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Der «kfimr Anzeiger

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Donnerstag, 20. August 19tf

Erstes Blatt |64. ZahrMg ' Donnerstag, 2(

»ietzener Anzeiger

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monatlich 75M.,vienel- jährlich Mk. 2.20; durch Abhole- iu Zweigstellen mouatlich 65 Pi.: durch die Post Mk.L. viertel» jährl. ausschl. Beslellq. Zeilenpreis: lokal 15Ps, auswärts 2O Psenniq. Clieiredakieur: A (Äoeg. Peraiitwortlich sür de» poiil. Teil: A»g. Goei;; für .Feuilleiou", .Ver­mischtes' und.Gerrchis» saal": Karl Iteuralh; iür .Stadt »ud Land":

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General-Anzeiger sür Oberhefsen

Zwei Ziege über die

Berlin, Id. Aug. Die franwnichr 5. Kavallerie- dimfion wurLe heute unter schweren Verlusten t>:°i Perwe; (nördlich von Namur» von unserer Kavallerie zurückgrworf.n.

Berlin. 19. Aug. Bayerische und badische Truppen schlugen dir bis Veiler (15 Kilometer nordwestlich von Schleltftadl» vorgeürungene .55. Infanterie Brigade, brach ten ihr große Berluste bei uud warfen sie über Oie Vogesen zurück.

Berlin. 19. Aug Der hiesige japanische Geschäfts- träger überreichte heute im Aufträge seiner Regierung eine dloce. worin unter ttterusung auf das englisch japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegs­schiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern oder Abrüstung dieser Schiffe. ferner bis 15. September die be­dingungslose lledergabe des gesamten Vachkgebietcs Äiau tichan an die javanischen Behörden und unbedingte Annahme »er Forderungen bis 23. August verlangt wird.

Mlt den tfwi Siegesbotschaften, die wir gestern abend Ist Uhr in unserer Geschäftsstelle durch Lichtbild belannt pccken und die mit begeisterten. Hurrarufen begrüßt lvurdcn, ist lieute auch die Kunde über das Austauchen eines neuen FeindeS, Japans, ausgetaucht! Das hindert uns nicht, das; wir uns der genannten Siege gegen unfern Haupt» gcgner, Frankreich, von ganzem Herzen freuen. Besonders ckt die Meldung, die aus Belgien konimt, geeignet, uns das Herz höher schlagen zu lassen, denn wir wissen nun, das; dort unsere Truppen vorrückcn und das; die Besorgnis des Königs der Belgier, in die Hände der Einrückenden zu fallen, nicht unbegründet gewesen ist. Er l>rt sich, wie wir gestern mitteilien, nach Antwerpen in Sicherheit gebracht. Unsere Truppen aber sind über die Maas vorgebruiigen nick befinden sich «ruf dem Wege zur belgischen Hauptstadt! Welche strategischen Pläne unsere Heerführer verfolgen, bleibt zunächst noch unklar Das neue Gefecht, dos nördlich von Namur einer französischen Kavallerie-Division starke Verluste und eine völlige Niederlage bereitete, ist vielleicht ein Vorbote zur Belagerung und Einnahme der vielgenann­ten Festung Namur.

Der Sreg bei Weiler hat die Schlappe von Schirmeck glanzend wieder wettgemacht. Weiler liegt dicht an der Grenze, nnd die vorrückende französische Infanterie-Bri­gade, die eS versucht lwtte, auf deutschen Boden zu ge­langen, hat dies mit schweren Verlusten bezahlen müssen; sie wurde über die Vogesen zurückg'eworfcn. Die Bayern und Badener haben sich brav gehalten, nnd die Wacht anr Rhein steht heute fester denn je. ,

Japans Verhalten ist ivahrlrch kein Heldenstück. Es ist die Taktik des Wegelagerers, und nicht einmal des Tapfersten, die sich hier schamlos zeigt Tie deutsckze

Regierung wird dir einzig mögliche loürdigc Antwort er- leilen, dessen sind wir gewis;. Mag diellebermacht der falschen Gelben, denen Germania eine Lehrmeisters» gewesen ist, so­wohl was die Handhabung der Waffen, als auch was die Fortschritte in der Wissenschaft anlangt, unsere treuen Brü­der in Kiautschau in schwierige Lage bringen: sie werden sich des beirtschen Namens würdig zeigen. Die Tatkraft unseres

Zwischen Lüttich und Karner.

Die Anqen der ganzen Welt sind aus jenen südbelgischen KriegSicbmiplav gerichlel, der hiuptt'ächiich durch das Tal der Maas zwischen Lüttich und Namur uud darüder biuaus, etwa noch bis Dinanl. gebilder wird Es ist ein herrliches Land, das von Bergen uwsärunle Tal der Maas: nur hot die gewaltige Industrie dir Schönheit der Gegend überall verstümmelt. Durchfährt man sie nachts mit der Eisenbahn, so dringt beißender Rauch von den Schornsteinen nie rubcuder Fabriken durch die Fenster, und Hoch­öfen und Koksösen, die hier außerordentlich dicht neben den Eisen­bahnschienen liegen, werfen ihr grellrote» Lickst in den Zug. Fährt man von Lüttich zu Schilt maasauswärtS, so gelangt man aut dem sich schiängelnt«n Fluß zwischen einer schönen grünen Landichalt hiudurch »ogleich in eine Gegend, wo die Wasser des Flusses von den Abtvössern der Fabriken getrübt sind; bleiern liegen die Rauchwolken der zahllosen Fabrikschornürine aus dem Wasser, überall sielst man hakenartige Anhäufungen von Schlacken der Hvclwien und Abfällen der Kohtenqruben. und bald wechseln rauchige Industrie- und Fabrikorte mit blühenden Dörfern in­mitten üppiger Flirren: wilde Felsen, D ein geb irre. Wiesen, Korn­felder. Hvvsciipstanzungen wechseln mit den Fabrikorten und den Steinbrüchen, die namentlich am Oberläufe der Maas zu linden sind, und hoch oben aut den Felsen der User sicht man malerische Ruinen und moderne Schlösser

Bei der Wanderung von Lüttich aus maasauswarts stößt man, wenn man die Vorstädte hinter sich bat. bei einer scharfen Biegung des Flusses plötzlich aut Seraing, einen Fobrikvri mit Maschincn- wcrlen (den öockerill Werken » von gewaltiger Ausdehnung. Einst dehnten sich hier schöne Waldungen au-s, einst war hier der Lirb- lrngsiitz des BilchoiS von Lüttich: allein sein alter Palast ist zur Fabrik geworden, und beute bedecken die Eisenwerke von Seraing eine Fläche vom über 108 Hektaren Landes Der Wanderer läßt am linken User Flcmall innter sich, dann fällt sein Blick aui das Schloß Chokier au» bohen, deir Weg überhängcnden Klipven. Umcr den zahlreichen Schlössern des Maastales ist Ebvkier neben Aigrc- mont vielleicht das bemerkenswerteste. Aigremont har in der Brr- gangendcik eine bedeutende Rolle gespielt: es tvar dir Zuflucht? hätte RinaldoS t-on Mvurauban und icincr Brüder. Als der Biichoi von Lütticki Aiqremoni nahm, hatte eS mir dem Schloß sein Ende, denn der Bischor zerstörte die Festungswerke vollständig Etwa m der Milte zwischen Lüttich und Namur, wo an einem Flußknicke von beiden Seilen Bergbächc einmünden, liegt H u n inmitten eines weinbautreibenden Gebietes. Wenn man mit der Eisenbahn von Lüttich kommt, wirkt Him besonders mächtig, denn, wenn man aus eineni der zahlreichen Tunnels hcrauskomml. sällt der Blick

tue schöue Stadl, dw sich au; beiden Leiten des Flusses aus-

Kanzosen. - Vas

Heeres aber, das die Entscheidung einzig und allein aus europäischem Boden erficht, wird durch diesen neuen brutalen Streich unserer Feinde nur gehoben und unwidcr stchlich gemacht werden. Denn cs ist ganz klar, daß Albion auch dieses Wcgelagcrerslück planmäßig ins Werk gesetzt hat, und cs zeigt sich mit jedem Tage mehr, daß die englische Politik, trotz hochtrabender Humanilätsphrasen, ein so skrupelloses Handwerk ist. wie es die Welt kaum jemals ge­sehen hal. Prosil, nicht einmal Ehrgeiz, der früher die Triebkraft großer Eroberer gewesen ist, ist das moralische Rüstzeug, niil dem England die Well in Brand setzt! Noch aber hal sich die Kehrseite solchen Handelns nicht gezeigt! Ob das britische Weltreich nicht vielleicht doch bald in seinen Fugen krachen und ächzen wird, müssen wir bald erfahren.

Tic französische Regierung will schweigen?

Wien, 18. August. Aus Bukarest wird gemeldet: Ver­schiedene französische Gesandte im Auslände sind ersucht ivordcn, bckannlzugcbcn, das; die Regierung der Republik sich entschlossen habe, keine Nachrichten mehr im Augenblick über den Verlauf der militärische» Operationen auszu­geben. (Diese Mastregel des französischen Oberkommandos ist erst ergriffen worden, nachdem man Meldungen über französische Siege in alle Welt hinausposaunt hatte. D. Red.)

Angesichts der fortdauerirdcn Lügen der ausländischen Presse stellt die ...Köln. Ztg." fest, daß der Kommandant der Festung Lüttich, General L e m a n, heute im Automobil als Gefangeneren Köln cingetroffen ist.

Tic belgische Regierung warnt vor Ucbcrgrisscn.

C ö l n, 18. August. DerKöln. Ztg." wird von der holländischen Grenze gemeldet: 'Nach den;'Nieuwe Roller- damsche Courant" warnt der belgische Minister des In­nern vor allen Handlungen, die dem Feinde Veranlassung zur Vergeltung geben könnten. Die Bürger dürfen an keinem Kampfe teilnehmen: sie uriilsen sich des Schnupfens und Drohens enthalte». Sie sollen in ihren Häusern blei­ben, die Düren und Fenster schließen, wem: Gefahr droht, damit sie nicht der Herausforderung beschuldigt werden können. Wo der Feind jia, zeigt, sollen sie ihm Plast machen. Jede geringste Gewalttat eines Einwohners wäre ein großes Verbrechen am Lande, das die strengste Ver­geltung durch den Feind nach sich zieht. (Nationatztg.)

C-innahme einer serbischen Stadt.

Wie dieWiener RcichSpost" meldet, haben die öster- rcichisch-rmgarischen Truppen auch bei Progar, 28Kilo­meter ivestlich von Semlin, die Save überschritten und die serbische Stadt Ob reu o watsch genommen.

Aufstand im Aaukasur.

Konstanttnopel, 19. Aug. WieJkdam" erfährt, gewinnt der Aufstand im Kaukasus gegen Rußland an Ausdehnung. Die Aufständischen haben die Brücke über den Araxcsfluß an der einzigen Eisenbahnlinie gesprengt, die Rußland mit Persien verbindet. Die russischen Truppen fliehen mit ihren Waffen und Gepäck an die türkische Grenze. Vorgestern hat eine große Zahl von Soldaten die

dehnt: r.'chis sind die .»öügel mit Wein bestanden, links erblickt man bewaldete Klivven, die genwltige, sicbenbogigc Brücke der Maas (neben der Rose im Westportal der Kvllegiatkirche »Notre Dame und einer Stadtguelle eins derDrei Wunder" der Stadt) springt sogleich in? Auge, vor allem aber das Fort, das über dem grauen Felsen thront, so daß sich ein herrlicher Forbenkontrast zwischen den weißen Häusern der Stadt, den grünen Hügeln imd den graiten Felien ergibt. Die Zitadelle, deren Anfänge ans das Fahr 1822 znrückreichen, fällt in Terrassenbattericn zum Tale ab: ihre Werke zeichnen sich dadurch aus, daß sie zum Teile in den Felsen ein gesprengt sind Erklettert man eine der Höhen. d>c Hnn beherrschen, so dm man einen herrlichen Blick ans die Seücntäler des Hovoux und der Mehaigne, mit ihren vielen Schlössern^und Ruinen, unter denen die Ruinen von Beaufort und das Schloß Modave am Hoyour hervvrgchoben zu werden verdienen.

Folgt man von Huy aus dem Laufe der Maas weiter, so ge­langt inan bald nach Andenne am rechten User, einem kleinen StäbtdK« mit Papier und Fancnce-Fabriken. einst dem Sitze eines adeligen Iunqsrauenstists, das im Jahre 1785 nach Namür ver­legt wurde. Hier wird die Maas von einer eisernen Brücke über­spannt, die nach Seilles, einem weüläusig angelegten, durchs viele Kalkösen ausgezeichneten Doric führt, dessen Hauptiebenswürdig keil die Burg Seille, ein Besitztum des Grasen von Borchgrave, ist. Weiter nach Namür zu wird das Flußtal der Maas außcr- ordemiich krümmungsreich: man gelangt zwischen rvinantii'chen Felsen hindurch, man bewundert in der Gegend von Namechc den berühmten, von Ruincnresten gekrönten Tamion Felsen, in dessen Nähe es viele Höhlen in den Felsen gcht, in denen angeblich noch deute ungehobenc Schätze ruhen und wenn man Namechc mit seiner schönen Torskirche hinter sich hat, erreirA man bald hinter den Eisenösen von Enous Marchr-les-Dmnes. Das von Gärten um­gebene Schloß des Herzogs r»vn Arenberg blickt zwischen Baum- gruvken an einer cscuübersponnenen Felswand empor. Der Name wird aui Ritterirauen aus der Zeit der Kreuzzügc zurückgcsührl: als Albert der HI., Gras von Namur. rns heilige Land zog. blieben viele Rittersranen zurück, die hier eine Kapelle bauten Bon den Kreuzrittern kehrten nur wenige wieder: diele Hollen ihre Frauen zurück und die übri»gebliebenen Witwen bauten hier das Kloster, das nach etwa 3 Jahrhunderten in eine Zisterzienser-Abter um- gewandclt wurde.

Je weiter man sich irwr der Stadt Nanrlrr nähert, desto rornaniilcher nach phantastischer werde» die Mer: Wieien wechseln nrst Wein- und Obstgärten ab, ab und Mt liegen im Flusse grlsrc Inseln, und wenn man die gewaltigen Felsen von Grarids Malades nach einem alten Auslätzigenipital io genannt hinter »ich bat, tauchen in der Ferne die Dächer und Türme von Namur aus; man sieht die beiden Brücken, die die Maas und Sambre über­spannen, vor allem abet fällt die hohe Zitadelle aus dem Berg-

Ultimatum Japans.

Grenze überschritten, um aus türkisches Gebiet zu flüchten. Die Preise sür Lebensmittel sind im Kaukasus auf das Vier­fache gestiegen. Es wird immer schwieriger, den Aufstand zu unterdrücken.

Die Vorgänge in der Türkei.

Konstantinopel, 19. Aug. Der Emir von Nedschd in Arabien, Abdul Asis Jbn 2v»d, hat an den Sultan ein Telegramm gerichlet, in dein er ihn seiner Treue versichert. Der Sultan hat seiner Befriedigung darüber Ausdruck gegeben. Die Landschaft Nedschd, die bis­her ein Sandschak war, wurde zum Vilajet erhoben. Der Emir erhielt den Zivilrang eines Börsirs und ivurde zum Walt und Militärkommandanten ernannt.

Die Türken beten sür uns.

Wien, 19. Aug. DerPolitischen Korrespondenz"wird aus Koiistantinopel gemeldet, das; in allen twrfigen Mo­scheen Gebete für den Sieg der österreichis chen und denk scheu Armee veranstaltet lverden. Das sei, bemerkt diePol. Korr.", lwchst bedeutsam, denn zum ersten Male in der Geschichte des Ottomanenreick-es geschehe es, das; die Muselmanen in ihren Gottcshäuseni für den Sieg ch r i st l i ch c r Völker beten.

Wie England die Neutralität achtet.

Leipzig, 18.Aug. Nach einer Meldung des Leip> ziger Tageblatts ist ein holländisches Schiss, das mit 35 wehrpflichtigen Deut sch en , darunter den Ober­lehrer Dr. Paul Rühlmann von Lissabon »ack» stiotlerdnm unterwegs war, von einem englischen Kriegsschiff im Kanal angehalten worden. Die 35 Deutschen wurden als Kriegs­gefangene nach Plymouth gebracht. Seitdem fehlt jede Nach­richt von ihnen.

Die Beschlagnahme de» Dampfers Wißmann.

Berlin, 19. Aug. Die Engländer haben, wie bereits gemeldet, den Dampfer Hermann Wistmann" auf dem Nfassa-See, dem südtvestlichen Grenzsee A'bL.,"st" afrikanischen Äi)ichgebiets, gekapert und den »üpirän ge­fangen genomncen. Man irmst die dortigen Verhältnisse kennen, den kleinen bansälligen Klahn gesehen haben, um den Vorteil, den die Engländer mit dieser KKicgstat ge» wanneii, richtig zu beurteilen Sie spielen durch diesen Un­fug > anders kann man solches Vorgehen nicht bezeichne» sehr mit einer für alle Europäer und nicht mit letzter Linie für die Engländer bestehenden (R'fahr, nämlich der Erhebung der Eingeborenen gegen die Weistcni. Hermann Wißmann ist ein alter kleiner Schleppdampfer von 18 Tonnen Tragfähigkeit. Der Ansckwfsunqsn>ert be­trog ungefähr 35000 Mk. Der Dampfer wurde gegen Ende des vorigen Jalwhunderts von dem damaligen Rcichskom- missar Wistmann in zerlegten; Zustande über Land nach dem See transportiert. Mnonen sind nicht an Bord. Der Dampfer ist überhaupt nicht für Kriegsztvecke eingerichtet. An Europzier-Besatzung hatte das Schiff eine» Steuermann und einen Maschiniste;,, sonst bestand die Besatzung aus wenigen sckstvarzen Matrosen. Dem deutschen Schutzgebiet ist tont der Wegnahme des Dampfers weder der Handelsiveg

».»vrswunae über dem Müiidungsdreieck zivischeu dm beiden Flüssen ins 'Auge. Anstelle der zerstörten Burg der (traten von Namur wurden in, 17. Jahrhundert hier Festtm-iSnxnke errichtet, die viele Jahrzehnte nach ilper Erneuerung der Stadt überlassen wurden, die auf. der Bergivitze einen Park anlegte. Au; dem höchsten Punkte des ZitadellcnbergeS liegt imnthl»» üchtbar und eine herrliche Fernsicht gestattend, das Zitadellcnhotel.

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Zum Gedächtnis au Großherzoa Ludwig IV., den Kommandeur der Hess. Vivisiou im Keldz'ua 1870 H.

Unsere Truppen stehe» vor dem Feinde ivie vor vier- undvicrzig Jahren, und es scheint, dast, wie damals, auch jetzt wieder im Monat August die Schlachten geschlagen werden, die für den Ausgang des .Krieges entscheidend sÄn können. Ta liegt cs nalic, den Blick auch einmal rückwärts zu richten auf den 18. August 1870, den Tag, an welchem I ich unsereDivisioninblutigemRingenihren vollen Anteil an dem Siegeslorbeer er- kämpft hat, da liegt es insbesondere nahe, des helden­mütigen Führers seiner Hessen, des Prinzen Ludnng zu ge­denken. Wir tun das, indem wir aus dem Schliistabschnitt des Beckerfchen Buches über den Anteil der hessischen Divi­sion an der Schlacht bei Gravelottc die Charakteristik des prinzlichen Führers bringen, die in diesen ernsten Zeiten bei unseren Lesern besonderes Interesse finden dürfte:

Sind wir so glücklich sagen zu dürfen, daß die Division ihre Ausgabe mit Ehren gelöst hal, so verdienen auch die Eigenschasten ihres Führers besonders bervorgchoben zu werden. Je weiter wir zeitlick von dem Bilde des Prinzen abrücken, um so^ Heller treten seine Soldatentugcndcn hervor, um so mehr wäckst seine Persön- lickkeit in unserer Erinnerung, und um so richtiger verstehen wir zu schätzen, nws wir an ihm besessen hatten.

Tic hessische Division kannte und liebte ihren Kommandeur als einen in Krieg und Frieden bewährten Führer. ^Tie war ihm aber auch treu ergeben als Prinz des angestainmten Fürttentrauses. Er hatte nicht nötig, um Sympathie zu werben, was auch seinem Soldatenhcrzen fiemd gewesen wäre: wohl aber warb er gern zu braver, muttger Tat, die seiner Natur entsprach und stets seinen fieudiqen Beiiall ,'and. Hätte man auch über seine Leutseligkeit und Anspruchslosigkeit, sonne sein schlichtes, einfaches Wesen viel­leicht den Prinzen vergessen können, so war doch »eine Erscheinung vor der Truvve nicht nur von vorbildlicher müilärischer Haltung, sondern auch eine unverkennbar fürstliche. Er war mit Leib und Seele Soldat, besaß Herz für die Truppe, wie Berständnis für