Sine Proklamation de» Kaiser» Franz Josef.
Wie», 2 Juli. Wie in unterrichteten Hofkreisen »er- lautet, wie» der staifcr nach den Belsetzungsseierlrchketten eine Proklamation an die Böller seines Rcl- ches erlassen. In -der Proklamation wird der Kaiser der groben Verdienste iinddt'r aufopfernden Pflichttreue des er- nlvodetru Th ron folge rS gedenken. In der Prvkiamatroii wird der ü aller in einem desonderen slbs2m 11 : die neue ^telinrig d>-s Erzherzogs Karl Franz Joseph als des nächsten Thron- agnaten würdigen. ...
Der Minister des Aeubern Gr<rf Berchtold erschien gestern mittag in nahezu «inständiger Ändieiiz beim Kaiser in Schönlwunn. Die Audienz wird init den Ergebnissen der Untersuchung in Lerche,vo und den wahrscheinlich,«,! >va,ritten des Wiener Kabinetts in Belgrad sowie auch mit der angekündigten Prokianiatüm des Kaisers in Ziisanimenhang gebracht.
Die Ucbcrfnl,ru»g der Leiche» nach Wien.
Triest, 2. Juli. Tic llebersührung der Leichen des Erz- herioglhronsolger Front Ferdinand und seiner Gemahlin von dem Schlachtschiffe „Viribus Unilis" ans Land und von da
w. rier nach dein Südbadnhof geftaltete sich unter der Teilnahme aller Schichte» der BevöllcriiNg zu einer imvosanlcn Trauerkmid- acbml». 2tuf der Riva San Carlo loar ein grober Platz irci- acbalien, in dessen Milte zwei in Gold imb Schwarz drapierte Ka'asalkc errichteten waren. Links von.dem Kataiaik stellten sich die Generolitül. die Admiralität und das Offizierkorps mit dem Marinekvmmandanien an der Spitze aus, rechts von den Katafalken der Staitl-alter Prinz zu HolMiiohe. die Spitzen der staatlichen Dcbörde», Bürger,nristcr mit dem Gemenchcrat und die übrigen hohen Zivilbeamten mit der gesamten Staatsbeamteii- schaft und dcu Mügtiedern der Handelskammer Zu beiden weiten der Riva batten eine grobe Anzahl von Korporationen, Vereinen und Deputationen aus der Industrie-, Schiffahrts-, Handels- und der Finan-.wclt, Ausstellung genonnnen. Hinter den Kata- salten stand die qesamie katholische Geiftlichkeit der stabt so,me die Geistlichkeit der anderen in Triest vertretenen 'Konscsnonen, mit den Bischöfen von Triest und Parmzo an der Spitze, dahinter die Marine-Ebrenhompagnie. Den ganzen Plast iimrahmicn Studenten und Mittelschüler. Um acht Uhr früh wurden die IN die Kriegsflagge eingchülllen Särge von dem Schlachtschisl aut einen schivarz verhüllte,, Kahn gebracht, der von einem Schlepper gezogen gegen die Riva sich in Bewegung setzte. Unter dem Geschützsalut der Kriegsschiffe, dem Geläure der Kirrhenglochen und tiefem Schweigen der Traucrgästc brachten Marincossizicre die beiden Särge an Land, wo sic aus die Katafalke gehoben wurden. Die Gefolge der Verblichenen traten an die Katafalke heran, die Ehrenkompagnie und die übrigem Triwpcil präsentierten. Dann wurde mtter erneutem Geschützsalut von Bischof Karlin unter grober Assistenz die Einsegnung porgenommen. Daraus formierte sich der lange Zug. Die Särge wurden auf zwei sechsspännige tGalalcichcuwagcn gehoben. Voran schritt, hinter sieben schwer- beladcmen Blumenwagcn die gesamte Geistlichkeit. Es folgte der Leichenwagen der Herzogin, dann der Leichenwagen des Erzherzogs) Dahinter schritten die Mitglieder der Gefolge der Verbliche neu. der Statthalter, der Marinekommandant, der Vodcsta, die Admirale Mid Generale. Diesen schlossen sich das übrige Trauer- gcfolgc. die Korporationen und endlich zwei Kompagnien Militär
an. Der Zug bewegte sich durch ein dichtes Mcnichenspalier, das sich hinter dem Spalier der Infanterie- und Marinemannschasien, der Finanz-, Sicherhciis- und Munizipalwachcn und der Feuerwehren in allen Straßen drängte und in lautloser Ergriffenheit entbtöbtcn Hauptes den imposanten Zug passieren liest. In den Sirasten brannten die traucrumilorten Laternen und in den geschlossenen Geschäften die cbcnfails uin'tlorien Beleuchtungskörper. Ulm 'J,30 Uhr traf der Zug vor dem schnmrz drapierten Südbahnhose ein. Die Särge wurden von den Marineunterofsizieren nach dem Bahnsteig gebracht, während die Ehrenkompagnie des bosnisch-herzegvwinischen Regiments die Ehrenbe^igumgcn leistete. Daraus wurden die Särge in den zu einer KapcUc »mgewandeltcn Waggon gehoben und aus Kaiaialkc gcsicUt, woraus Bischof Pedcr- zolli die Leichen von neuem einsegueie. Dann wurden die Verschlust- türen des Wagens plombiert und das Gefolge der Verblichenen bestieg den Zug, der sich um 0,45 Uhr in Belpegung setzte. während die Trauergähe und die Menschenmenge ehrfurchtsvoll grüßten.
Wien, 2. Juli, beute abend um 10 Ubr traf der Sonderzug mit den Leichen aus dem trauergeschmückten Südbahnhoi ein. Erz- Herzog Karl Franz Joses. Hoswürdenträgcr. Osftzicre der Wiener (Garnison und nne Ehrenkompagnic cr,oarieten die irdischen Hüllen des Fürstenpaares. Beim Einlaufen des Zuges ertönte gedämpfter Trommelschlag. Erzherzog Karl Franz Joses trat an den Traucr- wngen heran. Die Särge wurden von Ulanenwachtmeistern in den Wartesaal des Hofes getragen und aus Katafalke gestellt. Hier nahm Burgpsarrer Seidl in Gegenwart des Erzherzogs Karl Franz Joses, der Hoswürdenträgcr. der Offiziere und des Gefolges des verstorbenen Erzherzogs die seicrlichc Einsegnung der Leichen vor. Rach beendeter Feierlichkeit wurden die Särge über die Trep ven des Äahnbosvcstibüls durch ein Spalier von Offizieren und Damen, welche laut schluchzten, niedcrknieten und sich lekreuzigtcn, zu dem Lcichengalawagcn getragen. Alsbald setzte sich der Trauer zug IN der durch das ÖoszercmonieU vorgcschriebencn Ordnung noch der Pfarrkirche der Hosburg in Bewegung. Bor dem Bahnhof und auf den Straßen bis zur Burg standen dichtgedrängt Menschen müssen in Trauerkleidung. In feierlicher Stille erwartete die Bevölkerung Wiens tieferschüttert den Trauerzug: während der Bor- bcisahrt wurde vielfach lautes Weinen und Weheklage,i laut.
Die Beisetzung in Artstetten.
Wien, 2. Juli. Die Beisetzung des Erzherzogs unddcrHcrzoginvonHohenberg erfolgt in Artstetten <un Samstag'vormittag 10,30 Uhr. Außer den Kindern des Throrifolgerpasres sollen, wie verlautet, Erzherzog Karl Franz Joseph, die Erzherzogin Zita, die Erzherzoginnen Maria Annunziata niid Maria Theresia. Erzherzog Max und die Angehörigen der Herzogin von Hohenberg anwesend sein.
Aus Staüt «nS L'anv»
Gießen, 3. Juli 1014.
Kosten der Rechtshilfe im Bcrwaltungsstreitversahren.
Bei Rechlshilseersuchen, die der Großh. Bcrwaltungs- gerichtshos an die Verwaltungsbehörden lProvinzialdireb tionen, Kreisämter) richtet, ist zur Vereinfachung des Ge- schäftsganges im Ministerium beschlossen worden, daß die bei Erledigung dieses Ersuchens entstehenden Zeugen- undSachvcr ständigen-Gebühren nicht mehr vorlagsweise aus der .Kreis- icher Provinzialkasse ausgezahlt werden, sondern daß der Zeuge usw. den Gebührenbetrag bei der seinem Wohnort nächsten staatlichen Zahlstelle er- heben soll. Es wird hierbei folgendes Verfahren eingehalten werden: Jedem Rcchtshilfeersuchen des Großh. Verwal- tnnasgerichtshofs an eine hessische Verwaltungsbehörde wird von dem Bureau des Berwaltungsgerichtshofs. ein Aahlnngsanweisungssormular bcigelsgt. Tie ersuchte Ver waltnngsbehörde trägt die Geldansätze, deren Angemessen- heit und rechnerische Prüfung ein und gibt das Formular an die dem Wohnort de? Zeugen nächste staatliche Zahlstelle ab, wo der Zeuge das Geld in Empfang nimmt. Die Haupt- staatskasse wird periodisch —, etwa halbjährlich — die bei ihr eingcgangencn Anweisungen dem Präsidenten des Der- loaltungsgcrichtshofs zur Erwirkung der endgültigen Ans- gahedekretur cinreichen.
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"Der Da menorden des Stern? von Brabant. Der Großherzog hat der Frau Lilli Wolfskehl aus
Darnistadt de» Damenorde» des Sterns vo, Brabant erster
Klasse verliehen.
" Freie AmtSrichterstellen. Es find zu besehen Amtsrichterstellen bei den Großh. AnitSgerichten Darnistadt I, Darinstadt II, Ofscnbach, Mainz, Gießen und Bad-Na>,heim.
" Erledigt sind zwei mit Militäranwäriern zu be- setzende KanzieigehilfensteNcn bei der Kanzlei Großh. Ministeriums der Finanzen. Mit einer der Stellen ist Anspruch ans Ruhegehalt und Hinterbliebenenversorgung verbunden. Be- ümgnng ist mit Erfolg abgelegte Prüfung in der Gabcls- bcrgcrschen Stenographie nnd Rcchischrcibkunde. sowie in- sorinatorischc Bcschästigimg bei der Ministcrialkanzlci. Einberufung zunächst zu,» halbjährigen Probedienst. Schluß der Meldefrist 1b. Juli.
•• Aus dem Schuldienste. Uebertragen wurde dem SchiilamiSaspiranien Georg Ewald aus GunderShelm, Kr. Worms, die erledigte Lchrerstclle an der BollSschnle zu Kcttenhcini, Kreis Alzey.
** Zu dem Wettbewerb um die alte Klinik geht uns ^on den bvusachverständigen Mitgliedern des Preisgerichts folgende Erwiderung zu:
In Nr. 14b des Gicßener Anzeigers wird das Urteil des Preisgerichts nachträglich einer Kritik unterzogen, die nicht unwidersprochen bleiben kann.
Der Vorwurf, daß das Preisgericht gegen das Programm verstoßen habe, ist „nbercchttgt uno haltlos. Denn die Behauptung, das Proara,,,m fordere „klipp und klar" die Unterbringung des Sitzungssaales im I. Obergeschoß, trifft nicht zu. Ein Zusatz im Raumverzeichnis sagt lediglich zu einer größeren Zahl von Räumen, unter denen auch der Saal genannt ist: „Möglichst zu- sammcnliegend im 1. Obergeschoß." Damit war keineswegs ausgeschlossen, daß der Saal im l. Obergeschoß des „Anbaues" — der irait um einen Treppenlaus höher liegt als das 1. Obergeschoß des HaupibaueS — untergcbracht wird. Ter Stadtverwaltung waren bei Ausstellung des Programms die verschiedenen Möglichkeiten für die Lage des Siadtverordncien-Saales wohl bekannt: sie hat keine ausgeschlossen und daher nicht verlangt!, daß die im Zusammenhang mit dem Siadtvcrordnclcnsaal ausgeführten Räume mit dem Saal u n m i t t e l b a r z u s a m m c n h ä n g e n, sondern nach Möglichkeit zu sa m m c nl i c g c n sollen. Eine große Zahl von Bewerbern hat auch die Bestimmungen des Preisausschreibens vollkommen richtig so verstanden, umsomehr, als das Programm keinen Unterschied zwischen Hauptbai, und Anbau macht. Zudem ist diese Frage keine rein bautcchnische. Sie konnte vielmehr von jedem Mitglied des Preisgerichts beurteilt werden.
Zur Urteilsbegründung hinsichtlich der Konstruktionsfrage sei folgendes bemerkt:
Durch die theoretische Berechnung der zur Unterstützung der Türme über dem zu schassenden großen Hohlraum (Sitzungssaal) nötigen Träger werden die bestchcilden Bedenken keineswegs beseitigt. Die Front in aucr der Mittetpartie müßte aus etwa 8 Meter Höhe frei gestellt und durch neu zu brechende Fenster geschwächt werden. Die Auslagerung so schwerer Türme aus Eisenkonstruktio- ncn würde auch eine architektonische Lüge bedeuten. Daß diese baulichen Aeiidcrnngen zusammen mit dem Unterfangen oder Abbrechen der Türme — die ja auch säst alle Projekte mit vorne liegendem Saale sür zweckmäßig hielten — wesentlich größere sind, als bei Schaffung einer Deckcnunterstützung im hinteren Teil des Hauptgebäudes, ist ohne weiteres klar.
Daß der Entwurf „Provisorium" eine Mauer im Mittelbau beseitigt, kam sür die Gesamtbeurtcilung dieses Entnmrss deshalb nicht wesentlich in Betracht, weil der dort geschossene Raum ebenso gut nebenan in den Flügel gelegt und danFt die Beseitigung der fraglichen Mauer vermieden werden kann. Diese Ueberlegung fällt aber sort bei Anordnung des Stadtvcrordnelcnsaales im vorderen Mittelbau.
** Gew erbeaus stell un g. Das gestrige Abend- konzert in der Gcwerbeausftellung hatte einen außerordentlich starken Besnel, aufzuweisen, so daß sich die meisten Besucher mit einem Stehplätze Vegnügen mußten. Das Konzert, das von der Kapelle unseres Infanterieregiments unter Mitivirknng des Gesangvereins „L i e d c r k r a n z" ausgeführt wurde, fand allgemeinen Beifall. Besonderes Interesse erregten die ausgezeichneten Darbietungen des Männcrchors. — Das Abteilungs-Preisgericht der Gewerbeausstellung hat gestern seine Tätigkeit begonnen nnd wird sie heute zu Ende führen. Es hat damit eine außerordentlich große Arbeit geleistet. Der Vorstand der Ausstellungsleitung betonte bei Eröffnung des,Preisgerichts nach Begrüßung der nahezu 80 Preisrichter, daß die AussteNungsleitung dem Preisgericht keinerlei Richtlinien geben werde, um es in seinen Entschließungen auch nicht im geringsten zu beeinflussen. Die Ergebnisse sind, soweit sic sich bis jetzt übersehen lassen, sehr gut. Sie werden von der Ausftellun^sleitung den einzelnen Ausstellern in diesen Tagen schriftlich mitgeteilt.' Diesen steht sodann das Recht des Einspruches gegen die ergangene Bewertung zu. — Der Konzertplan für die nächsten Tage ist laut Inserat in der heutigen Nummer dahin abzuändcrn, daß am Samstag, den 4. Juli, von 8 bis Il llhr die Kapelle des Leiddragonerrcgimcnts (3. Großh. Hess.) Nr. 24 unter Leitung von Obermusikmeister Rühlemann, spielt, und daß dagegen die hiesige Rcgimentskapclle erst wieder am Mittwoch, den 8. Juli, unter Mitwirkung des Harfenvirtuosen und Komponisten Johannes Snoer aus Bad-Nauheim spielen wird. Für den Konzertabend am Samstag ist auch italienische Nacht und Illumination vorgesehen.
** Die Ceylon-Ausstellung wird am nächsten Sonntag außer von 8—12 Uhr vormittags ausnahmsweise auch nachmittags von 4—7 Uhr geöffnet sein, so daß auch denjenigen, welch« an Wochentagen verhindert sind, Gelegenheit gegeben wird, die Ausstellung unter sachkundiger Führung zu besichtigen.
** Der Lesehalle-Berein beabsichtigt als Ergänzung seiner Winter-Vorlesungen im Sommer Besichtigungen der Gießcner Sammlungen zu ver- anstalicn. Der erste Besuch gilt dem Museum des Oberhessi- schen Geschichtsvereins und der Gail-Stiftung, das sich, wie bekannt, durch seine prähistorischen und mittelalterliehen Bestände auszeichnet. Besonderes Interesse finden gerade jetzt, zurzeit der Gewerbeausstellung, die Sammlungen von Erzeugnissen der Gewerbe früherer Zeiten, von Werkzeugen, Werkstaiteinrichtnngen usw. Herr Museumsdirektor Tr. Kramer hat sich jreundlichjst .bereit erklärt, die Führung zu übernehmen. Es ist zu hoffen, daß sich unsere Keunde recht zahlreich beteiligen, da hier Gelegenheit geboten wird, unter sachkundigster Leitung in das Verständnis der lelwreichen Sammlungen tiefer einzudringen. Die Besichtigung findet Sonntag, den 5. Juli, vormittags 11 Uhr pünktlich statt. (Siehe Anzeige.)
** Die Gicßener Freilichtbühne, die, wie be- bekannt, das 6. Jahr ihre? Bestehens mit einer guten Auf. fiihrung der versunkenen Glocke begonnen hat, veranstaltet am Sonntag nachmittag eine Wiederholung dieses Märchen- dramas. Inzwischen ist auch die Garderobe für die Zuschauer vollendet worden, so daß die Damen ihre hüte nicht mehr auf den Schoß zu nehmen brauchen. Dadurch und durch die Erhöhung der Hinteren Sitzreihen wird es hoffentlich vermieden, daß sich die Inhaber dieser Plätze iväl/rend
der Vorstellung stellen und den aus den Stelxplatzen befindlichen Leuten den Ausblick nach der Bühne uiimoglick^ machen. Die Proben für den Pfarrer von Ki rchseld haben heute begonnen. (
’* Soitderzüge Schotte» — Nidda. Am Sonntag, den 5. Juli, werden aus Anlaß des HoheradSlopitzesteS aus der Strecke Schotten—Nidda die BedarfSpcrsoncnzügc 4194 und 4193 verkehren. Der Fahrplan ist folgender:
4194 4193
Schotte»
ab 7" Uhr »ach,».
Nidda
ab 8” 5 Uhr nachm
Rainrod
, 7"
Kohden
8" .
0
Eicheisdor!
* 7°* „
Unterschmitien
H 1T „
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Obersebmitten
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Oberschmitten
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Unterschmitien
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Eichelsdors
3” .
Kodden
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Nidda
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** Vergiftnngsvcr>uch. Gestern unternahm ein 20jähriges Dienstmädchen, das auf dem Marktplatz in Stellung ist, den Bcrsuch, sich mit einer Klcesrvlz- l ö sun g zu vergiften. Der herbeigerusene Arzt ordnete ihre Uebersührung durch die SanitätSkolonne nach der Klinik an, wo sich nach Anwendung von Gegenmitteln eine Bcsfcrnng in ihrem Pesinden einstellte, so daß. an ihrem Aufkonrmrn nicht zu zweifeln ist. Der Grund zu dem Selbstmordversuch soll in einer Liebesgeschichte zu suchen sein.
»»Lcichenlän dungin derLahn. Gestern wurde in der Nähe der Badeanstalten die Leiche der 14jährigeir Tochter des verstorbenen Dtenstmannes R. gelandet. Das Mädck>eii hat augenscheinlich Selbstmord verübt, bestimmte Gründe zu der Tat sind nicht bekannt.
•• Drei goldene Hochzeiten tandcn dieser Tage in Oberheßen statt: i„ Harheim (eierte das Ehepaar Heinrich Schmidt II., In S t a d e „ die Eheleute B ecket, in Lotlar Karl Schmidt III. das seltene Fest.
** Silberne Hochzeit feiert morgen, Samstag, Lokomotivführer Lcinrig Gering und seine Ehefrau Ottilie geb. Okel.
** Eine eigenartige Reklame. Großes Aufsehen erregten dieser Tage hier zwei Neger aus unserer deutschen Kolonie Kamerun, die in Posttmifornl von Haus zu Hans gingen und dort Telegramme abgabcn, in denen auf das neue Nahrungsmittel „Atel bau" idas Mehl der Banane) für Küche und Kind aufmerksam gemacht wurde.
** Das Groß herzoglich Hessische Regierungsblatt Nr. 15 vom 30. Juni hat folgenden Inhalt:
1. Verordnung, die Abänderung der Verordnung über die Tagegelder, Reisekosten und Umzugskosten der Zivilbeam- tcn vom 0. September 1879 (Reg.-Bl. S. 631) betreffend. —
2. Bekanntmachung, die Ausführung des Vierten Buches der Reichsdersicherungsordnung betreffend.
** Kleine Mitteilungen. Unter großer Bctcilignng der ländlichen Jugend wurde am Donnerstag in Marburg der althistorische Kirschenmarkt abgehalien. — Ans der Fchrk von Dresden nach Köln überflog heute früh um >.(>6 Uhr das Luftschiff „Z. 6" die Marburger Gegend. Eine Sttinde später folgte ein Flieger. — In Ebcrstadt verunglückte am Donnerstag morgen an der Umiormersiativ» der Wcißbindcr Georg Delp an? Ebcrstadt. der dem Leitungsdraht zu nahe kam. Tclp, Der sofort getötet wurde, ist 45 Jahre alt, verheiratet und hinterläßt jüns Kindet.
Landkreis Gießen.
Z Utphe, 2. Juli. Ein Radfahrer aus .Hungen begegnete dieser Tage einem hiesigen Landwirte, der mit einem Erntewagen in das Feld fuhr und von seinem .Hunde begleitet wurde. Als der Radler dem Fuhrwerke ausweicheu wollte, sprang der Hund in das Rad und blieb im Vorderrad« hängen, wobei er den Radler zu Fall brachir. Während der schwere Erntewagen das Rad überfuhr, komrte sich der Radfahrer retten.
Kreis Büdingen.
§ Leid hecken, 2. Juli. 2üi der Staatsstraße nach Bingenheim stehen eine Anzahl Apfelbäume in zweiter Blüte. Rterkwürdig ist, daß die Blüten an jungen Zweigen stehen..
Kreis Lauterbach.
* Schlitz, 2. Juli. Bei guter Beteiligung fand gcfibrv hier das S ch l i tz er lä n de r Missionsfcst statt. Auch von den Dörfern hatten sich trotz der noch im Gang befindlichen Heuernte zahlreich« Landleut« eingefundcn. Im Vvr-^ mittagsgottesdicnst predigte Pfarrer Gen g na g e l-Sboek- haiisen. Er führte aus, daß es nicht nur Pflicht sei, die Mission zu unterstützen, sondern die Dankbarkeit müsse die christlichen Völker bestimmen, bag große Werk der Heidenmission zu fördern. In der Nachmittagsversommlnng, die der Hitze wegen diesmal zum Leidwesen zahlreicher Besucher nicht im Freien, sondern wiederum in der Kirche stattfand, sprach Missionar Hohlfeld über Land und Leute und die Arbeit der Leipziger Mission in Deutsch°Ostafrika. Rund 100 Mk. wurden für die Mission gespendet.
(R) Ober-Wegfurth, 2.Juli, Der 20Jahre alte Andreas F e r ck von hier ist nach einer Mitteilung des Kgl. LandratsamtS Eschwege in seinem Beschäftigungsort Wanfried am 28. v. Mts. beim Baden in der Werra ertrunken. Die Leiche des Verunglückten wird zur Becrdigunig hierher überfuhrt.
Kreis Schotten.
— Herchcnhaiu, 2. Juli. Die hiesige Spar - und Darlehnskasse tritt demnächst in Liquidation.
Kreis Fricdbcrg.
8 Bad-Nauheim, l. Juli. Heute vormittag fand in der hiesigen Bonifoziuskirche ein feierliches Requiem für das österreichische Thr o n f o l ge r p aar statt. Die feierliche .Handlung lvar stark besucht, besonders von österreichischen Kurgästen, die zurzeit zahlreich hier vertteten sind.
$ Steinfurth, 2. Juli. Die ersten Rosen werden jetzt versandt und auch nach Bad-Nauheim zum Verkauf gebracht. Die Hauptcrnte fallt jedoch in den August.
Starkenburg und Rhcinhcsjen.
(m) Offenbach a. M., 3. Juli. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung wurden für den Ausbau des städtischen Elektrizitätswerks zur Ucberlandzentrale erstmalig insgesamt 1526 000 Däark auf Anleihe bewiNrgt.
Sport.
Kiel, 2. Juli. Heute abend erfolgte die Preisverteilung für die Wettfahrt des kaiserlichen JachiNuLs in dkn Räumen des Klubs. Bei der Segelwettsahrt auf der Kieler Förde herrschte ein kräftiger Ostwiud bis neun Sekundenmeier. In der 8 Mttcr-Klasse erhielt „Ultra" den ersten Preis, „Unda" den zweiten: in der 7 Meter-Klasse „Beb" den ersten, „Panne" den zweiten Preis: in der 6 Meier-Klasse „Ilse" den Ermmiterungs- preis des Kaisers, „Harald" den zweiten Preis, „Schelm" den dritten, „Nurdug^' den vietten: in der 5 Meter-Klasse erhielt „Hannchen" den Ehrenpreis des Grasen Douglas, in der vierten Wettfahrt der Sonderklasse erhielt „Till h" den Ehrenpreis der „Prinzessin Heinrich von Preußen", einen Prunkpreis, „Lu- nula" den zweiten Preis: „Hecht" gab auf.
Anivcrritäts-Nackrickiten.
— Der bekannte Geograph der Leipziger Universstät, Josef Par t, ch hat de» an ihn ergangenen Ruf an die Bettiner Umversitat obgelehnt, ( j '


