luuf) '.UTbaitü'u zu entscnden Dieser Versuch scheine jedoch keinen Ersohg zu Hain». Noch der 2ll>üankuirg des Fürsten von Wied sollen die Mochte (TtumÜft sein, die Regierung der internationalen Kontrbllkommission zu übertro>)en Dieses Provisorium soll längere zjeu währen, damit Zeit gewonnen wird, um einen neuen Mrsten anssuchen zu können. Essad Pascha soll sosorl nack> der Abreise des Fürsten von Wied nach Durazzo zurückkehrcn wollen.
Der Rat Italiens.
Rom, 9. Juli. Der italienische Gesandte in Albanien, Alliotti, reist nach mchrfackwn Kvnserenzen init Marquis di San Giuliano nach Durazzo zurück. Er irbcrbringt dem Fürsten Wilhelm den Rat zur Wiederaufnahme der Aus- söhnungsversuche mit den ermüdet und enttäuscht scheinenden Ausständischcn. (Deutsche Tagesztg.)
Au» iKffctt.
m. Die sozialdemokratische Partei Hessens hat nach dem vom Landcsvorstand herausgegebenen Bericht, der auf dem anr 1. bis 2. August in Darmstadt abzuhaltcnden Parteitag der hessischen Sozialdemokratie zur Erörterung steht, einen Mitgliederbestand von 23 896 auf zuweisen Es bedeutet dies im Bergleich zum Vorjahr mit 2l 462 Mitgliedern eine Zunahme von 2434. Bon den Kreisen lzat Offenbach-Dieburg die größte Zunahme mit 696 Mitgliedern zu verzeichnen. Es folgen Mainz-Oppenheim mit 410, Darmstadt-Groß-Gerau mit 338, Friedberg-Büdingen mit 345, Erbach-Bensheim mit 191, Gießen-Nidda mit 183, Alsfeld-Lanterbach mit 126, Worms-Heppenheim mit 105 und Bingen-Alzey mit 70 Mitgliederzunahmen. Tic Zahl der Ortsvcreine betrug 274, von diesen hatten 223 unter 100, 49 zwischen 100 und 1000 und zwei über 1000 (Osfen- bach 2758 und Mainz 2417) Mitglieder. Die Zahl der verkauften Beitragsmarken betrug insgesamt 440060 oder 38060 mehr als im Vorjahr. Tic Zahl der Abonnenten der sozialdemokratischen Presse ist von 32352 auf 35929 gestiegen. Die Zahl der sozialdemokratischen Gcmeindcrätc beträgt 446 in 151 Orlen. Die Rechnung der Lmidcskasse schließt ob in Einnahnie und Ausgabe mit 31523,64 Mk. Das Vermögen der Partei beträgt 9466,29 Mk.
Deutschs» Asich.
Das Ergebnis des Wehrbeitrages für Preußen ist auf rund 603 Millionen Mark sestgestcllt worden. Dos entspricht dem von der Finanzverwaltung er- rechnete» Voranschlag.
Au»lanS.
Die Unionisten von Ulster haben in Belfast eine Erklärung erlassenem der sie ankündigen, daß die Versammlung des Ulsterrates am Samstag als eine Versammlung der provisorisckien Regierung abgchalten werden lvürde, der sie bis aus weiteres Machtbefugnisse geben würden. In der Erklärung beißt es weiter, der Zweck der Maßnahme sei die Uebertragung aller Machtbefugnisse, welche die Zurückziehung der direkten Reichsregicrung aus Ulster notwendig mache sür die Ausrcchterhaltung des Friedens, einer guten Regierung und des Schutzes der Frrtheücn des Volkes sowie für die Bewahrung Ulsters als eines integrierenden Teiles des Vereinigten Königreiches. Die Autorität des irischen Parlaments werde in Ulstrr nicht anerkannt werden können. Craig, welcher die Erklärung den Prcisevertretern vorlas, sagte, es sei das erste Mal, daß Carson eine besondere Rcgierungsversammlung cinberufen habe. Craig deutete an, daß eine Aktüm erwogen werde, da die Unionisten aus privater Quelle erfahren hätten, daß die Lage außerordentlich ernst sei.
Neger als Schiffsheizer. Wie „La France milrtaire" meldet, hat die vor zwei Monaten angeordnetc Verwendung von Senegalvegern als Heizer in der Kriegsmarine so befriedigend« Ergebnisse gehabt, daß der Marincnrinister den Gcneralgouvcrneur von Westasribi ersuchte, erforderlichenfalls jährlich 200 Schwarze nach Frankreich zu entsenden, damit diese als Heizer in der Kriegsflotte beschäftigt werden.
Heer «nft Flotte.
— Das demnächst erscheinende Armeeverord- n I, n g sbl at t enthält u. a. folgende Bestimmungen: Durch Allerhöchste Kabinetisorbre wird ein neuer Ossiziertornistcr eingcsührt. •— Die Ossiziertornister bisheriger Probe können noch bis zum 1. Oktober 1922 gttragcn werden. Im Mobilmachungs- fall ist aushilfsweise die Verwendung von Mannsckiaststornistern aus verfügbaren Trupvenbcständcn zulässig. — Handschuhe für Unteroffiziere. Unterossi ziere tragen fortan die weißen Handschuhe a) außer Dienst beim Verlassen der Kaserne oder des Quartiers im Standort: b> im Dienst nur zu Paraden, zum Garni- somoacht-, Ordonnanz-, Gerichtsdienst und zum Kirchgang. — Nur in der kalten Jahreszeit tragen sie auch bei den übrigen dienstlichen Verrichtungen Handschuhe, und zwar gestrickte graue nach der Probe sür Beriltenc.
Der wetlbewerb um die alte KliniY.
Die bausachverständigen Preisrichter in dem Wettbewerb um die alte Klinik senden uns folgende Entgegnung auf die in Nr. 156 unseres Blattes wiedergegebenc Erwiderung des bei dem Wettbewerb beteiligten Architekten. Es ist ja nun für den Außenstehenden sehr schwer, darüber zu entscheiden, iver recht oder unrecht hat, weil das hierzu notwendige Material nicht mehr von jedermann nachgcprüft werden kann. Deshalb wäre es wohl ratsamer gewesen, wenn der erste Einsender mit seiner Kritik an die Lesfentlich- keit gekommen Iväre, so lange die Entwürfe noch allgemein zugänglich waren. Ohne diese Unterlagen aber können diese Meinungsverschiedenheiten kaum noch fruchtbar werden.
Die Zuschrift lautet:
Die Entgegnung in Nr. 153 des Gießencr Anzeigers ging von ven bausachverständigen Preisrichtern aus. weil es sich vorwiegend .um bauliche Fragen handelte und ja auch der Einsender in Nr. 145 speziell gegen jene zu Felde zieht. Alle Beschlüsse des Preisgerichts wurden e i n st i m m i g gefaßt. Die neuen Ausführungen des am Wetlbewerb beteiligten — aber nicht preisgekrönten — anonvmen Einsenders in Nr. 156 bringen nichts, was eine abermalige Erwidc rung im einzelnen crsvrderlich erscheinen ließe. Wenn Wortklaubereien, wie houvtsächlich Wege» der Lage des Sitzungssaales, aus dem Spiele bleiben, ist hie Auslassung des Preisgerichts sür dielen,gen. die es verstehen wollen, klargestcllt. Auch daß eine große Anzahl von Bewerbern, wie direkt und indirekt aus ihren -Entwürfen hcrvorgcht, die gleiche Aussassung wie das Preisgericht hatte, zeigt, daß der nicht vreisgelröntc Einsender seine Ansicht keineswegs als unschlbar betrachten dari.
Es war nicht Sache des Preisgerichts, alle Fehler der einzelnen Prosekte im Protokoll seit,ulegen oder anzugeben, wie sie zu beseitigen wären. Seine Ausgabe war vielmehr die Projekte auszu- wählen, die nach rcislicher Abwägung aller Vorzüge und Mängel die beiten Lösungen des Programms darsiellten.
Wenn somil ein Projekt preisgekrönt wurde, obgleich es nach einer Seite Mängel zeigte, so geschah das deshalb, weil es nach der anderen Seite erhebliche Vorzüge batte.
Bei den nicht preisgekrönten Projekten aber, also auch bei dem des Einsenders, vermochten die Vorzüge, soweit solche überhaupt vorhanden waren, die Mängel nicht soweit zu übcrtressen, daß ein Preis zuerkannt werden konnte.
Bei jedem Wettbewerb gibt es Sieger und Besiegte: das sollte aber keinem der letzteren ein Recht geben, ein einstimmig gesaßtes Urteil des Preisgerichts derart herunterzureißen.
Ein solches Vorgehen ist in erster Linke giktgnct, dem
Wcttbewcrbswescn zu schaden.
Das spricht auch ein kürzlich in rinrr auswärtigen Zeitung er schiencncr Artikel „lieber das daukünstlerischc Wettbeiverbswesen" aus, dem wir nachstehende Sätze entnehmen:
Was heule der Wettbewerdssache am meisten schadet, sind nicht etwa Fchlnrteile des .Preisgerichts, sondern die ost übertriebene Anmaßung, das gcsälltc Urteil eines Preisgerichts in einer nicht zulässigen Weise herabzuziehen. Daß der Sieger eines Wettbewerbs mit dem Urteil des Preisgerichts stets einverstanden sein wird, ist ganz natürlich Der Unterlegene ist aber zu gern geneigt, sich sofort eincr absälligen Kritik über die Preiskrönung anzuschlicßen und diese zu uuterstützen.
Jedenfalls l>aben im vorliegenden Fall die Preisrichter keine Peranlasiung, sich weiter mit den Aussührungcn des Einsenders auscliianderzusetzen oder gar technische Belehrungen von ihm ent- gegenzunehmcn, zumal sie aus seinen Darlegungen die Ueber- zeugung gewonnen haben, daß es ihm an dem nötigen Ucbcrblick über die in Betracht einenden Gesichtspunkte fehlt.
Sie haben umso-- . lveniger Veranlassung hierzu, als dir Art, in der die Kritik geübt' wurde, weit von dem abwcicht, lvas man unter gutem Ton versteht.
Becker, Großh. Baurat. Hechler, Großh. Baurat.
H. W i n n, Stadtverordneter.
An» StaVt stuft Lauft.
Gießen, 10. Juli 1914.
** Tageskalcnder für Freitag. 10. Juli: Oeif en tl ich e r
Vortrag des Provintzialdirekiors Geheimer»! 0r. llsii, ger: ,Tie Eleklrizuatsveeiorgmig der Provinz Oderhesse», ihre Vorgeschichte und Durchlnhrmig'. In der »euc» Aula, 8’/, Uhr.
® c io e v b e • 21 u s ft e 1 1 u n 9: Konzert der RegimenlSkapelle 8— II Uhr. (Italiculsche Nacht.)
21 n l a g c » m u s i k: ? Uhr abends.
"DerGroßherzog hat dem Professor Tr. Theodor Schott zu Bad-Na uh er in die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm voin König von Rumänien verliehenen Offizierkreuzes 1. Klaffe des Sterns von Rumänien erteilt.
** Kirchenrat D. Georg Schlosser wurde aus sein Nachsnchen unter Anerkennung seiner langjährigen ersprießlichen Dienste und unter Erteilung des Charakters als Geheimer Kirchen rat, mit Wirkung vom 1. Oktober 1914, in den Ruhestand versetzt. ,
**$011 der Technischen Hochschule. Der Groß- hcrzog hat den ordentlichen Prosessor an der Technischen Hochschule zu Darmstadt Dr. Arnold Berger sür die Zeit voin 1. September 1914 bis 31. August 1915 zum Rckior der Hochschule ernanul.
"DicFlächcdcsGroßhcrzogtuinsHcssennach Kulturartcn. Nach dem Stande der gegenwärtige» Vermei- sungcn umfaßt das Grvßhcrzogtum, wie die „Tarmst. Ztg." Mit- reilt, eine Fläche von 768 767 Hckiar. Davon entfallen: aus Acker- Mid Gartenland 369 361 Hektar — 48% der Gesamtfläche, aus Weinberge 14 435 Hektar --- 1,91« der Gesamtfläche, am Wieset! 101041 Hektar — 13,1% der Gesamtfläche, aus Waldungen 241 962 Hektar — 31,5»« der Gesamtfläche, aus Hausund Hosräumc 7410 Hektar — 1,0% der Gesamtiläche, aus un- bestcuerte Fläche 34 558 Hektar --- 4,5% der Gesamtfläche. Innerhalb der letzten 60 Jahre sind folgende Verschiebungen cingetretenz An Fläche zugenommen haben die Weinberge (von 9700 aut 14 435 Hektar), die Haus- und Hosräumc und dü unbestcuerte Fläche. letztere insbesondere infolge des Baues von Straßen und Eisenbahnen. Die Grösn' der Wieseniläch-e ist unocr.udcrt geblieben, dos Forstland Izat sich um ein Geringes erhöht : vwkleinert hat sich lediglich das Acker- und Gartenland, aus dessen Kosten also die be- trefsenden Kultnrarten gewachsen sind. :
** G e w e r b e an s st e 1 l u n g. Wie aus dem heutigen Inserat ersichtlich ist, ist für morgen, Samstag, ein biIli- ger Tag in Aussicht genommen. Ms Eintrittsgeld werden nur 40 Pfennige erhoben. Die Ausstellung bleibt bis abends 8 Uhr geöffnet.
** Besuch von Landwirten. Am Mittwoch weilten zahlreiche Mitglieder des Vereins der vereinigten Landwirte von Frankfurt a. M. und Umgegend in unserer Stadt und besuchten unter Führung des Direktors des Landwirtschaftlichen Jnstiluts — des Professors Gisevius —, die 105 hessische Morgen umfassenden landwirtschaftlichen Versuchsfelder, auf denen zurzeit der Pslan- zcnwuchs ganz prächtig steht. Tie Franklurter Herren erklärten, sie hätten nicht nur vieles mir Interesse gesehen, sondern sie hätten dabei auch manches gelernt, was sie in der Praxis verwerten würden. — Am Donnerstag besichtigten 50 Mitglieder des Landwirtschaftlichen Vereins des Kreises Kirchhain die landwirtschaftlichen Versuchsfelder. — Heute wurde der Mini st er Hombergk zu Vach ini Institut erwartet, welcher ebenfalls die Versuchsfelder einer Besichtigung unterziehen will. — Für Sonntag sind bereits mehrere landwirtschaftliche Vereine dem Landwirtschaftlichen Jnstilut zum Besuch gemeldet.
** Viertes Sommcr-Abonncments-Konzcrt. Auch das vierte Abonnements-Konzert der Kapelle des Infanterie- Regiments „Kaiser Wilhelm" in Steins Gatten hatte einen guten Besuch auszuweisen. Die Konzertstücke waren fleißig vorbereitet npd sorgsältig zusammengestellt, ihre Ausführung übettras unter der sicheren Leitung des Obermuiikmeisters L v l> e r auch hochgestellte Erwartungen. Melodien aus Rienzi. Tiefland, Wildschütz, La Tra- oiata und auch ine zum ersten Male gespielte Mazurka Caprice „So recht von Herzen gern" von P. Elm fanden eine mustergültige Wiedergabe. Einen großen Teil von Ersolgen des Konzertes darf jedoch der Solist. Kammermusiker Fritz Werner aus Wiesbaden, sür sich in Anspruch nehmen. Seine Trompetcnsolis bewiese» eine reise, ausgeglichene Künstlerschait. Er spielte Jntroduelion, Thema und Variationen über K. G. Reißigeps Valses brillantes von C. Fuchs, Spielmanns Abschied lRomanze sür Trompete) von O. Höser und „Tbc Favorite" (Fantasie) von I. Hattmann. 2lls Zugabe brachte er das bekannte. Seemaniislied. ■— Wie wir hären, ist sür das nächste 2lbonncments-Konzert ein Operettenabcnd geplant.
^ ** Zum Bundcsscst des Lahntalsängerbundes. Das 30. Bundcssest des Lahntalsängerbundes in Lich beginnt be- kannllich am Samstag. Dabei wich man an das I. Bundessest des Jahres 1881 in Butzbach erinnert. In einem Berichte darüber heißt es: „Im Jahre 1861 fand das erste Bundessängersest in Butzbach statt und zwar am 7. und 8. Juli. Ter Choral: „Töne du Feierlied", der aus dem Marktplätze angcstimmt wurde, leitete die Feier ein. Das Konzert wurde in den Hallen der ehrwürdigen! St. Markuskirche abgehalten. 2lußer der Nenkommschen Kantate: „Lobet den Herrn" und der Hauptmannschcn Motette: „Ehre sei Gott in der höh" — wurde die Hymne von „Herzog Ernst" zum Vortrag gebracht. Durch das Gotteshaus erbrausten die mächtigen Akkorde desvondemFranfurterLiederkomponisten „Necb" dirigierten Liedes. 2ln den sürstlichen Kompo- Ntslcii wurde später ein Huldigungstelegramm gesandt, Ncebaber wurde zum Ehrenmitglied ernannt."
Für die Pr 0 v. - Ä us s ch u ß si tz u n g am SamStaq, vorm. 3 / 4 9 Ubr ick folgende Tagesordnung ausgestellt worden: ll Kluge der W. Schäfer Ww. zu Rodenbach gegen die iiürsorgekasse sür Gemeindebeamte wegen Nichtgewährnng von Witwen- und Waisengeld. 2. Klage des Joseph Kabn IV. ,11 Ranstndt gegen das Großh. Kreisamt Büdingen wegen Versagung des Wandcrgeiverbeschcins 1914. 3. Gesuch
dcS H. L Gotlivals in Ulsa >,»> Erlaubnis zur Errichtung einer Danipskesscianlage.
" Vortrag über ElcririzitätsversorgunN dcrProvinzOberhc ssen. Der Eingang zum Vortrag des Provinzialdirckwrs Gcheimcrat Dr. Uslngcr über obiges Thema findet nur durch den Haupieingang des Universität sgeb >i udes von der Ludwigstraßc aus stall.
** Sul, Missionsergebnis. Bei der Submission für Kanalisationsarbciten an der Frankfurter Straße wurden folgende Angebote abgegeben: Hoch, und Tiefbaugcsell- sck>aft vormals H. Winn u Co. und Georg Decker, hier, 11 478 Mark, Birkenstock u. Schneider 10 854 Mk., Abermann und Kling 8664,50 Mk.
•* Ehrung eines Hessen. Dem Dr. Ludwig Dicht in London, zu Schotten in Oberhessen gebürtig, wurde von dem preußischen Minister der geistlichen und Untcrrichtsangelegenhciten in Anerkennung seiner wissenschaftlichen Leistungen das Prädikat „Professor" bci- gelegt.
** Unfallversicherung Der Former H. K. in Wetzlar
I)at am 30. Mürz 1910 im Betriebe der Bllderusschen Eisenwerke dadurch eine Gehirnerschütterung erlitten, daß ihm ein Brett auf den Kops siel. Als sein Zustand sich später vcrschlimmette, stellte er bei der Bcrussgenoiicnlchait Antrag aus Rente, wurde aber ab- gewicscn, weil inzwischen Verjährung eingetreten war. Nachdem das Reichspersicherungsamt auf feinen Rekurs der Berussgenossen- sckiait anheim gestellt halte, die Per>ährunasei»rede fallen zu lassen, wurde die Sache in dem am 2. l. Mts. vor dem Retchs- versichcrungsamt in Berlin anbcraumtcn Termin zur erneuten Verhandlung an das Oberversicherungsamt zurückoerwiesen. — Ter Reparaturschlosser A. P. aus Gießen erlitt am 17. Januar 1. Js. im Betriebe der Buderusschcn Eisenwerke dadurch einen Unsall, daß er von der Leiter stürzte. Die» Bcrussgcnoiienschast bewilligte ihm eine Rente von 30 Prozent, wogegen er Einspruch erhob. Inzwischen bat der Verletzte einen zweiten Unsall dadurch erlitten, daß er insolge eines Schwindelanjalls hinsiel und den Arm brach. Ob dieser zweite Unsall uttächlich mit dem ersten zmammenhängt, d. h. ob die Tchwindclansälle durch den ersten Unfall veranlaßt sind, bedars noch der Feststellung. Würde dies letztere zutrcssen, io muß die Berussgenossenschait voraussichtlich sür den zweiten Unfall, der sich nicht IM Bttriebe ereignete, auskommen.
** „9111 r eine Kleinigkeit". In einem bekannten Orte, dessen Namen aber rücksichtsvoll verschwiegen werden soll, zog am letzten Sonntag der Krieger- und Schützen- Verein unter klingendem Spiele nach den Schicßständen, wo das alljährliche Preisschießen abgehaltcn zu werden pflegt. Das ganze Dorf, die üblichen Festgäske von nah und fern umlagerten die Stände Und bewunderteri die Fülle der Gewinne. Eben verkündigt ein Trommelivirbel den Beginn des Turniers. 2lbcr kein erster Schuß fällt. Verlegenes Lächeln aus dem Antlitz des Schützenineisters, Besttirzung beim Vorstand, ein Rennen und Suchen. Man wird aufmerksam. Was fehlte? „Rur eine Kleinigkeit!" meinte der Oberschütze. Und das aber waren die — Gewehre. Die hätte die wackere Schar — wie es kam, weiß man nicht — dalfeim gelassen, nämlich in der Vercinskneipe. Fliegende Boten eilten und holten schließlich die — Kleinigkeit. Und dann nach länger Panse nahm das Preisschießen seinen Anfang. — So geschehen am 5. Juli 1914 im Kreise Leaterbach.
** Für die Versendung telegraphtscher Postanweisungen des inneren deutschen Verkehrs tritt vom 15. jJuli ob insostttl eine Erleichterung ein, als bei der Einzahlung von Beträgen bis zu 3000 Mk. für denselben Empsänger nur eine einzige Postaniveiinng ausgesertigt zu werden brauckst, ivährcnd bisher für jeden Betrag von 800 Mk. eine besondere Poltanwcisung ausgeschrieben werden mußte. Ilnßerdcm ist mst der Neuerung eine Erlparnis an Telegrammgebübrcn verbunden, da in das von iser Postanstalt auSzusertigendc Uebettveisungstele- gramm küning nur eine Postaniveiiungsnummer »nd der zu übenmnsendc Gesamtbetrag auszunehmcn sind, während bisher außier dem Gesamtbetrag die Zahl der Einzelpostanweiiungen, ihre 2Ius- gobeuummcrn und ihre Einzelbeträgc anzugeben waren. In der Berechnung her Postanweisungs- und der Eilbcstellgebähren ■ tritt keine Acndcrung ein.
Kleine Mitteilungen. Die viel umstrittene Bürgcr- mcistcrwahl in F r 0 s ch h a u s e n ist nunmehr endgültig entschieden, nachdem der unterlegene Gegenkandidat Gärtner seinen Einsvruch gegen die Gültigkeit der Wahl zurückgezogen Ifat. Es gilt somit als gewählt der srühcre Beigeordnete Koller. — In Äalbach bei Brensbach i. O. wurde am Donnerstag früh die etwa 50 Jahre alte Frau R a »sch. geborene Rusch, im Ortsbach tot aufgefunden. Es ist bis jetzt noch nicht sestgestcllt, ob ein Unglückssall oder Verbrechen vvrliegt. — Tic Frau eines Gricsheimer Fabrikarbeiters trank in selbstmörderischer 2lbsicht Lysol. Da cs von den Angehörigen sogleich bemerkt wurde, gelang cs der ärztlichen Kunst, die Frau am Leben zu erlialten. Familienzwistigkeiten sollen der Grund zur Tat gewesen sein.
Landkreis Gießen.
(a) Trais-Horloff, 9. Juli. Infolge der starken Regengüsse ist das ganze Horlofftal von hier bis Echzell in einen See verwandelt, so daß stellenweise das Wasser über l Meter hoch steht. In den benackzbärten Steinheimer Gemeindewiesen waren die Leute genötigt, das teuer gekaufte Heugras mit Hilfe von Schubkarren ans dem Wasser zu fahren, wobei sie bis an die Knie im Wasser mußten. Stellenweise ist auch das Heu fort
geschwommen.
Kreis Büdingen.
A Büdingen, 9. Juli. Gelegentlich des 50jährigcn Bestehens der Schwesternstabivu wurde das neue Schwesternhaus ein geweiht. Pfarrer Göbel hielt die Festrede. Tie Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeister Fendt. Für die katholische Gemeinde sprach Professor Müller, für die Israeliten Lehrer Halberstadt und für das Elisabethenstist in Darmstadt Pfarrer Lenz.
Kreis Lauterbach.
A Lauterbach, 9. Juli Der älteste Töpfcr- meistcr Hessens, Heinrich Schicbelhuth, feierte seinen 80. GeburtstLg in voller Rüstigkeit. Noch' heute sitzt er hinter seiner Scherbe und, formt emsig den Ton.
Kreis Schotten.
A Schotten, 9. Juli. Tie Synode des Dekanat? Schotten fand hier unter dem Vorsitze des Dekans Münch statt und beschäftigte sich in erster Linie mit der inodernen Jugendpflege. Pfarrer Fritsch-Ruppertsburg betonte die Notwendigkeit der Jugendpflege im Verein mit dem Jungdeutschlandbund. Die Synode beschloß, die Jugendpflege zu fördern und wählte einen Ausschuß von sechs Mitgliedern.
Slarkenburg und Rheinhessen.
— Darmstadt, 9. Juli. Die Eise » bahn- A. - G. hielt heute eine Aussichtsratssttzung ab, in der die 2Iufnahme einer weiteren Anleihe von 6 Millionen Mark beschlossen wurde, sür die die Stadt Darmiiadt die Zinsgaranlie übernimmt. Der Betrag soll in der Hauptsache zum Ausbau der Vorortbahnen und der elektrischen Ueberlandzcntrale benutzt werden.
tm. Darmstadt, 9. Juli. Wegen Mordversuchs wurde Donnerstag srüh in Heppenheim der Steinhancr Jose) Schropper aus Bayern verhaslet, der zuletzt in 2luerbach tätig war und mit der Katarinc Schindler dort ein Verhältnis hatte. Diese wollte nichts mehr von ihm wissen und zog nach Psnngstadt. Am Dienstag reiste Schropper cbcnsalls dorthin und gab mittags aut das Mädchen einen S'ch u ß ab, der aber seht ging. Er wurde »on der erregte» Bevölkerung derartig zugerichtrt, daß seine 2luj-


