Ausgabe 
10.7.1914
 
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TMt {inoitjhfkn Bezieht, »geil bcr GHnjftftaatm MM Rttcki sind mich in dar abgclausrncn Landlags»>rriodc nicht unverändert «cdt>el>cn. Die Reickissiiuinzreform des Jahri's l 9 l.3 hat die «lMdeSfinnnzen dnrcki weiterc Jnansvruchnalmie von Landesab- üaben für das Muh und durch Einführung neuer Reichsstrnern snnminrtbar und mittelbar in einer Weise beeinflußt, daß es Meiner Regiernng nudl leicht falten konnte, fick» init ihr abzu- findiNi. Die Stärkimg der Wehrkraft des Reiches war indes ei» Unabweisbares Bedürfnis t ich' znzustimmen war für Meine Re- «ttnmn eine ebenso selbstverständliche wie freudig crMllte Pilicht. Dnß bei der Deckung der Kosten der Hecresvermehning auch Mein Land Opfer dringen mußte, ließ sich bei den gegebenen Verbälttiissen nick» vcrnieidcn.

Den Zlvccken der Landesvettcidigrmg wie sonstigen allgemeinen sZwecken. die namentlich den Ivechselseitigen Berchhr der Provinz lRheiilpessen mit dein Rheingau zugute kommen werden, soll das von Ihnen verabschiedete Gesetz über den Bau einer Rheinbrnckc im Zug« der Verbindungsbahn von Rüdcsheim nach Sarmshttnz dienen

Das wachsende Vettrauen in die Tätigkeit der Landeshypotheken- ibank und die fortschreitende Erkenntnis der Notwendigkeit und Nützlichkeit dieses Instituts haben es erforderlich gemacht, seine Mittel erheblich zu verstärken. Es ist dies dadurch ermöglicht wor­den, daß Sic der Erhöhung des Grundkapitals der Bank auf 14 Millionen Mark zugestiinntt haben.

In, Interesse der hessischen mittleren Beamten in der liessisch-preuhischen Eiscnbahnqemeinschaft kann cs nur begrüßt ivcrden, wenn Sic sich damit einverstanden erklärt haben, daß die Abstellung dieser Beamten mit derjenigen der preußischen auch in zeitlicher Hinsicht vollkommen gleichgeordnet wird.

Mit dem Verkauf der nicht zu Hofgütern gehörigen kameral- siskalischen Grundstücke konnte unter Ihrer Zustimmung fvrt- lgcsahren und damit der wirtschaftlicheki Stärkung des mittleren tirnd kleineren bäuerlichen Grundbesitzes im Lande weiter ge­dient werden. Unter den gleichen Gesichtspunkten und als Maß- itegcl gegen ein Abwandern von Arbeitskräften vom^ heimat­lichen Grund und Boden und deren Ucbergang in die Industrie ist auch 'die beabsichtigte und von Ihnen genehmigte Auflösung des Losguts Sensselder Hof anzusehen, weshalb ich diesem Vor­schlag Meiner Regierung gerne zugestimmt habe.

Ich entlasse Sie, Meine Herren Stände, mit der Versicherung Meines sortdauernden landessürstlichen Wohlwollens uird mit dem Wirnsche, daß die Ergebnisse Ihrer Beratungen und Beschlüsse Meinem geliebten Land und Volk zum Segen gereichen möchte».

Nach dieser Thronrede erklärte St^atsministcr Tr. von Ewald in Allerhöchstem Auftrag den Landtag für ge­schlossen und überreichte dem Vizepräsidenten der Ersten Kammer, Fürsten Solms-Hohensolms-Lich, das Dokument des Landtags-Abschiedes, der in üblicher Weise eine Zusammenstellung und Uebcrsicht über die vom 35. Landtag beschlossenen Gesetze, Anträge usw. gibt. Fürst Solms brachte darauf ein dreifaches hoch auf den Groß- herzog aus, womit der Festakt beendet war. Im Anschluß Larau fand im ibaisersoal des Rcsidenzschlosfes in Gegen­wart des Großhcrzogs, der Minister und der obersten Hof­chargen eine Hostasel zu 100Löedeckcn statt.

2fu* Stadt nnd Land.

Gießen, 10. Juli 1914.

Eine große militärische Aufklärungs­übung findet vom 13. bis 18. Juli unter Leitung der 21. Kavallerie-Brigade in Oberhessen und an- lgrenzenden preußischen Gebieten statt. Sie erstreckt sich hauptsächlich in dem Raum zwischen Vogelsberg, Wetzlar, Marburg, Zwankenberg, Büdingen, Hanau und Gießen. Viele Gemeinden werden im Laufe der Hebung Masseuguar- >ficre erhalten.

** Mitteldeutscher Sängervcrband. Das dies­jährige Bcrbandsscst, das, lose sck»on gemeldet, am 19. Juli in Großen-Lindcn stattstndet, scheint außerordentlich stark von Sängern besucht zu werden. Bereits 26 Vereine lfabcn ihr Er­scheinen zugesagt, und weitere Amueldungeu stehen noch bevor. Ein­geleitet werden die Gcsangsvorträgc durch den MastenchorNieder­ländisches Dankgcbct" (mit Orchcstcrbegltttnng). Dann folgen die Einzelvorträgc der Vereine in der Turnhalle. Das Ergebnis der Wertung, die von den ersten Fachmännern aus Gießen, Fricdbcrg usw. vorgenommen wird, wird diesmal den Vereinen nach dem Feste schriftlich zugestcllt. Auch werden die Erfahrungen des Vcr- bandslcstes den Besprechungen eines im Herbste cinzubcruscnen Dittgenteittags als Grundlage dienen.

** Vichmarkt in Gießen. Bei dem am 7. und 8. Juli d. I. abgehaltenen Viehmorkte waren 1188 Stück Rindvieh und 208 Schweine aufgetrieben. Der nächste Markt fiirdet am 21. und 22. Juli statt.

** Warnung vor dem Eintritt in die fran­zösische Fremdenlegion. Immer noch ist der Zu­gang zur französischen Fremdenlegion von jungen Deut­schen ein großer, hauptsäckstich wegen der Unkenntnis und Täuschung über die Verhältnisse in dieser Truppe. Das Großh. Ministerium für Schulangelegen- heilen hat daher die unterstellten Behörden veranlaßt, daß die Schüler, insbesondere die Fortbildungsschülcr, vor Entlassung aus der Schule in geeigneter Form belehrt und gewarnt werden. Am besten geschieht dies an der Hand der von dem Deutschen Schutzveretn gegen die Fremdenlegion herausgegebcnen Warnungstafeln und durch die ebenda er­scheinende ZeitschriftFremdenlegion". Die genannte Be­hörde macht auf diese Schriften aufmerksam mit dem Be­merken, daß die Warnungstaseln vor allem zur weitesten Verbreitung empsohlen werden können.

** Wichtige Entscheidungen des Reichsgerichts. Das Reichsgericht hat eine Reihe neuer Entscheidungen gefällt, die für die Allgemeinheit von Wichtigkeit sind: Schmerzensgeld für Ausgabe der militärischen Lausbahn. Kläger ist Artilleriemajor. Er hat beim Reiten durch die Olgastraße in Ulm einen Unfall erlitten und die Stadt Ulm wegen der mangelhasten Instandhaltung der Straße in Anspruch genommen. Er hat unter anderem einen Entschädigungsanspruch wegen der nötig gewordenen Aufgabe der militärischen Laufbahn erhoben und aus diesem Grunde auch vom Oberlandcsgericht 4000 Mark zugesprochen erhalten. Das Oberlandcsgericht Hai dazu ausgesührt, daß der Anspruch auf Ent­schädigring sür den immateriellen schaden durch den Zwang, die Uniform abzulegeu und einen andcren Beruf ergreifen zu müssen, begründet sei, sowie auch mit Rücksicht daraus, daß der Kläger nicht mehr die Aunehmlichlleiten in Bezug aus seine soziale Stellung bat. Das Reichsgericht hat dieses Urteil bestätigt. Verletzung beim Telephonieren undUnfallversicherunq. Das Reichsgericht bat jetzt entschieden, daß Störungen des Nervensystems durch außergewöhnliche Geräusche im Telephonavvarat zu den crsatz- vilichtigen llnsallsolgen gehören. Zwar läßt sich nicht verkennen, so hatte das Berufungsgericht ausgesührt, daß mehrere Einwände gegen den Kläger sprechen, da dieser neurasthenijch veranlagt war' doch ist aus Grund der Gutachten mit großer Wahrscheinlichkett anznnchmen, daß die außergewöhnlichen Knattergeräusche im Tele- Vhon eine körperliche Verletzung ider Gchörsncrvcueuden, des Rügers verrmacht hoben. Die gegen dieses Urteil des Berufungs­gerichts eingelegte Bernfung ist vom Reichsgericht zurückgewicsen worden. Die Straßenbahn ohne Führer erheb­liche Erhöhung der Betricbsgcfahr. Die Erhöhung der Betrrebsgcfabr der Bahn spielt bei Betriebsunfällen, die zum Tctt auf dem Verschulden des Verunglückten beruhen, eine große Rolle. Selbst bei grobem Verschulden. das sonst geeignet wäre, eine Lastpfticht der Bahn ganz ausznschließen, wirkt die Er­höhung der Bettiebsgefahr ganz nach dem Grad ihrer Höhe ein Im gegenwärtigen Rechtsstreit hatte der Kläger den nur sür die Bahn bestimmten Strahenstreifen als Gehweg benutzt, woher er von der führerlosen Bahn, die ohne Signal mit eingestelltem

Strvni bergab fuhr, durch eine oksenstcheiide Tür, aus der der Führer herausgefallen loar, amgeroarfen Wochen ist. Das Obe» laudesgericht lmtte seinen Ersatzanspruch tvegen des mitwirkendeu groben Verschuldens des Klägers abgrnnescn. Das Rttck>sgettckü hat das Urteil ousgeboben und die Saä>e zur ondeaveiten Verhand­lung an das Oberlandesgkttckü znrückverwicsen.

** Gnterrcchtsregistcr. Krug, Heinrich, Landivirt in Ober-So rg, imd dessen Ehefiau Anna geborene Rausch, Jungk, Heinrich, Maurer in BiUertshausen, und dessen Ehe­frau Lina geh. Richtberg und Orth, Hermann, Landwirt in Ermenrod, und dessen Ehefrau Minna geh. Necb haben Errungcw- schaftsgemrinschast vereinbart. ,

" .Konkurse in Hessen. Im Konkursverfahren über den Nach­laß des Adam E ck III. von H e v v e n b e i m soll die Schlubver- teilmig erlolqen. Dazu sind verfügbar .1106.00 Mk. Zn bernckstch- tige» sind 37.61 Mk. bevorrechtigte und 6669.21 Mk. nicht bevor­rechtigte Forderungen. I» den, Konkursverfahren über das Ver- inögen des Allrcd Rodria», Kaufmann i» Alzey, Inhaber der Firma Alfred Rodria», Herrengarderobe und Maßgcschält in Alzey ist infolge eines von dem <Lcniei»sckinIdner geniachten Bor- IchlagS z» einen, Zwangsvcrgletche VergleichSterniin auf Donners­tag, 30. Juli 1911, vormittags 10 Uhr, vor dem Amtsgericht« Alzey, anberaumt In diese,n Termine sollen aiich die uachlrägtich angemeldetcii Forderungen geprüft iverden. In den, Konkurs­verfahren über daS Vermögen des SchuhniacherS Franz Leonhard Hcinzinger in K I e , n - A » f) c i m ist der Schlußtermin auf Dienstag, 26. Juli 1914, vormiltags 9'/, Uhr, vor dem Grobherz. Amtsgericht Seligenstadt beslinimt. I» den, Konknrsverlahren über das Vermöge» de? MaihänS Joseph Rachor, Schuhniacher in S e I i q e n st a d I, ist der Schlußtermin und Termin zur Prüfung nachträglich angemeldeter Fordernaqen ani Diensiag. 28. Juli 1914, vormittags 9'/, Uhr, vor dem Großherzogl. lllmtSgericht Seligenstadt bcslininit. lieber daS Vermögen des OiazttvirtS, früher Bäcker­meister Gottfried Karl Schalster in Worms ist o,n 6. Juli das Konkursverfahren eröffnet. Ter RechtsanwaliSgehilfe Johann Schäfer in Worms ist zum Konkui'Svcrwaller ernannt. Konkurs- fordernngeu sind bis znni 10. August 1914 bei dem Gerichte anzu­melden. Es ist zur Beschlußfassung über die Beibeholinng des er­nannte» oder die Wahl eines anderen VerwalierS nfw. auf de» '29. Juli 1914. vormittags 1114 Uhr, und zur Prüfung der ange- meldeten Forderungen an! Mittwoch, 19. August 1914, vormittags II Uhr, vor deui Amlsgerichtc Worms, Termin andcraumt. DaS Konkursverfahren über dos Vermögen des Althäudlers Ludwig Gräber und dcffeu Ehefiau Fan»», geborene illeichboff, beide >>, Bingen, ist »ach erfolgter Abhaltung des Schlußtermins auf­gehoben. Das Konknrsveriahi-eu über das Vermöge» des Johann P r c i f > g, Kaufmann in Schornsheim, ist »ach ersolgter Ab» haitmig des Schlußtermins aufgehoben ivorden.

Kreis Alsfeld.

o. Alsfeld, 8. Juli. Auf der Tagesordnung der Stadt- vorstandssitzung stand u. a. die Vergebung der Arbeiten und Lieferungen für die allgemeine Kanalisation unserer Stadt. Zu Los 1: Erd- Maurer- und RohrverlegungSarbettcn siegen ver­schiedene Angebole vor und zwar init höchstens 343075 Mk. und niedrigstes 213139 Mk. Die Großh. Aülturinspcktio» Gießen, welche mit der Leitimg und Aufsicht betraut ist, empfahl, der Firma P. Rieben, Höhr, welch!' schon früher verschiedene Stadtteile ohne Beanstandungen ausgelührt hat. den Zuschlag zu ihrem Angebot von 230 399Mk. zu erteilen. Zu einem cichgültigcn Beschluß konnte man noch nicht kommen, vielmehr soll die nächst wenigstiorderndo Firma I. Großclstnger n. Co. in Frankfurt gehört werden, ob sie bereit ist, ihr Angebot von 217 148 Mk. aufrecht zu erhalten, falls ihr Los 2 und 3 nicht übertragen tvird, welche Bedingung die Firma noch zuvor an ihr Angebor gcknüvst hat. Die übrige» Lieferungen wurden vergeben und zivar erhielten dep Zuschlag! Los 2 t Sie» scrung von Stcsnzeugrohren usw. die Firma Gebr. Muhle in Bremen sür 42 514 Mk. Lds 3: Lieferung der Zemcntrohren den Alsselder Anlnetern, Firma Arnold Etting, Lorenz Rößner, Otto Lcidncr und Wilhelm Egner für 23 137 Äk. Los 4 t Eiienteile, der Firma I. A. Waldeck-Alsfeld sür 3808Z5 Mk. Lieferung von Spnlschiebern der Firma Heinrich und August Rößner hier iür 1762,35 Mk.

Kreis Lauterbach.

R. Lauterbach, 9. Juli. Nach der von Großh. Zen­tralstelle für die Landcsstatistik jetzt beendeten Zusammen­stellung über die Zwischenzählung der Schweine am 2. Junilo. Js. tmivden im Kreise Lauterbach insgesamt 16 776 Schweine gezählt, gegen 19 014 bei der Zühluiig am 1. De­zember 1913. Hierunter waren 49 Zuchteber und 1378 Zucht­sauen, die übrige» Masfichweine. Der Rückqanst gegen die Dezembcrzählung ist wohl auf das Konto der hohen Fer- kelprcisc zu setzen, obschvn die Zahl der Zuchrschweine seil einem Jahre um 118 Stück gestiegen ist.

R. Lauterbach, 9. Juni Die 5peidclbeeren sind jetzt auch in den Wäldern des nördlichen Vogelsberges zur Reife gelangt und es ist bereits vereinzelt nnt der Ernte begonnen worden, obschon es angebracht wäre, nicht all­zufrüh mit dem Einfanrmeln zu beginnen, da die unreifen Beeren mit den Stränchern umgetreden werden und nicht zur Reife kommen. Die Ernte fällt in diesem Jahre spär­licher aus wie in Vorjahren, weil die Blüten durch die Fröste sehr gelitten haben. Anzucrkennen ist, daß das Ab- erntcn der Beeren mit Kämmen nur sehr vereinzelt vor­kommt, wodurch die Sträncher geschont bleiben. Der Versand nach auswärts hat noch nichli begonnen.

(ib) Lauterbach, 9. Juli. Die Heuernte ist in unserer Gegend befriedigender ausgefallen, als zuerst dem Anschein nach crloartet wurde. Die Nachfrage nach Heugras ist groß, infolgedessen bringen die Versteigerungen hohe Preise, wie sie in den letzten 5 Jahren nicht mehr vorgekom­men sind. Die H^rernte ist hier übrigens noch in vollem Gang.

(ib) Altenschlirf, 9. Juli. Am Sonntag, den 19.Juli, soll hier das Missionsfest des Dekanates Lauterbach gefeiert werden.

Kreis Schotten.

z. Ans dem oberen Bogclsbcrg, 8. Juli Wenn ia auch der Frettag abend cingetretene Regen dem Landwirt, da er mit der Heuernte sehr beschäftigt ist, gerade nicht will­kommen erschien, wird er ihn aber auf der andern Seite dock, wieder zu begrüßen wissen. Das Gras auf den mageren Bergwiesen sing schon an abznsterben, sowie sich noch ein weit größerer Schaden an den aus das freie Feld verpflanzten Gartenpflanzen bemerk­bar mackste. Ein großer Teil hiervon waren verdorrt und mußten wieder durch neue ersetzt werden. Auch den Saaten anl dem Felde sah man schon teilweise den Trockcnstanü an.

Kreis FrieSberg.

(s) Butzbach, 8. Juli. Ein bei einem hiesigen Bäcker­meister bedicnstetes Dicnstmädchon gebar in der Nacht auf Montag ein Kind. Der Bäckerbursche hörte angeblich Kinder- wimmern aus der Mädchcnstube und meldete dieses sofort seinem Herrn.. Ms dieser der Sache auf die Spur gehe^ wollte, hatte die unnatürliche Mutter das Kind in die Dachrinne versteckt, wo es noch lebte. Herr H. befahl dem Mädchen, das Kind an sich zu nehmen. Bei späterem Nach­sehen hatte sie das Kind beseitigt. Bei Auffindung ergab sich, daß das Kind an Zunge und Mund stark verletzt und tot war. Das Mädchen soll dem Kinde die Verletzungen mit einem Stück Glas beigebracht haben. Die Polizei nahm das Kind an sich, die Mutter wurde ins Laza­rett nach Niederweisel gebracht.

^7 Vilbel, 8. Juli. Der bei dem Maurermeister Franz Schmidt brschüstigte 29 Jahre alte ledige Maurer Christtan K r e i l i f, g aus Vilbel st ü r z t e heute abend 6V- Uhr beim Mdruch des alten Stationsgebäudes zu Bouames etwa

3Meter hoch von einer Letter und brach das Genick. Die Leiche wurde auf den Friedhof nach Bouames gebracht.

Die Gemeindesteuerzettei sind bis jetzt den Steuerzihlcrn noch nicht ansgehändigt worden. Die Gemeindesteuer lstit sich um 20 Proz. erhöht, so daß der Prozentsatz jetzt I60Proz. beträgt

Starkenburg und Pheinhessen,

m, Offenboch, 9. Julr. Das 4b. M a i n g a u- T u r n > «st der Deutschen Tuincrschast, das in den erste» Tagen des August in Offcnbach abgehallcv. wird und der Ofien- bacher Turngescllschast übettragen worden ist, wird diesmal einen außerordentlich großen Rahmen einnchmen, der bei dem zu cr- Ivarlenden Massenbcfnck, und der Vielseitigkeit der Veranslaltungcn einem Kreisturnscst nicht nachstehen dürste. Als Fcftrckatz ist der 66 000 Quadrattncter umfassende Raum an der Löwrnwiesc voc- nesehen. Dnu Schauturnen dient ein an der Lstscite dieses Turn­platzes errichtetes großes Podium. Tie llnkosien belaufen sich aus 15 16 000 Mk., denen ein Garaniiefonds in gleicher Höhe gcgenüberstcht. Dos Gauturnsest des Maingancs, der über 8000 Turner umfaßt, wird mit einem von der Ofsenbacher Turnerschast am 26. Juli zu veranstaltenden Schauturnen einqelcitct.

Vereinsnachrichten.

k. Butzbach, 8. Juli. Gestern abend fand in der Gomeind« Ebcrftadt bei Butzbach tti der ööastlpirtschaitZur Post" eine out besuchte Versammlung statt, in der die Gründung c l II c s Turnvereins beschlossen wurde. Der Versammlung ioobntcn Blttgermeister G ö r l a ch, der die Versammlung leitete, die Mit­glieder des Gemrinderats, die Vertreter des Krieger- und tbesang- vereinS imd vom Turnverein Butzbach der erste Sprecher Schnei­der. Zcugwart ?ll>olf Schütz rmd Jakob Häuser bei. Der neugegründetc Verein trttt dem Gau Hessen der deutschen Turncr- scksttft bei. Bei der Vorstandsioahl wurden gewählt als l. Vor- silender Lehrer Löffler, 2. Vorützender August Gor lach, Präsident des Riegervrreins, Schttitführcr Wilhelm Düttnger, Landwirt und Schweinehändler, Rechner Landnnrt Karl Rützl; 1. Turnwarl Wilhelm Fischer, Metzger und Landwirt ; 2. Turn­watt August Gorr, Laichwirt; Zeugwart Heinrich Müller, Wagner: 1. Beisitzer Bürgermeister Görlacht 2. Beisitzer August Gorr. Rach der DorstandÄvahl sprack, der 1. Sprecher Schneider von Bntz- back, seine Freude über das Zustandekommen des Vereins ans mtt dcni Wunsche, daß ebenso wie die Gemeinde Ebctttadi auch der neugegründete Verein einen guten Ruf genießen möge und brachte ein drciiack, Gut Heil anl die deutsche Turnerschast ans. Bürger­meister Görlach dankte allen Mittvirkenden, besonders den Ver­tretern des Turnvereins Butzbach.

Gcrichtssaal.

Der gekränkte Bürgermeister.

h. Bad Hoinburjg v. d. H., 9. Juli. In Obcrnrsel schlug neulich der dortige Bürgermeister Füller einem 15jährigen Realschüler die Mütze vorn Kopse und verabfolgte ihm noch eine Ohrfeige, weil der Schüler ihn nicht gegrüßt lzatte. Darob strengte der Baker des Jungen die Beleidi­gungsklage gegen den Bürgermeister an. Der Angeklagte nrachtc geltend, daß man (!) ihn als Mitglied des Schulkuratori ums zu grüßen habe (!) und zog als Beweis dafür ein alttiasscrnisches Edikt heran. Es kam schließ­lich ein Vergleich zustande, iit dem festgelegl lvurde, daß die Obcrurselcr Realschüler ihren Bürgeririeister nicht zu grüßen brauchen.

*

Büdingen, 6. Juli. (Schöffengericht.) Der Schorn­steinfeger F. K. von Fürfcld, zurzeit hier in Untersuchungshaft, wurde wegen Bettelns zu vier Wochen Hast unter Anrechnung der erlittenen Unterjuchungshaft verurteilt. Der Gärtner K. H. aus Allcndors, Kreis Hersscld, zurzeit hier in Umcrsuchungshaft, wurde wegen Bettelns zu einer Läftstrase von drei Tagen ver­urteilt. In der Privatklagesachc des Schneidermeisters K. R. von Himbach gegen den Arbeiter W. St. daselbst wegen Körperver­letzung wurde der Angellagte K. zu 5Mk. Geldsttasc oder l Tag Gefängnis verutteilt. Am l. März l.Js. hatte der Pttvatkläger mit «ttberat Gästen in bcr Reibcrt'schen Gastwirtschaft in Himbach eine Sluseinandcrsctzung über eine Eingabck, die er in einer Rad- sahrersache an das .Krcisamt gerichtet hatte, an der der Angeklagte aber in keiner Weise beteiligt war. Der Angeklagte, ein Schwieger­sohn des Bürgermeisters, hielt sich veranlaßt, den Pttvotkläger zur Ruhe zu verweisen, anderenfalls er ihm Entfernung aus der Wttt- schast androhe. Er hat den Piivatkläger auch dann zur Wirtschaft hinausgctan und ihn durch diese Handlungsweise tätlich beleidigt.

Märkte.

eh. Rieder-Ingelheim, 9. Juli. Ob st markt. Kifichen

1025 Mark, Erdbeeren 00 Alt., Stachelbeeren 6 Mt., Jobannisbeere» II Mk., Pßrstche 6080 Mk., Jrnhbirnen 1315 Mk.. Avrikolen 00 Mk. der Zentner.

le. Wiesbaden» 9. Juli. Heu- und Strohmarkt. Angeiahren waren: Wagen beu, 2 Wagen intt Stroh. Dia» nolierie: Heu höchster Preis 3,80 Mk., niedrigster Preis 3,10 Pik., Durchschnittspreis 3,64 Mark. Stroh (Richtstroh) höchster Preis 2,60 Mk., niedrigster Preis 2,50 Mk.; Durchschnittspreis 2,60 Mt. Krnmnistroh höchster Preis 0,00 Mk niedrigster Preis 0,00 Mk.; Durchschnittspreis 0,00 Mk. Frachtmarkt. Haser höchster Preis 10,00 Mk., niedrigster Preis 9,30 Mk.,- Diirchschnittspreik 9,-7 Mk. Alles sür 60 Kilo.

H Marburg, 9. Juli. Dem benligen Schweine markt waren 864 Schweine zugelahren. Bei fchivachem Geschäii wurden bezahlt sür 68 Wochen alle Ferkel 4060 Mk., fixe Lauser 85 93 Mk. und Iür Einleaeschweine 120 Mk. per Paar.

Müllersche Badeanstalt.

Wai erwärme der Lahir ain 10. Juli 16' kt.

Meteorologische veobachMngen der Station Sieben.

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Höchste Temperatur am 8.-9. Juli 1914 = 23,1

Niedrigste , , 8.-9. , 1914 = + 11,2,

Niederschlag 0.0 mm. _

Verantwortlich für den politischen Teil i. V.: 91. Lange.

Es ist nicht cinettci, womtt die Schuhe behandelt iverden, denn auch MI Schuhwrrk kann man spmen. Manche durch schreiend« Rctlame enipfohlenc Schnhcremcsorten sind minderwcrng und für das Leder schädlich, darum sollte man beim Einkauf nur das Beste wählen. Die länger als dreißig Jahre in Kundcnkreifen sich des besten Rufes erfreuende Fabttk Rnd. SlarckettiMcllc (Hann.) liesett eine gute Schuhcreme anerkannt bester Qualität unttr dem Namen ,,D ia m a n t in e". Dieses Fabrikat crfieul sich großer Beliebtheit, denn es ist ein reines Wachspräparat. aus den feinsten Swfsen hergestcllt, konservictt somit das Leder bestens und man erzielt damit überraschend schnell einen prachtvollen Hochglanz. Anßcrdeni liesett die Fabttk diese Tiamantine auf Wunsch mit dem ihr patewamtlich geschützten Sparsicb. Durch das Sparjieb wird die größte Spattamkttt bttm Verbrauch erzielt und fomtt bietet lDimnantinc-Schnhcrcme in jeder Beziehung Vonttle. hv 10 /,,