aut beut Krenjdenl CrS stellt sich toJflejitxS benm^: Eine Bnaago kvllomc, öcmt FLHrer der thttaoffijier trmr, wirb nadjti uun Dors« hTM'burni hejchosjeu, dir Stegieitmannfdtatt kriecht unter die Wciqen, um zwischen den Rädern durchzuieuern, der Uiüerosfltter fühlt plötz- lrch. daß.ihn etttm» crenm da» Gesäß stößt, sojott kracht aber auch der Schaß, i»w ihu nkderlrgte Zwei meiner Berwundeten haben Schro^chüsse in je einem Auge, eine seltwere Handverletzung ist erfocht dadurch, daß beim Vorbeimarsch der Truppe an einer i)ede tn der Stäsuomut t sich plötzlich eine Hcxnd ans der Hecke streckt, den Wann cuttchießt aus so naher Entfernung, daß ans der Haut twch alles voll PulverkSruer sitzt, Einem andern wird in der Dunkübeit durch einen Schrotschul; ans nächster Nabe der rechte Arm so zersetzt. daß er hier sofort abgenommen werden mußte. In tzleinmenich, eine Stunde zu Fuß von Aachen entsernt, hat am MsttN'ocii abetch die Bevölkerung in großem Maßstabe eine Auto« niobilsanitätSkoloime angehalten, aus allen Häusern beschossen: die Begleitmannschast (Husaren! ivar zu schivach, komlle aber doch noch 3 der Täter fassen, füsilieren und das Haus, aus dem die meisten Schüsse sielen, einäschern, Das rote Kreuz am Arm und Wagen schützt uns A e r z t e gar nicht. In mehreren Gelechten haben wir ci erleben müssen, daß Verwundete, die aus der Feuerlinie getragen waren, andern die aus Wagen zum Re« servelazarett fuhren, einfach von der herbeigeeilten Bevölkerung der nächsten Toner abgeschossen >mö abgeschlachtet wurden. Bei den Arbeiten zur Freilegung eines gesperrten Tunnels kamen auf deutscher Seite eine Anzahl schwerer Verletzungen vor. Die herbeigeeilten Weiber Itaben nach unsern auf der Böschung liegenden schlver verwundeten Leuten mit Steinen geworfen, sie ausgelacht.
Die erste deutsche Verlustliste.
Berlin, 9, Ang. Namentliche Liste von den Gesallenen und Berwimdeten aus den Gefechten unserer G renzschutztruppen: Jnsanterie-Regimenl Nr, 18: Grabvivski. Gcfr, 7, Komp, tot: (baut, Reserv, 8, Komp, wt: Jnsanterie-Regimcnt Nr, 41: Gailus, Musk, 4. Komp, tot: Jnf,-Neg, Nr, 59: Brink. Musk, 9, Komp, verwundet -linker Oberarm Knochensplitters: Nielsen, 9, Komp, verwundet (Schulder): Haß 12. Komp, leich: verwundet (linker^ Oberschenkel): Salewski, Musk, 6, Komp, leicht verwundet; Schnack, Musk, 6, Komp, leicht verwundet «linker Oberarm): Jnf-Regt. Nr, 63: Schütze, Musl, schwer verwundet: Geppert. Musk, verwurrdet >Quetschn»nrdc>: Daehne, Ddusk, leicht verwundet: Talmar, Reserv, leicht vernmudet: Buhr, Feldwebel leicht vernmndet: Jnf-Regt, Nr, lob: Matalla, Reserv, 6, Komp, tot: Glogvwisc, Reserv, 6, Komp, tut; Tyrakowski, Reserv, 6, Komp, to:: Köstlich. Reserv. 6, Komp, wt: Rother, Musk, 7, Komp, tot: Hänsch, Tambour 8, Komp, tot: Seitmann, Musk, 8, Komp, tot: Inf, Regt, Nr, 156: Parwel, Gesr, 6, Kömv, tot:'Cech, Cnprian, Reserv, 6, Komp, tot: Schubert, Ignatz, Gesr, d, R, 6, Komp, tot: Thoms, Reinh,, Musk, 7, Komp, tot: Kattner, Musk, 7, Komp, schivec verwundet (beide Arme : Sonntvald, Musk. 7, Komp, verwunde!: Krasiezyk, Alexander, Musk, 6. Komp, leicht verwundet: Szvsla, Hermann, Reserv, 6, Kvcnp, schwer verwundet «linke Huste): Rajawa, Reserv, 6, Kvmp, schwer verwundet (linkes Bein«: Schoove, Hubert, Unterofs, 7, Komp, schwer verwundet: Kreikenbolm, Musk, 7, Kvmp, schwer verwundet ("treibe Arme): Ins,-Regt, Rr, 157: Kost, Musk, tot: Zielontla, Musk, schwer verwundet: Jnf.-Regt, Nr, 17l: Schobuig, Josef, Reserv, geb, 8, Juni 1888 in Kaysersberg, Kr, Rappoltsweiler, 1, Komp tot: Kropf, Theodor Franz, Musk, geb, 6, März 1891 in Eisenach. 1, Komp, tot: Winkler. Emil Lnciau Anwn aus Mülhausen (Elsaß), 10. Komp, tot: Jacobi, Gustav Adolt, aus Beckerseld bei Arnsberg, 10, Komv, tot: Jäger- bataillon Nr, 14: Hecht, Jäger. Chauffeur mts Freiburg, verwundet: Dragoner-Regt, Nr. 14: Lenz. Wilhelm, Gesr., geb, 15. 'August 1891 in Meiningen, wi: Heinrich Alfred. Gesr,, geb. 12, Februar 1892 zu Koitbus. vermißt: Kunkel, Wilhelm, Unterofs,, geb, 24, April 1891 zu Lieberstädt, vermißt: Kollek, Otto, geb, 16, März 1889 zu Horst. Kr, Hattingen, verwundet (Arm): Möller Fr,, Unterost,, geb, 1. Mai 1881, zu Parchim, verwundet (Schulter): Singer, Lucian, geb, 18, August 1892 zu Sennheim, gefangen: Heinz, Paul Oskar, Dragoner aus Untermarxgrör (Sachsen), wt: Dragoner-Regt. Nr, 22: Schneider, Gesr, tot: Reichmann, Dragoner, vermißt: Husaren-Regiment Nr. 7: Junghann, Leutn, d, R, tot: Reich II,. Husar, wt: Ulanen-Regt, Nr, 1: Noack, Einj- Freiw.-Unteroft, wl: Farster. Tromv.-Sergt, tot: Malt, Ulan, wt: Ulanen-Regt, Nr, 14: Busche, Ulan, 4, Esk, wt: Dieckmann, Lentti, 4. Esk. verwundet und vermißt: Hauser, Ulan, 3, Esk, verwundet nich vermißt: Aderhvlz, Unterofs, 3, Esk, verwundet: Ulanen-Regt, Nr, 15: Krüger, Eefr, tot; Kramer, Ulan, verwundet und vermißt: Schäfer, Ulan, verwundet und vermißt: Jägerregiment zu Pferde Nr, 3: Geil.w, Jäger, vermißt; Asal, Gesr,, vermißt: Jägerregiment zu Pse.de Nr, 5: Baader, Kurt, verwundet (Hals): Jägerregiment zu Pferde Nr, 11: Bach, Philipv, Gesr., schwer verwundet (Lunge): Feld-Artillerie-Regt, Nr. 35: Schalow, Tromv,-Unterofs, 1, Batt, verwundet; Feld-Artillerie- Regt, Nr, 57: Hilbek, Leutn, d, R, Sturz mit dem Pferde (beide Handgelenke verletzt). Der Ort und das Datum, an dem die ernzelnrn Gefechte statkgesunden haben, können bis auf weiteres iricht veröffentlicht werden, doch gibt den sich ausweifenden Angehörigen aus Anfragen das Zentral-Nachweis-Bureau des Krieqs- Ministeriums Berlin, Dorotheensrraße 48. schriftlich oder mündlich Auskunft, Die Bertoundeten befinden sich in guter Pflege,
Die dänische Kolonie in Berlin
veröfseutlicht folgenden Ausrus: An die Dänen in Berlin! Wir, die wir seit Jahren hier leben, fordern sämtliche Landsleute in diesxn ernsten Stunden aus, den deutschen Freunden mit Herz mtb Hand werktätig zur Seite zu steheir, um ihnen die Freundschaft und Sympathie zu beweisen,
Straferlaß des Königs von Bayern.
München, 10, Aug, Der König von Bayern erließ einen umfassenden Straferlaß, wonach angesichts der opferwilligen Vaterlandsliebe, die das gesamte Volk beweist, die Strafen sür eine Reihe von Vergehet: aufgehoben werden, !
Beförderungen im österreichischen Heere.
Wien, 10, Aug«. Eine Sottderausgäbe des Armeever- ordnungsb lotles veröffentlicht folgendes Kr iegs- Avancement: Zu Generalen der Infanterie wurden ernannt: Erzherzog Josef Ferdinand, der ungarische Mtnister der Landesverteidigung, Frhr, Hazap, Graf Ma - renzi. zum Feldzeugmeister Feldmcrrschalleutnant Wurm, m Feldmcrrschalleutnants sieben Generalmajore und ein Landwelw-itzeueralnrajor, Ferner wurden 4000 aktive und Reserveoffiziere aller Waffengattungen der gemeinsamen Armee und der Lmrdwehr befördert.
Erfolgreiches Vorgehen der galizischen Inngschntzen.
Wien, 10, Aug, Die „Gazetta Porana" meldet aus Krakau: 800 galizisclte Jungschützen unter Hauptmann Frank überfielen heute nacht etwa 1000 meist schlafende Koscrk e n bei Mjechow, Ter Kampf dauerte einige Stunden und endete mit dem vollständigen Rück zu ge der Kosaken, die etwa 400 Tote und Verwundete hatten, Hauptmann Frank hatte 140 Verwundete und besetzte Mjechow, Die „Neue Freie Presse" meldet aus Lemberg: Die Jungschützen, welche Mjechviv einnahmen, setzten den Marsch nordwärts sort nach K'siaz, das nach kurzem Scharmützel besetzt wurde. Die fllussen ltesten viele Tote und Verwundete sowie bedeutend« Proviantvorräte zurück. Es heißt, dast auch Pilitza und Kielce von den Russen geräumt vor den sind. Unter den polnischen Jungschützen herrscht zroße Begeisterung.
Di« Sozialdemokratie und die Hilfstätigteit.
Berlin, 9 Aug, In der heute nachmittag im großen Saale des Gewerlschaftshauses abgehaltenen, überaus zahlreich besuchten sozialdemokratischen Kriegsversammlung — bk Hauptzahl der Besucher bestand aus Frauen — wurde auf Antrag der Frau Luise Zietz, Mitglied des Parlcutorstandes,
beschlossen, in Groß-Berlin Kommissionen zu bilden, die den Hinterbliebenen der im "Felde stehenden Soldaten und dein durch den Krieg arbeitslos Gewordenen Hilfe leisten sollen 1. durch unentgeltliche Auskuuflserteiluug, 2, durch kommunale Arbeiten, d, h,, daß die Magistrale und städtischen Vertretungen ersucht werden, sür Hilfe zu sorgen, 3>, durch Kinderfürsorge und 4. durch Kranken- und Wüchnerinnen- hilfe, Frau Zietz bemerkte, dieSozialistinnensollten selb stänbig Vorgehen, aber mit den bürgerlich enFrauen Han dinHand arbeiten. Es komme darauf an, in dieser großen Not den Hinterbliebenen Frauen und Kindern Mut und Trost zuzusprechen. Es haben sich auch bereits eine Anzahl sozialistischer Aerzte der Frauen- hilfsaktion zur Verfügung gestellt. Der Vorsitzende Eugen Ernst teilte mit, daß die Parteiorganisation Groß-Berlins gemeinsam mit der Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands bereits eine ähnliche Hilfsaktion in die Wege leite.
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Russische Redensarten.
Petersburg, 10, Aug, Nachdem Sasonow sestgestclll hatte, daß Rußland die kecke Herausforderung (!) angenommen hätte, bemerkte er, daß nach den ausrichttgen Bemühungen Rußlands, den Frieden zu erhalten, es den Feinden nicht gelinget werde, die Verantwortung für den gegenwärtigen Weltbrand auf Rußland abzuwälzen. Es sei nicht Rußlands Diplomatie, welche den Frieden Europas bedrohte, dennoch erbitterte die friedliche Machtstellung Rußlands seine Feinde! Ganz besonders Oesterreich- Ungarn, dieses Oesterreich-Ungarn, das unablässig Rußlands geschichtliche Stellung am Balkan zu erschüttern suchte, Oesterreich-Ungarn ist es, das den inneren Krieg der Slawen ber- aufbeschwor, eine Bewegung, welche Gott sei Dank dennoch das Werk der Einigung der Slawen nicht hindern wird. Man kennt den „Vorwand" zum gegenwärtigen Kriege, (So spricht ein Minister des Zaren vom Fürstenmord in Serajewo,) Zerrissen von inneren Wirren beschloß Lesterreich-Ungarn aus ihnen cherauSzukommen durch einen Schlag, der Rußland erniedrigen und Serbien zu einem Vasallen machen sollte. RußlandkonnteSerbienseinen Schutz nicht verweigern. Weder Rußland noch Frankreich oder England konnten das zulassen, dennoch machten Rußland und seine Verbündeten große Anstrengungen, um den Frieden zu erhalten, und die Feinde Rußlands täuschten sich, ivenn sie diese Friedensarbeit sür ein Zeichen von Schwäche nahmen. Selbst nach der Herausforderung (Die Provokation kam von russischer Sette!) gab Rußland seine Versuche, den Frieden zu retten, nicht auf, indem es die Bemühungen in dieser Richtung, und diejenigen seiner Freunde ehrlich bis znm Eirde durchführte, Als Rußland mit Rücklicht auf die österreichische Mobilisierung eine ähnliche Maßnahme traf, versicherte der Kaiser mit seinem kaiserlichen Worte dem Kaiser Wilhelm, daß Rußland keine Gewalt anwenden werde, solange die Hoffnung bestehe, den Konslikt auf sreundschastliche Weise beizulegen, Seine Stimme ist nicht gehört worden, Deutschland erklärte Rußland den Krieg, (Sasonow „vergißt" hier die russische Gesamtmobilisierung, die eine Kriegsdrohung gegen Deutschland war und, wie er wußte, von Deutschland so aufgefaßt werden mußte.) Im gegenwärtigen Kriege kämpft Rußland für sein Land und ferne Großmachtstellung, (Bravo.) Rußland und seine Verbündeten können nicht zugeben, daß Europa von Deutschland und seinen Verbündeten beherrscht werde.
Diese sehr mäßige Repe wird weder in Rußland noch anderswo überzeugend wirken. Zur Widerlegung dieser dreisten Behauptungen bedarf es keiner Worte mehr. Wir wollen es Rußland jetzt durch Taten beweisen, ob seine anmaßende panslawisttfche Politik berechtigt war oder nicht!
Die bedrohte Sicherheit Petersburgs.
Kopenhagen, 8, Aug, „Nationaltidende" in Stockholm berichtet über die Zerstörung Hongoes durch die Russen, Die Russen versenkten am Sonntag und Montag mit einem großen Dampfer am Hafeneingang alle Dampskräne und sprengten^die Eisenbahnwerkstätten und die Hafenmole in die Luft, Sie steckten dreißig Magazine in Brand, zerstörten die Eisenbahnlinien und sperrten die Einfahrt nach Petersburg durch Minen, Die Einfahrt wurde durch Tor- pedobootsslottillen bewacht.
Aus Bulgarien.
Sofia, 10, Aug, Politische Kreise tadeln allgemein den Entschluß des Generals Radko Dimitriew, in die russische Armee einzutreten. Die Regierung hat den General auf,Kiesen Beschluß hin sofort von serüemi Posten als Gesandter in Petersburg enthoben. — Das Blatt „Kambana" schreibt: Dimitriew fühlte sich schon während des Balkankrieges mehr als Russe nnd Serbe dcmn als Bulgare, Man müsse ihn als Verräter an Bulgarien behandeln und dürfe ihn nicht mehr über die Grenze lassen.
Die Stimmung in der Türkei.
Ko n st an tin op e l, 10. Aug, Die türfische Presse bekundet offen ihre S hm pathienfürOe st erreich- Ungarn nnd Deutschland. Sie fährt fort, England ivegen der Beschlagnahme türkischer Dreadnoughts anzu- gxetfcjt. „Terdjumcmi Hakikat" betont, wie sehr sich die Ottomanen getäuscht hätten, als sie englisch-türkische, französisch- türkische und russisch-türkische Komitees gründeten in dem Bestreben, dadurch herzliche Beztelfungen zur Tripel-Entente zu schaffen, „Tasviri-Efliar" schreibt : Wenn eS der deutschen Flotte gelingt, einen furchtbaren Schlag gegen die englische Flotte zu führen, so werden alle Dkuselmanen damit, zufrieden und getröstet sein.
Unter großer Beteiligung der österveichisch-amgcrrischen und der deutschen Kolonie wurde heute vormittag in der deutschen Kirche in Pe ra eine feierliche Messe abgehaltcn, wobei ein Gebet für den Sieg der österreichisch-ungarischen und deutschen Waffen gesprochen wurde,
Ucber die Lage im Innern Serbieits
meldet die Wiener „Reichspost" aus Sofia: Während die österreichisch-ungarischen Truppen von der Donau, Save und Drina aus das Land umllammern, versagt die Zufuhr aus den neuerworbenen Gebieten Serbiens infolge von vielerlei Störungen, Bor allem ist die wichtige Brücke von Gewheli zerstört, die die Verbindung mit Salonik herstellt, so daß der Nach s chu b au s gr ie chi s ch e n Hä f e n auf gehalten wird. Von Bulgarien erhält Serbien nichts, da Bulgarien selbst Vorräte sammelt. Infolgedessen beginnt sich bei der serbischen Armee und detn Volk Berpfle- gungsMangel fühlbar zu machen. An der albanischen Grenze find starke albanische Banden aufgetaucht. Konsularberichte aus Albanien melden, daß die Aufständischen vor Schiak mit den Truppen des Fürsten fraternisiert haben und nach der albanisch-serbischen Grenze abgezogen sind.
Der schweizerische Oberbefehlshaber.
Basel, 10. August, Der Mailänder „Secolo" schreibt: Die Wahl des schweizerischen Overbefchlshab ers> die entgegen den gehrten Erwartungen ausgefallen ist zeigt deutlich den Einfluß, den Deutschland unzweifelhaft auf die Berner Regierung ausgcüb; t>at. Me Parteien hatten sich «ruf den Stabschef Sprecher von Bernegg geeinigt, aber unerwartet intervenierte der Bundesvat und setzte die Wahl Willes bei den Parteien durch. — Der „Secolo" schließt aus, alledem, daß die Wahl Willes auf den
Einfluß des deutschen Kaisers zurückzufübrcn sei, der als Schuwizcr General einen Mann haben wollte, auf den er sich gegen Frankreich verlassen könnte. Die Schweizer Presse erklärt demgegenüber die Ausführungen des „Secolo"^ als verwerfliche politische Brunnenvergiftung. Die Wahl Willes sei ausschließlich aus mflitärischen Erwägungen und rein sachlichen "Gründen epfolgt.
Auf mit Gott!
1, Aus mit Gott! — nun gibts kein Kalten, Heilig ist der Ehre Pflicht,
Traut und dran mit Himmels Walten,
Bis der Feind in Trümmer bricht,
Dtt das Höltenspiel getrieben,
Sei es auch aus goldnem Swhl —
Laß sie, Gott, mie Streu zerstieben.
Wirf sie nieder in den Pfuhl!
2, Wetternacht lag aus den Herzen,
Träge schlich der Tag zum Ziel,
Doch nun lodenr heil'ge Kerze»
Seit der eh'rne Würfel fiel.
In der Seele ttefstem Grunde Flammt der Väter Löwenmut,
Und die schicksalsschwere Stunde Läutert uns in hril'ger Glut,
3, O mein Volk, du Voll der Treue,
Frei von Frevels Leidenschaft,
Laß den Erdenkrcis auf's neue Spüren deine Siegeskraft!
Herrlich stark in.Geisleseinhett Trittst du aus den blut'gen Plan, ^
Und das scharfe Schwert in Reinheit,
Stürmst du aus die Ruhmesbahn,
4, Swlz und furchtlos, ohne Zagen,
Felsenfest im Gottverttau'n,
Wirst das LlM'ge Werk du wagen.
Und die Welt wird Wunder schau'n.
Hier da§ Recht, hier Treu und Glaube,
Dort Verrat, Mord, Lug nnd^Trug,
Draus mit Gott! bis sie ttn Stmtbe Winselnd sleh'n: „es ist genug".
5, Preis dir, Friedefürst auf Erden,
Treu im Bund mit deinem Gott,
Siegesfürst sollst nun du werden Allem Feind zu Hohn und Spott!
Aus, mit Gott laßt's kühn uns wagen.
Er wird gnädig schauen drein, —
Herr, hilf' uns die Schlachten schlagen,
Und der Sieg muß unser sein! Römheld,
Aur dem Reiche.
Berlin, 10, August, Ter K a i s e r hat dem Hauptvvr- stande des Vaterländischen Fraueuvereins für Zwecke des Roten Kreuzes 50 000 Mk, huldreichst überwiesen,
Münster i. SBeftf., 10. Aug Die Herzogin von
A r e it 6 e r g aus Schloß Nordkirchen stellte dem Landeshauptmann von Weflfalen für die Zwecke des Roten Kreuzes die Summe von 1 0 0 0 0 0 M a r k zur Verfügmig,
Mannheim. 10. Äug, Dem Roten Kreuz wurden weiter zugewiejen: Bon der Rheinischen Kreditbank in Mannheim 50 000 Mark, ron der Rheinischen Hvpothekenbank in Mannheim 30 000 Mark und der Süddeutschen Diskontogesellschaft in Mannheim 30 000 Mark.
Hannover, 10. Aug. A, Constantin sen., Generaldirektor u. Konsul Constantin haben dem.Kaiser 5 0000 Mark zu Kriegszwecken zur Verfügung gestellt, Der Kaiser hat befohlen, daß. das Ge.ü für Zwecke des Roten Kreuzes in der Provinz Hannover verwendet werden soll.
Neustrelitz, 10. Auallst. Ter Großherzog von Meck- lenburg-Strelitz stellte dem Roten Kreuz das Rest- denz sch loßReubranden bürg als Lazarett zur Verfügung und überwies ihm fünftausend Mark.
Der Geist der alten Chatten.
Gießen, den 10. Llugust.
Stiller wird's von Tag zu Tag in den Gassen unserer Stadt, und doch wollte es uns in diesen Tagen sck>eiuen, als wäre Gießen zum Mittelpunkte geworden, in dem das Leben und Treiben der ganzen Welt pulsierte. Ich möchte sie nicht missen, diese Tage in der kleinen Unlversiiäts- stadt. Wieviel Erschütterndes, wieviel Herzergreifendes hat sich vor unsern Augen in der letzten Zett abgespielt. Ich greise nur einige Szenen aus dem Straßenleben heraus, die uns einen llaren Blick in dieBerhälttrisse gestatten. Ich geriet in ein Menschenknäuel, welches sich vor der Druckerei drängte, um die neuesten 'Nachrichten zu erfahren. Ein einfacher Mann im Arbeitsfittel stand vor mir. Er las die Kriegserllärung, daun wandte er sich zu mir und sagte: ,Lch wollte, unser Kaiser schickte rms von dem Landsturm in. die Front! Bier meiner Söhne müssen sofort ttts Feld. Ich gehe Montag. Uns ist die Faust hart geworden durch Arbeit, llits sollte der Kaiser hineiuwerfen ins Feindesland, Im Frühling habe ich meine Frau begraben, drei junge Kinder lasse ich zurück. Wir vont Landsturm w-ffsen, daß unser Alles auf dem Spiel steht, Drum heißt es für uns: „Drauf und dran!" Wo wir zielen, da trifft es. Ob wir fallen oder wiederkehren, wenn >oir nur unser Deutschland erhalten," Der Mann sagte das alles so selbstverständlich, als ob es das natürlichste von der Welt wäre, daß Mensch zu Mensch sich ausspräche in diesem ernsten Augenblicke,
Ich ging durch eine Neine Gasse, als die Hkachricht sich verbreitete, das Quellwasser sei von einem Russen vergiftet, Männer ivaren weit und breit nicht zu sehen. Einfache Frauen kehrten die Straße vor ihrer .Haustür. Als sie von einem Gerichtsboten die Kunde hörten, form tiefer Ernst in ihr Antlitz, Einige stützten sich auf ihre Besen, andere falteten die Hände, und ich lzörte, wie eine Frau zu ihrer Nachbarin sagte: „Das ist ja kein .Krieg, mit dem wir es hier zu tun haben, das ist flltchwürdig, das ist schändlichste Gemeinheit, Gott helfe uns allen!" 'Und still und ruhig setzten sie ihre Arbeit fort.
Ich traf eine junge Frau mit veriveinten Augen. „Rluß Ihr Mann in den Krieg?" fragte ich. „Ja," sagtc''sie, „mein Mann, zioec von meinen Brüdern und drei von seinen Brüdern gehen mit." Ich gab ihr die Hand. „Das ist schwer für Sie." sagte ich. ,^fa," meinte sie, „schwer für mich, und schwer sür alle, aber," fuhr sie fort, „mein Mann sagt, es geht um alles, da darf keiner zurückstehen."
Ich kam am Kasernenhose vorüber und sah ergreifende 'Abschiedsszenen. Mütter trennten sich von thrcnt Söhnen, Schwestern versuchten für den Bruder noch ein Wort des Trostes zu finden, Bräute erstickten das Schluchzen uird drückten noch einmal die .Hand des Geliebten. Eine große Zartheit und Tiefe des Empfindens zeigte sich iiberall. Die bitteren Tränen wirren daheim in verschwiegener "Aacht geflossen, frier zeigten alle das gleiche Bestreben/ dem Sttun- denden bte Erinnerung zu sichern an einen freundllcheu Blick und ein zuversichtliches Wort.


