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Nr. *73

Der «letzener Anzeiger

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*64. Jahrgang

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General-Anzeiger sür Oberhessen

Montag. 27. Juli *y*4

Ve;«st»pret»:

monatlich75M.. viertel­jährlich L'tk. 3.20; durch Abbole- Zweigsteller, inonatlich Pf.; durch die Post Mk.2.viertel- jährl. auLschl. Bestell^» Zeilrupreis: lokal 15Pf^ iurslvärls 20 Biemuq. Lhefredaktcur: A. Goetz. Verantwortlich für den polit. Teil: Aust. Goetz; fürFeuilleton*,Ver­mischtes* uud^tÄerichtS- faal": Karl ?teurath; fürStadt und Land*

Rotntions&rod und Verlag der vrühl'schen Univ.-Vuch- und Steindnuterci B. Lange. Htöaftio«, Lrpcdition und Druckerei: Schulftratzr 7. Am-,g?n!-a:' H?

Kriegszustand Mischen Oesterreich-Ungarn und Zerbien.

Gießen, 27. Juli.

Die Entscheidung ist gefallen, Serbien hat die Note Oesterreichs ungenügend beantwortet, und der österreichische Gesandte lzal Belgrad verlassen. Eine ossi- ziclle Kriegserklärung ist noch nicht erfolgt, ober es ist sehr zweifelhaft, ob sie nach Lage der Sache überhaupt noch erfolgen wird. Gestern abend schien es noch, wie auch ans dem von uns um 8 Uhr herausgegebenen Extra­blatt hervorging, als ob Serbien eine genügende Erklä­rung abgeben wolle, zumal das serbische Regierungsorgan an leitender Stelle recht versöhnlich Ilingendc Auslassungen mackitc. Daraus' scheint hervorzugehcn, daß man sich in Belgrad gestern mittag noch nicht über die Entscheidung klar geworden war, daß aber schließlich die Militärpartei die Ueberhand gewann. Man scheint es also auf einen kriegerischen Austrag der Angelegenheit ankommcn lassen zu ivollen, aber wenn man bedenkt, daß Serbien seine Truppen, wie wir in einem zweiten, unseren sämtlichen Stadtabonnenten zugcgangcncn Extrablatt meldeten, in das Innere des Landes zieht, so darf man annehmen, daß es einen blutigen Zusammenstoß mit Oesterreich vermeiden will, um Zeit zu gewinnen und die Möglichkeit zu allen- fallsigcn Vermittlungen zu geben. Wer hier intervenieren soll, ist aber außerordentlich zweifelhaft, da nach Erwägung aller Umstände nicht damit zu rechnen ist, daß Rußalcnd irgendwie eingreifen wird, denn sür es steht so außer­ordentlich viel auf dem Spiel, daß es sich hüten wird, zu marschieren.

Es bleibt so die starke Hoffnung, daß der Waffcngang zwischen dem großen Oesterreich und dem kleinen Serbien lokalisiert werden wird, und daß Europa vor dem Ent­setzen bewahrt bleibt, das ein Weltkrieg mit sich brächte.

Mit diesen Worten haben wir gestern unser ganzseitiges drittes Extrablatt eingeleitet und heute können wir hin­zufügen, daß sich die Aussichten auf Erhaltung des Welt­friedens noch mehr gehoben haben. Daß der Rückkehr des deutschen Kaisers keine außergewöhnliche Bedeutung bei- zulcgcn ist, versteht sich von selbst, denn cs ist von erheb­lichem Vorteil, wenn der Monarch eines Landes in ge­spannten Zeilen ohne großen Zeitverlust mit seinen Mini­stern verhandeln kann

Ucber die Lage sind uns bisher eine unendliche Menge von Nachrichten zugegangen, wir geben jedoch nur die­jenigen wieder, die als völlig zuverlässig angesehen werden können, weil wir es für verwerflich halten, un- kontroUierbare beunruhigende Nachrichten, die in solchen Zeiten natürlich zu hunderten fabriziert werden, ins Pub­likum zu tragen, wie das von einem gewissen Teil der Frankfurter Presse geschieht.

Der Abbruch der diplomatischen Beziehungen.

Wien, 25. Juli. Tic um 6 Uhr überreichte serbische Antwort auf die Note Oesterreichs ist ungenügend. Der österreichische Gesandte hat Belgrad verlassen.

Oesterreich-Ungarn befindet sich im .Kriegszustand. Die Mobilisierung beginnt sofort. Sollte Serbien während der Mobilisierung noch nachgcbcn, so würde es für alle ent­standenen Kosten haftbar gemacht werden.

Die Begeisterung in Wien ist ungeheuer. Die heute den Tag über cingelaufenen optimistischen Nachrichten waren offenbar der letzte Schach,Zug der serbischen Regierung.

W i e n, 25. Juli. jW. B.) Ministerpräsident P a s ch i tsch erschien wenige Minuten vor 6 Uhr auf der österreichisch- ungarischen Gesandtschaft in Belgrad und erteilte eine un­genügende Antwort auf die österreichisch-ungarische Note. Baron Gicsl notifizierte ihm hierauf den Abbruch der diplomatischen Beziehungen und verließ mit dem gesamten Personal um 6 Uhr 30 Min. Belgrad.

Die serbische Regierung hatte schon früher, um 3 Uhr nachmittags, die Mobilmachung der gesaniten Armee angeordnet. Der Hof, die Regierung und die Truppen räumen Belgrad. Die Regierung soll nach Kragnjewaß verlegt werden.

Berlin, 26. Juli. Der ,,Bcrl. Lokalanzeiger" meldet aus Wien; Wie in unterrichteten Kreisen verlautet, erklärte der serbische K r i c g s m i n i st e r im Ministcrrat, daß die Armee jene Bedingungen, die sich auf die Verhaftung und Bestrafung der Offiziere beziehen, in keinem Falle an­nehmen konnte, und daß sür die Krone die Gefahr bestand, daß die Armee sich gegen die Dynastie erhob.

Ein Eonnnunique der österreichischen Regierung.

Wien, 26. Juli. (W.B.) Ein heute ausgegebenes Sie« gierungs-Communique besagt:

Die auswärtige Lage hat nunmehr eine Gestaltung ange­nommen, welche die Bcdachlnabme aut die milüärischen Erforder­nisse zum obersten Gebot macht. In dieser Erwägung wurde eine Siciljo von Vertilgungen im Inneren der Monarchie getroffen, die einericits dazu dienen sollen, neue Unternehmungen gegen drc Sicherheit der Verteidigung des Staates zu verhindern, anderer­seits aber bestimmt sind, auch unbedachter Gefährdmig oder Be­einträchtigung der öffentlichen Jnierciscn cntgeg.'irzmreten. Tre Geheimhaltung und Sicherung aller militäri­schen Vorkehrungen gegen Auskundschafter, Störungen und unbefugte Veröffentlichung im eigenen Lande soll^ verbärgt, alle Vorbereitungen der bewofineten Macht sollen gefördert mid ihr die Hilfsquellen des eigenen Landes in weitestem Maße erichlosscn ti>erden. Wenngleich diese schon seit Jahren in wohlerwogener Vorsorge vorbereiteten Maßnahmen in mancher Hinsicht eine entscheidende Wirkling auf das normale bürgerliche Leben laben, so dan im Hinblick aus den Ernst der Stunde doch erwartet werden, daß die schwere Verantwortung, die zu diesem Schritt bestimmen wußte, von allen .Bewohnern des gemernsamcn Vaterlandes ge­

würdigt werden wird. Die Regierung ist sich der großen Ovler. welche allen Kreisen der Bevölkcrimg auferlegt werden, ivohl be­wußt. Verständnisvolle bereitwillige Befolgung der Ausnahme- Verfügungen wird diese Opfer mildern und jene Beschränkungen leichter ertragen lassen, die nur unter dem Zwang der Notwnidig- fcit erlassen, und sobald als möglich wieder normalen Vcrhäli- nissen Platz machen sollen. Es wurden fünt kaiserliche Ordres Mt 'Grund des Paragravben 14 des Staatsgesctzcs, ferner eine Reihe von ministeriellen Verfügungen erlassen, welche sofort in Kraft treten. Tie kaiserlichen Verordnungen beziehen sich

и. a. aut die Uebertragung von Bestignissen,der Polizeigewalt an die Höchstkommandicrendcn in Bosnien, der Herzegowina und Dalmatien. Tie ininisteriellen Verordnungen betrefsen die Sus­pension von üaaisgrundgesctzlichcn Bestimmungen bezüglich der persönlichen Freiheit, sowie des Bcrsammlungsrechtes, des Brief­geheimnisses und der Preßfreiheit. Fenier ans die Unterstellung von den Zivilgerichten vorgeführten Vertonen, welche milüäiischrr Vergehen angeklagt sind, unter die Militärgerichtsbarkeit, aut die Aushebung der Wirksamkeit der Geschworenengerichte und die Beschränkung des Paßwesens. Ferner aus ein teilweiies Ein, Aus- und Dnrchsuhrverbot sür verschiedene Artikel, das Inkraft­treten des Kriegsleistungsgesetzes ulw. Auf 'Grund Slllerhöchfter Ermächtigung wurden ferner die Session des Reichsratcs und der Landtage geschlossen. Analoge Ausnahmcversügungcn wurden auch sür Ungarn, Bosnien und die H c r z e g o w i II a erlassen.

Oesterreich mobilisiert.

W i e n, 26. Juli. Wie die Blätter melden, nahm Finanz- minister Engel durch die Vermittlung der Postsparkasse Fühlung mit den Wiener Banken für den Fall, daß durch die Gestaltung der politischen Lage ein pußcrordentlickzcs Er­fordernis nötig werden sollte. Auch der ungarische Finanz­minister wird diesbezüglich Vorsorge treffen. Der Betrag, der zunächst aufgebracht werden sott, beziffert sich auf 300 Millionen Kronen.

Budape st, 26. Juli. Plakate kündigen die teilweise Mobilisierung an, doch werden vorläufig die Ersatz­reservisten noch nicht einberufen. In gewissen Komitaten wird nurLandsturm einberufen. Oesterreich mobilisierte acht Korps, darunter das Prager und Leitmcritzer. Tie Sicherung der Eisenbahnen durch Truppen wurde an- geordnet.

Frankfurt a. M., 26. Juli. Das Oesterreichisch-Un- garische Generalkonsulat in Franlstirt a. M. erläßt im Auf­trag der Oesterreichisch-Ungarischen Regierung folgenden Aufruf:

An die Wehrpflichtigen Oesterreich-Ungarns!

In Oesterreich-Ungarn wurde von Sr. Majestät eine teilweise Modi ifierung augcordnet. Diejenigen Dienstpflich­tigen, welche aus diesem Anlaß einznrllcken haben, werden hiervon durch Einbernfungskarten verständigt. Die Einbe­rufenen haben ihre Einbernfungskarten, und in Ermange­lung derselben ihre militärischen Totümente bei den Bahn- schalier'n vorznzcigcn, von wo sie ohne Kosten ihrerseits an die Grenze transportiert werden. Es ist die valriolischc Verpflichtung der Wehrpflichtigen, diesem Allerhöchsten Befehl Folge zu leisten. Für sofort einrückende Militär- Zlüchllinge und Deserteure ist Amnestie erlassen. Gleiche Amnestie gilt für nichtcinberufcne, jedoch sofort einrückcnde Militär-Flüchllinge und Deserteure, v. Günther, Leiter des

к. u. k. Generalkonsulats.

Ter serbische Generalstabschef verhaftet

Budapest, 26. Juli. Der serbische Genedalstabs- chef Pntnik, der vom Urlaub rückkehrend, erst in Graz sich vorübergehend ausgehaltcn hat und dann hier eintras, »vnrde .heute nacht von Detektiven hier verhaftet. Er zog den Revolver, um Selbstmord zu verüben, doch wurde ihm die Masse entwunden, wobei ini Handgemenge der Wojwode zu Boden geworfen, dann aber entwaffnet und der Behörde übergeben wurde. Die Mitreisende Tochter des Gcneralstabschess folgte dem Vater in einem zweiten Auto­mobil zum Garnisonsgericht.

. . . und wieder freigclassen.

Wien, 26. Juli. Das Wiener Korrejpondenzbnreau meldet: Nach den bestehenden militärischen Vorschriften ist im Falle bevorstehender kriegerischer Ereignisse jeder Offi­zier der feindlichen Macht, tvenn er aus österreichischem oder ungarischem Gebiet betroffen wird, pnzuhalten, was sich schon mit Rücksicht auf eine mögliche Spionage genügend erklärt. Aus diesem Grunde mußte die Anhaltung des serbischen Oberkommandanten General Pntnik in Budapest zunächst erfolgen. Es sei jedoch bemerkt, daß alle Meldungen, welche von der Anwendung von Gewalt gegen Pntnik be­richten, glatt erfunden sind. Tie Arretierung des Generals nmrde selbstverständlich unter Beobackstung der seinem mili­tärischen biang enfiprechenden Forrnen vorgenommcn. Ter General wurde in das Bndapester Militärkasino geleitet und dort mit aller Kurtcisie empfangen. Inzwischen wurde, da die österreich-ungarische Armee von viel zu ritterlicher Gesinnung erfüllt ist, um die serbische Armee ihres Ober- kommandantcn berauben zu wolleii, die Verfügung getrof­fen, daß dem General noch heute die Möglichkeit geboten wird, die Reise in die ^Heimat sortzusetzen. Zu diesem Zweck nmrde chm ein Extrazng mit einem Salontvagen zur Bcr- fügung gestellt.

Stimmung in Oesterreich.

Wien, 25. Juli. Schon in den frühen Abendstunden sammelten sich vor der Börse, ringsum dieselbe, sowie in den mnliegenden Straßen und vor dem Haupt-Tcle- graphenamt Menschcnmassen an, die. in Gruppen geteilt, die Ereignisse besprachen und mit Aufregung und Span­nung der neuesten Nachrichten harrten. Als vor 8 Uhr die erste Nachricht über den Abbruch der diplomatischen Be­ziehungen bekannt wurde, ging eine lebhafte Bewegung

durch die Massen. Alsbald erschienen die ersten Extra­blätter, welche die 'Nachricht bestätigten. Diese wurden von einzelnen Personen aus dem Publikum verlesen und von den Umstehenden mit lautem Beifall und Hochrufen ans den Kaiser ausgenommen. Lllsbald sammelten sich die Massen zu einem imposanten Manifcstationszugc. Es wur­den patriotische Lieder gesungen und Hochrufe ans Kaiser Franz Joseph, ans Kaiser Wilhelm und auf die Armee ausgebracht. Aus den «traßcnbahnwage», die infolge der Menschenmasscn nicht passieren konnten, wurden die Hüte cschwenkt und die Hochrufe der Menge erwidert. Wicder- olt wurde die Dolkshymne, dieWacht am Rhein" und das Prinz - Eugen - Lied gesungen. Auch ans den Pro­vinzstädten werden begeisterte Kilildgebniigen gemeldet.

Wien, 25. Juli. Den Blättern zufolge fanden gestern in vielen öffentlichen Lokalen sowie am Tcgclthoss^Deiikmal große patriotische Kundgebungen statt. Nach einer Ver­sammlung zogen eiiva 500 Manifestanten unter Absingung der Volkshymne und Hochrusen auf Oesterreich-Ungarn sowie Pfuirufen aus Serbien zum Prinz-Eugen-Tenkmal, wo eine patriotische Demonstration stailfand. Ein großer Teil der Demonstranten zog dann zum Deutschmeister-Denkmal, >vo sich die patriotischen Demonstrationen wiederholten. Aus der Provinz sowie der ungarischen Hauptstadt tverdc» ähn­liche spontane Manifestationen gemeldet. Der deutsche Gesandte Freih. v. Grissinger in Belgrad hat den Schutz der österreichischen Staatsangehörigen übernommen.

W i cu , 25. Juli. Die hiesigen Blätter verzeichnen mit großer Befriedigung die Stimmen ans dem Deutschen Reich- in denen die Bnndestrcne Deutschlands in ivürdiger Weise znm Ausdruck käme. DieReichspost" schreibt: Mit Dank­barkeit begrüßen wir die Einmütigkeit, mit welcher die Presse Teulschlands in diesen ernsten Stunden, wo cs auf mehr ankommi als darauf, ob Oesterreich-Ungarn sich wird mit Serbien auseinandersetzen müssen, die Treue des Bun­desgenossen ausdrüekt. Es spricht daraus mehr als das Pslichtgeiühl des durch Verträge Verbündeten, es sprechen darauf herzliche brüderlick-e Gefühle, welche in Zeiten der Gefahr doppelt erfreuen.

Budapest, 25. Juli. Ans die Nachricht von dem Ab­bruch der diplomatischen Beziehungen mit Serbien fanden hier großartige Strasenkundgebungen statt. Ein vieltausend­köpfiges Publikum durchzog die Straßen unter den Rusen: Es lebe der Krieg! Nieder init Serbien! Trotz eines hef­tigen Regens zog die große Menschenmenge durch die Haupt­straßen und sang patriotische Lieder. Ein Offizier, der an der Spitze einer Abteilung Soldaten durch die Straßen kam, wurde von dem Publikum auf die Schultern gehoben und die Soldaten wurden begeistert gefeiert.

Bad Ischl, 25. Juli. Seit heute vormittag herrscht in dem Kurort eine überaus lebhafte Bewegung. Tausende von Menschen füllen die Straßen. Der Kriegsminister begab sich sofort nach seinem Eintreffen zum Gcncraladiuianten Grasen Paar und zu dem Vorstände der Miliiärlanztci Freiherrn v. Wolfram.

Serbien.

König Peter i» Belgrad.

Belgrad, 25. Juli. König Peter traf heute mittag in Belgrad ein und verfügte sofort, dast die bereits aus­gelöste Sknpschtina für Sonntag zu einer Sitzung zusammen- bernfcn werde. In dieser Sitzung wird die Antwortnote behufs nachträglicher Genehmigung unterbreitet tverden. In Belgrad finden große militärische Vorbereitungen statt; den ganzen Tag über werden militärische Transporte vor- gcnommcn. Die Bahnböse sind mit Soldaten überfüllt, die in das Innere des Landes befördert werden.

Die Stimmung in Belgrad.

Belgrad, 25. Juli. Die Blätter veröffentlichen den ausführlichen Text der Note, der Zirkularwcisung und den Kommentar desFremdcnb.atleS", beschränken sich jedoch darauf, auf die ungewöhnliche Schwere der Forderungen hinzuweisen,und drücken die Hoffnung au?, die Regierung werde die den Staatsnotwendigkeiten entsprechende Ant­wort erteilen, und die befreundeten Mächte, insbesondere Rußland, würden Serbien im gegenwärtigen Augenblick zur Seite stehen. Das BlattBalkan" meldet, daß ohne Rücksicht darauf, wie die Antwort laute, die Regierung g c w t s s e S i ch e r h c i t s m a ß n a h m e n treffe, insbeson­dere dieGclddcpots der Dank und das St aatsarchiv in das Innere des Landes abgeschoben habe. In politischen Kreisen herrsche volle llebercinstimmnng dar­über, daß die Regierung bei der Beantwortung der Note nicht nur das Verhältnis zwischen Serbien und der Mon­archie, sondern die allgemeine Situation, worüber sie allein genaue Informationen besitzen könne, in Erwägung ziehen müsse.

Belgrad, 25. Juli. Die Auslassung des Regierungs­blattesSamvuprava", die hier vielfach als die Vorberei­tung der ösfentlichen Meinung aus die Annahme der Note aufgcfaßt wurde, lautet wie folgt: Das serbische Leser­publikum erhielt durch die österreichisch-ungarischen Blätter Kenntnis von dem Inhalt der Forderungen. Der Minister des Aeußern Serbiens hat schon wiederholt seinen und seiner Ministerkollegen Standpunkt dargetan, wonach Serbien an­gesichts der großen wichtigen Interessen aufrichtige 'und korrekte nachbarliche Beziehungen mit der Monarchie wünsche. Von diesem Wunsche und von der Uebcrzeugang und Notwendigkeit geleitet, diese Bezieh,ingen aufrichtig zu gestalten, wird die serbische Regierung mit Bereitwilligkeit allen jenen Forderungen der österreichisch-