..No» rb am" ist auf her Reise New ?)otT—Rotterdam mit »itlen deutschen Reservisten an Bord aus offener See beschlagnahmt und nach Queenstown gebracht worden.
England und Serbien.
Wien, 11. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die ,.Wiener Allg. Ztg." -gibt AeußerunAen englischer Staat s- rnänner der lebten Jahre über Serbien wieder. Im Jahre 1909, >vährend der Annexionskrisis, riet der damalige englische Botschafter in Wien, Cartwright, zu einem raschen Krieg gegen Serbien mit den Dorten: Das Verschwiu den Serbiens toäre ein Glück für ganz Eur opa. 1912 äußerte Gr eh: Serbien bedeutet eine stete Gefahr für den europäischen Frieden. Seine ungemessenen -Aspirationen beorohen ohne Aufhören unsere Ruhe. Die königsmörderische Dynastie kann sich eben nur durch äußere Erfolge behaupten. Noch vor dem Ausbruch- des jetzigen Krieges sagte der englische Botschafter: Das ganze englische Volk verdammt das fluchwürdige Verbrechen von Serajew'o. ^Es gibt nicht einen einzigen Engländer, der die geringste Sympathie für Serbien hegt, und der nicht von Herzen wünschte, daß die Serben einmal eine derbe Lektion erhielten. Die Zeitung fügt hinzu: Mit diesem so klar und richtig eingeschätzten Staat kämpft nun England Schulter an Schulter.
Die Heimkehr der Verwundeten nach London wird in einem Telegramm der „Stampa" geschildert. ..Die ersten englischen Verwundeten trafen am Mittwoch- auf der Waterloo-Station ein und wurden von einer Menge Londoner begrüßt, die ihnen ihren Beifall und ihre Ehrerbietung bezeugte. Sie wurden in die Krankenhäuser überführt, aber trotz der Ermüdung der schrecklich langen Reise, die vier Tage gedauert hatte, und trotz ihrer Leiden waren die Verwundeten ziemlich guter Laune und äußerten ihre Absicht, sobald sie geheilt wären, ins Feld zurückzukehren. Da sie versprochen hatte», keine Mitteilungen über die Entwickelung des Krieges zu machen, so beschränkten sie sich darauf, zu erklären, daß der Burenkrieg mit ein Scharmützel gewesen wäre im Vergleich! nrit dem heutigen Kriege, der in Frankreich geführt wird. Sie fügten lffuzp, daß -die Deutschen sich nicht kümmerten um die möglichen Verluste und sich in Massen von Tausenden in den Tod stürzten. Ein Verwundeter erzählte: „In einem Dorfe rückten die Deutschen dichtgedrängt auf einer Straße gegen uns vor und wurden alle buchstäblich von unseren Kanonen nieder- lgemäht, die die Leichname in Stücke zerrissen. Trotzdem kamen viele andere Deutsche und rückten an ihrer Stelle gegen uns vor, die wir in unserer schrecklichen Arbeit fortsuhren." Weitere Verwundete wurden gelandet und nach Adlershot und in andere Städte geschickt, in denen ausgezeichnete Vorbereitungen in den Krankenhäusern gelrossen sind. Es kamen auch deutsche Gefangene an. Die englische Regierung hat den Vorschlag gemacht, sie bei den Deutschen gegen die englischen Gefangenen auszutauscheu, und die Verhandlungen über diesen Austausch werden von dem Botschafter der Vereinigten Staaten geführt DaS englische Publikum glaubt, daß die Verluste in den letzten Schlackte» schwerer gewesen sind, zeigt aber seine Angst nicht, so daß das Londoner Leben weiter völlig normal erscheint. Die oberen Klassen, die durch den Verlust an Offizieren schwer getroffen sind, haben beschlossen, nicht Trauer zu tragen. Man schlagt vor, nur eine weiße Armbinde anzulegen, da der Tod für das Vaterland über jeder menschlichen Erwägung stehe und Unsterblichkeit verleihe."
Der Kronprinz als Soldatenvater.
B e r l i n , 11. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Kronprinz hat in einem Telegramm an den „Berl. Lokalanz." gebeten, sür die Mannschaften seiner Armee große Massen von Tabak und Zigarren zu sammeln und diese unter möglichster Beschleunigung abzusenden. Der „Lokalanz." errichtete daraufhin eine Sammelstelle sür Kriegszigarren. Heute gehen 20000 Zigarren als Spende des Verlages ab.
Die katholische Geistlichkeit in Elsaß-Lothringen.
Straßbur gr. E., 11. Sept. (WTW. Nichtamtlich.) Die Tracht der katholischen Geistlichen in Elsaß-Lothringen in außer Dienst war bisher immer noch die französische lange Soutane, die sogenannte Abbö-Tracht. Eine Aenderung in dieser .Hinsicht in dem deutschen Sinne wird durch eine bischöfliche Veröffentlichung im „Effäsier" angebahnt, die an die Kantonalpfarrer gerichtet ist und besagt: Rücksichtlich der neuen Verhältnisse erachten wir es sür angezeigt, die Soutanelle als gleichberechtigtes geistliches Meid im bürgerlichen Verkehr neben dem bisher üblichen Dakar gelten zu lassen.
GesangcnenanStansch in der Schweiz.
Genf, 11. Sept. Hwei über die Schweizer Grenze gekommene dentscheJäger wurden nach Deutschland srei- gelassen. Gleichzeitig durften zwei französische Soldaten in ihr Land zurückkehren. Dieses Verfahren fußt aus einer von Deutschland- und Frankreich mit der Schweiz getroffenen Vereinbarung, daß die Schweiz die gleiche Anzahl in gleichem Rang stehende Soldaten beider Nationen entlasse» darf, um die Zahl der Internierten in der Schweiz zu vermindern.
Erfolgloses Bombardement von Tsingtau.
Rom. 11. Sept. Zwei japanische Lenkballons haben nach hier eingetrofsenen Meldungen die Funkenstation und die Kasernen in Tsingtau bombardiert, anscheinend '«hne Erfolg. Ein Lenkballon wurde von zählreichen Schüssen getroffen, doch entkamen beü>e.
Die Türkei und nuserc Gegner.
, Konstantinopel, 11.Sept. (WTB. Amtlich.) Aus Besorgnis vor einem vermeintlichen Eingreifen der Türkei zugunsten Deutschlands und Oesterreich-Ungarns haben die drei Ententemächte der Türkei ihr Einverständnis mit der Abschaffung der Kapi tulati o nen sür den Fall zu erkennen gegeben, daß die Türkei in dem gegenwäv- tigen Kriege neutral bleibe. Die Pforte hat erwidert, daß ihre Neutralität nicht käuflich sei. sie hat aber gleichzeitig aus der Eröffnung der Entente-Botschafter die Konsequenzen ge zogen, welches die Kapitulationen aushebt.
Au§ dem Reiche.
Berlin, 11. Sept. (WTB.) Die „Boffische Zeitung" berichtet aus Berlin, daß der Präsident des Deutschen Handelstages, Dr Kämpf, für den 15. September den Ausschuß des Deutschen Handekstages nach Berlin einberufen hat.
Berlin, 11. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der „Berl. Lokalanz." meldet: Im Anschluß an den Aufruf des Vorstandes des Deuffchen Städtetages zugunsten der am schwersten detrofstmen Einwohner des Ostens unseres Vater lindes beschloß bet Berliner Magistrat, der Stadt
verordnetenversammlung eine Vorlage auf Bewilligung von 250 000 Mark zugehen zu lassen.
Berlin, 9. Sept. (WTB.) Der Natwnalstistnng für die Hinterbliebenen der im Kriege Gefallenen! find n. a. vvn Herrn Reichsrat Freiherrn v. Cramer-Klett, München, 10000 Mark überwiesen worden.
Danzig, 11. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Kaiserin mit der Prinzessin August Wilhelm und Gefolge sind heute vormittag 11 Uhr nach Berlin äbgereist. _
Au» Stadt und €an&»
Gießen, 12. September 1914.
Die Frauen im Dienste des Vaterlandes.
Eine Gießener Dame schreibt uns:
Mit Freude lasen wir Frauen den prachtvollen Artikel von Pfarrer Traub. Endlich ein Mann, der sich den häßlichen, sensationslüsternen Klatschereien, die über uns deutsche Frauen verbrechet werden, entgegenstellt. Ich möchte es hiermit aussprechcu, mit wie warmem Dank uns diese schützenden, rchtcrlichen Worte erfüllen. Wie sehr die, meistens ans der Lust gegrisfenen Verleumdungen bereits das Ansehen der deutschen Frauen herabgesetzt haben, beweist die Behandlung der Damen des Roten Kreuzes am hiesigen Bahnhof. Wir sind völlig vogelstei. Jeder Beamte, jeder Balmschaffner, jeder Landwehrmann glaubt dem Vaterland einen Dienst zu erweisen, >venn er uns Bemerkungen nach- rutt, wie: Ihr wißt, was Ihr zu tun habt, macht leine Dummheiten: daß Ihr den Franzosen keine Zigarren gebt, und dergleichen Uebcrshissigkeiten und Ungehörigkeiten mehr.
Herr Traub sagt in seinem Artikel: „Die Militärverwaltung hat bestimmt, daß die Verwundeten aller Nationen gleich zu behandeln sind." Auch wir waren in unseren Instruktionen über den Bahnhofsdienst also gelehrt worden. Als wir nun heute früh nach 6ff»stündiger untätiger Nachtwache bei der Meldung eines französischen Verwundcten-Transportes uns an unsere Tische begaben, um die Suppe in Schüsseln zu verteilen (das Hereinreichen in die Wagen sollte durch männliche Sanitäter geschehen), wurden wir in barscher Weise von unseren Plätzen! fortgewiesen, mit der Bemerkung, mit den französischen Verwundeten hätten wst, laut neuester Bestimmung vvn Oben, nichts zu: tun. Ein Schlag ins Gesicht stir uns alle! Man besürchtet also auch hier, wir könnten uns den Franzchen gegenüber „unwürdig" benehmen! Und das, weil dies unter Millionen von Frauen vielleicht ein paarmal anderwärts geschah. Die meisten Fälle haben sich ja als erlogen herausgestellt. Im Anfang hieß es in verschiedenen Zeitungen: „Von jetzt ab sollen die üiantcn der Frauen, die sich würdelos benehmen, festgestellt und veröffentlicht werden." Alle anständigen Frauen waren effreut darüber und billigten dieses Vorgehen. Aber, merkwürdig! Bis jetzt ist nicht ein einziger Name veröffentlicht worden! Dafür aber endlose pemeine Klatschereien ohne reellen Hintergrmid. Wie tief man aber auch unsere braven Soldaten im Felde durch diese niederträchtigen Lügen kränkt, daran denkt wohl niemand. Nach schweren Kampses- tagen werfen sie in einer freien Viertelstunde einen Blick in eme deutsche Zeitung und da lesen sie entrüstet und betrübt von der Würdelosigkeit der deutschen Frauen. Der einfache Soldat glaubt es, so schwer es ihm fällt, weil er es doch schwarz aus weiß liest, das haben wir aus verschiedenen, veröffentlichten Feldpostbriefen ersehen.
Wie will man das Unrecht, das man am guten Ruf der deutschen Frau begeht, wieder gut machen? Das eine habeir die Männer jedenialls bereits fertig gebracht, sie haben uns unsere Tätigkest, die wir mit so großer Freude und Begeisterung.ergriffen haben, schon jetzt gründlich vergalt. Dafür, daß wir, die nur säst alle Hausstauen sind, freudig unsere Zeit in den Dienst der guten Sache stellten, haben wir bisher nur Undank, Spott und Hohn geerntet.
Die bitteren Worte sind sicherlich berechtigt, und wir wiederholen unsere gestrige Warnung vor müßigem Klatsch und dessen Folgen. Es ist in der Tat beschämend, daß durch bedauerliche Eiuzelfälle solche törichten Verallgemeinerungen eingerissen sind. Vor allem muß ganz entschieden gegen Barschheiten und Ungehörigkeiten Front gemacht werden. Wenn genügend männliches Personal vorhanden ist, um die französischen Gefangenen zu versorgen, so wäre die Auffassung wohl berechtigt, daß man den Fremden die Ehre nicht erweisen soll, von deutschen Frauen bedient zu werden. Dann muß es aber doppelt deutlich zum Ausdruck kommen, daß nicht Mißtrauen vor den Frauen die Richtschnur ist, sondern das Gegenteil. ..
Die Kriegsanleihen.
Laut einer Bekanntmachung im heutigen Matte nehmen die hiesigen Banken und Bankfirmen Zeichnungen auf 5«/o Deutsche Reichsschatzanweisungen, 5% Deutsche Reichsauleihe, unkündbar bis 1924 entgegen und zwar von heute bis zum 19. September. Es muß festgestellt werden, daß die angebotenen Anleihen eine vorzügliche Kapitalanlage darslellen und die Kapitalisten ebenso mit ihrem letzten Pfennig dem Vaterland zur Seite stehen werden wie unsere tapferen Brüder im Felde ihren letzten Blutstropfen hcrqeben für Deutschlands Fortbestehen, für unser großes und herrliches Deutsches Reich. Es darf die Hoffnung ausgesprochen werden, daß der große wie auch der kleinste Sparer sich ffohen Herzens an der Zeichnung beteiligen wird. Sie alle haben Gelegenheit, denn es gibt Stucke von 100 bis 100000 Mark. Wer nicht weiß, w i e er augenblicklich nicht flüssige Gelder zur Verfügung stellen kann, der frage die Banken und Bankiers, sie werden- schön einen Rät geben! Es ist dafür gesorgt, daß alle Mittel flüssig gemacht werden können!
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Auf dem Felde der Ehre gefallen.
(Aus Hessen und den Nachbargehreten.)
Landweyrmmm Aug. -Volkmann, Rgt. 80, aus Heuchelheim. — Musk. Emil Heck aus Langendiebach. — Feldwebel-Lt. d. Res. Carl Vautravers, Jni.-Regt. 171 in Hcrnan-Kessel- stadt. — Zahnarzt Otto Kluge in Hanau — Musk. Martin Kaiser aus Friedberg. — Unteroff. d. Res. und Fahnenträger träger Karl Gerlach, Inf.-Regt. 116 in Stockheim. — Fahnen- ffmker Walter Schäfer, Jnf.-Rcgt. 116 aus Biebesheim. — Referendar Alexander Voltz in Wiesbaden. — St. d. Res. Fvrst- rcferendar Fritz Usener in Wiesbaden. — Kanonier öehrrirf) Biller in Wiesbaden. — Vizewachtmeister d. Res. Gustav H e r - zog in Wiesbaden. — Vizefeldw. Dipl.-Ing. Willy Schulz, Ins.-Regt. 99 in Ofsenbach. — Unteroff. d. Laudw. Willy Eurich in Frankfurt a. M. — Lt. d. Rest Aktuar Emil Weimer aus Limburg a. d. L. — Oberst, ix Res. Amtsrichter Albert Zipverling in Frankfurt a M. — Eins.-Freiw.-Unteroff. Arnold Otto, Jm.-Regt. 88 aus Frankfurt a. M. — Res. August Scheich, Augusla-Regt 4 in Frcrnknrrt a. M. — Lt. d. Res. und Kreishocbbaumeister Karl Eichbofs, Jnf.-Rgt. 116 in Wetzlar. — Lt. d. Res. Zollsekretär Oskar E s ch e r, Inf.-Regt. 70 in Wetzlar-Niedergirmes. — Ofstzierstellvertr. Tr. Georg Raufs in Darmstadi — Schaffner mxb Wagenführer b. d. elektr. Straßenbahn Adolf Snchland in Darmstadt. — Gustav Hinsch in Eigenheim. — Res. Karl Ermel aus Hopf garten.
"AmGeburtstageunsercrGrohherAogin, die ein so warmes Herz für die Kinder hat, versammeln sich die Kinder unserer Kindergärten und derKriegs - kinderqärten am 17. September um 3 Uhr im Philo- sophenwaÜde, um den Geburtstag feierlich zu begehen. Auch andere Kinder werden aufgesordert, sich einzuffuden und am Spiel usw. zu beteiligen. (Stern und Angehörige aller Kinder sind herzlich eingeladen. Die kleinen Patrioten haben «arten, Fähnchen u .dergl. selbst augefertigr, für die Soll baten, um sie zu verkniffen. Gibt es ipohl ein WnÄ, dessen!
Augen nicht strahlten beim Anblick eine? Soldaten! Der
Erlös aus diesen kleinen Sachen soll ltnfcnt braven Soldaten im F-elde zugute kommen.
** Gegen die euglisch-französ. Schwindel» Nachrichten! Der Lügen- und Verleumdnngsseldzug, der in den englischen und französischen Zeitungen gegen uns Deutsche geführt wird, erfordert energische Abehr. Der „Gie» ßener Anzeiger" hat bereits seine Leser aufgeforderi, uch, ermüdlich und von Tag zu Tag alle Verwandten und Bekannten in den neutralen Ländern Der die „Siege" unserer Gegner und über deren „humane" Kriegführung durch Versendung von Briefen, Postkarten und Zeitungen auszuklä«». Eine besonders wertvolle Waffe für diesen Verteidigungs-- kampf bilden die vom Deutschen Handelstag her - ausgcge denen gedruckten, kurz zusammeusasseüden Kriegsberichte in englischer, deutscher und französischer Sprache. Sie halten unseren Feinden m wirksamer Weise den Spiegel vor und zeigen unseren Freunden im Anslande, wie herrlich sich unsere Heere bisher geschlagen haben. Der auf dünnem Papier gedruckte erste Kriegsbericht, der jedem Briefe beigeschlossen oder als Drucksache versandt werden kann, wird unentgeltlich in der FreeÄffchen, Kerberffcheu und Ricker'schen Buchhandlung abgegeben. Eile tut dringend not!
** Aus zahl» n g von KriegsTrntefstnffrrugen. Wie
wir hören, nobmen die Auszahlungen der Kriegsunter» stützungen für die Landgemeinden des Kreises Gießen ihren Anfang. Es kommen zunächst in Betracht Ilntragstckler ans Eherstadt, Ettcngshausen, Inheiden, Lollar, Leihgestern, Rödgen, Villingen. Andere Gemeindar werden in den nächsten Tagen folgen. Es handelt sich um die Bearbeitung Mm mehreren tausend Gesuchen, die mancherlei Rückfragen in Gefolge hatten.
'* Der Bücherei sür Verwundete haben wettere
Spenden zugewendet: Herr L. Wallach, Alsteld, Iran H. Weinberg, Kommerzienrat Emmelius, Prof. Michel, Oktroierheber Bergemann, Frau Pros. Schmidt, Herr Bang, Frl. Will, Oberposlschaffneri K. Frees, Dr. Lehnert, Frau Th. Schainnberger, Herr Pros Holzapsel, Gymnasiallehrer Willenbücher. — Spiele, wie Domino, Halma, Mühle werden noch dankend ent gegen genommen. An Büchern ist zurzeit kein weiterer Bcdarl.
"DasKinder-Lichtspielin einem Hofe der Kaiser« Alle e, von dem wir kürzlich berichteten, hat am Freitag ein« Wiederholung erlebt. Der llingende Erfolg übertras denjenigen der ersten Aufführung fast um das Dreifache — zmn Besten des Roten Kreuzes.
** Gefangenen-Transp-owt. Heute früh 6H]j, kam über Ober lahnstein ein Zug mst verwundeten und gesamt genen Franzosen und 36 Engländern hier durch. Die ffiesinx genen wurden verpflegt mit einer Brennsuppe. Die Engländer stachen durch Größe und elegantes Auftreten und tadcüoft! Uniform von den Franzosen ab.
** Verkaufszeit au j dem Gießener Wochenmarkt. Vom Dienstag, den 15. September ab beginnen dir Wochenmärkte morgens 8 Uhr Md enden um 2 Uhr nachmittags. Vom 19. September ab werden die Wagenladungen mit Wochenmarktsgegenftänden auf Oswaldsgarten ansg» fahren.
** D-as Einigun gsamt sür M ietstreit-ngkeiten hielt am Donnerstag unter dem Vorsitz des OberbürgermeffirrV im Sitzungssaale der Stadtverordneten seine erste Sitzung ab. In sämtlichen Fällen ist eine Einigung zwischen Vermieter und Mieter erzielt worden.
** Blühende Kastanien. Naturfreunde werden auf eme eigenartige Natnrerscheimmg aufmerksam gemacht. Die Roßkastanien vor der öfsentl. Lesehalle am Selterswetz zeigen an ihren unteren Aesten eine ganze Anzahl entwickelter Blüten.
Landkreis Gieße», l- Wief eck, 12. Sept. Der hiesige Kriegewde-rein, der den bedürftigen Angehörigen seiner im Felde stehenden Kümerade» eine namhafte Summe bewilligte, hat außerdem die in Frage stehenden Mitglieder für den Kriegsfall versichert.
-l». G r o ßen-Linden, 12 Sept. U nt er den Gemeinden -Oberhessens hat sich in der Sorge für das Rote Kreuz G r o ß en - Linden, trotzdem in dem Verzeichnisse der an das Kweiskonntee abgeführten Gaben nur ein Posten von 300 Mark verzeichnet steht, wobt mü an erster Stelle finden lassen. Jni ganzen sind bis jetzt 2840.29 Mack für das Rote Krerrz und die Kriegsfür- sorge eingegangen, von denen bis heute 803.98 Mark an das Rote Kreuz in Daemstadt und das Kreiskomitee nbgefühtt wurden. Allein in den Gottesdiensten wurden bis jetzt 760- Mk dafür geopfert. Ueber 400 weiße Herndcn, ungefähr 200 Strümpfe und 50 Unterhosen nebst Hnndecken von Bettüchern, Handtüchern, Kissen- und Bcktvezügen und ähnlichem wurden dem °Rote» Kreuze und der Intendantur des 18. Armeckorps zur Verfügung gestellt. An 2300 Eiern wurden dem Zweigverein des Roten Kreuzes für die Lazarette gelieseck und ungefähr 6 Zentner Boh- nen für dieselben eingemacht: von Wurst, Speck und dergl. nicht zu reden. Auch die Volksküche in Gießen ist von hier ans bedacht worden. Wie groß die Opserwilligkeff hier ist, zeigt wohl am besten der Umstand, daß in jedem Gottesdienste für das Rote Kreuz und die Kriegsfürsorge geopfert wird Md in jedem lbottes» dienste am Sonntag und Mittwoch ungefähr 40 Mark eingehen.
(az H u n g c n , 11. Sept. In unserem Lazarett bcfmde» sich 26 leichtverwundete Krieger.
Kreis Schotte», tz. Herchenharn, 10. Sept. Bei der voriger Woche ver- anstalteten Haussammkung zugunsten des Roten Kreuzes wurde der ansehnliche Betrag von 425 Mark 60 Psg. erbracht. — In der Nachbargemeinde Sichenhausen mrrden zu gleichem Zwecke 225 Mack gejammckt. — Die Ki rchen» sammlung, die kurze Zeit zuvor nach de» Gottesdiensten statt- fand, ea&ttrte mit dem Betrag von 172,40 Mark.
Kreis Friedberg.
— Assenheim, 12. Sept. Für den in sretwilliqem Kriegsdienst als Leutnant auf dem Felde der Ehre gefallenen Kammer- dtrektor D e r n zu Assenheim findet am Sonntag, nachmittags 3 Uhr, im Gräflichen Schlosse ein« öffentliche Kedenkseier statt.
(sc) Kaichen, 11. Sept. Der Gemeinderat beschloß, alle hier unterstützungsberechtigten 50 Kriegsteilnehmer bei der Hessischen Kriegsversicherung mit je einem Anteilschein
zu versichern.
Starkenburg und Rheinhessen.
ch Vom Rhein. 10. Sept. Nach und nach rrchtet fictz auch die Schiffahrt aus dem Rheine in den durch den S.W# veränderten Verhältnissen ein. Es ist dieses ja nicht so einmw. aber es geht doch. Nunmehr wird auch der Vcckehr nach dem Oberrhein, und zwar nach den Häfen Karlsruhe und SttaKurg, ausgenommen werden. — In der allgemeinen Lage der Schffsahrr auf dem Rheine ist eine wesentliche Aenderung in der letzten Zar nicht zu verzeichnen. Durch das ständige Fallen des Rbernwasstr- siandes ani der gesamten Rheinstrecke dehnt sich der Leichreruny^ vvanq aus immer mehr Schliffe ans. so daß die Nachffage nach Leerraum reger wird. Auch der gesteigerte Güterverkehr mmm mehr Laderaum in Anspruch, als dieses noch vor einigen Tagen der Fall war. Die Frachtsätze können sich daher durchweg behaupten.
Hessen-Nassau.
(W)Frankfurt a. M., 12.Sept. Die Gefangene» derStrafaustaltPreungesheim haben aus eigenem Antrieb eine Sammlung für das Ro te Kre u z eingelcitet. Sie ergab über 600 Mark, einzelne zeichneten aus ihrem Arbeitsverdienst bis 40 Mark und mehr, so daß dü Gc- iängnisdirektion höhere Summen im Interesse der Gesänge- nen streichen mußte. Eine Sammlung für die in Ostpreußc»' Geschädigten ergab unter den G.esangeneu die Summe von 253 Mark. - •*' •


