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außer den Znwentmnqen, welche ihr in Naturalien und Geld ans der Bürgerschaft Gießens und benachbarter Orte werden; über XJO Personen begehren täglich ihre sNittagSnahrunq, so daß die

Volksküche zur Erfüllung der Ausgabe auf entsprechende große Unterstützung angewiesen ist. Möge diese der Volksküche rerästich zuteil werden, damit sie weiter segensreich wirken kann!

** Für freiwillig e Gaben für im Felde stehende Truppen (Verwundete und Krankei sind im Bezirk des 18 Ar­meekorps zwei Annahmestellen in Frankfurt a. M. errichtet wor­den. Wir verweisen diejenigen, welche sich an der Spende beteiligen wollen, aus die in vorliegender Nummer enthaltene Anzeige

** Gießen Tie Angehörigen

bereinigen Mitglieder der St er belasse, die zur Fahne ein berufen sind, wollen sich umgehend bei dem Rechner .Haas, Stephan- straße 17 II. melden. (S. Anz. in vorl. Nr.,

"Kinder als Wohltäter Zn einem Hofe an der Kaiserallee veran, kälteten am Montag die Kinder aus der Kaiser- aller und den anliegenden Straßen auf einer primitiven Bühne einen Li chtb^il d e r vort r »g. Der Dortrag, dem auch Er- wachsene mit Interesse solatcn, ergab einen ansehnlichen Betrag zum Besten dos Roten Kreuzes.

'"'Versteigcrungnicht mehrbrauchbarerMili- tärpserdc durch das Ist. Armeekorps. Die Landwirt- schastskammcr hat bei dem Generalkommando den Antrag gestellt, daß nicht mehr brauchbare Militärpserde eventuell auch Beule- pserde unter weitgeltendster Bekanntmachung durch die Landwirt- schastskammer unter Ausschluß des Handels, an die Landwirte versteigert werden. Die Landwirtsiliaftskammer wird die betrcsfen- den Versteigerungen unter der Voraussetzung, das, der Antrag ge­nehmigt wird, in der ..Hessischen landwirtschaftlichen Zeitschrift" und auch in den Tagesblättern bekanntgeben. Pferde aus Däne­mark bezw. au§ Belgien zu beziehen, ist leider unmöglich gewesen. Landkreis Gießen.

0?. Lang-GönS, 7. Levt. Welch ein opserkrendiger Geist ansere Landbevölkerung ergristen dat, zeigt auch die heutige Sammlung der hiesige» OrlSaruvpe des F l o t t e n v e r«i s. Ergab ste doch die ichöne Suninie von 834 Mark. Dieser Betrag wurde [olort an den LandeSausschust des Flottenvereins nach Tarmsladt abgesandt,

Starkenburg und Rhrinhessen.

rm. D a r m st a d t, 7. Sept. Das Hoftheater wird seine Spielzeit mit einem Wohltätigkeitskonzert am Donnerstag, den 10. September, eröffnen, um am 17 September, dem Geburtstig der Großherzogin, mit der eigentlichen Spielzeit zu beginnen, Den Zeitvcrhältnissen Rechnung tragend, soll im Spielplan die ernste deutsche Kunst bevorzugt werden. Tie im Jahre 1870 eingesührtc schöne Sitte soll wieder ausgenommen werden, Nach der die neuesten Kriegsdepeschen den Theaterbesuchern von der Bühne herab bekannt gegeben werden und in den Zwischenakten der Schauspiele sollen durch die Hoikapelle geeignete Musikstücke aus den reichen Schäden der vaterländischen Musik vorgetragcn werde,r. Der Ertrag der Borstellimgcn soll häiifig zu wohltätigen Zwecken aller Art Verwendung finden.

Kreis Wetzlar.

8r. Atzbach, 7. Sept Unser Kriegerverein überwies tem Roten Kreuz 50 Ml. und stistele iür jeden in, Felde stehenden Kameraden 10 Mark und sür die mittellose» Frauen monatlich 10 Mark. Tie Arbeiter der Zigarreniavrik Rinn & Cloos in Dorlar stilteten 1500 Zigarren. Ferner wurden große Menge» Bohnen geliefert. Di« Mädchen fertigten über 200 tzaserspreukisseu und über 100 Hemden für di« Lazarette.

Hesstn-Rassau.

O Rodheim a. d. Bieber, 7. Sept. Sporkassenrechner Karl Bender, welcher seit drin Jahre 1804 in unermüdlicher Treue und Gcwissenbastigkeit unserer Bezirkskasse vorgestanden, wird in Anbetracht seines hohen Alters von diesem Posten znrücktreten. Ter Aussichtsrat trat «m Freitag unter dem Vorsitz des Landrats Daniels (Biedenkopf) zusammen und wählte als Kassierer den Bankgehilfen Dönges.

F. £. Kirchhain (Main-Weser-Bahn), 7. Sept. Die dia­mantene Hochzeit feierten heute im nahen Wohra die Eheleute Mener Kugelmann. Das Ehepaar zählt 86 bezw. 80 Jahre.

F. C. Frankfurt «. M., 7. Sept. Sinken der Kar­toffelpreise. Aus dem heutigen Frankfurter .Kartosselmarkt sanken die Preise sowohl im Groß - als auch im Kles,tz,»del. Die Preise der Borwoche betrugen für Kartoffel im Waggon pro 100 Kilogramm 67 Mark, im Detailhandel sür die gleiche Menge st'/r9 Mark. Heute wurden sür erster? 5>/, Mark, sür letztere 6 Vj Mark bezahlt.

F. C. Frankfurt a. M., 7. Sept. Weiteres Sinken der Schweinepreise. Ans dem heute in Frankfurt abge» haltcncn Hauptviehmarkt machten die Schweinepreise erneut e,ne Abwärtsbewegung von 23 Pfennig pro Pfund Schlachtgewicht durch. Bollsleischige Schweine von 80100 Kilogramm Lebend­gewicht standen aus dem Markt der Borwoche 6264 Pfennig vro Psund Schlachtgewicht, heute 5961 Pfennig. Bollsleischige Schweine unter 80 Kilogramm Lebendgewicht, die am Montag der Vorwoche mit 6062 Pfennig gehandelt wurden, standen heute 5860 Pfennig im Preise Ten gleichen Preisrückgang zeigten die 3. und 4. Qualität Schweine. Tie Ochsen sanken im Preise um 14 Pfennig pro Psnnv Schlachtgewicht. Dullen und Kübc behaupteten durchiveg ihre seitherigen Preise, während bei den Käl­bern eine Haussebewegung einsetzte Ter starke Austrieb von 2519 Schweinen konnte bei gedrücktem Handel nicht geräumt werden, ,o daß ein Nebrrstgnd verblieb.

Amtlicher Wetterbericht.

Oeffentliche Wetterdienststelle Gieße».

Wetteraussichtcn in Hessen am Mittwoch, den 9 Sept, 1011: Noch nieist trocken, zunehmende Bewölkung möglich. Keine wesent­liche Temperatnränderiing.

Letzte Nachrichten.

Maribeuge gefallen!

(WTB) Große» Hauptquartier, 8. Sept. (Amtlich). Maubeugc hat gestern kapitnliert. 44* «00 Kriegsgefangene, 4 Generäle, 400 Geschütze und zahl­reiches Kriegsmaterial sind in unsere Hände gefalle».

Der Einzug in Reims.

Berlin, 8. Sept. Wie die deutschen Husaren in Reims einrückten, wird von den Kriegsberichterstattern aus dem Haupt- guartter im wesentlichen übereinstimmend wie folgt berichten Ta noch nicht bekannt war, ob die Aussagen der Einnwhner wahr seien, welche lauteten, die Besatzung hätte Reims verlassen, beschloß Ritt meister v. H u b r a ch l, mit einer .Patrouille festzustellcn, ob das Forts Bitry bei Reims frei vom Feinde sei. Aus die Frage, iver freiwillig mitreilen wolle, meldeten sich viele, von denen der Rittmeister Oberleutnant v. Sleinäcker, Leutnant Martina, Leutnant v. Waldow, Fihnrich Jäckel, Unteroffizier Tr. Arnhold, Trompeter Zwahlcn und die Husaren Knappe, Krause, Buse, Rei­nelt, Rohne und Starke auswählte. Ans einem einsamen sechs Stunden langen Waldwege in großen Sicherheitsabständen galop­pierte die Patrouille an das Fort heran und stellte fest, daßes vom Feindefreiwar. Nun ritt die Patrouille weiter und erreichte um 9 Uhr abends die Stadtgrenze von Reims. Durch die von Neugierigen gefüllten Straßen zog die Patrouille vor das Rathaus. Dort erklärte man dem mit den Rat-Herren heraustrelenden Bürgermeister, daß hiermit Reims in deutschem Besitz sei und daß er selbst als Geisel für die Sicherheit der deutschen Truppen hafte. Leutnant Martinn wurde mit der Meldung des Erreichten zurückgesandt. Mannschastcir und Pferde bezogen Quartier. Rittmeister v. Hubracht, Leutnant v. Waldow und Unteroisizicr Dr. Arnhold blieben über ngcht bei dem Bürgermeister im Sitzungssaal und hielten abwechselnd neben ihm Wache. Am anderen Morgen um 5 Uhr ritt die Patrouille zurück, zog später, am Nachmittag, an der Spitze der Brigade Suckow, die mit klingendem Spiel in die alte Stadt einrückle, wieder mit ein. Reims selbst ist unzerstört, die Bevölkerung ruhig und entgegenkommend.

Bkschlaqnahmtes französisches Flugmaterial.

Köln, 8. Sept. Der Kriegsberichterstatter derKölnischen Zeitung'' stellt fest: Bei der Suche n»ch französischem F l u g - material fanden wir bei Dcperdussin in einem Schuppen verpackt 10 französische Doppeldecker und 20 Eindecker mit der Trikolore und gefüllten Benzin­tanks. Augenscheinlich war alles slugbercit. In einem anderen Raum der Deperdussinwerke in Reims wurden 30 bis 40 Gno­men und andere neuen Motorc gefunden. Sie sind in einem guten Zustande; zahlreiches Ersatz material fiel auch in unsere Hände. Ter Gesamtwert des beschlagnahmten Flugmaterials beträgt eine Million.

Die Kämpfe der Oesterreicher.

WTB. Wien, 7. Sept. (Nichtamtlich.) Amtlich ward gemeldet: Ans den schon gemeldeten abermaligen Kämpfen der Armee Dankt, gegen welche der Feind mit der Bahn namhafte Verstärkungen heranführte, wurde bekannt, daß besonders die Gruppe unter dem Befehl des Generalleut­nant? Kestramek einen starken Angriff der Russen blutig abwies und Hierbei weitere 600 Ge­fangene einbrachte. Sonst herrscht auf den Kriegsschau­plätzen, soweit bekannt ist, auch heute relativ« Ruhe.

Der Stellvertreter des Chefs des Generalstabs, von H ö f e r, Generalmajor,

4000 Serben gefanpen qe»«»»en.

(WTB.) Wien,?. Sept. Aus dem Kriegspresseguarticr wird amtlich gemeldet: Das Armeeoberkommando erließ ain 7. September folgenden Befehl: Es gereicht mir zur beson­deren Freude, bekanntgehen zu können, daß ungefähr 4000 Mann serbischer Truppen bei dem Versuche, östlich von Mi- trowitza in unser Gebiet cinzubrechen, gefangen genommen wurden. Bei dieser Gelegenheit wurde von unseren braven Truppen im Süden auch serbisches Kriegsmaterial erbeutet. Dies ist sofort allgemein zu vcrlautbaren.

Erzherzog Friedrich, General der Infanterie.

Verstärkung der englischen Flotte.

i. K ö l n, 8. Sept. DieKölnische Zeitung" meldet aus Kopenhagen: Der englische Gesandte in Kopenhagen veröffentlicht ein Telegramm des englischen Ministers Grev, worin er mitteilt, die englisckn: Flotte lverde in den näch­

sten 12 Monaten mit zwei großen Schlachtschiffen erster Klasse, 15 Kreuzern, 20 Torpedojägern verstärkt werden.

Reichstagsabg. Dr. Frank im Felde gefallen.

Berlin, 8. Sept. Bei einem Sturmangriff in der Näh« von Lunöville siel am 3. September der sozialdemokratisch« Reick-slagSabgeordnete Dr. Frank-Mannheim. Tr. Frank liegt nun mit zwei Mannheimer Landsleute» zusammen bei Baccarat be­graben.

Russische Lügen.

(WTB.) Petersburg, 7. Sept. 'Nichtamtlich.) Der amt­lich«Moniteur" verüffcnllicht eine lange Liste von Fällen von Grausamkeiten, die sich die Bevölkerung und die Behörden Deutschlands gegenüber- russischen Untertanen hätten zusäzulden kvwnien lassen, die fid> im Augenblick der Kriegserklärung aut deutschem Boden befanden. Die Mitteillmg wendet sich an die össrntliche Meinung aller zivilisierten Länder, welche das Ver­halten Deutschlands nach Gebühr witrdigen werde, das uns an die dunkelste Epoche des Mittelalters (!) erinnere. Die Mitteilrmg bcksogt, daß die deutschen Staatsangehörigen in Rußland keinerlei derartigen Grausamkeiten ausg-setzt seien. (Notiz des WTB.: Ter spanische Botschafter, dem dir Wahrung der Interessen der im Deutschen Reiche beiindlichen Russen anvcrtraut ist, bezeugt, daß seine -Schutzbefohlenen über ihre Lage unter Berücksichtigung der mit dein Kriegsausbruch eingetretenen Um­stände nickst zu klagen lniben. Die deutschen Bedörden erfüllten auch russischen Staatsangehörigen gegenüber ihre Pflicht. Schwere Schädigungen oder gar Totschläge, wie sie in Rußland an Terit- schen begangen worden sind, haben sich in Deutschland gegen Russen nicht ereignet. Die Erllärung des russischen Amtsblattes ist eine dreiste Derleumdung. Sie steht auf der Höhe der Versicherungen aus Ossiziersparole" amtlicher rrrssischer Persönlichkeiten. Tie Russen möchten den Eindruck der unter Duldung der Behörden ins Werk gesetzten Mordbrennerer gegen die deutsche Botschaft in Petersburg und der von den russischen Truppen verübten Schand­taten in Ostpreußen abichwächen.)

Der Papst und der Gcwrrkschastsstrnt.

i. K ö l n, 8. Sept. DieKölnische Zeitung" meldet aus Rom: Der Papst empfing gestern den römischen Vertreter derKöln. Volkszeitung" in Privataudienz und redete ihn sofort als alten Bekannten an, desten er sich ans der Zeit seiner Tätigkeit als Unterstaatssekretär wohl erinnerte. Im Lause des Gesprächs drückte er die feste Hoffnung aus, daß nunmehr der unselige Streit zwischen der Berliner und Kölner Rich­tung beendet sein werde.

(WTB.) Rom, 7. Sept. (Nichtamtlich.) Der P a v st empfing heute im Thronsaal das diplomatische Korps beim Heiligen Stuhl. Der Papst betrat den Saal von dem Hosstaat begleitet und bestieg den Thron. Der Doyen des diplomatischen Korps, der Bolschastcr Oesterreich-Ungarns beim heiligen Stuhle, verlas eine Ansprache, worin er die herzlichsten Gefühle und die tiefste Ehrfurcht und Ver­ehrung ausdrücktc und für alle Nationen wünschte, daß die Be­ziehungen zwischen dem Heiligen Stuhle und den vertretenen Mäch­ten dieselben bleiben möchten. Der Papst stieg vom Throne herab und reichte den Diplomaten die Hand zum Küste und fand sür einen jeden freundliche Worte. Später besuchte das diplomatische Korps den Kardinalstaatssekretär Ferrata.

Stimmen aus Italien.

i. Köln, 8. Sept. DieKölnische Zeitung" meldet aus Mailand: Mailänder Blätter melden aus Rom über Ver­sammlungen, welche durch die Reformpartei der italienischen Sozialisten und durch die nationalistische Partei veranstaliet wur­den. Die Versammlung der italienischen Reform-Sozia­list e n wünschte von der Regierung, sie möchte von der Neu­tralität vollständig freien Gebrauch machen und sich immer die italienischen Interessen vergegenwärtigen. Die Nationalisten finden im Gegensatz zn der Regierung, daß die italienischen Inter­essen in der ?Idria und auf denr Balkan stark bedroht seien, und daß deshalb die Regierung die mililärischen Vorbereitungen mit aller Umsicht sortsctzen müßte. In der Besprechung der Meldüng, wonach die Mächte des Dreiverbandes sich verpflichten, keinen Sonderfrieden zn schließen, schreiben die hauptsächlichsten italienischen Zeitungen, daß dadurch eine neue Lage geschaffen worden sei, nauvenllich hinsichtlich der Stellung Deutsckstands zu Frankreich.

Französische Kricgsschiffr im Atlantischen Ozean.

Berlin, 8. Sept. Wie demBerliner Tageblatt" be­richtet wird, weißGazzetta det Popolo"-Turin zu berich­ten: Die im Atlantischen Ozean kreuzende französische Flotte ivnrdc durch Funksprnch ocrftönbi^t, daß ein holländi­scher Dampfer mit 400 ernberufenen Deut­schen und 250Oesterreich«rn sich von New Aork aus auf der Heimreise befinde. Den: französischen Panzerkreuzer Sa v o p" gelang es daraufhin, den holländischen Dampfer auf hoher See aufzubringen und ihn zu zwingen, ihm nach Brest zu folgen, wo die Deutschen und Oesterreicher ge­langen gehalten wurden. Ferner hat ein französischer Kreu­zer im Atlantischen Ozean den mit Kaffee und Silberbarren beladenen holländischen DampferFortuna" nach Brest ge­führt, wo er einstweilen bleiben soll.

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