Lungril >ln!> £o^c«rrmctflen SVII Osfizierrn attb MlrtLr- bcoiutcu. Tann sind die Truppenteile und besonder- die Rrservesormotioneii sogar unter Angabe des Ortes genannt. Ties steht in schroffem Widerspruch zu der Bekanntmachung des Reichskanzlers, wonach die Bezeichnung von Truppenteilen absolut zu unterbleiben bar. Die Anzeigen sind durch die Zcitungen selbständig zu ändern.
** Aufforderung zur Barzahlung. Wir lesen in den Darmslädier Blättern eine Bekanntmachung des dortigen Oberbürgermeisters, die wir wegen der groben Wichtigkeit und auch im Interesse der Handwerker, hier wiedergebcu: „Es ist mir mitgeteilt worden, das, in der Geschäftswelt, insbesondere in Hand- werkcrkreiieu, es Brauch ist, die Rechnungen aus den Vierteljahrs- termin auszustellen. Hiernach sindcl eine Barzahlung nicht statt. Mit Rüctjicht aus dcri austerordentlichen Ernst der Leit richte ich an das einkaufende Publikum die dringende Bitte, unter Slui- bebung dieses Brauches die ringegangenen Schuldigkeiten sofort zu begleichen, damit die Geschäftsleute in die Lage versetzt werden, neue Vorräte anzukausen. Wer nicht bar zahlt, trotzdem er in der Lage ist, bar zahlen zu können, handelt in dieser Zeit unverantwortlich. Es steht auch die.Existenz der kleinen Gcichästsleule aus dem Spiele, wenn schon alsbald bei Beginn des Krieges die vorhandenen Zahlnugsverbindlichkeiten nicht erfüllt werden. Die.hie und da zutage tretende Auffassung, als ob mit dem Kriegsbeginne eine allgemeine Befristung gegeben sei, ist aus das schärfste zu verurteilen."
** (Trete ssahrt für Aerzte auf der Straßenbahn. Tic Direktion des städtischen Elektrizitätswerkes und der Strastendabn teilt uns mit, daß den im Kriegs- und Lazarettdicnst tätigen A c r z t e n aus Antrag durch den Oberbürgermeister freie Fahrt aus der städtischen Straßenbahn gewährt wird.
** Freie Fahrt für Erntehilssarbeiter. lim die Einbringung der diesjährigen Ernte zu erleichtern, kany den Erntehilssarbeitern iBerussarbeitern und freiwilligen Helfern), die durch die hierfür gebildeten Organisationen den Landwirten zur Dersügung gestellt werden, aus den.Strecken der Preußisch-hessischen Staatseiscnbahnen srcie Fahrt während der Ntonate August Bis Oktober einschließlich zur einmaligen Reise nach der Arbeitsstelle und zurück gewährt werden. Die Organisationen, big diese Hilfe vermitteln, sind die dem Verbände Deutscher Arbeitsnachweise ange$örigcit öffentlichen oder gemeinnützigen Arbeitsnachweisanstalten, sowie die unter Mitwirkung staatlicher Behörden ins Leben gerufene „Erntehilie" in Berlin und deren Zweigstellen. Die Beförderung per Arbeiter wird beginnen, sobald die Linienkommandantnren dies gestatten. Rädere Auskunst erteilen die genannten Organisationen und die Fahrgartenausgaben.
** Transport von Lebensmitteln. Wir weisen auf die heutigen Bekanntmachungen Großh. Handelskammer Gießen, beir. Herqnbringens von Lebensmi.lteln nach den größeren Plätzen, hin. Der große Generalstao ist daraus bedacht, die ausreichende Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sicher zu stellen. Vom 9. August ab fährt täglich ein Gütcr-Sonderzug von Erfurt über Fulda, Lauterbach, Stockheim, Bilbel nach Frankfurt bis Karlsruhe, der Zug befördert sowohl Stückgut als Wagenladungen von und nach allen Zwischenstationen.
** Ein schönes Beispiel von Opsersinn zeigte ein Pserdetransportkommando, welches Gießen vaslierte und dessen Mannschaften aus Oberbessen stammten, indem sic gemeinsam die ihnen zustehenden Marschgebühren im Betrage von 42,40 Mk. dem Roten Kreuz überwiesen. Auch verschiedene Vereine haben schon ansehnliche Beträge gestiftet, dadurch, daß sie ihre Feiern eingeschränkt, Reisekassen sowie Kegel- und Spielgelder abgeliesert haben. Mögen noch reck>t viele diesen edlen Beispielen folgen und das hiesige Rote Kreuz durch Gaben reichlich unterstützen, damit es seinen hohen Anforderungen in der kommenden schweren Zeit voll und ganz gewachsen ist!
** Die israelitische Ka sin o ge s e ll scha ft Gießen hat durch ihren ersten Vorsitzenden, Herrn Louis Rosenthal, dem Roten Kreuz eine Spende von Fünf-
dert Mark icherwiesen.
Landkreis Gießen.
44 Wieseck, 3. Aug. Zn der ansterot deutlichen Haupt- verfammlimg vom 8. August beschloß der hiesige Krieger- verein einstimmig, den bedür'liaen Angehörigen der im Felde stehenden Jgmcradcn aus der VeremSkasse 200 Alk. z„ überweisen.
Ick. A l t e » - B u s e ck, 9. Slug. Ein diesiger Einwohner erlaubt« sich dieser Tage den »Scherz-, die bei dem Wasserwerk a»l- gestellten B e m a ch u n g? p o st e n in die Angst zu treiben. Er tänschte sich ,-doch gründlich. Als er sich dem Wasserbalsin näherte, gab er aus dreinialiges Anrufen keine Antwort, woranshin der Bosten einen scharfen Schub ans ihn ableuerle, der den Wagehals in die Hand traf. Z„m Glück war es nur eine Schrol- ladung.
kl. Lollar, 9. Aug. Auch hier rüstet man sich, de» Singehörigen der in? Feld ziehenden Kameraden eine Unterstützung zuteil werden zu lassen. So wtirde dieser Tage ent OriSanslcktust von acht Herren gevildct. Eine Liste zum Einzeichne» von Zuwendungen ist im Umlauf. Zur Unterbringung von Verwundeten wird ebenlalle gesorgt. Eo haben die hiesigen BnderuSschen Eisen- iverke ihr Wohliaiirlsgebäude mit lüü Betten dent Roten Kreuz zur Dersügung gestellt. De» hier durchiahrenden Truppen werden ans deiy hiesigen Bahnhof Liebesgaben, wie Zigarren, Kafiee, belegtes Brot usw», gereicht, die von den Einwohnern von hier und der Umgegend gestiltct werden.
Treis <t. L., 10. Äug. Hier hat sich am letzten Freitag ein -Ortsausschuß für das Rote Kreuz gebildet, dem die Herren Forstmeister Schneider, Pfarrer Böckner, Lehrer Walter
einen einzigen Satz ihrer Weisheit an den Mann bringen. Mein Lieber, Philosophie mag gut sein, um vergangenes oder kommendes Oeid zu besänftigen: aber die jetzigen Leiden besiegen sie."
„Wie, Herr, was lesen Sie in meinem Gesicht? Sieht meine Rase ans, als wäre sie gemacht, Nasenstüber zu empfangen? Bei Gott, ich werde sie nicht hinnehmen."
(Zum englischen Gesandten Mitchell.)
Nur Wagemut führt zu großen Dingen. Mit dem Trost und dem testen Willen, allen Maul-chellen.zu geögn, die sich in Weg stellen, kann man Hülle und Teufel trotzen, ruhig die Zeitung lesen, den Ausschncidereien der Feinde lauschen und gewiß sein, daß man mit Ehren bestehen wird." (An den Prinzen von Preußen.)
„Dieses Fahr wird man sehen, was Preußen ist und wie wir durch unsere Kraft und unsere Mannzucht mit dem Ungestüm der Franzosen, der Wildheit der Russen und der Ucberzahl aller derer fertig werden, die uns entgegentreten." (An Wilhelmine.)
„Es wird das Jahr stark und schart bergehen, aber man muß die Ohren steis halten und gcder, der Ehre und Liebe vor das Vaterland hat, muß alles dransetzen: eine gute Husche, so wird alles klar werden." ^ (Zu Winterfcldt.)
„Es ist mit unseren Umständen kein Kinderspiel, es gehet um Kops und Kragen. Indessen ist meine Resolution aut alle Fälle genommen, ich werde mir bis auf den letzten Mann wehren."
(Zn Winterfeldt.)
„Fürchtet nichts für uns! Aus eine harte Probe stellen mich meine Gegner, aber meine Kraft ist ihrem bösen Willen gewachsen."
(Sln Amalie.)
»
„Das Verlangen, meinen Feinden die Ohren zu reiben, gibt mir Riesenkraft!" (An Wilhelmine.)
„Nun marsch, Kinder! Waren wir Dirnen, io könnten wir freilich im Lchlasrock hinterm Ofen hocken. Aber wir sind Soldaten und somit: Marsch!"
und Bürgermieister Benner angehören. Eine gestern von dem Ortsausschuß durch Müdcl>en unseres Dorfes veranstaltete Sammlung ergab den Betrag von 323,30 Mk., wozu noch der Ertrag der für den gleiäien Zweck veranstalteten besonderen Sammlung bei den hiesigen jJsraelrten mit 73 Mk. kommt, so daß insgesamt 396,30 pjif. entgingen. Oie in den beiden Gottesdimlten in der Kirche eingegangene Kollekte betrug 54,55 Mk.
5 = Weitershain, 9. Aug. Eine in unserem Orte veranstaltete Sammlung zum Besten desRotenKreuzes ergab die Summe von 870 Mark. Ferner spendeten der hiesige Kriegerund Gesangverein für ausrückende Mitglieder eine Unlerstützung von je 10 Mark.
-m. Hungen, 10. Slug. In einem hiesigen Kolonialwarengeschält passierte einem jungen Kommis ein Miügrik!» der schlimme Folgen hätte haben können. Er verabreichte an einen älteren Einwobner a»S Verleben statt Branntwein — Salmiak- g e i st. Zum Glück verschluckte der Mann »tchlS von der geiähr- lichrn Flüisigkeit, verbranule sich aber doch Zunge und Mund in bedenklicher Weise.
Kreis Alsfeld.
8 Ruppertenrod, 10. Sing. Die Sammlung für das Rote Kreuz, die gestern in unserer Gemeinde stattsrnü, ergab dre schöne Summe von 604,70 Mk. Sluch in den Nachbarorten war der Ertrag recht hoch.
ß Aus dem Ohmtal, 10. Ang. So gefüllt wie am gestrigen Buß- und Bei tag waren die Kirchen unserer Talorte noch niemals an einem gewöhnlichen Sonntage. Der Ernst der großen Zeit, das Bewußtsein der schweren Opfer, die das Vaterland erheischt an Gut und Blut und das feste Vertrauen zu Gott, daß er unserer gerechten Sache den Sieg verleiht, treibt unsere Bewohner zu den Kirchen, getreu dem Kaiser- wort: ,^Jn die Kirchen ans die Knie und gebetet zu Gott!" Noch laitet der Druck des Slbschiedschmerzes, das ivehe Gefühl des Schneidens von den Lieben, die den Fahnen gefolgt, aus den bckümmerden Herzen, aber aus dem kraftvollen Gesang, der die Hallen der Gotteshäuser durchtönt, hört das Ohr den hoffnungsvollen Glauben aus unseren Gott, ans Kaiser und Heer. Kein Krieger zieht ins Feld, ohne das heilige Abendmahl genossen zu haben. So ists recht. Das heißt in Wirklichkeit: Mit Gott für Kaiser und Reich!
Kreis Schotten.
n. Schotten, 9. Ang. Das hessische Lehrerheim „Vogelsberg" wurde der Militärverwaltung sofort bei Slusbrnch des Krieges zu Lazarettzwecken oder als Genesungsheim für Rekonvaleszenten zur Verfügung gestellt.
Hessen-Nassau.
m. K i r ch h a i n, 9. Aug. In der letzten Sitzung der Stadt- v er o r dn c t e n-V e r s a mml u n g wurde zunächst die am 15. Juli dieses Jahres erfolgte Ersatzwahl des Landesrentmeisters Köhler für gültig erklärt und der Gewählte in sein Amt eingeführt. Alsdann fand die Blahl eines Beigeordneten statt. Einstimmig wurde Herr H. Leonhäuser wiedergewählt. -— Die Anbringung eines Erkers an der Westseite des Rathauses wurde beschlossen. — Infolge Ankaufs des Fladungschen Hauses durch die Stadt wurde die Festsetzung einer Baufluchtlinie für einen Teil der Bahn- hofftraße beschlossen. — Der bereits erfolgten Reparatur des Kanals in der Marktstraße wurde zugestinrmt. — Es erging Beschluß, die Enteignung von Grundeigentum zur Verbreiterung der Marburg- Hersfelder Straße beim Bezirksausschuß zu beantragen. -— Aus eine Anfrage aus der Versammlung teilte Bürgermeister Grün mit, daß sich der Geschästsbetrieb bei der Sparkasse auch nach der Mobilmachung regelrecht entwickele. Das Publikum sei im großen und ganzen beruhigt, da alle Rückzahlungen glatt erfolgten. In den letzten Tagen seien sogar gröbere Guthaben neu eingelegt.
X. Hanau, 9. Ang. Beim Transport von Bierfässern kam auf der Kellertreppe des Nürnberger Hoses der Bierfahrer Eckardt vom Losbrauhaus Hanau zu Fall, so daß ihm ein Faß über Leib und Kovt rollte. Kurz daraus verschied der Verunglückte, Vater von 6 Kindern.
An die Zweigstellen-Jnhaber des Gießener Anzeigers
Mit den zahlreichen Neubestellungen laufen auch fortgesetzt Anforderungen über die Nachlieferung bereits erschienener Nnuimern des Giehener Anzeigers bei uns ein. Tiefen Ersuchen können wir nicht mehr Nachkommen, weil die Nummern der letzten vierzehn Tage vollständig vergriffen sind.
Der eingestellte Güterverkehr und die dadurch unterbundene Papicrzufuhr bedingen austcrdcm bis ans weiteres den Fortfall von Probe-Nummern. Der Giestcner Anzeiger darf also zur Zeit nur denjenigen Beziehern zngestellt werden, welche die Zeitung fest bestellt und die Bezngsgebührcu für den Monat Anguft entrichtet habe», sobald die Papierzufuhr wieder ermöglicht wird, können auch wieder Probeblätter aus- gegeben werden.
Verlag des Gießener Anzeigers.
Meteorologische Beobachtungen der Station Eießen.
Aug.
1914
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Höchst« Temperatur am 9.— Kt. August 191t = -f- 26,9 ' Niedrigste „ , 9.—10. , 1914 = + II,g' .
Niederschlag 0,0 mm.
Märkte.
Gießen. II. Aua M a rk t b e ri cht. Aul dem heutigen Wochenmarkte kostete: Butter das Pkund 1,10—1,20 Mk.: Hühnereier 1 Stück >0 — 12 Big./ 2 Stück 00 Via.: Enteneier 1 St. 9 Pla., 2 St. 00 V'g.; Gänseeicr 1 St. 0-0 Psg., 2 St. 00 'Big.; Käse das Stück 10—12 Viq., Käsemalte 2 Stück 5 —6 Vlg.; Tauben das Paar 1,0 ■ —1.40 Mk., Hühner das Stück 1,50—3,00 Mk., Hahnen das Stück !,50 - 8,00 Mk., Enten das Stück 3,00-4,06 Mk.. Gänse das
Pld. 00-00 Pig.; Welsche4—5Mk.: Ochsen,letsch daSPsd. 86-96 Psg..
Rindfleisch das Psnnd 90-94 Vlg.. Knl, fleisch 80 Vsg., Schweine- fleisch daS Piund 70-86—98 Vlg, Kalbfleisch daS Vid. 84-88 Psg,
Hammelfleisch 1 Psd. 70—96Vi.- Kartoffeln (neue) >00 Kg. 9,00 bi» 12,00 Mk.; Weißkraut das Stück 15—LS Pig.: ffmiebeln der Ztr. >5,00-20,00 Alk.: Milch das Liter 22 Psg.: Sleplel der Zentner 20-25 Alk.: Birnen da» Piund 15—25 Big., Nüsse 100 Stück 50 Pig., Gnrkeu 10 » Stück 3,00-4,00 Alk., Bobnen 1 Blund 1b bis 20 Pig., Erbsen 1 Psd. 10—18 Psg. — Marktzeil von 7 bis 1 Uhr.
io. Frankfurt a. St., 10. Slug. Vieh m a r k t. Aus dem heutigen Weltmarkt waren auigett leben 318 Rinder (darunter 72 Ochsen, 19 Butten, 225 Kühe), 183 Kälber, 3 Schase, 712 Schweine. Preisnotierung sand nicht statt.
ko. Wiesbaden, 10. Slug. Vieh markt. Aus dent heutigen Biehmarkt waren aulgetrieben 105 Rinder (Ochsen 13, Bullen 19. Kühe 63), Kälber 61, Schase 12, Schweine 228. Notierung fand keine statt.
Verantwortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug. Goetz.
Amtlicher Teil.
Bekanntmachung.
Gesetz, betreffend die Unterstützung von Familien in den Dienst ent« getretener Mannschaften. Vom 28. Februar 1888, in der Fassung des Gesetzes vom 4. August 1914 <R. G. Bl. S. 332).
Wir Wilhelm, von Gottes Gnaden Deutscher Kaiser, König von Preußen usw. verordnen im Namen des Reichs, nach ersolgter Zustimmung des Bundesrats und des Reichstags, was folgt:
§ 1. Tie Familien der Mannschasten der Reserve, Landwehr, Ersatzreserve, Seewehr und des Landsturms erhalten, sobald diese Mannschasten bei Mobilmachungen oder notwendigen Verstärkungen des Heeres oder der Flotte in den Dienst eintretcn, im Falle der Bedürftigkeit Unterstützungen nach näherer Bestimmung dieses Gesetzes. Das gleiche gilt bezüglich der Familien derjenigen Mann- schasten, welche zur Dispositton der Truppen-(Marine-)Teile beurlaubt sind, derjenigen Manuschaften, welche das wehrpflichtige Alter überschrstten haben und sreiwlllig in den Dienst cintreten, sowie des Unterversonals der freiwilligen Krankenpflege.
8 2 . Auf die nach 8 1 zu gewährenden Unterstützungen haben Anspruch:
a) die Ehefrau des Eing'etretenen und dessen eheliche und den ehelichen gesetzlich gleichstehende Kinder unter 15 Jahren,
sowie
b) dessen Kinder über 15 Jahre, Verwandte in aufsteigender Linie und Geschlvister, insofern sie von ihm unterhalten wurden oder das Unterhaltungsbedürfnis erst nach erfolgtem Diensteintritt desselben hervorgetreten ist,
c) dessen uneheliche Kinder, iusosern seine Verpflichtung als Vater zur Gewährung des Unterhalts sestgestellt ist.
Unter den sud b bezeichneten Voraussetzungen kann den Ver- waitdten der Ehefrau in aussteigender Linie und ihren Kindern ans früherer Ehe eine Unterstützung gewährt werden.
Entfernteren Verwandten und geschiedenen Ehefrauen steht ein solcher Unterstützungsanspruch nicht zu.
8 3. Die Verpflichtung zur Uitterstützuug liegt den^nach 8 17 des Gesetz^ über die Kriegsleistungen vom 13. Juni 1873 (Rcichs- Gesetzbl. S. 129) gebildeten Lieferungsverbänden ob.
Staaten, in welchen von der Bildung besonderer LiesernngS- verbänbe Abstand genommen worden ist, haben die Unterstützungen unter gleichmäßiger Anwendung der nachfolgenden Bestimmungen aus ihren Mitteln zu gewähren.
8 4. Zur Unterstützung ist derjenige Liesernngsverband verpflichtet, innerhalb dessen der Unterstützungsbedürsiige zur Zeit des Beginns des Unierstützungsanspruchs (88 1, 10 Abs. 3) seüum gewöhnlichen Aufenthalt hat.
8 5. Die Unterstützungen sollen mindestens betragen:
3 ) für die Ehefrau im Mai. Juni, Juli, August, September, Oktober monatlich neun Mark, in den übrigen Monaten zwölf Mark:
b) für jedes Kind unter 15 Jahren, sowie für jede der im 8 2 unter b und c bezeichneten Personen monatlich sechs Mark.
Die Geldunterstützung kann teilweise durch Lieferung von Brot« kor», Kartoffeln, Brennmaterial usw. ersetzt werden.
Unterstützungen von Privatvereinen und Privatpersonen dürfen auf die vorbezeichneten Mindestbeträge nicht angerechnet lverden.
8 6. In jedem Lieferungsverbande entscheidet endgültig eine Kommission sowohl über die Unterstützungsbedürstigkeit der einzelnen Familien, als auch unter Beachtung der Vorschriften des 8 5 über den Umifang und die Slrt der Unterstützungen. Es können mehrere Kommissionen für einen Liesernngsverband eingesetzt werden.
Die Kommission ist berechttgt, Slnskunkt über die Verhältnisse der einzelnen Familien von den Gemeindebehörden zu erfordern, auch die letzteren zu ihren Verhandlungen zuzuziehcn.
8 7. Hat der Lieferungsverband gesetzlich anerkannte korpvrattve Vertretung, so sind rücksichtlich der Bildung, Zusammensetzung, des Vorsitzes und der Wahrnehmung der Geschäfte auch dieser 'Kvm- mission die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen maßgebend. Ist der hiernach eintrciende Vorsitzende nicht von der Landesregierung berufen oder bestätigt, so ist dieselbe besngt, den Vorsitzenden mit Stimmrecht zu ernennen. Wo eine solche Vertretung nicht vorhanden ist, besteht die Kommission aus eiuent von der Landesregierung zu bestellenden Vorsitzenden und einer von ihr zu berufenden, den Verhältnissen angemessenen Anzahl von Mitgliedern.
Einer jeden Kommission wird, soweit die Verbäliniffe es gestatten, ein von dem Landwehr-Bezirkskommando zu bestimmender Offizier betgeordnet.
8 8. Tie Kommission kann nur beschließen, wenn mehr als die Halste idrer Mitglieder zugegen ist. Die Beschlüsse werden nach Stimmenmehrheit gefaßt. Bei Stimmengleichheit entscheidet die Stimme des Vorsitzenden. Der beigeordnete Offfzier iß 7), sowie die zugezogenc Gemeindebehörde (8 6) nehmen an der Absttmmung nicht teil.
8 9. Ist die Verfassung des Lieserungsverbandes mchi ausreichend, um die Beschaffung der zur Gewährung der Unterstützungen ersorderlichen Mittel sicherzustellen, so ist die Landesregierung befugt, die nötigen Slnordnungen für den Verband zu treffen und den Verbandsangehörigen zur Beschaffung jener Mittel Abgaben ausznlegen.
8 10. Tie bewilligten Unterstütznngsbeträge sind in halbmonatlichen Raten vorauszuzahlen.
Rückzahlungen der ovrausbezahlten Beträge ffndeu auch dann nicht statt, wenn der in den Dienst Eingetretene vor Slblaus der halbmonatlichen Periode^ zurückkehrt.
Für Beginn uno Fortdauer der Unterstützung kommt auch der für Hin- und Rückmarsch zum beziehungsweise vom Truvven- teil erforderliche Zettraum in Berechnung.
Die Unterstützungen werden dadurch nicht unterbrochen, daß der in den Tienst Eingetretenc als krank oder verwundet zeitweilig in die Heimat beurlaubt wird.
Wenn der in den Dienst Eingetretene vor seiner Rückkehr ver- sffrbt oder vermißt wird, so werden die llnterstütziingcn so lange gewährt, bis die Formation, welcher er angehörte, auf den Friedens- iuß zurückgesührt oder auigelöst tvird. Iniowcii jedoctt den Hinterbliebenen jtni Grund des Gesetzes vom 27. Juni 1871 (Reichs- Getetzbl. S. 275) Bewilligungen gewährt werden, satten die durch gegeuwäiTttgeS Gesetz geregelten Unterstützungen fort.
,8 1l. Falls Personen, deren Familien nah, den Borschritten die,es Gesetzes Unterstützungen erhalten, nach ihrem Eintritt in den Drentt
a) der Fahnenflucht sich schuldig machen, oder
b) durch gerichtliches Erkenntnis zu Geiängnisstrase von län- i^erer ais sechsmonatticher Dauer oder zu einer härteren 'eotrase verurteilt werden,
so wird die bewilligte Unterstützung bis zum Aiedcreintrttt in den Dientt eingeitellt.
4ie Truppenbesehlshaber liabeu in diesen Fällen den beteiligten Komnn't-.onen ichleuirigst Nachricht zg geben.


