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Turienkriege Gurko und Skvl>elefs, vernwchten aber auch andere Emfvlge mit ihnen zu erzielen, und vielfach haben irch dabei diese BerufSkrieger sogar hervorragend gut ge­schlagen. Dagegen versagte» die Kosaken im kriege gegen JI«pan völlig, nxis aber >vvhl hauptsächlich daran lag, daß die damalige» russiscl>cn Generale mit größere» Reiter »lassen nichts anzusangen wußten und sich ihrer nicht zn bedienen verstanden. Später hat sich die russische Negierung redliche Mühe gegeben, die »vsatenheere bei aller Schonung ihrer nationalen Eigentümlichkeiten straffer und einheitlicher zu organisieren und namentlich auch den Bildungsgrad ihrer Offiziere zu heben. Ob das aber schon in nennenswertem Maße gelungen ist, erscheint doch sehr fraglich. Jedenfalls dürfte heute der militärische Wert der Kosaken sieht man von den in Petersburg und Moskau liegenden Leibkösakcn- reginientern ab für die offene Feldschlacht nur noch sehr gering anzuschlagcn sein, aber sür den Klein und Borposten krieg stellen sic ein recht brauchbares Material dar, und sicherlich bedeutet schon ihre große (fahl (Friedensstärke *^0000 Reiter. 1812 stellten sic '.>0000 Berittene, eine Zahl, die bei Aufgebot aller Altersklassen heute ans 200- bis 250000 Mann gesteigert werden könnte) eine nicht zu unter­schätzende Verstärkung der russischen Heeresmacht.

Es gibt übrigens auch Fußkosaken, namentlich am Kuban. und gerade diesen iverden besonders hohe kriegerische Eigenschaften nackgerühnit. Die berittenen Kosaken führen außer dem .Karabiner zumeist eine sehr lange, sähnchcnlose Lanze, die Kosaken des Kaukasus jedoch statt ihrer den großen Tscherkessendolch (Kintschal). Sic reiten ohne Sporen und trechen ihre nur aus Trense gezäumten mageren Gäule mit einer kurzstieligen Peitsche an, der sog. Nagaika, die sie auch sonst sehr wohl zu gebrauchen wissen und die daher bei Bvlks- aufständen imheiligen" Rußland schon oft eine verhäng­nisvolle Rolle gespielt hat. Einen sehr glänzenden und pa- rademäß.igen Eindruck inacht eineSotnic" (Schwadron) Ko­saken gerade nicht, lvas leicht erklärlich wird, wenn man erfährt, daß sic sich selbst auszurüstcn haben,

auch ihr Pferd selbst stellen müssen. Dafür er­hallten sie Land zur Ansiedlung an den Grenzen des lveiten Reiches, die sic gegen fremde Einfälle zu verteidigen verpflichtet sind. Seit sic aber dort nicht mehr in ständigen Kämpfen init halbwilden Raubcrvvlkern leben, sondern mehr und mehr zu seßhaften Bauern geworden sind, haben sie viel von deni alten kriegerischen Geist cingebüßt und folgen dem Ruf der Fahne nur notgedrungen und ohne sonderliche Begeisterung. Als Ansiedler in Asien habe ich sie schätzen gelernt. Gerade weit sie selbst noch recht wenig von der Kultur beleckt sind, stehe» sie den noch w-ilderen Ein­geborenen jenes Erdteils näher als der Europäer, und beide verstehen, vertragen und ergänzen sich deshalb recht gut zu­sammen. Je nach der Herkunst unterscheidet man im rus­sischen Heere Don (116 Sokiiien), Kuban (70 Sotnicu), Ural-, Amur- usw. Kosaken, und diese verschiedenen Stämme weichen natürlich auch in Pracht und Gewohnheiten wcsent- lich von einander ab. Mit demMein und Dein" hat es der Kosak nie sehr genau genommen, das Plündern im FeindeÄand ist ihm von jeher als gutes Recht des Krieges erschienen, tind es wird auch nicht so bald gelingen, thn rn dieser Beziehung zu anderen Ansichten zu bekehren. Eigentlich grausam ist der Kosat aber nicht, vielmehr ist ihm in allen Lebenslagen eine gewisse Gutmütigkeit eigen, und erst der allzu reichliche Schnapsgcnuß, dem er leider leiden­schaftlich ergeben ist, weckt seine rohen Instinkte. Sonst ist er gutwillig und gastfrei ini höchsten Maße. ES gibt auch rcc^ brave und tvackcre Burschen unter diesen mit vielen fremden Abenteurern durchmischten Steppcnstammen. Na­mentlich als Diener, bczw. Offiziersbursche ist der Kosak wegen seiner Findigkeit, Anstelligkeit und geradezu hündi­schen Treue unübertrefflich; seine ausgesprochene Vorliebe für Kinder uracht ihn sogar zmnKindermädchen" vorzüg­lich geeignet, und ich habe lächeln müssen, wenn ich in rus­sischen Garnisonen diese martialischen Kerle in ihrer kriege­rischen Tracht Kinderwagen schieben und die ihrer Obhut anvertrauien kleinen Erdenbürger mit rührender Sorgfalt betreuen und abwarten sah. K. F.

runz eine kurze Rede aus unfern Kaiser eingab, die von Herzen kam und offenbar zu Herzen ging, da gehörte derrussische Spion" der Vergangenheit an.

Während ich am nächsten Morgen durch CambergsObertor" als Rädelsführer", d. h. mein Rad sühreud und schiebend, wieder der Höhe des Taunus zustrebte, hatte ich Zlait, über die Vorfälle des vergangenen Tages nachzirdenken und da fand ich denn, daß ich meinenHäschern" durchaus nicht böie war, im Gegenteil, die manchmal gewiß übertriebene Wachsamkeit hatte ein starkes Gefühl des Vertrauens und der Sicherheit ausgelöst. Ich freute mich, daß mancher üble Anschlag wohl vereitelt worden sei und daß sicher mein Erlebnis bei andern Rationen (z. B. Franzosen oder Bel­giern! einen weit schlimmeren Ausgang genommen haben würde.

Mlln Fall war übrigens den Kontrollstationen bis zur Tenne" schon am Abend telephonisch gemeldet worden, überall wurde ich seht alsder Herr aus dem Gulenbergerhot in Eamberg" freundlich bewillkommnet, nach Neuigkeiten ausgefragt und mit besten Wünschen entlassen. Tie Straften waren aur der folgenden Strecke wieder in gutem Verteidigungszustände: alle Kreuzungen waren durch Ketten abgeiverrt oder durch Baumstämme und vor­geschobene Wagen vcrrammeil und unter den Leuten, die bei den Kontrollstellen Dienst taten, erinnerte manch alter Graukovs mit seiner Flinte an bekannte Deiircggcr Bilder aus den Tiroler Be­freiungskriegen.

Im GasthausZur Tenne", das alle Sommerfrischler ilncht- artig verlaiien hatten, erschien ich als rara avis und hörte vom Wirt, daß ec in vergangener Nacht von seiner Terrasse aus fremde Flieger gesichtet habe. Gewiß ist dieser Punkt eine prächtige Aus- sicktswarte, und als mein Blict da oben über Berg und Tal, über Wiesen und Wälder bis zum Feldberg schweifte, da drängte sich übcrniächtig der eine Gedanke auf:Keines Feindes Fuß möge je Dich betreten. Du incin blühendes, berrliches Vaterland!"

Rach schöner Abfahrt an Neu- und Alt-Wcilnau vorbei wurde bei der Londsteiner Mühle das Weiltal gekreuzt und über Merz­hausen Usingen erreiipt: überall wickelte sich jetzt die Kontrolle glatt ab. osscnbar infolge der vier bekannten Unterschrift des 8c»n derger Bürgermeisters. Immerhin stellte ich mich vorsichlShalbcr in Uiingen aus der Bürgermeisterei vor und ließ mir bescheinigen, daß ich von der Polizeibehörde Hierselbst uiitcrjucht und Ver­dächtiges bei mir nicht vorgesundeu wurde, io daß meiner Weiter­reise nichts entgegemstehe". Mit diesem Talisman ging's durch die Kontrolle, die übrigens hier von Seminaristen sehr artig unter­stützt n-crde und in glatter Falv't durch das liebliche Usatal dein Ziel entgegen Aul der herrlichen ianit absallenden Llraße konnte man sich beim Fehlen der An tos lvieder in die schöne Zeit zurück- tvp>'t dünken, da der Lenker eines Hochrades unbestrittener König der Landstraße lvor. Noch iicbeinnal wurde ich angebalten. doch .roll grüßten auch schon bekannte Wegmarken. Hinter Nieder- winkle als erstes Wahrzeichen der oberhcisischen Bäckerstadt mir der Schornstein des staatlichen ElektrizitätS- und Fernheiz­werkes aui dem ldoldstein entgegen. Ti her Schornstein hat mir als Sröreniried der idyllischen Gegend immer ein gewisses ästheiisthes Unbehagen erregt, aber diesmal berührte er mich sait sympathisch, schien er mir doch zuzunicken: Daheim, wieder daheim!

Hermann Steingoettcr.

Vermiscbte».

''Rußland d e r S i c g c r. Es isl eine merkwürdige Tat­sache. daß gerade die Macht, die man auf dem Kontinent un- bestriltcn als Bornracht bezeichnen kann, und in deren Händen augenblicklich nncber die Entscheidung über Krieg und Frieden liegt, ihre großen politischen Erfolge und ihre Machtstellung in der Welt errungen l)at, olme lemnls für sich allein siegreiche Schlach- len gegen eine der Westmächtc erkämpft zu haben. Wo Russen siegten, waren sie mit anderen verbündet: allein auf iich gestellt zogen sic i» der Fcldschlacht fast stets den Kürzeren. Allerdings nrii einer Ausuahnie, denn Siege Peters des Großen über Karl Xll. von Schweden bei Pultawa, der erst die Großnmchtstcllinig Riß­lands begründete. Aber auch, in diesem Feldzug war das Glück den Russen Huld, denn vorher waren sie bei Narwa geschlagen. Bei Puttawa hatte Peter der Große eine sechsfache Uebermacht, iiub nachher am Pruth entgingen die Russen nur durch Verrat des Grohwesirs der Vernichinng durch die Türken und mußten einen schimpflichen Friesen schließen. Im.siebenjährigen Kriege wurden sie bei Zorndors gestlüagc», und auch bei Kimersdors war der eine russische Flügel sckwn aus der Flucht begrissen und nur die Lcsterrcick>er unter Laudon brachten die Schlacht zuni Stehen und errangen endlcch den Sieg über di: ermüdeten Preußen. Bei Caksano und Novi war Suwarow mit den Oesterreichern vereinigt. Bei Austerlitz siegt: Naooleon, ebenso bei Smolensk uich Borodino. In den Besreiungskriegen iie! die Hauptarbeit den Preußen zu. Im Krimkriege siegten die vereinigten Fran­zosen und Engländer. Bei Plewna mußten die Rumänen den Russen zu Hltsc kommen. Tie Ereignisse des ruisiickz-sapanischen Krieges sind noch in aller Eriirnerung. Woher alle diese Miß­erfolge? Sollte stets die Führung die Schuld tragen, oder wird der Russe allgemein als Soldat überschätzt?

Handel »l,V Verkehr, Volkswirtschaft.

eb. Aus Rhein Hessen. 12. Aug. Ans den rheinhessischen Lbsl markten beginn! der Verkehr etwas lebhafter zn werden. Eine Bessern,,a i» der Marktlage kann aber erst dann eintreten, wen» der Güterverkehr wieder allgemein ausgenommen worden ist. Jetzt er» kann man deutlich erkennen, welch ein wesentlicher Fakior in der Gestaltung de- Marktes der Güterverkehr aus der Eisenbahn isl Tie Zufuhr ans den verschiedenen Märkten, die aus den mnliegenden Ortschaile» bewerkstelligt wurde, war recht groß, dagegen fanden sich nur ivcnig Abnehmer ein, so daß die Preise meist recht gedrückt waren.

Märkte.

fc. Frankfurt a. M., 13. Aug. V i e l, NI a r k I. Aus dem

heutigen V ehmarkt waren au'gctrie'cn 713 tzlinder (darunter 83 Ochsen, 85 Bullen, 635 Kühe', 713 Kälber, 3 Schafe, 503 Schweine. Preisnotiernug fand nicht statt.

vveefkKften der Redaktion.

<?>»vug::!c Nusragen bleiben uilberückslchtigt.t Anfrage de; Ed. Lch. aus Siehe», ob ein Sohu verpflichiet ist, seinem Vater Unterhalt zu gewähren, Antwort aui diese Frage geben die 160l und folgende des bürgert, Gesetzbuchs, deren Inhalt kurz folgender ist:

Verwandte in gerader Linie 'Eltern, Kinder usw.) iind verpflichtet, einander Unierhalt zu gewähren.

Berechtigt ist nur, wer außerstande ist, iich selbst zu unter­halten. V c r p s l i ch i c t ist nicht, wer zur Gewährung des U. außerstande ist, ohne Gefährdung feines siandeSmäßigcn Unterhalts. Ter Unierhalt ist standesgemäß, d. h. der Lebensstellung des Bedürftigen cimprcchcnd in einer vorauszahlbarcn Geldrente zu gewähren. Der Bezug einer etwaige» Invalidenrente ist aui dieje Rente in Anrechnung zu bringen. Der Unicrhaltsanspruch erlischt nicht dadurch, daß der Bedürftige durch eigne Schuld ver­armt ist: sedoch ist nur der notdürftige (nicht standesgemäßes Unterhalt zu gewähren, wenn die Verarmung durch Sviel, Trunk­sucht, Verschwendung und Arbeitsscheu verursacht worden ist, oder wenn die Voraussetzungen oorliegen, unter denen der Verpflichtete berechtigt wäre, dem Bedürftigen den Pflichtteil zu entziehen, z. B. bei Lcbeusnachstcllnng, verbrecherischem, ehrlosen, oder unsittlichem Lebenswandel.

Anfrage eine; alten Abonnenten. Antwort: Wenn Ihr Sohn

in einem Betriebe beschäftigt war, kraft dessen er zur Unfallver­sicherung angcmeldet werden mußte, würde ihm ein Anspruch aus Unsallrente zustehen. Dies scheint uns aber nach Ihren Angaben nicht der Fall zu sei». Dagegen kann Ihr Sobn Krankengeld und eine Invalidenrente beanspruchen, da durch die Amputation des Beines sein Erwerb dauernd und in iveilgchendem Maße bcrinträch- rigt ist.

Anfragen de; iv. <9. aus Lauterbach. Antwort: 1. Wenn die von Ihnen gemachten Angaben in tatsächlicher Beziehung richtig stehen, können Sie das ganze Geschäft wegen arglistiger Täuschung ansechien. Es muß dies aber sofort geschehen, sonst geht Ihnen daS Recht zur Anscchttmg verloren, 2. MS billige Handausgabe des GemeindeumlagengcsetzeS können wir Ihnen die amtliche Hand­ausgabe des Hefsiichen TtaaiSverlages empfehlen, welche durch jede Buchhandlung zu beziehen ist.

Uirchlichc Nachrichten.

Evangelische Gemeinde.

Sonntag, den 16. August, 10. nach Trinitatis.

Gottesdienst.

In der Liadttirche. 4

Dornritlag? 8 ltbr: Piarrer i>. Schlosser.

Vormittags 97, Uhr: Piarrer Schwabe.

Beichte und heiliges Abendmahl sür Matthäus- und MarkuS- gemeinde.

Vormittags 11 % Uhr: MilitärgottcSdienst.

Piarrer Schwabe.

Nachmittags 2 Uhr: Kinderkirche sür die Markusgcmeindc.

Vkarrer Schwabe.

In der Zohanneskirche.

Vormittags 8 Uhr: Pfarrer B e ck> t o l s h e i in e r.

Zugleich Ehristeulehre sür dieNeukünftrinicrtsn aus der Lukas- gemeinde.

Vormittags 9V. Uhr: Pfarrer Ausfeld.

Pcrmikiags 11 Uhr: Kinderkirche für die IohanneSgemeinde.

Pfarrer Ausfeld.

Abends 8 Uhr: Versamnilnng und Bibelbefprechnng lm Johannessaal.

Mitlwochz den 19. August, abends 8 Uhr: Kriegsbetsiund«.

Piarrer B e ch t o l s h e i ni e r.

Nächükünstige» Sonntag, den 23, August, stndet >nr tzauvt- gostesdiensi Beichte und heiliges Abcndmah! sür die Lukas- und Johannesgenieinde gemeinsam statt.

Jeden Mittwoch, abends 8 Uhr, wird eine Kriegsbetstunde, abwechselnd in leiden Kirchen, gehalteii.

Versuchsweise sollen jeden Sanistag zwischen 7 und X8 Uhr beide Kirchen geöffnet »nd darin bei Orgelspiel Gelegenheit znr stillen Andacht gegeben iverden.

riatholische Gemeinde.

Gottesdienst.

Freitag, den 14. August:

Nachmittags von 37 Uhr und abends von 810 Uhr: Ge­legenheit zur hl. Beichte.

Samstag, den I b. A u g u st:

Fest Mariae Himmelfahrt.

Vormittags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hi. Beichte.

, um 7 Uhr: Die erste heil. Messe.

um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

,9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, ,11 Uhr: Hl. Mefle mtt Predigt.

Militärgottesdienst.

Nachmittags um 2 Uhr: Fest-Andacht mit Segen.

Abends um 7 1 /, Uhr: Segensandacht.

Nachmittags von 37 Uhr und abends von 810 Uhr: ®e*

te ien icit zur heil. Beichte.

Sonntag, den 16. Aug,, 11. Sonntag nach PsinTckten: Loriniitags von 6 Uhr an: Gelegenheit zur hl. Beicht«.

, um 7 Uhr: Die erste hl. Aiesse.

um 8 Uhr: Austeilung der hl. Kommunion.

, um 9 Uhr: Hochamt mit Predigt.

, un> II Uhr: Hl. Messe »nt Predigt,

Militärgottesdienst.

Nachmittags »in 2 Uhr: Snkrauicntalische BruderschajtSandacht Ilbends 77, Uhr: SegenSandachi.

Montag und Dienstag vormittag >mi 7 Uhr ist SegenSmesse.

Montag, Dienstag und Freitag abend um 1'A Uhr ist Segens- andachl.

viaspora-Sotter-icnjt.

In Lich um 97, Uhr.

Müllersche Badennstolt,

SJ«»« rroärme der Lahn n ni 14 21 n g u ft 18 * R.

Meteorologische Beobachtungen der Statton Gietzeo,

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Niederschlag 0,0 mm.

Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz.

AmtSicher Teil.

Bekanntmachung.

2IUe vorhandenen Benzin- und Benzolniengen w«den für den Prrvatverbrauch gesperrt. Abgabe darf nur an Heereskrast- salirzeuge und gegen anttliche Bescheinigungen .Krankerchmrseim. Feuerwetwen und Fabrikerr, soweit letztere Benzin oder Benzol für die Erledigung von Heeresbestcllungen bedürfen, erfolgen. Strengste Kontrolle und äußerste Sparsamleit erforderlich.

F ran ks ur t_a. 20?., de» 14. August 1914.

Das Stellvertretende Generalkommando.

Bekanntmachung.

Vorstehende Bekamittnackung närd mit dem ?lufugen der-» öjscntlicht, daß rnr Kreise Gießen Benzin oder Benzol ohne unsere schriftliche Erlaubnis nicht verabfolgt werden darf.

Gießen, den 44. August 1914.

Großherzogliches Krcisamt Gießen.

Dt. II f i n a t r.

Bctr.: den Schulbeginn.

An die Schulvorstände des Kreises.

Nachfolgende Anordnungen der obersten Säuckbehürde, d« Einvernehmen mit dem Königs. Generalkommando getroffe n lind, wird hiermit zu Ihrer Kenntnis last», soweit Ihre GeschWs- sührung hiervon berührt wird, zur Nachachtting gebracht:

I. INit dem Schluß der regelmäßige» Ferien ist der Schul- betrieb in allen Schulen alsbald rviedcr irui.zunchmen und mir den aus der Zeit läge und den jeweiligen örtlichen BerhWntjsen sich ergebende» Einschränkungen durchznführrn. Bei den höheren Schulen sind die Direktoren (Leiter , b^i den Volksschulen die Schulvorstände ermächtigt, dem Bedürfnis eittiprechend während der Erntezeit die Schulen oder ci'izelne Klassen vorübergehend zu schließen und 21nträgen der Ellern auf iteurlaubuiig von Schülern zu entiprechcn. Das letztere gilt auch im Falle der: Inanspruckmahme von Schülern sür andere häusliche oder ge­schäftliche Arbeiten.

Ten Wünschen der Organisationen dc.^ stioten Kreuzes aus Zurversügungstellinig von Schülern und Schülerinnen ist stets Rechnung zu tragen. Es empfiehlt sich lnerbei, mit den Vorständen dieser Orgvvisaiionen dahin sich zu verständigen, daß ein Schüler (Schülerin! möglichst nur an einem bestimmten lTage in der Woche dem Roten Kreuz zur Verfügung zu stehen hat. Die Schüler (Schülerinnen! haben ihre Inanspruchnahme sür das Rote Käeuz durch einen schriftlichen Ausweis der zuständigen Organisation dapzutun.

II. Das Einrücken zahlreicher Lchrkräilc zum Heer bedingt außerordentliche Maßnahnien, lvic daS Zusammenlegen von Klassen, nötigenfalls Halbtagsunterricht stuudcitweise Bcschästr« guirg einzelner Klassen init schriftlichen Arbeiten, gege denen fallt i unter Aufsicht älterer Schüler usw. Di- Heranziehung freiwilliger Lehrkräfte (pensionierter Oberlehrer und Lehrer, Geisllicher und sonstiger geeigneter Personen', sowie di- -.eitureise Ueberweisung insbesondere jüngerer Lehrer aus einer Gemeinde in eine andere kann iwrbehä,tlick; unserer Genehmigung sofort crfolgeir. Die Droek» ' tionen. bei den Volksschulen die Haupklchrer oder die dienst- ältesten Lehrer, sind ennächtigt. die Lehr- und stuudcnpkäne nach pslicktmäßigcm Ermessen jederzeit aözu-ndecn.

Wo die Tchullokale sür Zwecke des Krieges oder der Krarckcn- vstege in Anspruch genommen siiw und ihre Freigabe auf dem Wege nirmiitelbaren Beuehmcns nicht -.u erreichen ist, sind Ersatz- räume nach Möglichkeit zu beschatten. Hierbei wird insbesondett die Mitbenutzung der Räume ariderer Schuten in Frage kommen.

III. Wir vertrauen der Pflichttreue i:nd Opsenmlligkeit des gesamten Lebrpcrionals, daß cs bereit ist, auch über das vorge- schricbene Maß hinaus zu arbeiten und dadurch seinerseits ber- zutragen. daß der Hauptziocck unserer Maßnahme, dre Jugend weiterhin zu ernster Arbeit und Pslichierfüllung zu erziehen, erreicht wird.

Sämtlichen Lehrern u>rd Lehrerinnen ist von Vorstehendem Mitteilung zu machen.

Gießen, den 14. 2lugust 1914.

Großherzogliche Kreisschnlkommission Gießen.

Or. U s i n g e r.

B e i r.: Tie Einsendung der Slbdeckereivcrzeichnisse für den Monat Juli 1914.

An die Groß!». Bürgermeistereien der Lnndgemeinden des Kreises.

Die Einsendung der 2lbdeckereiverzeichnissc sür den Monat Jicki l. Is. niird in Erinnerung gebracht.

Gießen, ben 12. August 1914

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. B.: Welcher.

Bekanntmachung.

Die noch 8 6 des Reichsgesetzes vom 21. Juni 1387 Dxr dia Naturalleistuirg der bewaffneten Macht in: Frieden cmritirittn Durchschnittsmarktpreise betragen sür den Lieserungsverbaud, ein-: schließlich eines Ausschlages von 5 vom Hundert, für den Monat Avril 1914 sür IM Kilogramm Hafer 22,05 Mk., Heu 4,73 Mk. und Stroh 4,73 Mk.

Gießen, den 8. August 1914.

Großherzogliches Kreisamt Gießen.

I. SS.: Welcher.