Ausgabe 
22.8.1914
 
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Nr.

Der «k^eotr 3Hqdg«

erjrtitmt i äaßdi, antjer

SonnwgS. - Beilage»: viermal wöcheackicti (Etc^enfr.'fcniüienblätltr.

jiutimai n>od!tini.Ki«i$: blau jür b«n Kt<is Siegen tTienstag und Freilaqs; giueima( uumaü. Land- winlchoilüche-stilkraae» 7,ernsv»cch - Aiijchtüye: !»r bw Redaktion IIS, Bering u. Erpebitio» S1 Aüresic lür Deveschen: «uzeiger Gießen. Annahme van An^tge» tür die Tagesliummer dis vormiitogs 9 Uhr.

Erster Blatt

W. Jahrgang

ietzener Anzeiger

General-Anzeiger für Oberhessen

Samstag. 22. August IW

Bczuasvreis:

monatlich 75Ps., viertel­jährlich D!k. 2.30; durch Äbhole- u. Zweigstellen monailich 60 Ps.; durch diePosl Mk.2. vicnel- jährl. ausschl. Bestell-, Zcilcnpreis: total läPs, auswärts 20 Pienniq. Lbeiredakteur: Ä. Goey. Berautivartllch für den polit. Teil: Äug. Eoey; lue .Feuilleton', .Ver­mischter' »ud.GcrrchtS- soal": Karl Neurath; lür .Stadl und Land':

krotakjsnrdnick »ad Verlag örr vrühl'schen Uoiv.-Buch- onö Skemsruckerei R. Lange. Redaktion, Expedition und vruckcrei: Schnlstrahe I. Auzeig^mell:' . c.i

Zregreiche schlachten zwischen Metz und den Vogesen.

Berlin, 21. Äug. tW.B.» Unter Rührung 2r. Mal floht it des Kronprinzenvo ii Bauern haben Truppen aller dem,Len Stämme gestern in 2 di l a di t f n zwischen MrvnnddenBogesen einen Liegerklimpsr. Ter mit starken K rasten in Lothringen vordringende famb wurde aufderganzenLinirnnterschwerenPerlusten geworfen. Biele tausend «befangene und zahl reiche Geschütze sind ihm abgenommen worden TerGe samleriolg läßt füll noch nicht übersehen da das SchlächifelS einen arößeren Na um rinnimmt, als in den Kämpfen von 1870 71 unsere gesamte Ärmer in Änspruch nahm. Un sere Truppen. beseelt von dem unaufhaltsamen Trang nach vorwärts, folgen dem Feind und setzen den Kampf auch Heute fon.

Berlin. 21. Äug. Tie von unseren Truppen 'wischen Metz und den ^togrsen geschlagenen französischen Kräfte sind Heute verfolgt worden. Ter R ü ck z u g d e r !F r a n; o s k n a r t e t k in Fluchiaus. Bisher sind mehr als Zehntausend Gefangene gemacht und minde deiteno fünfzig Geschütze erobert. Tie Stärke der ge­schlagenen feindlichen Kräfte ist auf mehr als acht Armee lorps seligestcllt.

Sck'on die erste Siegesbotscknist, die wir gestern nach­mittag durch Erlrablatt bekannt geben konnten, Hat alle Herzen erleichtert ausatmen lassen. Nicht im Freuben tauinel, der sich in laute» Zubctrusen laut machte, wurde die Nachricht ini deutschen Botte ausgenommen Wir hatten dir Zuversicht, das; wir siegen müßten, das starke Ver­trauen auf unter Heer und seine Führer, daß sie unser? Hoffnungen rechtfertigen würden. und so empfanden wir i>> der großen Stunde der Gewißheit nur eine tief inner­liche Genugtuung, eine stille, aber desto kräftiger iqur. zrlnbe Begeisterung aber unier einiges Bolhstnm aber unseren auch jetzt ivieder ausleuchtenden deutschen W affen- rulrm Ei» zweiter dtedanke drängte sich sogleich aut: wie wird das Ausland aashorchen, wie wird ,^ste ganze Welt", mit der wir nach den gestrigen Worten des Königs voir Barer» im Kriege leben, in banger Bewunderung zu uns dericherstarren, ivie wird in den Neiden unserer Gegner ei» tiefes Schweige» einziehen, wo gestern noch übermütige Zungen lästernd und lügend i» Bewegung warep!

Tie zweite Nachricht mit »och bestiminteren Angaben über die Größe unseres Sieges erreichte uns erst in der Nacht. Ter dciltsche (üeneralstah ist kurz in seinen Meldungen Sind t-ali sich von jeder Ueberschwanglichkeik fern, aber die Ziffern redeten nun eine umso gewaltigere Sprache lieber 10000 Gistangcne und über .'>0 eroberte Geschütze! Wieder Ine Bestätigung, das; die Haltung unserer Truppen glän­zend war, dag der Feind aus der ganzen Linie znrückgewor- ien sei. Und wie gross war diese Schlachtlinie! Bon Metz kn zu den Bogcsc», also an der ganzen Grenze Lothringens, ein einzigesLchtachtcngewoge, wobei unseren Heeren 8 Armee­korps der Feinde gegenüberstanden. Frankreich hatte einen Haiwnchlag gegen »ns führen wolle», und er ist vollständig mißglückt: das Tlvrgelien artete in Flucht aus! Noch wissen toir es auch fetzt nicht, welches dir ganze Tragweite dieser großen französischen Niederlage sein ivird. Es ist das Be mühe» der Teutsche», den Lieg vollständig airspunützen und den tliehi'nden Feind in sein eignes Land zn verfolgen^ Jetzt sind uns die sranzosischen sperrsorts nicht mehr so fürchterlich, und hie Flucht des Gegners wird auf die Zäh.g Mt feines Widerstandes nur einen ungünstigen Ihntlufi haben Die Taktik!unseres Heeres hat sich bewährt: wrv haben den Feind in offenem tüelände geschlagen, wo ihm seine Befestigungen nichts nützten tvo es eine Probe galt, aus welcher Seite die größte Tapierkeit, die grünere Wucht d-.n Waffen liege. Alle deun'chen Stämine haben an dem großen Ringen letlaenommcn, und dies« siegreiche Schlacht wird alle Bot-kselemenie noch enger als bisher zuscunmen- schwrißen

Mit heiligen (tzelübden folgt das deutsche Bolk heule der Weisung des Kaisers. die er uns durch seine Tochter in Branuschweig übermittelt: jeder wird sein Tankqeber darbrinqen. denn uns allen haben stunden der Entscheidung geschlagen. All« wolle» wir in diesen Tagen der Gefahr lernen, abtegen alle Fehler, die bisher das Leiem des Volkes und seiner vielen Parteien beengten nird geiähr deten. Möge dem geläuterten denkschen Bolle ein-? freie Bahn großen und mutigen Fortschreitend- und nacti sieg­reichen Kämpfen die volle Entfaltung aller seiner fried­lichen Kräfte deschieden sein!

Neben der große» entscheidenden Nachricht haben wir »och weitere Erfolge zu verzeichnen Zunächst eine Mel- dimg aus holländischer Quelle, zu der unser Generalstah sich bisher noch nicht geäußert hat: Einem Amsterdamer Blatt zufolge gab ü, der Naclit zum 20. d M. die belgische Negrerung bekannt, baß das belgische He«r ain Drcns- tag durcti eine überlegene deutsche streit mach: a» ge griffe» wurde Tas belgische Hauptquartier und Heer wurde nach einem morderiichen Gesechl zuerst nach Me che ln und dann nach Antwerpen zuruckge zogen. Ein anderes holländisches Blatt erhielt e,n Tele­gramm, wonacti umsere deutschen Kriegsirtntie in Lstafien cnglijche Kaustahrletsctnfsc bedrohen. Ter dcurschc Kreuzer vEuU>«n" soll ein Srinft von der freiwülrgen russischen

Flotte genommen habe». England schcmt einem seekampse vorläuiig auszluveichen: untere Nord- und Tsrseeküstc' ist im vom Feinde! Auch darin liegt fiir das Ausland ei» Beiveis vor, daß es um die Lage Teutschlands nicht schlecht bestellt ist.

Ein Telegramm des Kaisers.

Braun schweig, 22 August. Die ..Braunschlveigcr Landes-Zeitung" meldet: Ter Kaiser hat an die H e r z o gin von Braun schweig folgendes Telegramm ge richtet:

Gott der Herr hat unsere braven Truppen gesegnet und ihnen den Sieg verliehen. Mögen alle daheim auf den Knien ihr Tantgebek darbringen. Möge er auä, ferner in »ns sein und unserem ganzen deutsche» Bolle.

Tein treuer Baker

Wilhelm.

Des Kaisers Tochter als Künderin des Licgcs.

Braunlchweig, 2l.Aug. Tie erste Künde von dem 'großg'n sieg in Lothringen wurde in Braunschweig durch die Herzogin-Regenii» Viktoria Luise üdermiiiell, die zu Fuß von, Schloß ins Polizeipräsidium rille und dort die siegesdrvesche de» Schutzleuten zur Weitergabe mitteilte. Tann fuhr die Herzogin im Auto nach den beiden Kasernen, wo i>c dem versammelten Landsturm die «ie g e s n a ch r i ch l v o r la s und ei» Hoch auf die laviere und siegreiche Armee ausbrachtc. Auf dem Weg nach dem schloß stürmisch begrüßt, ließ sie öfters anliatten und den Menschen »lassen immer wieder die siegesdevesche vorleien. Aus dem schloßplatz hatte sich inzwischen eine tausendköpsige Men schenmasse angcsammelt, die ..Teutschland. Deutschland über alles" sang. Die Herzogin begab sich bei der Rückkehr ins schloß sofort aus den Balkon, wo sie eine kurze Ansprache hielt und ein Hoch aut die Armee ausbrachie. Die Mensche» masse stimmte jubelnd die Kaiferhymne an.

Tie sicgesnachricht in München.

München, 21. Aug. Als fick; die Machrickt von dem

Steg? an oer Lothringer Grenze hier verhreiiete, herrschte jubelnde Begeisterung, schnell zeigten die gefüllten Straßen reichen Flaggenichinuck. Tausendx sammelten sich vor dem Rathause. loo Oberbürgermeister v. Borschi eine valrio tische Am'vrache hielt und das Glockenspiel patriotische Weisen ertönen ließ. Dann ivogle die zahllose Menge zum Wittels bacher Palais, »ni die Rückkunft des Königs zu erwarten, der de» Perwundetrii im Rote» Kreuz einen Besuch ab stattete. Brausende Hochrufe empfingen den greisen Herrscher, als er nach ti Ndr^im Palais anlangte. Tiefbewegt sprach er vom Balkon deS Schlosses seinen Dank dafür aus, daß alle gekominen seien, und fuhr dann, wie wir derFrks .Zig." entnehmen, fort:

Ich bin stolz daraus, daß mein S>obn der erste unter den deut scheu Führern war, der solch einen großen Sieg errungen bat Wir haben :wch aroße stämpsc vor uns. denn Sie wissen, wir neben im Kriege mit der ganzen Welt. Taß wir uns gut schlagen werden, daran habe ich nie gezweiielt. Wenn Gott mit uns ist, und er ist immer mit der gerechten Sache, werden wir nach allen Seiten hin siegen/'

Mit brausenden Hochrusen und der Absingung patrio­tischer Lieder fand die erhebende Kundgebung ihr Ende.

Begeisterte Teilnahme in Lcstcrrcich.

Wien, 21. Aug. Aus dem Kriegs-Presse Quartier wird gemeldet: Der Kommandant des Kriegs-Presse Quartiers richtete an den deutschen Botschafter in Wien sokgendes Telegramm:

Die unter meinem Kommando im KriegsVresseauartier ver­einigten österreiä iich-ungarischen, deutschen und ausländischen Bericht er Natter nehmen hie Nachricht von dem herrlichen Siege der deutschen Armee mit Hellem Zubel aus und bitten En». Epzellenz, den Ausdruck ihrer sreudiaen Begeisterung, sowie hu- innigsten Wüniche fiir den weiteren Eriolg der deun'chen Waisen zur Kenntnis des deun'chen Kaisers bringen zu ivollen.

v. H o e n, Lberst.

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Falsche Gerüchte.

Berlin. 20. Aug. 'Ausländische Zeitungen haben viel sack bertchtet, daß die Generale v. E m m i ch , v. T e > m l i n g und o d. Ä a r w i y verivundel. gefallen oder qciangrn genommen seien. Tieie Nachrichten sind unwahr. Deutsche Zeitungen haben aus der über das töcfechl bei scki rnieck verbreiteten Mitteilung geschlossen, daß schwere Artillerie verloren gegangen sei. Schwere Artillerie war gar nicht be kcil'gt, sondern einige Znsanieriebataillonc der Feltunqs- beiatzung mit einigen Feldgeschützen.

Das Borgchen in Belgien.

Ter Generalquartiermeister v. stein verösfenklichl iol gcnde amtliche Erklärung:

Die zun, zweitenmal an Belgien gerichtete Aufforde­rung, mit Deutschland ein Abkommen zu treffen, hat in um'erm Bolkc die Befürchtung erweckt, als sei Teutt'chland zu Zugeständnissen geneigt. Diese Benirckiung ist u n - begründet. Es bandelte fick nach unseren ersten Ersol-, gen um einen letzten Versuch, die irr« geleitete Meinung Bel giens zu seinem eigenen Besten umzustimmen. Ta Belgien unier Entgegenkommen abwles. so hat es alle Folgen seines Handelns selbst zu tragen. Tie cingcleitelcn Lperalionen sind durch das schrcchen an die belgische Regierung nicht einen Augenblick ausgehallen worden und werden mit rück- jpchZsls-se-r Energie durph^e.iührl.

Tic Gcsaiigciinahmc dcS Koinmaiidantcn von Lüttich.

lieber die ttzesangcnnahinc des Generals Lcman. des llsjährigen Kommandanten der Festung Lüttich, berichtet dieÄackiener Post": Bon den stürmenden denlsckwn Truppen wurde er Iwlberstickt tmlcr den Trümmern des zusammen» geschossenen Forts aufgefunden und in Sicherheit gebracht. Tie deutschen Offiziere nahmen sich seiner i» der tainerad- schastltchsten Weite an tinh labten ihn mit h«n Knien zur Hand besindlichen Erfrischungen. Tcrini wurde der Ge­fangene dein General v. Ein in ich vorgeführt, dem er seinen Degen überreichte In Anerkennung dessen, baß General Leina» die ihm übertragenen Pflichten als Kvm- inandant der Festung Lilltich trotz d«'c Erkenntnis, paß er tick, auf verlorenem Posten hesände, bis zuletzt erftült i>al, l e l i e s: iäeneral v. Enunick» ihm jedock» den Degen, eine deutsche Ritterlichkeit, die der Ostfangene nicht envartet Iiatte und die ihn darum umso tiefer erschütterte. 'Nach­dem sich der Kommandant von den seelisckst» Erschütte­rungen lind physischen Str>rpa.zen der letzten Tage unter ärztlichem Beistände einigermaßen erholt hatte, fand ge­stern von Lüttich aus seine Bersckstckung in die deutsche Ostfangenschast statt: seinen Transport leitete Major Bayer. Tiefer traf gestern mittels Automobils am späten Nachmittag mit seinem Gefangenen in Lbachen ein und stieg mit diesem im HotelGroßer Monarch" ab. Heute vor­mittag gegen 10 Uhr fand die Weiterreise zunächst nach Köln statt. Ein zahlreiches Publikum lwtte sich I>e»te vor­mittag vor dem HotelGroßer Monarch" angrsaimnelt, um den General Leman bei seiner Abreise zu sehen: die Schmtlust der Ncugieriaen wurde aber nicht besriedigt, da man Vorsorge getroffen hatte, den Gefangenen unbe- nicrkl aus dem Hotel zu bringe».

Zu der Besetzung von Brüssel

schreibt der Berliner ..Lokalanzeiger":

Ta bat nun die bklgisckic Regierung ihren Lohn für ihre Storr« köpitgkeit, den Lote» däiür, daß sic auf Englands Bcscbl einem sriidlichcn Ucbereinkommen uns >nii iurchtdaitb» Blutver aiesM vorzog, bei dem der treue Bunvesgenoss«, Englaitd, leinen Fittgee eübrle,m -das Unverixeidtichr z» verhindern Die Belgier hal'eii ihren Lohn: John Bull bat leinen iwch zu erwarte». Eins ersclieiiit uns sicher: wir können uns den Luxus niän erlaul>en, in einem künstigeu Krieg »och einmal Liiltüti mit Strömen kvsldaren deutschen Blutes zu stürme». Lüttich muß deutsch werden, das närd der Wunsch aller Tnitschen sei».

In derB os sis ch e n Zeit» n g" wird die Einnahme von Brüssel als ein Erfolg bezeichnet, der auch twchge» spannte Envariungen übertrcssc. Die moralische Wirkung der Einnahme Brüssels sei deswegen nicht geringer crnzu- schätzen. als die Erstürmung der Festung Lüttich.

Ofenpest, 21. August. Tie lüleldung von dem Ein­rücken der Teutsche» in Brüssel, die hier nach Mitternacht bekannt nmrde. rief sehr große Begcistcrnng her- vor. Tre Morgcnblätter druckten die Tepeschcn in Plakat- Buchstaben.

Eine Strascrpedition nach -lrlon.

TieLuremburger Zeitung" schreibt:Am 12. August er­

schien in Arlon, einem kleinen belgischen Ort an der lnrcm- burgischen Grenze, eine größere Triivveiiableitung und forderte die Einwohner aus, alle ihre Watten aus den, Stadthaus abzugeben. Ter Anlaß dazu scheint dadiach gegeben zu sein, daß aus dem Cas« Turc, außerhalb der Stadt, aus eine vorbeimarschicrende deutsche Patrouille geschossen imirde. Gleich daraus sah man den Wirt aus dem Haus lausen und über die Gartenmauer springen. Er soll aut eine Untersuchung durch Polizeisckretär Wildschiiz hin verhaltet sein Tie Einivohner von Arlon trugen alles, ivas sie von Wallen besaßet,, sogar ihre als Zimmerschmuck dienende Tro­phäen, zusammen lbestern abend kam eine ganze Reihe von Wagen mit sziinte». Revolvern, Säbeln und Pistolen beladen hier an. Es »varen Wagen hiesiger Spediteure und Bauernwage» aus der llmgegenb, die vorgestern LebrnSmiltel für dael deutsche Militär über hie belgische Grenze gelahren hatten und als Rücklrachl gellern die Kriegsbeute bekamen Scho» gestern abend sah nian- Soldaten mit dem Sichten der Wallen beschästigl. Revolver lverde» probiert, Jagdflinten au: und aneinander geschraubt, einer benütit ein ezo- lischcs Schwert, daß wie ein Winkelmaß gebogen ist, als Schrauben­zieher, um eine Munitionskiste zu öiineii. Zahlreiche Zuschauer stehen am «öiiler des Schulhauses am KönigSrina und vennlqen das seltene Schauspiel, das sich une die im Schulhof ausgestellten 4-agen abl'viell Heute morgen ivird die Sichtung »ortgesetzl. Man lieht es vielen Waffen an. daß der Besitzer die Hoffnung ans Zu­rückgabe nicht lahren gelassen hat. Manche wertvolle» Jagd'linien sind sorgsam eingewlckclt und mit Zetteln versehen, ans denen zwei- iellos der Besitzer seine Adresse vermerkt bat. Zn den »ach oem Schulliaus ährenden Straßen begeanel man au! Schritt und Tritt Soldaten, di? ihren Anteil an der Beute schniunzelnd heimtragen."

Verräter in Elsaß-Lothringen.

Straßburg. 21 August. Ter militärische Ober­befehlshaber von Elsaß-Lothringen erläßt folgende Bekannt­machung: Bon Landesverrätern ist der Versuch gemacht worden, fick» an die Tclephonlettungen anzu- schließen. Ich habe daraus Befehl ergehen lassen, jeden, der sich unbefugt an Telephonleitungcn zu schassen mackst oder diese Bekanntmachung von den Anschlagstellcn abreißt, sofort zn erschießen.

Tie Bicheinfuhr aus Holland gesichert.

Berlin, 20. Aug Wie dasBert. Tagebl." erfährt, ist heute morgen ein größerer Transport vonl tebenden Kälbern aus Holland hier eingetrofsen. In den nächsten Tagen wirb ein weiterer Transport von leben­dem Großvieh, der bereits at.'ge>and> ist, erwartet Tamil: ist die Biehzufuhr ans Holland wahrend ded Krreges ge­sichert.