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Wcatmma töten Gegnern über eine Beschränkung des Kaper- friegeS vorgeschlagen hat.

England Kar den Vorschlag nur bedingungsweise an­genommen. Häuc cs ihn ganz abgelehnr, so wäre es in einen KeschämenKeu Widerspruch su den Erklärungen geraten, die Lnr Edward Grco noch am 6. Mai dieses Jahres im britischen Unterhause abgab. Englands Außenminister ließ drei Mo­nate vor Ausbruch des Krieges durchblickcn, daß er nicht mehr die früher von der britischen Regierung hinsichtlich des Seebeulercchls vertretene Stellung einnähme. Er sagte:Im Hinblick aus den Konflikt mit dem Eigentum auf hoher See glaube ich nicht, daß es unseren Interessen entspricht, als Vorkämpfer für die Erhaltung des Rechts auszutreten. Eng­land sollte bei der nächsten Haager Konferenz nicht das Haupthindernis für die Beseitigung dieses Rechts bilden".

Das war doch deutlich genug, und es ist bezeichnend für die Politik Albions, daß es setzt aus jenen Erklärungen nur soviel Folgerung zieht, um nicht vor der ganzen Welt als wortbrüchig dazustehen. Schiffe nur bis zu 5000 Tonnen aus den feindlichen Häsen sreizulassen, das war ein Gegen­vorschlag der Verlegenheit und Hinterhältigkeit. Und über­haupt: Das Verdienst, in der Frage der Kaperei bahn­brechend vorgegangen zu sein, gebührt nicht unseren jetzt ver­feindeten Vettern, sondern dem preußischen Staate, dev schon im Jahre 1785 in einem Vertrag mit den Bereinigten Staaten die Beseitigung der Kaperei anstrebte. Großbritan­nien verstand sich zu solchen Verträgen erst um die Milte des vorigen Jahrhunderts. In der Seerechtsdeklaration vom 16. April 1856 vereinbarte es mit Preußen. Oesterreich, Frankreich, Rußland, Sardinien und der Pforte: ,,Tie Ka­perei ist und bleibt abgeschofst", in aiibctracht dessen,daß da-Z Scerecht in Kriegszciten während langer Zeit der Gegen­stand bedauerlicher Streitigkeiten gewesen ist". Jene Deklara­tion ist bis jetzt in allen Seekriegen befolgt worden. Auch im Kriege von 1898 haben sowohl die Vereinigten Staaten als auch (trotz seiner entgegenstehenden Erklärung) Spanien aus die Verwendung von Kapern verzichtet. Aber dann ist die Verbesserung und Zivilisierung des Völkerrechts wieder zurückgegangen, trotz und neben den scheinheiligen Friedens­konferenzen. Tie Forderung der Vernunft und Menschlich­keit, daß das Privateigentum unter Handelsflagge auch im Kriegszustände unverletzlich sein solle, wagte man auf der zweiten Friedenskonferenz 1907 nicht mehr zur Sprache zu bringen. Man ging um den heißen Brei mit platonischen Beschlüssen über den verwandten Begriff der Konterbande herum: Die Lebensmittelzusuhr für die Ziviibevolkerung sollte sreigegeben, die Zufuhr für die feindlichen Heere dem Kriegsbeuterecht überantwortet werden, eine ganz unhaltbare Unterscheidung, die im Kriegsfälle sofort über den Haufen geworfen werden muß und nun auch tatsächlich bereits über den Haufen geworfen worden ist. Die Seekriegsrcchlskonfe- renz, die vom 4. Dezember 1908 bis zum 26. Februar 1909 in London tagte, hat zwar schon etwas besser gearbeitet, aber sie fand sofort auch die schärfste Opoosition im englischen Oberhause, wo sie mit 145 gegen 53 Stimmen abgclchnt wurde und infolgedessen für England nur auf dem Papiere stehen blieb.

Jetzt, vor den furchtbaren Entscheidungen des Welt­krieges wäre es gerade noch Zeit zu einem Kriegsvcrtrage zwischen England und dem Deutschen Reiche über eine bei­derseits befriedigende Beschränkung des Kaperrechts. Sollten sich die Engländer an dem ihnen so ans Herz gewachsenen Begriff des Piralenrechts stoßen, so ließe sich aus dem Um­wege über Vereinbarungen betreffend die Kriegskonterbandc manches erreichen und eine entsetzliche Schädigung des beider­seitigen Welthandels vermeiden. Eine vorzügliche Unterlage für solche Vereinbarungen böte gerade das Schlußvrotokoll der genannten Londoner Konferenz von 1909. Es unter­scheid»! zwischen absoluter Konterbande, relativer Konter­bande und Gegenständen, die nicht als Kriegskonterbande angesehen werden dürfen. Die Gegenstände der absoluten Konterbande «Waffen, Kriegsmaterial jeder Art) unter­liegen ausnahmslos der Beschlagnahme, die der relativen Konterbande nur wenn bewiesen wird, daß sie für den Gcs- brauch der Streitmacht oder der Verwaltungsstellen des feindlichen Staates bestimmt sind. Keine Kriegskonlerbande, also dem Sceraub entzogen wären fast alle friedlichen Han­delswaren wie Wolle, Baumwolle, Seide, Kautschuk, Papier, Chemikalien, Maschinen, bürgerliche Einrichtungsgegen­stände, Mode- und Galanteriewaren usw. Hier wäre wirklich eine brauchbare Grundlage gegeben, um den Weltkrieg nicht zu einer Weltkatastrophc ausarten zu lassen. Wenn das Krämervolk" der Engländer wirklich wirtschaftlich und kauf­männisch und nicht fanatisch wie die Belgier denkt, wird es aus so etwas cingehen.

Die Banditen von Antwerpen.

Berlin, 14. Aug. Die fürchterlichen Zustände, die seit dem Kriegsausbruch in den belgischen Städten herrschen, sind so ausgeartet, daß jetzt auch die Sicherheit der belgi­schen Bürger selbst bedroht ist. TieNieuwe Gazet" knüpft, wie wir demRotterdamer Maasbvde" vom 9. August ent­nehmen, an die Verhängung des Belagerungszustandes in Antwerpen einen Kommentar, in dem es heißt:

Läßt man es so wcitergehen, dann ist binnen zwei Tagen kein Bürger zu Antwerpen mehr in seinem eigenen Hause sicher. Die Banditen haben nun einmal Geschmack am Plündern bekom­men. An vielen Stellen hat Polizei und Bürgerwehr schon Plün­derer angehalten, aber das ist nicht genug. Wenn wir uns von den Banditen überrumpeln lassen, dann sind wir verloren. Noch mehr gilt dies von den Außenvierteln. Gestern und heute nacht wurden an verschiedenen Stellen rund uni die Stadt die Billen von ver­triebenen Deutschen geplündert und in Brand gesteckt.

Vorstellungen der Schweiz in Paris.

Bern, 14. Aug. Wie die schweizerischen Blätter mel­den, herrscht große Unruhe über die M a s s e n a u s we i- sungen der Deuffchschweizcr aus Frankreich. Zahlreiche, seit Jahrzehnten in Paris, Marseille und anderen fran­zösischen Städten ansässige Schweizer haben Ausweisungs­befehle erhalten, zumteil wurden sie unter Zurückbehaltung ihrer Habe über die Grenze abgefchoben. In Paris sind viele Geschäfte, deren Inhaber Schweizer sind, von dem Pöbel gestürmt worden. Die schweizerische Regierung hat ernste Vorstellungen in Paris erhoben. Inzwischen dauern die Massenschübe von Schweizern aus Frankreich fort.

Zur Kriegserklärung Englands an Oesterreich-Ungarn.

Wien. >4. Aug. Ter österreichisch-ungarische Bot­schafter in London hat gestern eine Note oesenglischen auswärtigen Amtes folgenden Inhalts erhalten:

Aus Wunsch der französischen Regierung, die nicht mehr in der Lage ist, unmütelbar mit der österreichisch-ungarischen Regie­rung zu verkehren, habe ich Euer Exzellenz folgende Mitteilungen zu machen: Die österreichisch-ungarische Regierung hat sich, nach­dem sie an Serbien den Steeg erklärt und somit in Europa den! Beginn der Feindseligkeiten eröffnet hat, ohne jede Provokation seitens der französischen Regierung in Kriegszustand mit Frank- reich gesetzt l. hat Oestcrieuh-Ungarn, nachdem Deutschland erst Rußland und dann Frankreich den Kteeg erklärt hatte, in einem

Konflikt Partei genommen, in dem es seinerieils Rußland ben Krieg erklärte, das bereits an der Seite Frankreichs ine Kampsla begriffen war. 2. nach zuverlässigen und glaubwürdigen Infor­mationen bal Oeslerreich-Ungarn Truppen an die deutsche Grenze geschickt unter Bedingungen, die einer direkten Be­drohung Frankreichs glcichkommen. Angesichts dieser Tatsachen sieht sich die sranzöiische Regierung gezwungen, der österreichisch- ungarischen Regierung zu erklären, daß sie alle Maßregeln er­greifen wird, um diesen Handlungen und Drohungen entgegen- treteu zu können.

Anschließend an diese Note hat Sir Edward Gre» dem üsterreichlsch-ungarrschen Botschafter in London erklärt:

Nachdem der Bruch zwischen Oesterreich-Ungarn und Frank­reich in der angegebenen Weise veriolgt sei. sehe sich die Königlich englische Regierung genötigt zu erklären, daß von Milternaäit der Kriegszustand auch zwischen Großbritannien und Oesterreich-Un­garn eingctreten sei.

Zu dieser Darlegung der englische-n Note ist vor allem zu bemerken, daß .der .Konflikt Oesterreich-Ungarns mit einem unabhängigen Staate wie Serbien, besonders in der Frage, die die internationale europäische Politik nicht betrifft, nicht als per Grund der Feindseligkeiten zwischen den euro­päischen Mächten betrachtet werden kann. Was die Begrün­dung der französischen Kriegserklärung anbelangt, so wäre hervorzuhebe»: l. 'Diese geht über das gewiß wesentliche Moment vollkommen hinweg, daß Oesterreich schon deshalb genötigt war, an Rußland den Krieg zu erklären, weil dieses die Monarchie durch die an seiner Grenze vorgenoinmene Mobilisierung ossenkundiq bedrohte. 2 . O e st e r r e i ch - Ungarn hat feilte Truppen an bie deutsch- französische Grenze geschickt und dieser Umstand ist der französischen Regierung auf eine von ihr gestellte An­frage durch eine offizielle Erklärung belänntgegeben wor­den. Die Argumentation des französischen Kabinetts ist daher nicht bloß eine willkürliche Entstellung der Tatsachen, sondern auch eine bewußte Lüge. Wenn England sich entschlossen hat. die traditionellen Freundschaften, die es mit der Monarchie verbanden, so leichten Herzens auszu­geben, um die Sache Frankreichs zu vertreten, so ist dies eine bedauerliche Tatsache, Die aber die Monarchie nichr unvor- bereilei trifft, und die sie im Bewußtsein, daß das gute Recht auf ihrer Seite steht, mit Gleülmiut hinnimmt.

Wien, 14. Aug. Ten Blättern zufolge hat der ame­rikanische Botschafter in Wien, Pensield, den Schutz der englischen Untertanen in Oefterreich-Ungarn über- nominen

Die zweite Verlustliste.

Berlin, 14. Aug. Stab der 14. Jnf.-Brigadc: v. Dussow, Generalmajor, tot: Bäüicker, Oberlt. d. R., wt. Jns.-Regk. 18: Gcabowski, Paul, Gefreiter, 7. Komp., tot: Gand, Paul, Reservist, 7. Komv., tor. Jnsant.-Regt. Nr. 20: Schultze, Oberst, tot. Jnsant.-Regt. Nr. 17: Krüger, Oberst, tot; Hilde­brandt. Haupimann, toi: Rübesamen, Lt., tot: Damrath, Lt., tot: Rudlosf, Lt. d. R., tot: von dem Borne, Lt., tot: v. Groß, Lt., tot: Prcuß, Lt., toi: Voigt, Lt. d. R.. tot. Füsilier-Regt. Nr. 35: Meckatz, Major, toi: Sabinski, Hauvtmann, tot: v. Putt- kamer, Hauptmann, tot: Zowada, Hauptmaiin, tot.

3. Echtes. Jns.-Regt. Nr. 156: Bartels, Jos., Musk., 7. Komp., schw. vcrw., rechtes Bein: Jde, Emil, Musk., 8. Komp., schwer vcrw., rechter Fuß überfahren und gebrochen, Marienhospitat Tschenstochau. Jns.-Regr. Nr. 160: Levvien. Lt., tot. Jns.- Regt. Nr. 171: Lichl, Rob., Musketier, 10. Komv., tot: Bäcker, Ernst, Musk., 10. Komp., tot: Franzen, Alb., Unteroklizier, 10. Komp., tof; «Bittroltt, Harald, Lt., 6 Komp., vermißt, soll nach Angabe von s'rarkzös. Gefangenen gefangen genommen und nach Gcrardmcr transportiert 'worden sein: ebenso sollen ge­

fangen genommen worden sein und werden vermißt: Mattres, Hermann, Musk., 6. Konto, eben«» Sturm, A.be.t Heinrich, Musk, 6. Komp., ebenso Siegfried, Gust., Musk., 6. Komp., Lange 2, Karl Friedrich Ernst, Gefreiter, Hornist, 7. Komp., tot; Svin- ting, Wilh., Bizeseldwebcl, 3. Komp., schwer verw., r. Ober­schenkel; Fett, Theodor, Musk., 3. Komp., schw. verw., r. u. l. Oberschenkel: Markus. Friedrich Wilhelm, Reservist, 1. Komv., tot: Wischeninann, Wilh.. Musk., 1. Komp., schw. verw., Unter­leib. Jäger batäillon Nr. 1: Kather, Aug., Jäger und Radj., 'tot: Mehl, Otw, Vizefeldwebel, Rads., schw. verw., Kopsschuß, Lazarett Neidenburg.

Jägerbataillon Nr. 4: Gandert, Lt., tot. Jägerbat. Nr. 14: Wegener, Fähnrich, tot: Schwenk, Jäger, tot: Wrche, Jäger, tot; Nique, Jäger, verw.: Wesche, Jäger, verw.; Henkel, Jäger, verw.; Ketelhon, Jäger, verw.; Andre, Obersäger, verw.: Engel, Obcriäger, verw.: Braasch, Jäger, vcrw.: T redemann,

Jäger, verw.; Kovvlow, Jäger, verw.: Sumv, Gesr., verw.: Hen­nings, Gesr., verw.; Woest I., Gesr., vcrw.; Mahnte, Jäger, verw.; Hecht, Gesr., verw.; Ulrich, Jäger, verw.: Dreoer, Jäger, verw.: Verdun, Jäger, verw.; Schuldl II., Jäger verw.: Jürgens, Jäger, vcrw.: Hauth, Jäger, verw.; Probt, Jäger verw.

Kürassicr-Regt. Nr. 5: Goltz, 'Adolf, Vizewachttneister, 4. Es­kadron. vermißt. Dragoner-Regt. Nr. 7: Leidermann, Dragoner,

4. Eskadr., tot. Mindermann, Drag., 4. Eskadr., tot, Limbitzki, Sergeant, st. Eskadr., verwundet und gefangen, Palm, Drag.,

2. Esk., wt: Leisinann, Drag., 1. Esk., verivundct und gefangen: Brückmann, Drag., 4. Esk., tot: Herrmann, Drag., 5. Esk., ver­mißt. Dragoner-Regt. Nr. 14: Lenz, Wilhelm, Trag., tot: Singer, Lucian, Drag., gelangen: Koleck, Otw, Drag., leicht verwundet lArmschutz). Lazarett Schlettstadt: Müller. Friedrich, Unteroff., leicht verwundet (Schulterschuß), Lazarett, Colmar: Kukel, Wilh., Unteross., vermißt: Weinrich, Alfred, Gefreiter, vermißt. Ulanen- Regt. Nr. 7: Teßmar, Olberl., wt. Ulanen-Regt. Nr. 8: Böhm, Werner Richard Willi, Lt., l. Esk., vermißt ()ol( gefallen sein), Wichmarm, Paul, Ulan, 1. Esk, vermißt (soll gefallen sein); Norn- schat, Emil. Sergeant. 1. Esk., tot: Kühnast, August, Ulan, l. Esk., leicht verwundet «rechte Schulter), Reservelazarett Stallu- vönen: Lohr, Paul Johann, Ulan, 1. Esk., vermißt: Held, Jo­hannes, Ulan, 1. Esk.. gefallen: Kibellus, Ferdinand, Ulan,

3. Esk., schwer verwundet (linke Hand und rechter Arm), im Re- servelazaretk Stalluvönen: Tulowitzki, Wilhelm, Ulan, 3. Estz., wt: Kalinkat, Fritz, Gefreiter, 4. Esk., leicht verwundet (rechte Huste«, Reservelazarett Stalluvönen; Laborius, Karl Adolf, Gesr.,

4. Esk., leicht vcrw. (linke Schulter), Reserveiazarett Stalluvönen: Westvhal, Franz Otto, Ulan, 4. Esk., leicht verwundet «rechtes Bein), Reserveiazarett stalluvönen: Swrm. Max, Gesr., 4. Esk., leicht verwundet (rechter Arm), Reservelazarett Stalluvönen; Zim- mcrning, August, Ulan, 4. Esk., vermißt: Kröck, Fritz. Ulan,

5. Esk., leicht verwundet «rechter Arm), Reserveiazarett Stallu- vönen: Szillat, August, Sergeant. 5. Esk., schwer verwundet, rechte Schulter«, Reservelazarett Stalluvönen: Schwabe, Gustav, Ulan,

5. Esk., schwer verwundet irechte Hüfte), Reserveiazarett Stollu- vonen; Dadlke, Otw, Ulan, 5. Esk.. leicht verwundet stinker Arm), wieder dienstfähig, Reserveiazarett Stalluvönen.

Feldaitillerie-Regiment Nr. 4: Wilmsen, Hauvtmann, wt; Brandhorst, Leutnant, tot: Dürre, Lt. d. R., wt; Rudoloh, Kom­mandeur der Munitwnskolonne. Oberstleutnant z. D., wt.

Fttegertrupven: Jahnow, Oberleutnant der Fliegerabteilung I, wt, abgestürzt, Schädelbruch

Berichtigung der Verlustliste I: Jns.-Regt. 156: anstatt Schu­bert, Ignaz Franz, Gesr. d. R., 6. Komp., wt, ist zu setzen: Krawietz, Aug. Jos., Reserv., 6. Komp., wt.

Au§ dem Reiche.

Hamburg. 14. Aug. Das japanische Generalko-nsulat dementiert die Meldung, Japaner, welche in Halle Me­dizin studieren, hätten Einberufungsbefehl erhalten.

Bremen, 14. August. Der Norddeutsche Llovd stellte vom Tage der Mobilmachung an seine gesamten neuen große» Bahnhofsanlagen in Bremen dem Roten Kreuz für

Lazarett-, Verpslegungs- und sonjltgc Zwecke zur Verfug» nq. Die Anlagen sind ganz besonders hierfür ncciirnet und lver« den bis.ana dazit benutzt, Liebesgaben, die für die durch­ziehenden Truppen bestimmt sind und in großen Mengen eintreffen, zu sammeln und den Truppen bei der Durchh sahrt auszuhändigen. Dann wird mit der Einrichtung von Lazaretten begonnen werden. Für alle diese Zwecke eignen sich die Anlagen ganz vorzüglich. Die erste Sammlungzum! Besten des Roten Kreuzes ergab in Bremen 629 000 Mark.

Letzte TZacln'icbtcn.

Kundgebungen in Osenpest.

Ofenpest, 15. August. Gestern abend zogen etwa 15000 Personen vor die Konsulate der befreundeten Mächte und veranstalteten besonders eindrucksvolle Kundgebungen vor dem deutschen Konsulats- palast, wo ein höherer Beamter eine begeisterte Ansprache hielt und die MengeDie Wacht am Rhein" sang. Bor dem türkischen General-Konsulat hielt der türki­sche General-Konsul eine türkische Rede, die ins Ungarische übersetzt wurde. Auch der bulgarische Kon­sulatsbeamte hielt eine begeistert aufgenommene An­sprache.

Stiftung.

Wien, 15. Aug. Erzherzog Karl Franz Josef und Ge­mahlin spendeten 17 000 Kronen für das Rote Kreuz in Oesterreich-Ungarn, sowie für die Familien Einberufener in Oesterreich-Ungarn und Bosnien.

Monaco.

/Monaco, 15. Aug. Entsprechend dem zwischen Frankreich und 'Monaco bestehenden Vertrag werden die Angehörigen deutscher und österreichisch-ungari­scher Nationalität aus dem Fürstentum ausgewiesen.

Ans Staöt und'cm®*

Gießen, 15. August 1914.

Tic Beamte» und Lehrer für das Rote Kreuz.

Die Vertreter von 24 Beamten- und Lehrervereinen in Hessen erlassen folgenden Aufruf:

Als wir int vergangenen Jahre die tznndertjahrseier von 1813 begingen, da ahnten wir nicht, daß wir jo schnell Gelegenheit finden sollten, die Probe daiür abzulegen, ob wir auch selbst jenen Helden­mut von 1813, icnen Geist einer hingebenden Vaterlandslübe in den Herzen tragen.

Jetzt ist die Stunde des tatkrästigen Beweises gekommen, jetzt können und wollen wir vor aller Welt bezeugen, daß wir von dem Blute und von dem Geiste der Helden von 1813 und 1870 sind, daß wir, jeder in seiner Art und auf seinem Platze, freudig Opfer zu bringen gewillt sind. Vor allem sollen sich Hieran auch die beteiligen, welche nicht Leib und Leben aut dem Schlachtselde für das Vaterland einzusetzen haben. Viel Not gibt es zu lindern, lnele Wunden sind zu heilen, viele Werke barmherziger Liebe sind zu verrichten. DasRote Kreuz" steht an der Spitze dieser helfen­den Liebestätigkeit und seiner wollen auch wir Beamten und Lehrer gedenken. ^

Je sicherer, regelmäßiger und airdauernder die Spenden ihm zuiließen, desw besser und erfolgreicher ist die«. Deshalb sprechen wir den herzlichen Wunsch aus, daß sich möglichst viele von uns alsbald dazu verpflichten möchten, für die Kriegsdauer oder einen sonst zu bestimmenden Zeitraum einen Abzug von dem Tienstgehalt zu G u nft e n desR o t e n Kreuze s" zu gewährleisten, jeder nach seinem Vermögen und seiner Krait. Das Bewußtsein, daß wir in einem uns aufgezwungenen Kampfe stehen, daß un«'ere Sache eine reine, hehre und beilige ist, läßt wohl alle Opfer leichter tragen. Die Liebe zu Volk uno Vaterland erhält durch Hingabe und Ent­sagung ihre schönste Weibe!

Unterzeichnet haben: Hessischer Richtervercin. Verband akademisch gebildeter Lokalbcamtcn für den Hessischen Ober­lehrerverein, Verein akademischer Finanzbeamlen bei den Finanzämtern, Verein der akademischen Skaaksbaubeamten, Medizinalbcamtenvercin. Verein Hessischer Oberförster, Ver­ein der akademisch gebildeten Landwirtschastslehrer, Hess. Städtebeamten-Verband, Verband mittlerer Reichspost- und Telcgraphcnbeamten, Verein mittlerer Justizbeamten, Ver­ein mittlerer Verwaltungsbeamten, Verband Hessischer Fi­nanzbeamten, Reallchrervercin, Verband der mittleren Bau- beamtcn. Verband der unteren Post- und Telegraphenbeam- ten Ortsgruppe Darmstadt, Verband Hessischer Steueraui- seher, Verband der Finanzamtsbureaubeamten, Verband Hes­sischer staatlicher Unterbeamten, Verein Hessischer Domanial- sorstwarte. Hessischer Landeslehrcrverein, Katholischer Lehrcr- verein. Verband Hessischer Gcrichtsassessoren, Verband Hessi­scher Forstassessoren. Da die Vereine mehr wie 10 000 Mit- Aliedec haben, ist ein schöner Ertrag für das Rote Kreuz sicher. Die Zustimmung mehrerer Vereine, von denen bei der Kürze der Zeit die Antwort aussteht, ist noch zu erwarten.

*

** Ordensverleihung. Der Großherzog hat dem Lehrer Johann Heinrich Schmidt zu Sickenhofen das Ritterkreuz 2. Klasse des Verdienstordens Philipps des Groß­mütigen verliehen.

** P far r die n stn a ch ri ch t e n. Der Großherzog hat dem Pfarrverwalter «Otto Herpel zu Lißberg die evan­gelische Pfarrstelle daselbst übertragen.

** R u h e st a n d s v e r s e tz u ii g. In de» Ruhestand ver> setzt wurde der Lehrer an der Volksschul«« zu Sickenhofen, im Kreise Dieburg, Johann Heinrich Schmidt aus sein Ncrch- suchen, unter Anerkennung seiner langsährigci, treuen Dienste.

** Heimkriegshilfc. Nicht jeder ist waisenfähig, nicht jeder ist vflegefähig. Und doch muß. jcbc Kraft letzt ait beit rich­tigen Platz gesetzt werden. Sie darl nicht unnütz verbraucht wer­den, nicht unnütz brach liegen. Ihr selbst wißt es, wozu Ihr bisher im Leben am besten getaugt habt, wozu Ihr Lust und Geschick habt. Mädels, die Ihr Knöpfe annähen, Buben, die Ihr Botengänge oder Schreiberdienste leisten könnt, bummelt nicht herum, sondern sagt, was Ihr könnt, wann Ihr könnt, ob Ihr Arbeit in oder außer dem Haus haben wollt, und wie alh Ihr seid. Hausfrauen, Dienstmädchen, die Ihr gerade jetzt am Herd nötig seid, weil Eure Familie durch Euch besonders er­nährt werden soll, laust nicht davon: aber vielleicht könnt Ihr eine Pilegerin, einen Landwehrmann mit beköstigen, so daß er Kraft hat für sein Amt. Reiche, die Ihr genötigt seid, von Eures­gleichen Dienste anzunehmen, zahlt den entsprechenden Entgelt in untenstehende Kasse. Vaterländische Vereine, wir wollen keine neue Zersplitterung der Kräfte herbeiführen, sondern im Gegen- reü all die kleinen Hilssauellen, die zurzeit unnütz versickern, zusamensührcn zu einem kleinen Fluß, der Euch, dem großen Hilfestrom, der unser Vaterland durchbraust, zugeleitct wird. Trum - auch Ihr Vaterländisck>eii Vereine bietet uns Eure unvcrwendeten Kräfte an, fordert von uns für Euch verwendbare Kräfte. All« Meldungen seien kurz gefaßt, klar, nur schriftlich. Heim- kriegshilfe, Henselstraße 41. Es gingen bereits cm: Freifrau Hans v. Liebig in bar 20 Mk.; Wundkranker Karl Meier aus Altstadt für erhaltenen Verband 10 Psg.; Frau Pros. Colliu für gel. Schneiderei 5 Mk.: Pros. P. s. eleklr. Licht Herstellen 50 Psg.: der vierjährige Erich O. j. gcsanimeltes Fall­obst 30 Psg.: Rote Kreuz-Helserin B. v. L. f. erb. Essen und Ruhe­lager bei Geh. Rat S., Professoren H., G., B. Dr. Th., Bank­beamter K.. Staatsanwalt Scb. zuiammen 7,30 Mk.; Dienst­mädchen Afra Baur Trinkgeld für verliehenen Wecker 30 Psg.: Ptantst SO-, f. (Botengang ß0 Pjg.; 7- nutb chähnge W. und W. v. G.