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Untere beutitben Soldaten unb Lcmdwehrmatrner sind

mit derselben Ordnung unb Disziplin, alS geilte es eine Fklddienstubutig. in Feindesland gerückt, Wohnt wir tarnen, haben nur de» Einwohnern Sicherheit von Blut unb Gut gemübrleistet/ Mit der seinblichen HeereSmacht, nickst mit den Birrgern führen wir Krieg, nnd gerade in Battiee war noch an vielen Häusern unser Maueranschlag zu lesen, der ben Belgiern Frieden »nb Unverletzlichkeit versprach, wenn sie uns ruhig bes Wege-? ziehe» ließen. Nun hat sich in Battice, in Elermont, iit Herve, in Flöron unb anderen bel­gischen Ortschaften. ganz-übereinstimemnd folgendes abge­spielt, Man lies; die Deutschen eiurücke» und empfing sie mit kriechender Freundlichkeit, bot ihnen Wein im Ueberfluß an und tiversiel sie bat».t in der Nacht Es ist ganz selbst­verständlich und ein einsaches Webet der Selbsterhaltung, das; jeher ermordete Deutsche gerächt wurde 'Ao man die Mörder sassen tonnte, wurden sie vor ein Kriegsgericht ge­stellt, und wenn ihre Schuld offenbar war, erschossen oder gehängt. Dabei ist in voller Ordnung verfahren worden.

Wie weit die Selbstbeherrschung unserer Truppen geht, dafür habe ich erst vorgestern ein Beispiel erlebt. Am Ein- gange der von uns eroberten französischen Festung Long- wp brachten deutsche Begleitmannschaften einen Trupp Franktireurs ein, ganz alte Serie und dazwischen ein paar Tagediebe, die kaum der Schule entwachsen waren, Galgen­gesichter schlimmster Art alle miteinander, die man hätte photographieren sollen, damit die Welt erfährt, durch was für Schandbuben deutsche Vaterlandsverteidiger ums Leben kommen,Was haben die Leute getan'?"Sie haben sich Binden vom Roten Kreuz angezogen und dann auf den Schlachtseldern unsere Verwundeten verstürnmelt. Dabei sind sie abgefaßt worden,"Warum habt Ihr dann die Schufte nickst gleich totgeschlagen'?"Das dürfen wir nicht. Sie müssen vor das Kriegsgericht gestellt werden,"

Man muß wissen, um welche Art von Verstümmelungen es sich dabei handelt, Daß den hilflos in ihren Schmerzen auf dem Schlachtfelde liegeiiden Vaterlandsverteidigeni, die ihr Leben heldenmütig für unser Volt eingesetzt haben, die Augen mit Messern ausgestochen werden, ist bei lveitem nicht das Grausamste, was sich die Phantasie dieser Bestien ausgedacht hat, Alte und Iuiige, Männer und Frauen sind alS .vnäneu der Schlachtfelder abgeiangen worden und haben ihren Lohn bekommen. Bei Vife mußte ein sechzehnjähriges Mädchen erschossen werden, weil es dabei betroffen wurde, tvie sie einen Verwundeten verstümmelte, Ta gibt es keine Schonung und darf es keine geben. Ich möchte wohl wissen, ivelches Volk der Welt Soldaten hat, die angesichts solcher Schandtaten gegen chre Kameraden noch die Selbstbeherr­schung besitzen, die Verbrechen vor ein ordentliches Gericht zu stellen.

Ganz zweifellos ist der Franktireurkrieg gegen uns organisiere worden Anders ist es nicht zu erklären, daß sich dieselben Verstümmelungen, dieselben lleberfälle auf Lazarette, wo Aerzte, Verwundete und selbst Krantenschwe- stern ben, Razrbgesindel zum Opfer fallen, dieselbe Taktik des Angriff:-! in den Dörfern und Städten immer wieder­holt, Plötzlich ist das ganze Torf im Besitze von Waffen, in zwei Fällen sogar von Maschinengewehren, In Etalle zwischen Arlon und Sedan wurde der Pfarrer dabei be­troffen, wie er Wchfen und Munition an die Gemeinde verteilte. In Elermvnt dagegen hatte der Pfarrer die Bürger vergeblich beschworen, sich nicht ins Unglück zu stürzen und nicht auf de» Bürgermeister zu hören, der Waffen verteilte und zum Uebersall ans die durchziehenden Teutscheii aufreizte.

Aber selbst da, wo in den Rücken unserer durchziehenden Kolonnen geschossen worden ist, hat man nicht das ganze Dorf verantwortlich gemacht, sondern mir die .Häuser er­stürmt und vernichtet, ans denen Schüsse gefallen waren In Herve, in Fleffvn iisw, stehen mitten zwischen den nieder­gebrannten Häusern solche, die unversehrt sind. Da liest man mit Kreide an den Türen:Haus durchsucht. Alles in^Ordnnng,"Gute Leute, Schonen,"Bewohner abwe» send. Schonen,"Mann steht als Soldat im Felde, Scho­nen," Welche Ritierlichkeit selbst gegen den abwesenden Feind über nnsere -soldateil, Welches Volk der Welt hat bessere?

Tie Ortschaften, wo die Einwohner sich nicht gegen uns erhoben haben, liegen im tiefsten Frieden da Unsere eiii- guartierlen Landwehrmänner sitzen vor den Türen, unter­hallen sich mit den Einwohnern oder spielen mit den Kin- bern unb benfen dabei vielleicht an die eigenen daheim. Ich sah, wie einer unserer Soldaten der alleinstehenden Frau, bei der er wohnte, das Vieh fütterte. Ein anderer hielt einer Frau das zweijährige Kind, damit sie kochen konnte. Die rechten, gutmütige» hilfsbereiten Deutschen, die sie nun ein mal sind und bleiben, so liegen sie drallsten lm Feindes^ lande. Welches Unmaß von Schandlichkeiten muß gesehen sein, um diese guten Kerle zu Berserkern zu machen, die in der Notwehr die verstümmelten und ermordeten Waffen brüder rächen und dann auch nicht mehr fragen können, wie groß die entfesselte Sturmslut der Schrecken des Krie­ges wird!

Wahrlich, nicht unsere Soldaten haben es gewollt, daß Tod und Brand i» Bürgerhütlen getragen wird. Und was sie getan haben, das können sie und das kann[t ihre in Ehren int Felde stehenden Söhne die ganze deutsche Nation verantworte»,

W, Scheuer mann, Kriegsberichterstatter,

scheiniich hatte er an dieser Anstalt unterrichtcl, Jedenfalls riß der vlötzlickw Tod Schlüters eine empfindliche Lücke in die künst­lerischen Kräfte, die Peter der Große für die Erbauung Peters- burqs gewonnen Halle, und wie hoch der Zar seine Leistungen einschätzte, erhellt am deutlichsten daraus, daß er ihn durch her­vorragende fremde Künstler zu ersetzen suchte, indem er den aus­gezeichneten Pariser Architekten Leblond und den Bildhauer Ra- strelll nach Petersburg berief. Aul dem alten deutschen Friedhof von Petersburg wird Schlüter wohl begraben worden sein. Wir wissen nicht, wo er ruht. Aber irgendwo im russischen Boden, unter den herrlichen Blumeuanlagen des alten Kirchhofes, ist einst gebettet worden, loa* sterblich war an diesem größten preußischen Meister, dem Miterbauer vonPetrograd".

Ein B is m a r ck - T e u k m a t in Nürnberg, Das Bismarck Denkmal in Nürnberg, dessen Einweihungsfeier mit der Hei er seines 10kl, Geburtstages zugleich üattfinben sollte, ist schon setzt enthüllt worden, da der zuständige Ausschuß der An­sicht war, daß keine Zeit geeigneter sein könnte, der Ocsfent- lichleit ein solches Werk zu übergeben, als die jetzigen Tage der allgemeinen Erhebung unseres Volkes gegen den von allen Seiten drohenden Feind, Auf einem alle.Häuser überragenden Sockel fitzt gebieterisch der große Kanzler aus seinem Pserd Das Denkmal ist von Professor Floßmann in München geschaffen. Vielleicht nicht direkt anzuerkennen ist die Lage, die dem Denkmal gegeben ist: es steht an der breiten Kai Anlage des Prinz-Regenten-Ufers und kehrt der Wörtherstraße ven Rücken, Erst eine spätere Neuaus- gestaltunq örr ganzen Gegend wird durch Anpassung dem Denkmal die richtige Umgebung schassen.

Die Aufräumung der schlachtselder.

In diesen Tagen blutiger, wennschon siegreicher und glor­reicher Schlachte» und Gefechte denken so viele im deutschen Volk mit bangen Zweifeln darüber nach, wie es wohl nach dem je­weiligen Kampt dort aussteht, wo das blutige Ringen stattgestindeit hat Wie mag es den armen Verwundeten ergehen, die dort liegen geblieben sind'? Wer sorgt für die Bestattung der für ihr Vaterland aus beiden Seiten Gefallenen'? Wer steht nach den armen verwundeten Tieren, die sonst dort in Qualen verenden mußten'? Wie steht es mit der Habe der Gefallenen und schwer verwundeten Leute'? Man möge sich beruhigen, Was irgendwie nach Menschenermessen geschehen kann, geschieht.

W i c geschieht e§'? Absuchen des Kampsfeldes: Zu­nächst ist nach dem Gefecht jeder Truppenteil verpflichtet, das Kampfield in seiner Nähe nach Verwundeten und Gefallenen, wie auch nach plünderndem und mordendem Gesindel ctbzusnchen. Besondere Sorgfalt ist in der Nacht ans die Durchführung dieser Maßnahmen zu verwenden. Die nachfolgenden Abteilungen wer­den bei fortschreitendem Gefecht dasselbe auf den Strecken tun, über die der Kamps gegangen ist, -Aber es hätte dieser striktem Vorschrift kaum bedurft. Auch unsere ermüdetsten Leute denken an die, die mit ihnen gefochtcn haben, und eine gleiche Wut be­herrscht sie alle gegen die Hyänen des Schlachtfeldes.

Marichiähige Verwundete werden sich selber der Truvv« wieder angeschlossen oder nach dem nächsten Verbandsplatz begeben haben. Sie erhalten einen einsachen schutzverbaud nnd begeben sich dann nach dem nächsten Sammelplatz für Leichtverwundete, von wo sie nach dem nächsten Etappenort in Marsch gesetzt werden, Tie übrigen Verwundeten sind vom Trnppenverbandplatz, nach dem sie zunächst geschafft wurden, tunlichst unmittelbar in die Feldlazarette abzu- ltefern. Müssen sie aber zunächst aui dem Verbandplatz verbleiben, so sind sie unter Verwendung von Zelten aus der tragbaren Zelt­ausrüstung, von Schutzdächern, Windschirmen, Strohdecken usw, geschützt zu .lagern. Das notwendige Personal bleibt bet ihnen zurück, Tie Sorge für die Lebenden verlangt eine schnelle Beerdigung der Toten, Man braucht sich be­stimmt nicht der irrigen Vorstellung htnzugeben, es könnten noch Lebende zu den Toten getan werden, Ter Tod muß bei jedem Einzelnen völlig einwandfrei sestgestellt worden sein, ehe seine Mitbeerdigung gestattet wird, Ten zum Ausräumen des Schlacht­feldes bestimmten Kommandos sind stets Sanitätsoffiziere, mög­lichst auch weiteres Sanitätspersonal beizngeben. Die Gräber find io anzuordnen, daß von ihnen aus eine Verschlechterung des Wassers oder der Luft nicht eintreten lann. Nach beendeter Aut räumung des Kampsfeldes üt durch cht besonderes Kommando unter einem älteren Offizier, derli ein Sanitätsoffizier beizngeben ist, genau nachzuprüien, ob alles, was notwendig, gesclfehe» ist.

Auch für die Tiere wird in entsprechender Weise beim Aufräumen des Schlachtfeldes gesorgt. Solche mit heilbaren Ver­letzungen werden verbunden und nach dem nächsten Etappenort geschafft, falls sie nicht bei der Truppe verbleiben können. Zu tchwer Verletzte erhalten den Gnadenschuß, Auch unsere Tier- sreunde können sich also beruhigen Unsere Mannschaften da draußen ltaben auch für ihre treuen Tiere ein weiches Herz, und es wird ihren Leiden ein schonendes Ende bereitet, wenn ihnen sonst nicht mehr zu helfen ist.

Die Feststellung der Persönlichkeiten wird durch die Erkennungsmarken erreicht, die den Verwundeten natürlich zu ^belassen sind, Briefe, Wertsachen, sonstige Hab­seligkeiten von Gefallenen, Sterbenden, bewußtlosen Ver­wundeten und von Schwerverwundeten, die es wünschen sollten, werden von den Zahlmeistern in Verwahrung genommen.

Aus dem Reiche.

Berlin, 6. Sepl, Reichstcrgsabg, -stabthagen als Ver­treter desVorwärts" erhielt vom Kriegsmtittsterium fol­gende, Zuschrift: ^

Unter Bezugnahme auf das Schreiben vom 17, d, M, teilt Ihnen das Kriegsmtnisterium mit, daß die Ziffer 3 des kriegs ministeriellen Erlasses vom 24, l, 1894, welchedas Hallen und die Verbreitung revolutionärer ooer sozialdemokratischer Schriften sotvie jede Einführung solcher Schriften in Kasernen oder sonstige Tiensttokale" verbietet, soweit dieselbe sich aus sozialdemokratische Schriften bezieht, welche nach dem 31. H. 1914 erscheinen, auf­gehoben wird. Das Kriegsmiiristerium bemerkt.hierbei, daß die Aufhebung in der Erwartung geschieht, daß die Veröffentlichung von Artikeln unterbleibt, welche geeignet sind, den einheitlichen Geist des Heeres zu beeinträchtigen. Tollte dies nicht zutreffen, so ist jedes Generalkommando bringt, das Verbot wieder in Kraft zu setzen. Das KriegSiittntsterium kann nur einer wörtlichen Be­kanntgabe des Vorstehenden in der Presse ohne jede weitere Er­läuterung zustimmen, v, F a l k e n h a y n,"

Berlin, 5, 2ept, iW, B.) Zur Linderung der durch den Krieg geschaffenen Nöte hat Frau Kommerzienrat Eäetlie Löser- Berlin, die bereits namhaite Summen den verschiedenen durch die Kriegsnot geschaffenen Hilfsorganisationen zugewendet hat, Hun­derttausend Mark dem Oberbürgermeister überwiesen, Gleich­zeitig stiftete Frau Kommerzienrat Löser weitere Fünfzigtau- s e n d Mark, damit Privatlehrern, welche durch den Krieg er­werbslos geworden sind, Unterstützungen gewährt werden. Ter Ma­gistrat hat gemeinsam mit den vier grüßten Organisafionen des Grundbesitzes lSchfitte zur Gründung einer Aktienge- sellschast eingeleitet, die gegen Verpsändung von nachsteltigeii Hypotheken auf Berliner Hausgrundstücke in Fällen, in denen durch den Krieg herbergesührtes KreditbedürsniS vorliegt, Kredit gewährt wird, Tie Verbände sollen mit 400OCX) Mk,, die Stadt Berlin mit 600 000 Mk, an dem eine Million Mark betragenden Grund­kapital beteiligt werden,

Berlin, 5. Sepl. (W, B, TerReichsanzeiger" veröf­fentlicht eine Bekanntmachung des stellvertretenden Reichskanzlers, in der eine Ausstellung aller unter das Ausfuhrverbot fal­lenden Verpslegungs-, Streu- und Futtermittel gegeben wird, Berlin, 5. Sept, 'Priv.-Tel TieB, Z," meldet ans Jena: Der Verband alter Burschenschafter hat aus dem Fonds für die Hundertjahrfeier 0000 Mark für die Skt- triebenen Ostpreußens unb 5000 Mark für die .Hinterbliebenen­fürsorge bewilligt.

Schützt Euch vor Blattern (Pocken)!

Unter den Kriegsseuchen des Jahres 1870 nehmen dieBlat - tern die erste stelle ein. In der ersten Hälfte des Jahres 1870 waren in Deutschland nur einzelne Bezirke von Blattern befallen; durch die sranzösischen Kriegsgefangenen wurde die Seuche über ganz Deutschland verschleppt und erreichte hier, gleichzeitig aber auch fit Frankreich, eine Ausbreitung, wie sie während des ganzen 19, Jahrhunderts fit gleicher Heftigkeit nicht vorgekommen ist. Der Nutzen der Schutzimpfung als sicherstes Borbengungsmittel gegen die Erkrankung an Blattern wurde »fit der Genauigkeit eines naturwissenschaftlichen Experiments durch die geringe Beteiligung unseres Heeres an der allgemeinen Blatterneptdentte erwiesen. In Preußen mit damals 23 Millionen Einwohnern starben im Verlauf der Epidemie 129 148 Personen an Blattern, die Zahl der Er­krankten ist mit einer halben Million wahrscheinlich noch zu niedrig angegeben. Von dem gesanfien Feldheere dagegen starben 297 Mann an Blattern: von den immobilen Truppen 162, aus die Iststärke berechnet kaum weniger, Ter Verlust der sranzösischen Armee durch Blattern ist zahlenmäßig nicht genau sestgestellt, vom sranzösischen Krirgsmintstertum wurde er ans 23 400 Todes- sälle geschätzt. In Parts allein starben während der Belagerung 1074 Soldaten an Matter», von denen 14 629 Mann Besatzung der Festung Langres erkrankten 2334 nnd starben 334 also mehr als im gelamlen deutschen Heer, Durch das Reichsgesctz über die Einführung der Jmpfiing und Wiedcrimvsung ans dem Jahre 1874 find die Maltern in Deutschland so gut wie getilgt, Tie seitdem beobachteten Blatternerkrankungen wurden meist vom Anslande, namentlich aus Rußland, etngeschlcpvt, und es gelang ausnahms­los, iji-c Krankheit auf ihren Herd zu beschränken.

So sicher also der Wert der Schutzimpfung als bestes Vor- beugmtgsmittel gegen Erkrankung an Maltern ist, so muß doch scharf betont werden, daß die SchuWpfickuug zeitlich begrenzt

ist und im allgemeineit aus höchstens 10 Jahre angenommen wer­den kann. Unter den Verhältnissen des Kriegs müssen lotr mit Ein­schleppungen von Blattern fit erheblich vermehrter Zahl unb des­halb mit stark erhöhter Ansteckungsgefahr rechnen. Daher mutz der, Bevölkerung dfiugend empfohlen werden, sich gegen Blattern durch Wiederholung der Impfung iU schützen Tie Kreisärzte halten öffentliche Impftermine ab, an weiten jeder unentgeltlich sich impfen lassen kann. Es wird ausschließlich Kälberlymphe aus dem staatlichen Jmpfinstitut benutzt, die auch an die prakfischen Aerzte tmcntgelllich geliefert wird. Bei Ausführung der Impfung wird! um Wuudkrankhetten zu verhüten, genau so verfahren, als handele es sich um die Vornahme einer chirurgischen Operation, _

Quittung.

Für die Verwundeten unserer Marine spendeten weiter solgend« Beträge: Proiessor Urstadt 23 Mk>, Lehramts» assessor Tr. Hainer 5 Mk., Ungenannt 20 Mk, A. V. 5 Mk., Frau Kilbinger, Goethestrabe 23, 5 Mk., zusammen 55 Mk,; im ganzen mit den früheren Spenden von 980 Mk.: 1045 Mark. Ten gütige» Gebern herzlichen Tank. Pros. Völztng.

Merkblatt.

Aus Anregung des Reichsamts des Innern tmd des Kgl, Preuß, Ministeriums für Landwirtschaft, Domänen und Forsten, heraus­gegeben von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Berlin.

Verstärkung der Ftittervorrätc,

Tie Zeit für die Aussaat selbst der schnell wachsenden Stoppel- iaaten, wie Sens, Buchweizen und -spörgel, dürste für den größten Teil unseres Vaterlandes vorüber fein, wohl aber kommen folgende K Maßnahmen in Betracht:

1, Haushälterisches Wirtschaften mit allen zu Futterzwecken fj verwendbaren Stoffen, Kein voreiliges Verkaufen von Futter-> und Ttreumitteln,

2, Schleunigste Aussaat frühzeitig verwendbarenFrühjahrs- \

grünjutters: a) Johannisroggen oder gewöhnlicher Roggen mit , Zottelwicke: b) Raps mit Futterroggen; c) Inkarnatklee oder -O Schwedenklee. . fl

3, Stehenlassen des alten Klees und Kräftigen desselben mittels Jj angemessener, leicht löslicher Kunstdünger inötigenfalls mit etwas >>- Stickstoffdünger nachhelfen!). Eine schwache StaUmistdecke beschleu- « nigt das Wachstum,

4, Etnsäuern oder gegebenensalls Trocknen bezw, Heuen von Grüiidüngmigsptlanzen, wie Klee, Serradella, Luvfiten (lediglichM Einsäuerung), auch Rübenblatt oder Kartoffelkraut,

5, Beweiden der Stoppeln, Wiesen und Weiden so lange, lost - nur irgend möglich, auch mit Schweinen. Düngttng der Weiden W und Futterschläge,

6, Das zur menschlichen Ernährung brauchbare Getteide dar> nicht verfüttert werden,

7, Verivendung des gesunden Strohes zu Futterzwecken, 'Als f Ersatz der Einstreu kommen in Frage vornelmtlich Torfstreu, ferner j Wald streu, Heidekraut, Sägespäue, zum Füttern ungeeignetes Kar­toffelkraut, -schilf, Binsen und Erde

8, Im gegebenen Falle Verfüttern von entschälten und ge­rösteten Roßkastanien, Ächeln, Bucheckern, sowie Eintreibell von Schweinen in den Forst,

9, Es ist darauf hinzntvirkeu, daß alle oorliaudenon Trock- nereieu, deren Zahl nach Möglichkeit iwch zu vermehren ist, bis zur höchsten Leistungssähigleit ausgenutzt werden lLohnttockuung).: < Das Trockenruttcr ist mifzubewahren, bis alle wasserreichen Futter- mittel verbraucht sind.

Es ist ernstlich zu erwägen, einen Teil der Zuckerrübenernte> frisch oder getrocknet zu verfüttern,

10, Füttere nach Leistung, d, h, bevorzuge bei der Futter- zuteilnug die leistungsfähigeren Tiere,

Standesatntsttacbricbten.

Gieße»,

Aufgebote: August 29, Georg Schember, Schneider, mit Karoliue Klatihaar, beide in Gießen, September 2. Gustav Wilhelni Stephan, Ztgarrenhändler, mit Lina Ehrtsttne Elisa- bethe Müller, beide tu Gießen 3. Wilhelm Rudolf Rüther, Dreher in Essen, mit Marie Elffe Christine Steinbrecher fit Gießen.

E h e s ch l i e ß u n g^ n: August 29, Wilhelm Weber, Sattler und Tapezier in Bad Salzschlirf, mi^ Maria Ketl fit Gießen,

Geburten: August 23, Tein Schneidermeister Konrad Boß ein Sohn, Erwin Karl Friedrich, 25. Dem Gärtner Karl August Zeiher ein Sohn, Karl August, Dem Gärtner Adam Keibel ein r?ohn, Ernst August Wilhelm, 26. Dem Kaufmann Martin Silbermann ein Sohn, Manfred, Dem Dachdeckermeister Karl Georg Lapp eine Tochter, Gertrud, Dem Wirt Georg Emil Baum eine Tochter, Emilie Christine, 27. Dem Tag- löljncr Heinrich Schreiner ein Sohn, Ludwig, 28. Dem Obec- postasiistenten Heinttch Thraum eine Toäiter, 30, Dem Schlosser Otto Stöhr ein ^ohn, Ludwig Heinrich Otto,^September 2. Dem Geschäftsreisenden Artur Kurt Apitzsch ein Sohn, Helmul Gustav Julius Wilhelm, Dem Privatdozenten und Assistenz­arzt Tr, Wilhelm Oiw Stepp ein Sohn, Hans Karl Gustav Gott­fried Alois,

Ster befalle: August 28, Emilie Luise Marte Lina Lehr-- mund, l Jahr alt, Lindengasse 2, Katharine Emmel, geb,' Will, 72 Jahre alt, Licher Straße 106, 29 Ludwig Karl Emil Sundheim, Kausmann, 56 Jahre alt, Hosmannsttaße 3, Friedrich Hock, 68 Jahre alt, Licher Straße 106, September 1, Franziska Zecher, 1 Monate alt, Mühlstraße 25, 2. Elisabeth Fenster, 20 Jahre alt, Wetzsteingasse 13, 3 Kurt Neumann, Eisenbahn- Praktikant, 25 Jahre alt, Ebelstraße 23,

Büdingen,

Aufgebote: Slugust 27, Ottmar Friedrich Konrad Fuchs, Seisensabrikant tu Offenbach a, M,, mit Anna Margarethe Elisa-- bethe Becker in Büdingen,

Geborene: August 28, Dem Rechtsanwalt Karl Keil ein Sohn, September 1. Dem Glasmacher Friedrich Schönseld eine Tochter, Erna,

Butzbach,

Geborene: August 2, Dem Reckitsamvalt Wilhelm Heinrich Hill eine Tochter, 11. Dem Kutscher Wilhelm Reis eine Tochter, Erna Elisabeth Marie, Dem Metzgermeister Hermann Katz eine Tochter, Edna Selma, 12, Dem Taglöhner Lorenz Leßner eine Tochter, Sofie, 14. Dem Hilssiveicheusteller Jolumu .Hrch Belten ein Sohn, Walter Heinrich, 19. Dem Güterboden­arbeiter Heinrich Hermann Hahn om Sahn, Joses Bernhard Konrad, 27. Dem Amtssekretär Heusinkveld fit Schalk-nnihle lWestsalenl ein Sohn, Rudolf Karl, 31. Dem Weißbfitder- meiftet Jakob Müller eine Tochter, Emma Marie,

Sterbefälle: September 2, Philivv Engeroff, Landwirt und Gardesüsilier im Leibgarde-Regiment Nr, 1l5 aus Groß- Gerau, 22 Jahre alt,

Friedberg,

Geburten: Aug, 21. Dem Fabrikarbeiter Joseph Manßer Zwillinge, 27. Dem Schneider Fttrdricki Wilhelm Thomas eine Tochter, Emilie,

Sterbefälle: Aug, 30, Margarethe Müller, geb, Müll, 70 Jahre alt, Friedrich Stark, Taglöhner, 60 Jahre alt,

Hungen,

Geborene: August l4. Dem Bäcker Hermann Frutig eine Tochter, 24. Dem Bürgermetstereigelilteii Otto Jockel em Sohn, Otto Heinrich, .

Nidda,

Geborene: August 24, Ten Brhnarbeite G:org Seipel eine Tochter, Minna Berta,

Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug, Goetz

ThUring,°8Ch63

Technikum Jimenau

Oie. Prof. Schmidt

Elektro- und Maschinen- | Ingenieure, -Techniker, Werkmeister. Prospekt.

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