Ausgabe 
11.8.1914
 
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Ar. m

Der kletzener Anzeiger

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Erft« ölatt

M. Jahrgang

«chLnerZW'Zsr

General-Anzeiger für Oberhessen

Dienstag, J(. August

Die Zranzosen westlich von Mülhausen zurückgeworsen.

Berlin, i 0. Auy, Ter von Bclfort in das Obrr - elf vorgedrungenc Feind, anscheinend das 7. franzö­sische Armeekorps und eine Infanteriedivision der Besatzung von Belfort. ist heute von unseren Truppen aus einer verstärkten Stellung westlich von Mül­hausen in südlicher Richtung zurückgeworsen worden. Die B e r l u st c unserer Truppen sind nicht erheblich, die der Franzosen grotz.

Es sind noch keine großen entscheidenden Schlausten ge­schlagen worden, aber die neueste Meldung, daß ein Tvoid* zosisches Armeekorps und eine feindliche Infanteriedivision, Die zum Angriff übergegangen waren, westlich von Mil- Hausen in siidlicber Richtung zurückgeworsen worden sind, 'darf uns dost) wieder mit hoher Freude und mit Befriodi- -gung erfüllen, .Heimischer Boden wird nicht von den Fein­den betreten, und wenn erst der strategische "Aufmarsch volleichet sein wird, werden wir erst ganz erfahren, das; um'ixe Heeresleitung das Vertrauen verdient, das ihr bei uns überall entgegengcbracht wird, Airs der --eite unserer Feinde versucht man die Welt zu täuschen. Der Präsident von Frankreich hat der Stadt Lüttich eine hohe Aus­zeichnung verliehen an denisciben Tage, als die Festung schon in unseren Händen war. Es stellt sich nach amtlieker deutscher Darlegung heraus, daß wir bei der Erstürmung von Lültich keineswegs sehr schwere Verluste hatten, da einzelne Forts nicht gestürmt, sondern von der nachrücken-- den deutschen Artillerie einfach zusammengeschossen worden sind, Tobec sind du deutschen Stürmer gegen die belgische Besatzung wahrscheinlich noch in der Mndcrzalil gewesen! Wie schamlos die Lügen sab rikerc des Auslandes schon am Werke sind, davon haben wir also bereits Beweise, Mau hat sogar den Versuch gemacht, ein deutsches Armeekorps durch ein gefälschtes Telegramm au die angebliche Landung eines englischen Expeditionskorps glauben machen zu wollen. Als Absender des Telegramms war, >oic in Berlin von einem toeneratstabsofsizier Vertretern der Presse erklärt worden ist. ein Ob e rprä s ide n t bezeichnet! Also Vorsicht gegen­über Sensations- und Alarm-Meldungen!

Wir haben bisher nur Erfolge gehabt. Auch der angeiagtc russische Kavallcriecinfall, wo ist er? Zerschellt an unserer Grenzschutztruppc, Sogar die preußische Land­wehr hat in einzelnen Fällen ausgereicht, um die Eindring­linge zurüchzuweiscn. Die größeren Zerstörungen wichtiger Bauwerke und Anlagen, wo sind sie geblieben? Nichts ist passiert. Nichts !>at unseren mit maschinenmäßiger Ge­nauigkeit tick vollziehenden Aufmarsch auch nur um ein Tüpfelchen auf halten oder in Verwirrung brin­gen können, Tie erste Verlustliste ist heraus. Sie betrifft die Kämpfe an der Oftgrenze, Jüan findet sie vielleicht schon ziemlich erheblich, aber was haben wir mit ihnen errungen? Den Schutz unseres Landes, Wenn die Russen ins Land gekommen wären, wieviel Verluste an Gut und Blut hätten wir da zu beklagen gehabt! Und die Hauptsache: der tak­tische Erfolg, der mit der Einnahme von Lüttich errungen wurde!

Auch die Oesterreicher haben sich äußerst brav gehalten. Nicht nur, daß ihr Reich innerlich einig ist und sogar die Deutschen und die Tschechen sich verbrüdert haben sie haben auch den Serben und den vorwitzigen Monkenegriniern, und nuhr zuletzt, au der Grenze Galiziens, auch den Russen tüch­tige Schlapven beigebrachl. Mit der russischen Tapferkeit scheint es sehr windig auszusehen.

Daneben dürfen sich Herr Sasonow und Sir Grc» an- strengcn wie sie wollen, um uns mit ihren diplomati s ch e n Verdrehungen zu schaden sic werden nichts zuwege bringen! Tie deutschen Waffen werden schließlich am über- zeugendstcii wirken!

Die Russen bei Eydtkuhneu zurückgeworsen.

Berlin, 10,Aug. Drei im Grenzschutz bei Ehüt- kuhnen sirdenüe Kompanien, unterstützt durch heran- eilende Feldartilleric. warfen die über Romeiken auf Schleub-n vorgrvende :s, russische Kavallcricdivision über die Grenze zurück.

Erfolge der Oesterreicher.

Wien, Ist, Aug. Auf dem südlichen Kriegs­schauplatz zeigten die M o n t c n r g r i n e r gestern und vorgestern große Angriffslust gegen die österreichisch- ungarische Grenze. Am 8, August brachen sic in einer Stärke von 4000 Mann gegen den Grenzposten östlich der Festung Trebinjc vor. Tie Pcrl ustc der £ c ft c r rr idi c r be­trage »einen Offizier und 21 Mann: dicMon - trncgrincrhattcn 2 00 Tote, ferner sah man zahl­reiche Schwcrverivundete sich zurückschleppen. Am st, August früh versuchte eine andere montenegrinische Ko­lonne dir Posten bei Gad und Autovac zu überfallen, Tie Besatzung entdeckte den Anschlag und wirs ihn tapfer zunick. Der österreichisch-ungarische Kreuzer Szigcrvar" erschien vorgestern vor Antioari und zerftörtedirmontencgrinischcFunkenstation durch Granatfeuer,

Au der ganzen Grenze von O st - u n d M i t t e l g a l i - z i c n erneuerten die R u s s e n gestern früh ihre Versuche, in österreichisches Gebiet ein zu fallen. Außer Kavallerie traten auch Insanterieabteilungen und Geschütze in Tätigkeit, Trotzdem wcbrtc der österreichische Grenzschutz alle An­griffe ab, Tie österreichischen Verluste, die lucht genau bekannt sind, sind nur geringfügig, Ein besonders heftiger

Kampf entspann sich mit zwei Sotnien Kosaken. Die ange­griffenen Grenzposten hielten den Feind auf und nahmen ihm neun Pferde ab, woraus einige reitknndige Soldaten der Posten eine Attacke ritten. Dies veranlatzte die durch das Feuer arg mitgenommenen Kosaken zur eiligen Räu­mung des Gesichtsfeldes, auf dem sie 90 Tote und Ver­wundete zurückließen. Dir Oesterreicher hatten keine Verluste, Eine österreichsi'che Grrnzabkciiung, die vn Oesterreich i sch Novoffielitza über die Mobile-Höhe vis zu dem gleichnamige» russischen Grenzort vorgedrungen war, wehtte eine Reihe von Angriffen überlegen ab. Da der mit dem Vorstoß beabsichtigte Zweck inzwischen erfüllt war, wurde der Abteilung befohlen, ihre frühere Stellung wieder ein- zunchmrn, die weiter behauptet wird. Im Verläufe der mehr- lägigen Kämpft und bei Beginn des Vorstoßes bis zum Ein- rückrn in ihre frühere Stellung büßte dir Abteilung vier Tote und fünf Verwundete ein. Von den österreichischen Grcnztruppen wurden die zur Lösung besonderer Aufgabe» unternommenen kleineren Vorstöße erfolgreich durchgeführt, Bari, kv. Aug: Der aus A n t i v a r s kommende Damp­ferBrindisi" brachte die Nachricht, das? Antivari von ösberreichisch-ungarischeu Kriegsschiffen beschossen lverde. Die Beschießung begann gestern um 8,3O Uchr Ilm 8 Uhr er­schienen zwei österreichisch-ungarische Kreuzer und teilten der funkentelographischen Station mit, daß sie nach zwanzig Mnuten die Beschießung eröffnen würden, Alsbald nach Ablauf der Frist begann das Bombardement, das auf das Gebäude einer Handelsgeftllschast und die sunkemelegra phische Station gerichtet wurde,

Wien, 9, August, Die bis Mjcchow etwa 30 Kilomcter nördlich von Krakau vorgedrungenen österreichischen Truppen setzten gestern die Offensive fort und be­setzten bis zum Abend die Ortschailen imgesäbr 40 Kilo­meter vorwärts. Die bisher an der Weichsel stehenden Grenztruppcn überschritten den Fluh und setzten sich am scnseiligen Ufer fest. In Ostgalizien bemächtigten sich die Oesterreicher der aus feindlichem Gebiete gelegenen Ort schäften Radzivilow, eines GrenzPalmhofs im östlichen Ga­lizien und Nowosielica bei Ezernowitz, die Bezirkshaupt- stadt der Bukowina, Sämtliche Versuche von feindlichen Reiterpatrouillen, in Ost- und Mitlekgalizien ein- zufallen, wurden abgeweh rt. Bei Zalozce zwischen Brody und Tarnopol wurden bei der Zurückwersüng feindlicher Reiter vier Kosaken getütet und zwei verwundet.

Die Montenegriner

beschossen gestern Teodo im Busen von Cattaro und stell­ten das Feuer, das vvn den Lesterreichern erwidert wurde, um sechs Uhr abends wieder ein, Tie Lesterreicher halten keine Verluste, Das Feuer der Montenegriner war völlig wirkun gslos, Tie Stellungen der Öesterreicher wurden nicht beschädigt.

Lüttich und die Selbsttäuschung der Franzosen.

"Am Freitag nachmittag sandte Präsident Poir.cars an den Körrig der Belgier folgendes Telegrarnm:

Ich freue mich. Eurer Majestät Mitteilen zu können, baß die Regierung ber Republik soeben die laviere Stadt Lüttich mit dem Kreuz der Ehrenlegion ausgezeichnet hat, Tie Regierung wünscht die mutigen Verteidiger des Platzes und die gesamte belgische Arnree zu ehren, mit der verbündet die französische Armee seit heule früh auf dem Schlachtield ihr Blut verchcßt," "Am selben Freitag hat König Albert eine Prokla­mation erlassen, die in begeisterten Worten den belgischen Kriegern dankt und die zu neuen Taten aufruft und in der der König sagt:

Alle Angriffe sind abgeschlagen worden. Keines unserer Forts ist gefallen, Tie Festung Lüttich befindet sich noch in unserer Hand,"

Tas ist der Mut und die Unwahrheit der Verzweiflung!

Eine amtliche Darlegung über de» Fall vo» Lüttich.

Berlin, 10, August. In einer Depesche des General- guartiermeisters heißt es: Französische Nachrichten haben unser Volk beunruhigt. Es sollen 20 000 Deutsche vor Lüttich gefallen und der Platz überhaupt noch nicht in unseren Händen sein. Durch die theatralische Verleihung des Kreuzes der Ehrenlegion au die Stadt Lüttich sollten "diese Angaben bekräftigt werden. Unser Volk kann überzeugt sein, daß wir weder Mißerfolge verschweigen, noch Erfolge aus bau scheu iverden. Wir werden die Wahrheit sagen und haben das volle Vertrauen, daß unser Volk uns mehr glauben coird als dem Feinde, der seine Lage vor der Welt möglichst günstig hinstellen möchte. Wir müssen aber mit unseren Nachrichten zurückhalten, solange sie unseren Plan der Welt verraten können.

Jetzt können wir ohne Nachteil über Lüttich berichten. Jeder wird sich selbst ein Urteil bilden können über die von den Franzosen in die Welt geschrieenen 20000 Mann Ver­luste, Wir Hallen vor vier Tagen vor Lüttich überhaupt n u r schwache K r ä f t. Denn ein so kühnes Unternehmen kann man nicht durch Ansammlung überflüssiger Truppenmassen verraten. Daß wir trotzdem den gewünschten Zlveck erreichten, lag in der guten Vorbereitung und in der Tapferkeit unserer Truppen, der energischen Führung und dem Beistände Got­tes, Der Mut des Feindes wurde gebrochen, seine Truppen schlugen sich schlecht. Die Schwierigkeit für uns lag in dem überaus ungünstigen Berg- und Waldgelände und in der beimtückischen Teilnahme der ganzen Bevölkerung, selbst der Frauen, an dem Kampfe. Aus dem.Hinterhalte unh den Ortschaften aus den Wäldern feuer­

ten sic auf unsere Truppen, ans die Aerzte, die die Verwunde­ten behandelten und die Verwundeten selber. Es sind schwere und erbittette Kämpfe gewesen. Ganze Ortschaften mußten zerstört Iverden, uni den Widerstand zu brechen, bis unsere Truppen durch Forksgürtcl gedrungen waren und in dem Besitz der Stadt sich befanden. Es ist richtig, daß ein Teil der Forts sich noch hielt, aber sie feuerten nicht mehr, Se, Majestät wollte keinen Tropfen Mutes durch Erstürmung der Forts unnütz verschivenden. Sie hinderten nicht mehr an der Durchführung der Absichten, Man konnte das Herankommen der schweren Artillerie abivarten und dcr Forts in Ruhe nach einander zusammenschie­ßen, ohne nur einen "Manu zu opfern, Ueber die­ses alles durfte eine gewissenhaste Heeresleitung nicht ern Wort veröffentlichen, bis sie starke Kräfte auf Lüttich nach­gezogen hatte und auch kein Teufet es gnS mehr entreißen konnte. In dieser Lage befinden wir uns jetzt. Die Bel­gier haben bei der Behauptung der Festung mehr Truppen gehabt, ivie sich jetzt übersehen läßt, als von unsere r Seite zum Sturm an traten. Jeder Kundige kann sich daraus die Größe der Leistung ermessen, sie steht einzig da. Sollte unser Volk wieder einmal ungeduldig auf Nachrichten warten, so bitte ich, sich an Lüttich zu erinnern, Tas Volk trat sich einmütig unk seinen Kaiser zur Abwehr der zahlreichen Feinde geickmrt, so daß die Heeresleitung annchmen darf, cs werde vor« ihr keine Veröffentlichung verlangt iverden, die ihre Ab- sichten vorzeitig dem Feinde kundtun und dadurch me Durchführung der schweren Aufgabe vereiteln kann. Der Generalguarliermeifter, gez, v, Stein.

Tie Beteiligung des Z. VI bei Lüttich.

Wie dasBerliner Tageblatt" nach derKölnischen! Volkszeitung" meldet und wie wir auch den Mit erborgen! des amtlichen Lüolffschen Bureaus entnehmen, das die Notiz gleichfalls nachdruckt, istZ, VI" ain Donnerstag früh 3,30 Uhr von einer Kreuzfahrt aus Belgien zu­rück gekehrt, Vvn der erfolgreichen Fahrt erfahren wir zuverlässig folgendes: Das Luftschiff beteiligte sich tn hervorragender Weise an dem Kampfe, der sich bei Lüttich entsponnen Ixatte und konnte s c h r wi r ks a n» in ihn ein greifen. Aus einer Höhe von 600 m wurde die erste Bombe geworfen, die ein Versager blieb. Darauf ging das Lnsffchifs bis 300 Meter herab und schleuderte weitere zwölf Bomben, die sämtlich explodier­ten, Infolgedessen geriet^ Lüttich an mehreren Stellen in Flammen, Sämtliche Bomben wurden von einem Unteroffizier der Besatzung aus der Hinteren Gondel herabgeworfen. Der Unteroffizier war nach der Landung des Luftschiffes unter den Tanscnden von Zuschauern ein Gegen­stand begeisterter Ovationen,

Belgische Pöbeleien.

Berlin, 10, Aug, Der Brüsseler Vertreter des Lolis- schen Telegraphen-Burcaus telegraphiert aus Goch fol­gendes: Ueber Belgien ist gestern der Belagerungs­zustand verhängt worden. Alle Deutschen wurden gestern nacht ausgcsordert, das Land baldigst zu verlassen. Was sich in den letzten Tagen in Brüssel ereignet hat, übertrisft alles das, was sich die glühendste Phantasie ausmalen kann. Seit der Kriegserklärung am Dienstag vormittag demo­lierte der Pöbel alle Geschäfte, die Deut­sche n gehöre» oder die den t s ch eProdukte an - boten. Jedes Schilv mit deutscher Anspielung wurde ent­fernt, Jeder, der ein deutsches Aussehen hat, wurde tätlich auf der Straße angegriffen oder der Spionage ucr- dächtigt. Tie unwahrscheinlichsten Dinge wurden kolpor­tiert und von der Presse verbreitet, u, a, daß von den deut­schen Soldaten der Versuch gemacht worden sei, den Kom­mandanten der Festung Lüttich, General Le man, der sich wacker geschlagen, zu ermorde». Auch haben einzelne Blätter die Nachricht verbreitet, daß unsere Soldaten mangelhaft verpflegt seien. Auch ergingen sie sich in heftigen An­griffen'auf Kaiser Wilhelm, lurzum, der Deutschenhaß wird in fanatischer Weise gepredigt. Fast jede Nacht verlassen tausende Deutsche unter dem Schutz des amerikanischen Generalkonsuls seit Donnerstag Belgien über Holland, in ritterlicher Weise von Offizieren und der Bürgergarde be­schützt, die seit Freitag endlich beginnen, in Gemeinsckxast mit den Stadtbehörden dem Spionagcfieber entgegenzuarbeiten.

TerKöln, Ztg," wird noch geschrieben:

W sind einzelne Dörfer ganz nicdergebrannt, in einer Anzabl breimen einzelne Häuser, Aber nun die Gründe: Wenn inan mit Abscheu gelesen bat von Verstümmelung ufro. unserer braven Vcuie in Südwest, so wird wohl keinem der Gedanke gekommen sein, daß derartige Tinge auch im zivilisierten Eurova Vorkommen könnte». Hier haben wir von seiten der bel­gischen Bevölkerung, von Männern, Frauen und halbwüchsigen Burschen an unfern Truppen alles das erlebt, was wir sonst nur in Neger- usw, Kämpfen erlebt haben. Die belgische Zivilbevöl­kerung schießt aus jedem Haus, aus jedem dichten Busch mit völlig blindem Haß aui alles, was deutsch ist. Wir haben schon in den ersten Tagen eine Menge Verwundete und Tote durch die Zivil­bevölkerung gehabt. Daran beteiligen sich Frauen ebenso ivie Männer, Vorgestern wurde einem Deutschen nachts im Bett die Kehle durchschnitten, ein anderes Haus hatte die Rvte-Krcuz-Fahne aufgefteckl: man legt fünf Mann hinein, am andern Morgen waren alle fünf erstochen. Gestern morgen findet man in einem Tone vor Verviers einen einzelnen Soldaten mit ans dem Rücken ge­bundenen Händen und ausgestowenen Augen, Von der vorgestern nach Lüttich abgegangenen Autokolonne hält ein Wagen in einem Dorse, eine junge Frau tritt an den Chauffeur heran, hält cbm ganz plötzllch einen Revolver an den Kopf und schießt ihn über den Hausen, Natürliäc ist die sosorlige Erschießung die Folge, aber coeder dies icoch die Branülegung der Häuser ichreckl das Volk. Von meinen Verwunderen ballen emzcine mir zunächst unerllartube Schüsse, z, B, Einschuß dicht neben dem Aster, Äupschuß^ im Lücken