QÄkfcer brr MM6urinf(f>nt Monarchie zu schützen, und sic werben ihn Pflicht tun Auch in Deutschland gedenkt man in bicsen Tagen mit besonderer Jnmgsiul des ehrwürdigen Monarchen, bcr, mit unterem Kaiser in unverdrüclsticher Bnndestreue verknüpft, einen gerechten Kamps kämpft, der zum Siege führen ivird; bas ist unsere fest« Zuversicht,
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Ein Erlaß des Kaisers.
Berlin, 17, Slugust, Ein im LrmeeverordnungA- blatt veröffentlichter Erlaß des Kaisers vom 16, Aug, belr, die Zuerkennung des Anspruches auf das Die n stau s z e i ch n u n g s k r e u z an die oberen, mittleren und Unterbcamten soivie an Personen des Soldatenftandes vom Feldlvebet abwärts des Heeres, der Marine und der Sckutz- truppcn besagt:
Ich will am heutigen Tage, an dem ich mich zu meinem Feldheere begebe, den höheren, mittleren und Untcrbeamten sonne den Personen des Soldatenstandes vom Feldwebel abwärts meines Heeres, meiner Marine und meiner Schutztruppen in Anerkennung der treuen Dienste und als Zeichen der Zusammengehörigkeit aller Dienstgrade einen erneuten Beweis meiner Gnade zuteil iverdcn lassen, indem ich ihnen nach 25jähriger aktiver Dienstzeit den Anspruch aus das von des hochseligen Königs Friedrich Wilhelms III, Majestät am 18, Juni 1825 für Offiziere gestiftete Dienstaus- > zeichnungskreuz zucrkennc. Ich vertraue, daß diese Auszeichnung ein weiterer Ansporn zu treuester Pflichterfüllung sein wird,
Ter Großherzog von Mecklenburg-Schwerin hat sich am Samstag abend auf den Kriegsschauplatz begeben.
Heldentod des Prinzen Friedrich Wilhelm zur Lippe.
FE, Mecrholz, 17, August, Wie jetzt bekannt wird, ist der Schwager des Grafen Gustav zu Menbnrg und Bü- dingen-Meerholz, der Prinz Friedrich Wilhelm zur Lippe, Oberst und Kommandeur des 1, Hannövrrschen Infanterie- Regiments Nr, 74 in Hannover bei dem Sturm aus Lüttich gefallen. Der Prinz ergriff bereits schtver verwundet die Fahne des Regiments und trug sie hvchcrhoben seinen Truppen voran, als mehrere feindliche Geschosse ihn durchbohrten, so daß er tot niedersank, Prinz Friedrich Wilhelm ist ein Bruder des verstorbenen Grafregenten Ernst zur Lippe und ein Onkel des jetzt regierenden Fürsten Leopold IV. zur Lippe und stand im 56, Lebensjahre, 1895 vermählte er sich mit der Gräfin Gisela zu Menburg und Büdingen in Meerhvlz, Vor drei Jahren tommandiertie Prinz Friedrich Wilhelm die 11, Jäger in Marburg, in welchem Truppenteil zwei seiner Neffen, die Prinzen Friedrich Wilhelm und Ernst zur Lippe als Leutnants stehen, die bereits auch ins Feld gerückt sind.
Unsere Treuen in Togo.
Berlin, 16. Aug, In Togo ist bei einem Zusammenstoß mit überlegenen feindlichen Kräften Haupttnann P f ä h- ler von der Polizeitruppe gefallen und außerdem drei Deutsche, Sengmüller, Kohls darf und Ebert leicht verwundet worden.
Die dritte Verlustliste.
1 Der „Reichsanzeiger" veröffentlicht die Verlustliste Nr, 3, Danach hatten solgende Verluste: Das Jnfanterie-Regt, Nr, 17: ein Musketier leicht verwundet, — Jnfanterie-Regt, Nr, 18: wt 9 Musketiere, 1 Gefreiter und 1 Unteroffizier; schwer verwundet 16 Musketiere, 1 Unteroffizier, 1 Bizefelbwebel b. R, und 1 Oberleutnant b. R,; leicht verwundet: 17 Musketiere, 1 Unteroffizier b. R,, 1 einjähr, Unteroffizier, 1 LeutnaM b. R, und 1 Stabsarzt b. N,; vermißt: 6 Musketiere und 1 Unteroffizier, — Infanterie-Regt, Nr, 20: wt 16 Musketiere, 2 Gefreite, 1 Unter» wsfizier b, R, und 1 Vizesttdwebel d, R,: schwer verwundet: 24 . Musketiere, 1 Gefreiter, 3 einjähr, Unteroffiziere, 1 Bizefelbwebel ’b. 5R. und 1 Leutnant d, R,: leicht verwundet: 11 Musketiere, j 1 Gefreiter, 2 Unteroffiziere b. R, und 1 Bizefelbwebel b. R,; vermiß: : 51 Musketiere, 1 Einj ährig - Freiwilliger, 11 Gefreite, zwei Unterossiziere, 2 Unteroffiziere d, R,, 1 Bizefelbwebel und I Bize- ffeldwcbel d, R,, sowie 1 Feldwebel: erkrankt: 2 Musketiere, — Füsilier-Regt, Nr, 33: tot 36 Füsiliere, 1 Gefreiter d, R,, 3 Unteroffiziere, 1 Unteroffizier d, R,, 3 Sergeanten, 1 Leutnant, 2 Leutnants d, R,, ein Oberleutnant und ein Hauptmann: schwer verwundet, 40 Füsiliere, ein Einj,-Freiwilliger, 3 Gefreite, 2 Vize- stldwebel (einer davon gestorben), ein Feldwebel, ein LeutnaM und ein LeutnaM d, R,; leicht verwundet: 17 Füsiliere, ein Gefreiter, 2 Unteroffiziere, ein Einj,-Unteroffizier, 2 Unteroffiziere b. SR., ein Leutnant, ein Leutnant d, R,; vermißt: 31 Füsiliere, ein Gefreiter d, R,, ein Vizcscldloebel, — Füsilier-Regt, Nr, 35: wt 23 Füsiliere, 3 Gefreite, ein Unteroffizier und ein Sergeant; .schwer verwundet: 22 Füsiliere, 2 Gefreite, 2 Unteroffiziere, 2 Eins,-Unteroffiziere und ein Unteroffizier d, R,: leicht ver
wundet : ein Füsilier; vermiß,: 11 Füsiliere, 2 Unteroffiziere b. R,; gefangen: 2 Füsiliere, ein Unteroffizier, ein Feldwebel und 3 Leut- nams, — Füsilier-Regt, Nr, 40: wt: 8 Füsiliere, 2 Gefreite, ein Unteroffizier b. R,; schwer verwundet: 6 Füsiliere, 2 Unteroffiziere: leicht verwundet: 8 Füsiliere, ein Unteroffizier: vermißt: 2 Füsiliere, — Jnfanterie-Regt, Nr, 41: wt: 3 Musketiere; schwer verwundet: 2 Musketiere, ein Leutnant; leicht verwundet:
2 Musketiere, — Jnfanterie-Regt, Nr, 76: leicht verletzt: 1 Musketier, vermißt 1 Muskeffer, — .Jnfanterie-Regt, Nr, 131: ein Landwehrmann durch Unvorsichtigkeit eines Kameraden erschaffen. 1 Musketier auf gleiche Weise schwer verwundet. — Jmanteric- Regt, Nr, 140: 1 Musketier infolge Unglücksfalles gestorben, — Jnfanterie-Regt, Nr, 143: tot: 1 Musketier, sclstver verwundet:
3 Musketiere (davon einer gestorben), ein Gefreiter; leicht ver- loundet: 6 Musketiere, — Jnfanterie-Regt, Nr, 147: wt: < Musketiere, 1 Gefreiter: schwer verwundet: 6 Muskefiere, 1 Gefreüer, 1 Unteroffizier: leicht verfvundct: 15 Musketiere, 1 Einjährig- Freiwilliger, 1 Gefreüer, 1 Unteroffizier, 1 Leutnant der Reserve,
— Jnsanterie-Regt, Nr, 151: Gefallen 1 Musketier, — Jnfan- teric-Regt, Nr, 165: tot: 3 Musketiere, 1 einjähr, Gefreiter, ein Sanitäts-Gesr,: sclnver veno: 13 Müsk,, 1 Gesc., 1 einj, Gefr,, zwei einj, Unteroffiziere: leicht verwundet: 7 Musketiere, 1 Eiu- jährig-Freiw,, 1 Gefreiter b. R,, 1 Leutnant und ein Hauptmann: vermißt: 4 Musketiere und 2 Unteroffiziere b. R, — Jnfanterie- Regt, Nr, 171: tot: 2 Musketiere, 1 Gefreiter und 1 Leutnant: schwer verwundet: 6 Musketiere: leicht verirmndet: 4 Musketiere, 1 Gefreiter b. R,, 1 Gefreiter, 1 Unteroffizier und 1 Leutnant b' R, — Küraffier-Regt, Nr, 5; .schwer verwundet: 1 Unteroffizier, leicht verwundet: 1 Gefreiter, — Dragoner-Rcgt, Nr, 1: wt: 1 Dragoner imd l Leutnant: schwer verwundet: 1 Dragoner und 1 Gefreiter: leicht verwundet: 1 Dragoner und 1 Sergeant, — Dragoner-Regt, Nr, 5: tot: 2 Dragoner: vermißt: 2 Dragoner, Dragoner-Regt, Nr, 7: schwer verwundet: 1 Dragoner und ein Rittmeister: leicht verwimdet: 2 Dragoner, — Dragoner-Regt, Nr, 1 l: Leicht verwundet: 1 ScrgeaM, — Husaren-Regt, Nr, 5: wt: 1 Husar, — Husaren-Regt Nr, 7: Gefangen: 1 Husar, auf einer Patrouille durch Franktireurs unter Feuer genommen, — Ulanen-Regt, Nr, 1: Schwer verwundet: 1 Ulan, ist inzivischen verstorben, — Ulanen-Regt, Nr, 12: tot: 1 Ulan, — Jäger zu Pferde Nr. 4: tot: 1 Jäger: vermißt: 1 Jäger und 1 Gefreiter: gefangen: 1 Jäger. — Feldartillerie-Regt, Nr, 1: leicht verwundet: i Oberleutnant, — Feldartillerie-Regt, Nr, 60: leicht verwundet ein Kammier: vermißt: 3 Kanoniere, — Feldartlllerie-Regt, Nr, 82: verwundet: 1 Unteroffizier (ist wieder dienfffähig), — Fuß- artillerie-Regt, Nr, 16: schwer verwundet: 1 Kanonier: gefangen: 1 Kanonier, — Pionierbataillon Nr 4: fdjtt>et verwimdet: 2 Pioniere, 2 Gefreite und 1 Leutnant: leicht verwundet: 1 Pionier: oermißt: 1 Pionier, — Pionierbataillon Nr, 24: tot: 1 Gefreiter; schtver verwundet: 1 Bizescldwcbel; leicht verwundet: 2 Pioniere,
— Flicgcrcchtcilung: Leicht verwundet; 1 Leutnant.
Deutschlands finanzielle Rüstung.
Die „Nordd, Mlgcm, Ztg" veröffentlicht folgenden Artikel Dr, H e l f f e r i ch s, Direktors der Deutschen Bank, über Deutschlands finanzielle Rüstung;
Der einleitende Abschnitt des Krieges, di« Periode der Mobilmachung, geht ihrem Ende Mt, Freund und Feind hatte in dieser Periode Gelegenheit, sich zu überzeugen, daß Deutschland nicht nur militärisch für den Krieg <mf das exakteste vorbereitet und organisiert war, sondern sich auch finanziell und wirtschaftlich den gewaltigen Anforderungen der Zeit bessergewachfengezeigthatalsirgend ein anderes Land. Einige schlagende Tatsachen sollen dies ins Licht setzen.
Die Verheerungen in den Börsenkursen waren vor der Mobilmachung an allen Plätzen bis hinüber nach Amerika ganz gewalffge. Auch die deutschen Märkte haben schwer gelüten; aber ungleich stärker als bei uns war der Znsammenbricch, und mrgleich schwächer die Widerstandssäbigkeit in England und Frankreich, obwohl diese beiden Länder sich auf einen älteren Reichtum stützen konnten als wir, und obwohl gerade in diesen Ländern bis in die letzte Zeit hinein geflissentlich die Auffassung genährt wurde, daß in Deutschland das Gebäude des staatlichen und privaten Kredits beim ersten Kanonenschuß zusammcnbrecheu müsse, Ein gewiß unverdächtiger Zeuge, der Pariser „Temps", berichtete über den Verlauf der Pariser Börse vom 25. Juli: >
„Das Angebot an 3 »/»-Rente war bei der Eröffnung des Verkehrs so stark, daß die Kammer der agents de change genötigt war, die Notierung eines niedrigeren Kurses als 78°/o zu verbieten, obwohl Angebote zu 74»/o Vorlagen,"
An jenem Tage wurde der Markt für die 3°,'° und die neue 3'/,<yo französische Rente zeitweise überhaupt geschlossen, weil man sich nur auf die Weise des gewaltigen Angebots erwehren und noch viel stärkeren Kursstürzen Vorbeugen konnte. Auch in den übrigen Papieren Hot sich der deutsche Markt trotz aller schweren Erschütte- rungen relativ am besten gehalten. So sanken die Aktien der ersten französischen Privatbank, des Crödit Lyonnais, vom 18, bis zum 30, Juli von 1535 auf 1350 Franken, also um 12 Prozent des Kurswertes vom 18, Juli, Dagegen sanken die Aktien ,der Deutschen Bank in der gleichen Zeit nur von 231,60 Proz, ans 218 Prozent, diejenigen der Diskontogesellschaft von 180,80 Prozent aus 170 Prozent, beide Aktien also um nicht ganz 6 Prozent des Knrs- wertcs vom 18, Juli, Die Pariser Börse sah sich in 'der letzten Juliwoche genötigt, zur Vermeidung eines vollständigen Zusammenbruches die Ultimoliguidation zwangsweise um einen Monat hinauszuschieben. Ein ähnliches Börsenmoratorium wurde in London notwendig, wo die Juliliguidation zunächst auf den 15, August, und dann aus den 3l, ?lugust zivangsweise verschoben wurde. In London nrußte die Börse am 30. Juli geschlossen werden, da hunderte von Brokerfirmen erllärten, sie müßten sich andernfalls „hämmern" lassen, d, h, ihren Konkurs anmelden. In B e r l i n blieb die Börse, wenn auch unter Beschränkung aus den Kassahcmdel, bis zum 1, Aug, in Tätigkeit und wurde erst nach ür Proklamation des Kriegszustandes geschlossen. Die Juli-Lianidatcon wurde im Gegensatz zu London und Paris nicht biiiausgesäwben, sondern dank der von den Banken gewährten lveitg eh enden Erleichterungen glatt abgewickelt, Dem großen Andrang nach baren Zahlungsmitteln hat das deutsche Bankwesen (abgesehen von dem vorübergehenden und lokalen Mangel an Kleingeldf vollauf und zu erträglichen Bedingungeck genügt. Während in Frankreich und ^namentlich in England den Einreichern von Wechseln die größten Schwierigkeüen gemacht würden, hat die deutsche Reichsbank gegenüber dem Krcdilbcgehr das weiteste Entgegenkommen gezeigt. Die Bank von England sah sich gezwungen, ihren Diskont in 3 Tagen vom 23, bis 26, Juli von 3 Prozent sprungweise bis auf 10 Prozent zu erhöhen, Sie nahm überhaupt nur Wechsel mit einer Laufzeit bis höchstens Mitte August und auch diese nur zum Teil und mit strenger Auswahl, Die Verhältnisse scheinen sich neuerdings in England so bedrohlich zngespitzt zu haben, daß in diesem jedem staatlichen Eingreifen in die privatwirtfchastlichen Angelegenheiten durchaus abgeneigten Lande die Intervention de§ Staates angcrusen wurde. Die Bank von England setzt ihre Diskontierungen nur fort unter Garantie des Staates für etwaige Verluste! Die Privatbanken sahen sich in Frankreich und in England sehr bald vor der Unmöglichkeit, dem Verlangen des Publikums auf Auszahlung der Guthaben in vollem Umfang zu entsprechen. In Frankreich ließen sich die Banken die gesetzliche Autorisation geben, auf die bei idnen bestehenden Guthaben bis zum 31. August nicht mehr als 250 Franken zuzüglich 5 Prozent des stehenbleibenden Betrages auszuzahlen, eine Maß- nalnne, die noch heute in Kraft ist, und die andercLändcr nachgeahmt haben, Außerdem wurde in Frankreich die Verpflichtung der Sparkassen, die Einlagen auf Verlangen zurückzuzahlen, ausgehoben mit per Maßgabe, daß die Sparkassen nicht verpflichtet sein sollten, aus ein Konto mehr als 50 Franken in je 14 Tagen zu verabfolgen, In England wußten sich die Banken nicht anders zu Helsen, als daß sie für eine Reibe von Tagen ihre Schalter vollständig schlossen, Der erste Montag des Monats August ist bekanntlich in England gesetzlicher Bankseiertag, Diese Bankscrien wurden auch auf Dienstag, Mittwoch und Donnerstag ausgedehnt, lediglich, weil die großen Londoner Banken sich vor der Unmöglichkeit sahen, den Anforderungen des Publikums auf Rückzahlung seiner Guthaben zu genügen.
In allen kriegführenden Ländern außer Deutschland und in zahlreichen neutralen europäischen und überseeischen Ländern sah man sich außerdem genötigt, Moratorien cinzuführen, teils ftir den Wechselverkchr, teils auch fiir den gesamten Bankverkchr, teils für alle Zahlungsverpflichtungen unter Privaten, England speziell hat zunächst ein allgenieineS Wechsttnroratorium eingesührt, sah sich jedoch neuerdings veranlaßt, dieses Moratorium auch auf nicht wechselmäßige Verpflichtungen von mehr als 5 Pfund Sterling mit gewissen Ausnahmen (Steuern, Sparkasseneinlagen, Seefrachten, Obligationenzinsen usw.) auszudchnen.
Demgegenüber l)at in Deutschland dieOrganisation des Gold- u. Zahlungswesens sich den großen Anforderungen gewachsen gezeigt. Die Reichsbank hat in den beiden Wochen vom 23, Juli bis zum 7, Aug, dem Verkehr für mehr als 2 Milliarden Mk, Zahlungsmittel der verschiedensten Kategorien zur Verfügung gestellt, ohne mit ihrem Diskont stärker als von 4 auf 6 Prozent in die Höhe zu gehen. Die Privatbanken haben anstandslos alle von ihnen verlangten Auszahlungen geleistet, ohiw eine andere Hilfe in Anspruch zu nehmen, als den Weg der normalen Diskontierung von Wechseln oder Lombardierung von Effekten bei der Reichsbank, Dieses dem Bewußtsein einer zureichenden Rüstung entsprungene zuversichtliche Verhalten der Bankwelt hat sehr bald eine weitgehende Beruhigung des Publikums zur Folge gehabt. Schon vor Beendigung der Mobilmachung und vor der Nachricht über die ersten Siege der deutschen Waffen hat das Publikum ange- sangen, die abgehobenen Gelder wilder zu den Banken zurück- ubringen. Seit mehreren Tagen überwiegen bei den Großbanken ie baren Einzahlungen in fortschreitendem Maße die baren Ausgänge, Ter letzte Ausweis der Reichsbank zeigt, daß dieses Gold nicht mir aus dem Reichskriegsschatz, sondern auch aus dem Verkehr zugeffossen ist.
Die Versorgung der Städte mit Rartoffeln.
# Düsse lt»c>rf, 16, Aug.
Dcr^Dcntsche Kartoffelgroßhändler-Ber- band (Sitz Düsseldorf) veranstaltete am Samstag in Düsseldorf eine außerordentliche Mitgliederversammlung, zu der eine Reihe größerer Sta dtverwaltungen und Handelskammern Vertreter entsandt hatten. Die zur Verhandlung stehende Fra^e der Versorgung der Städte mit Kartoffeln führte eine längere Aussprache herbei, in der von den Vertretern der Städte wie auch des Handels übereinstimmend betont wurde, daß die Kartoffel für den größten Teil der Bevölkerung das wichtigste Nahrungsmittel bilde und infolgedessen ihrer Zufuhr in der jetzigen
Zeit ein besonderes Augenmerk gewidmet werden müsse. Dementsprechend soll der Deutsche Kartofselgroßhändler- Berband (S-itz Düsseldorf) den in Betracht, kommenden Be», Hörden sofortige Aufklärung über den Verbrauch in bar einzelnen Orten und Gegenden, soime die in Betracht kommenden Verlade gebiete geben, damit von vornherein die den praktischen Bedürfnissen cutsprcchenden Maßnahmen getroffen werden können.
Eine längere Aussprache entspann sich über die Festlegung von Höchstpreisen. Bon den Städtevertretern ivurde betont, daß in der ersten Zeit mehrfach wucherische Preise für Kartoffeln gefordert worden seien, woran jedoch der Großhandel keine Schuch trage. Mehrere Stadtverwaltungen seien dazu übergogang-eir, Höchstpreise festzusetzen, Die Vertreter des Handels imescn deingogen- über auf die außerordentlichen Schwierigkeiten der Preisfestsetzung gerade für Kartoffeln hin, zumali die Veröffentlichung von Höchstpreisen ein Anziehen der Preise bewirke. Um ernen Ausweg zu schaffen, erklärte sich der Deutsche Kartoffclgroßhäudler-Berband im Interesse des Schutzes der Verbraucher vor Uebertcuerungen bereit, den Stadtverwaltungen wöchentlich ein oder mehr- malsdie Durchschnitts-bezw, Höchstpreise be- kanntzugebcn, damit die Stadtverwaltungcu ihrerseits den Kleinverkauf leichter überwachen können.
Aur dem Reiche.
Berlin, 16, Aug, Das kronprinliche Schloß in O els ist dem Vaterländischen Frauenvcrein als La- zarett überwiesen worden. Die Kronprinzessin hat für die Einrichtung 40 Betten mit Zubehör gestiftet.
Bad Homburg, 17. August, Hier wurden zwei. Personen sc st ge nommen, weil sie ohne Erlaubnis' eine Station fltr drahtlose Telegraphie errichtet hatten. Es wird allgemein darauf hingewiesen, daß dieses strengen Strafen unterliegt.
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Heer und Flotte.
Berlin, 16. Aug, Der frühere Kommandeur der Schutztruppen Generalleutnant z. D, Georg v, G l a s Lv a p p 1 ist am Samstag in Potsdam, 57 Jahre alt, an Blinddärme entzündung g e st o r b e n. Mit ihm ist ein Ofsizier dahin- gegangen, der in verschiedenen hervorragenden Stellungen in Krieg und Frieden sich vortrefflich bewährt hat. Auch in der jetzigen schweren Zeit war er. dem Ruf des KatscrS gefolgt und war an die Spitze einer Landwehrbrigade gestellt worden. Mit den Kämpfen in China und Südwestafrika ist sein Name unauslöschlich verknüpft. Die Beerdigung findet am 19, August nachmittags 5 Uhr in Potsdam von der Leichenhalle auf dem Alten Kirchhof aus statt.
Au» Stadt und Cättft
Gießen, 18. August 1914.
An die Landwirte
richtet die Korrespondenz der Landwirtschaftskammer für das Großherzogtum Hessen folgende Aufforderung:
Wenn auch schon öfter daraus aufmerksam gemacht wurde, daß die wichtigste Arbeit des Landwirts jetzt ist, die Ernte einzub ringen, so scheint es doch nötig, diese Mahnung zu wiederholen, Mmi macht die Beobachtung, daß die Landwitte,, j welche doch tatsächlich einen Mangel an Arbeitspferden haben, sich teilweise mü Arbeüen beschäftigen, die vorerst noch unterbleiben können, 2o muß es heißen: z u e r st die Ernte cinsahrcn, ^ dann das Pflügen der Stoppeln und Ausfahren des Stallmistes. : Wer fertig ist mit der Ernte, helfe mit seinen Gespann- ! tieren dem Nachbar mtb erst dann, wenn die Ernte zu Hauje ist, • i benfe er an das Stoppeln fingen, ?lber noch eine «eitere Mahnung ist hervorzuheben. Es handelt sich nicht allein darum, die diesjährige Ernte zu sichern, sondern vor allem ist äußerst wichtig auch für dos kommende Jahr zu sorgen,Wir müsien damit rechnen, daß für das nächste Frühjahr der ausländische Klee-, Luzerne- und Esparsettesameu fehlt. Es gäbe daher eüceir großen Ausfall au Futter, wenn nicht eine genügende Aieugc dieser Sämereien zur Verftlgung steht,
Landwirte laßt daher den letzten Schnitt zur ! Samcngewinnung stehen. Die Futterernte tvar dieses Jahr sehr gut, sodaß auf das Grünsutttt des letzten Schnittes teilweise verzichtet werden kann, Landwitte, das Jahr l>at Futter " genug geliefert, seid vorsichtig im Verkauf des Viehbestandes itnd denkt, daß der Krieg längere Zeit daneru kann mch auch nach ilynt nach Fleischnahrung in genügender Menge zur Beffügung stehen muß!
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"• Schuldienst-Nachrichten. II ebertragen wurde ' )
am 12. August d. I. der Schnlamtsaspirantin Anna Veith anZ Hechtsheim, Kreis Mainz, eine Lehrccinslelle a» der ^ katholischen Volksschule zu Herbslein, Kr. Lauterbach,
** Stiftung. Herr Geh, Kommerzienrat Heichcl- , ' heim hat der Stadt Gießen 10000 Mark zur Anschasfimg eines Automobils für den Transport von Kranken und Verwundeten unter der Bedingung gestiftet, daß die Stadt die Aufbewahrung und den Betrieb des Automobils übernimmt I st und daß das Auto, solange der Krieg dauert, dem hiesigen I es Roten Kreuz zur kostenfreien Verfügung steht, J! c
** Vom Roten Kreuz, Der herrliche, vatttländische Geist, der alle Schichten unseres Volkes durchdringt, gibt sich auch darin I >t kund, daß alle, die nicht selbst mit ins Feld ziehen dürfen, von > d dem sehntickwn Wunsche erfüllt sind, an den für unseren Verwun- I ti beten und Kranken zugewendeten vaterländischen Liebeswerkcn regen I q, Anteil zu nehmen. Nicht weniger als 2500 Männer und Frauen „ jeden Alters haben sich der Gießener Ortsgruppe des » Roten Kreuzes zur Verfügung gestellt — also eine ganze | Armee freiwilliger Helfer! Selbstverständlich hat von ihnen nur ein kleiner Teil bisher in Tätigkeit treten können. Diejenigen, für die zurzeit noch keine ArlnfitSgelegenheit vorhanden ist, mögen sich in Geduld fassen. Sobald die zu erwattendc vermehrte Fülle | der Arbeitsaufgaben es erfordert, wird die Leitung des Roten Kreuzes darauf bedacht sein, jede sreinfillige Hilfskraft, alt oder >ung, aus den ttchtigen Arbeitsposten zu ftclleii, — Obst und P Gemüse (auck, Gurken), welches sich zum Einmacheit eignet, k wird in der Aliccschule (Steinstraße 10) angenommen uird ver- ff >veudet, Anmeldung des zu Spendenden toird einen Tag ziwor | erbeten.
" Eine Warnung für unsere Krieger, Die „Dorf- D zeitung" verösfeMlickst solgende durchaus begründtte Warnung:,Dü | Truppen, die nach dem westlichen Kriegsschauplatz ziehen, seien daraus aufmerksam gemacht, daß in Fra n kr ei ch d i e H äusek jf. vielfach Falltüren nach dem Keller haben, und zwar ost U mehrere in einenl Bau, Aus diese Weise wurde 1870/71 unseren braven Kriegern mancher Hinterhalt gelegt, der, dem Auge ent- P zogen, im Keller lauette. Auch vor den Wandschränken sei gewarnt. Es gibt in ickem Haus sichtbare Wandschränke, aber > auch dnn hinterhältigen Wesen der Franzosen angepaßt, viel ver- , steckte Hohlräume, Und dann mögen sich die Ktteqer auch vor den I offenen Vorräten und vor der A b s n n t h s l a s ch e, die in jedem Haus zu finden ist, hüten. Die Augehöttgen unserer Krieg« mögen diese Warnungen den im Feld Stehenden schennitteln, —
Diese Warnungen sollten toeitestc Verbreitung finden, I ,
** Spiritus als Betriebsstoff für Automo- i , bile, Bon der Spitttus-Zenttate (Sitz Berlin) erbeten wir mit V bcr Bitte um Ausnahme folgende Nottz; Die Tatjaäze, daß W“


