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iniqanjdicu «cßu-tuna entgegenkommen. durch luottfic die vees.rch-rsicheiiraten und Erscheinungen der Unordnung t» den WJriil'arlaiibeni c n t g c ge u g e t r c t e werden so», d., die Regierung darin d,c Ersüllung bindender Pflichten ,»odesondere der Kulturstuaten erblickt Die serbische Regie- ruilg geht auch heute nach Uebernahme der erwähnten Note

tuna^aüe" tun"wo«"« in der gegebenen Rich-

'una a ee tun. was sie kann mit der Aufrichtigkeit

ui, Bestreb e n. gegenüber der Monarchie a l I e >,Vf lich-

c guter Nachbarschaft zu entsprechen.

Pasitsch Bescheidach Berlin.

,!i flmv" ^ ti ' l (ll( i ? -r diesigen serbischen Gesandtschaft »etroll^Am »^"7^ ,!Eck,en Ministerpräsidenten ein- ^ntinnrt niif w»'-ft!? 1 nachmittag- überreichte ich die

,5 osterreicknsch-un-iarische Rote. kDie voklständiqe

irMnirÄ! S r 7 abend bekommen , Aus dieser Ant-

oe-ianöen^Onv'on-^eben, hast nur bis zur äußerst möglichen Grenze Zilien sind. -l!s der ostcrrecchffch-ungirischc titeiandte die Note C »^ 5rfr <r fr mir ' t>e zunächst nfft seinen Instruktionen »er- ^ >«>r dann >'ofort die «nlwort ,u erteilen.

in' ,ä Ministerium zurückkam. erhielt ich die Antwort ^ Gesandten, in der cr erklärte.

SnTlx «>7 tniwon nicht MifrioVn zu fein. Er werde noch dielen Verla,,«». Die «csandtschail mit allem Mobiliar U'wden Archiven, sowie den Schntz der österreichischen Untertanen werde er dem deutsche» Gesandten übertragen. Mit der Uebcr- rcimung der Antwort erklärte der Gesandte zuateich. das, die divlo- matnwcn Beziehungen zwischen Oesterreich Mid Serbien abgebrochen j; cebr^^bnigl. Negierung hat die Skupschlina auf den 27. Juli vVtL?- C,, . i;jcr: ' !fn - ^ cr Kronprinz hat im Namen des Königs 7^ «n t *3'Gt'o»5orbn - auSgegebkn Morgen oder übermorgen wird die Proklamation erscheinen, in der gesagt werden wird, dast die Luirger. die nicht militärpslichftg sind, ruhig in ihren tzäusern meiden können: die Militärvslichtigcn müssen sich sofort »n ihren Kommandos begeben, um ihr Vaterland zu verteidigen, wenn es angegriffen weroen sollte.

Die Serben sprengten die Tonaubrückc

Wien, 27. Juli. TieSonn- und Montags-Zeitung" meldet: Die Serben staben die Donau-Eisenbahn - brücke zwischen Belgrad und Scmlin in die Lust gesprengt.

Rußland.

Rußlands Bereitschaft.

Petersburg, 25. Juli. Die dieDetschernaja Dremja" meldet, fand heute in Zarskoje Selo ein Minister­rat unter dem Vorsitz des Kaisers statt, in dem die äußere Lage besprochen wurde. Im gestrigen Ministerrat sprachen Sasonow und der Kriegsminister energisch über die volle Bereitschaft Rußlands.

Petersburg, 26. Juli. Es ist ein Verbot ergangen, von heute ab bis auf ein Jahr bestimmte Nachrichten über Heer und Flotte zu veröffentlichen.

Petersburg, 26. Juli. In Petersburg und Moskau nebst den dazu gehörigen Gouvernements ist der Zustand des außerordentlichen anstatt des verstärkten Schutzes er­klärt worben.

Rußland hat nicht interveniert.

Wien, 25. Juli. Vielfach wurde gestern eine Nachricht verbreitet, daß seitens einer der Tripleentente angehörigeu Macht beim Minister des Auswärtigen Berchtold zugunsten Serbiens interveniert worden sei. An niaßgebender Stelle wird dies als den Tatsachen nicht entsprechend erklärt. Oesterreich-Ungarn ist entschlossen, selbst und ohne Einmischung einer anderen Macht seinen Weg zu gehen.

Günstige Auffassung in Petersburg.

Petersburg, 27. Juli, Der Vertreter von Wolffs telegraphischem Bureau erfährt von zuverlässiger Seite, daß der allgemeine Eindruck nach einer der Unterredungen des Ministers des Acußern, Sasonow, mit dem österreichi­schen Botsckwfter, Grafen Szapary, günstiger ist, wenn auch die Lage noch kritisch bleibt.

London, 27. Juli. Der russische Botschafter entfaltete gestern eine geichästlichk Tätigkest und empfing den Besuch anderer Diplomaten. Ucbcr den russischen Standvunkt erfährt das Reuter- Bureau. Rußland halte sich bereit, alles mögliche zu tu», um zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien ein für beide Teile gleich­mäßig befriedigendes Einvernehmen zustande zu bringen. Ferner werde es ohne weiteres bereit sein, diejenigen Punste der öster­reichischen Note z» unterstützen, die fid, zu einer Prüsung eigneten und wegen deren von Serbien Genugtuung gegeben werden könnte. Rußland hoffe auf eine friedliche Beilegung.

Berlin, 27. Juli. Nach dem Lokalanzeiger bringt die Petersburger Börseuzcitung eine Mitteilung, daß Ruß­land nicht dulden werde, daß eine sbavische Macht vernichtet werde, daß cs aber bereit sei, Oesterreich-Ungarn in seinen gerechten Forderungen zu unter­stützen, sowie Serbien Nachgiebigkeit anzura­ten, daß es aber niemals zugeben werde, daß für bas Verbreche» eines einzelnen das ganze serbisch« Volk bestraft werde. Ebenfalls der Lokalanzeigcr läßt sich aus Wien melden, daß ernschafte politische Kreise die Lokalisie­rung des Konfliktes als gesichert erklären, durch die Erklärung Englands, die Nordsee müsse von einem Kriege frei bleiben, Frankreich arbeite mit Hochdruck an dem Weltfrieden in Petersburg.

Deutschland.

Die Aufnahme in Berlin.

Berlin, 25. Juli. Als heute abend kurz nach 8 Uhr unter den Linden die ersten Extrablätter über die Ab­lehnung der österreichisch-ungarischen Note durch Serbien bekannt wurden, erschollen aus der Menge laute Hochruf« auf Oesterreich-Ungarn. Gegen 2000 Menschen zogen vor die österreichisch-ungarische Botschast und stimmten unter lebhaften Hochrufen die LiederDeutschland, Deutschland über alles",Heil dir im Siegerkeauz" und dieWacht an, Rhein" an. Der österreichisch-ungarische Botschafter erschien auf dem Balkon der Botschaft und dankte jür die Kund­gebung.

Berlin, 25. Juli. Gegen 11 llhr abends kam es hier zu erneuten begeisterten zkundgcbnngen. Eine vieltausend­köpfige Menge zog unter begeisterten Hochrufen auf Oester­reich-Ungarn, den Kaiser Franz Joseph und unter Ab­singen patriotischer Lieder und der österreichischen National­hymne vor die vstcrreichisch-ungcrriscl>e Gesandtschaft. Vor dem Botschaftsgebäude machte die Menge Halt und braelfte begeisterte Kundgebungen aus den Dreibund und Kaiser Franz Joseph aus. Sodann marschierte der Zug zum Bis- marckocnkma!. Auch hier wurden stürmische Hochrufe ans Deutschland und die übrigen Dreibundmächte ausgebrachl

Berlin, 26. Juli. Bei den Kundgebungen während der lebten Narbt wurden bedauerlicherweise taktlose Ruse vor der russi scheu Botschast ausgcstoßen. Die Polizei schritt sofort ein undahnt einen Maniiestanlcn fest. Auch gegen die Wiederholung derartiger Vorkominnisse ist »ach Möglichkeit Vorkehrung getroffen lvorden.

Straßcnkundgcbungcn in München.

München, 26. Juli. In München fanden in der ver­gangenen Nacht große Straßen kundgedunge» für das be­freundete Oesterreich statt. Tausende von Menschen durch­zogen in langen Zügen die Straßen und sangen die Volks- Hymne uitd die Wacht am Rhein. Vor der österreichische» Botschast wurden begeisterte Ansprachen gehalten, die am Schlüsse in stürmisch aufgenominene Hochs aus den öster- rcichijchcn Kaiser und das Deutsche Reich auäklangen. In den Eases und Restaurants spielte die Musik patriotisch)« Lieder, die von den Anwesenden begeistert mitgesungen wur­den. Einige serbische und russische Personen, die sich un­liebsam bemerkbar machten, mußten die Lokale verlassen.

München, 26. Juli Zu heftigen Ausschreitungen lam es in der Erregung icher den serbischen Konflikt in der Ncuhauscncr Straße. Ter Besitzer des bekannten Käffce- hauscs Fehrig, .Hotel Deutscher Hof, der dem Kapellmeister verbot, patriotische Lieder zu spielen, wurde tätlich ange- grisfcn. Als die Polizei da-s Caft räumte, begann die Menge ein wütendes Bombardement aus sämtliche Fensterscheiben, die in wenigen Minuten zertrümmert ivareu. Die Polizei war machtlos und konnte das Publikum nur davor bewah­ren, sich in die Schußlinie zu begeben. Nachdeiu alles zer­stört war, zerstreute sich die Menge.

München, 27. Juli. Im Zuiaminenhang niit den De- monstrationszügen kam es zu Tumulten znnschen Serben und Oeslerreichern und Deutschen. Ein Kaffeehaus wurde lautBert. Tagebl." demoliert.

Die Stimmung i» Straßburg.

Straßburg i E.. 26. Juli. Als gestern abend gegen 10 Uhr durch Extrablätter die Ablehnung der österreichisch- ungarischen Note durch Serbien belannt wurde, machte sich alsbald im Verkehrs-Mittelpunkt, am Hohensteg, in der Maicngasse und am Broglieptatz, ein ungewöhnlich leblmster Vcrtehr bemcri'bar. Die den Straßen anliegenden Rcstau- ranls waren dichtgesüllt. Allgemein wurden lebhafte Kundgebungen fürOe st erreich laut. In den Cafes und anderivärts wurden dieWacht am Rhein" und Deutschland, Deutschland über alles" ge­sungen. Der Gesang pflanzte sich aus'den Straßen fort. Erst nach Mitternacht verlies sich die Menge in den Straßen.

Eine amtliche deutsche Erklärung.

Berlin, 26. Juli. Es wird folgende amtliche Note veröffentlicht:

Unrichtige und offenbar tendenziöse Ausstreuungen einzelner Pariser Blätter über den Inhalt der Unter­redung des deutschen Botschafters mit dem stellvertreten­den französisch»«:» Minister des Aeußern sind bereits von derAgcnce Havas" richtig gestellt worden. Di« deiitsckie Regierung hat in Paris keine andere Sprache geführt als bei den anderen europäischen Kabinetten, insbesondere auch in Petersburg und London. Sie hat überall gleich­mäßig den Standpunkt vertreten, daß sie den Konflikt zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien als eine An­gelegenheit betrachte, die diese beiden Staaten allein an- gche und deshalb lokalisiert blechen müsse."

Depeschcnwcchsel zwischen Zar und Kaiser.

Petersburg, 27. Juli. Es bestätigt sich, daß ein umfangreicher Depesche »Verkehr zwischen demZarenund Kaiser Wilhelm stattfindct, und «daß auch König Georg eine Depesche an den Zaren sandte, in der er diesen bat, dafür einzutreten, daß der Krieg lokalisiert bleibe.

Die Rückkehr Kaiser Wilhelms.

Berlin, 26. Juli. Kaiser Wilhelm ist heute früh

6 llhr 30 Min. auf derHohcnzollern" von Bergen ab- gefahren. (Die von unS sofort unter Vorbehalt wieder­gegebene Meldung in unserem gestrigen dritten Extrablatt, daß der Kaiser am Samstag abend mit der Bahn von Balhvlm abgcreist sei, entsprach also nicht den Tatsach>en. Durch diese Meldung hatte es den Anschein, als ob die Lage bcdrohlick>er wäre, als sie in Wirklichkeit ist.)

Kiel, 27. Juli. Der Kaiser ist heute morgen um

7 Uhr an Bord derHohcnzollern" hier eingetroffen. Die Abreise nach Berlin erfolgte um t> Uhr. Die Ankunft auf der Station Wildpark ivird um 3 Uhr nachmittags ftajtsinden.

Rückkehr der Kaiserin nach Berlin.

Kassel, 27. Juli. Die Kaiserin ist heute abend nach Berlin zurückgcreist.

Kaiser Wilhelm, die Hoffnung Europas.

Petersburg, 27. Juli. Es heißt, daß der König von England ein eigenhändiges Schreiben <m den Deutschen Kai­ser gerichtet habe, in dein er ihn bittet, zu Gunsten des Friedens zu int er ve nieren.

Italien.

Eine Erklärung der italienischen Regierung.

Wien, 26. Juli. Die italienische Regierung hat der österreichisch ungarischen Regierung eine Erklärung zukonimen lassen, daß sie in einem eventuellen bewaffneten Konflikt zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien eine dem freund schastlichen Bundesverhältnisse entsprechende Haltung cin- nchmen werde.

Bcschivichtigungsvcrsnchc Italiens und Englands.

Rom, 26. Juli. Die Bemühungen Italiens zielen darauf ab, gemeinsam mit England eine versöhnliche Aktion zur Herstellung des Friedens auszuführen. Der General- ietrctär des Ministeriums des Aeußern und der englische Botschafter haben gestern dem österreichischen Botschafter zweimal einen Besuch abgestattet.

Krankreich.

Die Haltung Frankreichs.

Paris, 25. Juli. DieCroix" schreibt: Ein furcht­barer Streik wütet in Petersburg, England steht vor dem Bürgerkrieg. Die französflche Armee ist ohne Pferde, ohne Schuhe und ohne schwere Artillerie. In Paris sind 300000 Revolutionäre. In diesem Zustand der Schwäche und angesichts des guten Rechtes Oesterreich-Ungarns hat die französische Regierung nur eines zu tun, Serbien Mäßi­gung anzuraten, anstatt es aufzuhctzen.

Poris, 25. Juli. In einer anscheinend offiziösen Note über die Haltnn g Frankreichs gegeirüber der öster­reichisch-serbischen Krise heißt es: Die französische Regie-- rung ist sich mit der russischen Regierung einig, eine Ver­längerung der Frist zu erlangen. Sie hält sich mit Rußland und England in Fühlung. Dieser Meinungsaus­tausch wird durch die Tatsache beherrscht, daß weder der deutsche Botschafter in Petersburg, noch der deutsche Bot­schafter in London den betreffenden Regierungen jene Mit­teilung gemacht hat, die in Paris von Freiherrn v. Schön geinacht worden ist. Man erwartet demgemäß genauere Darstellungen. Die sranzösische Regierung besitzt die Gewiß­heit» daß Serbien heute wie gestern zu. jeder Untersuchungs-

maßiiahmc bereit ist, welche mit seiner Souveränität und

seiner Würde vereinbar ist. Aus diesen wcsentlickien Punkt ist die Aufmerksamkeit Oestcrrcich-IIngariis zu lenke» Wir und die sranzösische Botschast in Wien lpibcn die Versiche­rung erhalten, daß die österreichische Note eine versöhn­liche sein werde. Der Text dieser Note, soivie der der Zir- kularnotc an die Mächte n>ar demnach geeignet, die fran­zösische Regierung zu überraschen.

Paris, 25. Juli. DieAgcnze Havas" veröffentlicht folgende Note: Aus Insorinationen aus autorisierter Quelle geht hervor, daß vor der Absendung der Note an Serbien keine Verständigung zwischen Deutschland und Oesterreich-Ungarn stattgefunden hat.

Das Bedauern der sranzösischcn Negierung.

Paris, 25. Juli. Der österreichische Botschafter hat die Note au Serbien dem Minister des Acußern überreicht. Dieser sprach sein Bedauern über die Wendung aus, die die Spannung zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien ge­nommen hat. und ftigtc hinzu, das; er es ivage, auch jetzt »och die Hoffnung aus-zufprechwn, baß es gelinge» werde, einen beioaffneteii Konflikt zwisch)«» der großen Monarchie ihrem kleinen Nachbar zu vcrineiden.

England.

Tie Stellnng Englands.

London, 27. Juli. DaS Rcutcrsche Bureau erfährt aus Kreist», die in enger Berührung mit Wien stehen, daß die mili- täiifd)c,t_ Vorbereitungen, welche Oesterreich-Ungarn setzt treffen werde. -Serbien noch Zeit geben werden, seine Antwort einer nochmaligen Erwägung zu unterziehen.

Vermitteln, vermitteln!"

London, 26. Juli. Das unionistisch« Scmntagsblatt

,/D B f e r B e r" schreibt:

Wir hoffen, daß die öffentliche Meinung Englands sich schwer entschließen wird, die harte Entschlossenheit der österreichischen Poli­tik völlig zu verdammen: daß niemand Finger und Stimme er­heben wird, um Serbien in seiner Halssiarrigkcst zu bestärken oder cs vor dem gebührenden Maße unmittelbarer Züchtigung zu be­wahren. Das Ultimatum mag selbst aus die Gefahr einer rulsischcn Intervention und eines europäischen Krieges erzwungen werden. Ein solcher Kamps würde sreilich Frankreich und England in einen peinlichen moralischen Konflikt verwickeln. Sic können nicht wün­schen, an dem größten Kampf, den die Welt gesehen hat, teilzu­nehmen, um eine aggressive, subversive Agitation zu ermutigen, die die Integrität Oesterreich-Ungarns und das zu Recht bestehende europäische System umzustürzen sucht durch Zcrsröning des unersetz­lichen Elements des Gleichgewichts. Das kann keinen Teil der Po­litik der Triple-EMentc bilden. Die Triple-Entente existiert für große u. gerechte Zwecke, die für das Gleichgewicht und die Stabilität Europas unentbehrlich sind. Sic darf nicht zum Werkzeug der großscrbischen Agitation und zum Schilde der Mordtat von Sera- jcwo dienen. Das Ultimatum mag brutal erscheinen und das Maß überschreiten, aber man muß ins Auge fassen, das; Oesterreich- Ungarn in dieser Frage von Grund aus im Recht, Serbien von Grund aus im Unrecht ist."

Das Blatt fährt fort:

Tie Tripel-Entente, obwohl in Verlegenheit gesetzt, muß mit ganzer Macht zusammenstchen, salls andere größere Sachen aus- tauchen. Die Pflicht Englands ist: vermitteln, vermitteln, ver­mitteln! Wir müssen Rußlaard Helsen. Garantien gegen die Ver­nichtung der Unabhängigkeit Serbiens zu erhalten, ohne den schul­digen Staat »er einer ausreichenden und denkwürdigen Bestrafung zu bewahren."

Englands und Rußlands Beiniihungcn um den Frieden.

Wien, 27. Juli. Ernsthafte politische Kreise erklären, die LokalisierungdesKonslikts zwischen Oesterreich-Ungarn lind Serbien sei durch die Erklärung Englands, die Nordsee dürft in den Krieg nicht hineingczogen werden, gesichert. Frank­reich arbeite mit Hoäidruck in Petersburg für den Welt­frieden.

England vollkommen uninteressiert.

Rom, 27. Juli. Es ist hier an amtlicher Stelle bekannt geworden, daß England auf 'der russischen Botschaft in London habe erUären lassen, cs sei an den gegenwärtigen Vorgänge» zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien vollkommen un­interessiert. Ter russische Botschafter habe diese Tatsache mit dem Bemerken an seine Vorgesetzte Dienstbehörde weiter- gegeben, daß ihm die bcftnders einzige Haltung der englischen Behörden ausgefallen sei.

* . *

Berhandlnngcn zwischen den Großmächte».

Wien, 27. Juli. Wie an amtlicher Stelle verlautet, sind zwischen den Großmächten Verhandlungen im Gange, um den Kon­flikt zwischen Oesterreich-Ungarn und Serbien z» lokalisieren. So­wohl in hiesigen diplomatischen .ikrcisen wie auch in oenen des Auslandes wird der Erwartimg Ausdruck gegeben, daß diese Be­mühungen von Erfolg begleitet sein werken. Bon sranzösii'cher Seite wird erklärt, die Meldungen russischer Blätter über eine sran- zösisch-russiiche Demarche in Wien, die beute erfolgen solle, sei unrichtig. Die sranzösische Boffchast habe keine diesbezügliche In­struktion erhalten. Frankreich liabe nicht die Absicht, sich füll Ser­bien zu exponieren. Frankreich bemühe sich, eine Lokalisierung des Konflitts hcrbcizuführcn und hoffe, daß Deutschland dasselbe tun werde.

Friedenshoffnungen.

Petersburg, 27. Juli. In den Unterredungen Sasonows mit den Boti'chastrrn und Geschäststrägern der verschiedenen Staa­ten ist die Hossnung anfgckommen. dos; der Friede gewahrt werden kann. Man wünscht, dcß die Feindscligteftc» noch nicht begonnen haben, da am heuiigen Tag die Gelegenheit geboten werde, daß in Berlin imd Wien der gesunde Menschc-nverstand überwiegen könne, der sicher alles tun werde, um den Frieden aufrecht zu erhalten.

Bulgariens Haltung.

Sofia, 27. Juli. Die Nachricht über den Abbruch der serbisch-österreichischen Beziehungen wurde hier mit großer Bewegung aufgenommen. Es verlautet, Ministerpräsident Paschilsch habe durch den serbischen Gesandten anfragcn lassen, welche Haltung Dultzarien angesichts des östcr- rcrchisch-serbischen Konfliktes cinnehmen werde. Die bulga­rische Regierung habe geantwortet, Bulgarien bleibe neutral.

Französische Preffestimmeu.

Paris, 25. Juli. Der außerordentliche Eindruck, wel­chen die österreichische Note hier lwrvorgerufen hat, gibt sich in Erörterungen der gesamten Presse kund Fast durchweg wird Oesterreichs Schritt i» rückhaltlosester Weise verurteilt. Vielfach wird darauf hingewiej'cii, daß die üstcrrcictsisch- ungarische Regierung für ihren Schritt einen Zeitpunkt ge­wählt hat, wo die Ulsterkrffc in London ihren Höhepunkt erreicht, wo in Petersburg die Arbciterftagc einen akuten Charakter angenommen hat itiid wo Präsident Poincarö und Ministerpräsident und Minister des Aeußern Viviani sich vom Zaren vcralsichiedet und in Kronstadt eingeschifft haben. DerMatin" sagt, Rußland werde Ocstcrreich- llngarii zweifellos ers»ck»en. seine Aktion auszuschicbeii, um den SNächteu die Prüfung der Akten zu ermöglukeu, die Oesterreich zu ihrer Verfügung steflte. Das wäre eine ver­nünftige Lösung, welcher sich Europa anschlicßen müßte. Auch Oesterreich habe nur dies eine Mittel, um seine bona sides zu beweisen: Die Annahme des russischen Ersuchens.