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©cnttntben sowie der Üaninrt QberbaherrrS beabsichtigen, Tnir jinn 70. Geburtsfeste eine wertvolle Gabe $u widmen. Es ist mein dringender Wunsch, daß diese Wid- mnngen unterbleiben und würde es mir freudiger Ge­nugtuung begrüßen, wenn die hierfür bestimmten Mittel der Fürsorge für Kriegsteilnehmer und deren Angehörige zus; «wendet würden.

Kabeluntcrbrechung.

Berlin, 5. August. Die Kabel EmdenVigo, Emden Azoren und Emden Teneriffa sind unterbrochen. Telegramme, die über diese Kabel gehen sollen, können nicht mehr angenommen werden.

Die Dardanellen und der Bosporus geschlossen.

Konstantinopel, ö. Aug. Amtlich wird bestätigt, daß die Dar da ne llen und der Bosporus oeichkssen sind, doch können Handelsschiffe mit Hilfe von Lotsen die Meerengen passieren. Um die Folgen der Mobilmachung «tbzuschvächcn, beschloß die Regierung die Einführung einer Steuer für die vom Militärdienst Befreiten

Wie verlautet, wurde die Sperrung deS Bos­porus und der Tardancllen infolge einer durch den Kapitän eines türkischen Tamvfers überbrachten Nachricht verfügt, nach der die russische Schwarze Meer- flotte unweit der Mündung des Bosporus gesichtet wor- den sei. Die Leuchttürme bet den Meerengen wurden ge­löscht und Minen gelegt.

Wie derTanin" aus Erzerun erfährt, haben sich di« Russen nach Verbrennung ihrer Blockhäuser und Lebens- mitteloepots von der türkisch-russischen Grenze zurückgezogen.

Tic Neutralität Rumäniens.

Bukarest, 6. August Erlrablätter melden, daß der »gestrige Krön rat in Sinaja die Neutralität Rumä­niens beschlossen hat.

Täneniark.

Kopenhagen, Aug Ta der Krieg <niSgebrochcn ist Livischen Deutschland und Rnß'and und zwischen Teulsch- lartd und Frankreich, beschloß die dänische Regierung, ab­solute Neutralität während dieser Kriege zu wahren.

Schweden.

Stockholm, 4. Aug. Tie schwedische Regierung hat i-chnwdens absoluteNeutralitat während dergegen- rvärtigen Kriege zwischen fremden Mächten erklärt. Zur Sicherung der Neutralität hat dis Marincministe- rtuin folgende Anordilniigc» getroffen: die Mobilisie­rung der Flotte der KüsrcnpGitioncn und dcSstnsten- signalwesens,außerdem des Materials, das der Handelsflotte angelfört: weiter die Einberufung der bei der Küstenart,l!e- rie zur Disposition Stehenden sowie der Offiziere und Re- servcossizieke in genügender Anzahl, endlich die Einberufung so vieler Wehrpflichtigen, wie sie die genannte Mobilisie­rung erfordert.

Bus den Niederlanden.

Haag, 5. August Die Königin hat für einen Teil des Landes den Kriegszustand besohlen. ES lvird amt­lich milgeteilt, daß bis jetzt deutsche Truppen nie­derländisches Gebiet nicht betrete» haben. r ' <v Gerücht, daß 20 englischeKriegSichifsc in dcr 'lncariiiejtalivn DeiiHelder gesichtet ivorden seien, w-rd aintliäi als s a I s ch e r t l ä r t.

Tie Tentsch-Amcrikaucr.

N e w B o r k. 6. August. Der Präsident des T e u t s ch - A m c r i k a n i s ch e n N a t i o » a lb u n d e s erklär! in einem Ausrufe: In dieser schweren Zeit "Deutschlands ist es eine Pflicht, daß wir Deutsch-Ämerilaner fest und treu zusammen« stehen. Die Exekutive des Nationalbunde- ist au? der Wacht für die besten Interessen Deutschlands, für die beste Art und Weise der Bewahrung des deutsche» Namens gegen die Gehässigkeit und Unwiiiendeit einer Minderheit in unlcrcin eigene» Lande. Der Aufruf regt an, überall Samm­lungen zu veranstalten.

Knnvgebnngcn in Petersburg.

P etrrSbu ra (über Kopenhagen), 5. Aug Tic Nach­richten. daß Deutschland Frankreich den Krieg erklärt habe und England geneigt sei, mit seinen Freunden zu kämpfen, haben Anlaß zu neuen Kundgebungen zu Ehren dieser Mächte gegeben. Eine große Menschenmenge begab sich vor dir französische Botschaft. Der französische Botschafter Palsologue trat aus den Balkon heraus und dankte i» herz­lichen Worten. Die Manifestanten lwgabcn sich sodann zu der englischen Botschaft, wo der Botschafter gleichfalls eine Ansprache hielt. Die Menge, über der ernc große englische Fahne getragen nnrrde, rief: Es lebe der «lieg, es lebe England! Schließlich begab sich die Menge zur serbischen Gesandtschast, wo der Gesandte heraustrat und der Menge für die moralische Unterstützung dankte.

Erklärungen in der frunzästsche» Kammer.

P a r i s. 5. Aug. Die gestrige Sitzung der Kammer wurde von dem Präsidenten Deschancl pünktlich um Uhr cröfsnel. Der russische Botschafter JswolSki wohnte der Sitzung auf der Diplomatrntribüne bei. Nach­dem Tesckxmet Iauräs einen Nachruf gewidmet hotte, der unter allgemckner Aufmerksamkeit und mit begeistertem Beijall angehört wurde, gab er dem Ministerpräsidenten Biviani das Wort, der eine Botschaft deS Präsi­denten der Republik verlas, welche die Kammer stehend unter häusign, Beisallsnisen anhörre. Das Publi­kum stimmte in den Beifall der Deputierten ein.

Biviani erstattete darauf sein diplomatisches Expo,'6 über die Lag«. Lauter Beifall ertönte, als der Redner der Haltung Belgiens huldigte. Mit Be­geisterungahm die Versammlung die Mitteilung über die französische und russische Mobilisation, sowie die Änkün digung über die englische Mobilisation aus. Biviani verlos daraus unter größter Aufmerksamkeit des Hauses die di­plomatischen Dokumente, welche Frankreich undEnglandverbindcu. Zum Schluffe seiner Rede erklärte er inmitten unbeschreiblicher Ovationen: Wir sind ohne Borwurf und ohne Furcht!

Minister No ulen s zählte darauf die Gesetzes­vorlagen mrf, deren Annahme die Regierung wünsche, namentlich diejenige, betreffend die Zulassung von Elsaß Lothringer in die französische Armee. Sämtliche Ge­setzvorlagen wurden angenommen. Der Präsident verlas sodann ein von der serbischen Skupschlina übcr-

sandtes Sympathieielegramm und seine Antwort darauf, in der er der tapferen serbischen Nation den Gruß ganz Frank­reichs ausspricht. Darauf wurde die Sitzung aufgehoben.

Paris (über Kopenhagen), 5. Aug. In der Kam­mer teilte gestern Mmistervräiident Biviani die Annahme der Gesetzentwürfe durch die beiden Kammern mit und fügte hinzu, daß das Parlament vertagt, aber die Session nicht geschlossen sei. Biviani dankte der Kammer für das ermutigende Schauspiel, das sie heule gegeben habe.

Eaillaur' Ermordung wird bestätigt.

Frankfurt, 5. Aug. Ein aus Paris zurückgekehrter Journalist teilt uns mit, daß die Nachricht von der Er­mordung Caillaur durch einen Lohn Ealmettes tatsäch­lich richtig sei uni> daß er selbst die Beröffenil'ichung des Marin" darüber gelesen habe, nach der Caillaur von zwei Kugeln getroffen wurde. Jedoch sei es nicht richtig, daß. wie zuerst verlautete, auch Frau Eailanr gelötet worden sei.

Aus dem Reiche.

Berlin, 5. August. Die englisch lautenden Firmenschildcr, die sich über zahlreichen Geschäften be­fanden, wurden schon gestern abend, als die Nachricht von der englischen Kriegserklärung bekannt wurde, und noch mehr im Laufe des heutigen Vormittags von den Geschäfts­inhabern entfernt, ober, wo eine Wegnahme nicht möglich war. mit Flaggentuch in den deutschen Farben verhüllt. Einige Besitzer ließen, um keinen Zweifel an ihrer nationalen Gesinnung auikominen zu las­sen, Fahnen in den deutschen und preußischen Farben aus- hängen. Beri'chiedene Geschäfte ändern ihre Firmen, so z. B. das bekannte Eaf'ePiccadilly". Dieses teilt mit, daß es den Zeitumskänden Rechnung tragend seinen Namen inDeut­sches Kaffee" umwandeln werde.

Berlin, 5. Aug. DasBerliner Tageblatt" dal eine Sammlung iürFrauen und Kinder der im Felde stehenden deutschen Wehrmänner eröffnet und fordert alle Leser dringlich aus. ihm Beiträge zu senden. Ter Verlag des Berliner Tageblatts" hat z> r Eröffnung der Sammlung 100000 Mark gezeichnet.

Leipzig, 5. Aug. (Priv. Tel.) Der Rat der Stadt Leipzig ließ den Stadtverordneten eine Reihe von Vorlagen zugehen, die infolge der Kriegserklärung notwendig gewor­den sind. Zusammen werden 1 200 000 Mark gefordert.

Dresden, ö. Aua. Tie Stadtverordneten bewillig­ten einstimmig l M i l l i o n Mark zur Teckung der für die Stadl und ihre Bevölkerung enlsteh-enden Kriegskosten.

N a u m b u r g, 5. Aug. Eins der Automobile, die von Frankreich Geld nach Rußland schassen sollen und mu Damen besetzt find, führt die Nummer 1.12386.

Die Automobilisten sollen das Geld jetzt Radfahrern übergeben haben, die Manrerklcidung trage».

K ö l ii, 5. Aug. In derKöln. Ztg." gibt der Landrat von Cochem bckaniu, die Nachricht, der Gastwirt Rikolay habe den Tunnel bei Cochem zu sprengen ver­sucht und sei standrechtlich erschossen worden, sei ebenso erfunden wie die ive-tere, daß seine Frau und Tochter nach der Kartause gebracht worden seien.

M an n h c i m-r . Aug. Der heute tagende Ausschuß des Verbandes der M i l j d u st r i e l l e n Badens, der Pfalz und angrei.,e.>oer Inonstriebeerrke. mit dem Sitz in Mannheim, beschloß auf den Antrag des Vorsitzenden, ohne jede Debatte, einstimmig, angesichts des dem Reiche auige- zwungenrn Krieges und der erforderlichen ungeheuren Lpier an Gut und Blut, dem Roten Kreuz und anderen dem glei­che» Zwecke dienende» Anstalten sofort zunächst 230000 Mark zur Verfügung zu stellen.

Frciburg i. Br, 4. August. Die erste Sammlung des hiesigen Ausschusses vom Roten Kreuz hat in wenigen Tagen gegen «!00 Mk. ergeben.

Au» SioSt und Cond«

Gienen, 6. August 1914.

Eine akademische AbschiedSscicr für die in» Felo Ziehenden.

In der Aula der Lrndesunioersität venanimelte» sich gcsler.i abend aus den Ruf des Rektors mit den Angehörigen der Universität eine große Anzahl deutscher Männer und Frauen, und ihnen wird diese Feier in so ernster und hvitz» Stunde ewig in der Erinnerung sein. Ja, auä> von dieser ^Stätte der Wissenschaft wurde es herrlich offenbar, wie einltz'llig jetzt alle Gedanken der Deutschen beieinander sind, ivie das Volk den Alten von 1613 nicht nackKtehen will. Tief ergreifend, hinreißend und deutsch waren die Worte des Rektors Geheim. KirchcnratS Professor Dr. Eck. die, nachdem der Torgauer Armeemarsch

die Gemüter geweckt hatte, die ernsten Errig.

nisse, die große und gewaltig« Zert, in der wir jetzt leben, spiegelten Es bedürfe jetzt, so etwa war der «tzr- donkengang der Rede, keines besonderen Aufrufes mehr a» die Studentenschaft. Worte seien nicht mehr vonnöten, »ackwem der Kaiser die Söhne deS Vaterlandes unter die Fahnen gerusen lnrbr Dieseakademische" Feier aber solle jetzt dartu», daß in dieser Stunde Universität uird Bürger- >ä>aft eins seien, daß diese Schicksalsstunde alle gleich ge- nmcht lxibr Es scheine, als fei es eine besondere Eigentnm- lcctckcit des deutschen Volkes, daß es gerade in schwerer Zeit uiid Nvt brüderlich sich zu samm-.n finde. Ter Reimer ent­warf kurze Bilder ans unserer Geschichte und führte uns vor. daß die Toten noch lebendiger und butter redeten, als die Lebenden. Aber auch die Ereignisse der letzten Tage erfuhren eine durchaus nickt akademische, sondern ins Innerste lackende. kerndeutsche Erörterung. Ja, der Herr Rektor batte Recht, diese Sitzung des Reichstag« wird im Buch der Grichichir mit ewig leuchtenden Lettern geschrieben sein. Aber der llnterichzed zwischen heule, 1813 und 1870? Biele deutsche Dichter haben die großen Kriegs,eiten be^ sungen, aber immer war das Sinnen aus den Feind im Westen gerichtet. Heute jedoch baden wir auch den Angreifer nn Rücken, im Osten, und dafür ist noch kein Lied geschrie­ben worden. Aber noch mehr! In tiefer Bewegung, so klang es durch die Rede, müssen wir es hinnehm.-n. daß auch der Bruder über dem Kanal, mit dem wir Shakespeares und Goethes Dichtungen und eine ganze Kultur gemeinsam Ha­ben, England, sich zu unseren Feinden geschlagen hat. Aber wir verzogen nicht: mit uns find unsere Großen aus der Vergangenheit, und Gott, der so sichtbar die Geschicke des dermcken Vaterlandes aus Bedrückung immer wieder aus« gerichtet und zur Blüte cmvotgedoben bat. er wird auch jetzt mit uns sein, in dieser Zeit, in der wär jauchzend, ja. voll heiliger Freude, spüren, daß der deutsch« Ge,st sich n i e m a l s unterdrücken lassen wird.

Es ist unmöglich, die sackende Stimmung der Rede des Rektors hier mit kurzen Worten vollständig wiederzugeben.

Man stimmte begeistert in das Hoch aus Kaiser U,- Groß­herzog ein, sang gemeinsamDeutschland, Dcuischlaiid über alles", und Proi Tr. Eck richtete noch Worte des Dankes an den Obersten unseres Regimentes, der trotz seiner jetzt kostbaren Zeit ebenfalls in der Aula er­

schienen war. Tiefe Bewegung ging durrli den ms zum letzten Platz gefüllten Saal, als der Rektor versicherte, alle Herzen nnirden dem Regiment in jeder stunde nahe sein und als er den Segen Gottes an, alle seine Ängchorr- gen anttef:Ter Herr segne euch und behüte euch, der Herr lasse leuchten sein Angesicht iiber euch und

gebe euch durch Kämpfe und Michen feinen irrieden." Vaterländische Lieder durchbrennten die Aula, und der Vor­schlag des Rektors, nunmclw den Rcgimentskvniniandcur, die anwesenden Krieger und die Kapelle nach der Kaserne zu geleiten, fand jubelnde Zustimmung. So ging es unter vaterländischen Krängen durch die Stadt, nach der Zcng- hauskaserne. wo der Rektor ein Hoch «ruf das Regiment und seinen Führer ausbrachtc und iw> Oberst Scknmmelfennig gelobte, das Regiment iverde die Lorbeeren der Vorfahren erneuern und seine kurzen Tantestvorte mit einem Hoch auf den Kaiser schloß. Tem ausruckenden Regiment und der gan­zen ü-ießener Bürgerickraft wird dieser Abend in alle Zukunft erbebend vor der 'Seele stehen. Gott schütze und segne unsere heimischen Soldaten nnc das ganze deiltsche Heer!

«

** Zum Abschied unserer oberbessischen Krieger. Ter Großd Prov i nzialdirektor der Pro­vinz Sberhessen hat gm 2.13. l. MtS. folgendes Schreiben an den Regimentskommandeur, Herrn Oberst Schimmclfrnnig, gerichtet:

Gießen, de» 2. Lugrrst 1914.

Hochgeebrtrr Herr Oberst!

Sie stehen im Begriff, an der Svive oberbesfifcher Landes- > kinder gegen den Feind zu ziehen. Die gloroeichen Tage, die in I der Gcichichte des von Ihnen geiührlen RegimeMs verzeichnet I stehen, sind Blätler in dem Rubmeskranz. den >>ch iriltierr Gene- I ralionen. in schwere», fürs Vaterland durch kämpfte» Zeuen. ums I Haupt flechten dursten. Daß die dcunge iKeneralwii, ivas Maiur- I und Webedastigkeil. Furchlloiigkeil und Pilichlkoeue antangt, sich I der Vorfahren würdig erweiien wird, daiür bürgen di« Eharakter- I eigeuichelten unserer Oberhefsen. Aus diesen ö-mv'indnnnen I heraus begleitet die Bevötkerung der Provinz das :1teg,mcnt ans I dem schweren Weg, den es sich zu gehen an schickt. Möge eS zu den alten Lorbeeren neue pflücken, dem Vaterland zu Dank und I sich und damit den Volksgenossen zur Ehre. ^ ! I

Daraus ist folgende Anlwott des Obersten Schimmel- ! sennig cingegangen:

Hochgeehtter Herr Provinzialdirrktor! I

Ich danke Ihnen, zugleich im Namen meines ganzen Re- I

gimenis, herzlich für die warmen, erhebenden Watte, die Sie I

mir mit Ihrem Schreiben vom 2. d. MtS. misiorochen. Seiriz I

Sie und die Provinz Oberluisen übeezeugt. datz das tttegnmnt J

Kaiser Wilhelm vom ältesten bis znm nuigilen -oldaten. seinem Eid« geneu. bis ,um letzten Blnlslrovfen seine Pflicht tun ivirt», s wie vor 100 Jahren, io jetzt und immerdar. I

Welche Nolle spielt da» Trinkwasser bei der Entstehung von Leuche« ?

Zur Aufklärung und Beruhigung wirb uns von sach­verständiger Seite geschrieben:

In Betracht kommen vor allem: TvvtnS, rot« Ruhr und Cholera, die alle drei als KrieqSseuchen sattsam bekannt such. ' Cholera ist solange bei uns völlig airszuschfreßen, als nicht innig Ausland« Rußland! Fälle eingeschlepvt iveeden Tvpvus und rote Ruhr s,nd bei im« jederwit vereinzelt vorhanden, lei!» bei wirklich Erkrankten, teils bei sogewanniril gesundem Baglllen-- trägern. Diese sind Leute, die eiminll in ihrem Leben birö'mnt-. heit dnrrfigemacht baden und iniym, »Inn- unen.Mino kr,ui.' zu sein, dauernd oder zertwris« TovbuSbazillen nn Kot oder llrinr ausschcidrn können I» der Bekämvnrng der von dnfen ge­sunden Bazillenträgern twohenden biesahren sind in neuerer Zeit durch hvqicnische Uebenmichung besonder- auä, in den Heil- unti ^ tzslegeanstollen große Erfolge erzielt worden Nur we,m solch insekliSser Kot oder Urin in da« Wasser getaugt, kann dieses krank machrn. D-rs ist aber b-i rinrr guten Gninonirsierlrittuig. wie wir sic auch hier haben, solange nuSgeschlosfen, a l S n i ch k ganz grobe Fahrlässigkeiten an den Sammel­behältern begangen werden. Anders liegt dir Sache bet Brunnen, die ,chlecht obgedeckl sind und nahe bei Abortgrnben oder Dungkauien liegen Da besteht immerhü, die Möglichkeit einer Verunreinigung. Solche Berhältnilsc tön ulen vor allem ans deni Lande vorliegen. Es muß aber betont werden, daß durch! Wasser erzeugte »ttankbeilSfälle durchaus an Zahl inrückrretrn hinter solchen, die durch direkte Berührung mst Kranken oder l gesunden Bazillenttägcrn oder ober durch nicht grkochle rohe NahrungS- und Genußmitttl enlstrhrn Als solche stmimen vor allem in Betracht: rohe Milch und ihre »ngekockKrn Produkte, also Rahm und Schlagsahne. Käse und Butter sind weniger bedenNich: bei der Sauermilch ist die Gestchr cbensall» gering, doch nicht ganz von der Hand zu weilen.

Bei der Infektion der Nahrungsmittel Urten lchnnitzjgch Finger von Kranken »der von geiunden BazillFiirägern. ferner auch Fliegen eine große Rolle ES sollen ötabruna.'mittrl mit Fingern möglichst wenig oder gar nicht in Berührung kommen und nitr m absolut sauberen, am besten zuvor ausgekochten <R> säßen bereiter und aufgehoben iverden. je küdler, desto bester.

ES ist geboten. NahrunqsmzNel stets zuqedeckr annrä-ewahrriL

Inwieweit kann Trintznusser durch verbrecherische Bei- nnschuwg von Krankheitserregern injiziert werden?

Es ist klar, daß bei wmenüqender Bewachung der Wassrrbebät- »er und der Brunnen inrmerbin diese M»gtichb".i varkieg». Doch wird die Gefahr auch noch gZchehener Inseklion dadurch icbr stark obqelckgoächt, daß die Lebensdauer der enigesäten Bazillen in gutem Leiiungswasser eine sehr beschränkt« ist. etwa 24 Stunden. Tazu kommt, daß die evtl, vernnmdtrn BaziUen-Kulturkn wohl fast immer alte, künstlich sortgevävoelle Ladoralottumskultnre» fern würgen, die allmäblich entarten nnb nicht mehr iniiucren könnem.

Für die diebessichere Aanbcwohrnng irisch gezuchieter i'ullnrrn ver- wenden nalürlich die In gröiüe Sorgsall. Fn'.ch au» k»-m

kranken Körver gezüchtete Edoleeo-Kulniren gibt es auqenbiicklick, in Deutschland überhauvt nicht.

Man kann gnrost zusammensasten:

Die Möglichkeit, daß durch unser L>ütungswaster Seuchen ent­stehen ist fast null: durch Brunnenwasser nicht viel größer, wenn Anlage und Abdeckung des Brunnens gut sind.

Ter Schwerpunkt liegt b« der Verhütung der genannten Seu­chen in der Beschauung einwandfreier, sauberer Nadrungs- und ozennfmiiiel. unter denen die Milch ,md ihr» Produkte die größte Rolle imelrn Milch sollte in Kr>ea«,eiten stet» ab- aekochtgenossenwerden. Ferner ist allen sieberhasten, mit Durch'ast. Erbrechen und Kovstchmer^n cmhergeb>'nden Krank- > denen qrößie Aunnerstamkeil zu schenken Für die rechtzeitige Fest. I stellun, !sicher Krankheuen und die Absonderung der ErkranklcTr I

ist sofort Sorge zu tragen. Sache der gesamten Bevölkerung ist cs. *

bei dicker Arbeit mirzuhelien. vor allem verdächtige Fälle der z Behörde sofott bekannt zu geben.

Gießen, den 4 August 1914. 1

Pros. Dr. Schmidt,

Direktor des hygienischen Instttuts der Universität Gießen.

Empfang. Der Sroßberzog emvEng am ö. August den Lbeen v. Helldock, den Pcknzen Viktor ,n Erbach-Schön- ? berq Durchlauckn. zum Bockro-, den Siaatsminiiter T-r, v Ewald » den Bontand de« Kabinetts Wirk. Römhelb Erz de, »

Lderiägermckster Fr er Herrn van der dooo. »>

"Ernennung. z.er Gro-.,h-r,».g dal den Frciherrn Bol- k vrecht Rredefel zu Elienboch, Ivhanmier-Rüter und Lelegierte» »