Ausgabe 
9.9.1914
 
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leubt- Iyphusbazilleu zu verwerrden, weil durch Unkundige oder böswillige Lände zu leicht Schaden angerichtet werden kann. Ein englischer Oberstabsarzt, Leishman, machte nun die Entdeckung, auch adgetötele Tvvhusbazillen bildeten einen wirksamen Jmvsstoss, wenn nur bei der Abtötung eine zu starke Denaturierung des in den Bazillen entlialtenen Eiweises vermieden wird. Dieser moderne Typhns-Jmpsstofs und ähnliche, die von Aerzten anderer Länder hergestellt worden sind, haben, im großen Maßstabe angewandt, ganz vortreffliche Erfolge gehabt: neun Zehntel aller englischen Truppen in Indien tocrden jährlich mit solckiem TyPhuSimpsilosse behandelt: im nordamerikanischen Deere ist allgemein Impfung mit Russell-Impfstoff zwangsweise cingesührt: die Franzosen wen­den den Vincentschen Impfstoff in großem Maßstabe an, und das Gesamtergebnis dieser Impfungen lautet so, daß der TyphuS bei den Heeren inJirdien, m Japan und in Nordanrerika durchschnitt­lich um 87 v. H. zurückgegangen ist.

Aur StnSt und Land»

Gießen, 9, September 1914.

T r i n k e r - F ü r s o^r ge st e I l e für Stadt und Landkreis Gießen, Gieße» 'Asterweg 9, Sprechstunde jede» Donnerstag abend 6 bis 77, Uhr.

** He i in k r i e g s h i l s c. Man schreibt uns: Unsere Ausgabe, kleinere Hilfen in Familienheimen bis zn jener Zeit zn vermitteln, da sie durch enlfprechende Verei>ie geregelt werden können, erscheint uns nun erfüllt. Trotz des groben Andranges gelang cs uns, die meisten Gesuche und Angebote selbst zn vermitletn, nämlich: a) ent­geltliche und unentgeltliche mit vielen hundert Hilscstnuden, die z. T. noch iorlgeführt werden. Für diese übernahmen wir Ber- mittlnngsmühe und -kosleti. b> unentgeltlich geleistete Hilfe, für die d:e Enipsangenden einen entsprechenden Betrag unserer Kasse gaben. Aus biejci» bestritten wir sämtliche Kosten, ja es verblieb cm kleiner Rest, der der städtischen Zentralstelle für Wohlsahrts- pflcge, Abteilung Familieniürforge, zngewiesen wird. Die in bar geiiiiielen Smnnieu brauchten iniolgedesscn überhaupt nicht an­gegriffen zu iverden, und sic werden daher dem Rote» Kreitz, Abt. vinterbliebenen'ürsorge, übergeben. Bvii uns nicht erledigte Ge­suche und Angebote ivnrden den ihrem Ziveck cnlsprechendeii vater­ländischen oder stäüiischeti Dcrcinen übermittelt. Asten Helfern »tid Spendern ivarm.ni Dank!

** E i n e interessante Reise hat ein militärpflichtiger Gicßener Bürgcrsohn von Singapore in seine Deimat gemacht. Er erzählt, wie er am 10. Juli mit dem österreichischen Schisse Koerbcr" Singapore verlassen hat. Unterwegs trafen sie den deut­schen HilfskreuzerKleist", der AblösungSmannschaiten von Kiau- tschau an Bord halte und der durch Funkenspruch meldete, daß zwischen Deutschland und Oesterreich einerseits und Frankreich, England und Rußland andererseits der Krieg ausgebrochen sei. Man lyrtte mit demKleist" mehrere Tage Fühlung, die aber dann verloren ging. Mitte August langte derKoerbcr" in P o r t - Said an, er wurde dort scstgchalten. Tic Deutschen und Oester- reicher an Bord mußten das Schiff verlassen und wurden an der Weiterreise verhindert. Es ivaren etwa 80 Deutsche in Port-Said, die sich täglich bei der Polizei zu melden hatten. Man erfuhr dort, daß der deutsche HilkslrcuzerKleist" im indischen Ozean zwei englische Dampscr angehalten haben sollte, deren Passagiere und Bemannung an die afrikanische Küste abgesetzt worden seien, und daß, nachdem das deutsche Schiss die Kohlcnvorräw der Engländer und deren Proviant übernommen habe, beide Schisse auf den Meeresgrund versenkt worden seien. Die Namen der vernichteten Schisse konnte man in Port Said nichl erfahren, lieber den Stand des Krieges wurde mitgeteilt, daß Berlin bereits von den Russen besetzt sei, daß dieFranzosen über den Rhein erngedrungcn seien, Frankfurt besetzt hätten und Mainz belagerten. Der Gießcner junge Mann glaubte die Nach­richten nicht, ebenso meinten die andern Deutschen, loelche nierstens aus deutschen Berussseelenten bestanden, die jluchlartig ihre Stellen aut englischen Handelsschiffen verlassen hatten, die Nachrichten könnten nicht stimmen. Maar müsse suchen, mit irgend eine Weise nach Dimtschland zu kommen. Nach zwei Tagen unterließen ver­suchsweise einige Deutsche die Meldepflicht, am nächsten Tage ver­mehrten «ich diese Drückeberger und am dritten Tage machten sich die militärpflichtigen .Oesterreicher und Deutschen unter Zurück­lassung ihres Gepäcks mit der Saharabahn von Port-Said aus dem Staub und reisten nach Alexandrien, wo sie sich auf ein bei ihrer Ankirnit gerade abgchendes griechisches Passagicr- schisl begaben, mit dem sic die Reise nach DiräuS antratcn. Pon dort gings weiter, man landete in Albanien und kam schließlich in den Hafen von Brindisi in Italien. Unterwegs mußten sich die österreichischen und deutschen Reisenden, deren Zahl in Alexandrien sich aus 150 Mann vermehrt hatte, einmal in den Rettungsbooten des griechischen Schisses verbergen, weil ein fran­zösisches Kriegsschiff in Sicht kam, das einen Ossizier Und sechs Mann an Bord setzte, um eine Kontrolle der Griechen vorzunchmcn. Der Ossizicr und seine Leute aber waren, wie unser Gewährsmann lächelnd meinte, sehr anständig, er nahm die Sache nicht so genau und suchte nicht erst lange. Der griechische Kapitän war aber ängstlich geworden und die lebend« Kontrebrnde mußte von nun an in den Kohlenraum hinunter, wo sie Tag und 'Nacht iünsmal 91 Stunden verbringen mußte, ein Aufenthalt, der umso weniger angenehm war, als aut griechischen Schissen djc Passagiere sich selbst verpflegen müssen und dies in dem Kohlenraum nur sehr unvollständig möglich war. Von Italien wurden die Reisenden kostenfrei mit der Eisenbahn nach der kleinen österreichischen Station K a l a befördert, lvo sie am 28. August anlangtcn und, jubelnd begrüßt, erfuhren, daß für Deutschlands Wassen der Kamps im Osten und Westen günstig stehe. Tic deut schen wehrpflichtigen Männer reisten dann durch Tirol über den Brenner nach München, unterwegs überall lebhaft begrüßt und gut virpslegt. Es war, so sagt unser Landsmann, eine .Fahrt, bei der man der Ansicht sein konnte, die Frauen, alle und junge, seien in uns sterblich verliebt, denn überall, wo wir Deutschen in Oester­reich anlamen. wurden wir wie die Bräutrgams empfangen, um- gesafst, abgeküßt und tadellos bewirtet. In München wollte man unfern Landsmann gleich behalten, man stellte ihm vor. daß man auch in Bayern Leute brauche und daß cs Heuer ja in Deutschland jetzt ganz gleich sei, wo ein Mann seine Pflicht als Soldat tue. Se könne gleich nach Frankreich mitmarschiere", meinte ein Feldwebel am Bahnhof. Es war nnserm Landsniann schwer, der liebenswürdigen Art des Bayern zu wiederstchn, und nur die Sehnsucht nach der Mutter, die der junge Mann I >2 Jahre nicht gesehen hatte, veranlaßte ihn, nach Gießen weiter zu reisen, um hier bei dem l 16. Infanterie-Regiment, wo er aktiv gedient hat, wieder einzutrctcn.

T i c K r i c g s k a r t e n d e r r a n z o s e n. Ein uns zu- aestellter Feldbries eines hessischen Kriegers aus drr Gegend von 'eredan ist auf die Nüctseitc einer Generalstabskarie geschrieben, die zniällig die S c k, i o n «hießen enthält. Die Karte ist anscheinend recht genau, denn die Ortsbezeichiiungeii sind iehlcrlos, ebenso die Straße», Flnßlänle, Berge und Waldungen, so daß man die Karte als Tonristenknrtc benntzen kann. Bon den preußischen 6'ebiels- teilen (lloz-anme de Prasse) sind aukgeiührt: I. Cercle de la Dill «DillkreiS«, 4. Cercle de la Hante Lahn «Oberlahiikreis), 12. Cercle de Biedenkopf, 43. Cercle de Wetzlar, 2?. Cercle de Marburu. Unter IX iit au'gesührt : Grand Duche de Hesse lGroüherzoalinn Hessen): Cercle de Giessen, Proviuce de la Haute Hesse (Kiels

«Ließen. Provinz Oberhessen. Die Karte, tut Maßstab (Echelle) 1:80000 gehalten, wurde denn Abstichen einer ieindlichen Artillerie- slellnng aeiundcn. Tie seindlichen Mimilionswaaeii lieferten üb­rigens, wie der Briesi.hreiber mitteilt, unseren Soldaten vorzügliche Koisierven. Wenn die Karte vraklische Verwendung gefunden hätte, wäre die Schlacht bei Gießen zur Tatsache geworden. Vor» läitsig wurde den Franzoien der Weg nach der Proviuce de !a Hante Hesse verlegt.

Kreis Schotten.

n. Laubach, 7. Sept. Ein größerer Transport von Ver- , w n nde t en, 35 Mann, kam gestern von Gießen hier au und wurde in dem in hiesigem Schloß errichteten Lazarett in Pflege genommen Im Schösiensaal des 'Amtsgerichts fand gestern

abend die erste, zahlreich besuchte Versammlung von Frauen und Mädchen statt, die sich mit Stricken und Nähen von Aus­

stattungsgegenständen am Liebeswerk für die im Felde stehenden Truppen beteiligen nwllen. Die Versammlungen sollen icden Sonntag,nnd Mittwoch wiederholt werden. - Die hiesige Zigarren­fabrik Michel hat 6000 Stück Zigarren zu der Sammlung von Liebesgaben gestiftet.

Starkenburg unD Rheinhessen.

m. Ofsenbach, 8. Sept. Attentat aus die Schwieg germutter und Schwägerin. Eine schwere Bluttat, deren Motiv Rache bildet, spielte sich in einem Hause der Marktltraße ab. Der Gelegenheitsarbeiter Jean Dußmann aus der zoand- gasse drang in die Wohnung seiner «Schwiegermutter, der Witwe Ernst Müller in der Marktstraßc, ein und brachte dieser sowie ferner dort anwesenden Schwägerin Franziska Ziegler mit einem Hack­messer und Küchenmesser erhebliche Verletzungen bei. Tußmann hat die Tat aus Rache verübt, weil seine Schwiegermutter den Verkehr mit der Schwägerin nicht mehr dulden wollte.

d. Mainz, 7. Sept. In der heutigen Sitzung der Stadt­verordneten wurden 100 000 Mark für die Errichtung einer Kriegskreditkasse aus genosscnsckiaftlicher Grundlage ein­stimmig bewillrgt. Wie die Handelskammer mitteilt, sind in ihrem Bezirke 141500 Mark für die Kriegskrcditkasie gezeichnet worden, so daß mit den 100 003 Mart der Stadt mit einem eingezahltcn Kapital von mehr wie 250 000 Mark gerechnet werden kann. Zur Unterstützung der heimgcsuchtcn Bewohner Ostpreu­ßens wurden 10 000 Mark bewilligt. Die Arbeiten des Ti.es- banamts und des Hochbcrnamtcs sollen alsbald wieder beginnen. Für Straßenbcsestignngen wurden 100 000 Mark, für Herstellung von Klcrnschlag 7000 Mark bewilligt. Die Unternehmer sollen verpflichtet werden, nur Mainzer Arbeiter zu beschäftigen. Für Vermehrung des Wagenparks des Straßenbahn wurden 62 000 Mark bewilligt. Zu Beginn der Sitzung wurde mitgeteilt, daß der Oberbürgermeister verhindert sei, an der Verhandlung teil- zunchmen, da ein im Felde stehender Sohir am 30. August ge­fallen sei. Die Versammlung sprach ihr sieses Beileid aus und erhoben sich die Stadtverordneten zu Ehren des Gefallenen von ihren Plätzen. Den heldenmütigen Seeleuten des gesunkenen Kreuzers Mainz wurde ebenfalls durch Aufstchen von den Sitzen gedacht.

h. Gau-Algesheim, 7. Sept. Die Reifederfrühen Traubensorten ist nun schon so weit vorgeschritten, daß der Frühbnrgnnderherbst in der Gemarkung Gau-Algesheim am 7. und 8. September abgehalten wird. Die günstige Witterung während der zweiten Hälfte des Monats August und in den ersten Tagen des September bat die Entwicklung und die Reise der Trauben sehr begünstigt. Tie Menge fällt recht verschieden aus. Die Güte wird wohl allgemein recht zufriedenstellend.

Hessen-Nassau.

h. BadHomburgv. d. H., 8. Sept. Die Stadtverordneten­versammlung genehmigte die Zurückstellung der Ausführung aller nicht dringlichen Arbeiten während des Krieges. Infolgedessen fallen bei der Stadtverwaltung für 299 805 Mark und bei der Kur- und Badcverwaltung für 12 630 Mark vorgesehene Bauten usw.^aus. Dagegen sollen zahlreiche andere Bauten und Wege­verbesserungen als Notstandsarbeitcn ausgeführt werden. Auch der Handwerker soll in besonderem Maße gedacht werden. Der Ma­gistratsvorlage über die Anlage eines Wa l d f ri e d h o f es für Krieger, die in hiesigen Lazaretten starben, stimmte die Sitzung zu. Der Friedhof erhält seinen Platz im Hardtwalde.

X Kassel, 7. Sept. Ter Landcsausschuß des Regierungs­bezirks Kassel hat beschlossen, diejenigen .zum Heeresdienst cin- berufenen Beamten, Angestellten und Arbeiten des Bezirksver- bandcs Kassel, deren Gesamteinkommen an Gehalt, Wohnungs­geldzuschuß und sonstigen etatsmaßjgen Ncbenbczügcn den Be­trag von 2000 Mk. jährlich »nicht übersteigt, bei der soeben von der Landeskredit lasse ins Leben gerufenenH e s - fischen Kriegsversicherung auf Gegenseitigkeit mit je 5 Anteilscheinen aus 'Kosten des Bezirksverbandes zu versichern, soweit sie verheiratet sind oder mit alimentationsberechtigten Per­sonen einen gemeinsamen Haushalt führen.

Gießencr Strafkammer.

Gießen, 8. Sept.

Verworfen

wurde die Berufung des Kätschers B. H. in Wiesbaden gegen das ihn wegen Tierquälerei zu einer .Haststrafe von vierzehn Tagen verurteilende «Erkenntnis des Großh. Schössengerichts Alsfeld, weil er im heusigen Termin unentschuldigt ansblieb.

Eingestellt

wurde das Verfahren gegen den Korbmacher und Hausierer K. in Gießen wegen Gewerbepolizeiübertretung, weil Verjährung der Strafverfolgung eingetreten ist.

Vor der Verhandlung zurückgenommen wurde eine Privatklage zweier Handelsleute von Hungen bezw. Lich wegen Beleidigung. Die Strcitteilc sollen sich verglichen haben.

Verworfen

wurde die Berufung des Auszüglers B. M. II. zu Großen-Buseck gegen das Urteil Großh. Schöffengerichts Gießen, das ihn zn drei Mark Geldstrafe verurteilte. Er hatte feuergefährliche Bangc- brecheu seines Wohnhauses trotz wiederholten Aufforderung der Behörde nicht beseitigt.

vermischter.

* König Viktor Ernannel bei seinem Werke. Unter diesem Titel wird dem Corrierc della Sera ans Rom gemeldet: Das Gerücht, das sich verbreitet hatte, der König wäre von einem Unwohlsein befallen, ist bereits widerrufen tvorden. Bestätigt wird dieser Widerruf dadurch, daß man jetzt erfährt, daß der König gerade in diesen Tagen die Korrektur der Druckbogen des sunstcn Bandes von seinem Werke über die italienischen Mün­zen zu Ende gelesen hat.

* Die Wiederherstellungsarbeiten am Metzer Tom.' Tic Wiederherstellung des Metzer Toms ist, io weit der Außenbau in Betracht kommt, mit der Vollendung des Hanpt- vortals beendet. Ilm Innern hat man, wie der Cicerone berichtet, die Restauration der Grabdenkmäler des Bischofs Ademar von Monthil lgest. 1361» und des Bischofs Theoderich Bayer von Boppard lgest. 1384» in Aussicht genommen, 'Anhaltspunkte für die Durchführung dieser Arbeit liefern einzelne Stücke der lie­genden Sarkvphagsiguren, die einiger Zeit bei den Arbeiten der Krypta entdeckt ivurdcn, und sodann noch erhaltene Abbildungen dieser prachtvollen Denkmäler, die in der französischen Revolutions­zeit der Zerstörung anheimsielen.

Büchertisch.

Eine schöne Karte desDeutsch»Französischen Kriegsschauplatzes. 70:100 Ctm. groß, in dem großen Maßstabe 1:750.000, mit einer Fülle von Namen, ist unter dem Titel: G. Freytags Kriegskarte von Nordost-Frank­reich und Belgien zum Preise von K. 2.40 Mk. 2. eben bei G. Freytag & Berndt, Ges. in. b. ö, Wien VII, Schottenield- gasse 62, erschienen. Im Norden bis Rotterdam reichend, so daß also Belgien in seiner ganzen Ausdehnung dargestellt ist, int Westen über Paris binaus bis Chartres, Orleans, im Süden bis Lyon, im Osten bi? Basel und Ctraßbnrg sich erstreckend, gibt die klar und übersichtlich gearbeitete Karte Gelegenbeit, jede Bewegung der Armeen genau zn verfolgen, iveil nicht nur alle Festlmge», Forts, größeren Orte, sondern auch eine Unmasse kleiner und kleinster Törsee darauf enthalten sind.

Märkte.

Nidda, 8. Sept. Ter gestern hier abgehaltene Herbst- markt war mit Schweinen wieder stark beiohrev, dagegen mit Bulle», Rindern und Zieren geringer als ja lrühereu Jahren. Ter Handel war gedrückt, namentlich ivaren die Preise für Ferkel niedrig. Ein Paar 6 Ins 8 Woche» alle Ferkel kosteten 12 bis 16 Alk., ein Vierteljahr alte 3036 Mk., Einleger das Paar 80 bis 100 Mark. Bullen erstanden einige Gemeinden für 550650 Alk.

»Kalbinnen, zugsest und sichtbar trächtig, hatten dieselben Preise wie

früher, 450-500 Mk. das Stück: Ziegenböcke gingen für 30 bi» 40 Mk. ab. Tie sonst üblichen Belnslignngen durch Karussell, Schießbuden und Wirtszelte, soivi« Krämerslände fehlten vollständig, da die sonst mit dem 'Warft verbundene Nidüacr Kirchweihe des Krieges ivegen anssiel. Die.Prämiierung der Bullen und Kalbinnea unterblieb und die vorgesehene Verlosung ist bis aus weiteres ver­schoben worden. : 1

wöcyentl. Uebersicht der Todesfälle i. d. Stadt Stehen.

34. Woche. Pom 16. bis 22. August 1914. Einwohnerzahl: angenommen zu 32 900 linkl. 1600 Mann Militär). Tterblichkcitszift'er: 7,90«/,, nach Abzug von 4 Ortssrenrden» 1,58«/,,.

Kinder

Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom

1. Lebensjahr: 2.15. Jahr: 1 U) - -

Cchlagfluß 1 U)

Krebs 1 (1)

Blinddarmentzündung 1 (1)

Lungenentzündung 1

Lebensschwäche __ 1 <>)

1 (1)

1

1 ( 1 )

Kl)

Summa: 5 (4)

2 ( 2 )

2 ( 1 )

1 (1).

Anm.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel 1er Todesfälle in der betreffenden Krankheit aus von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen.

Meteorologische Beobachtungen der Station Stehen.

Sept.

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Höchste Temperatur am 7.-8. September 1914 = -j- 24,5° C. Niedrigste , . 7.-8. 1914 - + 7.8° ,

Niederschlag: 0,9 mm. __

Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz.

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

B e t c.: Die Walzarbeiten auf den Kreisstraßen.

Wegen Vornahme von Walzarbeitcn wird die Kreisstraße I LichNieder-Bessingen vom 8. September l. Js. bis auf werteres I für den Auwmobil- und Lastwagenverkehr gesperrt. Antomobik I und Lastwagen haben über Langsdorf zu fahren.

Gießen, den 7. September 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

Or. U s i n g e r.

Bekanntmachung.

Betr.: Tie landwirtschaftliche Wintcrschulc in Lich.

Die landwirtschaftliche Winterschule in Lich/ deren Zweck und k Ziele bekannt sind, wird am Dienstag, den 3. N ov e mlhpr » d s. I s., ihren nächsten Winterkursus beginnen.

Ausgenommen werden junge Leute im Alter von 14 bis 20 I Jahren, welche das Unterrichtsziel der Volksschule erreicht haben. I

A e l t e r c Landwirte können als Hospitanten ausgenommen I werden.

Tie Schüler können ich Lich Wohnungen in bürgersichen Fa- fl milien mit Heizung und Licht nebst voller Verköstigung, solche, I welche nicht übernachten, guten Miltagstisch zu mäßigen Preisen t erhalten.

Das Schulgeld beträgt für das Winterhalbjahr 20 Mk.

Anmeldungen sind an den Schulvorstehcr, Großh. Oekonomie« fl rat Weitzel in Lich, zu richten.

Gießen, den 28. August 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

vr. Usinger. fl

Betr: Frühzeitige Mitteilung der Fahrplanwünsche.

An den Oberbürgermeister der Stadt Gietzen und an die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden

des Kreises. , Z

Wir erinnern an unser 'Amtsblatt Nr. 6 vom 7. Juni 1913, wonach Sommeriahrplanwünsche uns so zeitig mitzuteilen sind, daß sie bis zum 15. November an Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen, weitergegeben werden können.

Gießen, den 5. September 1914.

Großherzogliches Krcisamt Gießen. _ I. V.: Welcker. _ .

Bekanntmachung.

Betr.: Die Ausübung der Jagd zu Kriegszeiten.

Großh. Ministerium des Innern hat durch Verfügung vom 26. v. M. zu Nr. 16 605 im Einvernehmen mit itzroßh. Ministerium Iber Finanzen, Abteilung für Forst- und Kameralverwaksimg, bestimmt:

In den Provinzen Starkenburg und Oberhessen erfolgt die Ausübung dler Jagd durch Reichsdeutsche oder An­gehörige her österrcichisch-ungaris ch-e n Mo n - a r ch i e, wie seither nach Maßgabe der bestehenden Gesetze und Verordnungen, insbesondere in Gemäßheit der Verordnung vom 29. April d. I. «Reg.-Bl. S. 218/219).

In der Provinz Rheinhessen ist die Ausübung der Jagd bis auf weiteres gänzlich untersagt.

Eine Llusübung der Jagd durch 'Angehörige neu­traler Staaten kann in den Kreisen der Provinzen Starltxl- bnrg und Oberhesscn mit unserer Genehmigung von Fall zu Fall gestattet werden. 'Angehörige solcher Staaten, die sich mit Deutschland im Kriegszustand befinden, dürfen die Jagd im ganzen Großherzogtum bis « aus weiteres nicht ans Üben auch dann, wenn sic Pächter oder Eigentümer hessischer Jagden sein sollten.

Gießen, den 1. September 1914.

Großheczogliches Krcisamt Gießen.

I. V.: Hem morde.

An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden und die Großh. Gendarmerie des Kreises.

Si' rwllen Ihr Augenmerk darauf richten, daß unbefugte Personen die Jagd nicht ausüben.

Das Polizei-, Forst- und Feldschutzpersonal der Gemeinden ist entsprechend zu bedeuten.

Gießen, den 1. «September 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V.: H e m m e r d e.

Bekanntmachung.

Betr.: Feldbereinigung Eberstadt.

In der Zeit vom 15. bis einschl. 22. September l. Js. liegt I werktags aus Großh. Bürgermcistcrci Eberstadt I

daS Verzeichnis über die Hcuentschädigungen für 1914 I

zur Einsicht der Beteiligten offen. j

Einwendungen dagegen sind während der obigen Offenlegungs- W zeit bei Großh. Bürgermeisterei Ebcrstadt schriftlich cinzureichen S und zu begründen. II

Friedberg, den 28. August 1914. I

Ter Großherzoglichc Feldbcreinigungskommissärl |

Schnitt spahn, Kreisamtuwnm J