Letzte Nachrichten.
Di« Deutschen in Antwerpen.
:WLB.> Berlin, 16. Oft. (Nichtamtlich.) Die Uhren Antwerpens wurden bereits am Mittwoch auf deutsche mitteleuropäische Zeit gestellt. — Pariser BlStter- gnetdungen über die trostlos« Lage der Anlwerpener Bevölkerung, weil riesige Vorräte von Lebensmitteln von den sliichtenden Ar- niren vernichtet wordcir seien, dürften mit Vorsicht auszn- nehmen sein. Ein von Antwerpen nach Rotterdam reisender! Lolländer sagt aus, das; die Stadt wiederum auflebt. In der Stadt seren nvch graste Vorräte an Lebensmitteln vorhanden.
Die Ohnmacht der französischen Flieger gegen detttschc „Tauben".
Paris, 15. Oft. (WTB Nichtamtlich.) Zm ..Journal-" dom 12. Oktober schreibt Gustave TirN: Nestern überflogen wieder Tauben Paris. Wieviel? Sicher ist, daß sie 20 Bomben abwarfen und 17 Personen töteten oder verletzten. Ebenso sicher ist, daß das schönste Wetter herrschte. Genau so sicher ist, daß die deutschen Flieger alle Sonntage bei h-llichtem Tage uns einen Besuch machen. Auch erhalten wir stets ein Avis, wenn sie draußeit gesichtet sind. Ich verfolgte den Weg einer Taube, der vorbei ging an zwei Flugdepots, wo ungefähr 10 hübsche Appa-- rate standen. Oh, ich verstehe wohl, das! man unfern braven Fliegern Sonntags Ruhe schenkt. Mer ist es denn unbedingt nötig, daß die Wächter von Paris sich a l l e auf einmal aus ruhen. Ausgerechnet alle Sonntage?
Unsere Stärke in Polen.
WTB.i Berltn, 16. 0kt. ^Nichtamtlich.) An der polnischen Gren e sind noch „Times" über sä ns deutsche Armeekorps, üb.'r acht Refervekorps, über fünf Landwehrkorps. also über 1h, Millionen Mann. Dazu kommen noch 270000 Oester- reicher an der schlesischen Grenze.
Die belgischen Kntistdcnkmäler.
(DTB.1 Brüssel, lö. 00. Nichtamtlich.) Tic vorläufige Besichtigung der Baudenkmäler von Gent durch Geh. Rat von Falke hat ergeben, daß die Stadt keinerlei Beschädigungen erlitten Kat. Nicht eine Fensterscheibe ist zerbrochen worden. Ans der Kathedrale St. Bavo ist der Altar der Brüder van Rvck nebst zwei Altarbildcnt von Rubens und Gcrard van der Meire bereits am 3. Oktober entfernt und nach London gebracht worden.
Auszeichnung des Kommandeurs des Res.-Jnf.-Regts. 116.
Karlsruhe, 15. Cft. (NTB. Mchtamtlich.) Der Großherzog bat dem ,,Staatsanzetger" zufolge deni Oberstleutnant v Pfeil, Kommandeur des Reserve Zitscutterie-Regt- ments N r. 116, das Ritterkreuz 1. Klasse mit Eichenlaub und Schwertern des Ordens vom Zähringcr Löwen verliehen.
Churchill. der Dündenbock.
(WTB> London, 15. 0kl. (Nichtamtlich.) Tie „Morin,ig Post", die bereits früher di- Regierung vor der Gefahr des dilletontischen Eingreisens von Zivilpersonen in militärische und maritime Operationen gewarnt hat, kritisiert in ihrer Nummer vom 13. Oktober den Versuch, Anvoeepen durch eine kleine Streitmacht von Seesoldatcn und Marinefreiwilligen ju entsetzen. Für diesen kostspieligeu Fehler sei Wtnston Churchill verantwortlich. Das Blatt tadelt die Entsendung englischer Hilfstritppen in dem Augenblick, in dem cS für die belgische Arinoe der richtige Kurs gewesen wäre, sich aus eine sichere Stellung zurück;,: liehen. Als die Engländer mit wenigem, schwerem Geschütz in die Stadt geworfen wurden, sagt das Blatt, wsiir bereits eine Bresche in den äußtrckn Sektor der Beiestignngen gelegt. Die Stadt lag wehrlos den schweren Haubitzen «iisqeliefert und die rückivärtigeu Verbindungen waren ernstlich gefährdet. Die belgische Armee halte Antwerpen
! wenige Tage vorher in Sicherheit verkassen können, als
der Rückzug noch kein so verzweifeltes Glücksspiel war. Ten Bürgern Antwerpens konnte i>ic_ Beschießung erspart werden. Die Anwesenheit der britischen Truppen verzögerte und erschwerte den bereits zu lange hinausgeschobenen Rückzug. Wir haben Grund zu der Besorgnis, daß die britischen Verluste beträchtlich größer sind, »Is der Staatssekretär zuzugeben bereit ist. Aber selbst der zugestandene Verlust ist ernst genug, wenn nun, berücksichtigt, daß der Gegner keinen dementsprechenden Verlust gehabt hat, und daß der Verlust der Anwendung ecncs gänzlich falschen Opcra- tionsplancs entsprungen ist. ES ist nicht angängig, daß Churchill seine Stellung dazu benutzt, seine taktischen und strategischen Launen Fachmännern auszudrän- ge», die durch die natürliche Schwierigkeit der Lage hinreichend bedrängt sind Wir erfahren, daß Churchill im letzten Monat einmal im britischen Hauptanartier in Frankreich, einmal in Dün- kirche» und einmal in Antwerpen gewesen ist. Diese Zersplitterung der Tätigkeit aus Gebieten, die ihn nicht eigentlich anAchcn, können nicht die regelmäßigr^Tätigkeit und Leist,ingsfähigkril seines Ministeriums fördern. Sein Platz ist Tag und Nacht in der ?ld- miialltät. Wir schlagen vor, daß Churchills Kollegen dem ersten Lord ganz bestimmt und endgültig erklären, daß die militärischen und uiariiimen Operationen unter keinrn Umständen »on ihm ge leitet werden dürfen,
Brirstvrchscl mit deutschen Kriegsgcfnngenrn in England.
WTB) Berltn. 15. 00. (Amtlich.) Nach Mitteilung der hiesigen Botschast der Bereinigten Staaten ist die Adresse der Nachrichtenstelle s ü r KriegSgesangene (Th- pri- soncrs oi war inwrmation burnru) in London 49 Wellington- ftreet, Strand. An diese Adresse können Brieie für die deutschen Kriegsgefangenen in Englcnrd gerichtet wenden.
Die Russen vor Przrtnysl.
Wien , 15. Okt. (WTB. Nichtamtlich.) Aus dein Kriegs- prcsiequartter wird amtlich verbau tzdart: Am 2. Okt. ivurdc bei dem FestunqSkommando der Festung Przemysl sollender an den Kommandanten der Festung gerichteter Brief durch einen Parlamentär iüberbracht:
Herr Kommandant! Dos Glück hat die Sc. und SP. Itrmee »erlassen Die letzten erfolgreichen Käntpfe unserer Truppe» hoben mir die Möglichkeit gegeben, die Eiv. Erzellenz anvertraute Festung Arzemyst zu umringen. Irgend welche Hilfe für Sic von ausz-n halte für unmöglich. Um unnützes Blutvergießen ju vermeiden, siudc ich es setzt an der rechten Zeit, Ew. Exzellenz Unterhand- lungen über die Uebergabe der Festung Przcmyst vorzuschlagen, da es in diesem Falle möglich wäre, für Sie und die Besatzung ehrenvolle Bedingungen bei dem Allerhöchsten Oberkommando zu erbitten. Falls Ew. Exzellenz die Umerhandlungeu zu beginnen wünschen, wollen Sie unsere entsprechend bevollmächtigten Delegierten, Oberstleutnant Wandam, ihre Bedingungen güttgst mit- tcilen. Ich benutze diesen Anlaß, um Ew. Exzellenz m ine Hochach- tung anSznspreckcu. Der Kotnniandant der Przemysl blocktcrenden Armee, General Radko Dimitrieff.
Die sogleich auf dieses Schreiben erteilte Antwort lautet: Herr Kommandant! Ich sind« eSuutermcinerWürde, aus den schimpflichen Rat eine meritortsche Antwort zu erteilen. Der Kommandant der Besatzung von Przemysl.
Ein amtlicher österreichischer Bericht.
(WTB.) Wien, 15. OO. (Nichtamtlich.) Amtlich ivird verlaulbari: Gestern eroberten unsere Truppen die besestigten Höhen von Siarasol. Auch gegeit Slarn-Samdor gewannen unsere Angriffe Raum. Nördlich des Sttwiaz haben >oir eine Reihe von Höhen bis zu der Südostsvont von Przemnsl im Besitz. Am Sanslusse abwärts der Festung wird ebenfalls gekämpft. Unsere Verfolgung des Feindes über die Karpathen hat Wyszkow und Skole erreicht. Der Stellvertreter des Chefs des Generalsbabes. v. H ö s e r, Generalmajor. -
Ein Attentat gegen englische Agenten.
(WTB.) Bukarest, >5. Okt. (Nichtamtlich.) (Aqence Roumaine.) Als die Brüder Buxton mit dem Sohne Geschows im Automobil zur Teilnahme an dem Lcichen--
zuge für den Wnig attsfnhren, feuerte ein junger Türkis Pashil Hassan, der von Saloniki gekonnnen war und einetr am 26. Septeniber in Konstautinopel visierten Paß besaß, vier Revolverschüsse auf sie ab. Der eine der Brüder erhielt einen Schuß durch die Lange, der andere wurde leicht verletzt. Der Täter ist verhaftet worden.
Zu dem Attentat ivird noch gemeldet, daß die Schüsse aus nächster Nähe »on dem Autotrtttbrett abgegeben worben sind, daß der eytc der Brüder ztoei Sckzüise in die linke Brustsette erhalten l>at. so daß an seinem Aufkommen ge- zwcifelt ivird, der andere Bruder durch einen Schuß tu die Uinnlade schtoer verletzt worden ist, daß Geschow eins leichte Kopfwunde erhalten hat, daß allen dreien in beut Hotel, vor welchem das Attentat erfolgt ist, die erste Hilfe zuteil wurde und daß endlich der Täler von dem Chauffeur niedergeschlagen worden ist.
Russischer Theaterdonner tm Schwarzen Meer.
'828,1 Konstanttnopel, 15 Okt. (Nichtamtlich. „Tas- vir-i-Esiiar" äußert sich zu dem Erscheinen ocr russische n S ch w a r z c - M e c r - F l o 11 c an den Küsten Rumämens und Bulgariens >md nieint, cs fet dazu beftnmmr, die Haltung R„- mänieits imd Bulgariens zu besinstusstn. Das Blatt glaubt aber nicht, daß die beiden Staaten sich durch solche voeiilxrgeltends .Knndgebimgen beeinflussen und zu einem Vorgehen hinreifzen lassen werden, das geeignet ist, ihr Sein oder Nichtsein zu berühren. Das Blatt fügt hinzu: Wir glauben nicht, daß irgend erne Regierung auf den Balkan etwas unternehmen Ormt, olme die Lcwd-- nnd Seemacht der Türkei in Rechnung zu ziehen, es wäre denn, das ihr Unlernehmen von der Türkei gebilligt ivird. Was die Türkei betrifft, deren Flotte nach wie vor die Freiheit des Ausganges ins Schwarze Meer behält, ergibt sich aus diesem Umstande, daß die Kundgebung im Schwarzen Meere nichts an sich bat, was uns interessieren kann. Das Matt erklärt sodann: Die Tatsache, daß Rußland die Haltung seiner Verbündeten, die den Grunö zur Schließung der Dardanellen gegeben hat, mit Stillschweigen überging, läßt die türkisch-russischen Beziehungen weiter ins Dunkel der Ungewißheit gehüllt. Anstatt durch derartige Kundgebungen die Haltung seiner Verbündeten zu billigen und so die UnNarlteit der Lage noch mehr zu vergrößern, würde Rußland logischer handeln, wenn cS jene zur Vernunft zu bringen versuchte, die die Ursache zur Schließung der Dardanellen gewesen sind. — „Servet-i funun" ist der Ansicht, daß Rußlands Kundgebung in den leitenden .itzreisen Rumäniens und Bulgariens einen schlechten Eindruck machen werde.
Ein schwedisches Panzerschiff itufgelmifen,
>WTB.) Stockhol nt, 15. Okt. Ter Oberstlvmmandi-reiche der ichwedischen Flotte meldet deni Märineministcriuni, dal. das Panzerschiff „Oskar 2" in den inneren Schären, dickst bet Stockholm, auf Grund gestoßen sei. Der Grund sei nicht gefährlich. Bergungsmaterial ist abgesandt worden.
Der Krieg und der Handel Amerikas.
(WTB.) New Bork, 16. DO (Nichtamtliche Das Fach- blatt ,Zran Aqe" schreibt: 'Der Stabpreks ist mebriger, aber die Abnahme des Geschäftes sehr gering von Woche zu Woche. Mehr und mehr glaubt nur», daß» sollte der Krieg länger sich aus- dehnen, als man im allgemeinen angenonümen hatte, dieses von zunehmender zerstörender Wirkung für die amerr- ka nisch« Industrie sei. Stahl war sehr lebhaft. ES sind gute Aufträge gebuckst worben. In den anderen Zweigen lwrrsckst nur geringe neue Kauflust. Für Bleck, zeigte sich ourige Nackz- fragc vom Sluslaitde. Nach den vorliegenden Berichten sind Aufträge von 756 000 Weißblcchbüchsen gebucht worden. Roheisen war träge, die Erzeugung ninnnt ab. Für die ersten Monate des nächsten Jahres war einige Nachsiagc dafür zu werben.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentlichcr Wetterdienst, Gießen Wettermissichtcn in Hessen am Samstag, den 17. 00, 1911! Wolt,g, doch meist trocken, Wind- ai,S östlichen Richtungen, kühl.
Deutsches Sysiem Deutsches Mdierial Deutsche Ärbeii:
machen „EFMA" zum wirklichen
.Ersatz Für Mass-Arbeit-
Dabei ist „EFMA- um ein Drittel billiger als Mass- Arbeit. Ein Vorzug, der Sie gerade jetzt veranlassen sollte, sieh dieser neuen Konfektion zuzuwenden.
Carl Nowack
Für die herzliche Teilnahme, sowie für das ehrende und treno Gedenken des Helden, der für Deutschlands Ruhm und Freiheit gefallen ist, dankt
im Namen der Familie:
Frau Anna Hoffmann, geb. Ihring.
Giessen, den 15. Oktober 1914. 07908
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