bet freiu-tfügcrt StnanrcWwIenc beim 18. Armeekorps zum Major g la suite der Lavallcric mü der Uniform des Leib^T-ragoner- Aeginrems ',2. Grotzh. Lesi-> Nr. 24 er»«ult.
** Ruheüondsvcrsctzung. Der Grofcherzoy bat den evongdückien Pfarrer .ffirrbenral Karl Strack zu Leih« gestern aus sein Narhzuchen unter Anerkemrung 'einer lairg- >ädrigen und cnpriesüustcn Dienste, mit Wirkung vom 1. Oktober 1914. in den Ruhestand versetzt.
** Ordensverleihung. Der ®rofif<erwg hat dem First- luh-Menimrg-Biidrnmsifen BrunncuTneincr und auisichtsiührcnden Beauiicn Jakob Appel zu Büdingen das Silberne Kreuz des Bcrdienstordens Philipps des <4roßurittigen verliehen.
** Eine deutsche Frau und Mutter schreibt uns: In der gestrigen Nummer Ihres geschätzten Blattes haben Sie zwei Ausruse an Deutschlands Frauen gebracht, die jede deutsche Frau mit Pcisall begrüßen muß. Um diese Mahnung ins Praktisckw zu übersetzen, und dem Lvrichwort gemäß, daß ein Wort zur rechten Zeit eine Tat sei, gestatten Sie einer alten Leserin aus einen Mißwn in diesen denkwürdigen Tagen, wo doch unser ganzes Volk sich als eine Familie suhlen und demgemäß handeln sollte, hinzuweisen. Was müüen die Männer cmpsindcn, die Laus und Los, Stellung, Geschäft, Weib und Kind, Bater oder Mutter verlassen, in Gießen eine Nacht in irgendeiner Familie einauartien werden sollen und ihnen die Türe gewiesen wird? Es iß tatsächlich vorgekommcn, ich kann mit Namen aufwarten Vielleicht gen lügt diese Mahnung» daß derartige Fälle sich nicht wiederholeil. Was ist eine kleine Unbcauemlichkeil dem gegen- ültr, was unsere Krieger in die Wagschale werfen müssen. Es sollte sichs jeder zur Ehre rechnen, unsere braven Krieger beherbergen zu dürfen.
" Kindergartenvcrein. Tie Leitung der beiden Kindergärten bot sich aus dringenden Wunsch einiger Ellern cnt- ; schlossen, die beiden Kindergärten am Montag, den 10. August, wieder in Tätigkeit treten zu lassen, um die so notwendige Aeauiiichtigling der Kinder zu erleichtern. Auch Geschwister, die dem xindergarlenalter entwachsen sind, werden ausgenommen. Die Gründung eines BolkskindcrgartenS wird in kurzer Zeit erfolgen
«» Suppen tage. Obermeister Erftst Ludwig Sack teilt uns mit. daß <..» "Mitglieder der hiesigen Fleischer- Innung sich bereit erklärt herben, der durch den Kriegsausbruch in Not geratenen Bevölkrrimg an Tagen der Wursb- zubercitung unentgeltlich Suppe zu verabreichen, lieber Tage und Stunde der Ausgabe wird in den einzclneir Geschäften dereirivil.igst Auskunft erteilt.
** A n b f ti Pranger. Aus Oueckborn wird uns geschrieben: Als beute morgen die Leute unseres Pserdcauf-- gcbots aus der Ganscburg cinkehrlcn und der Wirt aus einen Zehnmarkschein nicht herausgeben konffte, erbot sich ein anwesender Slraßeiiwarl K. zum Wechseln gegen eine Mark Gewinn. Tas Geschäft ist nicht zustande gekommen, sonst müßte der Mann, der verinögend sein soll, ins Gefängnis wandern. Leuten, die aus dem Unheil des ganzen Volkes Honig saugen, gebührten Prügel.
"Liebesgaben für unsere durchziehenden Truppen! Gewaltige Truppenmengen kommen jetzt durch unseren Bahnhof. Es ist heilige Pflicht, unseren braven Krieger» die lange», in der Sonnenhitze auch qualvolle Fahrt zu erleichtern, ihnen vor allem zu zeigen, daß das ganze Volk Mit ihnen ist und ihrer gedenkt. Tann werden sie freudig in .den schweren Kamps ziehen. Das anälcndftc für unsere braven Kricger ist der Durst. Es sollen ihnen deshalb auf dcm BabnhofgceignetcGetränkc (Kaffee, Tee, alkoholfreie Getränke) und andere Erfrischungen (ser- tiae Nakriiilgs- und Gcnußmittel, belegte Brote, Schokolade, : Zucker, Bonbons, Zigarren, Tabak usw.) gereicht werden. Mitbürger! Lelst mit euren Mittelir und eurer Kraft! Alle Gaben, auch Gesäße, in welchen die Gaben zum Bahnhof gebracht und den Truppen gereicht werden können (Körbe, - Gläser, Kannen! können bei dem „Roten Kreuz" i» der alten Klinik abgegeben werden. Sehr erwünscht ist auch, daß die Spender selbst sich mit ihren Angehörigen, insbesondere der Jugend, bei dem Liebesiverk beteiligen.
Deutsches Kampflied.
Mel.: Der Gott, her Eisen wachsen lies, usw.
Wir sind ein Volk voll stolzer Kraft Mit rubiqem Gewusen,
Pom Taumel roher Leidenschaft
Nicht in den Krieg gerissen.
Wir baben niemals Streit gesucht.
Sind lauernd nie gekrochen.
Wed ibnen. die den Streit verrucht Pom Zaune fest gebrochen!
Wir sind ein Volk voll Frömmigkeit,
GrtülU Don Gvtrvertrauen.
Wie auch die Lölle schnaub! und speit.
Uns soll davor nicht grauen!
Mit uns ist Gott! In seinem Schutz Wird unser Kriegsvolk fechten.
Wir bieten jedem Feinde Trutz —
Ter Herr bilft den Gerechten!
Wir sind ein Volk an Treue reich,
Tie Welt wird's staunend schauen.
Für seinen Kaiser läßt sich glrrch Ter Mann in Stücke bauen.
Vom Alpenfirn zum Nordmcerstrand Tie Banner freudig fvehen,
Jung-Teurichland weiß fürs Vaterland In Not und Tod zu gehen!
Aus. aus, mein Volk, wie Wogens chwalr Ins Feindesland zu brechen.
In heißem Blut, in SchreckenSprall Was uns geschah zu rächen!
Jetzt draus und dran, du deutsches Leer.
Am Feinde scstgebissen.
Unbcmmbar, ein empörtes Meer,
TaS seinen Tamm zerrissen!
Für Mörder griss mit frevlem Mut Ter Feürd behend zum Schwerte,
Tu aber schirmst mit edlem Blut Tic hcil'gc Vatcrerdc.
Vorwärts mit Gott zu treuer Wacht.
In fürchterlichen Wellern Ter frechen Friedensstörer Macht Für immer zu zerschmettern!
Ettlingen. ^ Albert Klcinschmidt.
Starkenburg und Rhrinl,essen.
m. Ossenbach, 6. Aug. Ter Groszherzog nebst Gemahlin besichtigte gestern nachmittag daS hiesige Ba taillon des Infanterie-Regiments 168, von dem er sich unler den besten Loffnungcn und Wünschen verabschiedete. Das hiesige Bataillon wird am Freilag ansrücken. Das Großljerzogspaar stattete danach dem Roten Kreuz einen Besuch ab.
Kreis Wetzlar.
K Fellingshausen, 6. Aug. Heule nacht 3 Uhr ging ei» Teil »vierer Reserve» >»>b ältere» 2 a » d iv e b r »i ä n n e r z» den »ob en. linier dein Gesang deS LiideS ^Morgenrot' zogen sie zum Tor'e hinaus. Aul der Höbe angetonnne», wo- sie den Ort nochmals übcrl'licke» konnten, ilelllen ge sich in enic» Kreis und sangen das alte Lullierlled ,Ei» lesle Burg ift unser Wo»*. TaS war ein erbevcnder Moment, wenn man bedenkt, daß Männer von Frau und Kindern weg mit Mut und Gottverlrane» i» den Krieg ziehen.
Lessen-Nassau.
X, Hanau, 4. Aug. Tie vor vier Tagen von einem neuen Tierleger übernommene liberale „Hanauer Zeitung" teilt heute nur, daß sic gezwungen sei, bis auf weiteres ihreil Betrieb einzustcllen, nachdem fast ihr gesamtes Per- icmal'und auch der Verleger zu den Waffen einberuscn worden sei, Tic Zigarrenfabrik Lasse Wwc. in Langee-Zit dem Oberbürgermeister 50000 Llück-Zchsarren ftir,dibm taf iOQ"au ausrückcndcn Vaterlandsverteidigcr überwiesen.
Frankfurt a M., ü. Aug, Tie „Verdeutschung" der Stadt hat infolge der englischen Kriegserklärung weilere Fortschritte gemacht. Sämtliche Lotcls wie „Englischer Los", „Bristol", „König von England". „Eartonhotel" entfernten heute die betresscndcn Inschriften. „Bristol" lauste sich in „Brostil" um.
Dad Homburg v.d.H, S.Aug.iDie Fleischerinnung spendete sür die Unterstützung verwundeter Krieger 50ttMk., dem Vaterländischen Framenverein und dem Roten Kreuz die gleiche Summe. Ausiepdem leiht sie den im Felde stehenden "Mitglieder» eine Hilse insofern, als sie deren Ehefrauen den täglichen Vieh- tzezw. Fleischbedarf besorgt und bis in die Läden schassen läßt.
Frankfurt a. M., 4. Aug. An den Standesämtern in Frankfurt und Bockcnheim haben dieser Tage 28b Not- trauungen statigesnnden.
w Treysa, v. Aug. Ein trauriger U n g l ü ck S k a l l ereignete sich beute morgen ain der Eisenbabnbrücke in der Nähe von Nassenerlnrt. Ans derselben stand der Roltenardeiter Ätzirglinrü Thomas von Baschhaute» aus Posten. Als derselbe beim berannaben eines MiltlärznqeS, der von Kassel kani, ans diesen seine Aulmer'samkeit gerichtet hatte, wurde cr i» demselben Zeü- punfle von einer Maschine, die ans der entgegengesetzten Richtung kam, nbersabre», so das; der Tod aus der Stelle eintral. Die »Itevn lind über den Verlust des hossmingsvollen Sohnes untröstlich.
Vermischte».
* Ein Opfer der Kriegsfurcht. Eine ältere Dame in Cassel, die Angst vor -Kriegsgefahr hatte, hob nn- versürndigerweifc ihre bei der Spartchse eingelegten Spaa'- Pfennige, en»i 300 Mark, al>, um das <tzeld in ihrem Heim aiiszubewahrcil. Aus dem Rückweg von der Sparkasse hatte sic vor einem Schaufenster die Kricgsdepeschen gelesen, und dabei wurde ihr im Gedränge ihr Portemonnaie mit dem gesamten Inhalt gestohlen.
Eingesandt.
Gließen, 5 . Aug.
Ban einer Frau erbalten wir folgende Zuschrift:
Zum N ii v und Frommen unserer t a p > c r e ir Krieger, welche zwecks Einkleidung usiv. in Gießens Mauern iiiid, bäte ich Sic. folgende Zeile» der Oesfentlichkeit zu übergebe». Biele Frauen und Tollster melden sich an „ässentlicifer" stelle zum Dienste des teuren Vaterlandes. Nun sollten aber jetzt auch die Hausfrauen in ihrer „stillen." Häuslichkeit dabin wirken und einig demübt sein, den inS Feld ziehenden Srieflrnt bei dem ersten und vielleicht auch letzten Liebesdienst durch Ouar- tiergewährung das allermö>ilichstc zu tim, um ib»m eine gute Lagerstatt und Verpflegung zu gebini. Die Leute beanspruchen leine Salons und sind auä> wohl mit einem Bund Stroh — was sür uns nicht maßgebend sei — zufrieden. Aber leider bat die Eriahrung gelehrt, baß Frauen, die an össentlieher Stelle hilsbcrcil sind, sich geradezu vor der Kinquartierung drücken, oder sie aus dem Speickier in enge Tallikammern vlaciereii, und dies geschieht bei besseren bemittelten Leuten.
Wir sind jetzt alle gleich und müssen begeisternd sür die heilige ernste Sache in jeder Liniccht Helsen und stützen. Deshalb empfanget die Einquartierung als liebsten Gast, nicht etwa als — Störenfriede, - H, A.
Märkte.
kimbnrg a. d. Lahu, 5. Aug. Fruchtmark!. Durchschnittspreis rro Walter. Vater Weizen ttziassauischerl 00,00 weißer Weizen (angcbante strcmdsorlenf 00,00 '"K, Korn 00 Os Mk^ Gerste lstutlerl ",00 Alt.. Braugerste 00,00 Mk, Haler 0,00—0,00 m, Erbsen 0,00 Ulf» Kortosselu 50 Kilo 0,00—0,00 Alk, Butter das Vinns 1,15—1,20 Mf., Eier daS Stück 8—9 Psg.
Kirchliche Nachrichten.
Izracliilsche Rclifltonsgcmcinöe. ffiottcsbUnft in der Synagoge (Süd-Anlage).
SainSlai, den 8. August 1914: korab end 7.30 Uhr.
DI argen 4: 8.30 Uhr,
Nachmittags: 4.00 Mir.
LabbatauSganz: 8.50 Uhr.
p.Ziai<m?tzekLMtrst. --
Sottcrdienst. 7
fcoblintteiee am 8. August 1914:
Freitag abend 7.35 Uhr.
Samstag vormittag 8.09 Ilhr.
SamStag nachmittag 4,00 llhr.
Sabbat-AnSgang 8.50 llhr,
Wochengotlesdienst: Morgens 6.00, abends 7.30 Uhr.
Derantivortlich für den gesamten redaktionellen Teil: Aug, G oetz.
Ter Schrecken jeder Mutter ilnd die Tommerkranklielteii der Kinder, besonders der gesädiliehe Brechdurchian. uiebe» Sie Ihrem Länglinn, um ihn Ivirksai» z» schützen, die Kubmilch „lil einem Zusatz von „K u se le", dieses altbewährte Nährmittel macln die Milch bekömmlicher, iorgi für eine geregelte Berdguung und bringt das Kind z» beiter Entwicklung, KHffJhv
Gestern abend verschied in Freiburg i. Br. unerwartet unser Heber Vater
Wirklicher Geheimrat
Professor Dr. A. Hegar
Prof. Bostroem und Frau
Giessen, den 6. August 1914
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