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Wie die Berliner Blätter aus Thorn melden, gelang es in der Gegend dinier Nieszawa den deutschen Truppen, 46russischeGendarmerie undPolizeibeamte. die mir der Aushebung von Militärpersonell beschäftigt waren, gefangen zu nehmen. Die Leute wurden als Kriegsgefangene hier eingelieferl und eine Nacht im Gesang nis untergebrackl Dann erfolgte ihr Weitertransport nach dem Artillerieschießplatz Hammerstein,
In Lnck wurde vor einigen Tagen ein russisches Flugzeug mit Erfolg beschossen. Es fuhr riber die Stadt, und die Insassen warfen B oJn b « n herunter, die aber keinen Schaden anrichteten, Tic deutsche Infanterie überschüttete big Flieger mit heftigem Gewehrfeuer, Dabei wurde ein Ftiigel des Propellers abgeschossen, woraus der Apparat in den Wald stürzte, Kavallerie ritt sofort nach und fand das Flugzeug, Der eine russische Offizier war erschossen, der andere hatte sich beim Absturz das Genick gebrochen.
Ta» Gefecht bei Stallupöncn.
Aus einem im „Bert, Lokal-Anzeiger" veröffentlichten Feldpostbrief über das große Gefecht bei Stallupöncn, das mit der Gefangennahme von 3000 Russc n endete, entnehmen wir:
Auf dem Wege zum Bahnhof begegneten mir Militärautomobile mit Schwerverwundeten, Auf dem Gülerbahn- Hof war soeben ein Gesangencnzug aus Stallupöncn an- gekommen, dessen Wagen zum kleineren Teil leichtverwundete deutsche Soldaten, zum größeren Teil gefangene Russen bargen. Unsere Leute waren bei guter Stimmung Am Samstag schon hatten kleinere Truppen einen Abstecher nach Rußland gemacht, sich aber wieder zurückgezogen, da sich der Feind in gedeckten Stellungen befand, Montag war es dann zu einem ernsten Zusammenstoß gekommen, Nach den Erzählungen unserer Leute hat sich vor allem unsere Artillerie als der russischen sehr überlegen gezeigt, sowohl was die Treffsicherheit als auch was die Wrrkung der Geschosse betrisst, Tie russischen Granaten sollen fast alle nicht krepiert sein, Bon der r u s s i s ch e n I n- santerie erzählt man, daß sie sich selten aus den gedeckten Stellungen herauswagte, Nachdem man festgestellt hatte, daß die russischen Schützen namentlich gerne aus den Fenstern der »äuscr, insbesondere aus den .Kellerfenstern schießen, hat man sie durch Artilleriefeuer schnell daraus vertrieben, Offenen Kamps sollen die Russen scheuen, „sobald wir aufsprangen und stürniten," erzählte mir ein Berliner, „rissen sie aus, und tvewu wir sie einholten, warfen sie die Flinten weg und ließen sich gesangennehmen," Ein, anderer Berliner erzählte mit Stolz, daß er allein' fünf Russen gefangen habe, die er in einem Graben überraschte. Auch von der Bestrafung eines verräterischen Müllers an der Grenze erzählte mir ein Grenadier: „Der gute Müller hatte seine Windmühle als Signal für die Russen benutzt und sie nicht nach dem Winde, sondern stets nach der Seite gedreht, wo unsere Artillerie stand. Tas merkten wir aber bald, und da haben wir ihn der Einfachheit halber in seiner Windmühle aufgehängt," lind nun die russischen Gefangenen! Es war fast alles Infanterie, In graugrünen Kitteln und gleichfarbigen Mützen, Zum größten Teil waren es südifche Leute aus den Grenzgouvernements, Sie konnten fast, alle etwas deutsch und versicherten, daß sie höchst ungern in den Krieg gegangen seien, da sie Rußland nicht als ihr Vaterland betrachren könnten. Einer erklärte, er hätte überhaupt keine Kugel in seinem Gewehr gehabt. Alle waren sehr ausgehungert und warteten auf Essen, Mit neidischen Blicken stierten sie auf scden unserer Soldaten, der eine Zigarette rauchte. In einem Abteil für sich war ein gefangener russischer Hauptmann untergebracht, der einen sehr guten Eindruck machte. Es schien ihm ganz gut zu gehen. Er nickte meinem kleinen Neffen freundlich lächelnd zu und sagte zu dem ihn bewachenden Grenadier, der etwas russisch verstand, er habe auch einen kleinen Jungen zu Hause, Freimütig erklärte er auch, daß er sich hier viel sicherer fühle als aus dem Schlacht- felde!
Russen und Ocsterreicher.
O f c n p c st, 21. Aug. Tas Blatt Az-Est meldet aus Czcr- nowitsch: Die Russen machten mehrere Versuche, über die Grenze der Bukowina v o r z u d r i n g c n. Alle diese Versuche wurden von itnseren Truppen energisch zurückgoschlagen. Besonders zwischen Kkowo-Sielidza und Okua erlitten die Russen schwere Verluste. Die Russen versuchten, an inehreren Punkten das Vordringen nnscvcr Truppen zu verhindern, wurden jedoch stets mit großen Vcr- lüsten zurückgedrängt.
Krakau. 21. Aug. Ein hiesiges Blatt meldet: Mehrere in das Militär-Spital ein gebrachte Verwundete des Oli- mützer Infanterie-Regiments erzählen, daß bei Krasnick unweit von ?sielce eine Schlacht stattgesnnden habe, in welcher der dreifach überlegene Feind von den österreichischen Truppen geschlagen wurde.
Reue österreichische Eiubcrusuugcn.
Wien, 21. Aug, Durch eine heute erlassene Kundgebung werben alle zu Erntearbeiten verwandte Reservemänner, Ersatzrcscrvistc» und Landslurmmünner sowie mch- rere Altersklassen bisher nicht einberusener Landsturmpflich- tiger, insbesondere diejenigen, die bereits gedient haben«, für Ende August zu den Waffen berufen.
Revolution im Kaukasus.
Wien, 81. Aug, Me Südslawische Korrespondenz meldet aus Konstantinopel: Der Aufstand ini Kaukasus gegen Rußland ist zu einer vollen Revolution aus- geartet. Seit Tagen fanden blutige Kämpfe zwischen den Aufständischen und den treugebliebenen russischen Truppen statt. Der Verlauf der Ereignisse im Kaukasus und an der Grenze wird in türkischen Regierungskreisen mit zunehmcn- ber Unruhe verfolgt, Abordnungen der kaukasischen Grenzorte erscheinen bei den türkischen Truppen-Gchandtschaften und bitten um Einmarsch der türkischen Armee, Me Lage beginnt unhaltbar zu werden,
Tie Serben.
Me „Südslawische Korrespondenz" meldet aus
Semlin: Nach verbürgten Nachrichten zwingt die
serbische Behörde die in Serbien zurückgeblrebe- neu s l a v i s ch e n Untertanen der Monarchie, sich na- turalisieren zu lassen und wendet zu diesem Zwecke die ärgsten Mittel an,
Tie polnische Bewegung.
Posen, 20. Aug, Ter „Tziennik Posaniski", das angesehenste Blatt i» Preußisch-Polen, weist daraus hin, daß die Lage der Polen noch niemals so gewesen sei wie jetzt. Infolge der Plötzlichkeit des Kriegsausbruchs war es nicht möglich gewesen, rechtzeitig eine einheitliche Front aller Polen zu schassen. Bei den kriegführenden Parteien handele es sich nicht nur darum, von den Polen eine einheitliche
Front zu vertangen, sonoern auu- uüui einzugu-oeu, folge des ausgebrochenen Krieges sei es nun schwierig, eine einheitliche Front aller Polen herbeizutühren, aber es müßten doch alle Mittel versucht werden, daß die polnischen Fraktionen in Berlin, Wien und Petersburg zusammen- kommen und über die Lage der Polen beraten, schwierig sei es nur, die Mitglieder der polnischen Dumasraktion zu dieser Beratung zu versammeln, Tie Mitglieder in Deutschland und Sesterreich werden aber ln einer Konferenz zu- sammenkommen und die Lage besprechen,
Russische Truppen in Bessarabien.
Bukarest, 20, Aug, Tic russische Gesandtschaft läßt dementieren, daß die Truppenbewegungen längs der rumänischen Grenze in Bessarabien eine außergewöhnliche Bedeutung hätten. Sie seien aus die Tatsache zurückzuführen, daß in dieser Gegend nur eine große Bahnlinie vorhanden sei, aus der die Truppen nach dem Kriegsschauplatz im Norden besördert werden, (Nationalztg.)
Tie Haltung Rumäniens.
Bukarest. 80, August, Der Schriftsteller und Vorkämpfer der nngarländischen Rumänen Ion Slovici weist rn der „Seara" darauf hin, daß angesichts der Gefahr, die das Russentum für die Rumänen darstellt, die Rumänen sowohl in Ungarn als auch in der Bukowina sich zusammengeschlossen haben, um den gemeinsamen Feind zu bekämpfen. Die Richtigkeit dieser politischen Auffassung vertreten auch die Rumänen des Königreichs, wie Stere Dobrogeann und Gherea, Nur von lebhafter Besorgnis erfüllt, können die Rumänen an das Schicksal denken, das ihren Stammesbrüdern bereiret würde, wenn Rußland aus diesem Kriege siegreich hervorgehen würde, Diese Tendenz sei jahrzehntelang von den größten Staatsmännern Rumäniens vertreten worden. Heute machen sich Tendenzen geltend, die nach der russischen Seite zielen. Dieses ist nicht nur für den rumänischen Staat gefährlich, sondern auch ein Zeichen mangelnder Liebe für die Stammesbrüder in der Monarchie.
Spaniens Neutralität.
Das Königlich Spanische Konsulat in M a i n z teilt uns mit, daß es von dem spanischen Botschafter in Berlin beauftragt ist, die falschen Gerüchte, welche ein Teil der ausländischen Presse über die Haltung Spaniens in dem gegenwärtigen Konflikt verbreitet hat, aufs entschiedenste zu dementieren und klar und deutlich bekannt zu geben, daß Spanien mit keiner Nation irgendwelchen Vertrag eingegangen ist, der es in irgendeiner Weise zum Eingreifen verpflichtet und daß infolgedessen Spanien schon offiziell erklärt hat, daß cs entschlossen ist, die allerstrengste Neutralität während des gegenwärtigen Krieges zu wahren.
Tas deutsche Hecreskommando an die Bevölkerung der eroberten und besetzten Städte
Tie Kommandanten erlassen nach Einmarsch an die Bürger der Städte in Feindesland folgende Bekanntmachung:
Ein Truppenkorvs der deutschen Armee unter meiner Führung hat ihre Stadl besetzt, Ta der Krieg nur zwischen den Heeren gesührk wird, garantiere ich in aller Form, Leben und Privateigentum aller Einwohner unter folgenden Bedingungen:
1, Tie Einwohner enthalten sich streng scher feindlichen Haltung gegen die deutschen Truppen,
2, Tic Lebensmittel und Fourage für unsere Leute und Pferde' sind von den Einwohnern zu liefern, Jede Lieferung wird sofort in barer Münze bezahlt oder es loird eine Quittung ausgestellt, deren Begleichung nach beendigte Kriege garantiert wird,
3, Tie Einwohner hadeii unsere Soldaten und Pferde aus das beste unterzubringen und die Häuser während der Nacht zu
beleuchten,
4, Tie Einwohner haben die Wege in befahrbaren Zustand ?.u versetzen, alle durch den Feind errichteten Hindernisse zu entfernen und unsere Truppen auss beste zn unterstützen, damit sie ihre im Feindesland doppelt schwierige Ausgabe erfüllen,
5, Es ist verboten, sich aus den Straßen zusammenzurotten, die jGlocken zu läuten oder mit dem Feind in gleichviel welcher Art in Verbindung zu treten,
6, Alle Waffen, welche sich im Besitz der Einwohner befinden, müssen innerhalb zwei Stunden auf der Bürgermeisterei abgegeben wcrdftn.
7, Ter Bürgermeister, der Geistliche und vier airgesehene Bürger der Stadt haben sich sofort zu mir zu begeben, um als Geiseln während des Ausenthalies der Triwpen zu dienen.
Unter diesen Bedingungen — ich wiederhole es — sind Leben und Privateigentum der Einwohner absoüit sicher. Me strenge Disziplin, an welche unsere Truppen gewöhnt sind, ermöglicht es sogar, daß kein Einwohner gezwungen wird, seine Geschähe zu vernachlässigen oder seinen Herd zu verlasseir. Andererseits werde ich die strengsten Maßnahmen treffen, sobald die vorgenannten 'Bedingungen nicht erfüllt iverden. In dieser Hinsicht Irrerde ich niich in erster Linie an die Geiseln halten. Autzer- dcni wird jeder Einwohner erschossen, welcher mit Waffen in der Hand oder bn irgend^einer unseren Truppen feindlichen Handlung betroffen wird. Schließlich ist die ganze Stadt verantwortlich für die Handlungen jches einzelnen ihrer Einwohner und wird daher gut tun. eine gegenseitige Aussicht zu üben, um die Einwohner vor den unangenehmen Folgen zu bewahren, welche ein Zusammenwirken mit dem Feinde nach sich ziehen muß.
Die Behandlung der Fremden in Deutschland.
Berlin, 21. Ang, Im „Mcttin" und anderen französischen Blättern wird behauptet, daß Angehörige der mit Deutschland im .Krieg befindlichen Staaten jn Deutschland unmenschliche Behandlung, Verfolgung und Beraubungen zu erdulden hätten. Der mit dem Schutze *ber französischen, russischen und belgischen Staatsangehörigen beauftragte hiesige spanische Botschafter Polo de Beinahe ermächtigte das Auswärtige Amt, in seinem Namen diesen falschen Meldungen aufs entschiedenste zu widersprechen. Der spanische Botschafter stellt fest, daß die Fremden mit aller, ihrer miß- liehen Läge schuldigen R ü ck s i ch t und Achtung behandelt werden. Hierfür bildeten die freiwilligen Erklärungen, welche die betroffenen Fremden selbst deni Botschafter dauernd ab- geben, ein unwiderlegliches Zeugnis, Es sei nur natürlich, daß die militärischen Notwendigkeiten Maßnahmen ver- aiilaßten, worunter die Fremden vorübergehend zu leiden hätten: aber in alten Fällen seien die Maßnahmen sofort eingestellt worden, sowie sich herausgestellt hat, daß sie nicht mehr erforderlich waren. Allerdings beklagt der Herr Botschafter, daß die Staatsangehörigen feindlicher Länder, einschließlich alter, kranker Leute, sowie der Frauen und Kinder infolge der militärischen Anordnungen noch immer nicht über die Grenze gelassen werden Auch die deutsche Regierung bedauert, daß dies notwendig ist: Härten sind jedoch in Kriegszeiten leider nicht zn vermeiden, das werden auch jetzt die in Feindesland znrückgehattenen Deutschen emp- ffnden müssen. Von der deutschen Regierung sind bereits Schritte eingeleitet worden, um für die Angehörigen der gegen uns Krieg führenden Staaken nach Möglichkeit derartige unverschuldete Härten abzustellen, Entsprechende Maßnahmen sind in kurzer Zeit zu erwarten.
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teilt mit, daß die Zusendung neuer ausländischer Zeitungen erwünscht ist, Wer solckw Zeitungen besitzt oder beschaffen kann, lasse sie a» die Nachrichtenabteilung des Admiralstabs, Berlin, Königin-Wigusla-Straßc 38, gelangen, Eine Rücksendung kann nicht erfolge». Jede Unterstützung wird dankbar begrüßt,
Tie Ostsee ist frei!
Wiederholte Rekognoszierungen unserer Seestrcitkräfte bis hinaus zum finnischen Meerbusen haben, so schreibt das Wolff-Bureau, den Beweis erbracht, daß in der Ostsee kein feindliches Fahrzeug zu sehen ist, Ter neutralen Schiffahrt droht also auch in der Ostsee südlich von dem finnischen Meerbusen keine Gefahr,
Tic cngtischen Sozialisten gegen de» Krieg.
A m st e r b a in, 20, Aug, Me Sozialisten hielten in Manchester eine Versammlung ab, in der sie nochmals in llcbereinstimmung mit der Rede Ramsay Macdonalds sich gegen den Krieg vom 3. August erklärten und schwere Anklagen gegen die Regierung erhoben, Englands Aufreizung der gelbe» Rasse.
Wien, 21, August, Das „Fremdenblatt" schreibt zn dem Ultimatum Japans: Japan ist in die Reihen der Gegner Deutschlands getreten. Damit hat sich ein Ereignis vollzogen, welches in Zukunft für England weit gefährlicher werden wird alS gegenwärtig fiir Teutfästanb, Bisher war es die weiße Rasse, welche den Gang der Ereignisse bestimmt hat. Jetzt ist es England, welches — selbst mehr als 300 Millionen asiatischer Untertanen besitzend — dem kriegstüchtigsten asiatischen Volk Gelegenheit gibt, in einem rein europäischen Konflikt eine Rolle" zn spielen, England stärkt die Position Japans in Ostasien, verkeimt die eigenen wichtigsten Interessen und löst, um seine momentane Rachsucht zu befriedigen, den Grund zu zukünftigen schweren Sorgen, England vergreist sich an neutralen Kriegsschiffe«.
Rotterdam, 20, Aug, Dem „Nieuwe Rvtterdamsche Courant" zufolge hat die englische Rsgierung ein für die norwegische Regierung bestimmtes Kriegs- schiff in Beschlag genommen, (Tägl, Rundsch,)
Aus Aegypten.
Wien, 21. August, Me Politische Korrespondenz meldet: Aeghptcn wird seit dem Ausbruch des Krieges vollständig als englische Provinz behandelt. Die Verwaltung des Landes befindet sich in den Händen der britischen Militärbehörden, Ein englisches Dekret an die ägyptische Regierung hat verfügt, daß bas ganze ägyptische Gebiet für die Kriegszwecke Englands benützt werden könne,
Bcrniinstige Engländer in München.
München, 21. Ang, Eine Anzahl hier lebender Engländer hat dem Roten Kreuz einen Geldbetrag übermittelt mit einem Begleitschreiben, in dem sie die Spende als einen Protest gegen die schmähliche Politik der Regierung Englands erklären. Sie wenden sich gegen den ruchlosen Krieg und sehen ihre Hoffnung zerschellt, Deuffchland und England gemeinsam die abendländische Kultur gegenüber dem Ansturm einer Barbarei verteidigen zn sehen. Sie werden auch die englische Kirche, wie es in Hamburg bereits geschehen ist, für die Verwundeten cinrichten lassen.
Tie Lage der deutschen Schutzgebiete.
Berlin, 21. August, Auf die täglich in großer Anzahl einlaufenden Anfragen von Angehörigen der deutschen Ansiedler in den Schutzgebieten gibt das Reichs-Kolonialamt bekannt, daß in DentschsSüd- westafrika und Kamerun alles ruhig ist. Aus Deutsch-Ostasrika und den Südsce-Schntzge- bieten liegen keine direkten Nachrichten vor, Ueber die Vorgänge in Togo ist die Presse bereits unterrichtet.
Tic italienischen Auslandsvertreter in Rom.
Rom, 20, Aug, Wie jetzt bekannt wird, ivaren außer dem Berliner Botschafter Italiens auch alle anderen diplomatischen Vertreter des Königreiches nach Rom berufen worden, Es fanden unter Teilnahme aller Botschafter mehrere eingehende Besprechungen der Lage statt. (Nationalzeitg.)
Die amerikanische Gesellschaft vom Roten Kreuz.
Wien, 20 August, Ae amerikanische Gesellschaft voni Roten Kreuz hat durch den amerÄani- schcn Botschafter in Wien der Oesterreich,ischen Gesellschaft vom Roten Kckeuz die Entsendung einer Hilfskolonnc, bestehend aus drei im Militärdienst erfahrenen Aerzten, zwölf geschulten Berusspflegerinnen und dem gesamten Material für ein Reservespitat angetragen, Tie amerikanische Hilfskolonne wird in einem Schiff unter der Flagge des Roten Kreuzes nach Europa gebracht iverden. Das lwch- herzige Anerbieten ist von der Heeresverwaltung mit bestem Dank angenommen worden.
Die Schwierigkeiten bei der Aufstellung der Verlustlisten.
Es wird uns geschrieben:
Ueber die Schwierigkeiten, die die Aufstellung der Verlustlisten den beteiligten Stellen verursachen, herrscht fm Publikum noch immer eine falsche Anschauung, Man denke an die Kerhältnisse nach einem mehrtägigen Kampf, Bei icdem Truppen- leil fehlen Mannschaften, Zwar weiß man von einigen, daß sie sielen. Aber daS Schicksal vieler anderer bleibt vorläuffg ungewiß, Noä» niedrere Tage nach der Schlacht finden sich Leute bei ilwer Truppe ein, die man vermißt und vielleicht schon tot geglaubt hatte. Sie waren abgekommen und hatten sich einer anderen Truppe angeschlossen — lieber das Schicksal der Verwundeten erfährt man oft erst: nach längerer Zeit Genaueres, Leiänverwundete werden zu Fuß, per Wagen oder 'Auto zurück- geschafft, auä» Schwerverwundete sucht man sobald wie möglich nach rückwärts fortzuschaffen, um Verbandplätze, Feldlazarette nsw, für etwa neu eintresscndc Verwundete sreizuinachen, Wohin diese Transporte gehen, weiß die kämpfende Truppe nicht. Erst nach und nach sickern Nachrichten bis zu allen Stellen durch, wo sich» die Fehlenden beffnden. Zu all diesen Feststellungen gehört Ruhe und Sorgsalt, Im Sturm und Mang des Gefechtes selbst und im unniittelbarcn Anschluß daran sind sie deslxilb unmöglich. — Cft entstehen bejonbere Schwierigkeiten dadurch, daß die Verbände stark durcheinander kommen, so z. B. bei Ortsgefechten und in der Verfolgung, — Wenn der erste Moment der Rübe ein«' tritt, ist mancher Truppenteil vielleicht Meilen von den Stellen entiernt, an denen, er gelochten hatte, Mancher Abgckommene sieht daher^ seine Trnvve erst nach mehreren Tagen wieder, Ueber das Schicksal vieler Persönlichkeiten könnte man natürlich gleich nach der Schlacht berichten. Die Verlustlisten sollen aber möglichst vollständig und möglichst sorgsam ausgestellt sein. Vollständig, damit nicht salsche Hoffnungen erweckt werden, sorgsam, um unbegründeter Trauer vorzubeugen,
^Nochmals sei übrigens daraus hingewiesen, daß im Krrege 1870 71 die Verlustlisten viel längere Zeit in Anspruch genommen haben, als im gegenwärtigen Kruge, Wir danken dies der


