Ausgabe 
9.7.1914
 
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jjolprt!« erijrttaä, ött- sich mit iliTfeWSt aiiT btc TeUteit schrecklichen Si)if*imrmi[ff «[« mmuniän.Tlul) uotlumbin erweisen. 3>ic Maß- iiotmim liaAtjrn sich auf den ganzen Bereich der Venimltting t!X>Slllens und der herzegrämna. Ein gizren die Serben ger>ck>teter, int technischen Sinne als eine diplomatische Aktion zu bezeichnen­der Schritt sei nicht in Aussicht gentmmttn. Der gemeinsame iettnrnzturniner bat>e dann einen eingehenden Bericht erstattet Über che bisherigen Ergebnisse der Untersuchung, die Über dos Attentat van Scrajewo erngcleitct ist. Die Raßtiahmcn, welche beschossen worden seien, sollen keineswegs ittie Sistierung der lBerjassung oder auch nrrr eine Einschränkung der versassungs- mäkigrm Institutionen, die diesen Lindern verlieltcn worden sind, itmsagen Es wll vielmehr der Perfucki gemacht toerden, durch Vetavalncngsmaßuahmen, vornehmlich» ans dem l'Vbtetc der Poli­zei, Vorkehrungen zu treffen, die eine strenge Uebenvachnng der Tätigkeit und der Verbindungen der großserbischen Agitation ermöglicknm nnd durch eine Verschärfung des Grenzübeiwachnngs- dienftes einen unerwünschten Zuzug aus dem AnSlandc fern- batre» Jnsbeßmdere soll auch jedem wetteren Eindringen der gaobserbtsckien Agitation in die Schulen ein Ziel gesetzt werden, In bcjUo aus den Grcnzübcrwachungsdienst soll unter anderem eine Vermehrung der TonaaffloNc in Aussicht genommen wor­den sein.

Eine Anfrage im ungarischen Abgeordnetenhaus.

Budapest, 8 . Juli. Im Abgeordnetenhaus« beanttvvrletc der Ministerpräsident Gras Tisza eine Inter­pellation des Grafen Andrassy über das Attentat in Sera- jewo. Er führte aus, die Untersuchung habe sestgcstellt, daß eine Berschwörerbande das Attentat ausgesührt hat, doch darf man aus diesem verhängnisvollen Falke nicht allgemeine Schlüsse ziehen. Es ist absolut unrichtig, ju glauben, daß Bosnien an der Schwelle der Revolution stehe. Die Sicherheit Bosniens durch die dort stehende Mili­tärmacht sei vollständig gewährleistet. Ueber die even­tuellen Schritte bei Serbini kann ich mich augenblicklich nicht äußern. Ich null nur allgemein sagen, daß alle Fak­toren, welche für die äußere Politik verantwortlich sind, sich die großen Interessen vor Augen halten, welche an die Erhaltung des Friedens geknüpft sind, andererseits aus die Wahrung der Lebensinteressen und des Prestiges der Monarchie bedacht sind.

!>» Serben in Bosnien verhaftet.

Belgrad, 8 . Juli. Wie die Zeitungen melden, sind in Bosnien bisher 9b Serben unter der Anschuldigung des Hochverrats verhaftet worden. Serbien werde gegen die Ber Haftungen, soweit serbische Staatsangehörige in Betracht kommen, in Wien protestieren.

Drohbriefe gegen den serbischen Kronprinzen?

Belgrad, 8 .Juli. Mitglieder des Hofes und des Ministeriums haben deutsche und ungarische anonyme Briese erhalten, in denen Todesdrohungen gegen den serbischen Kronprinzen ansgestoßen werden. (Tie Meldung kommt be­zeichnender Weise über Parts. D. Red.)

Wien, 8 . Juli. Graf B e r ch t o l d ist heute nach Bad Ischl abgereist, wo er morgen vormittag vom Kaiser in Audienz empfangen wird.

Au» Stadt und Land.

Gieß cn, 9. Juli 1914.

** Tages? elender sür Tonnerstag, 9. Jnli: 4. A ban­ne in enls-Konzert der RcgiinentSkapelle. S'4 Uhr abends in EtcinS Garten. Solist: Friß Weroer-Wiesvaden.

** Versetz ungen. Der Groß Herzog hat den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Illrichstcin Emil Hoff­man n zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach tind den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Dieburg Anitsgerichts- rat Dr. Moritz Hansult znm Amtsrichter bei dem Amts­gericht Gießen, beide mit Wirkung vom 1. Ollober 1914, ernannt.

** Erledigt ist eine mit einem katholischen Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an der Volksschule zu Ober- Wöllstadt, Kreis Friedberg.

Die Gewerbe-Aus Heilung Gießen 1914, die eine außerordentlich reichhaltige Ucbersicht über das Gewerbe unserer Provinz und der benachbarten Gebiete gebracht bat, wird endgültig am 3. Angnst geschlossen. Im Hinblick ans die große Dedcutung, die der Besuch für alle Handwerk- Hat, ist es dringend anzuraten, daß jedermann, der konknrrenz- säbig bleiben will, der Ausstellung einen Beiuch abstattet, die soviel Sehenswertes und Lehrreiches znsammcnbringt. Wie wir hören, haben die Bürgermeister des Kreises Schotten in diesem Jahre wiederum einen

gemeinsamen Ausslug geplant und zttar werden sie aan 22. Juli der Gewerbe-Ausstellung »n Gießen einen Besuch abstatten. Die Beigcovdnetcn, Geineinderats- mitglieder und sonstigen der Gcmeindeverivaltung zugc- hörigen Personen, sowie Lehrer und Schulvorstandomit- glieder wecken an dem Altsfluge teilnehmen.

** De r Vortrag in der Gießen er Freien Studentenschaft von Tr. Earl Sonnenschein über das Thema: Die soziale Student« nbewegung, fand am Dienstag abend in dem fast überfüllten großen Hörsaal der Universität statt. Man muß gestehen, daß der größte Skeptiker, der mit einer Fülle von Vorurteilen sich in den Saal begab, die Segel streichen mußte vor den von cineni tiefen sittlichen Ernst getragenen Ausfiihriingen des temperen,entvollen Redners und vor der Art, wie er sie vortrug. Sonnenscheins ungemein bilderreiche und flüssige Redeweise steigerte noch die eindringliche Schärfe seiner Ausführungen, die sich trotzdem immer auf streng neutralem Boden hielt, selbst da, wo er am meisten den Mangel an Verständnis bei denberufenen Führern breiter Volks­schichten" beklagte und da, wo eine Bevorzugung des rein konfessionellen Gebiets Sonnenschein ist bekanntlich katho­lischer Geistlicher nahe lag. Der Vortragende zeigte zu­nächst, wie cs Übcrl>aupt kam, daß sich die Studenten in den allerletzten Jahren auf ihre sozialen Pflichten besannen. Reue Motive.sind in das deutsche Studentcntttm getreten, die die Wendung zum Volkstum überragen und höhere An­sprüche idealer Natur an den einzelnen stellen. Und so um­faßt die sozialstudenttsche Bewegung vor allem: den neuen Idealismus der Hochschulen, der seit ettva fünf Jahren auf eine starke hinbewegung zum Gcsamtvolkstum htnarbeitet, das religiöse Neusuchen nach innerer Wahrhaftigkeit, neuer Gesellschaftsformen und des Euchens nach Neubildung. Es fehlt mt der ernsten und planmäßigen Erziehung der aka­demischen Kreise zu sozialen Notwendigkeiten und den er­forderlichen Fähigkeiten für solche Dinge. Die Nervosität unseres Volkstums vergrößert die Spannung zwischenreich und arm" und ersclpvert die Verständigung. Deshalb sind vor allem die Gesichtspunkte möglich und konkret zur Erziehung zum sozialen Verständnis, eine neue Begeisterung für solche Arbeit zu propagieren und früh- citige prattische Mitarbeit. In der anschließenden Aus- vrache bedauerte Stud. Phil.'Eggert das mangelnde Interesse, das weite Kreise der Dozentenschaft und der ans ihr hervorgegangencn jungen Generation diesen Bestrebun­gen entgegcnbringen nnd forderte zu regerer Anteilnahme üuf. Daran knüpfte er Praktische Vorschläge betreff. Schü- lerverbindnngen und Schundliedbekämpsung.

** Die Ausstellung in der Un iv ersitä t s- Bibliothek.ist bis zum Schluß des Semesters jeden Montag von 111 und jeden Donnerstag von 35 tlhr ge­öffnet. Sie enthält Handschriften und seltene Drucke aus dem Besitze der Bibliothek und Bücher, Bilder und Schriftstücke zur Erinnerung an die Freiheitskriege.

** Militärkonzkrt in der Gewerbe-Aus­stellung. Das gestrige Mtlitärkonzert hatte bei dem guten Wetter ein außerordentlich zahlreiches Publikuni gefunden, so daß schon zu Beginn kaum noch ein Platz frei war. Das Konzert, das von der Gießener Regimentskapelle unter Obermusikmcisters Löber Leitung ausgeführt wtrrde, be­deutete für die Kapelle einen vollen Erfolg. Aus der Zahl der Konzertstücke seien genannt: Fantasie a. d. Musikdrmna Die Walküre" Wagner, Chor d. Friedensboten a. d. Op. Cola-Rienzi" R. Wagner, Ouvertüre zur OperZampa", F. Herold, und endlich auch,/Ohne Fleiß kein Preis", der Gieß'ner Gelverbe-Ausstellungs-Mcrrfch 1914 von W. Löber, der reichen Beifall sand. Eine besondere Anziehung hatte der Bad-Nauheimer harsenvirtttos Johannes Snoer aus­geübt. Er spielte zunächst meisterhaft die Große Konzert- smitasie für Harfe von Eh. Oberthür. Dann folgte ein Noc­turne von L. Köhler und ein Konzert-Walzer, von I. Snoer selbst komponiert. Ebenfalls eigene Werk« bildeten den Schluß der glänzend dargebrachtcn Musikstücke: Wiegen­lied, Intermezzo und Capriccio.

** Obcrhessischer Verein für die Baselcr. Mts - f ton. Die diesjährige Jahresversammlung sand gestern nachmittag im Gemeindehaus der Matthäusgemeindc statt. Kirchcnrat I). Schlosser- Gießen gab ein eingehendes Bild von der 'Arbeit des Vereins im Jahre 1913. Die hier abgehaltenc Mtssionsaus- stellung hat reiche Anregung für die Ausbreitung des Missions- intercsses gebracht. Sie wurde von 4983 Erwachsenen, 500 Kin­dern und 10 723 Schülern, zusammen 16 506 Personen besucht. In Gießen hat sich ein Missionsstudienkreis gebildet, der von un­gefähr 15 Teilnehmerinnen besucht wird. Dem Verein gehören zurzeit 73 Gemeinden Oberhesscns an. Ten Rechnungsbencht cr-

Laicn einleuchten, wenn er sich z. B. die große Schnellbohr- maschinc ansieht, welche in kürzester Zeit Löcher bis zu einem Durä-messer von 65 Millimeter bohrt, in Eisen natürlich denn sämtliche hier zu nennende Maschinen sind nur zur Bearbeitung von Metall bestimmt. Dieser Schncllbohrcr eckält direkten, elektrischen Antrieb durch einen Motor von 5 ?8 , besitzt eine Knhlwasserpnmpe, die während des Bohrens selbsttätig kaltes Wasser ans die zu durchlöchcrnde Stelle sließcu läßt und äst snit einem herstellbaren Bohrer (und Tisch versehen.

An diese große Maschine schließt sich eine Serie kleinerer Bohrmaschinen in Größen und Leistungen von 15 32 Millimeter, z. T. mit selbsttätiger Bohrec-Auslösung. Erwähnt sct hier auch eine Spezias-Bohrmaschine sür Wagenbau.

Bet allen diesen Bohrern ist ein um seine Axc drehbarer Tisch angebracht, auf dessen unterer Seite sich ein Schraubstock besindet. Letzterer gewähtt den großen Vorteil, daß man unter jedem gewünschten oder nötigen Winkel bohren kann, hierher gehören noch zwei Bohrmaschinen für Handbetrieb, wovon die eine aber auch durch Elektrizität oder Dampfltasi angetricbcn werden kann.

Es folgen die Stanzen:

Tie sog. Seturitas Uniocrsal-Exzenleriochstanze ganz aus Stahl dient mit ihrer Schere zum Schneiden von Flach-, Quadrat', Rund-, Winkel- und T-Eisen und zum Lachen von ll-, 1-, I-und ll,Eisen im Stea und Flansch.

Man kann diese Stanzen mit Und ohne Zahnhebel-Uebersetznng benutzen, letzteres sür leichtere Arbeiten: auch werben sie mit ver­stellbarem, dovveltem Anschlag zur Stanze geliesert, welcher das Lochen in gleichen Abständen ermöglicht: sie lochen bis zu einem Durckmiesser von 1618 Millimeter bei einer Stärke des Eisens bis zu 26 Millimeter.

Auch die Stanzen sind für direkten elektrischen Antrieb ein­gerichtet und mit Hand- und Fußkuppelung versehen, ebenso mit selbsttätiger Auslösung, die aber auch aus Dauerbetrieb eingestellt werden kamt. Die größeren Stanzen sind fahrbar.

Die Zahnhebel-Blechschcren aanz aus Stab! dienen zum Durchschneiden ganzer Blcchtaseln und zum Abscheren von Quadrat-, Rund-, Winkel- nnd T-Eisen ohne Messcrwechscl: tritt eine wettere Zahnktanzübctsetznng hinzu, so wird eine größere Arbeitsgeschwindigkeit erzielt. Sic schneiden Flnßeiienbleche bis zu einer Stärke von 13 Millimeter, Rundesten bis zn 30M,llimcter Dir stäblernen Blech- nnb Prosileiscnscheren sind nie Trans- miisionsbetrieb oder dttekten, elektrischen Antrieb eingerichtet: bei letzterem erhält der Motor seinen Platz ans der Maschine nnd wirkt vermittelst Rohhantrad ans ein an Stelle der Riemen- scheiben angebrachtes Zahnrad.

Sehr rnten-Kant war die Vorführung einer kombinierten Aus-

il. . .

Han- und Lochmaschine; man könnte sie mit einer großen Laubsäge vergleichen denn sie ermöglicht leicht und schnell das Aus­schneiden jeder beliebigen Figur, wie z. B. die eines Wapven- Adlers natürlich aus Eisenblech, bei einer Stärke von sechs Millimeter.

Diese kombinierten Maschinen bilden für Kunstschlossercien, herdsabriken nsw. ein sehr nützliches Werkzeug, umsomehr, als mit ihnen auch kleine Prosileisen gelocht werden können. Tic hubzahl geht bis zn 240 in der Minute.

Tie Lcttsptndel-Drebbänkc sür Transmissiansbctrieb, die aber ebenso für ausschließlichen Fußbetrieb geliefert werden können, wurden uns auch arbeitend vargeführt: cs wurde gerade eine dicke Eisenwelle abgcdreht: die Spttzenhöhe über dem Bett beträgt loO Millimeter, in der Kröpfung 250 Millimeter bet einer Dreh­länge von 750 Millimeter und einer Bcttlängc von 1500 Milli­meter. Zwei Füße.

. Znm llnterlchied von der eingangs erwähnten Schnellbol Maschine, die in verttkaler Richtung aufgestellt ist und arbeit sit die doppelt-horizontale Schncllbahrmaschine erwähnt, die zt Bohren von Scharnierlöchern an Ofentüren und dergleichen die: Tte horizontalen Verschiebungen werden durch Handräder bewir Bet Erreichung der eingestellten Bohrtiesc lösen sich die Spinde selblttaltg ans und gehen automatisch schnell zurück, um zur nächst Bohrung erneut angestellt zu werden.

Bohrt Löcher bis zu einem 'Durchmesser von 10 Mtllimct nnd bis zu einer Tiefe von 85 Millimeter.

Zinn Schlüsse mögen noch zwei ausgestellte hobclmaschin Erwähnung stnden, wobei ,u bemerken ist, daß die Maschinen I schleuntgien Rücklaus des Tisches besitzen. Der Geschwindigkeit Unter,chted wird durch Zahnräderübersetzung erzielt, wodurch u m Rinnen erforderlich ist. Das zu hobeln

bars eme Lange von 1000 Millimeter, eine Breite v 600 Millimeter und eine höhe von 500 Millimeter haben.

Sehr leistungsfähig ist die sog. Schnell-Shaping-bobelmaschii mit Riemen Umsteuerung, sclbsttättger Querbewegung des Tisch Zohnftangcnantrieb; sie hat beit großen Vorzug, daß sie getr auch von einem weniger geschulten nnd gewifsenhasten Arbeit rationell bedient werden kann. Die Maschine eianet s auch znm Ruten von Wellen.

Die von der Firma hchligenstaedt & Cie. ausgestellten M schmen zahlen naturgemäß zu den Neinercn Werkzengmaschrn-

Abbildungen, die sich an den Wänden des Ausstellungsraum besmden, geben dem Beichaner erst einen Begrisi welche Riese Matchinen von der genannten Firma gebaut werden, die dies Zweig der Gießener Jndusttie überall in der Welt in würdigst Weise vertreten.

stattete Dekan Gußmann - Kilchberg. Das diesjährige MissivnS- feft des Baseler Vereins soll IN Obcr-Widdershcim bei Nidda ge­halten werden llebcr die Inspektionsreise des Baseler Inspektors Tipper nach China berichtete daraus Missionar Müller hersseld, der an dieser Reise teilgenommc» Itatte. Er zeigte die Lage der Baseler Mission in Ehina und legte dar, welche Aus­gabe die Mission gegenwärtig in China habe. Die Stellung der chinesischen Regierung zur Mission ist eine sehr tolerante, so daß die Mission stete .tzand hat: in pielcn Otcgenden der Provinz Kanton, wo die Baseler Mission arbeitet, ist ihr die Bevöllerung durchaus freundlich gesinnt und verlangt die Einrichtung christ­licher schulen. Seil der Revolution Iwt das Christentum bedeutend an Ansehen gewonnen, doch sindct sich auch eine starke Bewegung, das Heidentum neu zu bcicsttgen. Die Mission muß die jetzige günsttge Lage zur Ausbreitung des Evangeliums in verstärltem Maße benutzen, wozu eine größere Arbeiterschar und bebeülettde Geldmittel nötig sind. Das Ziel der Misstonsatbett ist auch hier die Lochaisung einer selbständigen chinesischen Misstonskirche. Zuletzt berichtete Dekan Gußmann.noch über seine Eindrücke ans bcm diesjährigen Jahressest nnd der Dcligiertcnvcrsammlung IN .Basel. Für das lOOsährige Jubiläum der Baseler Mission im nächsten Jahre soll eine Judiläumsgabe gesammelt werden. Bei der nun solgenden Vorstandswohl wurden gewählt: Als Vorsitzender an Stelle des in den Auhestand tretenden Kirchenrates ll. Schlosser Dekan G u ß m a n n - Kirchbcrg, als Rechner Pfarrer Vogel- Rcichelshctm, als Beisitzer Lehrer S ch so ud ro s-Oppenrod und Fabrikant K a n fs m a nn-Gießen. Znm Schluß sprach Dekan G n ß m a n n dem scheidenden Vorsitzenden den Tank des Vereins sür seine Tätigkeit aus.

** Gießener Volksbad. Im zweiten Vierteljahr 1914 wurden IN der Anstalt im (tzanzcn 36542 Bäder (gegen 36 269 im gleichen Vierteljahr des Vvnahres) verabreicht, oder durchschnittlich tm Tag 402 Bäder 13991 gewonnen. Die neu eingerichtet ent Wannenbäder 3. Klasse erfreuen sich eines regen Zuspruchs und waren schon längst ein Bedürfnis. Tie Bäder verteilen sich im Einzelnen: Schwimmbad 15 601 (15 832), Wanne 1. Klasse 1074 (11061, 2. Klasse 4223 (4171), 3. Klasse 1461 (), Brausebäder 9823 (10 719), mcd. Bäder 545 (534), Volksbäder ü 10 Psg. 3818 (3907). Tie Personcnwage wurde 940 Mal benützt. Besichttgt wurde die Anstalt von 12 Personen. Der Rückgang »er Brause­bäder ist allein auf die kühle Witterung znrückzusührcn.

** Kleine Mitteilungen. In O s s c n b a ch drang ein Dieb am Hellen Tage in die Mansardensttrben der im Hause bc- diensteten beiden Dienstmädchen und erbeutete zwei Barbeträge von zusammen über 11X1 Mk. Von den Tätern schlt bisher noch jede Spur. Wegen Verdacht der Brandsttsiung und BctrugSversuch wurde in Darmstadt der 35 Jahre alte, srüher in Frankfurt wohn» haste John Küttner aus Janotv in Rußland scstgcnommen, der in Isenburg eine Zigarcttensabrik betrieben hatte und seit ctw«' Vr Jahre in Tarmstadt ein Jigarrcngeschätt betrieb, das ajlerdingS seit 15. April in eine G. m. b.h. umgcwandelt und seiner Schwester Gerda Küttner verkauft worden Ivar. In der 9!acht zum 1. Juli war in dem Zigarrengelchäst ein Brand ausgebrochen und dabei angeblich Waren und Geld gestohlen worden. Es liegt Verdacht vor, daß der Brand durch Küttner veranlaßt und der Diebstahl nur ein singierier ist.

Landkreis Gießen.

(ck) Wieseck, 8.Juli. Für die Gcmeinderats- s i tz u n g am Freitag, den 10. Juli, abends 8V* Uhr, ist fol­gende Tagesordnung ausgestellt tvordcn: 1. Reparaturen für Schreiner-, Spengler und Wetßbindcrarbcilen in den Schulen der Gießener- und und Schulstraße. 2. Gesuch der Freien Turncrsck>ast um Uebcrlassung eines Spielplatzes. 3. Anschaffung von Turngeräten und Subscllicn für die Schulen. 4. Verkauf von Baugelände an Private, hier Fest­setzung des Preises. 5. Gesuch des PH. Walther um Erhöhung von Pslcgegcld für Louise Döringer. 6. Reparatur des Back­hauses in der Gießener Straße. 7. Verpachtung der Schas- weide sür 1915. 8. Die Ueberdeckung der Friedhofswege mit Kies, sowie Anpflanzung von Bäumen.

Kreis Büdingen.

A Bisses bei Echzell, 8. Juli. Der Kriegsvetcran^iind Polizeidiener Wilhelm Wetzstein I. wnrdp dieser Tage zur letzten Ruhe gebettet. Er diente von 1868 bis 1871 beim Jnfrinteric-Regiment Nr. 115.

Kreis Frievberg.

& Kirch-Göns, 8. Juli. Ein Leichcnzug geriet dieser Tage wälgrend eines Gewitters in große Ge­fahr. Als der Zug.^den hier noch die Schulkinder begleiten müssen, durch eine Straße ging, erfolgte eine heftige elek­trische Entladung und mehrere Sck)ulkinder ftürzten zu Boden. Der Blitzstrahl hatte eine hohe Stange an einem Hanse getrosfen. und durch den Luftdruck waren die Kinder zu Boden geschleudert worden.

A Butzbach, 8. Juli. Die schweren Gewitter­regen der letzten Tage haben über Flur und Feld so ge- walttge Wassermassen ausgegossen, daß sich die Frucht ge­legt hat. Auf ttcfcn Wiesen und in Ackersiirchen steht viclsach heute noch das Wasser.

t. Bilbel, 18 . Juli heute sind die mit den ^köpfen an- einandergcwachfenen Zwillingskinder Emilisa Stell hier in eineni ?llter von 8 >/z Iahten g e st o r b c n. Kurze Zeit nach der Geburt dieser Kinder wurde bei deren Anwesenheit gelegent­lich eines Aerztekongresscs in Frankfurt a. M. die Frage ausge- worsen, ob die Kinder .getrennt werden könnten. Diese Frage wurde von sämtlichen anwesenden Acrzlen cinsttmmig verneint, ck vorauszufehm sei, daß bei einet Trennung ein Ktnd sterben müßte. Tie Kinder waren vollständig entwickelt. Die Köpfe itxtrert etwas ineinandergeschoben, jedoch waren die beiden vollständig ausgcbildeten Gehirne durch eine Hirnschale getrennt. Der Tod trat infolge Keuchhusten ein. Das eine der Kinder starb drei Stunden später als das andere. Da der Tod der beiden Kinder unmittelbar .nacheinander eingetrcten ist, muß man doch an- nehmen, daß die beiden Gehirne der Kinder nicht vollständig voneinander abgeschlossen waren. Ter Vater hat diese Wunder­kinder in vielen Städten Europas zur Schau ausgestellt. Dem Ver­nehmen nach sollen die Kinder im Krematorium in Offenbach cingeäschert.werden.

Hessen-Nassau.

b. Ballersbach b. Herborn, 7. Juli. Im Grubenscld« Schcppergrabcrgraben" ist in einer Tiefe von nur 11 Metern ein Eisenerzlager von 55 v. h. Eisengehalt angefahrcn worden. Das Grubenfeld gehört der Gewerkschast Adolsshütte-Dtllenburg. die auch auf ihren Gruben bei Oberscheld in der letzten Zeit bedeu­tende neue Auffchlüsst gemacht haben soll.

rrircbe nnd Scbule.

h. Frankfurt a. M., 8 . Juli.

Bet regem Besuch ans allen Teilen des Landes trat lwnte die Evangelische Konferenz (Friedbergcr) tmKaiser­keller" zu ihrer diesjährigen hauptverianrmlung zusammen. In seinem Jahresberickst bot der Vorsitzende, Professor v. Die hl (F-rtedberg> ein erfreuliches Bild von der inneren und äußerem Erstarkung der Bereinigung während des letzten Geschäftsjahres. Eine vom Vorstand vorgelegte Geschäftsordnung wurde nach länge, rem Meimmgsanstausch angenommen. Tie gevlante Abhaltung eines F« ri en lc hr gan gs im herbst verschob man wegen der kurzen Dorbereittmgszeit ans das nächste Jahr. Dem Kassen, bericht für 1913, der 1078.03 Mk. Einnahmen und 1061.07 Mark AnSaabcn verzeichnet«, stimmte die Konferenz genehmigend M. Das Vermögen wuchs auf 1062 Mk. an.

Im Anschluß an die geschäftlichen Erörterungen 'sprach Pro7. O. Schian (Gietzenl in geistvoller Weise überKirchltch. kcit", wobei er solgende grundsätzliche Gedanken artssührtc: Ter BegriffKirchlichkeit" hat dreierlei Bedeutungen, und zwar die einer energischen Betonung derKirche" tm Untersästck vonnichtkirckstichen" religiösen Gcmeim'chaffen, die einer be­wußten, kräftigen Bejahung der Gcsamtkirche im Unterschiede von