein gefälchlichcr Schlag wäre. England müßte daher durck» die Belassnng der irötigen ZaM von Schiffen int Mittelmeer das Ueberl^ewicht der Streitkräftc der Ententemächte mindestens so lange sicheni, als die Entwicklung der russischen Marine m»ch nicht so weit sortgeschÄtten ist, um die Lösung dieser Aufgabe selbst zu übernehmen. Russische Schiffe müßten nnt Zu- slimnrimg Englands als Basis im östlichen Mittelmeer die englischen Häfen benutzen dürfen, ebenso wie es die^ svanzösische PAarinekouvcittion der russischen Marine gestattet, sich im westlichen Alittelme« in den fransösischen Häsen zu basieren.
Der neunte Bericht vom Juli 1914 lautet: Gelegentlich einer heuttgen Unterhaltung mll Ssasonow wandte sich das Gespräch auch dem Besuch Poincarss zu. Der Minister hob die in friedserttgem Ton gewechselten Trinffprüche hervor. Ich konnte nicht umhin, Ssasonow darauf anfmerffam zu machen, daß nicht die bei derartigen Gelegenheiten ausgelauschten Toaste, son der» die daran geknüpften Preßkommentare den Stofs zu Beunruhigungen geliefert hätten. Derartige Koinmentare seien auch dies- nial nicht ansgeblieben, wobei sogar die Nachricht von einem angeblichen Abschluß einer russisch-cuglilchen Marinckonventton verbreitet worden sei. Sasonvw griff diesen Satz ans und meinte im- ivillig, eine solche Konvention cxisttere nur „in der Idee des „Berliner Tageblattes" und im Mond".
Der zehnte Bericht vom Juli 1914 enthält eine Abschrift des Schreibens, das der Adjutant eines russischen Großfürsten am 25. Juli von Petersburg an den Großfürsten richtete und das nach der Ansicht des Berichterstatters erweist, daß man schon seit dem 24. Juli in Rußland zum Kriege entschlossen gewesen ist. Me wichttgsten Sätze des Schreibens lauten: In Petersburg waren große Unordnungen urtter den Arbeitern: sie ftelen sonderbar zusanrnien nnt der Anwesenhett der Franzosen bei uns und mit dem österreichischen lllti- matumanSerbien. Gestern hörte ich von dem sranzöffschen Mllitäragcnten General Cinche, er habe gehört, daß Oesterreich an den Arbeitcrunruhen nicht unschuldig sei. Jetzt kommt aber alles rasch zu normalen Verhältnissen, und eS scheint, daß, von den Franzosen ermutigt, unsere Regierung ausgchürt hat, vor den Deuffchen zu zittern. Es war längst Zeit; das Ultimatum Oesterreichs ist von unerhörter Frcchhell, wie alle hieftqen Zeitungen einmütig sagen. Gestern war eine Sitzuug des Minister- rats, der Krieqsministcr hat sehr energisch gesprochen und bestätigt, daß Rußland znm Kriege bereit sei, und die übrigen Ndinister halien sich voll angeschloffen. Es wurde in entsprechendem Geist ein Bericht an den Kaiser fertig-gestellt, und dieser Bericht ist an demselben Abend bestätigt worden. Tic Ptittellnn« m dem „Rnssischen Invaliden", daß die Regierung auftnerlsam die Entwickllrng der österreichisch- serbffchcn Zusammenstöße verfolgt, bei denen Riißlant, nicht gleichgültig bleiben kann, wurde von allen Zeitungen mit sehr günstigen Kommentaren nachgedrnckt Wir alle sind überzeugt, daß diesmal keine Rasputinc Rußland verhindern werde, sein« Pfflicht zu erfüllen. Deutschland, das Oesterreich vorschickt, ist fest cntschloffen, sich mft uns zu messen, bevor wir unsere Flotte ansban«, und dir Balkan« staaten haben sich noch nicht vom Kriege erholt. Auch wir nrüffeu der Gefahr ins Gesicht sehen und nicht unseren Kops verstecken, vne während des Balkanlliegcs, als Kokowzew nur an die Börse vächte. Damals wäre der Krieg leichter gewesen, da der Balkan- bund voll bcivassnet war. Aber bei uns trieb man Strnßew- demonstrationen auseinander, die gegen das elende Oesterreich gerichtet waren. Jetzt aber würde man ebensolche Demonstrationen jrendchg begrüßen. Uehechanpt nwttaj wir hoffen.
daß das Regiment der Feiglinge (nach Art KoivwMvss und
gewisser Schreier imd Mysttkcr vorüber ist. Ter Krieg ist ein Gemüter: mögen auch Katastrophen komineu, cs wäre iiirmer besser, als in dieser unerträglichen Schwüle zu verharren.
' Verluftüste^
Reservc-Frwartlllene-Rerftment Nr. 25, Darmftadt.
Mouzon und Poncq am 28. 8., Bienne-la-Ville am 14. und Servon am 15. und 22. 9: 14.
1. Batterie: Hauptmann v. Gilsa, lvw. — Leutnant d Res. Fritz Bötcsübr, Roßlau, Anhalt, lvw., bei der Truppg verblieben. — Kanonier Alfons Müller, Mntzig, Kr. Mvlshcim, tot. — Kanonier Fritz .Hartman», Groß-Bicberan, Kr. Dieburg, tot. — Kanonier Karl Beiz, Erndtebrück, Reg.-Bezirk Arnsberg, tot. — Kanonier Jakob Nolte, Offcnbach, tot. — Kanonier Jakob May, Walldors,^ Kr. Groß-Gerau, lvio. — Ufsz. Friedrich Wilh. Kullmann, Groß-Zimmern, Kr. Dieburg, schvw. — Ge fr. Georg Egly, Langen-Grausbach, Kr. Erbach, lvw. — Gcfr. Franz Jakob Fuhrv, Raaheim, lvio. — .Kanonier Georg Adam Meyer, Ueberon, Kr. Deburg, lvw. — Gcir. Ernst Lohny, Oberstrin. Kr. Birken- seid, lvw. — Kanonier Michael Seiten, Nieder-Mockstadt, Kreis Büdingen, lvw., bei der Truppe verblieben. — Kanonier Heinr. Karl Rui>pcrt, Ermenrot, Kr. Alsfeld, lvw. — Kanonier Johann Mayer II, Langenfeld, Kr. Ansbach, tot. — Kanonier Phlltztp Karch, Ober-Ramslau. Kr. Darmstadt, lvw. — Kanonier Karl Heinr. Schmelz, Wallerödorf, Kr. TIsscÜ», tot, begraben bei Vion- ville. — Kanonier Julius Morgenstern, Grorgenhwlsen, Kreis Drebnrg, schvw. — Kanonier Hacher, lvw. — Kanonier Wilhelm Slefer, Muschenheim, Kr. Gießen, lvw. — Kanonier Friedrich Gustav ltuhles, Creield, lvw. — Kanonier Jakob Becker, Schwan- Heim, Kr. Bensheim, lvw. — Uffo. Wilhelm Pleitz, Traisan, Kr. Kreuznach, lvw.
2. Batterie: Vizewachtmeister Offizierdienstttier Fecher, schvw. — Ussz. Karl Lezins, Vanzlau, schvw. — Sauitätsnnte» osfizicr Georg Wilh. Aug. Düringer, Ossenbach, lvw. — Kanonier Georg Fricß, Groß-Umstadt, Kr, Dieburg, schvw. — Kanonier Philipp Johann Meinhardt, Nieder-Moos, Kr. Lanterbach, lvw. —- Ufsz. Adam Besaud, Denheim, Kr. Oppenheim, lvw. — Kanonier Otto Alfred Schneider, Holzau, Kr. Dresden, lvw. — Kanonier Georg Friederich, Brensbach, Kr. Dieburg, schvw. — Kanonier Philipp Klink. Büttelborn, Kr. Groß-Geraly lvw. —. Kanonier Adolf Anton Raab, München, schvw. — Kanonier Karl Schwarz, Reichelsheim, Kr. Friedberg, schvw. — Kanonier Phikivp- Eimermann, Ober-Jngrlheim, Kr. Bingen, lvw. — 5? oho dien Konrad Albert, Anna, Kr. Gmunden, lvw. — Kanonier Johann Korfmann, Steinbockenheim, Kr. Alzey, lvw. — Kmronier Geor» Müller, Wenings, Kr. Büdingen, lvw. — Kanonier Heinrich Brücher, Groß-Umstadt, Kr. Dieburg, lvw. — Kanonier Msons Kumbert, St. Pos, Kr. Rappoltsweiler, lvw. — Kanonier Heinrich Huber, Wölfersheim, Kr. Friedberg, lvw. — Kanonier Wenzel Joh. Willi. Seifert, Secheim, Kr. Gnoß-Gcran. lvw.
3. Batterie: Einiahrig-Frciwilliger Uffz. Gw» Schlägel. Bremen, lvw. — Gcfr. d. Res. Willzelm Oehs, Alsfeld, lvw. —. Geft. d. Res. Ludwig Haag, Langstadt, Kr. Dieburg, tot. — Gesr. d. Rcs. Heinrich Neuberger, LMidenbach, lvw. — Gesr. d. Res. Paul Oppcrnlann, Salzwedel, schvw. — Kanonier Georg Wolf, Wersau, Kr. Dieburg, lvw. — Kanonirr Ludwig Ruckert, Rosenthal, Kr. Cassel, lvw. — Kanonier Conrad Schäfer, Langen, Kr. Ossenbach, schvw.
4. .Batterie: Serg. Gustav R ückenkesser, Nusenburg, Kr. Menzleben, lvw., bei der Truppe verblieben, - — Ufsz. Jacob Dienst, Gundersblum, Kr. Oppenheim, lvw. — Kanonier Franz Boll, Hahnhcim, Kr. Oppenheim, schvw. — Kanonier Jacob Hinkel, Waldulversheim, Kr. Oppenheim, lvw. — Kanonier Karl Christian Kraft, Kitzingen, lvw.
5. Batterie: Kanonier Georg Schenk, Mainz, lvw. — Kanonier Josef Wiegand, Flieden, Kr. Fulda, tot. — Kanonier Emil Wicmer, Armsheim, Kreis Oppcnbeim, lvw., bei der Truppe verblieben. — Kanonier Friedrich Teickert, Worms, lvw,, bei der Truppe verblieben, — Kanonier Heinrich Weigand, Parbenhcim, Kr, Oppenheim, tot. —. Kanonier Heinrich Schmidt IV, Mcns- lieim, Kr. Worms, lvw, — Uffz. Ernst Michel. Grundheim, Kr, Worms, lvw. — Kanoiner Christian Groth, .HappenHk im, Kreis Worms, schvw. — Kanonier VCbant Müller, Undenheim, Kreis Oppenheim, lvw., bei der Truppe verblieben. — Kanonier Kurl Matthias Engelhardt. Groß-Zimmern, Kr. Dieburg, lvw. — Uffz. Heinrich Peter Knanß, Dittelsheim, Kr. Bingen, lvw., bei der Truppe verblieben. — Kanonier Karl Ludwig Gottmann, Mosbach, Baden, lvw. — Kanonier Georg Friedrich Laubenlzeinrer, Gundersblum, Kr. Oppenheim, lvw.
6. Batterie: Uffz. Friedrich Weber, Ostbosen, Kr. Worms, schvw. — Kanonier Lickuvig Seriba, Osthofen, Kr. Worms, schvw.
Leichte Munitions-Kolonne: Vizewachtmeister d. Res. Eduard Lutz, Elgenrod, Kr. Alsfeld, lvw.
GevichtssaaL.
Der Mordprozetz gegen Prineip mrd Genossen.
Sarajewo, 15. Oft. (W. B. Nichtamtlich.) Bei der Fortsetzung des Verhörs schildert der Angellagte Prinzip eftigehenü das Zusammentreffen der Verschwörer in Tuzla gut Entgegennahme der Bomben mrd Waffen von Jovanoviffch. Prin- cip gibt zu, KrtzieHungen .mit der Rcrrvdua Odbrana in Belgrad zu haben.
Der nächste Angrcklagte Grabez bekennt sich zu radikal- nationalistischen Ideen.und bezeichnet die Vereinigung der süd- ftawischcn Länder unter serbischer Vorherrschaft und die LoZreißung Bosniens von der Monarchie durch Krieg oder Revolution als sein Ideal. Ten Erzheltz>>g--Throusolger habe er gehaßt, well er nach Ansickft der Belgrader Kreise der Vereinigung der Serben im Wege stand. Bor dem Attentat sprach Grabez zuerst mit Prineip, später auch mit Cabrinovic. lieber die Licsermig der Bomben und Massen durch Ciganovic und den Dkajor Tankosffch sagt der Angeklagte in Uebercrnstünnrung mft Prrncip aus, seiner Aüffcht nach sei Ciganovic der Hauptschuldige.
Während die bisher vernommenen Verschwörer ihren prinzi- piöllen Standpunkt beiüehielven, bot der ehemalige Torffchiillehrvr und spätere Danlbeamtc und Jmirnalist I klitsch ein llägliches Bild. Er versuchte, seine in der Boru-lttersuchnng gemachten posi- ttven Angaben abzuschwächen und antwortete, wenn ihm Widersprüche vorgehcllten wurden, stereotyp: „Ich weiß nicht." Er ist rm besonderen beschuldigt, die Waffen und Bomben nach Sarajewo gebracht, in seiner Wohmmg verborgen und am Tage vor dem Attentat unter die Verschwöre« vertellt zu haben. Er redet sich damft heraus, daß er geglaubt habe, die Verschivörcr würden von ihrem Plan abstehen: er gesteht jedoch ein. den vmi ihm prrsörllich augeworbenen Verschwörer Giukftsch und Popowilsch (nt Gebrauche der Bomben unterwiesen zu haben.
Der Angeklagte Baso Oubrilowitsck gesteht die Absicht zur Tötung des Erzherzogs ein und gibt als Mottv an, daß nnm in serbischen Kreisen de» Erzherzog für einen Zerbenfernd qe- halten habe.
VermiWte»o
* Der Schrei nach dem englischen KeHner. Die, Kellner, die es bislang in Lond»n wie in mtberen englischen! Städten gab, waren meistens Den tsche oder Oester reicher. Das soll nun anders werden, Wcniqz'tens erhebt im „Daily Teiegrcftch" ein Londoner den „Schrei nach dem englisthen Kell-^ ner", in dem er darauf hinweist, daß der gans« englische Wirts- lzausbetricb ebenso von Grund aus gcänoert werden müssc, wie so vieles in England: wie im Handel 'und in der Industrie müsse man auch hier die Teutscheir, die bisher aus dem Gebiete uuum- schräntt herrschten, verdvängeu. Ter Londoner ftihri dann water aus, es habe bisher in englischen Hotels viele Tausende deutscher Kellner und audreer Angestellter gegeben, und aiul> die Agm- ttrren für Hotelpersonal seien in deutschen Händen gcioesen, ja die deuffckien Kellner hätten eigene Mubs nsw. gehabt, während nichts vorhaitden geivesai wäre, die englisckze Arbeit aus diesem Gebiete zu uitterstützen. Wie die Aeudcrung durchgesühtt weiden soll, darüber toeiß er srellich auch keine aussichtsrcicheu 8jor- schlägc zm machen.


