lausenden früher nick» auMSrvaren ftälk Dtm Dppkms, Ruhr trnr> Cholera sind e-? ja, die besonders hänffg zu Seuchen geführt haben Der grotze Eriolg dieser planmäßigen Frievensarbeu, für dre man unsere, Reichsregierung gerade jetzt aus vollen, Herzen danken muß, ist ein gewaltiger Rückgang der genannten Seuchen in unserem jetzigen westlichen 'Aufmarschgebiet. Durch die starke Anteilnahme unserer Militärbehörden, die Abkommandierung einer groben Zahl von Militärärzten zu der verstärkten Tnphusbckrmv kung ist in dem .Heere eine Mctlwde der Scuckwubekämpfung im Lause der Jahre geichasfcn ivorde», die uns kein Volk der Welt nachinacht, oder auch mir nachzumachen versucht hat. Von den Russen z. B. weib man, dab sie hiigienrschen Maßnahmen voll ländig gleichgültig gegenüberstehen. Die gleichen Maßnahmen, wie für das linksrheinische ?lusmarschgebict, gellen auch für das öbliche, wo der Cholcragesahr noch besonders Rechnung zu tragen ist. Neben den groben hugicnisch-bakteriologischcn Instituten sind fliegende bakteriologische Laboratorien stets bereit, im Falle sofort helfend cinzugreiscn, wo's nottul.
Solche Tatsachen sind dazu angetan, unserem Volke nach^dieser Richtung bin vollkommene Ruhe und Besonnenheit zu gcheii. Daran wird auch nichts geändert durch die Wechselfälle des Krieges, die natürlich mr die Durchführung tnancher ausgezeichneten Mabnahmen Hindernisse bereiten können, zumal wenn es sich um nnqehcurc An» ordcrmigen durch ganze Heeresmassen lxindelt. Tenn auch dann wird die ins Ungcmessene gesteigerte Arbeit bei der ausgezeichneten Arbeitsteilmig in unserem Heere noch voll geleistet werden. Eine lehr schwierige Ausgabe liegt iu der gesundheitlichen Ueberwachnng ganzer Massen von Gefangenen, die auch für die Zivilbevölkerung sweisellos eine gewisse Gefahr darstellen. Bei der Ueberfülle non geschulten Arbeitskräften werden wir uns aber auch dieser Gesalwen erwehren können. Immerhin ist es ratsam, im Volke mit aller Rnheund Besonnenheit jetzt schon solche Aufgaben vorzubereiten, wobei die Ar beitsteilung und einheitliche Leitung das Wichtigste sind, .
Man kann getrost znsammenfassen: Vergleichen wir die Gefahren, die unseren und den fremden Heeren drohen, so fällt dieser Vergleich ganz entschieden zu unseren Gunsten ans, die wir in langjähriger Friedensarbeit an aklcc. gedacht haben, was einmal kommen konnte, mid die wir Über die beste SencktenbekämpfungS- lechnik der Welt verfügen. Der .stampf gegen die Kriegsfeuchen wird um so wirksamer geführt werden, je ruhiger, besonnener und gewissenhaster jeder einzelne daran teilnimint. Absolute, vertrauensvolle Unterordnung unter alle behördlicl>e Mabnahmen ist do.S wichtigste Gebot in unserer Zeit.
Pvof. Dr. P, Schmidt,
Direktor des hygienischen Instituts der Universität Gießen. *
** Mobilmachung der Jugend g e g cn den Kohlweißling. Für die deutschen Jungen und Mädchen, die in dieser Zeit dem Gemeinwohl dienen wollen, eröffnet sich ein recht dankbares Feld in der Jagd aus den in diesen! Jahre in beängstigender Menge austretenden Kohlweißling, den gesährlichen Feind unserer Gemüsegärten. Von allen Seiten von Feinden umringt, müssen wir unser Gemüse, koste es, was es wolle, vor der Zerstörung durch die gefräßigen Raupen des Kohlweißlings schützen. Darum auf, ihr deutschen Buben uud Mädel, zum Kampfe gegen Schmetterlinge und Raupen! Laßt Such keine Mühe verdrießen und helft so an Eurem Teile mit an der Arbeit sür das Wohl unseres lieben deutschen Vaterlandes!
M ehr Aussicht über die Kinder. Die Schulferien und auch wot»' der Umstand, daß nicle Väter insolge des Krieges der Aufficht ilber ihre Kinder entzogen sind, bringen es mit sich, daß sicli die Kinder manclwrlei zu schulden kommen lassen, Nistut ge:rug, daß sie bis in die Nackt hinein lärmen, sie ruinieren auch sie Garkenernsriedlgungen und besonders die Anvilaozungen in dm Anlagen und öffentlichen Plätzen, Es märe Sache des Publikums, unsere Auffichtsorgane in der Bewachung der Anlagen uns Gärten zu Unterstützen, und die Uebeltäter zur Anzeige zu bringen, denn es handelt sich um allgemeine Interessen.
Landkreis Gießen.
4t Sie in b ach, 18. 'Aug. Tie Geldspende fürs Rote Kreuz ergab in »usercr Gcinemde den Betrag von 603,05 Mark, Dazu kommt die Kirchcnkollekte mit 66 Mk, 02 Pkg. Findet nun »och ein Beschluß der hiestgen israelitischen Gemeinde,' aus ihrem Komm,,nalvermögen dem Roten Kreuz 300 Mk. zuiühre» zu dlirien, die behördliche Genehmigung, was nicht bezivcilelt wird, dann fließen aus nnseremOrte dem vaterländische,l Werk des Roten Kreuzes nahezu 1000 Lik. zu.
Kreis Schotten.
R. Bo bcn Hausen II, 18. Aug. Der hiesige Feldschütz Johann nes Stein II. schickt seine sechs Söhne und seinen einzigen Schioiegerfohn ins Feld.
Kreis Friedberg.
n> Friedberg, 17. A»q. Ter Knecht eines Landwiils in Fauerbach umrdc heule früh mit einer Kopfwunde tot in seinem Belle aulgeknnden. _ Wie leslgcslellt ist, hat der Erfchlagcnc aut einem seiner 'Mitarbeiter einen Einbruch in den Keller des Arbeitgebers unternouimcn und inehrcre Flaschen Beerenwein entwende,. Unter d.'r Einwirkung des Alkohols sind beide Arbeiter ui Clicit geraten, wobei ste sich mit den Weinflaschen bearbeiteten. Ein Schlag mit der Flasche Ichcint die Ursache des Tode- gewesen zu sei».
Bad-Nauheim, 18. Aug. Gestern mittag konzertierte unsere Zurkapelle wieder an der Drinkkuranlage, der namentlich Holländer und Amerikaner beiwohnten Zum Schluß wurde stürmisch die Natioualhvmnc verlangt, welche von allen Anwesenden entblößten Hauptes angehört wurde.
Starkcuburg unv Nhriuhesse«
!mz D armsto dt, 18, Aug. Zu Ehren der im Jahre 1 8,0'71 gefallenen Krieger fand heute aus dem Darmstädter Fncdho'.e eine Gedächtnisfeier statt, an der zahlreiche alte 3'; ..v iel; und auch Offiziere teilnahmen. Pfarrer Marx !' elf die Gedächtnisrede. Im Namen der Bereinigten sieben dirügen Kriegervereine sprach Hauptmann d. L. Waideck und legt - dabei einen Kranz nieder. Auch den Gräbern der hier beerdigten französischen Krieger wurde ein Kranz
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in Begleitung seines Adjutanten zu Fuß zu gehen. Bei der Wandc- rung kam man an einen Fluß, dessen Brücke eingestürzt war- ein schm.'-er Balten iübrte in gefährlicher Höhe über das Flußbett. Um Um ibergu 'een. bedurfte es der Hebung, der Geschicklichkeit und i. r schwineelsrcistett: der Zar und sein Adjutant standen ratlos 0>n Bauer kam des Weges. „Gibt's keinen anderen Weg über den Faust." fragt' der Zar. „Nein, Herr," „Wie kommst du rüber'?" ..Ich aeh be.il rüber," „Und deine Last? Kannst du sie dabei ,ragen?" „Natürlich, auf den Schultern." „Mein Lieber, du bc- kouim't zehn Rubel, wenn du mich Min anderen User trägst " Der Bauer ring mit Freuden daraus ein und trug den Zaren 'hin über 'zt bekommst du iwcb mal zehn Rubel, wenn du auch meinen Begleiter herüber trägst," sagte der Selbstherrscher. Ter Bauer ging zurück, nahm deu Adjutanten aus die Schulter, aber als er mitten auf dem Balken war, ries der Zar ihm zu: „Zwanzig Rubel, wenn du ihn abwirfst." Ter Adjutant wurde unruhig fürchtete nicht ohne Grund sür sein Leben. „Fünfzig Rubel, wenn du mich heil rüber bringst", ries er hastig. „Sechzig", schrie der Zar, „wenn du ihn iallcn läßt." Ter Bauer wollte den 'Adjutanten abwerien, der aber klammerte sich an seinem Halse sest. „Hundert Rubel!" schrie er entsetzt. Der Bauer nahm dies letzte Geb,? cm und brachte den Adjutanten hcü ans andere Ufer. Das glücklich seinem Schicksal entgangene Opfer dieses liebenswürdigen Sawe.-ee .cs Herrn aller Reußen rächte sich dann, so gut er das eben ö, . e. Als er nach dem Frühstück sein Reisenotizbuch er gän," »ie Auslagen für die Reife des Zaren eintrug, schrieb er laU.vnq: „Frühstück zehn Rubel. Transport seiner Majestät >- ••••• nuß: zehn Rubel. Transport des Adjutanten über
i- ' ,fn „ unter höchst erheiternden Umständen: hundert Rubel." Der Zar lachte und war es zufrieden.
gewendet, Der Zug bewegte stich dann auch nach dem Bes-
sunger Friedhose, Ivo Pfarrer Wagner die Gedächtnisrede
hielt. Auch hier wurde ein Lorbecrrrarrz niedergelegt ALe Teilnehmer loaren sichtlich ergriffen. — Zahlreiche Fcchnen- flüchtigc stellen sich schon vor Bekanntmachung des Kaiserlichen Gnadenerlasses in der hiesig.m Garnison. Fast tä-gvich melden sich die Leute, welche sich teilweise sclwn seit 1901 ihrer Militärpflicht meist im Auslände entzogen haben, um sür die Ehre des Vaterlandes mit ihrem Blute einzutreten,
KrciS Wetzlar.
ä. T „ t e n h o I e II, 18. Aug. Cand. thenl. Trauthig aus
Niederwetz ist als Spnodalvikar Hierselbst eingetrcten.
Hessen-Nassau.
— Frankfurt a. M., 18. Aug. Sanitätsrat Dr. Gottschalk aus dem Vorort Ginnhcim ist in Belgien bei der 'Ausübung seines Berufes als Militärarzt erschossen worden. Der Verstorbene wurde gestern mittag mit großen militärischen Ehren ans dem Bockenheimer Fricdhos beigefetzt. _*_
Gicßcner Straskammcr.
Gießen, 18. August.
S i e b e n M o n a t c G c f ä n g n i 3 erhielt der Dienstknecht F. L. T. zu Friedrichsberg wegen Diebstahls im strafrechtliche,, Rückfall, unter Einrechnung einer von der König!. Strafkammer in Marburg gegen ihn wegen des glcidien Delikts erkannten säiismonatlichei, Gesänznisstrasc, Er hat c in ein Mitknechr an, der Holzmühlc hei Lollar, mit dem er die Schlai- fammer gemeimam liatie, al: dieser bereits schlick, ein Zehnmarkstück aus seinem Spind entwendet.
Hansel-
— Mainzer Börse. Tie Bö,ie findet vom nächsten Freüag ab wieder in der Stadthalle statt.
Märkte.
le. Frankfurt a. M, Schwei n emarktber,-Hk vom 19. Aug. Antaetrieben waren 1722 Schweine. Bolkfleilchige Schweine von 80 bis 100 lief Lebendgewicht .76.00—59.00 Alk., Schlachtgewicht 73.00—77.00'Mk., vollsteischiqe Schweine unter 80 k» Leociidqewi.ht 51.50 —59,00 Alk., Schlachtgewicht 70.00— 75.00 Alk.: volllleffchige Schweine von 100—120 k» Lebendgewicht 56.00—58.00 Alk., Schlachtgewicht 70.00—7.» 'Mk.. oollsleischige Schweine von l20 bis 150 k» Lebendgewicht .57.0'—58.00 Mk, Schlachtgewicht 70—75.00 Mk. (Seid,oft rege, bleibt Neberstand.
Io. Frankfurt a. M., 19. Aug. sOriq.-Telegr. des „Giei. Anz."> Amtliche Notierungen der hentlgen Frnchtmarktpreii >. Weizen shiestgerl .'JI*. 21.09—26 00, Knrbesnscber Mk. 21.00 — 2500, Wetteraner Mk. 00.00-03.00. stimmen (hiesigeri Mi. 21.50-22.00, Gerste <Wettera»er> Alk. 20.70-21.00. Gerste. Franken, Wälzer, Ried 'Mk. 30.00—oo.oO, Haler Mk. 20.00- 22.00, 'Mais Ms. 00.03-00.0". Weizen»,eil 0 Mk. 03.00—00.00, Weizenmehl I Alk. 00.00 —03.00, Weizenmehl III Mk. 00.00—00.00, Roggemneül 0 Mk. 00.00—00.00, Roggenmehl o t Alk.. 07.00—00.00, Roggenmehl I ÜJlf. 00.09—00.30, Welzciikleie Mk. 0.00—0.00, Wcizenschalen Alk. 0.00 —0.00, Raggen- rieie Mk. 00.00 - 00.00, Malzkeime Mk. 00.0)—00.00, Biertreber 00,00 - 00.00, Fnllergcrste Alk. üt> 00-50.00, 'Alle? vcr 100 fr- ab hier.
le. Frankfurt a. M., lv. 'Aug, pDriq.-Telegr. des .Gießener Anzeigers",) K a r t o s j e l m a r l,, Dlan notierte: Kartoffeln in iljaggons Mk, 8,00 — 9,00, im Kleinhandel Mk. 10,00—11,00
für je 100
Tic Marktpreise sür Vieh uud Frucht und die ff-, ebener Fleisch- und Brotpreise
an, 17. August 1914.
Schlachtviehpreise in Frankl „rt a. M.
Fleischpreise in Gl e ä e:,
Echsen
Kälber
Scbweine
50 Kg. Schlachtgewicht 90-110 'Mk.
V, Kg. Schlachtgw. 61 81 Bi. V, . . 70-75 .
Kg. 86—96 '61
. 84—88 . . 70-96 .
Eelreidepreise in Mannheim
Brotprclse in Gieße ,
Weizen 100 Kg. 00.00- 00.00 Mk. Roggen 100 Kg. 00.00-00.00 Alk.
Weißbrot 2 Kg. 62 ist,. Schwarzbrot 2 Kg. 54 Psg.
Rirchlichs NacL?tt»chten«
Evangelische Gemeinde.
Heute abend 8 Uhr: Kriegsbetstimde in der Johanneskirch«.
Pfarrer B e ch t o l s h e i in e r.
Amtlicher Wetterbericht.
O e i s e n t l i ch e W c t t e r d i e „ st st e l l e Gießen, Wetteranssichlci, in Hessen aniTonnerslag, den 20. Aug. 1914: Heiter und irockcn, ivarm, nördlid>c Winde.
Letzte Nachrichten.
Eine Ansprache des Kaisers.
Berlin, 19, 'August. Bevor das Leibrcgimcnt der Hohenzollern, das erste Garde-Regffnent zu Fuß, seine Garnison Potsdam verließ, hat sich der Kaiser al-s Chef des Regiments von seinen Grenadieren mit einer Ansprache verabschiedet, in der er u, a. sagte:
Die früheren Generationen und auch alle, die heute hier stehen, hasten die Soldaten des ersten Garde-Regi-l ments und meiner ffstarde an diesem Orte schon öfter versammelt gesehen. Sonst war es der Fahneneid, das Gelübde, das wir vor dem Herrn schrvuren, das uns hier vereinigte. Heute sind alle hier erschienen, den Segen für die Waffen zu erbitten und den Fahneneid zu beweisen bis zum letzten Blutstropfen. Das gcsmnte deuffche Volk bis auf den letzlen Mann bat das Schwert ergriffen. Und so ziehe ich denn das Sckiwert, das ich mit Gottes .Hilfe sahrzehntelang in der Scheide gelassen habe. IBei diese» Worten zog der Kaiser sein Sclpoert und hielt es hock» über dem Haupte.) Das Schwert ist gezogen, das ich, ohne siegreich zu sein, nicht wieder einstecken kann. Und Ihr alle sollt und iverdet mir dafiir sorgen, daß es erst i» Ehren wieder eingesteckt werden wird. Dafür bürget Ihr mir, daß ich den Frieden meinen Feinden diktieren kann. Auf in den Kamps mit den, Gegner und nieder mit den Feinden Brandenburgs! Drei Hurras auf unser Heer! (Wgl. Rundschau.)
Die Folgen einer eventuellen Kriegserklärung Japans an Deutschland.
Berlin, 19. Aug. lieber die Folgen einer eventuellen Kriegserklärung Japans an Deutschland äußert sich die „K r e u z z e i t u n g":
Wenn wir den sff:eignffsen klar und sest ins Auge blicken, so haben wir dennoch keinen Grund zu lleinmütigen Besürchtungcn. Wir dürfen nicht vergessen, daß die Lage unseres ostassatiscben Geschwaders und K iaulichans den vereinigten Streilkräften der Triple Cnlente gegenüber ungemein prekär ist. Die Kriegslage im europäischen Lager wird durch den Schritt Japans keine Veränderung erfahren. Denn Japan dürste kaum den europäischen Kriegsschau- vlatz aussuchcn angesichts der sorge, sich gegen die Bercinigt-n Staaten zu entblößen. Was England und Frankreich dort jetzt etwa entbehren können, fällt in Europa nicht allzusehr ins Gewicht, würde hier außerdem erst nach einer Woche eintreffen können sehnliches gilt von den Landtruppen, die Rußland rm fernen Osleit
zurückhrehrn könnte. Sic sind nicht sehr zahlreich und auch stier würde der Bahntransport immerhin Wock>en beanspruchen, so bleibt im wesentlichen der D r uck a u s d i e N eu t r a l e n, der aber wird sich alkwählich verlieren, wenn Ire sehen, daß dem Eiu- grcisen Japans eine für den Krieg entscheidende Bedeutung nicht zirkoarmt.
Bc rlKn, 19. Aug. Ein sich zurzeit in Berlin aiishalten- der amerikanischer Diplomat, der früher Bolsckuffter der Bereinigten Staaten in Paris und Rom war, äußerte sich auf Befragen, daß ihn die Meldung von dem drohenden Ultimatum Japans an Deutschland nicht allzusehr icherrascht habe. Er sägte aber hinzu: Die Bereinigten Staaten werden natürlich diese Weitdnng der Dinge mit ganz besonderer Ausmerksamkeit verfolgen. Nach den Erklärungen des Botschafters liegt es ganz und gar nicht im Interesse der Bereinigten Staaten, daß Japan und kltußland sich im fernen Osten auf Kosten Deutschlands bereichern, und dort zu allein gebietenden Mächten werden. (Berl. Dgbl.)
Die Lage der Deutschen in London.
Berlin, 19, Aug. lieber die Lage der Deutschen in London schreibt im „Bert. Tägebl." ein Teuttcher, der noch am Freitag in der englischen Hauptstadt weilte:
Die Spionenfurcht ist sehr groß: tägtrch mttben hunderte Deutsche verhaftet, u. a. ein 70 Fahre aller Mann, Inhaber des Eisernen Kreuzes, der über 30 Jahre in England seinen Wohnsitz hat und dessen zwei Söhne bei der englischen Armee dienen. Alle junge» Deutschen wurden, nachdem chre Unschuld festgestellt war» des Landes verwiesen. Am Freitag den 7. 'August wurde ein Anschlag bekaiinlgegben, daß die sämtlichen deurschen Efflwohuer Großbritanniens sich sofort bei dem nächsten Polizeiamt zu melden hätten/ um ihre Personalien einschreiben zu lassen. Nichtbeachtung dieser Forderung hälle eine Strafe von 100 Psmü> u,ü> im Nichtbeitrei- bungssall eine Strafe von sechs Monaten Gefängnis zur Folge gehabt. Tie Auftritte, die sich bei der Regisllallir in verschredc- nen Polizeiämterii absviellen, kann man sich kaum vortzellen. Stundenlang mußten die Deuts che n , Männer- Frauen und Kinder, im strömenden Regen Ani- st e l I u n g n e h m e n und geduldig warten, bis die Reihe an jeden kam. Es muß gleichtzeing lieroorgehoben werden, daß das englische Publikum keine feindselige Halvmg einnahm. Auch lvar die Polizei höclist ziworkommend. Es wurde z. B. an du: Wartenden Tee verkauft. Glcichzeillg ist es den Deutschen verboten, Fahrräder, Motorräder und irgendwelche anderen Be- sördcrrmgsmittel in ihrem Besitz zu haben, auch keine Waffen oder Explosivstoffe. Ferner wurde ihnen mitgeteill, daß sie nur in einem Umkreis von fünf Meilen von ihrem Wohnsitz reffen! dürfen. D>er Aufenthalt in einzelnen Provinzen ist ihnen absolut unlcriagt. Es wurde bekannr gemacht, daß jeder Deutsche bis znm! 10, August England verlassen müsse. Eine große 'Menge von Peffonen, die abreisen wollte, nnrrde sofort nach Fvlkston als Kriegsgefangene verkostet, an einem Tage 200 Leute, Die Ge« iangenen wurden nach Redhill gebracht, ,oo ein Platz van 40 Acres für deutsche Kriegsgefangene reserviert ist. Ein Teil war bereits in der Olympia interniert.
Mrutkrci in dcr russischen Schwarzmeer-Flotte?
Sofia, 19. Aug, Hier sind vertraucn»swürdigc Nachrichten eingetroffcn, nach ^>enen unter dcr Mannschaft der! russischen Schivarzmeerslotte eine Meuterei ausgebrochcn ist! und daß die Stadt Odessa in Flammen steht. (Berl.LoLÄcmz.),
Verantwortlich für den gesamten redaktlonellen Teil: Aug. Goetz.
Das Kasein der Kuhmilch gerinnt in schwer verdauliche:
Klnmven, die der Säuglingsmngen zu bewältigen kaum imüoode ist. Tritt zu diesem Nachteil noch dcr Nmnand, daß die Milch im Sommer Ictcbt sauer,, so rück, die Gekabr öer 'Magen- und Darm- krankhellen immcrnaberhernn, DieinNestlc'S.Kindermehl enthaltene Milch der gesunden Alvenkühc ist bei der Fnbrikaiion so behandelt, das; sie scinstockig gerinnt,derariigeKrattkbejtcilverüülelu.vom zartesten Söuglingsmagen vollständig verdautund vertragen werden kann. [*«ss
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Nicht mehr dienstpslichllge, jedock) noch garnffvndirilstfähig« Offiziere und Unteroffiziere
a) von der Infanterie (einschl. Jäger),
b) vo i, den M a s ch i n e n g c w e h r t r n v ve n (ei n s ch l. am Maschinengewehr ausgebildete andere W a s f e n),
c) von der Kavallerie,
ck) von der Feldartillerie,
el von der Fußartillerie,
k) von den Pionieren und Telegraphen« truppen,
e) vom Train, die sich bis jetzt iwch nicht gemeldet haben und ihre Kraft der guten Sache, dem Dienste des Vaterloses widmen wollen, wollen sich beim Bezirkskommandv ihres Wohnortes melden. Letzteres wird aus Wunsch auch den Truppenteil angeben, bei dem vvrcrnssichtlich die Perwendimg erfolgen kann.
Frankfurt a, M„ den 11. August 1914.
Stellvertretendes Generalkommando 18. Armeekorps.
Betr.: Amlliche Handausgabe dcr Aussilhrnngsvorfchriftrn xu der Reichsversicherungsordnung.
An die Grotzh. Bürgermeisteieien der Landgemeinden des .tkreifcs.
Im Anschluß an unser Ausschreibcn vom 13. v. Mts., Kreisblatt Nr, 56, machen wir daoau) aufmerksam, daß die amtlich« Handausgabe der Aüsfüh-nmgsvvrfchrffien zur R. B. O. lediglich im dienstlichen Interesse bearbeitet worden ist. Wir werden in unseren späteren Ausscdreiben und Verfügungen ansschlretzlich ans die amtliche Handausgabe venoeisen, um Wiederholungen zu vermeiden. Die fzandausgabc enthält weiter einen Paragraphen- schlüssel, aus dem ohne weiteres entnommen werden kann, ob und welche Ansführmigsvorschriften zur R. V. O. ergangen sind. Ta mit dcr Handausgabe des Buches keinerlei Gewinnabsichten verbunden sind, kann keine andere 'Ausgabe so billig geliefert iverden. Wir legen im Interesse de,' orbnui^smäßigcn Erledcgu,^ der Drenstgeschäftc Wert darmls, daß die Gcmeindedlenststellen, die mit der Ausführung der R. B, O, besaßt sind, die amlliche Handausgabe beschaffen.
Falls nicht bis spätestens 2 7. d. Mts. gegenteiliger Bericht erstattet wird, nehmen wir an, daß mindestens ein Exemplar der Handausgabe aus Gcmeindekosten geliefert werden soll.
Gießen, den 18. August 1914.
Großhcrzogliches Kreisamt (Vcrsichcrungsamt) Gießen.
I. V.: Welcher.
Bekanntmachung.
In der Zeit vom l. bis 15. August 1914 wurden in hiesiger Stadt
gesunden: 1 Ring, 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Anhängsel, l Armband und l Spazierswck: verloren: 1 Portemonnaie mir 10 Pfg. Inhalt, l Hundertmarkschein, 1 goldene Damenulirketlc mit Anhängsel, ein goldenes Armband, Papiere ans den Namen „Aubel" laulend. und l goldene Brosche mit Brillanten.
Tie Empfangsberrchllgten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen.
Die Abholung der gefundenen Gegenstände kann an jedent Wochentag von 11—12 Uhr vormittags und 4—5 Uhr nachmittags bei Unterzeichneter Behörde, Zimmer Nr, l, erfolgen.
Gießen, den 16. August 1914.
Grobherzogliches Polizeiamt Gießen.
Hemmerde.


