Ausgabe 
3.7.1914
 
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Arbeiterbewegung.

Drüs sei, 8. 3uh. ©eftfrn Wen btt mttftcn Kohlengruben

®'j8' enä "N° S-»tr schl-chltn Gtschausla-ic etne Verminderung bet­one um 10 Prozent enujnubrt Ter größt- Teil ber Arbeiter »»b t«h bannt znft.^n. etwa 2500 legten >edoch bie Arbeit ,w der und drohen mit größeren Streiks, wenn sich bie Grubcnbe iwr mcht met ihnen cmrgeu wollen . wruvenoefttzer

Ge»icht»fac»l.

Vereiteltes Attentat gegen den Dampfer ^ - ..Aqurta nia".

^ Touchs« ^ * Cflnr ^ fflT,li * durch bie ' JJrgft ima. ben TamvrcrVlguttama" mit Dynamit in bie üuft sprengen^ zvwv»«ii 10000 Dollar w erpressen versucht hatte, in zu 15 wahren Zuchthaus verurteilt worben.

. !?,**>!£' 2 M ®°* Zucht volizciacrcht von Trml ver- TxrtctÜe ben angeblichen ehemaligen beutschen Lehrer Theodor «>r«ard wegen Spionage zu fünf Zähren Geschignis. 1000 Znanes Geldwnw und sünt Jahren Lanbe-verweiiung Tic Ber- Handlung fand unter Ausschluß der Oessentlichkeit statt

Be u i hen. T Jul,. Der Mädchenhändler Lubelski wurde Irrtet* 3 6rCn ® C <ln9nuS "Nb 12000 Mark Gelbstrase vcr-

X ®i etS »" r 8 2 : Suli Eva Hormeter, die seit März ? 3 wegen Spionage m Haft gehalten wurde, ist zu 1 I a h r G c- f a n g n i s und 1000 Franks Geldstrafe verurteilt worden

Luftichistahrt.

, Der Direktor des hiesigen Flugplätze«

Leutnant Mever stürzte mit einem Herrn v Bever-Ebren- b e r g aus einer Taube bei einem Fluge ab. Beide Insassen würben verletzt. Herr v. Beyer erlitt einen Beinbruch.

Paris, 2. Juli. Die Preisrichter des Wettbewerbs sür S i <f>e r 91 1 1 £ b or r \ djt u n g c n der Flugzeuge haben dem ameniamschen Flugzcugerbauer Sperry für seinen Kreiselstabili- sator mion Preis von 50000 Frs. und dem Flugzeugerbauer Paul Schmidt für lernen mit verstellbaren Tragflächen versehenen Zweidecker ernen Prns von 30000 FrS. zuerkannt.

vermischtes.

* ersbru nst. In der Fruchtpuberei der Kunstmühle von v. Lnldebrand u. Söhne im Jndustriehafen von Mannheim A»ar heute fr^> um V 2 6 Uhr ein größeres Schadenfeuer ausge-- drocden. Die Maschineneinrichtung und der Tachstock wurden voll- ständig zerstört. Die Ursache ist Staubervlosion Ter Branb würbe von der Berulsseuerwehr gelöscht. Ter Schaben ist bebeutenb unb wird aus^mehrere hunderttausend Mark geschätzt. Menschen sind nicht zu schaden gekommen.

* Balkon gelänber abgestlirzt. In ber Mroßköln- strahe in Aachen stürzte ein Teil be» gnßeiscrnen Gkstmses eines Balkons aus die Straße. Eine Fra» erlitt eine sctnvere Cchäbet- verletzuiu,. Bon bre, vorübergehenden Kindern ivurde eins so- sort getötet, eins leicht verletzt.

* Das Befinden des verunglückten Herzogs von Oldenburg ist den Umständen nach gut. Er befindet sich außer Gcsabr Auch die übrigen Verletzten befinden sich auf dem

Wege der Besserung. Ueber die Ursache des Unglücks ist nichts genaues sestgestellt worden. Entgegen der Aussage des Elzausseurs, »atz die Steuerung versagt habe, ist sestgestellt tvorden, daß diese vollkommen intakt ist.

*Diemcrkwüri>igsteDruckereidrrWell,dic trotz ihres Miniaturbeiriebes Werke in 2l verschiedenen Sprachen und Dialekten herstellt, desindet iich wohl aus der einsam zivischen Alustralien und Neuseeland gelegenen, 1774 von Cook entdeckten Insel Norfolk, die den Botanikern längst bekannt ist durch das eigentümliche Bcgetationsbild, zu dem sich hier wundervolle Arekapalmen und Norsolklannen vereinen. Inhaber, Setzer, Drucker, Falzer, Buchbinder in einer Person ist ein deutsckwr Jünger vluieiibergs, der nach seltiainen Schicksalen hier seit mehr als einem Menschenaller als st-ulturpionicr wirkt Ucber ihn und seine Arbeit weist derDeutsche Buch- und Steindrucker" mancherlei Interessantes zu berichten. Menges war zuerst in der Druckerei des New Bork Hcratd beschäftigt, liest iich dann, als er eine Zeitlang arbeitslos war, aus einem Walitjchschigi'r anheuern und ward dabei von dem berühmten Bischof der Süd see Setwipientdeckt" und sür die Mission aut der Insel Norsoli und den paar um sie gelagerten Eilanden gewönne». Hier wirkt er vor allem durch seine Flugblätter und eine allerdings nur zweimal sährlich erscheinerwe »nd in dieser Hinsichl sicher einen Rekord ausstellendeMelanesian Mission Brest" oder ,,C Sala U Surur", n he sie in der dort und aus chm Nachbarinseln als eine Art Lingua ftanea gesprochenen Motassprache melodisch hesstt. Außerdem liefert er Bibeln nnd Gebetbücher, Liederliestc und allerhand Unierhaltungsliteratur, Kalender, Broschüren und der­gleichen, wobei man, mn die riesige Arbeitskraft des deutiche» Emjiedters recht nntrdigen zu können, berücksichtigen must, dast alle Südseespracheu wegen der vielen, chm curopäisckwn Jdiomem gänzlich sehlenlen stehl-, bauch- und Nasallaute chm Drua che größten technischen sckmrerigkeiten bieten. MengeS ist auch als Mensch ein Original. Er geht nur zu Fust. obgleich die Miiiion offiziell ein paar Pferde loib Reitponnys hält, lind hat nach seiner eigenen Berechnung in 25 Jahren eine Strecke von 80 000 eng­lischen Meilen zurückgclcgtl mit einem grostmächtigen britisck-en ?It>miral, der ihn cnvas über die ?lchsel aniah, bestand er einen barten Straust, in dessen Verlaus er dem Manue mit den vielen Orchnssternen trocken sagte ISir, wo Tummchit regiert, ist es nicht aut, klug zu sein!" Dah er bei allechm last gar nicht von Touristen und Interviewern überlausen Ivird, liegt chran, dast seine Insel oder seinReich", wie er als Kultnrvionier wohl sagen kann, glücklichertveise allzu weit abseits von der gewohnten O-.ean-Hccrstraße liegt. So ist ihm fürs erste noch ein ungestörtes Wirken in chr Stille, sein einziger Wunsch, beschieden.

Kleine Tagcrchronik.

Dem in den Pariser und Londoner Gesellschaftskreisen be­kannten Grasen M u r a >o i e s f tourde ans der Fahrt im Schnell­zuge nach Paris eine Handtasche gestohlen, in der sich Juwelen im Werte von 100 00 0 Franke »und 5000 Franken in bar befanden.

Bei der Uebnng eines Schützenvereins in Castellaun »ersehlte eine Kugel die Schutzwand und verletzte eine a»I dem Felde mit beumachen beschäftigte Frau lebensgefährlich.

Der Rechnungsamtmann Stapes in Gernbach in der Rhön ist nach Unterschlagungen in Höhe von 150 000 Mark ge­il ü ch t e t.

Warft«.

k«. FrauNurt a. M.. 3. Juli, peu- unb Strohmarkt.

Ange^ahren waren 6 Wagen Heu, 0 Wagen Stroh, bezahlt wilrde für peu ISO1.60 Mk^ Stroh (flornlangstrohf 0 . 000.00 Mk.. Ätrr- slroh 0,00o.oa Mark. Alle» je 60 kick». Geschäft flau - Tie Zufuhren waren aus den Kreisen Friedberg, Hanau nnd Ttebura,

Amtlicher Wetterbrricht.

Oeffentlicher Wetterdienst, Gießen. Wetteraussichten IN Hessen am Samstag, den 4. Juli 1914: Wechselnde Bewölkung, warnt, Dewillerneignng, Winde aus west­lichen Richtungen.

Letzte Ncrcbrichtcn.

Die Trauerfeier in Wien.

Wien, 3. Juli MS der Zug mit den beiden von sechs Rappen gezogenen Leichemvagen beim Burgtore ankam, trat die Wache ins Gewehr und die Trommler und Hornisten ftiimnten den tsteneralmarsch an. Die beiden sürge tourden dann in eine schwarz drapierte Halle getragen, Mo der Brirg Pfarrer sie einsegnete Die Mich lies -r des Kaiserlichen Hau­ses folgten der Szene in namenlos nn Schmerz. Tie ganze llcbersüchrung bildete durch die Tc.Inahme aller Sckiichtcn der Wiener Bevölkerung eine .Kundgebung der Liebe und Treue zum Herrscherlstwse. Biele M inner und Frauen tr» gen schwarzen Flor, manche auch die Lieblingsblume der Verstorbenen, die Rose, umflort im Kuopsloch. Als der Zug mit den Leichen in die Bahnhofshalle entfuhr, hallte die Halle von Wehrusen und Seufzen wi der.

Se rb cn fein dl ich c Kundgebungen.

Wien, 3. Juli. Heute abend versuchte abermals eine zahlreiche Menge vor die serbische Gesandtschaft zu dringen, um dort Kmtdgebungen zu veranstalten. Sie wurden aber von der Poli­zei daran verhindert und vertrieben. Die Menge sammelte sich dann vor dem Palais der Erzherzogin Biarie Therese unb stimmte die Botkrhvnme an. Es gelang der Polizei, durch gütliches Zureden die Menge zu zerstreuen. Später ver­suchten abermals flemeie Trupps vor die serbisckie Gesandtschaft zu ziehen, Ipurden aber durch die Polizei daran oerhtndert.

Ein Bergarbeiter-Aus standin Frankreich.

Sank Etiennc, 3. Juli. Eine Versammlung der Bergarbeiter hat beschlossen, den Ausstand auf das ganze Loire-Gebiet auszudehnen, um die Aufnahme einer Ruhezeit in den achtstündigen Arbeitstag durchzuscsten. Das Bureau des Bergarbeiterverbandes l>al eingetvilligt, diese Bewegung über ganz Frankreich auszudehncn.

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