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Oer ««ebener Anzeiger

^scheint täglich, ciujicr Sonntags. Beilagen: viermal wöchentlich kiehenerZamilienbläNer; I zweimalivöchenll.iireir- . »«ttsürdenilreisSietzen »jDienstag nndFreitag): I zweiinal moiiail. üand- lvirischastUchk öeitsragen I Fernivrech - Anschlüsse: k für die Redaktion 112, I Bering n. Expedition öl I Advesse kür Deveichen: Anzeiger Gießen. Annahme von Anzeigen I lür die TagcSnuinmer I bis vormittags 9 Uhr.

Erster Blatt

164. Jahrgang

Dienstag, 8. §eptember 1914

General-Anzeiger für Oberhessen

BotatioardruS »nd Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Stetnöruderei B. Lange. Brdaktion. Expedition und Druckerei: Zchulftratze 7.

Aez» gsprct»:

monatlich7öVi., viertel­jährlich Mk. 2.20: durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.: durch diePost Mk.2. viertel» jährl. aiisschl. Bcstellg. Zeilenpreis: lokal IbPj, ausivärts 20 Pieninq. Chefredakteur: A. Goetz. Berantwortlich für den polit. Teil: Aug. Goetz; lür .Feuilleton', ,Ver- niischtes' und^Gerichts» jaal": Karl Neurath; lür .Stadt und Land": Kurt Bendt; lür den Anzeigenlell: H. Beck.

pariser Berichte.

Don den Kriegsschauplätzen sind heute, abgesehen von »,wei ziemlich belern-glosen Pariser Telegrammen, keine Mol- »mngen KU verzeichnen. Hinter den hochtrabenden Worten I >er Pariser sttachrichten, an denen das Wolfs-Vurcau, das I ie übermittelt, unklar läßt, welchen Ursprung sic haben,

> ieekt nichts, aber auch gar nichts. In der ersten Meldung) l I wräuschen sich die Franzosen damit, daß ihre Truppen bis i I zum Ourc q vorgerückt seien, ohne größeren Widerstand

I;u finden. Der Ourcq liegt nördlich der Marne. Mer die

I I zweite Meldung hat schon eine etwas größere Bedeutung.

- >Es heißt darin, daß die Franzosen init dem rechten Flügel ' > der Deutschen an den Ufern des Grand Morin sechten. Der , > Grand Morin liegt südlich der Marne, und es steht also fest,

I daß das Heer des Generals v. Auch unweit der französischen fl Hauptstadt die Marne überschritten hat. Ob es nun seine

I I Absicht ist, sich gegen Paris zu wenden, oder ob nur Neben- i » abteilungen mit den Pariser Verteidigungstruppen in Füh-

> luna gekommen sind-, bleibt abzuwarten. Die beiden Pariser 3 H Meldungen beweisen nur, daß die französischen Befehls-

I Haber ratlos sind und entscheidende Schritte nur von den , fl Deutschen unternommen werden.

In den letzten Tagen hat die Diplomatie wieder I ausfälliger gearbeitet. Wir haben gestern kurz, vor Redak- , « tionsschluß die amtliche Bestätigung erhalten, daß Eng- r fl land, Frankreich und Rußland sich geeinigt haben, keinen fl Separatfrieden zu schließen und die etwa gewünsch- I ten Friedensbcdingungcn vorher einander mitzuteilen. Der I Beschluß ist in L o n d o n gefaßt worden, und Sir Edward / fl '®rei) hat natürlich den Anstoß dazu gegeben. England hat I freilich das größte Interesse daran, daß seine beiden . I Bundesgenossen solange kämpfen, bis England für sich zu fl .einem befriedigenden Abschluß schreiten kann. Man weiß fl es in London ganz genau, daß die Deutschen zuerst Frank- fl weich, dann Rußland zum Frieden nötigen und schließlich I mit dem Anstifter des Weltbrandes abrechnen wollen. I Älbion will nicht allein gelassen werden und will beim Frie- I Hensschluß wieder das größte und letzte Wort haben. Die I svanzösisch rchsischen Brüder nrüssen für die eng- I bischen Interessen bluten und. fechten bis ans

- I Messer! Wie der leitende Minister Asquith öffentlich I erklärte, will England nicht rasten und ruhen, bis der

; fl deutsche Militarismusmit Stumpf und Stiel" «ls gerottet ^« P- Zehn, auch 20 Jahre lang soll' erforderlichenfalls, I nach 'Asquith, dieser Krieg dauern. Wir vermuten, in Paris >! I und Petersburg verhehlt man sich nicht, wie die englischen Hasen laufen, aber einstweilen gehen die Interessen t: I unserer Feinde Hand in .Hand, bombastische Einschüchte- » rungsbeschlüsse zu fassen. Sie stehen ja vorläufig nur ans I dem Papier! Die französische Regierung hat ja schon an- I gekündigt, daß sie den Widerstand bis ans Ende fort- I fetzen will und konnte sich also gegen die englische Aumw s I iung nicht sträuben. Eng beieinander wohnen die Gedanken,

. B doch hart im Raume stoßen sich die Sachen. Das Beschluß-

- fl Papier wird zerrissen werden in dem Augenblick, wo die

Franzosen es für nötig halten. Das wird noch eine Zeit- ' fl lang dauern, aber die Stunde wird kommen. Es mag sein, I daß man in Paris dann versuchen wird, unter Hinzuziehung I Englands günstigere Bedingungen zu erlangen, aber wenn dann die Herren Grep und Asquith rücksichtslos blei- I ben, wird dieTriple-Entente" auseinauderplatzen. Ans uns aber wird der große Beschluß des Zusammenhaltens i gar keine Wirkung ausüben. An der Gewalt der Tatsachen,

- fl die von den deutschen Heeren geschaffen werden, müssen die fl englischen Bemühungen zerschellen. Vielleicht wird es aber

nicht einmal ein, geschweige denn zehn oder zwanzig Jahre dauern, bis in England selbst ein Umschwung einsetzt. Das Kabinett Asquith ist nicht für die Ewigkeit geboren, und auch die Stimme von Sir Edward Greh reicht nur so- weit, als das Parlament, das im nächften Jahr vor Neu- « Wahlen steht, es will.

Sorgen wir, daß die deutschen Waffen weiter arbeiten wie bisher und daß die Lügenatmosphäre, in die das Aus­land durch die skrupellosen Engländer versetzt worden ist, allmählich beseitigt wird. Dann wird der Stern Dentsch- I lands auf der Siegesbahn bleiben!

(WTB.) Paris, 6. Sept. (Nichtamtlich.) Es ist kei­nerlei Veränderung zu melden. Zwischen den zur Verteidigung vorgeschobenen Truppen und der Avance- Garde des rechten deutschen Flügels kam es zu einem Zu­sammenstoß, der gestern größere Ausdehnung annahm. Die Franzosen rückten bis zum Ource vor, ohne größeren Widerstand zu finden. Die Lage der Verbündeten ist im allgemeinen gut. Maubeuge setzt seinen Widerstand heldenmäßig fort.

Paris, 6. Sept. (Nichtamtlich.) Ein Communique von gestern abend besagt: Auf dem linken Flügel haben unsere Armeen den Kontakt mit dem rechten Flü­gel des Feindes an den Ufern des Grand Morin unter :günsiigen Umständen wieder ausgenommen. Im Zentrum

I I und an dem rechten Flügel dauert der Kampf an.

Paris, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Gestern ist ein «rnrtliches Dekret veröffentlicht worden, das bestimmt, daß die Jahres klaffe 1814 ansgebildet, nach Verlauf von einigen Monaten mobilisiert und sofort durch die Jahre s- klasse 1815 ersetzt wird, die ihrerseits in der Weise aus-

- Wider die Lügen des Auslandes.

gebildet wird, daß sie, sobald dies irgend möglich ist, ohne Verzug ins Feld rücken kann.

* * *

Der Reichskanzler zur Steuer der Wahrheit an die Amerikaner.

(WTB.) Berlin, 7. Sept. (Nichtamtlich.) DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" bringt folgende Mitteilung des Reichskanzlers an die Vertreter der Uni- tcd preß und der Associatedpreß:

Großes Hauptquartier, den 2. September 1914.

Ich loeiß nicht, was man in Amerika über diesen Krieg denkt. Ich nehme aber an. daß dort inzwischen'der Telegrammwechscl des Kaisers mit dem Kaiser von Rußland und dem König von Eng­land bekannt genwrden ist. der unwiderleglich die Borge,'chicküc und das Zeugnis dafür ablegt, wie der Kaiser bis zum letzten Augenblick bemüht gewesen ist, den Frieden zu erhalten. Diese Be­mühungen mußten aber vergeblich bleiben, da Rußland unter allen Umständen zum Kriege entschlossen war und England, das durch Jahrzehnte hindurch den deutschfeindlichen Nationalismus in Ruß­land und Frankreich ermutigt Ijattc und die glänzende Gelegenheit, die sich ihm bot, die so oft betonte Friedensliebe zu bewähren, ungenützt vvrübergchcn ließ: sonst hätte wenigstens der Krieg Deutschlands mit Frankreich und England vermieden werden können. Wenn sich einmal die Archive öffnen, so wird die Welt erfahren, wie oft Deutschland Eng­land die freundschaftliche Hand e n t g e ge n str e ck t e, aber England wollte die Frcundschast mit Deutschland nicht. Eifersüchtig aus die Entwickelung Deutschlands und im Gcfiihl, daß es durch deutsche Tücküigkeit und dcutsck)en Fleiß aus manchen Gebieten überflügelt werde, wünschte es Deutschland mit roher Gewalt niederzuwerfen, wie es seinerzeit Spa­nien, Holland und Frankreich niederwars. Diesen Moment hielt cs jetzt für gekommen, und so boi ihm der Einmarsch deutscher Truppen ui Belgien den willkommenen Vorwand, am Kriege teilzuuehmcn. Zu .diesem Einmarsch aber war Deutschland ge­zwungen. weil cs dem beabsichtigten französischen Vormarsch zu- vorkommen mußte und Belgien nur au) diesen wartete, um sich Frankreich anzuschllehen. Daß er für England nur ein Borwand war, beweist die Tatsache, daß Gr-v bereits am 2. August nach­mittags. also bevor die Verletzung der belgischen Ncuttalität durch Deutschland erfolgte, dem französischen Botschafter die Hilfe Englands bedingungslos für den Fall zu - sichcrte, daß die deutsche Flotte die französrsch« Küste angreife Moralische Skrupel aber kennt die englische Politik nicht, llnd so hat das englische Volk, das sich stets als Vorkämpfer für Freiheit und Recht ge­bärdete, sich mit Rußland, dem Vertreter des furchtbarsten Despo­tismus, verbündet, mit einem Lande, das keine geistige, keine religiöse Freiheit ketint, das die Freiheit der Völker wie Jndi- vidien mit Füßen trttt. Schon beginnt England einzn- schen, daß cs sich verrechnet hat, und daß Deutsch­land seiner Feinde Herr werden wird, daher versucht es denn mit den llcinlichsten Mitteln, Deutschland wenigstens nach Möglichkeit in seinem Handel und seinen Kolonien zu schä­digen. indem es, unbekümmert um die Folgen für die Kultur- gemeinschast der weißen Rasse, Japan zu einem Raub z ug gegen Kiautschati aushctzt und die Neger in Afrika zum Kampfe gegen die Deutschen in den Kolonien führt. Und, nachdem es den Nachrichtendienst Deutschlands in der ganzen Welt unlerbundcn, den Feldzug mit einer Lüge gegen ims eröffnet, so wird es ihren Landsleuten erzählen, daß die deutschen Trupven belgische Dörfer und Städte niedergebrannt haben, ihnen aber verschweigen, daß belgische Mäd­chen wehrlosen Verwundeten aus dem Schlacht­felde die Augen ausgestochen haben. Beamte belgischer Städte haben unsere Offiziere znm Essen geladen und über den Tisch hinüber erschossen. Gegen alles Völker­recht wurde die ganze Zivilverwaltnng Belgiens auf- geboten, die in dem Rücken unserer Trupven nach ansänglich freundlichem Empfang mit versteckten Waffen eine grausame Kampfesweise erhob. Belgische Frauen durchschnitten den Soldaten, die sie im Quartier ausgenommen und die sich zur Ruhe gelegt hatten, die Hälse. England wird auch nichts von den Dum-Dum-Geschossen erzählen, die von den Engländern und Franzosen trotz aller Ab­kommen und heuchlerisch verkündeten Humanität verwendet wer­den und die sie hier in Originalpackung einsehen können, so wie sie bei den englischen und französischen Gefangenen gesunden wur­den. Der Kaiser hat mich ermächtigt, alles dies zu sagen und zu erklären, daß er volles Vertrau­en in das Gerechtigkeitsgefühl des amerikani­schen Volkes hat, daß sich durch den Lügenkrieg, den unsere Gegner gegen uns führen, nicht täuschen lassen wird. Wer seit dem Alisbruch des Krieges in Deutschland gelebt hat, hat die große moralische Volkserhebung der Deutschen, die, von allen Seiten bedrängt, zur Vetteidigung ihres Rechts auf ihre Eristenz freudig ins Feld ziehen, selbst be­obachten können und weiß, daß dieses Volk keiner unnötigen Grausamkeit und keiner Rohheit sähig ist. Wir werden siegen dank der moralischen Wucht, die die gerechte Sache unseren Trupven gibt, und schließlich werden auch die größten Lügen unsere Siege so wenig wie unser Recht verdunkeln können.

(DDP.) Berlin, 7. Sevt. Zu der Mitteilung des Reichs­kanzlers an die amerikanische Presse schreibt die B. Z.: Diese mar­kige, eindrucksvolle Kundgebung wird überall dort, wo man die Sprache der Ehrlichkeit versteht, ihre Wirkung nicht verfehlen. Es war ein guter Gedanke des Reichskanzlers, auf das Aner­bieten zurückzugreisen, das der Generaldirektor des großen Nach­richtenbureausAssociated Preß" der deutschen Regierung Mitte August gemacht hat, und durch Vermittelung derAsso­ciates Preß" dem amerikanischen Volke die Wahrheit über den Krieg, das, was ihm vorausging, über die deutschen Wafsenersolge und die deutsche Kriegsübrung zu übermitteln. Es war ferner klug, diese Mitteilungen auch dem zweitgrößten Unternehmen dieser Art, derU n i t e s P r e ß" zugehen zu lassen, schon deshalb, weil dieses in Verbindung init demNewnork Sun" steht, der in politischer Tendenz England nahesteljt.Ncwhork Sun" ist ein viel zu vor­nehmes Blatt, um eine Kundgebung zu unterdrücken, die es von einer politisch gegnerischen Seite mit dem Ersuchen um Veröffent­lichung erhält.

Aeußerungen des Fürsten Bülow.

Stockholm, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Die Zei­tungNyaDagligt Allehanda" sowie die ZeitungenTagen" undAslenbladet" veröffentlichen ein Interview, das Fürst Bülow dem norwegischen Schriftsteller Björn Björn- s on gewährt hat. Der Fürst drückt in diesem Interview seine Ansichlcn über den weiteren Verlanf des Riescnkampfes, der jetzt die Welt mit Getöse erfülle, a»s und kennzeichnet seine Ueberzeugung mit den Worten:Wir werden siegen, weil wir siegen müssen! Das deutsche Volk erlag noch nie einen Feinden, wenn es einig war, und niemals im Lause einer langen und wechselvollen Geschichte war es so einig wie heute!" Der Fürst nimmt darauf Bezug, daß Deutsch­land in diesem Kriege auch für die europäische Kultur, ihren Fortbestand und ihre Zukunft kämpst, geht des weiteren auf Deutschlands Stellung zu den neutralen Staaten ein, um schließlich die Feinde Deutschlands zu kennzeichnen: Frankreichs Rachsucht, Rußlands panslawistische Ziele, Bel­giens Torheit, Japans Heimtücke und Englands Konkurrenz­neid. Von England, das uns Japan auf den Hals hetzte, sagte der Fürst:

Das war Hochverrat an der weißen Rasse. Es wird viel Wasser die deutschen Ströme herabfließen, bis der Deutsche das England vergißt, dessen Freundschast von uns und in erster Linie von unserem Kaiser so beharrlich und ehrlich er­strebt wurde, mit dem wir so gut in Frieden und Freundschaft hätten leben können, wenn England uns nur den Platz an der Sonne gegönnt hätte, aus den das deutsche Volk ein Recht hat und den cs sich, und wenn die Welt voll Teufel war', nicht nehmen lassen wird. Aber glauben Sic mir: Wir werden das Feld behaupten, wir werden kämpsen, bis wir einen Frieden erlangen, würdig der Opfer, die unser Volk mit heiligem Ernste bringt!"

Eine dänische Acußernng.

Kopenhagen, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Das konservative BlattBortland" bringt einen Artikel über das Reuter-, das Havas- und das Wolfs-Bureau, und sagt darin:Man kann nicht leugnen, daß die Wolff-Mel^ düngen das größte Vertrauen des Publikums ge­nießen: allerdings ist es für den Sieger am leichtesten, die Wahrheit zu sagen."

Keine allgemeine Mobilmachung Italiens.

Rom, 7. Sept. (WTB.) DemCorriere d'Jtalia" zu­folge erklärte der Ministerpräsident Salandra, die gegenwärtig vorhandenen Truppen genügten zur Gewähr­leistung der Neutralität. Eine allgemeine Mobil» niachung erfolge nicht.

...

Die Verteidigung der Belgier in Antwerpen.

London, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Ans Ost«: ende wird gemeldet: Ein Teil des Landes, besonders Mecheln, ist von den belgischen Genietrup­pen unter Wasser gesetzt worden. Termonde wurde geräumt. Reservisten ans Lille erzählten, das Land sei mit einer Kriegskontribution von 200 Millionen Francs belegt worden. In Lüttich beginne sich' Mangel an Nahrungsmitteln fühlbar zu machen. Gestern lvurde aus einerTaube" eine Bombe geworfen, die aber) keinen Schaden anrichtete. Heute früh flog eineTaubK' in großer Höhe über die Stadt Gent, aus der zwei Bom­ben geworfen wurden. Die erste fiel auf das Dach einer Schlosserwcrkstatt in der Rue Bienfaisance, die zwelle aus den Boulevard des Hospices. Es wurde nur Materialschaden angcrichtet.

Berlin, 7. Sept. (WTB. Nichtamtlich.) Der Korre­spondent desBerliner Tageblatts" in Rotterdam berichtet, daß drei Forts von Maubeuge vollständig zer­stört seien und daß die Beschießung der übrigen mit außer­ordentlicher Heftigkeit fortgesetzt wird. Ein holländischer Kriegskorrcspondent, der den Fall von Dendermonde miterlebte, berichtet: Unter den belgischen Berteidigungs- truppcn war ein Teil der Besatzung von Namur. Sie waren aus Nordfrankreich geflohen, in Havre an Bord eines englischen Transportdampfers gegangen und an der belgischen Käste Iviedcr gelandet. Sie sahen elend aus, mit zerrissenen Schuhen, phantastischer Kopfbedeckung oder bar­haupt. Artillerie und Besatzungstruppen dreier Antwerpe- ner Forts griffen bei der Verteidigung Tendermondes ein, doch vergebens. In wenigen Stunden war es von den Deutschen genommen.

Löwen nicht völlig zerstört.

Berlin, 7. Sept. (WTB.) DieNorddeutsche Allg. Zeitung" schreibt: Wir haben Gelegenheit gehabt, den Direk­tor der Deutschen Bank, Dr. Helfferich, zu sprechen^ welcher soeben aus Belgien zurückgekchrt ist. Er war u. a. auch in Löwen. Er erzählt, daß von einer brutalen Zerstörung der Stadt nicht die Rede sein könne. Zerschossen und nieder- gebrannt sind nur die östlichen Quartiere, in denen nach der friedlichen Ucbergabe der Stadt unsere Truvpen in heim­tückischer Weise systematisch anhaltend beschossen wurden, vor allem die Straßenzüge, die vom Bahnhof und aus der Rich­tung Tirlemont nach dem Sladiinnern führen. Die graw- same Ironie des Schicksals will, daß die Straße von Tirle- mont nach dem Stadtzentrum den NamenRue des Joyeuses entrses" fül,rt, wie noch auf den Straßenschildern lesbar ist. Alle Häuser und Wände in diesen Straßen sind mit .Kugel- spuren dicht übersät, ein Beweis, wie jedes einzedre Straße«^.