An« Stadt und Land.
Diebe», 14, Juli 1914.
Ein Micßeiicr Stadtgartrn,
Wir erhalten folgende Zuschrift;
Al» vor lv* Jahren im Bürgerverein die Frage eines Sladt- hallenbaues »örterl wurde, beznchnrtr man es als etwas selbst Verständliches, daß die aus den Eisbahnwiesen geplante .Halle (Saalbau) auch einen genügend gnisten (Karlen zu Sommerlonzrrtrn erhalten sollte, Kon dem Saalbau ist es seitdem ganz still ge- lvvrdcn, inan hat wohl in den bctressenden Krrisen eingesehen, dast unsere Finanzlage nicht eben glänzend zu nennen, eine graste neue Belastung irichl an der Zeit ist. Schade nur, dast damit auch der geplante üvn zengarten scheinbar -ul acta gelegt ist. Tust für eine derartige Einrichtung ein lcbhostcs Bedürfnis vorhanden ist, ist außer aller Frage, Man braucht nur die säst immer überfüllten Konzerte imserer Militärkapelle in der Ausstellung zu sehen, uni davon überzeugt zu sein. Warum auch sollte in Gießen das nicht gehen, was man in viel kleineren und weniger regsamen Städten längst hat, nämlich regelmäßige istarlcnkonzcrtc mit gutem, nicht zu schwerem Programm während des ganzen Sommers, zu mäßigem Eintrittsgeld, preiswerter Wirtschaft und gelegentlich mit Gästen, die etwas außergewöhnliches bieten,
Freilich dürste die Sache, um niedrige Eintrittsgelder zu er- möglichen, nicht allzu kostspielig angelegt werden. Denn es ist ivohl außer aller Frage, daß die Ausstellungskvnzerte nicht entseriit den Zuspruch finden würden, den sic ersreulicherweise haben, ioenn sie nicht eben so wohlseil wären. Und da wäre es zwei'cllos sehr erwünscht, wenn zur Verringerung der unvermeidlichen Kosten etwa? Vorhandenes verwendet werden könnten möglichst »n der Stadt gehöriger Plast, Und einer, der möglichst etwas näher am Verkehr liegt, als die Eisbalmwiese», Da scheint uns nun ern günstiges Geschick einen Plast beschert zu haben, wie er günstiger eigentlich gor rricht gesunden werden könnte. Das >Ü.,der fetzige Ausstelliingsgarten, Ein Garten, gerade groß genug sür Gießen, mit schönen alten Bäumen am Rande, geschützt gelegen, von allen Teilen der Stadt leicht zu erreichen, Eigentum der iÄadt Es «ürste auch sehr wohl möglich sein, ihn mit verhältnismäßig geringem Aufwand zu dem gewünschten Zweck herzurichten.
Anstelle der ..Festhalle" must eine recht geräumige, einfach, aber anständig gebaute Veranda, zum Schutz enivsindllch» Gäste, errichtet werden; die alte Ohrenklinik kann ihrer jetzigen Verwendung als Wirtschaitsraum, d, h, Schenkraum, Kaffeeküchc usw,, erhalten bleiben Ucber die Verwendung der oberen Räume ließe sich noch reden. Gegenüber, wo jetzt die „Swift für Salinenvroduktc nsw," steht, könnte bei Bedarf eine zweite derartige Veranda erstehen. Dazwischen Iväre ein bedeutend größerer Raum als jetzt vorhanden für Tische, Roßmilächen nsw,, so daß der Garten reichlich Raum sür unsere mnsillcebenden Mitbürger bieten nvirdc, Gelegenheit, die nötigen Tische, Stühle Ui'w. sehr preiswert zu erwerben, ist gerade jetzt nach Schluß der Ausstellung vorhanden. Die ganze Einrichtung steht ja billigst zum Verlaus, und daß es sich um gm gearbeitete Stücke bandelt, sieht man daraus, das; trotz der starken Benutzung su diesem Sommer noch kein Stuhl ivackelig geworden ist.
Die Kosten der ganzen Sache dürften mit 20 000 Mark sehr hoch gegriffen sein. Ter bisher imgenannte Wohltäter, der für dir Mustkhasle 40 000 bis 50 000 Mark geben wollte, wäre oielleicht nicht abgeneigt, für diesen den weitestrn Kreisen unserer Stadt sicher hochwillkommenen Zweck seinen Beutel zu öfsncn?! Man könnte nun vielleicht cinweuden, ein derartiger Garten würde uuserin in der Klinik geplanten Stadtdausc viel Störungen bringen. Das ließe stch aber sehr gut vermeiden. Man beschränke sich aus die, ja ohnehin sür weite streife nur in Frage kommenden, Abcnd- konzertc — etwa dreimal wöchentlich — dann arbeitet kein Mensch mehr auf den Biireaus, Und der Würde des ohnehin ja nur als Provisorium gedachten Stadthauses tuts auch wahrlich kernen Abbruch, wenn man unteren Mitbürgern Gelegenheit gibt, sicki in dem ohnehin vorhandenen Ohmen dem Genüsse nicht eben schwerer, aber doch gut» Musik hrirzugeben, Daß es dobri nicht ohne Bier usw, abgebt, schadet nichts; unsere Großstädte haben in ihren Rathäusern ja auch Ratskeller, in denen es oft gar seiichtsröhllch ,zu- gehen soll und stellen ihre Ratssäle oft zu Festlichkeiten zur Verfügung, Warum sollen wir cs nicht ähnlich niachen.
Und unser Birteverein, der die Gelegenheit verpaßt hat, das gute Geschäft in der Ausstellung ,u machen, möge über die Art der Dewirischaftiing einmal Vorschläge machen, in denen seine Mit gliedrr und die Allgemeinheit zum Recht komnit. B,
Da dieser Pscrn allgemeines Interesse beanspruchen darf, haben wir ihn unstcrn Lesern zur Kenntnis gebracht, Immerhin steigen dabei mancherllei Bedenke» auf, die nicht außer acht zu lassen sind.
So wurde das Geräusch, das durch den Eisenbahw- betrieb hinter dem Ausstcllunpsplatze hervorgerufen wird, bei Konzerten sehr störend wirken, eine Erscheinung, die man schon jetzt gelegentlich der Ausstelliingskouzertc täglich beobachten kann; wie gerade dieser Lärm auch mitbestim mcnd ist, die Alte Klinik sür die Bstrgernieisterei ungeeignet erscheinen zu lassen, denn es gibt Zeiten, in denen ein Telephonieren wegeit der Nebengeräusche von dort aus unmöglich ist. Es ist auch ferner die Frage ernstlich zu erwägen, ob die Konzerte auch de» Besuch finden werden, den man von ihnen erwartet, nachdem die Gewerb-ausstellung geschlossen und der Reiz der Neuheit dahin ist. Und endlich kommt noch hinzu, daß die .Konzerte später vom Pächter der Wirtschaftsraume zu bezahle« sind, wahrend jetzt die Kosten von der Ausstellungsleilung getragen werden, daß also die pekuniäre Sachlage dadurch ein ganz anderes Gesicht bekommt, Es ist auch nicht zu vergessen, daß Gießen einen guten Kouzertgarken in ruhiger Lage besitzt, in dem bei regerem Besuch sicher auch das Eintrittsgeld ermäßigt werden könnte,
" Tage skatender lür Dienstag, den 14, TUiti: Stadt- Idealer: „Brüderlein fein', »Die schöne Galnths/ tzlnsanq 8 Uhr.
Akademischer Wartbnrgbnnd; Pros l>, 0e, S ch i a »: .Die geaenmärtiae Kirctieoauslrittsbeweguug und die Gebildeten * Steins Garten. 8 , Ilhr,
** Au? dem Schuldienste. Uebertragen wurde dem Lehrer .Heinrich Voael z» Eichenrod, Kreis Lanierbach, eine Lebreriielle an der Volksschule zu AngerSbaeh in dem- selben Krccse; dem Lehrer Heinrich Mühl zu Dannenrod, Kreis AlSseld, eine Lehrerstelle an der Volksschule zu Kelsterbach, Kreis Groß-Gerau. — Entlassen wurde um 4. Just b. I. der Lehrer Ludwig Schnchard, z. Zt. Verwalter einer Reastehrersteste an der Realschule zu Schotten, mit Wirkung vom 10. Just 1914 ab au? dem Schuldienst.
•* Offene Lehrer st eilen. Erledigt sind: Eine mit eine», evangelischen Lehrer z» besehende Lchrcrsteste an der Volksschule zu Henchelheim, Kr»? Gießen. Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Lehrcrllelle an der Volksschule zu Sellnrod, Kreis Schotten. Mit der Stelle ist Orqanistendievst verbunden. Dem Inhaber kann eine Ortszulage bewilligt werden.
- Prüfung im Hufbesch lag. Die nachstehenden Personen haben Ende Juni die Prüsimg im Hnsbeschlag nach der Verordnung von, L0. März 1905 bestanden „nd sind demgemäß nach § 30 a der Reichsgewerbcordnung berechtigt, den .Hnsbeschlag innerhalb des Teuischen Reiches selbständig auSzuüben: Wilhelm Appel aus Rieder-Mockstadt, Kreis Büdingen; Jakob Richter aus Rieder-Weisel, Kreis Fried- bcvg; Karl Heinrich Stelz aus Staden, Kreis Jriebberg.
*' !2tuf Bahn st recke Gießen—Gelnhausen Das Eisenbalnikvmitee Gelulstrusen—Lohr hat der Handels kaurmer Hanau den Entwurf einer Eingabe übermittelt, in tvelcher beantragt wird, im Anschluß <m die zweigleisig cuiözubauende Strecke Gießen—Gelnhausen und imter Verstaatlichung der Spejsartbahn eine Vvklbahn von Gelnha» scn nach Lohr in Unlersrankcn zu bauen.
** Die 4proz. letzte Anleihe der Stadt Gießen, ivelclse die Miiieldcutsckze Kreditbank übernommen hat, ist an derDerliner Börse zu gelassen worden.
** Gewerbe-Ausstellung. Das Neumannsche Gcsangsguartclt, das gestern abend in der Ausstellung gastierte, Halle guten Erfolg. Von den 9 zu Gehör gebrachten Liedern gestcl besonders der nach Motiven des bekannten Volksliedes gesetzte Thor „Ist alles dunkel". Für den starken Bestall dankten die Sänger durch einige nette Einlagen. Das Quartett wird am 3. August nochmals austrcten. — Pesch-Mario, der beliebte Humorist und Voriragskünstler, ist seit dem 10. wieder IN der Festballe eingczogen. Heule, Dienstag, bringt der Komiker, wie ans dem Annoncenteil ersichtlich ist, zum größten Teil neue Sachen. Bei guter Witterung sollen die Borirägr vorn Muslk- pavillon aus statlsinden. . , . .
** Ceylon-Ausstellung. Heut abend blüht die Königin der Nacht.
** Das amtliche Verwiegen der Schlachttiere. Nach den Beobachtungen der Kreisveterinärämte werden Anträge auf amtliches Berwiegen bcr Schlachitier säst nicht gestellt. Der llörund hierzu liegt hauptsächlich bcr den Landwirten, die nicht genügend Wert aus dre amllich Verwiegung legen. Die Landwirlschaftskammer macht dahe^ die Landwirte erneut daraus aufmerksam, daß es nicht nu_ in ihrem, sondern auch im allgemeinen Interesse liegt, daß der Regelung des Verlaussgeschästes, wenn immer nur das möglich ist, eine mntlich« Vernn.egnrig der gesclstachteten -uici< zugrunde gelegt werden sollte. Tie Blwordnung das amt liche Verwiegen der Schlachttierc betreffend vom 29. Airgust 1908 unrd daher nochmals in Rr. 28 der Hessischen landw.; Zeitschrift verösfentliclst, aus die hier noch besonders aus, inertjam gemacht wirb.
** Blinkfeuer als Orientierungspunkt der Lu fisch ij fahrt. Die schwebenden vorbereitenden Maßnahmen sür die Bersehung des Reichsgebietes mit Land- feiierzcichon (Blinkfeuer) als Örientierintgspunkie der Luft sclftffahrt sind nunmehr soweit gediehen, daß demnächst praktische Erprobungen mit einem nach neuen Gesichtspunkten konstruierten Blinkscuer stattsinden können. Unter diesen Umständen ist es erwünscht, daß die Reichs» und Landes Zentralbehörden über die von Privaten, Flugzeugunterneh mungen, Städten usw, beabsichtigten Bllnkfeuernnlagen ständig auf dem Lausenden bleiben und auch Gelegenheit haben, das Hstieinpassen solcher Anlagen in den auszu stellenden Bcfeuerungsplan zu prüfen, sowie über die Ausgestaltung der Blinkfeuer etwaige Anregungen zu «ebenst Die Großh, Regierung hat daher veranlaßt, daß, s " bald von dem Plaue der Errichtung einer BlinkfcueranlckgL in einem Kreise ctlvas bekannt wird, eine etlva erforderlich Baugenehmigung nicht eher zu erteilen ist, bis eine cn!< sprechende Äuttvort auf den zu erstattenden Anz-eigebcriclst zurückgelangt ist,
** „O berhe s si sche r Landesverband selbftändi- aerTamenschneidcrinne n". Porigen Sonntag hielt Frau Krah-Bcrlin im Cast Ernst Ludwig einen Bortrag über den heutigen Stand und die Ziele zur Förderung des Damcnschneiderinnen-Gcwerbes. Die von den Handwerkskammern erlassenen neuen Bestimmungen über die Regelung des Lchrlingstvesens und die Elnsührimg der Gesellen- und Mctster- prüsung sür weibliche Handwerker begrüßte die Vortragende anss wärmste, denn cs ist Wohl allen, besonders den Etngeweilften, kein Geheinmis, welche „»haltbaren Zustände sich im Lause der Zell in diesem Berufe, sowohl in Bezug aus die Lehrlingsausbildung, als auch aus die selbständigen Handwcrkermnen bcrausgcbildet haben, Um das an und für sich lohnende Gewerbe aus eine wirtschaftlich höhere Sluse zu bringen, erblickt die Redncrin nur von einem Zusammenschluß aller selbständigen Schneiderinnen, die es sich zur Ausgabe machen, einen tüchtigen Nachwuchs hcranzubilden und die in Versammlungen durch belehrende Fachvorträge und Borführung der jeweils herrsch c n d e n M od c durch Lichtbilder, den kleineren Sckmciderinnen Gelegenheit zur weiteren Ausbildung zu bieten, — Reicher Beiiall erntete die Rednerin für ihre sachkundigen Ausftlhrungen, Sämt- [i<f)C Anwesenden sprachen sich sür die Gründung eines Zweig- vcrcins aus, welcher sich dem „Reichsbund deutscher Handwerk s m c i st e r i n ne n" angliedern soll. Hieran anschließend wurde der „O b crhess i s che Landesverband selbständiger T a m cn sch n cid er i n n e n" mit einer Sondergruppe für Gesellinnen gegründet. Die minmehr »orgenvmmene Wahl des sBerbandsvorstandes ergab: als 1, Bors, Frau M, Wunderlich- Gießcn, 2. Vors. Frau Schmidt- Butzbach; zu Schriftsührerinnen wurden Frl, Svi e ß-Gießen und Frl, Kra tz-Grünberg und zu K assiererinnen Frl, Bog t-Gießen und Frau S i g m u n d-Njedcr- Erienbach gewählt,
** Ein Urteil über Gießen, Ein interessantes Urteil fällte ein geborener Gicßener über seine Vaterstadt, die er seit J.ihreii nicht mehr gesehen hat. Er schreibt uns;
Gießen, den 10, Juli 1914, Geehrte Schriftleitung!
Gestatten Sic einem geborenen Gießen», d» nach lang» Abwesenheit incit übers Me» wieder einmal in seine Vaterstadt zurück gekehrt ist zu kurzem Erholungsaustnthalt, ein paar Worte, In d»t letzten 3 Jahren ist die Stadt tvikdcr schöner geworden, sie Ix» wieder einen guten Schritt vorwärts getan aus dem Kleinlich»! ins Freie, Große, In mauchem ist sie gleich großen -Schwestern vorausgceilt, in einzelnem auch viel größrren.
Nur eines bleibt ein Rätsel, die elektrische Bahn. Jed» Ortsfremde, d» die Limen sieht und die Stadt, fragt erst auch, was tvar hier der Grund, das, nur Verbindung zwischen Bahn und Stadt geschahen wurde, n«cl>t ab» zwischen den einzelnen Gliedern der Stadt selb», Worunr, um alles in d» Welt, folgt keine Linie dem natürlichen V»kchrswcg, b» Längsachse bcr Stadt, warum ist die gam;c Gegend des Seltersberges mit Kliniken und allen Jnstitttten abgesckrnitten vom Verkehr? D» -Selterswcg ist das uralte Rückgrat der Stadt, rem da streckte sic sich weit» über den Seltersberg hinüber. Jrnm» mehr muß sich dort nach Süden hin ankristallisieren. Das ist der natürliche Lauf d» Dinge, Warum folgt man ihm nicht, wenn es an jtzrast fehlt, ihm voranzugeben. Was kann nur der ltzrund sein sür so wund»bares? Daß tcrtrnssckzc Schwierigkeiten bei so gewicktzigen tzsegenwaris- und Zukunstssragen entscheidend sein sollten, glaubt bin Ettvacktsen». Was an hundert anderen Plätzen olM- viel Reden und Aufhebens geschahen tvurdc, wird doch wohl^auch in Gießen zu machen sein. Tie Anlage sei zu teuer und die Stammlini», rentierten zu wenig, um neue Untcr- nebmungen^zuzulassen, hört man. Ja, du liebe Zeit, wenn man nicltz dem Strome des B»lehrs folgt, wie sollen sic da renti»en. Für die clekttischc Balm liegt das ißeld aus der Frankfurter Strasze. Warum liebt man's den» nickü auf?
Rein, das ist eine grosz; Enttätrschung für den aus d» Fremde heimkehreuden Sohn d» alten sch-men Stadt. Hat es doch ge- sckli»icn vor ein paar Jahren noch, als ;volle sie sich die schimmernde Bürgerkvnie anss .Haupt setzen und nun begnügt sic sich mit ein» Bänderhaube.
" Falsche Re t ch s b a n knv tc n. Ende Juni und Anfang Juls wurden in der weiteren Uiugebung fünf falsche Reichsblinknoten der 4 Emission zu je 100 Mark angehaltei^ tue im älteren ,kleineren) Format hergesteM sind und dis Nummern: 3017528 A, 4 506193B, 6234508 B, 7189480 A
und 7 924 715 C tragen Die falschen Stücke sind sazwcr von: echten Noten zu unterscheiden und gleich-n diesen in der Größe des Papiers, Die Fälschung ist hauptsächlich an dem Fehlen von Fasern sotvic daran zu erkennen, daß die Num» mcrn und Stempel keinen gleichmäßigen Rotdruck haben. Tic Umrahmung des Bildes auf der Vorderseite ist in dm Breite um 3—5 mm kürzer als auf den echten Rolen,
Volksfeste in Ober Hessen, Ein o b e rhes s t s ch e s' Ban ern fest soll am 26, Juli in Hoch waldhausen b» Öerbstcin abgehatten >o»den. Zum Festtcdner ist Rcichstags- abtrvrdnet» Tr, O c r t c l gcioonncn worden. Es findet ein Fcft- zug statt, in lebmden Bildern w»den die vier Jahreszeiten dar- gestrlli und es sollen hessische Volkslieder imd iSlkstänzc in alten Landeskracksten vvrgeführt wekben, —"Ein Volks- und H'e tmcfff (1 sind» am 2. August am Härdttvald zwischen Ettingshausen >md Ober-Bessingen statt. Als Red«» sind in AussickU genommen; Reichslagsabg, Professor Dr, Werner, Pfarrer Fritsch-Ruppertsburg und Landtagsabg. Fen-> ch c l und Dorsch,
** Schiffsliste für billige Briese nach den Vereinigten Staaten (10 Psg, sür je 20 Gr,), Die Portoermäßigung »streckt sich nur aus die Briese, nicht auch aus Post, karten, Trucksach»! usw, und gilt nur für Briefe nach den Bereinigten Staaten von Amerika, nicht auch nach anderen Gebieten Amerikas, z, B, Eaiwda, „Amerika" ab.Hamburg l5, Juli, „Kronprinz Wilhelm" ab Bremen 21. Juli, „Vaterland" ab Hamburg 22, Juli, „George Wasinngton" ab Bremen 25, Juli, .Lmperato^ ab Hamburg 31, Juli, „Königin Luise" ab Bremen l, August. „Berlin" ab Bremen 4, August, „Kaiserin Auguste Victoria" ab Swmburg 0, August, „Bremen" ab Bremen 8, August, „Kais» Wilhelm der Große" ab Bremen 12, August, „Vat»land" ab Hamburg" 12, August. kPostschluß nach Ankunft der Frühzüge.) Alle diese Schisse sind Schnelldampser od» solche, die für eine bestimmte Zeit vor dcm Abgänge die schnellste Bcsördcrungsaclcgcnhcit bietnt. Es cmpsiehlt sich, die Briese mit einem Leitvcrmerk wie „direkter Weg" oder „üb» Bremen od» Haneburg" zu versehen,
** Dic Stachelbeeren, Die Stachelbeersträucher in den Gärten im oberen Bogelsberg, die überaus zahlreich — , wie matt seit Jahren nicht erlebt hat — mit Beeren behängen sind, w»den von Raupen, die sich zu Hund»ten ansetzen, sehr in Mitleidenschaft gezogen. Innerhalb 1—2 Tagen haben diese Vielfraße einen Strauch kahl gefressen, so daß die Beeren ganz nackt an den Sträuchern hängen, den Sonnenstrahlen voll und ganz ansgesctzt sind und nicht zur völligen Ausbildung gelangen können. Will man aus der Ernte etwas erzielen, so muh man schon jetzt die Beeren pslücken, denn an einem entblätt»ten Strauch müssen die Beeren verdorren, ** Z u der wüsten Schlägerei in d» Kaiser-Allee sntdet tms He» Gastünrt Bänlke natürlich eine Berichttgung^ Er sclwcibt uns: Es handelte sich hier um einen Mieter, der ohne seine Miete usw, zu bezahlen, verschwinden toollic, und seine Koffer aus dem zkveit»! Stock in den Vorgarten warf, worauf sich der Vermieter die Koffer zum Psande >med» aneigncte, wob» ihn der Durchgänger übcrftel. Die ganze Sackte ist privater Natur und geht die Wirtschast nickfts an, auch waren keine Zechgrnosien pertttten und auch keine Passanten gefährdet, da sich die Sache im Vorgarten abgespielt hatte und nicht aus d» Straße, — Herr Bäulke scheint die Vorgänge offenbar nicht genau beobachtet zu haben, denn sonst hätte » sehen müssen, baß sich an der Schläger» eine ganze. Anzahl sein» Wirtshausgästc beteiligte. Zudem ist es für beit skandalösen Auftritt selbst ganz gleichgültig, ob es sich um einen Gast oder um einen Mi»» handelie,
Grund st ücksvcrkehr. Grundstücke zuTrais-Hor- lass, die auf den Namen des Johann Heinrich Jakob und dessen Ehcftau Elisabethc, geh. Decker zu Trais-Horloff, »n- getragcn waren, sollen Freitag, den 25, September 1914, nachmittags 272 Uhr, durch das Amtsgericht Hungen auf dem Rathaus in Trais-Horloff im Wege d» Zwangsvollstreckung versteigert wcrdcn. Der Versteigerungsvermerk ist am 25. März 1914 in das Grundbuch eingetragen worden. — Grundstücke zu Straßheim und O ck st a d i, die auf den Namen des Josef Margraf uich dessm Ehefrau Magdalene Marie geh, Großmann in -Ockstadt, eingetragen waren, sollen Donnerstag, den 17, Scvtemb» 1914, nachmittags 4 Ilhr, durch das Amtsgericht Friedb»g in Ockstadt aus dcm Rathause im Wege der Zwangsvollstreckung versteigert werden. Der Bersteigcrungsvermerk ist am 28, Mai 1914 in das Grundbuch cingttragcn worden.
Limdkreis Gießen.
— Wieseck, 14. Juli. Heute morgen gegen 5 Uhr brach in den Stallungen des Viehhändlers Julius Stern Feuer aus, das aber durch tatkrästiges Eingreiscn der hiesigen Feuerwehr auf s»nen Herd beschränkt wurde.
--- H e u ch e l h ei m , 14. Juli. Heute nachmittag 6 Uhr findet eine öffentliche Gcmcinderatssitzung mit solgcnder Tagesordnung statt; 1. Neudeckung eines Schullzauscs in der Garien- straße; 2, D»vutzen eines Schulhauses in der Marktstraße; 3. Psla- stcrunq ein» Fahrbahn am Anfang der Bachstraße; 4, Beschaffung von Deckmatcrial zu Walzzwecken; 5. Anschaffung von Spritzcn- schläuchen.
(!) Leihgestern, 14. Juli. Für die aus heute abend 9 Uhr anberaumte Gem»nderatssitzung ist solgende Tagesordnung sest- gesetzt worden: 1. Verläng»»ng des Kanalnetzes, 2. Vergebung d» Kohlcnliescnmg, 3. Gelzali der Fcldschützcn, 4, tzscnchmigung von Kostenrechnungen, 5, Reinigen der Gemeindeplätze.
—m. Hungen, 13. Juli, Heule vomnittag versuchte der -aus Ruppertsburg gebürtige Knecht M), der Ende der 20 er Jahre steht, ein hiesiges 17 jähriges Dienstmädchen, das im sog, „Rotseld" mit Ticklvurzhackeii bcsckwftigt war, zu vergewaltigen. Um es am Rufen zu verhindern, steckte der Unhold dem Mädchen ein Taschentuch in den Mund, T,as kräftige Mädchen setzte sich jedoch energisch zur Wehr, so daß ihm sein Borh-aben nicht gelang. Da andere im Feld arbeitende Leute auf den Vorfall aufmerksam geworden waren, ließ der Täter, der in Bettenhauscn bedienstet sein soll, von dem Mädchen ab cund flüchtete in den nahen Wald, Ein Polizeihund aus Nidda nahm nachmittags die Spur auf und verfolgte sie in der Richtung nach Lich, Inzwischen tan von Lich Meldung, daß der Täter dort auf dem Tanzboden des Sängerfcstes bereits verhaftet worden sei. Der Verhaftete wurde mit dem Aberrdzug nach Hungen ins Gefängnis gebrachll Er soll bereits früher ivegen des gleichen Vergehens eine längere Strafe verbüßt haben.
Kreis Friedberg, t, Büdesheim, 13, Juli, Am 9, l, Mts, ivar der 56jährige Weißbindcr Valentin Ludwig Ehr, Schmidt von hier-mit Kirschenbrechen beschäftigt und stand dabei auf einer nach der Straße zu aufgestellten Leiter, Das vorüber» fahrende Fuhrwerk des Riühlenbesitzers S ch u l d t von Staden fuhr gegen die Kirschcnleiter, wobei Schmidt zu Fall kam und schwere Verletzungen davontrug. Heute ist der Verunglückte seinen Verletzungen erlegen. Das Amtsgericht Vilbel besichtigte heute unter Zuzi-ehung des Kreisarztes die Leiche,
Starkenburq und Nhcinhessen. rb, Darm st a dt , 12, Juli, D» VcrbandderDetail- listcnvcreinc im Großherzogtum Hessen hielt hrutc vormittag hier im Kaisersaal seine 6, Hauptversammlung ab. Am Samstag nachmittag hatte b»efts »ne Sitzung des eng»en Aus- sckmsses stattgefmrden und am Abend waren die zahlreichen aus- wärttgen Gäste zu einem Spaziergang über die Marienhöhc und zu einem gemüllichen Beisammensein mit Abcmdessen aus der Ludwigshöhe eingeladen, — Den heutigen Verbondstag »öffnete d» Vorsitzende, Stadtv, Kalb fuß, mit rin» Begrüßungsansprackze, nach welch» RegicrungSral Pi stör als V»trcrer der Regi»„ng, Ob»bürgermeist» Dr, G l ä f s i n g als Vertreter der Stadt, 2lbg, M v l th a n - Mainz in seinem und des Abg, Henrich Namen, Kommerzienrat Fröhlich namens der Handclskamm» u, a, m. dem Derbandstage Grüsze imd ttzlückwümckx- aussprachen. Darnach erstattete d» Vorsitzende den Iahresb»icht. Er »tvahttte dapri, daß die Gründung des Acrbcuidzp 1907 »jolg», als di«


