Ausgabe 
1.10.1914
 
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H Vermietern. b<i denen öfters ein Nachlassen der Mretsorderini > IM zu erzielen sein werde, vorzuziehen. Ueberhaupt werde sich die 3 Äsahrtspflege besser und wirksamer als durch vergab« von Boi n ein auf dem Wege von Naturalleistungen üben lassen. Dies tu »e besonders dann möglich sein, wenn die Gemeinden ihre Ar- L in engen Anschluß an diejenige der freiwilligen Liebeslätigken v htcn und alsdann unter entsvrechcnder Herabsetzung der baren llj erstützung die Verpflegung der notleidenden Bevölkerung durch A;gabe von Sveisemarken stcherzustellten. Darauf, daß insbeson d in den örtlichen Instanzen die Wohltätigkeitsbeslrebungen sich u t zersplittcnen, müsse mit allem Nachdruck hingewicsen werden

"Unser Großherzvg im Felde. Der Großtzerzoq- 1 - Fwgeladnrkant Major Freiherr von Massenbach hat. wie die S ti 4L Ztg. meldet, vom Kriegsschauplatz fvlgenden Bericht er fi «t, bcr über imscrrn Landes Herrn und besonders über die Ber- L um, des Eisernen Kreuzes an diesen Auskünfte gibt, die von

g emeinem Interesse sein dürsten: Vom 11. ds. Mts. ab wurde 18. Armeekorps von der Rhein-Marne-Kanal-Lknie znrück- ommen. Ter Grvßherzog nahm an den folgenden Tagen in r>:er nördlich liegenden Ortschaften Quartier. Anr 15. hatte H Großherzog Gelegenheit, die Prinzen Friedrich Dar! und W -drich Wilhelm von Hessen zu besuchen und sich mm der er- W lechen Besierimg der beiden Verwundeten zr, überzeugen. Beide H nzen wurden durch den Großherzog mit der Medaille der > gerkeit ausgezeichnet. Auf denr Weitcrmarfch sah der Groß- og die Regimenter der 49. Jnsonteriebrigade uiid das Große > wgliche Artilleriekorps und ließ sich über die Kämpfe um > gnp und die dort erlittenen Verluste berichten, so auch über > Heldentod unseres topjeren Oberhosinarschalls Freiherrn von > ;ern-Sternberg. In Junivillc hatte der Grohherzog Gelegen- W. noch weitere Truppenteile der 25. Division an irch vorbei- > -schirren zu lassen. Am 16. stattete der Großherzog dem Armre- rkvnrmando der.2. Armer einen Besuch ab und jah daber den > nzen August Wilhelm von Preußen und den .Herzog von > iunschwetg. ^Den Nachmittag verbrachte der Großherzog in Nähe des Schlachtfeldes, um am Abend eine Anzahl verwun- It Offiziere und Mannschaften zu besuchen. Am 19. ging von > irralleutnarrt und Generaladiutant Freiherrn von Lynckec fol- > »eS Schreiben ein:

Großes Houptauartier, den 16. September 1914. Seine Majestät der Kaiser nnd König haben Eurer König- I chen Hoheit aus Anlaß Hochdero Teilnahme an den Operalio- I en nnd der rühmlichen Woffentatrn Eurer Königlichen Hoheit I andeskinder das Eiserne Kreuz 2. und 1. Klasse zu verleihen > eru h t ."

t Der Großherzog richtete darauf folgendes Telcscanrm an den ser und König:

Die meinen Landeskcndcrn von ihvem obersten Kriegs- I errn gezollte Anerkennung durch das mir verliehen« Eiserne I ftcuz hat mich mft Stolz und Freude erfüllt. Bon ganzem I »erzen danke ich Dir für den neuen Beweis Deiner Liebe zu I ns Hessen, die in Treue mithelfen, unserem geliebten Bater- ^ mb seine Größe zu erhalten. Ernst Ludwig."

Am 19. konnte der Grvßherzog die durch Leutnant Fret- I m von Bleuel geführten Ersahmmrnschaften des Leibgarde- I ftments bei ihrem Anmarsch zum Regiment begrüßen.

| " Ernennungen. Die Großherzogin hat den B^irks- I eaffistenten bei der Dezirlskasse Darmstadt Wilh. Fresenius zu I rmstadt zum Bezirkskassier der Bezirkskosse Büdingen und den I irkskasseassistenten bei der Beznkskasse Offenbach August Reo- I g zu Ossenbach zum Bezirkskassier, die Finanzaspiranten Jo- > es Menzlaw aus Darmstadt und Martin Taubert aus Lollar I Hauptstsieramtsaiitstenlen und die Fincmzaimvanten Heinrich I Äser und Hubert Obermann, beide aus Darmstadt, zu Bezftks- > eassistcntcn ernannt.

"Ordensverleihung. Die Großherzogin hak di« Krone I t Silbernen Kreuz des Verdienstordens Phlltvvs des Größmü- I -n dem Wachtmeister nnd Stationsführrr Albert Preuß im I »ßherzoglichen Gendarmeriekorps bei feinem Ausscheiden ver-

* Kirchliche Nachrichten. Die Großherzogin I dem Pfarrer Hermann Weigel zu Nieder-Modau die I ngelische Pfarrstelle zu Nieder-Ramstadt übertragen und I i von dem Grasen von Schlitz genannt von Görtz aus die I >ngelische Pfarrstelle z» Hartershausen präsentierten Pfarr- t - istentcn Georg Reith zu Sprendlingen für diese Stelle

> tätigt.

- Erledigte Lehrerstelle. Eine mit einem evang. I grer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Ihwabsburg, Kreis Oppenheim.

" Ritter des Eisernen Kreures in Hessen: I uptmann Bader vom Jnf.-Regt. 116 rn Gießen. Stabs- I ;t Dr. Dönges beim General-Kommando des 10. Armce- I:ps, Reservekorps, Sohn des Rechnungsrats Dönges zu

iedberg. Lokomotivführer der Friedderyer Betriebswerk- I tte Heinrich Krem er, Unteroffizier d. R. im Jnf-

gt. 81. St. d R. Georg Hornung aus Darmstadt. Lt. I R. und Gerichtsassessor MM Rittershausen aus Wetzlar. Sergeant Hermann Hensel, Jnf.-Regt. 174, aus Widgen, Kr. Friedberg. Stabsarzt d. R. Dr. Jöckel in Mainz. Rittmeister Wronskh von der Trcnnabteilung

18. Lt. d. R. beim Jnf.-Regt. 115 AdSlf Riechmann.

M . d. Ri. Georg Hornung aus Darmstadt. Sanitäts-Vize- M ldwebel Jaath vom Jnf.-Regt. 168. Feldwebel Karn M m Jnf.-Regt. 168 in Friedberg.

Aus dem Militär-Wochenblatt. Bekörderl ,» W ltnants der Reserve die Vizeleldwebel: Völker (Mainz) im

> satz-Bat. Pion.-Regiments Nr. »5, Schmidt, Diemer,

Wchneid erhöh» (Mainz), Meyer, Evvl« <Gteße»), Wiebenwurst (Friedberg), Rein (Darmstadt) des Jnsanterie- W »giments Nr. 93. . ,

"Ersatz von Kriegsschäden. Der Deutsche Handels- I g beabsichtigt, die für Deutsche entstandenen Kriegsschäden, deren

> :satz nach dem .Kriege beanivrucht werden kann, trstzustellen, dos I sammelte Material zu prüfen und an die Reichsregierung zur W 'rwertung weiterznleiten. Um nun für ihren Bezirk die nötigen

> rterlagcn zu beschaffen, richtet dir Handelskammer Gie- I: n für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lanterbach an die bcztrks- m rgesessenen Firmen das En'uchen, ihr unverzüglich mitznteilen

> rd durch Beweise zu belegen: 1. die bereits eingetretenen und I >ch eintretenden Kriegsschäden unter genauer Angabe, woran die I chäden bestehen, welchen Betrag sie ausmachen und wie und durch

> nr sie «ntstairden sind: 2. die Forderungen an Angehörige ,cind-

> her Staaten, von denen befürchtet wird, daß sie infolge des I cieges ganz oder teilweise nicht werden ertüllt werden; 3. die in I iüblichen Ländern befindlichen Eigentumsstücke, von denen be-

> rchtet wird, daß sie infolge des Krieges beschädigt werden, vcr-

> chtct werden oder verloren gehen können. Die Angaben sind nach

> n feindlichen Ländern, aus welche sie sich beziehen, zu sondern. W ür die Beweise würde die Bcglaubigunc, durch Personen, die m

> nllicher Stellung zu Beglaubigungen bemgl sind, von besonderem I ferte sein; auch empfiehl! sich di« Nennung von Zeugen.

" Vom Reichspostamt werden wir um Aufnahme fol»

> -ndcr Mittellung ersucht:Nachdem der Bundesrat durch die I ekanntmachuugen vom 6. und 29. August sowie vom 8. und >4. September die Fristen des Wechsel - und Scheck rechts I in 30 Tage, sür Elsaß-Lothringen, die Provinz Ostpreußen und I ic westpreußischen Kreis« Marienburg. Elbing Stadt und Land,

> tuhm, Maricnwerdcr, Rosenberg, Grandenz Stadt und Land, W öbmi, Kulm, Briefen. Strasburg, Thorn Stadt und Land, sowie I ir solche rm Stadtkres« Danizrg zahlbaren gezogenen Wechsel, dre M ls Wohnort des Bezogenen einen Ort angcben, der in Ostpreußen I der in einem der bezeichneten westpreußischen Kreise liegt, um

> 0 Tage verlängert hat. ist die Postordnung vom 20. März 1900 » utsvrechend geändert worden. P v stpro testau f tr ä g e wer-

en daher in Fällen, in denen bei der ersten Vorzeigung die Zah-

lung nicht ausdrücklich verweigert wird imb der Protest auch mast aus anderen Gründen nach der ersten Vorzeigung oder nach dem ersten Versuche der Vorzeigung zu erheben ist, erst am dreißigsten, in Elsaß-Ltohringrn usw. erst am neunzigsten Tage nact> Ablauf der Protestfrist des Art. 41 Abs. 2 der Wechselordnung nochinals zur Zahlung vorgezeigt werden. Fällt der letzte Tag der Ver- iängerungsfttst ans einen Sonn oder Feiertag, so erfolgt die zweite Vorzeigung und die Protesterhebung am näcl>iten Werktage. Die von den Postanstalten bisher beobachtete Rechnnngsweise, die eine Verlängerung der ursprünglichen zweitägigen »Protestfrist durch Sonn- und Festtage außer Betracht läßt, ist aufgehoben worden. »Wünscht der »Auftraggeber die iosoitige »Protestierung, jo ist der »VermerkOhne »Protestfrist" auf die Rückseite des »PostauftragS- iormnlars niederzusckzreiben. Soll der »Protest nicht durch dre Post erhoben werden, so ist bei Postaufträgen zur Geld- einziehung sowie der »Po st austrägen zur 'Akzept­einholung in allen Fällen, in denen ohne Rücklicht aut die Verlängerungen der Protestfrist sofortige Protesterhebung gewünscht wird, aus die Rückseite des PostauftragsiorniularS der Vermerk Sofort »um Protest ohneRücksicktaufdieverlängerte P r o te stsrist" niederzuschrciben. »Postauiträge, die nur den VermerkSofort zum »Protest" tragen, werden wie Postaufträge ohne diesen Vermerk bclzandelt." »W.

"DerPostanweisungs-,»Postaujtrags - und Nachnahmedienst mit Ungarn wird am 1. Oktober wieder ausgenommen. '

** Für Po st an Weisungen n a cf» de n Nieder­landen und den niederländischen Kolonien gilt jetzt das Umrechnungsverhältnis von 100 Gulden 180 Mark.

" Ticnstjubiläum. Ober-Postassistent Dietrich feiert heute sein 25jähriges Dien st- Jubiläum. 8 Jahre dieser Zeft waren dem Dienst in Gießen geividmet.

" Gießener Strafkammer. Am 2. und 6. Okt. d. I. sinken Sitzungen nicht statt.

Landkreis Gießen.

X. Langsdorf, 30. Sept. Zur Beruhigung der Eltern, deren Söhne in sranzösische Gesangenschaft geraten sind, teilen wir nachstehenden Brief eines Langsdorsers an seine Mutter mit:

.......20. 9. 14.

Liebe Mutter. Ich liege hier im Lazarett. Ich hatte bei Mtrh einen Schuß in die rechte Schulter bekommen und fiel in sianzös. Gesangenschaft. Die französischen Soldaten sind sehr gute Kerle, sie haben uns in jeoer Weile mit Essen und Tabak umerstützt. Wir liegen hier in einer Jnf.-Kascrne. Wir haben sehr gute Aerzte. Das Essen ist mehr als genügend. »Ä!cr wer­den sehr gut gepflegt. Der Arzt meiift, in 8 Tagen wäre ich gesund. Aus der Staat schickt man uns täglich französische Zei­tungen. Schreibe mir bitte auch einmal. Ter rechte »Arm ist gelähmt, daher die schlechte Schrift. Das Schreiben macht mir Schmerzen. Gruß »Adalb.

Kreis Alsfeld.

h. Alsfeld, 30. Sept, Im Steinbruch desStrinfirst" ent­gleiste gestern beim »Bahnbau eine schwere Arbcitslokomotive und stürzte um. Dabei begrub sie den Lokomotivfütwer und den Heizer, zwei Männer aus Russisc!>-»Polen, unter sich, die auf der Stelle zu Tode gedrückt wurden.

Kreis Schotten.

B. L a u b a ch, 30. Sept. Auf hiesigen! Friedhof wurden heute zwer Landwehrmänner, dir ihren schweren im Kampfe fürs Vater­land erhaltenen Wunden erlegen sind, mit militärischen Ehren bestattet. Der eine stand in einem schlesischen Regiment und wurde vor 14 Tagen in hiesigem Lazarett eingeliefert. Ter andere^ ein Sohn des hiesigen Lchuhmachermeisters Wagner, Karl Wagner, ist im Krankenhaus in Trier an den Folgen eines Kvpfsi^c.sschl gestorben und wurde auf Wunsch seiner Angehörigen hierher trans- porttert. Eine in dre Hunderte zählende Trauerversammlung, der Kriegerverein, die Gesangvereine und Kameraden des Regiments Nr. 116 in Gießen erwiesen ihm die letzte Ehre. »Pfarrer Volp widmete herzliche Worte des Trostes der trauernden Witwe und den Eltern, die Gesangvereine sangen gemeinschaftlich das Lied Wie sie so sanft ruhen!"

Kreis Wetzlnr.

x. Wißmar, 30. Sept. Für die Notteidenden Ostpreußens wurden durch Hauptlehrer M ü d i ck e n in unserer Gemeinde 135 Mark gesammelt.

Hessen-Nassau.

+ Eschw « qe, 30. Sept. Bei der (»iesigeu Sammelstelle des Roten Kreuzes ginge» bis jetzt 38000 Mk. ei». Hiervon wurden ». a. 3000 Mk. zur Beschaffung von wollenen Unter­kleidern inr unsere im Felde stehenden Truvven und 2000 Mk. iür die durch de» Krieg in Ostpreußen Geschädigten überwiesen. Ferner ivurde das Dereinslazarett von 100 ani 120 Betten erweitert.

w. Wiesbaden, 30. Sept. Die Handelskammer »Wiesbaden hat für ihren .Kammerbezirk ein Einigungs­amt errichtet, das am 1 Oktober in Wirksamkeit tritt und den Zweck hat, einen Ausgleich von Streitigkeiten, die infolge der Kriegszeiten bei Erfüllung von Verträgen über Lieferungen und Zahlungen entstanden sind, herbeizusühren.

Märkte.

B. Laubach, 29. Beul. Henke wurde fiter der sogenannte Antisemiten-Markt abgehalte». Der Besuch von aus- ivärtigen Käusern war nicht sehr zahlreich. 143 Stuck Jungvieh wäre» anlgesahreu. Nicht höher wie 2428 Mk. stieg das Paar Ferkel. Die Kauslnst war nicht groß.

le. Feaukfnrt a. M. Schweineinarktberich» vo'ir 30. Sept. Aii'netrieben waren 1420 Schweine. Bollfleischige Schweine von 80 bis 100 Ira Lebendqeivicht 50.0053.00 Pik., Schlachtgeivicht

84.00 63.00 Mk., vollfleischige Schweine unter 80 dg Lebendgewicht

50.00 5 1.00 Mk Schlachtgewicht 63.00 - 85.00 Pik.: voflileischige Schweine von 100120 fe? Lebendgewicht 50.0053.00 Mk., Schlachtgewicht 64.0066 Pik.- vollfleischiqe Schweine von 120 dt» 150 tza Lebendgewicht 50.00 53.00 Mk, Schlachtgeivicht 64 68.00 Mk. Geschält langsam, bleibt Ueberstand.

Limburg a. d. Lahn, 30. Sept. fl rn ch: mir r!Drch- schnlttsvreiS pro Malteez Roter Welzen (Rafsanischer) 20,75 Mk weißer Weizen (angebaute Fremdsorteii» 20,25-tzik, Korn 16.00'L!k, Gerste (Futter) 0,00 Mt., Braugerste 0,00 Mk, Hafer 10,90 Mk., Erbsen 0,00 Mk, Kartoffeln der Ztr. 2.512,80 Mt, Butter das Psund 1,15 Mk, Eier das Stück 10 »Psg.

kirchliche Nachrichten«

Israelitische Religionrgeniemde.

Gottesdienst in der Zynaaoge (Süd-Anlage>

Samstag, den 3. Oktober 1914:

Vorab etti) 5.45 lltje.

SJiergen«: 8.30 Uhr.

Nachmittags: 4.00 H6r. kabbatausgang: 6.45 llhr.

Israelitische Reliaionsgesellschast.

Sottesdienlt.

Sabbatieiee am 3. Oktober 1914:

Freitag abend 5.30 Nhrz Samstag vormittag 8.00 U5c.

Samstag nachmittag 4.00 llhr.

Sabbat-Ausgang 6.45 Uhr.

Amtlicher Wetterbericht.

Oefsentlicher Wetterdienst, Gießen.

Wetteraussichten in Hessen am Freitag, den 2. Okt. 1014: Wolkig, doch meist trocken, nachts etwas wärmer, westliche Winde.

Letzte Nachrichten.

Die deutschen Mmpfrr in den Vogesen.

(»DTB.) S tr astburg i. Els., I. Okt. General der In­fanterie v. Eberhardt, der bisherige Gouverneur von Strastburg, erläßt folgenden Korpstagesbefehl'

Seine Majestät der Kaiser und König haben die Gnade ge­habt, mir das Eiserne Kreuz erster Klasse zu verleihen. Ich weiß, daß ich diese Auszeichnung nur der Tapferkeit und »Ausdauer der mir unterstellten Truppen verdanke. Mft Zähigkeit haben Preußen, »Banern, Württemberger und »Badenser dem Ansturm starlcr fran­zösischer Kräfte widerstanden und ihnen den Attritt in die deut­schen Vogesentäler verwehrt. Das »Blut, das in diesen schtvcrei, Kampftagen geflossen ist, ist nicht umsonst dahin gegeben. Die Ent­behrungen und Anstrengungen in dem umvegsamen Gebirgsgelände und bet dem andauernden Regemoetter mußten willig ertragen wer­den. um unsere heimatlichen Fluren zu schützen. Mit festmn Ver­trauen sehe ich auch den kommenden Tagen entgegen, denn mit solch tapseren Offizieren und Soldaten werde ich auch fernerhiik alle Angriffe des Feindes siegreich abweisen.

Das Eiserne Kreuz.

(3VTB.) Gera (Reust), 30. Sept. (Nichtamtlich.) Der Fürst zu Reust hat das Eiserne Kreuz 1. und 2. Klasse, der Erbprinz das Eiserne Kreuz 2.Klasse erhalten.

Der Grotzhcrzog von Baden.

lWTB.) Karlsruhe, 1. Okt. (Nichtamtlich.) Der Großherzog von Baden ist gestern mittag im Svnderzug nach dem Kriegsschauplatz abgereist.

Das Wirderrrscheinen desVorinärts".

»Berlin, l. Okt. Das Erscheinen desVorwärts^ ist ivieder gestattet morden, nachdem das Reichstagsmit- glied Haase und der Geschäftsführer desVorwärts", Reichs­tagsabgeordneter Fischer, die gestellte Bedingung ange­nommen haben, daß mit Rücksicht auf die beim Kriegs­ausbruch hervorgetretene Einigkeit des deutschen Volles das Thcnia:Klassenhast und jllassenffnnps" in Zukunik in der Zeitung nicht mehr berührt werden darf.

Die Beschiktzung von Mecheln.

Berlin, l.Okt. Von der Beschießung von Mecheln entwirft nach einem »Bericht derVossischcn Zeitung" der Korrespondent desFlandre Liberale" eine anschaulicha Schilderung:

Ganz unerwartet begann am Montag morgen das Bombarde­ment mit gewalsigen Geschossen, die e n t s e tz l i ch e V e r w ü st u n- g e n anrichteten. Gegen »Mittag war eS unmöglich, länger m der Stadt zu bleiben. Alles suchte zu fliehen, doch waren die Wege vielfach durch Trümmerhaufen versperrt. Selbst in den Kellern war man nicht sicher, so gewaltig war die .Kraft der furchtbaren deutschen Geschosse. Viele öffentlichen Gebäude ver­brannten, auch wurden viele Personen mit der Flucht getötet. 14 Personen liegen unter den Trümmern eines Kaffeehauses be­graben. Das Bombardement dauerte am Montag noch an.

Gegen Weihnachten werden mir in Berlin sein."

Berlin, l. Okt. Pariser Meldungen aus dem russischen Hauvtauartier sind demBerliner Tageblatt" bekannt geworden. Was darin General R e n n e n k a m p s den Offizieren und »Mann­schaften zur Beruhigung verspricht, ist nicht wenig. Er tröstete die unruhig Werdenden nämlich mit den Worten:Seid froh, gegen Weihnachten werden wir in Berlin sein."

Die Neutralität Italiens.

Berlin, 1. Okt. Die ruhige, abwartende Neu­tralitätspolitik Italiens findet, wie die Blätter fest­stellen, die Zustimmung immer weiterer Kreise.

Das Zahliingsverbot gegen England.

Berlin, l.Okt. In ihrer Besprechung des Zah­lungsverbotes gegen England, dem gestern im B u n - desrat zngesttmmt wurde, sagt dieTägliche Rundschau": Selbst gutwilligen englischen Firmen wurde durch scharfe Strasandrobungen die Möglichkeit genommen, sich gegen ihre bis­herigen Geschäftsftennde in Feindesland als anständige Kausteut« zu zeigen. Nur ungern und zögernd hat sich Detutichlaud ent­schlossen, aus 'die häßliche Handlungsweise der englischen Negie­rung nnt einer Gegenmaßregel zu antworten: eine »Wiedervergel­tung war aber nicht länger hinauszuschieben.

Eine Rede von Lloyd George.

(WTB.) London, 30. Sept. (Nichtamtlich.) Llovd George hielt in Cardiff eine Rede, in der er die Er­wartung aussprach, daß 50 000 Walliser sich zur Ar­mee melden würden. Sie würden nach sechsmonatiger Aus- bildrng den Truppen des Feindes mehr als gewachsen sein, da weniger Zeit nötig sei, einen intelligenten jungen Mann zum Soldaten auszubilden als einen weniger in­telligenten.

Englische Maßregeln gegen die Fischerei.

(WTB.) London, 30. Sept. (Nichtamtlich0 Die Haienbebörde von Grimsby kündigt an, daß vom 1. Oktober ab keine neutralen Fischerboote in die .Häsen der e n g l i s che n Ostküste zugelassen oder von dort zum Fischfang ausgeben dür­fen. Die Fischerei wird allein an der Westküste zugelassen. Die Maßregel trifft besonders eine große Zahl holländischer und däni­scher Fischer.

England und die Neutralität Amerikas.

(WTB.) Washington, 30. Sevt. (»Nichtamtlich.) Die eng­lische Regierung ersuchte die amerikanische Regierung, die .Koh­lenversorgungdeutscher Kreuzer aus Kohlenschissen zu untersagen, welche von New Bork angeblich nach südamerikanischen Hafen gehen.

Stockholm von Russen überschwemmt.

(WTB.) Kopenhagen, 30. Sept. (Nichtamtlich., Dem Stockholm Dagblad" zufolge ist Stockholm von Russen über­schwemmt. die aus den Badeorten Deutschlands kommen und alle voll Bewunderung für das deutsche Volk sind, weil sie trotz des Krieges und ihrer Nationalität in Teuffchland so lie­benswürdig behandelt wurden. Sie versichern, sie würden nicht ver­säumen, von btr erfahrenen guten Behandlung in Rußland zu be­richten.

Erz als Kriegskontrcbande.

(WTB.) Kristiania, 1. Okt. (Nichtamtlich Der norwegische Minister des Aeustern hat in England Schritte unternommen, um die ertglifdje Regierung zu veranlassen, die Erkläurng, daß Erz als Kriegskonterbande anzusehen sei, wieder auffuheben. Die Ausfuhr von Erz aus Narvik hat augeubliMch ganz ausgehört. Der englische Stand­punkt ruft in ganz Skandinavien die größte Enrüstung hervor, zumal das jetzige Auftreten Englands unvereinbar ist mit e,ner am 20. August, also drei Wochen nach Ausbruch des Krieges, feierlich abgegebenen Erklä­rung, in der die englische Regierung versprochen hat, den Wortlaut der Erklärung von London vom Jahre I -M9 über die Rechte im Seekrieg, abgesehen von einigen sveztiizierlen Ausnahmen, unter denen Erz nicht genannt nwrden war, fallen zu lassen. Erz sei im (Rtgenieil in jener Detlaralion ausdrücklich zu den Waren gezählt worden, die unter ken.en Umständen als .Kriegskonterbande betrackftet werden durften.

Verantwortlich fürFeuilleton",Gerichtssaal" n.Vermischtes"; I. 23 .: August Goetz.