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in btm zähen, eklen ®<f>T<unnt zu nrrfmfcti. Ein» einzige SOafrrt' linie durchschucidet diesen ..Poliosi«" genminttn Sumpsgürtel. Aus ilir ImIk'i« die Russen Streitkeäste vorgejdwben, die sich jetzt »och südlich des breiten Sumpsgürtels in Wolhynien aushallen. Ob sie denselben Weg midi zum SJucEjug benutzen können, dürste mehr als fraglich sein. Die österreichischen Korns werden sie in das Sumviland hineinjagen, wenn die Russen es nicht vorzichen sollte», sidi zu ergeben. Auch im Westen zwischen dem ..Poljesj«" und der Weichsel dehnt sich teilweise noch ödes, erst an der osterreichisdien Grenze von Bergketten eingerahmtes Fladilanb. Tannenwälder, Sumpsstrecken, Schilf und Weidcngestrüvv wechseln mit Strecken fruchtbaren Ackerlandes, auf dem sich dürftige Flecken uich Dörfer mit grauen .Holzhäusern erheben. Polnische Landleute in ärmlichen Kleidern arbeiten aus den Feldern, während hier und dort riesige Viehherden die magere Werdeslächc abgrascn. Das ist das Bild der Ebcnevon Lublin. Besondere Schwierigkeiten bereitet hier die Verpflegung großer Truppenmassen. Die einzige .Bahnlinie führt von Lemberg über Samostje nach Lublin uird Cholin. Daneben kommt nur noch der Oberlauf des Bug und die allerdings zwei Kilometer breite Weichsel in Frage, auf der Kähne von beträchtlichein Tiefgang die Nahrungszufuhr für die Truppen besorgen können. Die Feldwege sind schlecht, und der aus grauem, klebrigem Lehm gebildete Boden verwandelt sich bei Regengüssen nur zu oft in kaum zu durchwatenden Schmutz. Es harren also der österreichischen Truppenvcrpflsgmrg schwere Aus­gaben, da sie die Bedürfnisse ihres Heeres durch die Anlegung großer Magazine im Rücken decken muh. Nur Vieh kann in reich­lichem Mage rcguiriert lverden. Das gehört ja dem polnisckien Großgrundbesitzer. Der arme Kleinbauer und Landarbeiter hat dagegen selbst nichts. Brot und das bieräbnlick>cKwas", bilden oft seine einzige Nahrung. Anders liegen oie Verhältnisse auf dem östlichen Teile des österreichisch-russischen Kricgstheaters. An die starken Waldungen des noch au!) österreichischem Boden gelegenen Quelleirgebietes des Bug schließt sich östlidi in der Gegend des russischen Waffenplatzes Dubno flaches Hügelland an, das weiter südöstlich in die reichen Korn­kammern Rußlands ansläiist. in die Täler des Dnjepr, des unteren Bug und des Tnjestr. Große Dörfer von 200 bis 300 Gehöften reihen sich aneinander, und die aus Lehm gebauten und mit Stroh bedeckten Gebäude bergen reiche Vorräte. Zum Teil ist die Ernte schon einaebrachi: Viehherden weiden aus den üvvigen

Wiesen und in weiten Gehegen tummeln sich sehnige Pferde, .hier wohnt der Kleinrusse mir seiner typisch gedrungenen Gestalt, seinem starken Nacken, der kleinen Nase und dem großen Mund, das starre, strohblonde haar unr den Kopf rundherum aügcschnitten. Er besitzt nichts von dem unruhigen Nomadenblut des Großrussen. Sanft und gutinütigcr als der Moskowiter, im Gegensatz zu diesem von starkem Rechtsgesühl beseelt, ist er ein phlegmatischer und schweigsamer Arbeiter, der dem Boden seinen natürlichen Reichtum «bringt und mit Liebe an seiner Scholle hängt. Was die öster­reichisch-ungarische Armee braucht, ist in diesen Gegenden im llcberslust vorhanden. Gute Straßen, reichliche Transportmittcll und nicht zuletzt ein ausgedehnter Bahnncy stehen ihr zur Ver­fügung. Gelingt es ihr, die ivcnigen Gren-!«tungan zu nehmen und die russische Armee entscheidend zu schlagen, dann steht der Weg in das reiche Innere Rußland- mit Moskau als fernen! Ziel offen.

Eine große Schlacht zwischen Desterreichern und Russe».

W i e n, 29. August. (Wiener Telegraphen-Bureau.) Das Kriegspresseguartier meldet amtlich: Die seit dem

26. August tob endegroß eSchlachtdauertfort.

Die Lage unserer Truppen ist günstig. Das Wetter ist lvarm und sonnig. I

Wien, 30. Älugust. (W. B.) Der Korrespondent des Diener Neuen Tageblattes" im Hauptquartier meldet: Die große 2 ch l a ch t ist heute, am vierten Tage, in vollem Gange. Sie steht gut für uns. Die linken Flügel- truppen rücken gegen Lublin und Zamocs langsam, aber sicher vor, stoßen aber immer wieder auf neue ver­schanzte Gegner. An Stelle von Frontalangriffen sind zeit­raubende Umgehungen notwendig. Drei Zügen des Infanterieregiments Nr. 72 gelang ein rascher Frontal­angriff, bei welchem zwei russijckze .Hauptleute, sechs Subal- tcrnofsiziere und 470 Maun gefangen genommen wurden. .Die Kräftegruppen zwischen Bug und Wieprz griffen ein« russische Division mit Erfolg an, so daß sie nur unter dem Schutz der Nacht entkam. Generalstabshauptnürnn Roh­mann ist mit seinem Flugzeug abgestürzt und getötet worden. Das Armeeverordnungsblatt veröffentlicht gerade heule eine Auszeichnung Roßmanns für hervorragendes tapferes Verhalten vor dem Feinde.

WDB.) Wien, 30. Aug. >Nichtrrmtlicb.) Da? hiesige österreichisch-ungarische Generalkonsulat stellt uns die fol­gende Zirkulardepcsche des Grafen Berchtold zur Verfügung:

Soweit sich heute mittag überblicken läßt, ist das große Minzen unserer Armeen mit Hauptkrästen des russischen Heeres noch nicht zur Entscheidung herangereisl. Nur die Er­folge der von dem General der Kavallerie Viktor Dankl in der Schlacht bei Krasnik siegreich geführten Armee sind bereits einigermaßen zu übersehen. In einer zweiten Schlacht vom

27. August, die durch die heldenmüttge Erstürmung einer stark besestigten Stellung auf den Höhen von Nicbrzwicabuza

gekrönt war, gelang es, die bei Krasnik zurückgeworfenen russischen Kräfte und herangeführten Vefftärkungen im ganzen etwa zehn Divisionen von sechs verschiedenen Korps neuerlich z u schlagen. Eines unserer Korps nahm in dieser zweiten Schlacht einen General, einen Obersten. 3 sonstige Stabs- und 40 andere Offiziere und zirka 2000 Mann gefangen und erbeutete wieder sehr viel Kriegsmaterial,"

Ausstand in Rusfisch-Pole».

Krakau, 29. Aug. (Nichtamtlich.! Die Zeitung Ezas brachte gestern die Nachricht, daß in Kielce folgende Be­kanntmachung an die Einwohner von Kielce angeschlagen worden ist:

Am heutigen Tage habe ich die Führung der politischen Geschäfte der Stadtverwaltung übernommen. Im Namen des Ober-Kommandos der volnischen freiwilligen Legionen fordere ich die Bevölkerung zum Eintritt in die Reihen der polnischen Legionen unter Teilnahme an dem Wirken für die nationalpolnische Sache aus. Folgende An­ordnungen find genau zu befolgen: Alle r u s s i s ch e n A u f- schriften, Schilder usw. sind binnen 24 Stunden zu entfernen; Zuwiderhandelnde werden zu strengen Ver­antwortungen gezogen. Auf öffentlichen Gebäuden sind p o l- nischeNatioual-Fahnenzu hissen. Mit der Exckutiv- Gewalt hinsichtlich politischer Uebertretungen, Vergehen ist hie Feld-Gendarmerie der volnischen freiwilligen Legionen betraut. Es ist jedermanns Pflicht, Verräter und Spione den Behörden anzuzeigen. Druckschriften unterliegen der mili­tärischen Zensur. Die Bevölkerung ist aufgesordert, allen An­forderungen der österreichischen Behörden Folge zu le isten. Die Bekanntmachung ist unterschrieben von dem Kommissär der polnischen freiwilligen Legionen Msokolmki.

Wien, 29. Aug. (W. B.) (Nicht amtlich.) DieReichs­post" veröffentlicht den Bericht ihres Sonderberichterstatters bei den polnischen Freiwilligen aus Jedrze- j o w vom 22. August. Der Bericht stellt fest, daß die pol­nischen Schützen überall von der Bevölkerung, in welcher der

Haß gegen die Russen sehr groß sei, begeistert aufgeuonimim wurden. In allen besetzten Orten Russisch-Polens ivürden die waffenfähigen Männer in Abteilungen organisiert, die infolge ihrer guten Ortskenntnis ausgezeichnete K u n d s ch a s t e r d i e n st e leisteten. Die Beschießung von Kielce durch die Russen hätte keinen großen Schaden angerichtet, da die Russen s ehr schlecht schossen. Tie polnischen Schützen hätten sich überaus tapfer gehalten und die Stadt bis zum Anrücken militärischer Kräfte verteidigt. Nach sechstägigem Kamps gelang es, die russischen Stellun­gen bei Kielce zu umgehen und den Feind zum schleunigen Rückzug zu zwingen. Ein jüdischer Spion wurde verhaftet und standrechtlich erschossen. Zn Kielce fand der Be­richterstatter imKuryer Warszapski" vom 44. August ein Manifest der russischen Regierung an die Polen, in welchem es heißt, daß oie Russen einsähen, daß den Polen gegenüber viele Fehler begangen worden seien. Diese sollten jetzt gutgemacht werden. Rußland wolle Polen als einer slawischen Ration zur Erkämpsimg ihrer Freiheit Hilfe leisten. Der Bericht fährt fort: Das Manifest wurde nattirlich sehr kühl ausgenommen. Die Kosaken plünderten und raubten, was sie konnten, entflohen aber zumeist, sobald sie unserer Truppen ansichtig lvurden. Sie wagen sich nur in großen Massen vor und verschwinden, wenn sie Gefahr wittern.

Die Neutralen.

(WTB.) Berlin, 29, Aug. DieNorddeutsche Allg. Zeitung" schreibt über die französischen Drohungen gegen die Neutralen:

Am vergangenen Samstag, als schon in aller Welt die ersten schweren Niederlagen der Franzosen bekannt waren, führte die französische Presse gegen die Neutralen nocki eine sehr drohende Sprache. Der Senawr Gervais schilderte an jenem .Tage im Mattn" die diplomatische Situation Frankreichs in den rosigsten Farben. Den Italienern gab er hochmütig zu verstehen, daß die­jenigen, die sich keinen Gefahren aussetzten, auch an der Beute keinen Anteil haben würden. Offenbar denkt Italien jetzt über diese wichtige Frage nach. Wir haben den Italienern keine Rat­schläge zu geben. Sie wissen, wo ihre wahren Interessen sind, ivir schenken ihnen unser Vertrauen und unseren Kredit. Ebenso hochnäsig war die Sprache gegenüber Holland. Wir müssen mit gewissen Erscheinungen einer unsicheren Neutralität nachsichtig sein. Diese Gefühle haben wir auch gegenüber Holland. Es scheint, daß es alle Maßregeln ergriffen hat, um seine territoriale Neu­tralität zu sichern. Es bedarf aber auch der politischen und wirt­schaftlichen Neutralität; über diesen Punkt sind besondere dntrol- lierte Zusicherungen unumgänglich. Den Türken wird schließ- sich für bald eine Abrechnung in Aussicht gestellt. Etwas ele­gischer bebandelt an diesem Tage schon Jean Hcrbette imEcho de Paris" die Türkei. Er meint, daß Frankreich Verwicklungen im Orient nicht brauchen könne. Den Franzosen müsse daran liegen, daß das Kriegstheatcr nicht unnötig ausgedehnt werde und daß ihren Freunden, den Serben, nichts vom Balkan her geschehe. Alles das ist nun heute leeres Gerede, hinter dem keine Macht mehr steht,

Washington, 29. Aug. (Nicht amtlich.) Präsident Wils on veröffentlichte eine Erklärung, in der er die Neu­tralität der Bereinigten Staaten im Kriege zwischen Japan und Deutschland und zwischen Japan und Oester­reich-Ungarn ankündigt.

Ein Aufruf der neuen französischen Regierung.

(WTB.- Paris, 29. Aug. (Nichtamtlich.) Der in der vergangenen Nacht unter dem Vorsitz des Präsidenten Poin- cars zusammengetretene Mmisterrat billigte den Wortlaut eines Aufrufs der neuen Regierung an die Bevölkerung. Der Wortlaut ist folgender:

Frmizosen! Die Regierung nahm von dem Kampfplatz Besitz, Das Laub weiß, daß es aus Wachsamkeit und Energie zählen kann, weih, daß ihr ganzer Geist dem Lande gilt. Die Regierung weiß, daß sie mit das Land zahlen kann. Seine Söhne vergießen ihr Blut für das Vaterland und die Freiheit an der Seite der englischen und belgischen heldenmütigen Armee, sie halten ohne Zittern den furchtbarsten Surm von Ersen und Feuer ans, den je ein Volk überschüttet hat. OT« bleiben aufrecht. Ruhm den Lebenden und Ruhm den Toten! Menschen fallen, aber dte Nation bleibt bestehen. Der endgültige Sieg ist gesichert: ein sicher großer, aber nicht entscheidender Kampf beginnt. Wie auch der Effolg sein wich, der Kriegwirdsort- dauern. Frankreich ist iricht eine so leichte Beute, wie «in tmduld- samer Feind sich eingebildet hat. 'Der Franzosen Pflicht ist tragisch, aber einfach: den Eindringling rnrückzuwersen, ihn zu verfolgen, unseren Boden von seiner Gegenwart, die Freiheit von seinen Fesseln zu besieieit, austzuhalten bis zum Möglichsten, bis zum Aeußersten, falls nötig bis ans Ende. Unseren Geist Und unsere Herzen über die Gefahren hinauLheben, Herr mrserer Ge­schicke bleiben. >

tuend dieser Zeit marschieren unsere Verbündeten, die Russen, mit entschlossenen Schritten auf die Hauptstadtdes Deutschen Reiches ( !) zu, die von Angst beherrscht zu werden beginnt. Das Beibringen von Truppen und sie »urückzieben, viele Niederlagen werden vom Lande alle Opfer fordern, alle Hilfs­kräfte verlangen, die es an Menschen und Kraft geben kann. Seren wir daher fest entschlossen. Das nationale Leben, unterstützt von sinanziellen und administrativen Maßnahmen, wird nicht unter­brochen. Laßt uns Vertrauen haben zu uns selbst und alles ver­gessen, was nicht das Vaterland betrifft. Wenden wir das Gesicht gegen die Grenze. Wir haben eine Methode, einen Willen. Wir werden siegen!

Der Aufruf ist von allen Ministern unterzeichnet.

Au§ der Tüttel.

MTB.) Konstantinopel, 29. Aug. Ebenso wie die Siege der österreichisch-ungarischen Armee bei Krasnik sind auch die Meldungen von den Siegen der Deuffchen auf der ganzen Front von M a u b e u g e bis zu den S ü d v o g e - sen von der türkischen Oeffentlichkeit mit lebhafter Ge­nugtuung ausgenommen worden, Das BlattTerd- schuman-i-Hakikat" hebt die Bedeutung der Siege hervor, die es als entscheidend für den Kriegsausgang hält, und sagt, niemand könne daran zweifeln, daß die Deutschen in vier­zehn Tagen in Paris sein werden.

Ko nstan ti n opel, 30. Aug. (WDB. Nichtamtlich,) Die gesamte türkische Presse zählt die großen deutschen Siege mit Genugtuung <urf. Tie Meldungen über die deutschen Siege rufen in der hiesigen deutschen und ösber- reichisch-uugarischen Kolonie sowie bei dem türkischen Pu­blikum fortgesetzt lebhafte Freude hervor. Der Abge­ordnete Ubeidullah, der vor >drei Jahren in einem Peraer Theater bei einer dort.abgehaltenen Probestversamm- lung gegen die englisch-russische Politik in Persien eine be- eisterte Rede für Kaiser Wilhelm und Deutschland gehatten atte, stattete gestern in Begleitung von drei arabischen No- kabeln aus Mekka dem deutschen Botschafter einen Besuch ab, um ihm seine Glückwünsche anläßlich der deutschen Siege auszusprechen.

Kon stau tinopel, 30. Aug. ,'WTD. Nichtamtlich.) Das griechische Generalkonsulat hat eine Ver­ordnung des griechischen Kriegsmiuisters anschlagen lassen, derzufolge sich die Reservisten und Landsturm-

manner alter Waffen im Falte einer Movttmacyung bei ihren Truppenteilen zu stellen haben. Kriegsminlster Envcr Pascha, der seit einigen Tagen infolge einer In­disposition das Zimmer hüten mußte, wird morgen seine Tätigkeit wieder oufnehmen. In Adrian opel fielen einem aus Unbekannter Ursache entstandenen Brande etwa 7 00 Häuser zum Opfer.

(WTB.) K o n st a n t i n o p c l, 29. Aug. Eine offizielle Mitteilung der Pforte besagt: Wegen der Mobilisie­rung ist es ausländischen Flugzeugen verboten, über türkisches Gebiet zu stiegen. Die Militärpostcn sind an­gewiesen, auf Zuwiderhandelnde zu schießen. Infolge der Mobilisierung entfaltet der Rote Halbmond seit einigen Ta­gen eine eifrige Tätigkeit in Stambul. Drei große Schulen wurden als Spitäler eingerichtet und ein Ausschuß gebildet, dessen Aufgabe es ist, die Mittel zur Sicherung der Ver­proviantierung Konstantinopels sowie zur Hererubringuilg der Ernte und zur Durchführung der landwirtschaftlichen Ar­beiten des kommenden Jahres zu prüfen. Die Stadtpräfektui! teilt mit, daß die Einfuhr von.Getreide frei ist.

Was ein Italiener vom Kaiser im Hauptquartier erzählt.

DaS Giornale d'Jtalia veröffentlicht einige Tele­gramme, die Giorgio Guglielrni von einem Deutschen aus der Umgebung des Kaisers, den der italienische Abgeordnete au Bord der Jacht ,Hohenzollern" kennen gelernt hat, gesandt worden sind. Lhr diesen Telegrammen liest man: Wer in diesen Tagen ein Blick in das Hauptguartier des Kaisers werfen könnte, der würde überrascht sein von d«L Ausdauer, von der Selbstverleugnung, von der ruhigen Sicherheit, mit der die Militärs, Politiker, Diplomaten nnd Beamten arbeiten. Der Kaiser, der in die erufachp Feldunfform gekleidet ist, ist fast Tag und Nacht tattg. Seine Pflichten waren schon in Friedenszeiten scchr zahl­reich, und sie haben sich jetzt mehr a!Z man ahnen konnte^ vermehrt. Der Kanzler, der Staatssekretär für die Llu?- wärtigen Angelegenheiten, einige Diplomaten, der Kriegs­minister und der Ehef des Marinekabinett? sind bei ihm. Der Charakter des Deutschen Reichs als Bundesstaat wird zum ersten Male in einem Feldgug durch die Anwesenheit der Bevollmächtigten Bayerns, Sachsens und Württem­bergs im Hauptquartier betont. Die Zahl der Herrschen der Bundesstaaten, die im Hauptquartier anwesend sinttz ist beschränkt, da die Mehrzahl von ihnen ins Feld an die Spitzen ihrer Truppen gHogen sind, und die ältesten, wie z. B der König von Bayern und von Württemberg, hie Großherzöge von Baden und Oldenburg sind in ihre« Hauptstädten geblieben. Döan kann in diesem Augenblick das deutsche Große Hauptquartier das Herz Europas nennen."

General Josire dienstmüdc?

Kope nHagen, 30. Aug. (WTW. Nichtamtlich.) Pariser Dlättermeldungen, die über Rom kommen, besaigen, General! Josire verlange den Abschied als Oberstckommandieren- der. lAls Grund habe er das schlechte Zusammen­arbeiten unter den Generälen arrgogeben. .

Französische Raubgelüste?

B er l i n, 30. ßbug. (W. B. Nichtamtlich.) DieNord­deutsche Allgemeine Zeitung" schlecht über angebliche lieber­griffe gegen deutsches und österreichisches Privateigentum: Wie aus Genf gemeldet wird, sollen nach einer Bekannt­machung der französischen Generalzolldirektton vom 13. Au­gust alle Waren deutschen oder österreichischen Ursprungs (einschließlich der Durchfuhrgüter), die entweder noch nicht deklariert oder silr deuffche oder österreuhisch-unoarische Empfänger bestimmt sind, zwecks Konsiskation und Ver­äußerung zu Gunsten der Staatskasse beschlagnahint wer­den. Wir gÄen diese Meldung mit allem Vorbehalt wieder, da wir nicht ohne weiteres glauben möchten, daß sich dick französische Regierung in dieser Weise an Privateigentum vergreifen und damit allen Regeln des Völkerrechts ins Gesicht schlagen würde Trotzdem empfehlen >oir allenJnter- essenten, deren Güter nach Frankreich uitterweigs oder sich in neutralen Häfen befinden, aus das dringendste, ihre Maren, wenn irgend mögliche zurückzuhalten.

Am dem Reiche-

Berlin, 29. Aug. (W. B. Nicht amklüb) Der MagKrrck von Osterode in Ostpreußen hat telephomert. daß samüiche Flüchtlinge zurückkehren können, da der Feind geschlagen morde» ist.

Berlin, 29. Aug. (23. S.) Der bekannte Vertreter der Chinesischen Sprache an der hiesigen FriedriH-Wilhckm-Universität Geh. Reg.-Rat Professor Johann Jakob Maria G r o o t, der 1941' au4 Leiden in Holland lßerber berufen worden ist, hat die Hälfte seines Gehaltes als lUnversitälsprofeffoi: für die Dauer des Krieges seineni zweiten Heimatlande zur Verfügung gestellt. Der Kultusminister hat den Bettag angenommen und wird ihn dem HilsSkomitee für die ostprenßtschen Landsleute über­weisen. Die Großherzogtümer Mecklen bürg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz haben sich in dankenswerter SSeise der preußischen Regierung gegenüber bereit erklätt, eine größere Zahl ostpreußischer Flüchtlinge längere Zeit in Quartier zu nehmen.

Hamburg, 30. August. (WB. Nübtamesich.s Der G-satz- envnuff, betr. die Einrichtung einer Hilfskasse für Ge­werbetreibende, der Staatsdarlehen bis zum Bettgge von drei Millionen Mark gewährt werden können und für dexen Be- schafsmig Schatzanweisungen ausgegebcn werden sollen, hat in der Bürgerschaft einstimmig Annahme gefunden. Die Bürgerschaft bat auf 'Antrag des Senats 200 000 Mark zur UMerstützung der vom Kriege betroffenen ostpreußischen Bevölkerung be­willigt, und den S«rat ermächttgt, für die Dauer des gegenwärtigen Krieges ein durch eine hamburgische Behörde erngeleitetes, oder von einem Hamburger Gericht schwebendes Strafverfahren gegen zu den Fahnen einberufene Personen nicderzuschlagen.

Hamburg, 29. Aug. (W. B. Nichtamtlich.) Die Bür­gerschaft hat mit großer Mehrheit den sozialdemokrattschen An- ttägen zugestimmt, die den Senat ersuchen, auf größere Beschleu­nigung in der Ausführung der Anordnungen hinzuwirken, die sich beziehen auf Jnarigrsifnahme und Wiederaufnahme von Staats- arbeiten und Lieferungen, die nach Möglichkeit an ham­burgische Unternehmer zu vergeben sind, die vervstichiet werden sollen, in erster Linie hamburgische Arbeiter zu beschäf­tigen und unter allen Umständen die gewerbsüblichen tariflichen Lohn- und Arbeitsbedingungen zu erfüllen. Ferner soll den Ebe- s r a u e n der zum Heeresdienste Einberufenen im Falle der Be- dürfttgkeit ein Zuschlag zu den im Reichsgesetz festgesetzten Müidest- beiträgen von mindestens 200 Prozent und für die unterhalttmgs- pflichttgen Angehörigen von 100 Prozent gewähtt tverdcn. Im BundeSvat soll der Senat dahin wirken, daß bis auf werteres den Sviritusbrennereien die Herstellung von Tnnkbranntwein Verbote» werde. . ___ <