Ausgabe 
21.8.1914
 
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«tue System iefn' ausführlich lthairdtlt und es namentlich in seinen voruueffrtittnhen LtiArmatn mit unserem Zeppelinsystem vergleicht. Das Buch ist meines Wissens nach nicht in Deutschland ausgeraucht: es erschien in Paris am Tage vor Schließung der Grenze. So viel ich weiß, desindet sich nur ein Stück in Berlin.

Immerhin ist, soviel in engeren .ckreisen bekannt, dieses neue R c e s e n l u s t s ch i f s, dessen Erfinder der Ingenieur Arno Bo einer ist, das ettva 200 Mir. lang und 20 M t r. breit geplant war, also beinahe dreimal so groß wie eilt Zeppelin. Statt der Gondeln besitzt es eine Brücke, welche sich vom Borderteil bis hinten über die ganze Länge des Luftschiffs entrecht Tie Gasbehälter, an Zahl ettva 250, haben ouadratischen Grundriß und bestehen aus je drei ineinander geschachtelten Bal- lonet-s, mit Wasserstoff, Stickstosf und gewöhnlicher Luft gesüllt. Das Wasserstofs Ballonet ist umgeben von Stickstosf, letztere »n Lun Turch dieses Tpsteiu soll verhindert werden, dag der Wasserftvsi durch Blitz oder sonstige Entzündungsmassen zur (Hplo sion gebracht werden kann: ferner aber wird dadurch ein Ent­weichen des Wasserstoffs infolge Diffusion ganz bedeutend ein­geschränkt.

Nach den Angaben des Erfinders kann dieses Luftschifs meh­rere Tage ununterbrochen sich in der Lust auibalten, bat keinen Ballast nötig und trägt 000 Personen. Sicher ist, daß die Pläne und Berechnungen bis ins Kleinste ausgetührt und in -iner sehr uniiangreichen Tenkschriit dem französischen Kriegsministerium überwiesen worden sind. Jedoch erst kurz vor dem österreichischen Ultimatuni waren die Verhandlungen soweit ge- dielien, dag die französische Negierung einen Betrag von 500 000 Franken zu den erforderlichen Vorarbeiten zur Veriügung gestellt und eine namhafte Gesellschait auf den: Gebiet des Ballon­baus, die Zodrak Werke, mit diesen Arbeiten betraute.

Leider für Frankreich zu spät, um im gegenwärtigen Kriege mit diesem Riesen Luftschiff eingreiteu zu können. Interessant ist es aber noch, die Aufgaben dieses Luftschiffes heroorzuheden, welche die Denkschrift, welche ich teilweise selbst gelesen habe, an- sührt: 1. die Vernichtung des feindlichen Generalstabes, 2. Zer- Nörung der feindlichen Hauvtstadi, I. Zerstörung der feindlichen Flotte, 4. Vernichtung des feindlichen Heeres.

Au» Stadt und Land.

Giefjen, 21. August 1914.

Statt der Petroleumlampe Gaslicht cinrichten!

Gott sei Tank lassen alle Berichte über die Ernte er­kennen, das sie reichlich und gut ausfällt und keine Be­fürchtungen für die Ernährung des deutschen Volkes gehegt zil werden brauchen, auch wenn der Krieg längere Zeit dauert. Wir sind in der Tat in diesem Punkt vom Aus­land unabhängig. So ist auch sonst die gesamte deutsche Volkswirtschaft im wesentlichen vom Ausland unabhängig bis auf eine Ausnahme: das Petroleum. Wenn in Friedenszeiten schätzungsweise etwa jährlich 120 Millionen Mark sür den Bezug von Petroleum ins Ausland gingen, so wird dies jetzt, da es sich in der Hauplsackze um den Im­port amerikanischen Leuchtöls handelt, während der Kriegs- zeit in Wegfall kommen. Andererseits wird aber bald Petroleummangel eintreteu, weshalb auch schon kürzlich die Nachricht von Mastnahmen durch die Tageszeitungen ging, durch welche die amerikanischen Petroleuiiiimportgesellschas- ten einem plötzlichen zu starten Einkauf, der ihre deutschen Bestände rasch reduzieren würde, entgegenwirken wollen. Sehr bald werden diese Vorräte aber sich in jedem Falle vermindern, so daß mit Sicherheit mit Preissteigerungen und schließlich, wenn der Krieg bis in den Winter dauert, iiit empfindlichem Petroleummaiigel zu rechnen ist. Dem­gegenüber haben die deutschen Gaswerke von jeher für den St riegeifa.lt sich mit großen Kohlenvorräten versehen, die zudem fast überwiegend aus dem, Inlande stamme» und also auch aus dem Inland im Bedarfssalle ergänzt werden können. Hier ist nicht zu besorgen, daß der Leuchtstoff, das Gas, knapp ivird. Jedermann, der noch Petroleum zur Beleuchtung verbraucht, tut gut, die Petroleumlainpe bei­

den militärischen Briestaubendienst organisiert, ebenso Rußland, Italien, Oesterreich usw.

Freilich sind dem Briestaubendienst auch mancherlei neue Feinde entstanden. Während diese geslügelte» Briesträger bisher nur von Raubvögeln vernichtet wurden und von unten beschossen werden konnten, kam, man ihnen nunmehr auch mit der Lustslotte aus den Leib rücken. Auch wurde in der letzten Zeit darüber geklagt, daß durch die Wellen der drahtlosen Telegraphie Brieftauben vernichtet wurden.

Immerhin, wir sind gerüstet, doch in der Hoffnung, dieses Briestaubendienstes entraten zu können. Denn im wesentlichen nützen ja die Brieftauben im Kriege nur, wenn sich dieser im eige­nen Lande abspielt. Andererseits kommt er für Spionendienste viel­fach in Betracht, weshalb man im Feindesland den Brieftauben- posten der Feinde die größte Ausmerffamkeit schenken muß.

,,Sonnensinsternis-Eier". In der Haude-Spe- verschen Zeitung erschien am 27. November 1748 ein Bericht aus Turin über eine merkwürdige Begleiterscheinung der Sonncnsinstcr- »is, an die in diesen Tagen, da wir eine großie Sonnenfinsternis erleben, erinnert fein mag. An den Hof des Königs ward ein Hühnerei geschickt,auf dessen Schale man eine ringförmige Finster­nis stehet: .aut dieser Figur ist noch eine andere eines Circkel-runden und nicht durchsichtigen Cörvers, von einem kleinern Durchschnitte als die ersterc, die folglich selbige nicht ganz bedeckt. Die Strahlen der ersteren sind säst alle von gleicher Größe, nur einen eintzigen ausgenommen, der sich etwas mehr als die übrigen in die Länge erstreckt. Ei» ivenig ober oder unterhalb seytgedachten Strabls siebet man einen kleinen Stern vorgestellt". Dieses Ei, so versicherte das beigelegte Zeugnis eines Toetoris Medicinae Rovida, war am 2.i Juli, dem Tage der ringförmigen Svnnensinsternis, von einem Huhn in Bvrgosesia, einem Dort des Kirchspiels Nvvara, gelegt worden, und zwei andere Hühner hatten ebenso gezeichnete Eier hervorgebracht. Der gelehrte Doktor erklärte dieseTonnenttnster iiis-Eier" für ein Wunder, durch dasdie Einbildung der H e n n e die Vorstellung der ringsörniigen Sonnen Finsterniß des 25sten Iulii in dem Augenblicke, da die Henne das. Bild der Finsternis, durch die Augen cmvsangen habe, aus ei» schon gantz lormtrtes E>> zu Prägen Fähig gewesen ien". Merkwürdig blieb nur, das: die Sonnenfinsternis gar nicht tür Italien, sondern nur für einen Teil von Polen, sowie für die nördlichen Provinzen Deutsch­lands und Schottlands ringförmig gewesen war. Die Sache machte lehr viel Aussehen und führte zu allerlei Erörterungen über diese höchst seltsame» Eier. Eberhard Büchner, der in seiner Sammlung kulturgeschichtlich Interessanter Zeugnisse aus alten deutschen Zei- tungcnDas Neueste von gestern" den Artikel der Haude-Spener- sche» Zeitung mitteilt, gibt auch die Erklärung desWunders" ivieder, die die Bossische Zeitung sau ein Jahr später, am 25, Sep­tember 1749, brachte. Es ivurde testgestellt, daß solche Hühnereier, aus deneneine ringsörmige Toiineiiiinsternis abglchikdct gewesen", auch in Schlesien gelegt worden seien.Man hat bemerket," so wird der Grund der Sache kürzlich angezeiget,"daß dergleichen Euer allezeit von inngen Hühnern oder bei kalter Zeit geleget werden. In beyden Fällen ist der Gang in der Henne, durch welchen das Ey geht, natürliäier Weise enge. Daher wick) das Eh über die Zeit darinnen ausgelzalten, und ivenn es noch ioeich ist, ivächst cts an: daher denn die ruilde Figur auf demselben, nebst den Stralen umher, wegen der Eindrückniig, entstehet. Die gedachten Euer sind hier in einem vornehmen Cabinet ausgehobeu worden. Man kann sich also künitig Sonnensiiisternißener anschassen, wenn man will, ohne aus eine ringsörmige Sonnensinsierniß zu warten."

Zeiten in die Ecke zu stellen und sich für anderes Lüh« einzurichten.

»

** Schnellzugsverkchr. Bon heute ab verkehrt wieder ein Schnellzug 1. bis 3. Klasse in der Richtung Al­tonaFrankfurt. Ankunft Gießen 6,27, ab Gießen 6,29, An­kunft Frankfurt a, M. 7,40 nachmittags

** D i e Steuerveranlagung für 1915. Das Ministerium der Finanzen gibt bekaiuit, daß die Steuer­veranlagung für das Steuerjahr 1915 vorerstnichtvor- zu nehmen ist, Tie Finanzämter werden dagegen ange­wiesen, Berufungen gegen die Einkommenstcuerveranlagung von Amts wegen auszunebmen,

** Gemeindesteuer-Rückstände. Unter den heutigen amtlichen Bekanntmachungen der Stadl Gießen beftndct sich auch die Mahnung des 2. Zieles Gemeinde­steuern und Känalgebühren für das Rechnungsjahr 1914. Die :Fahlung kann noch bis einschil. 5. September 1914 bei der Stadtkasse ohne Kosten erfolgen. Nach Ablauf dieser Frist erfolgt die Beitreibung, wobei die vorgeschricbenc» Pfändungskosten erhoben werden. Wegen Erlaß des 3. itnd etwaiger iveiteren Zielen, der zu Kricgslcistungen eingc zogenen Steuerpflichtigen, wird es sich empfehlen, alsbald bei Großh. Finanzamt«: entsprechenden Antrag zu stellen.

** Die Lebensversicherung im Kriegsfall. Ein großer Teil der zu den Waffen Einberufenen ist bei einer Lebensversicherung gegen de» Todesfall versichert. Es wird nun allgemein angenommen, daß, falls ein Versicherter im Kampf siirs Vaterland sftrbt, die Lebensverftcherungsfummc ebenso wie in Friedenszeiteil ohne weiteres an die Ange­hörigen ausbezahlt wird. Das trifft nur teilweise zu, denn nur ein Teil der Versicherungsgesellschaften hat das Kriegs­risiko gegen oder ohne besondere Prämienzahlung mitüber- nommen. Bei deri übrigen Gesellschaften ruht entweder die Versicherung während des Krieges oder aber es muß besonderer Antrag wegen Ueber- nahme des Kriegsrisikos umgehend bei der betr, Versicherungsgesellschaft ge st eilt w er­den, Die Gemeinnützige Rechtsberatungsstelle des Evawg. Arbeitervereins Gießen ist gerne bereit, in ihren Sonn­tags vormittags 11 12 Uhr Hinter der West- Anlage 1l Part, st at t fin d e n den Sprechstun­den allen Angehörigen d e r z u den Waffen Ein­gezogenen die Bedingungen der in Frage kommenden Versicherungsgesellschaften zu prüfen und das Weitere zu veranlassen.

** Fünfzig-Gram in-Pakete für d i e Trup- pen. Den Zigarren- und Zigarettenhäiidlern sei die An­schaffung von Pappschachteln empfohlen, die unseren lavie­ren Soldaten im Felde, wie das 1870/71 mit so ausgezeich­netem Erfolge geschah, als Fünszig-Gramm-Pakete mit Ta­bak. Zigarren oder Zigaretten geschickt werden können. Es wird darin bald ein großer Bedarf sich geltend inachen.

** Zigarrenspende. Die Firma Job. Balth. Noll, hier, welche bereits am I. Mobilmachungstage unserem Regiment einen großen Posten Zigarren überwiesen batte, bat eine weitere Liebes­gabe in Zigarren an die Maschinengewehr-Kompagnie unseres Re­giments folgen lassen.

Kreis Friedberg.

* Butzbach, 19. Aug. Die Bürgermeisterei macht bekannt, daß die Fes er abend stunde bis auf weiteres auf 11 Uhr nachts festgesetzt ist, Zuwiderhandlungen haben Konzessionsent- ziehung zur Folge.

Kreis Büdingen.

X Büdingen, 20, Aug. Ter Vorstand des Turnvereins bat beschlossen, den bedürftigen Familien der zur Fahne einberu- senen Mitglieder Unterstützung z» gewähren.

£ingc$anOt.

sFür Form und Inhalt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)

Gießen, 20, August.

Als bei Beginn der Mobilinachiing der Dhifruf erschien, daß sich Dame» der Stadt zui» Dienste unter dem Roten Kreuz inelden sollten, ist eine sehr große Anzahl von Damen dieseni Ausrnie qe- lolgt, Den sich Meidenden ivurde gesagt, daß ein Kursus für Krankenpflege durchgemacht werden müsse und daß jeder einzelnen Dame iveitere Nachricht zugegen würde. Dieser Kursus sür Kranken­pflege hat slattgelunden, jedoch sind sür ihn nur eine Anzahl von Damen ausgewählt wordeu. Dille diejenigen Damen, welche keine Nachricht erhalten hatten, wurde» vor einigen Tagen auigeiordert, sich persönlich zu einer bestimmte» Stunde nochnials zu inelden. Von den leitenden Damen des Roten Kreuzes ivurde den Er- schieneneii eröffnet, daß alle Damen unter 24 Iabren abtreten könnien, da nur Domen ü der 21 Jahre zur Kraiikeuvflege zu- gelaffen werden würden. De» dann verbleibenden Dame» über 21 Iabren wurde gesagt, daß sie nur als Helseriunen Veriveudung ftnden könnte».

Es hat bei viele» Damen Mißmut erregt, daß nicht von vorn­herein veröffentlicht wurde, daß sich nur Damen über 21 Jahren zur Krankenpflege unter dem Noten Kreuz melde» sollteu. Die Mißstiininung ist »och erhöht ivorden dadurch, daß von ver­schiedene» Damen iestgestellt werden konnte, daß zu dem Kursus, ivelcher slaltgehmde» hat, eine Anzahl von Damen unter 21 Jahre», ja sogar u»ter 20 Jahre», hinzugezogen worden sind, und daß man veinerke» z» können glaubte, daß die Auswahl sür diesen Knrsiis im besondere» Dame» ans den sogenaiiuie»besseren Kreisen" betroffen bat, Wen» e; zutreffend ist, datz eine solche Standesbevorzngnng stattgesunden hat, dam, iväre er erwünscht, wenn die leitenden Tamen des Roten Kreuzes die Grundsätze, nach denen versahren ivorden ist, öffentlich klarlegte», denn es wäre bedauerlich, wenn viele Damen sich znrückgesetzt sühlen und ivenn in der Tal bei der Wahl nicht mit gleichem Maße gemessen ivorden iväre.

kirchliche Nachrichten.

Evangelische Seme»,de.

Sonntag, den 23, August, II. nach Trinitatis.

Sotterdienst.

3n der Stadtkirche.

Vormittaas 8 llhr: Plärrer Schwabe.

Zugleich Christenlehre sür dieNenkonfirmiertei, ans der Markus- geineinde.

Vormittags 9'/, Uhr: Geh, Kirchenrat Proiessor v. Eck.

Vormittags 11 Uhr: Kinderkirche für die Matthäusgemeinde.

Mittwoch, de» 24. August, abends 8llbr: Kriegsbetstnnde.

Psarrer S ch ,v a d e.

Nächnkünslige» Sonntag, de» 30. August, findet Beichte und heiliges Abendmahl sür die Matthäus- und Markusgemeinde im bauvtgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden vorher bei dem Psarrer jeder Gemeinde erbeten.

3n der Zohannerkirche.

Vormittags 8 Uhr : Psarrassistent k> ossuiann.

Zugleich Christenlehre sür die Nenkonffrinierten aus der Johannesgemeinde. Psarrer A u s s e I b.

Vormittags 9 1 /, Uhr: Plärrer Bechtolsheimer.

Beichte und heiliges Abendmahl sür die Lukas- und Johannes­gemeinde gemeinsam.

Vormittags II % Uhr: Kinderkirche sür die Lukasgemeinde.

Psarrer Bechtolsheimer.

videlkeänzchen sür Schüler höherer Lehranstalten.

Jüngere Abteilung jeden Mittwoch von 67 Uhr. Aeltere Abteilung jeden Samstag von 67 Uhr im Johannessaal.

videlkränzchen für Mädchen aus der Zohannergemeinde.

Jeden Dienstag von 6-7 Uhr im Johaimessaas,

.

Versuchsweise sollen jeden Samstag zivische» 7 und 8 Uhr beide Kirchen geöffnet und darin bei Lrgelspiel Gelegenheit zur stillen Andacht gegeben iverden.

Wartburg-Bcrcin

Sonntag, d e n 23. A » g u st, abends 8 Uhr: Versammlung im Wartburg-Heim, Diezstraße 15.

Evangelischer Gotte;dienst.

Kirchberg: Somitag, den 23. August, vormittag« 10 Uhr. Lollar: Sonntag, den 23, August, nachmittags H2 Uhr. Mainzlar: Mittwoch, de» 2b. August, abends 9 Uhr: Kriegs» betslunde. Dekan Guß in a » n.

Verantwortlich sür den gesamten redaktionellen Teil: Aug, Goetz.

B a d S o d e ii - W e r r a. Naebdem sich die erste Unruhe wegen des Krieges gelegt hat, kehren täglich Kurgäste hierher zuritck, um die unterbrochene Kur wieder auszunehmen. Die günstige Lage des Bades, fern von den bedrohten Grenzen, trägt nicht wenig dazu bei. Die Absicht der Badeverwaltung, das Bad bis Ende Sevtember geöffnet zu halten, jindet allieits Anklang,

bv-V»

Amtlicher Teil.

Bekanntmachung.

Seit der Uebernahme des Bahnschutzes durch die iortnierten Landsturm Bataillone ist die Auslösung der Mehrzahl der hierzu verwandten freiwilligen Formattonen eriorderlich geworden.

Es ist mir ein Herzensbedürfnis, den Männern, jung und alt, die sich in opferwilligster Weise bisher diesem schweren, überau- verantwortlichen Dienst mit aller Hingabe ireiioillig gewidmet ha­ben, und insbesondere den alten Kanieradrii aus den Feldzügen meine volle Anerkennung und wärmsten Dank hierdurch «ruszu- sprechen.

Der kommandierende General.

Freiherr von Gall. General der Infanterie.

Borstehende Bekanntmachung wird hiermit zur öffentlichen Kenntnis gebracht.

Gießen, den 21. August 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

_ Pr. U i i n n c r. *1

Bekanntmachung.

Die Hessische Landes -Hypothekenbank ist bis auf weiteres in der Lage, Privatpersonen, die ein berech-4 tigtes Kreditbedürfnis glaubhast machen, gegen Ver- ! psändung er st st eiliger Hnvotheken an Grundstücken, die im Groß Herzogtum Hessen gelegen sind, Darlehen zur Ver­fügung zu stellen.

Bei Stellung des Antrags hat der Hnpothekargläubiger außer seiner Hnpotbekurknnde eine ortsgerichtliche Schätzung des Unter­pfandes vorzulegen.

Von der Beleihung ausgeschlossen sind .Hnpotbeken aut Grund­stücke, die nach dem Gesellschastsvertrag der Bank nicht beleibirngs- i fähig sind iz. B. indnsttielle Anlagen, Bauplätze usw.).

Ist die Hnpothrk eine brieslose Hppothek des neuen Rechts,- I so muß zunächst die Umioandlung in eine Brieshypothek erfolgen, I bei der der Grundstückseigentümer mitzuwirken hat.

Im übrigen erteilt die Bank auf Anfragen jede gewünschte Auskunst über die Bedingungen und die weitere Behandlung der Angelegenheit.

Gießen, 21. August 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gieße».

Pr. U sin g er. j

Bekanntmachung.

Die Ceniralgenossenschast Hessischer Landwirtschaftkicher Eon-, I sumvereine teilt mit, daß sie etwa lO 000 Zentner gut backfähiges : Roggenmehl 0/1 erstklassiges Mühlrnsabrikat an der Hand habe und solches zu verhältnismäßig sehr günstigen Prüfen gegenüber I dem Privathandel abzugeben in der Lage sei.

Falles im Kreise Gemeinden vorhanden sind, die aus Zukau! von Roggenmehl angewiesen sind, wäre es in deren Inter­esse gelegen, sich sofort an die Landwirtichaftskammer für deis Großherzogtum Hessen in Tarmstadt zu wenden. Diese wird daun , nach Benehmen inst der Centralgciiossenschast sür raschmöglichste ' billigste Versorgung bestrebt sein, sosern dieses Mehlgnautum : seitens der Centralgenossenschast noch zur Verfügung steht.

Gießen, 21. August 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen. _ Pr. Usinger.

Betr.: Gewalttätigkeiten gegen die Deutschen in Belgien.

An das Größt,. Polizeiamt Gießen und

an die Größt,. Bürgermeistereien der Landstemeinden des Kreises.

Um die Wahrheit über die zahlreiäi gemeldeten Gewalttätig­keiten der belgischen Behörden und der belgischen Bevölkerung gegen Leben, Leib und Eigenttim Deutscher sestzustellen, bat det^ Stell­vertreter des Herrn Reichskanzlers den abschriittich nachstebende»! Aufruf erlassen. Um die Reicbsleitung bei der erbetenen Tatsaäien- ermittelung, die sür künsttge Berhandliingen mit der Königlich Belgischen Regierung von großer Wichtigkeit sein kann, nach - Kräften zu unterstützen, sind wir beaustragi. Sie anzuweisen, alle diejenigen, die wesentliche Mitteilungen aus eigener Wahrnehmmig zu machen haben oder zuverlässige briefliche Nachrichten erhalte» haben, auszusordern, sich sofort bei uns zu meldet«, mtb d-ie sich meldenden Beteiligten und Augenzeugen uns namhaft zu machen.

G i e ß e n, den 20. August 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. V : Wel cker.

Ausruf.

Turch die deuffche Presse gehen mhlreictie Nachrichten über Gewalttätigkeiten, denen unsere Landsleute au Leben, Leib und Gut in den ersten Tagen des August d. Je in Belgien ausgesetzt gewesen sind. Das öffentliche Interesse erfordert, daß amtlich sest- gestellt werde, inwieweit diese Nachrichten aus Wahrheit beruhen.

Es ergeht daher hiermit an alle diejenigen, welche aus eigener Wahrnehmung Mißhmidlungen oder Grausamkeiten der belgischen Bevölkerung und Behörden gegen deutsche Reichsangehürige oder Angriffe aut ihr Eigentum bezeugen können, die Dluiforderung, ihre Wahrnehmungen bei der Polizeibehörde ihres Ansenthalts- vrtes zu Protokoll zu geben. Die Landesregierungen sind ersucht ivorden, die Lrtsbehörden mit der Entgegennahme der Bekundungen zu beauftragen und die Protokolle an das Reichsanrt des Inner» gelangen zu lassen.

Von der patriotischen Gesinnimg und der PLahrheitsliebe des deutschen Volkes wird erwartet, daß alle diejenigen, aber auch nur diejenigen, die wesentliche Mirteiliiiigen aus eigener Wahr­nehmung zu machen haben oder zuverlässige briefliche Nachriästen erhalten haben, dieser Aufforderung bercitmillig Folge leisten.

Der Stellvertreter des Reichskanzlers, gez.: Delbrück.

Betr.: Sterblichkeitsstattstik.

An die Großh. Bürgermeistereien der Landgemeinden

des Kreises.

Wir erinnern Sie daran, daß die Zählkarten und Todeszeug- niffe oder eine Fehlanzeige (tu Form einer durchirrt chenen Zählkarte) aus den Monaten Juli und August in den ersten Tagen des PAonats September an das KreisgesundheitSamt einzusenden sind.

Gießen, den 20. August 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. B.: W e l ck e r.