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Iteiue 'Ļt mtb sic grTwiljrtrn, bafe wir nnscre Sachen hesottcp-

holen kvimtau Aber wie sal» bas iw Zimmer aus! Ein Fenster war crugeschlugen, und alle unsere Wäschekörbe unb Bettsäcke ausge- rispm unb alle Sachen litte Kraut und Rübe» aus dem Boden scrttiem. Sclmell nrntbr alles jufaunitnujewfft imb ohne 'Be­lästigung auch die wieberlnngestellte Clzauistecb rücke pasfierl Zu Hans« angelangt, überblicktcic wir erst unseren Schaben. Eine goldene unb filbeate Uhr unb Schnrucksachen bet Kinder, verschie­dene Kleidungsstücke und sämtliche Lcibtväsche sehtlen Auä> pi Hanse hatten bie OrtSiissassen lursere Lßohirung erbrochen und sänrtliche Mundoorrätc und viele Kleibersachen geraubt. Wir konnten uns nicht einmal eine Tasse Kaffee machen unb mußten bie Mildtutigkoit unserer Rachbarn einige Tage in Anspruch nchmcn. Auch bie zwei Gastwirtschaften waren von diebischen Or^einwvhuern geplündert. Der Krieg löst alle Banden srom-- iwer Scheu.

Die Russen waren sperre» in Johannisburg, Die Stadt­verordneten hatten beschlossen, sie freundlich zu enssHangen, Das vertssüfftc sie ior ersten Augenblick, Aber schon nach einer halben Sttmde wurden drei der Herren verhaftet und sollten nach Ruß­land transportiert werben. Kurz vor der Stabt begegnete aber beul Gesangenenzuge ein höherer russischer Offizier unb befreite dir Herren von ihrem traurigen Schicksal. Ern russischer Konsul erteilte den Bewohner» Pässe, Ständig bewegten sich Reiter- patrvnillen zwffchcn Johannisburg und Rubczanny, Ta kam plötzlich am Sonntag, den 30, August, Bewegung in die Russen, Mit großer Mrgst unb Unsicherheit kam mittags die Russen- hesatznng mit ihrer Küche von Rubczanny über Snopken nach Jrhanncsburg gesprengt. Gottlob, die Unseren waren in Sicht! Bon NikÄaike» war eine stärkere Patrouille im Dampfer nock Rubczanny gekommen unb hatte die Russen vertrieben, Aber noch bekam unser Dorf Snopken am Mitt­woch, den 3, September, nachmittags, eine russische Besatzung von einer Kompagnie Infanterie, Wie eine Derbe Schafe kamen sie hinein unter Führung zweier Offiziere, und lagerten vor dem Dorfe, Bald war bas Dorf überall von Trnvvs zu drei oder vier Mann Daus für Daus wisschwärmt. Bier Mann durch­suchten auch alle Räume unb Schränke der Schule unb raubten einen Trauring vom Bücherschrank, Eine arme Frau büßte 15 Mark bares Geld ein. Doch bauerte bie Russenherrlichkeit nickst lange. Abends 10 Uhr verließen sie unter Daienvanicr den Ort und verschwanden am nächsten Tage auch aus Johannisberg, nur einzelne Patrouillen znrütklaffend.

Am 4. September früh erschien eine Maschinengewehrabtei­lung von uns in Johannisburg und vertrieb die Russen vollständig, wobei 18 gesunde Pferde erbeutet wurden. Run besetzten unsere Landwehrtruvven mit einer Artillerie-Batterie Johannisburg, Die Stadt zeigte so ziemlich ihr altes Bild. Doch waren manche Schau­fenster zerschlagen und die Läden geplündert. Auch manche verlas­sene Wohnung war erbrochen und vollständig verwüstet. Der Bahn­hof Johannisburg diente den Russen als Pferdestall, Der Bahnhoks- wirt hat alles verloren. Am Sonnabend, 5. September, begann ein neuer Kampf vor Johannisburg mit den Russen. Ein Landwehr-Bataillon der Unseren hielt sich den ganzen Nach­mittag gegen zwei russische Batterien, ohne einen einzigen Mann zu verlieren. Am Sonntag wurde der Kampf schon um 10 Uhr vormittags erneuert. Die Russen drängten mit Uebermacht auf Johannisburg, und die Unseren mußten gegen 5 Uhr nachmittags die Stadt räumen. Sie verschanzten sich zwei Kilometer rückwärts am Walde noch einmal bei dem Dorfe Snopken, Fast alle Städter waren vor den einschlagenden Granaten der Russen nach Snopken geflüchtet, Rauchsäulen zeigten an, daß die Granaten der Russen hier und da gezündet hatten. Der Schrecken, der alle Gemüter er­saßt hatte, schlug bald in große Freude um, denn in der höchsten Rot kam auch schon Hilfe von Rubczanny aus an: In­fanterie und Artillerie rückte heran, und der Kampf wurde von Neuem ausgenommen. Die Russen, welche schon die Warschauer Straße vor dem Pisseffluß besetzt hatten, wurden vertrieben. Ein Sturmangriff der Infanterie noch in der Dunkelheit brachte 6 russische Kanonen als Siegesbeute ein. Johannisburz war von der Russenherrschast befreit.

Nun begannen die Durchzüge unserer Truppen, welche in der lausenden Woche ganz Masuren und Litauen von den Russe» befreite», Bau dem Artilleriegefecht am Sonntag waren in Johannisburg etwa l0 Scheunen und Ställe und ein Wohnhaus abgebrannt, Diele Gebäude aber weisen mehr oder weniger Spuren der eiugeschlagencn Granaksvkitter und Kugeln auf. Das Gefäng­nis nud dessen Mauern zeigen größere Oessnungen, Ans dem Markt zeigt der Ratskeller in allen Scheiben Löcher, Sonst steht die Stadt ziemlich unversehrt da und U»rd jetzt von unserer Landwehr be­wacht, Doch wieder zeigte» sich die Kosakenschwärme hart vor ihre» Toren und der Schreiber dieses Berichtes zog es daher vor, in der Stadt Elbing für eine Zestlang Wohnung zu nehmen, um sich und seine Familie von aller Angst und auch schon testweisem Dünger zu besteien, Johannisburg hatte nämlich in letzter Zeit fast gar keine Nahrungsmittel und sst fest letzter Woche von jedem Post- >ind Bahnverkehr abgeschnitten.

Kriegsbriefe aus dem Osten.

Sbr unserem znm Ostheere entsandten Kriegsberichterstatter, (Unberechtigter Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.)

Ans russischen Kasernen,

Armee-Oberkommando Ost, 5, Oktober,

Bor mir liegt die russische Karte der Provinzen Ost- und Westpreußen nird Pommerns, die ich aus der Kaserne der 3, Ulanen in Wilkolviszky mitnahm. Ich habe die Karte, auf der sich die OfsiAiere des Ulanenregiments in Kriegs­spiel versucht hatten, schon einmal beschrieben. Aber die Feldpost wollte es anders, und der Bericht vermehrte die Prr^entzahl der Briefe, die ihn nicht erreichten. Dabei war das Kriegsspiel der Russen außerordentlich niedlich, Eine feine Meistiftlinie zeigte hübsch die Grenze an, die man den Deutschen lassen wvltzte, Wir behielten danach sogar ein Stückchen Westpreußen, Auf Königsberg flatterte das blau- weiße Regimentsfähnchen und etwas südlich von Stettin war der Weg nach Berlin markiert. Mir fiel die Bescheidenheit der Grenzregulierung auf, das wirr gar nicht slawisch, und cs stellte sich denn auch heraus, daß das Offizierkorps be­sonders viel deutsche Romen aufwies. Der Oberst, der ixrs Regiment fuhrt, heißt von Kruhenstern, der Divisionär Bellc- garde (trotz des sranzösischen Namens sich deutsch gebend), der Brigadier hat den gut deutschen Nomen v, Tornau und die dritten Dragoner derselben Division befehligt Oberst Walter von Rosenthal. Der Brigadier der zweiten Brigade ist Baron Meidei, Das typische Bild, daß gerade bei der russischen Kavallerie die höheren KommandosteKeii von Deutsch-Russen ausgefüllt werden (beim Mchtigen Blick findet man noch einen v. Sander, ix der Ropz und einem Deutschen als Oberst eines Donschen Kosakenregiments), zeigt sich bei der dritten Division ganz besonders.

Die Kasern« machte denn auch einen recht guten Ein­druck, Sehr breite und saubere Treppenaufgänge, weiß und blau getüncht, hübsche, geschmackvoll« Kasinoräumc, die gut, aber nicht überladen ausgestattet waren!.

Die OffiKiersbibliothek zeigte allerdings nur russische und französische Werke, doch schien die Fachliteratur einiger­maßen benutzt M sein. Die Regimentsgeschichte ist mit präch­tigen Kupfern ansgestattet. Einen merkwürdigen Eindruck machten die vielen historischen Bilder, die Verbrüderungs­szenen zwischen deutschen und russischen Kavalleristen aus den Befreiungskriegen darstellten. Eine Paradeuniform mit goldbesetzte» Ulanka und dem hohen Dschapka schmückte den {formen rot-goldenen ©a&km, der als Vorzimmer zu dem- saal dient«. Trotzdem Hunderte von deutschen Soldaten ohne Aussicht in den Räumen gewesen, fehlte nicht einer der echt

goldenen Knöpfe. Es ist eigentlich überflüssig, das festzu- stellen ; aber ich hätte einmal! di« Uniform sehen mögen, wenn sie russische Soldaten in einer deutschen Kaserne gefunden hätten Zum Knüpfen hätte sie sich kaum mehr geeignet.

Die Küche sah im Gegenteil zu den übrigeii Räumen sehr schmutzig aus. Das Geschirr tour allerdings'zum größten Teil zerbrochen, der kostbare Rest war noch mit ein paar Bratenschnitten und sehr gntem Kirschenkompott gefüllt. Der Aufbruch muß ziemlich eilig gewesen sein.

Die Mannjchaftsväume waren hell und sauber. Die kleine Wohnung, zwei Stuben und Küche, eines Subaltern- Offiziers mackste, trotzdem der Krieg seine Spuren zeigte, einen freundlichen Eindruck, Die Pferdeställe waren groß und praktisch.

In Suwcklki, das auch im Frieden ganz voll Militär steckt, sah ich dann eine ganze kleine Soldatenstadt in der eigentlichen Stadt Lwwalki. Große langgestreckte Häuser für die Mannschaften, «nächtige Stallgebäude, und Hun­derte von kleinen Blockhäuscheii als Offizicrswohnungen und Bureaus, Die orthodoxe Kirche mit dem doppelten Kreuz stand in der Mitte, Die Borhalle lichtgrün und weiß,.

Die Kirche fehlt fast nie, selbst bei ein paar schlechten! Kasernen der Grenzwachen sah ich das orthodoxe Gottes­haus, hier hingen die Glocken aber in einem elenden Holz­turm neben der Kirche,

Me Männschaftsräume in Suwakki machten einen schlechteren Eindruck; von den andern Häusern, die zum Teil schon deutschen Zwecken dienten, büßt sich die ur­sprüngliche Einrichtung schwer feststellen.

Auf jeden Fall scheint der russische Soldat gut unter­gebracht zu sein, nach den Worten der Gefangenen ist auch die Verpflegung gut, General Rennenkampf ließ sich jeden Tag einen Teller Kohlsuppe aus der Mannschaftsküche auf sein Zimmer bringen, wenigstens jetzt im Kriege, Ob er die richtige unvermischte Kohlsuppe bekommen hat, ist schwer zu sagen. Aber die Verpflegung scheint nichts zu wünschen übrig zu lassen. Vorläufig wenigstens.

Me russischen Militärkonserven, die ich probieren konnte > Rindfleisch und Schweinebraten> waren ausge­zeichnet, Nur das russische Brot schien mir nach meinem deutschen Geschmack unter jedem Hund, aber das ist viel­leicht Geschmacksache, Me Verkäuferin in Suwalki hatte mir auch versichert, daß ihre Bonbonswie Himmel" schmeckten, und ich muß auf das bestimmteste versichern, daß sie genau wie Hölle, nämlich nach Pech und Schwefel schmeckten.

Freilich sind die Musterkasernen von Suwalki und die des reichen und vornehmen Ulanenregiments keineswegs überall dasMuster", Ein paar Kanoniere aus dem sibi­rischen Korps, die ich heute in der Kaserne der kleinen ostprew- ßischen Stadt, die uns Quartier gibt, sah, schienen sich über ihren Aufenthaltsort außerordentlich zu freuen. Sie waren den Krieg beiseite sehr viel Schlechteres gewöhnt, Uebro- gens hatten sie deutschen Soldaten Leben und Freiheit ge­rettet, Sie zeigten einen Zettel vor, auf dem ein deutscher Ofsizierstellvertreter mit Namensunterschrift um freundliche Behandlung für die Leute bat,da sic sieben deutschen Sol­daten die Freiheit, auf jeden Fall das Leben gerettet hätten". Die braven Russen hatten einfach den gefangenen Deutschen den Vorschlag gemacht, die Rollen zu vertauschen und sie als Gefangene mit nach Deutschland zu nehmen! Dabei hatte einer der Leute schon den Mandschurischen Feldzug mitge­macht. Sie wurden dann auch von den übrigen getrennt und entsprechend einlogiert. Sie lachten über die breiten gut­mütigen Bauerngesichter, als sie mrs sahen.

Das steht aber schließlich in einem anderen Zusammen­hang. Es läßt sich später ein ordenlliches System aufstellen über den russischen Soldaten vor der Gefangennahme und danach. Allerdings gehören zur richtigen Beurteilung Er­fahrungen, die ich noch nicht habe, die ich aber im Laufe des Feldzuges ausgiebig zu machen hoffe. Denn das russische Heer ist so vielgestaltig, wie die Völkerschaften, die unter dem Szepter des weißen Zaren stehen, und es gibt immerhin noch eine ganze Anzahl von typischen Vertretern, die wir nicht unter unseren Gefangenen zählen. Hoffentlich aber ist die reiche Sammlung bald noch reicher und vollzählig.

Rolf Brandt, Kriegsberichterstatter.

Au» Stadt nnö Land.

Gießen, 8. Oktober *»14, Mit dem Kraftwagen in Feindesland.

Aus Anregung des Herrn Oberbürgermeisters Keller hatten einige Herren des Oberhejsischen AutomobrlllubS in Gießen ihre Wagen zur Bejörderung von Liebesgaben nach den in und um Sedan befindlichen Lazaretten lostenlos zrrr Verfügung gestellt. Nachdem eine Automobilbolonne aus Darmsdadt die Beförderung von Liebesgaben bereits mit Erfolg ausgcsührt hatte und von dem Führer der Kolonne eine zrocite Fahrt geplaM war, schloß man sich der Kolonne an. Von deren Führer wurden in liebens­würdiger Weise die erforderlichen Erlaubnisauswessc emgeholt.

In der Nacht vom 21. zum 22 September erfolgte 12 Uhr 15 Min. hie 'Abfahrt der von den Herren Geh. Kommerzttnrvd M. Gail, Zahnarzt Graf und Direktor Stolte zur Verfügung gestellten Wagen. Am Steuer saßen di« Herren Zahnarzt Graf und Direkwr Stolte, Den Wagen des Herrn Geh, .Kommerzienrat M, Gail steuerte der Chauffeur Genöe, Als iBegleiter fuhren Herr Bonkdrrckwr Müller, Herr Kaufmann Richard Wallenfels und Herr Kulturinspektor Steinbach mit. Es war zur Bedingung gestellt, daß die Begleiter in dem Besitz des Führerzeugnisses eines Kraftwagensührers sein nmßten, um bei eventuellen Vorkomm­nissen ausznhelsen, Mßerdem wurde uns von dem Gsnerol- komnianbo empfohlen, die nöttgen Schußwaffen mttzusühron, denn Franktireurkugeln würden wir wohl schon pfeifen Horen,

Me Fahrt ging zunächst über Frankfurt nach Mainz, Hier ttafeit wir um 4 Uhr morgens ein Nach einer Wartezeit von 3 Stunden liefen die ersten Darmstädter Wagen, ein. Die Ursache der Bcrspätting lag in einem Zusammenstoß eines Autos mit eincvl Fuhrwcck. Starker Nebel herrschte zwischen Frankfurt und Mainz, so daß man nur mit der größten Vorsicht und Aufmerk­samkeit seinen Wagen steuern mußte. Nachdem in Mainz sämt­liche Wagen gesammelt waren 14 an der Zahl brachai wir aus und erreüliten 9 Uhr 30 Min. Kirn a. d. Nahe, woselbst wir unser Frühstück entnahmen. Um 2ys Uhr nachmittags er­reichten wtt Trier und 5 3 h Uhr Luxemburg. Unsere Wagen wurden nach einem Sammelplatz geführt und während der Nacht durch Militarvosten bewacht. Die Hotels sind überfüllt und in Luxemburg blüht durch das vrele deutsche Milttär Handel und Wandel, so daß die Bevölkerung wohl zufrieden ist. Aus dem Bahnhof in Luxemburg ttasen wtt einen Gießener Osfitzier, welcher einen Militärtvanspott von Tarnrstadt nach Sedan zu führen hatte. Nachdem am anderen Morgen Benzin tm Kaiserlichen Krastwagenpark eingenommen war, ging es um 10tzi Uhr weiter. Bei Steiufurt überschritten wtt die belgische Grenze, erreichten nach kurzer Zeit Acwn, welches uuversehtt sst, In Tintigny waren die Spuren der Schlachten zu erkennen Tintigny ist bis aus zwei Häuser vernichtet, H«r fanden wtt das erste verbramtte Auto im Straßengraben,

Frische Hügel, geschmückt nsst den nnlttärsschen Ehrenzeichen, verraten die Grabstätten der tapferen Gefallenen. 3 Kilometer hmter Tremhfons cm einem Zollhaus und WaldeSvande suchten wir die Grabstätten der Tapferen unseres Rtterve-Regrmrnts Nr. 116 aus. Die Fahrt ging dann weiter über Florenoille nach

Sedan Der Place Turenne mit dem Denkmal d« Mordbrew^» der Pfalz war für die folgenden Tage der Sammelplatz der fto. fomrtc. Unsere Ausgabe nwr zunächst, unsere braven I16er aasm. suchen Wir mußten ,edock> bald hören, daß über den Ttaop,^ derselben keine genauen Auskünfte zu erhalten waren. Ei» ^ unserer mitgesührten Liebesgaben, besteheird aus 10 000 Zigarre, Tabak, Kautabak, Pfeifen, 6 Zentner Wurst, Vrrbairdszeug wch Streichhölzern, wurden dein Kommando zugeführt, ioelck>esiu die Weitergabe an die 110er zusicherte. Wir besuchten dann in den Lazaretten die Benvundeten. Wie antworteten so dankbar die sg^ lichen Blicke für die gespendeten Liebesgaben. Jeder reichte dh Haub, unr nicht vergessen zu iverden. Für die erpe Nacht de. bezogen wir Gießener, da sämtliche Hotels durch Milssär besetz, und sonstige Privatquartiere nicht zu erhalten waren, die Bilh, eines französischen Hauptmanns und richteten uns hier bSuslsg ein. Als Bewachung während der Nacht wurden uns vom OrT^ kvmmando zwei Soldaten des 65. Regiments zur Verfügung stellt. Nachdem am nächsten Morgen bei der Etappenkommandm,^ die Formalitäten erfüllt waren, fiihren wir in südlicher Richtugg nach Verdun zu. Aus dieser Fahrt kamen wir in das ttchyg,, .Kriegsgetümmel hinein. Eine Kolonne mit Munition folgte ein« Kolonne mit Verwundeten, dann »oieder kam eine ProviantGlonne die einen in der, die anderen nach entgegengesetzter Richtung enp los hintereinander. Etwa 6 Kilometer südöstlich von Sedan er­kannte man die Schlachtfelder, >ov ein Teil unserer hessischen Udi sion tarn er gekämpft hatte. Hebet Tannay ging es messet nass Vouziers, woselbst wir um IIP« Uhr eintrastn. Hier wurden du letzten Liebesgaben nnter den Tapferen der verschiedenen Regi menler verteilt. Me Freude und der Jubel, womss wtt überall empfangen wurden, kann lfier nicht wiedergegeben werden. Die letzten Verbandsstoffe wurden im Lazarett zu Vouziers abgegeben Vouziers liegt 40 Kilomettr norbweUich von Verdun, Der Ka nonendonner war deutlich zu vernehmen und wenn es uns die Zs, erlaubt hätte und die Liebesgaben nicht vergriffen gewesen wär,^ hättcic wir auch den Truppen der Front heimatliche Grüße über' bracht.

Me Rückfahrt erfolgte über Tannay. Me Zandstürmer des

115. Regiments hatten inzwischen unter freiem Himmel einige Tisch gedeckt und für uns ein vorzügliches Mittagessen zubereitet. Ein Sängerkorps unter Leitung des Landstürmers Herrn Mulillehrei Leichter aus Darmstadt ttug patriofische Lieder vor, welche für un- ergreifend waren. Me Landstürmer hatten hier eine Schlachterei eingerichtet. Da die nöfigen Werkzeuge hierzu fehlten, wurde ein Grammovhontrichter zur Fülluirg der Würste verwendet. Nach Herz lichein Abschied mit dem Wunsche aus Wiedersehen fuhren wir über Roueourt nach den Schlachtseldern bei Mont-Jore, woselbst wn di> Grabstätten des 115. Infanterie- und des 25. Attillerie-Regimem« aufsuchten, Pserdekadaver verbresseten in der Umgebung einen ent' setzlichen Geruch, Weiter ging es über Haroucourt, Hier stellten sich die ersten Pannen ein, welche jedoch bald behoben wurden Deutsche Flieger waren unterwegs nach Verdun, Abends oessam- melten wir uns im Hotel Central und bezogen Privatquartiere welche uns von der Mssitärverwaltung zur Verfügung gestellt »ur den.

Am nächsten Morgen hatten wir noch soviel Zest, um da­von dem Kriege 1870/71 bekannte Donchery zu besuchen. In Don chery wurde bekanntlich 1870 Napoleon gefangen genommen. Der Ort Donchery selbst ist heute ein Trümmerhaufen,

Nach der Rückkehr von Donchery nahmen wir im Kraftwagen park die nöfigen Betriebsstoffe ein und traten die Rücksabtt Mer Florenville, Arlon, Luxemburg an und erreichten an bcmielkn Tage abends 7 Uhr Trier, woselbst wir übernachteten.

Me Besitzer der Automobile mußten sich verpflichten, ans der Rückfahrt Verwundete mitzunehmen. Einen von uns gerührte» Schwerverwundeten muhten wir im Lazarett in Trier laffen, da der­selbe infolge seiner schweren Verletzung den Weiterttanspott roch« erttagen konnte.

Me Abfahtt aus Trier erfolgte um 9 Uhr und so errcichtcn wir durch das Mosellal über Koblenz am 26, September abends

7 Uhr Gießen,

Eine zrocsse Fahtt ist in etwa 14 Tage» geplant, deren Liebes­gaben bis an die Front unserer 116er hingcbracht werden solle». Me ersorderflichen Schritte sind bereits eingcleitet.

Im Austrag des Oberhessischen AutomobilllnbSu Stolte.

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««werbliche Revisionen.

I» den Monaten Juli, August und Septeember

wurden revidiert:

1, Benzinlager auf Grund der Verordnung vom 20, Mai MOS

und der gestellten Bedingungen. 2, Molkereien und Meiereien in Bezug aus Beschäsfigung von Arbeiterinnen auf Grund der bundes ratliäicn Bestimmungen vom 4, Juni 1910, 3, Scistössereie» au! Grund der §§ 120 d und 135138 der Gewerbeordnung, 4. Dar hier- und Friseurgeschäfte aus Grund der Polizeiverordmmg vom 14, Juni 1904 und 20, Dezember 1907, 5, Sprengstofflager in Steinbrüchen und Gräbereien (Sandgruben), aus Grund der De kannttnachung vom 30, August 1884 und 5. August 1904, sowie der Verordnung, den Verkehr ufit Sprengstoffen betr,, vom 21, Dez. 1893, 6. Borstenzurrchtereien, Mrsten- und Pinselmachereien aus Grund der bundesratlichen Besfitnnnmgen vom 22, Oktober 1902 sowie bezüglich Desinfektion ausländischer Ware und Jnipstrnq ausländischer Arbeiter, 7, Petrvleumlager, Tankwagen unb TMk- anlagen aus Grund der Verordnung vom 20, Mai 1903 und der gestellten Bedingungen, 8, Betriebe, in denen Maler-, An­streicher-, Tüncher», Weißbinder- und Lackierarbeiten ausgeführt werden, aus Grund der §§ 135, 136 der Gewerbeordnung, some

8 241 der Hess, Ausführungs-Verorwrung zur Gewerbe-Ordmms. sowie der bundesratlichen Bekanntmachung vom 27. Juni 1905, dir Verwendung von Bleifarben und deren Gemische betr. 9 Mineral- 1 Wasser- und Limonadenfabriken aus Grund der Bekanntnnichimg vom 22, Juli 1885, 10, Gewerbsmäßige unb nichtgewerbsmäßige Stellenvermittler auf Grund des Stellenoerurittlungsgesetzes vom 2, Juni 1910, 11. Werkstätten der Kleider- und Däschekonsektwn aus Grund der Verordnung vom 31, Mai 1897 und 17, Februar 1904, sowie A 241 der Hess, Aussührungs-Berordnung zur Ge­werbeordnung, 12, Fruchteishändler tu Bezug auf Reinhaltung der Wagen, Räume, Geräte und des zur Verwendung kommcicken Materials, 13. Steinbrüche und Gräbereien auf Gnrnd der Polizei- Verordnung vom 16, Dezember 1902, den Betrieb in Steinbrüihen und Gräbereien über Tage betr., und des Art, 284 des Polizcr- strasgesetzbuches, btt Einfriedigung betr. 14. Offene Verkaussstcklcn. in denen Essigsäure üEssigeffenz) gewerbsmäßig sessgehalten unb verkauft wttb, auf Grund des Gesetzes vom l 4. Juli 1908. 15. Be­triebe, in denen bie Bearbeitung von Faserstoffen, Tierbaaren oder Abfällen irnd Lumpen vorgenoiwmen wttb, in Bezug aus Bcschät- tigunq jugendlicher Arbeiter, aus Grund der Bekanntmachung vom 8. Dezember 1909. 16. Pfandleiher und Trödler auf Gnmd der Verordnung vom 2, August 1899, 17, Bäcker und Bcothcmdlki « B«^ng aus Geysichtskontrollc des Brotes unb Ausliang der Swl» preise auf Grund der Polizeiverordnung vom 27, Juni 1907. 18, Warenhäuser und größere offene Verkaufsstellen, sowtt an­stoßende Schreibstuben in Bezug auf Sitzgelegenheit des Personals auf Grund der Bekanntmachung vom 28. Nov, 1900. 19. Bäckernen und den nsst diesen verbundenen Konditoreien auf Grund der Polizeiverordnung vom 20. Oktober 1907, 20, Zur Erhebung kamen 106 Nahrungs- und Genußnnttelvroben, darunter 38BoU- msschproben und wurden dem Chemischen llniersuckungsamt üb«» geben, Bon den Bollnfilchproben wurden zwei wogen Wasserzutttz beanstandet und Anzeige erhoben, Bon den übrigen Nahrums- imd Gcnußmitteln wurden bei drei Butterproben zu hoher Wasser­gehalt (Über die gesetzlich zulässige Grenz«) ststgestellt und Anzeige erlwben, und zwei weitere Butterproben wegen schlechten, ranzi­gem Geschmack und hohen Wassergehalts, sowie eine Mehlprobe wegen Unreinlichkeit beanstandet; m den letzten Fällen ttat Ver­warnung ein. Außerdem wurden 12 8 Straßenmilchkonttollm om- genommen, hierbei wurde Milch wegen zu holwm spezifischem Ge­wicht beanstandet.

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** SHtter des Eisernen KrcuKcs: ®t. Ludtviyh Opel, Lt, d, R. im 24. Drag.-Regst,. Fifitz Opel, rm Freöv Wtt-enwbAkorps, beide ans Rügel^herm. Ojs.-Stellv^ cM