-irr auf Stroh. Durch Untbreben lrfufc man sich überzeugen. ob sie noch Irden. Wir stellen nenn Tote fest, durch vergeblickws Schütteln; sie liegen unter den Berioundetrn. Die Transportfähigen werden aus ÄmbillailzaiiwS möglichst zahlreich ausqeladen. Dann übernehmen wir die Beerdigung der Toten: 4 Deutsche, 5 Belgier. Bi« unserer Leute schaufeln ein Massengrab, drei schicke ich Blumen suchen Nach einer halben Stunde treten mein Kamerad und ich ans offene Grab. Ein leiser Regen träufelt herab, fällt in die etwa 1'/« Meter tiefe Grube, die -nun die »«störte Hoffnung von neun arnien Familien aufnehmen soll, von Müttern, Frauen und Bräuten, die vielleicht noch seht Briefe an ihre Lieblinge schreiben. Es liegt etwas unsäglich Trauriges über imserer einfachen Zeremonie. Acht Soldaten legen möglichst sanft und behutsam die Toten ins Grab, einer eng neben denr an£»fnt, die Rücke üb« die Gesicht«. Dann befiehlt mein Kamerad: „Helm ab zum Gebet!" Und während vorn auf dem Felde uns«e schwere Artillerie don n«t, werfen wir den toten Kam«aden drei Hände voll Erde ins Grab. Eine Viertelstunde daraus deckt sie ein Hügel, geschmückt mit einein einfachen Kranz und mit einenr schönen Blumeicheet. Der Donner der Haubitzen ist die großartigste Grabmusik, die stille Ergrifscnheit der Kam«adett die ehrendste Trauer, die wohl einem Mann unser« Generation und unserer Gegenwart zuteil w«den kann....
Au» Staöt und Cond.
Gieße n, 5. Oktober 1914.
Der Landsturm zieht aus.
Der Wind treibt graue Wolken am Himmel, fährt durch die bunten Bäume und fegt den Staub um die Straßenecken. Es ist Herbst — und der Landsturm zieht aus.
In allen Gassen schallt der Tritt der genagelten Stiefel, und einzeln oder in kleinen Gruppen ziehen die Landstunn«- männer zum Sammelplatz, mit Rucksack und Tornister, Koch- geschirr und Schanzzeug, Zeltbahn und Mantel, Gewehr und Patronentasche, Fausthandschuhen und Feldflasche — feldmarschmäßig. Hinter manchem schleppt der Sprößling der Quartiergeber das Gelvehr: anderen geben diese selbst mit der ganzen Familie das Geleit; viele, viele tun den Gang» unter ihren Lieben, begleitet von Frau und Kind, und ins Straßenbild mischt sich allenthalben^die hessische Bauerntracht. Auf den Häsen der höheren Schulen, und wo sonst in der Nähe der Ludwigstraße die Häuser einen Platz frei geben, strömt es von allen Seiten zusammen. Der Ernst der Stunde malt sich auf alben Mienen; das Händeschüttelns, derAbschiedswwrte ist kein Ende. Und selbst in den Augen so manches Unbeteiligten quillt es heiß auf, wenn er den Vater mit treuem Blick noch einmal den Aeltesten umfassen, denl Kleinsten die Wange klopfen und dem Mädel den Abschiedskuß geben sieht, wenn er hört, wie er der Gattin mit erstickter Stimme durch ein Scherzwort über die Stunde hinweghelfen will.
Ein Kommando fährt ins Gedränge, und die Kompagnien treten an. Richten... und Rühren... und Abzählen ... und Stillgestanden ... Der Hauptmann spricht. Zu den Zuschauern dringt es wie: Kameraden ... Abschiednehmcn... ins Feld rücken... werden unsere Pflicht tun... der Deimat wert erweisen... erhabenes Vorbild,.. Se. Majestät... Kaiser... Großherzog. . „und ein stürmendes Durra aus .Hunderten von Männerkehlen braust zaun Herbschimmel auf... und wieder ein Kommando, und die Kompagnie setzt sich in Marsch. Uchd da — und noch einmal — und wieder schließt sich eine Kompagnie nach der anderen an, und die Musik setzt sich an die Spitze, die Degen fliegen aus der Scheide, und mit klingendem Spiel, hellen Auges, die Brust heraus — so marschiert das Bataillon zum Bahnhof. Die Fenster fliegen auf. Tücher winken. Tausende bilden Spalier. Dort bringt ein frisches Mädel einem Hauptmann einen Strauß roter Rosen. Hier drängt sich eine Frau in djje marschierenden Reihen, noch ein Wtort vom scheidenden Gatten zu erhaschen. Da fliegt ein Scherz aus der Menge unter die Marschierenden und wird mit Lachen und Wiederrede zurückgegeben? Keine blanken Gamaschen, funkelnden Helmspitzen, neuen Monturen. Aber unterm ehrwürdigen Tschako ein bärtig, entschlossen Gesicht, in der Faust eine gute Waffe und unter dem blauen verschabten Waffenrock ein zuversichtlich, treues Herz, so ziehen sie dahin. Vorbei am Lazarett geht der Marsch, wo aus wissenden und doch so sehnsüchtig heißen, ungeduldigen Augen die Verwundeten auf den Landsturm schauen. Und sieh! In der letzten Kompagnie wird der Ehrgeiz rege, den Jüngeren, die schon den Feind sahen, zu zeigen, daß auch die Alten noch Kerle sind: Durch die Reihen sliegts: Tritt halten... links — links — links, und taktfest gehts am Tor vorbei.
Vorbei und um die Ecke. Ueber den Köpfen.nicken in den Läusen die bunten Herbstblumen, die die Heimat den Scheidenden mitgab. Ab und an trägt der Wind noch wie einen abgerissenen Fetzen ein paar Takte der Musik, ein paar Töne eines Lieds heran.... Ein verspäteter Unteroffizier, den Kriegshund an der Leine, eilt dem Zuge nach...
Die Straßen sind so ernst____
Sind das nicht verweinte Augen?....
Der Landsturm zog aus____
*
Versendung von Feldpostpakcten an unsere Krieger.
DieHeeresverwaltung hat nachstehende Bestim mungen nochmals zur allgemeinen Kenntnis gebracht, um di Nachsendung von Privatpaketen mit wollenen Sachet an die im Felde stehenden Militärpersonen zu sichern.
1. Die Pakete sind an die E r s a tz t r u p p e n t e i l e de betreffenden, im Felde stehenden „Mobilen Formationen' zu adressieren. z. B.: „An das Ersatzbataillon Jenf.-Regts Nr 13 in Münster". — 2. Auf dem seitlichen Abschnitt de Postpaketadrcsse ist die genaue Adresse des eigentlichen Emp fängers anzugeben, z. B. Musketier Weber, 8. Komp. Ins. Regts. 13, mit dem Zusatz: Dieses Paket ist mit dem nächstei MUltärtransPort mitzusenden. — Da die Ersatzformationei Beklerdungs- und Ausrüstungsstücke und dergl. den fechten den Truppen nachschicken, so lassen sich die Privatpakete an besten mit solchen Eisenbahntransporten vereinigen. — 3. Un den Angehörigen solcher Formationen, deren Bezeichnung de: Ersatztruppenteil nicht ohne weiteres erkennen läßt, Paket zusenden zu können, haben die Vorgesetzten die zu ihrer For nialion gehörenden Offiziere und Mannschaften anzuweisen umgehend allen Personen, von denen sie Pakete zu erwarte! haben, mitzureilen, welcher Ersatztruppenteil für sie in Be tracht kommt. Zu diesem Zweck ist allen Offizieren un! Mannschaften die genaue Bezeichnung des Ersatztruppenteil bekannt zu geben. — 4c Pakete, die an Angehörige höhere Stabe gerichtet werden sollen, sind zweckmäßig den stelloer tretenden Generalkommandos zu übersenden, die die Weiter besörderung einem Ersatztruppenteil übertragen — 5 Di Ersatztruppenteile sind zur Anmeldung der Transporte bc der zuständigen Linienkommandantur verpflichtet. 88 25 , 3l 11,32, 12 d. Mil.-Transport-Ordnung und deren Mil.-Äus sühr.-Bestimmungen 22 sind zu beachten. Bei de» stellvertre: Generalkommandos, die die im Felde stehenden Truppenteil usw. ausgestellt haben, ist in Zweifelssällen Erkundigung ein zuholen, wo der zuständige Ersatztruppenteil sich befindet. Ueber die Zulassung der unmittelbaren Versendung vo
P r iv atPaketen an die im Felde stehenden Truppen schweben z. Zt. Verhandlungen, deren Entscheidung
noch aussteht.
' Hessische Medaille für Tapferkeit. Der Großherzog von Hessen hat dem Hauptniann Poly die Hessische Kriegsmedaille für Tapferkeit verliehen.
** P o st n a ch ri ch te n. Der Postanweisungsverkehr mit Argentinien und der Postauweisuugs- und Nachnahme- Verkehr mit der Türkei (türkische Postanstalten) wird wieder ausgenommen. — Das Umrechnungsverhältuis für die in der Fr a n k eu wä h r un g auszu stellenden Postanweisungen nach fremden Ländern (Italien, Schweiz usw.) ist auf 100 Frank --- 86 Mk. (irach Rumänien auf 100Ler = 86 Mk.) neu festgesetzt worden. — Offene Briefseicdungeu nach Persien werden von jetzt ab zur Postbeförderung angenommen.
Landkreis Gießen.
+ Leihgestern, 5. Cfl. Vizeleldwebel Ludwig Wallbott au? Leihgeileru vom Garde-Jniaiiterie-Regiment Darmsladt hat das Eiserne Kreuz erhalten.
Kreis Büdingen.
O Nidda, 4. Ctt. Heute wurde hier der Buchdruckereibesitzer und laugtährige Herausgeber des .Niddaer Anzeigers', Ludwig ElooS, unter zahlreicher Beteiligung beerdigt. Ter Verstorbene stand im 77. Lebensjahre und seines biederen Wesens halber erirente er sich allgemeiner Hochachtung und Beliebtheit. — Hier wurden durch den Polizeidiener die Höchstpreise lür die notwendigsten Lebensniittel bekannt gemacht. Tie bisherigen Preise waren sämtlich etwas hoher. Für den Doppelzentner Kartoffeln sind 5,50 Mk. als Höchstpreis festgesetzt. Ucberschreitungen dieser Sätze werden mit Slralen bis zu 3000 Mk. geahndet.
Kreis Lauterbach.
(id) Frischb orn, 3.Okt. In französische Gefangenschaft geraten ist der im Landwehrregiment Nr. 1l6 zu Gießen stehende Landwehrinann Ludwig Orl- w e i n von hier. Bei Sermaize (Marne) verwundet fiel er mit anderen in die Hände der Franzosen und Wurde in ein Lazarett nach Bordeaux gebracht. Von dort traf ein Brief von ihm ein, demzufolge er dort sehr gut verpflegt ist. Orll- wein ist verheiratet und Vater von fünf kleinen Kindern.
Kreis Friedberg.
(h) Friedber g, 4. Okt. Die Aktien-Zucker- fabrikWetterau erzielte in dem jetzt abgelausenen Recch- nungsjahre 1913/14 nach 45 720 Mark Abschreibungen 11912/13: 38 358 Mark) einen Gewinn von 9850 Mark (55 530 Mark). Während im vorigen Jahr 5 Prozent Dividende ansgeschüttet wurden, wird über die Verwendung des diesjährigen Gewinns keine Angabe gemacht. Der neuen Rechnung wurden 1484 Mark vorgetragen. Das Aktienkapital beträgt 835 000 Mark, die Reserven belaufen sich auf 190000 Mark, wie bisher.
Hessen-Nassau.
8. R o d h e i m a. d. Bieber, 3. Okt. Der Einjährig-Freiwillige Unierossizier Karl Bechthold, jüngster Sohn unseres Bürgermeisters, iit am 13. September aal Frankreichs Boden den Ehrentod sürS Vaterland gestorben.
l. F r a n k e n b e r g, 4. Okt Unserem hier in einem Schulsaale des städtischen Schulgebäudes errichteten Lazarett wurden gestern 36 verwundete deutsche Soldaten in Pflege übergeben.
m. Kirchhain, 4. Oft. Auf Einladung des stellvertretenden Landrats fanden sich im Kreishause txie Vorstandsmitglieder der fünf Sparkassen des Kreises Kirchhain ein, um zu der Bewilligung eines ®ar» le hn s von 60 000 Mark an den Kreis Kirchhain Stellung zu nehmen. Diese Summe benötigt die Kreisverwaltung für die Unter st ützungs betrage, die an die Familien d»er zum Kriegsdienst einbernfenen Mannschaften auf Grund des Reichsgesetzes vom 4. Llugust 1914 zu zahlen siind, und die sich ans «monatlich 11500 DA. belaufen. Nach längerer Aussprache erklärten sich die Vertreter der Sparkassen dahin, daß je 15 000 Mk. von den Sparkassen Kirchhain, Neustadt und Amöneburg und je 7500 Mk. von den Sparkassen Rauschenberg und Schweinsberg als Darlehn bewilligt werden sollen gegen eine Verzinsung von fünf Prozent. Ueber dieses Darlehn wird der Kreistag in seiner Sitzung vom 9. Oktober d. I. Beschluß, fassen.
h. Frankiurt a. M., 4. Okt. Aist Veranlassung der Stadtkämmerei sammeln gegenwärtig zahlreiche arbeitslose Frauen und Kinder gegen entsprechende Entlöhnung in dem Sladtwalde Eicheln. Bisher wurden 70 000 Liter, etwa.1000 Zentner, der bisher seit Jahren unbeachtet gebliebenen Frucht abgelieierl. Etwa 500 Zentner wurden bereits zu Futterzwecken verkauit.
h. Bad Homburg v. d. H., 5. Oft. Unter dem Vorsitz des stellvertretenden Landrahs a. D, v.^5 ernus trbcsDt der Kreistag des Obertaunuskreises am Samstag feine diesjährige Herbsttagung ab. Im Mittelpunkt der Verhandlungen standen die Beratungen über die Maßnahmen zur Linderung der durch den Kstisg im Kreisgebiet entstandenen Notlage. Unter Berücksichtigung der teuren Lebensverhalt- nisse im Kreise bewilligte man an Unterstützungen aus Kreismitteln für jede Ehefrau eines Kriegers inonatlich 9 Mk., für eheliche und uneheliche Kinder ulnber 15 Jahren bei einem Kinde 3, bei 2 Kindern 4, bei 3 Kindern 5 und bei 4 und mehr Kindern 6 Mk.; Kinder über 15 Jahren und Verwandte aufsteigender Linie erhalten, sofern sie van dem Feldzngsteilnehmcr ernährt werden, monatlich 3 Mk., Eltern von Kriegern zusammen 9 Mk., sonst Vater oder Mutter nur je 6 Mk. Me Unterstützung beginnt am 1. Oktober und endet vorläufig Ende März 1915. Insgesamt wurden für sie 600 000 Mk. genehmigt, die aus Anleihemitteln aufgebracht werden sollen. Ferner stellte mau zur Linderung der durch Arbeitslosigkeit entstehenden Notstände den leistungsschwachen Gemeinden einen Kredit von 50 000 Mark zur Verfügung. Mr die notleidenden Ostpreußen bewilligte man 5000 Mk. und aus Antrag des Oberbürgermeisters Lübke (Homburg) für Elsaß-Lothringen 2500 Mk.
rb. Da r m st a d t, 2. Okt. Das Schwurgericht d« Provinz Starkenburg beschäftigte sich heute mit einem so schweren Verbrechen, wie sie glücklicherweise im Hessenlande nur sehr selten Vorkommen, einem 3-fachen Mord, Raub und Brand st if- t u n g. Dies« B«brechen war d« 30jährige Bäckergeselle Philipp F l ö r s ch , gebürtig aus Monzernheim, angeklagt. Er hatte in d« Nacht zum 14. Juni ds. Js. seinen Brotherrn, den Bäcker- meist« Back in Hof heim bei Worms in der Backstube überfallen und durch Beilhiebe getötet. Dann drang er in die Wohnung ein, tötete die Frau des Bäckermeisters und verletzte auch die beiden Töcht« so schwer, daß die ält«e, 19jährige Tocht« bald darauf im Krankenhaus in Worms v«starb. Nach vollbracht« Tat erbrach der Mord« den Schreibtisch und entwendete daraus 878 Mark. Um die Spuren dies« grauenhaften Tat zu vertuschen, üb«goß « die beiden Leichen des Ehepaares mit Petroleum und steckte das Haus in Brand, d« ab« von andnen bald entdeckt und gelöscht wurde. Flörsch war nach d« Tat sofort verschwunden; « wurde ab« schon am anderen Morgen als der Tat dringend verdächttg bei seinen Verwandten in Rheinheffen ermittelt und verhaftet Nach anfänglichem Leugnen gestand « schließlich unter den erdrückendsten Beweisen seine Schuld ein. D« Angeklagte, d« schon wegen Totschlags sein« Geliebten in Krefeld eine dreijährige Ge- sängmsstrafe verbüßte, bestritt in d« heutigen Verhandlung die
Absicht d« Ermordung. Im Lause d« heuttgen, unter Vorsitz z, Landgerichtsrats v. Pfister stattgehabten V«handlung, Ju i 35 Zeugen und 5 Sachverständige geladen waren, nmrden aber tz Hauptpunkte d« Anllage im wesentlichen bestätigt. D« Mord- hatte seine Tat seit läng«« Zeit sehr taohl überlegt und w, zynisch« Festigkeit durchgesührt. Der Anstaltsarzt des Hospitals, in ivelchem der Angellagte auf seinen Gesundheilszustüj untersucht worden war, bezeichnete ihn zwar als geisttg mindci w«tig, aber für seine Tat im Sinne des Art. 51 RStGB. »«antwortlich. Nach Vernehmung von einigen 20 Zeugen un d« Sachverständigen wurde die Verhandlung gegen 9 Uhr oW abgebrochen und die Fortsetzung aus Samstag vormittag g m vertagt. — Am zweiten Verhandlungstage beantragte der Stcuu- anwalt, den Angeklagten wegen der Raubmorde dreimal zui Tode, wegen des Mordversuchs zu lebenslänglichem Zuchchva wegen d« Brandstiftung zu fünfzehn Jahren Zuchtz^ mit den üblichen Nebenstrasen zu verurteilen. Die Geschworene entschieden in diesem Sinne. Ter Angeklagte nahm das Urtei mit zynischer Ruhe aus und verzichtete mit der Bemerkung, ß, lieb« aushängen zu wollen, aus Revision und Gnadengesuch.
Eingesandt.
<Für Fon« und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artist übernimmt isk Redaktion dem Publikum gegenüb« feinerle Verantwortung.)
Gießen, 5. Oktober Zur Versorgung »mftrer Soldaten mit Unterkleidung.
Me V«sorgung nus«« im Felde stehenden Soldaten uh warmer Unterkleidung könnte schnell und ohne erheb liche Kosten gesördert werden, wenn Turn-un Sportvereine lz. B. Wassersport-, Rasensport-, Wintersport- Alpen-, Radfahr«-. Wunder- usw. Vereines sei es aus Vereins oder sei es aus Mitgliederbesitz ihre zahlreich vorhau denen Wolljacken („Sweaters"), Westen, Kops schläuche, Trikots, Strümpfe u. a. m„ die von bei Mitgliedern nicht mit ins Feld genommen wurden, uich je$ unbenutzt vorliegen, als Liebesgabe unseren Sol daten zukommen ließen. Sehr gut können z.B. Tweatco unter dem Wafsenrock und Trikots als Unterzeug getragen wer den. —■ Das Opfer, das die betreffenden Vereine bezw. drin Mitglieder zu bringen hätten, märe gering, die damit er wiesene Wohltat aber groß. In den Ankleidetänme, vieler Sportvereine sind oft mehr oder minder herrenlose Tststw Sweaters, Strümpfe nsw. in großer Zahl vorhanden. Feme wird die Mehrzahl der im Felde stehenden Mttglied« von vpnn vereinen damit einverstanden sein, wenn ihren Mitgliedetschränkn die dort jetzt nutzlos hängenden Sachen entnommen würden, zumo die wenigstens Sportsleute in i>« Lage sein werden, diese Äubn an sich persönlich ins Feld nachsenden zu lasten. — Da bicli Sportsleute, j. B. Alpinisten und Skisahrer, ihre Wollsachen jtitv nickst tut Verein, sondern zu Hause haben, so empsiehlt es iid vielleicht, Sie bet den geplanten Hanssammlunge, tätigen Personen anzuweisen, ausdrücklich auch nag Sportlleidungsstücken zu siagen, die sonst von den Gebern vergessen w«den könnten. B. H.
£tait5>cs«smsitad?rid>tcn.
Gießen.
Aufgebote: Oktober 1. Otto Gerbig, Kaufmann, mit Agnes Emma Johanna Bartling, beide in Wernigerode.
Eheschließungen: September 2 b . Otto Grün, Arbeiter, mit Helene Elisabethe WUl, beide in Gießen. — 26. Johann Heinrich Schäfer, Apotheker in Schlitz, mit Henriette Matgarcre Brendvw in Düsseldorf, — Wilhelm Rudolf Rath«, Dreh« in Essen, mit Marie Elise Christine Steinbrech« in Gießen. — Gustav Wilhelm Stephan, Zigarrenhändlrr, mit Lina Christine Elisabeth Müller, beide in Gießen.
Geborene: Septemb« 23. Dem Bizefeldwebel Kvnrnd Lippert ein Sohn, Ernst Konrad Eduard Heinrich. — Dem Taglöhn« Heinrich Hansel eine Tochter, Marie. — Dem Friseur Hermann Schenk ein Sohn, Werner. --- 24. Mm KKaftwageii-' führ« Hermann Ferdinand Bend« eine Tocht«, Marie. — Dem Stabsarzt M. Werner Theodor Wilhelm Neumann ein Sohn.
— 25. Dem Lackierer Heinrich Wilhelm Büttn« eine Tocktrr.
— Dem Taglöhner Otto Rausch eine Tochter, Luise. — 26. Dem Ralsboten Karl Ludwig Otto Schneider eine Tochter, Ekisabetza.'
— Dem Handelsmann Amand Friemel eine Toc^er, zstathaiina Mathilde. — Dem Bvauereiarbeit« Emil Niße eine Tochter, Mathilde. — 28. Dem Schreiner Georg Bernhard Louis Sent- h erster ein Sohn, Georg Hermann Max. — Dem Regierungs- Assessor Dr. Rudolf Siegelt ein Sohn, Rudolf Gustav Wilhelm.
— 29. Dem Bäckermeister Heinrich Weimar eine Tocht«. — Dem Kaufmann Abraham Kahn ein Sohn, Rudolf. — Dem Metzger- meist« Heinrich Schwarz eine Tocht«, Käthe Gerda.
Sterbesälle: Septemb« 25. Margarete Beck«, geborene Kroll, 32 Jahre alt, Wieseck« Weg 40. — 26. Johann Friedrich Helm, Kaufmann, 64 Jahre alt, Löb«straße 6. — 27. Karl Johannes Rudvlt Momberg«, 6 Jahre alt, Nord-Anlage 7. — 27. Mathilde Höcher, geb. Büttn«, 41 Jahre alt, Asterweg 54.
— 29. Weimar, ohne Vorname, Vst Stunde alt, Frankfurts: Straße 41.
Friedberg.
Geborene: Sepienib« 27. ,Dem Weißg«b« Heinrich Friedrich Henkel ein «Sohn, Albert Heinrich. — Dem Schneid« Wilhelm Wvllrab eine Tocht«, Marie Anneliese. — 19. Dem Dachdecker Andreas Jung ein Sohn, Berthold Helmut. — 18. Dem Metzgei- meister Wilhelm Kno« ein Sohn, Heinrich August.
Sterbefälle: «Septemb« 24. Alfred Kißling, Schlosser, zuletzt Kanonier in d« 1. Batterie des Art.-Rgts. Nr. 64, 20 Jahre - alt, wohnhaft in Chemnitz. — 27. Luise Engelhardt, 45 Jahre alt, in Wöls«sheim. — 28. Paul Helbig, Handlungsgehcksc, zuletzt Grenadier im 1. Bataillon des Jns.-Regts. Nr. 101, 20 Jahre alt, wohnhaft in Leipzig.
Hungen.
Geborene: Septemb« 25. Dem Schweiz« Christoph M- bisser ein «Sohn, Xaver.
Langsdorf.
/Sterbesälle: Anna Bausch, geb. Aff, 42 Jahre alt. Nidda.
Geborene: «Septemb« 25. Dem Lokomotivheizer Wilhelm Kober eine Tochter, Elfriede.
Büdingen.
Aufgebote: September 28. Wilhelm Harnisch, Schlosser, mit Miitna Brnx, beide in Büdingen.
Geborene: «September 20. Dem Maurer Philipp Mchb ein Sohn, Ludwig. — 25. Dem Taglöhn« Felix Heüig ei« Tochter, Agnes.
Sterbefälle: Septemb« 26. Mathias Scherren, 23Jahre alt, aus Kohlenscheid, Musketter im 160. Jns.-Regt., verstorben rm Verwundeten-Lazarett in Büdingen.
Meteorologische Beobachtungen ber Station Siche«.
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Höchste Temperatur am 3.-4. Okt. Niedrigste , , 3.-4. ,
Ntedersckilag: 0,7 mm.
1914 = + 14.7'C. 1911 =i +. 8.4' ,
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.Feuilleton", „Gerichtssaal" u. „Vernlischtrs"! I. V: August Goch.


