halb tfer gestellten Frist keine befriedigende Antwort am unsere AnsracZe erteile, der russischen Regierung die Kriegserklärung zu übermitteln. Ehe jedoch die Meldung über die Aus-ührung dieses Auftrages cinlici, überschritten russische Truv- vcn am l, August die deutsche Grenze und rückten aus deutschem Gebiet vor, Hiermit begann Rußland den Krieg gegen Deutschland Am 2, Augu st crössneteFrankreich seine Feindseligkeiten.
Tem Reichstag ging der Entwurf eines Gesetzes, betr. eine Ergänzung der Reichsschuldenordnung zn, worin es heißt, die Kereitiletlung der nach dem Reichehaushaltsoiane zur Bestreitung einmaliger außcroroentlicher Ausgaben im Arge des Kredits »u beschaffenden, zur vorübergehenden Verstärkung der Reichs- bauptkasse vorgesehenen Geldmittel kann in den Grenzen der gesetzlichen Ermächtigungen nach g l der Rcichsichuldenordnung auch durch Ausgabe von Wechseln erfolgen, Tem Reichstag ist ferner ei» besetz betr eine Acnderung des Münzgesetzes zugegangen. wonach :is aus weiteres die Vorschriften des h 9 Abs 2 Satz 2 uns 3 des Münzgesetzes vom I, Juli 1909 dahin geändert werden, daß an Stelle von Goldmünzen Reichskassenschcinc und Rcichsbanknolen verabfolgt werken können.
Lin Ausruf de; Srohherzogz
von Hessen.
Darmstadt, .3, August. Eine Sonderausgabe der „Tarmstädier Zeitung" veröiientlicht folgenden Aufruf des Großherzogs Ernst Ludwig:
An mein Hessenvolk!
Für unser geliebtes Vaterland har eine ernste Stunde geschlagen. Von Lften und Westen droht berFeind in einem frevelhaft uns aufgcdrungcnen -kriege, in die Grenzen des Reichescinzu- d rin gen. Ter Kaiser hat zu den Waffen gerufen. Es gilt, die lidchsten und heiligsten Güter zu wahren, Fchvertrauc auf die alte Hrfsrntrrur. die fich in fchwerer Zeit ftetS bewährt hat. Ich hoffe, daß mein Volk die großen Lvstr an Gut und Blut freudig bringen wird, Dir jetzt von ihm gefordert werden. Meine innigsten Wünsche begleiten mein« Hesse», die berufen sind, mit den Waffen in der Hand für Kaiser und Reich zu streiten. Wem eS aber nicht deschieden ist, inS Feld zu ziehen, der erfülle zu feinem Teil die großen Anigaben, die den in der Heiinat blribcnbeii obliegen, GotteS Segen begleite unsere tapferen Streiter unv brwabrr unser teures Vaterland,
Aus Tarmstadt wird ferner unterm 3.d,Mts. berichtet: Bei dem heute vormittag 1t Uhr erfolgten Vorbeimarsch der ins Feld ziehenden Truppen trat derGroßher- zog an eines der Fenster des Gebäudes des Staatsministe- rinmö. Das Erscheinen des Landesberrn wurde von der zahlreichen Menschenmenge mit lauiem Jubel begrüßt: voll heiligen Ernstes stimmte man das vaterländische Lied: „Deutschland, Deutschland ü>r alles" an, Nachdem sodann Stille cin- grtrrten war, sagte Seine Königliche Hoheit im Hinblick aus den begeisternden Gesang mit tiefster Ergriffenheit: „2 o inußiederDeutschedenkrn.abernichlnursin- qen, sondern auch handeln!"
Der russische Generalissimuz.
Petersburg, 3, August. Der Großfürst Nikolai N i kotaj ewi tfch wurde zum Generalissimus »der russischen Streitkräfte ernaimt, In einer Reihe von Gouvernements wurde der Kriegszustand erklärt. Der Krieg-minister brachte zur öffentlichen Krnntn>-, daß eS dftngend erforderlich fei. alle militärischen Maßnahmen geheimznhalten, Jeder müsse zn diesem Ziele Mitwirken, Der Dtrnisler empfiehlt größte Zurückhaltung und Vorsicht bei Unterlzaltungen in Briefen und Telegrainmen, die ir- ge»dwelck»e Bnvegnnge» oder Dispositionen der Triipp«m enthüllen könnten, weil sonst die Armee gegebenenfalls überflüssige Opfer bringen müßte. Der Minister erklärte weiter, daß er den Generalstab l>eaustragt, die Ocsfentlichkeit über den Gang der Krieaserelgniffe zu unterrichten Tie Bevölkerung werde sich jedoch mit kurzen knappen Nachrichten begütigen, und ihre Befriedigung in dem Gedanken fftiben müssen, daß diese Maßregel von der militärischen Notwendigkeit diktiert werde. Durch einen kaiserlichen Ufas wurde angesichts der gegenwärtigen Lage die RcichSdnma und der SiaatSrat zu einer außerordentlichen Sitz- nn g e i n b c r u f e n. Ferner wurde durch einen kaiserlichen Ufas ein Moratorium an geordnet,
Vormarsch deutscher Grenztrnppc« in Russisch-Polen.
Berlin, 4, Aug. Die deutschen Grenztruppen bei Lublinitz (Schlesiens nahmen vormittags nach kürzerem Gefecht Tschenstoclxnt Bendzztn und Kaliscst sind von deutschen Truppen besetzt, (Alle drei Orte liegen in Russisch-Polen, ) Das crftr Bataillon des Infanterieregiments Nr, 155 (Ostrotmft mit einer Maschinengewehrkompagnie und das Ulanenregiment Kaiser Alexander 111. von Rußland «West- preuß.) Nr. l ist heitte morgen in Kalisch euigerückt.
Die Kaiserin-Witwe von Rußland.
Berlin, 3, Aug Die Kaiserin Wittvc von Rußland passierte gestern von Calais kommend, den Bahndof in der Potsdamer Straße in der Absicht, nach Petersburg weiterzufahrcn. Sic wurde von einem Rat der russischen Botschaft empsanjzen. Ter Rat stellte ihr vor. daß sie die Feuerlinie zu passieren habe. Rach langen Beratungen entschloß sich die Kaiserin Witwe laut ,,Berl. Lokalanzeiger" über Hamburg zu reisen, um von dort aus den, Seewege Kopenhagen zu erreichen.
Ta» flotte Vorgehen de» Kreuzer» „Augsburg".
Der Kommandeur des Keinen Kreuzers, von dem gestern morgen gemeldet wurde, daß er den Krieqshasen von Lid au bombardierte, ist ein Badener Kind und der Sohn des Allbürgern,ciskerS Fischer in Tonaueschingen.
1 Kapitän z, S. Andreas Fischer ist 42 Jahre all.
Falichmeldnngea.
Bc rki n. 3. Aug Die im llinbrus beniihficben Gerüchte über eine Schlacht zwischen dem deutschen Schiffs- verbände und der russischen Ostseeslotte, «der deren Vernichtung und den Untergang eines deutscknn SckiisfcS sind glatt erfund « n ES ergeht an alle Stesten das dringende Ersuchen, derartige tNerüchle nictu weiter zu tragen, ohne sie zuvor durch Nachsrag« an amtlicher Stelle aus ihre Richtigkeit geprüft zu haben.
Tie Polen.
Krakau, 3 Augisit, Das Präsidium des Polen- klubS veröffentlicht ein Cvminuniquö, in dem es an die polnische Bevölkerung appelliert, sic möge in den schweren Augenblicken treu zu dein stehen, mit dem sie die Wohltaten des Friedens teilte, Tic Vertretung der polnischen Bevölkerung dieses Landes bringe dem Monarchen ihre Huldigung
dar und Kkunde vor der Well, daß dre Polen das
Bertrauueu des Monarchen niHl enttäuschen würden. Die Polen dieses Landes verständen und fühlten es, daß in diesem Augenblick das Schicksal Europas entschieden werden solle, daß die Treue gegenüber dem Monarchen und die Fürsorge für die Monarchie mit den Interessen ihres Volkes übereinsiimmren,
Beginn der Frindseligkcite« an der russisch-öiterrcichischen Grenze.
Berlin, 3. Äug, Die „Tägliche Rundschau" meldet aus Wien: Tic russischen Greruftrupven haben bereits a u f die Lesterreicher das Feuer eröffnet. Rußland betrachtet sich bereits als im Kriegszustand befindlich.
Ungarn und die Rumäne».
Der „Pester Lloyd" schreibt: Ministerpräsident Gras Tis za drückte gegenüber angesehenen Führern Rumäniens und Ungarns seine ausrichttge Freude. Genugtuung und Anerkennung über das Verholten der einberuserren rumänischen Reservisten ,m Bereiche des 7. Armeekorps und seine volle Zuversicht aus, daß die siebenbürgischen Ru- mänen allgemein dieselbe patriotische Haltung zeigen wurden, Tie Rumänen suhlten, daß das Interesse des Rumänentums untrennbar mir dem der Deutschen und Ungarn in der Monarchie verbunden sei, daß eS sich gemeinsam mit diesen gegen die slawische Sintflut zu wehren habe, und daß es in einem Lande lebe, in welchem die Rumänen trotz mancherlei Reibungen eine reiche Fülle marerielker und kultureller Schätze, sowie aller Wohltaten politischer Gleichberechtigung genießen könnten. In diesen Tagen müsse jeder lleinliche Hader und alle gewissenlose Agitation zunichte werden. Treues Festbalten am Vaterland in der Stunde der Gefahr werde alle Spuren der Gegensätze verwischen und einen Fels gegenseitigen Vertrauens urrd der Liebe bilden, aus dem eine schönere Zeit harmonischen Zusammenwirkens der Rumänen mit Ungarn erblühen könne.
Ein Ausruf de» König» von Württemberg,
S t u t t ga r t. 3, Aug, Ter „StaatSanzciger" veröffentlicht in einer Sonderausgabe folgenden Ausruf des Königs: An mein Volk! An mein Volk wende ich mich mit wärmster landesoäterlicher Teilnahme, innig an jeden treuen Sohn des Landes, Insbesondere ersiehe ich Gottes Segen für unser teures deutsches Vaterland und unser heißgeliebtes Württemberg. Für die deutsche Nation gilt es, gegen die
Ein Tepcschenwechsel zwischcu Kaiser Wilhelm und Kaiser Franz Fosef. ,
Wien, 3. August. Zwischen dem österreichischen und deutschen Kaiser sand ein Depesche, uvechsel statt.
Moratorium in Leftcrreich-Nngarn.
Die „Wiener Zeitung wird eine kaiserlict»: Verordnung über ern lilägiges Moratorium vom l, August an veröffentlichen, wvdunh eine Stundung der Erfüllung prv- teftrecbrlichcr Verpflichtungen cinrrttt.
Ei» rnsstscher Acroplan von den Ocsterrcichern bernntergcfchone«
Dien, 3, Aug. An der öfter re ichisch-russi- schenGrenze wurde ein Acroplan des russischen TstpS Sikorski mit einem Piloten und einem Passagier und Bombe!: von österreichiichen Triivpen herunter geschossen, Die beiden russischen Offiziere wurden verletzt und gefangcngenommcn.
Tcutiche Posten an der Schlucht beschossen.
Berlin, 3. Aug Eine weitere Grenzverletzung durch I, August abends bei dem sck lucht -
Franken ivurde am __________ _____
paß zweifelsfrei sestgestelU. Tie deutschen Posuerungen wurden beschossen. Verluste sind nicht zu vcr zeichnen.
Ein Gnadenerlaß des Kaiser».
Berlin, 3. August. Das Arinceverordnungsblatt veröffentlicht einen Gnadenerlaß des Kaisers, wonach allen Personen des aktioenHccres, der aktiven Marine und<dcr Schuhtruppen vom Feldwebel abwärts und allen unteren Milltärdeamten des Heeres, der Marine und der Schutztruppen, die gegen sie verhängten Geld» und Fi/>hrilsstraten br;w. der noch nicht vollstrcckte Teil derselben unter bestimmten Voraussetzungen erlaffen wird.
haßerfüllten Feinde des Vaterlandes auf- in den ifjr* ausgezwungenen Kamps um die
zustehen und in höchsten Güter cuizutreten, Begcisöcri folgen auch wir Wurt- lcmberger dem Rufe des Ktn>ers Mehr als je leitet uns der heimatliche, so oft bewährte Dastrspruch: Furchtlos und treu! Große Opfer müssen in der bevorstehenden schweren Zeit gebracht werden. Mächtige Feinde greisen unsere friedliche Arbeit, unsere Unabhängigkeit, unsere Ehre an Aber sch oerkrane zuversichtlich aus den guten Geist meines Volke-, das in Entschlossenheit und Hingebung hinter seinen Brudcrstämmen nicht zurückbleiben wird. Schreiten wir mit Rui und Kraft der Zukilnst entgegen, Ter allmächtige Gott wird unsere gerechte Sache schützen, Aus Bayern.
München, 3. Aug. Ter König verabschiedete sich heute vormittag von allen Beamten und Bediensteten des Königshauses, die zu deiz Fahnen einrückten. Der König richtete an die Erschienenen eine herzliche Ansprache. Don den Prinzen des Königlichen Hauses übernimmt der Kronprinz eine hohe Kommandostelle. Am Krieg nehmen ferner teil Prinz Franz als Kon,- mandeur des zweiten Infanterieregiments „Kronprinz", Prinz Heinrich als Eskadronchef nn Ersten schweren Reiterregiment, Prinz Georg im Freiwilligen Automobil- korps, Prinz Konrad als Rittmeister und Zugführer im Ersten schweren Reiterreginient, Prinz Adalbert im Ersten Fcldartilleriereqiment, Herzog Ludwig Wilhelm als Zugführer im Dritten Cheoeaulcgerregimcnt. Außerdem be- wcrben sich Prinz Alfons und mehrere andere Prinzen um Verwendung. Prinz Ludwig Ferdinand dient als Militärarzl.
Au» Mecklenburg.
Neustrelitz, 3, August. Nach dem Festgottesdienst, der gestern abend in Anwesenheit des Großhcrzogs statl- gcfunden halte, zog unter Poranlritk des gro Hoboistenchors die Einwohnerschaft vor d wo der Festgottesdienst für die Hierbei wurde eine zündende Menge gerichtet, die der C packenden Ansprache an die B welcher er auf die Bedeutung der ganzen Stadt herrscht dl
Gedenktag der Berliner ttniversitätsgründnng.
Berlin, 3. Aug, Die heutige Festrede in der Aula berFriedrich-Witbelm»-Univcrsität dielt Prosscssor Plant, Zum hundert und cinlem Jahre, sagte der Rednrr. konnte Blücher der Doktorhut ausgesetzt werden, und wie es in icnm Zeiten der größten CBirrcit ui Europa möglich loor. die öiiinwdxm
in Ernst und Treue dvchitiballen. so soll es auch letzt sein, wo wi> nicht wissen, was der morgige Tag bringen wird Wir werden von
dem Ernst und der Treue, dreien grössten deutschen Tugenden, nicht adweichrn. Schon hat der Krieg an der Wissenschaft Opfer gejordcrt, indem er Dozenten und Studrirten zur Linie forderte, Opfer, die freudig gebracht morden sind. Hierauf sprach Pros, Fri-edländer, worauf, unterstüpt von Bläsern, ein Edor ^Heil im Siegerkran»" anstimmte. an dessen Schluß ein dnnsache» Kaiserhoch enrpordonnerte. Eine kurze, aber inballsrrich« Rede des Kultusminister» schloß sich an. Er erinnerte daran, daß Deutschland, dem der freventliche Nachbar das Schwert in die Hand gedrückt habe, den heiligen Boden des Vaterlandes zu verteidigen wisse, v Trotts Rede verbalste schließlich im BelsaNt- getrainpel und abermals erschallte es au» begeisterten Kehlen; „Heil di: :m Sieger kränz". Dann ergriff der Vertreter der iuristi- scheu Fakultät, Pros Kahl, das Wort und forderte die Studenten auf, sich freiwillig zur Krankenpflege zu mclde», so wie es die Studenten in den Freiheitskriegen vor 100 Jahren taten. Ein unbeschreiblicher Jubel brach los und Deutschlands Söhne, Studenten und Professoren san^ gen mit Gesichtern, die von Begeistern ng erstllt waren, da» Lied „Von der Maas bis an dir Mcmel"- das sich bi» Unter die Linden svrtl^lanzte,
Tie Begeisterung der Studentenschaft.
Kiel, 3. August. Tem Aufrr»se des Rektors der hiesigen Universität zum freiwilligen Dienst bei der Fahne ist fast die gesamte Kieler Studentenschaft gefolgt.
Knndgednngen vor der japanischen Botschasb in Berlin.
Berlin, 3. Ai«g Infolge de- in den gestrigen AbenH- smnden entstcnchenen, bisher noch unbestätigten Gerüchts, Japan mobilisiere gegen Rußünch. letzte sich ein« ungeheure Menschenmenge in Bewegung und zog vor das am König-splatz gelegene Botschafterpalais, wo sie während mehrerer Stunden immer wieder begeisterte Hochrufe ans Japan, Dentschlaich und den Dreibund auS- brachtc. Der Botschafter befindet sich zurzeit im Urlaub in Tokio Sein Vertreter erklärte einem Berichterstatter des „Bert, LokalanzeigerS", er stabe noch kein Telegramm aus Japan empsarrgcn und könne das Gc- riicht weder bestätigen noch ableugnen,
100 Brieftauben beschlagnahmt.
Lörrach ^Badei, , .3 _An.r H eizte f rüh l Ubr wurde in
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deutschen <J kundgebun Hochrufe auf Der Genera erschien auf Ovatioucn.
Tie dentsche» Mikstä
Wien, 3. Aug. Gest deutschen Konsulat mt’ pflichtige untersucht gesandt Gegen l l Uhr deutsche mit schwarz-wciß- singcnb, vor das KrieaSmii !um große, herzliche Ovarr sie ihre Fahnen auf dem wobei sich die Kundgebun Morgen meldeten sich gc> Freiwillige auf der d schen KonsulcU, Ter Airbp Tages Aui Abend verließ« mit den Schnellzügen die Grenzstcuivi, zu stellen. Tie Abreise deutscher Brüssel, 3. August, pflichtige, teils in Pari nachmittag Brüffel. I Nordbahnhof anwesend mit dem Gesang patrioti'cher Lieder,


