Ausgabe 
18.6.1914
 
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Minister v Hombcrgk sMvcrki, uh wundere imh, daß gerade der Vorredner in meinen Wvrtim eine Erklärung vermißt, wie künfnghtn die Ordensgesetze gedandhabk inenden sollen, denn, so fuhr er Tort, er Hobe im Aus- Tcbuf; aiiodriicklich frflätt, hafi der langjährige Zustand der Dul­dung gescxwidrlgi'r Verhältnisse iür die Negierung geradezu un­erträglich war. Es sei selbstverstanSlich, datz die Regierung noch Amiohme der Vorlage aus? schärfste ihr Aussichtsrecht ausüben werde

Roch einer Pause führt Abg Ko r es I. Ingelheim (Fr. Bv aw-, er habe bei der Beratung des Antrags Dr. Schmitt nicht sugcgeu sein können, er würde aber dem Antrag zugcssimmt haben, weil er wollte, daß die ganze Frage einmal gründlich erörtert würde. Der Antrag hatte nur die formale Bedeutung, die Vorlage eines Gesetzes zu bewirken. Als am 5. Mai die Vorlage erschien, bestand wohl überall im Lande die dringliche Hoffnung, daß die Vorlage IN diesem weitgehenden Umfang nicht Gesetz werden würde Man erwartete, daß wenigstens das abgclehnt wer­den würde, was über die Regierungsvorlage hinaus durch die Anträge Schmitt im Ausschuß hincingekommen war.

Den schärfsten Kampf gegen die Vorlage führte nicht der Evangelische Bund, sondern Blätter in Mainz und Tarmstadt Er habe lange vergebens auf Abäntcrungsanträgc gewartcl und erst, als nicmand damit kam, habe er sich zu seinen Anträgen als evangelischer Geistlicher für verpflichtet gehalten. Es komme bei der politischen Tätigkeit des Pfarrers daraui an, daß er einen Unterschied machen könne zwischen seiner scclsorgeriscken Auf­fassung und ferner Ueberzeugung von der politischen Notwendigkeit. Die Unsitte in der Kammer zur Behandlung der Lrdensfragc komme zum Teil daher, daß die ganze Materie den Meisten ziemlich srenrd ist und dann auch die Furcht vor einer Störung des religiö­sen Friedens; es feie» aber hier wohl auch politische und taktische Gründe mit maßgebend gewrten. Abg. Dl. Osann habe noch kürzlich in einer Versammlung zu Lllzcy der Regierung den Vorwurf gemacht, daß sie nicht kurz vor den Landtagswahicn diesen Zankapfel hätte unter die Parteien werfen sollen, gerat»,- in dem Moment, da sich die bürgerlichen Parteien anichickien, sich getzen die Sozialdemo­kratie zusammenzuschließen. Der Redner erklärt, er wolle für seine Anträge kern Lob, »erbicnc aber auch keinen Tadel dafür, wie er ihm vomMainzer Journal" zuteil werde. Er fei weder im Dienste des Oberkvnsistvriums, noch des Evangelischen Bunde?, dem er gar nicht angehöre. Aber er sage doch vor dem Lande, datz sich dieser durch die Belzrndlung der Lache ein großes Verdienst erworben habe. Der GrundsatzGleiches Recht für alle" iverde hier zu Unrecht angeführt. Es bestehe kein gleiches Recht für Heide Konsessione», die katholiirl>e Kirche werde vielfach bevorzugt, wie bei dem Mllitärdienst der Geistlichen und der Anwendung des 8 166 de? Strafgesetzbuches. Auch auf dem Gebiet der Schule werde die kath. Kirche bevorzugt, man könne die OrdcnSschulen» nicht mit andern privaten konsessionetlcn Schulen vergleichen. Tie überwiegende Mehrheit der evangelischen Bevölkerung sei entschieden für die gänzliche Ablehnung der Borlagc. Aber er wünsche von Herzen, daß ein dauernder konsessioneller Friede cm- lreieu möge, und deshalb versuche er, die Vorlage durch seine Anträge annehmbar zu machen. _Sir sollten einen Mittelweg, einen Ausgleich darstellen. Zum Schlüsse gibt der Redner noch eine nähere Erläuterung dieser .Anträge und empfiehlt deren Annahme.

Abg. Lutz lBbd.l legt den Standpunkt seiner Partei dar und betont, fie sei einig darin, daß bei Zulassung neuer Orden immer die Zustimmung der Landslände ersorderlich sei. Nicht angenehm» war ihm die Erklärung aus Zentrum -kreisen, daß die Regierungs­vorlage nur eineAbschlagszahlung" sei. Auch wenn die Vorlage noch eine Einschränkung crsghren sollte, so hosse er doch, daß sich die katholische »Bevölkerung damit zusrieden erklären werde. Der Redner geht auf verschiedene Punkte der Vorlage noch näher ein. »

Da noch sechs Redner zum Wort gemeldet sind, wird die Be­ratung nach 1 Uhr abgebrochen.

Morgen früh 9 Uhr: Fortsetzung der Aussprache.

Au» Hessen.

Abhilfe gegen die Schädlinge des Obst­baues Abg. Kore ll-Jngelheim richtete in der Zwei­ten Kammer an die Regierung die Anfrage, ob sie 1. bereit ist, zusammen mit der Landwirtschastskammer eine baldige Erhebung Wer den sehr große», Schaden zu veranlassen, den Raupen und andere Schädlinge in diesem Frühjahr an den Obstbäumen in Rheinhessen verursacht haben, und 2. in der Lage ist, Bestimmungen zu treffen, durch welche den oberen SelbstverwaltungSorganen die Befugnis erteilt wird, fiir einen Kreis oder Teile des Kreises allgemeine, durch die Wissenschast empsohlcne und in der Praxis er­probte Abwehrmaßregeln allgemeinverbindlich anzuordnen?

Einen Geländeerwerb für die Wein- und Obstvauschule Oppenheim schlägt die Großh. Regierung in einer Vorlage an die Zweite Kammer zur Ge­nehmigung vor Bei der Wein- und Obstbauschule Oppen­heim besteht seit langem ein Mangel an ausreichenden Räumen für die verschiedenen Zwecke des Unterrichts und des Wirtschaslsbetriebs, der sich mit der weitere,, Entwicklung der Anstalt immer empfindlicher fühlbar macht. Es ist nun Ge­legenheit gegeben, das westlich an das Anstaltsgebäude gren­zende, dem Johann Knöh zu Oppenheim gehörige Weinbergs- gelände, zusammen 1317 Quadratmeter, zum Preise von 16500 Mk. käuflich zu erwerben. Außer diesem Kaufpreis fordern die Verkäufer die Uebernahmc der Zahlung einer etwaigen Werlzuwachssteuer, die aus dieses Gelände entfällt. Durch den Ankauf dieses Grundstücks wäre cs möglich, den Bedarf an Räumen durch einen Anbau an bas jetzige Schul­gebäude zu decken. Eine andere Möglichkeit, den Bau zu er­weitern. besteht nicht.

d. Main», 18. Juni. Der hessische Schutzverein für entlassene Gefangene hielt gestern nachmittag im KreiSamisgebäudc uMer dem Vorsitze des Herrn Geh. Rai Gencral- staaiSanwalt Tr. P r e t o r i u s ferne Hauptverjammlung ab. Der hessische Verein trägt amtlichen Charakter, es ist der einzige Verein in Deutschland, dessen Vorstand vom Troßherzog ernannt wird. Der Staat leistet dem Verein einen Zuschuß. Ohne die Hilse der Behörden wäre die LchutzvereinStätigkeit gar nicht auS- zirüben. Die Eütnahmen des Verein? sind seit dem Jahre 1882 von 1994 Mk. in 1913 auf 7124 Mk. durch die Mltgsiederbeslräge an- grwachsen. Die Zahl der Mitglieder beträgt 3108, davon ent­fallen allein aus Mainz ohne den Kreis 370. Der Verein hat eine eminent sozialvolitiichc Bedeuwng und muh cs Aufgabe Aller sein, seine Wirksamkeit nach jeder Richtung zu fördern. Die sozialpolitische Bedeutung liegt wesentlich auch darin, daß der Verein gegen da? Verbrechen arbeitet, den eiulasscnen Gefangenen hellend zur Seite! eh > nd ihnen n ieser Platzsin der wensch ichen Ge> fetlschait verschafft Die Pcrtonen, welche bis zu einem Monat Strafe erhalten, büßen diese in den Hasilokalcn und in den Pro- oinzialarresihäuscrn ab, die Männer, welche über einen Monat erhalten, kommen nach Butzbach in da? ZellengesängniS, die Frauen ins ProvinzialarreslhauS in M a i n z, die Männer und Frauen, welche Zuchthaus erhalten, kommen ins Landeszuchtkau? nach Marienschloß, dort wurde ein Anbau von 160 Zellen errichtet. Die Frauen sind von den Männern vollständig getrennt. Für jugendliche Männer ist in Butzbach eine besondere abgeschlossene Ab- teilung errichtet. Die iugendlichen Geiangenen Halen außerordentlich abgenommen. Als in Darmstadi das Gefängnis iür Fugend lichc gebaut wurde, lzat man 42 jugendliche Gesangrnc gehabt, heute ist in derZellenstrasanstalt tiur noch ein Jugendlicher. Das ist eine erfreuliche Tatsache. Das ist auf die Jugendgerichte zmückzuillhren. Eine außerordentliche Abnahme der Straftaten ist auch her den Frauen sestzustellen Im Zuchthaus waren früher 40 Frauen, heute nur noch 13. Im Mainzer Provinzial- arrffthaus über 60 und jetzt nur noch 30 Frauen. Ter Vorsitzende erstattete alsdann den Rechenschajtsbericht. Die Einnahmen betrugen 12400,77 Ult., tue Ausgaben 12181,91 Mk., darunter 8955

Mark fiir Unter st ützung entlassener Gefangene II. Das Vermögen des Vereins beträgt 56 866 Mk. Der Rechen­schaftsbericht wurde gutgeheißen und der Voranschlag gcnehmsgt. Rach einer Führungsstatistik, die der Verein seit 3 Jahren führt, als einziger in Deutschland, haben sich von deit angenommenen Psleglltigen 8086 Pro, gut geführt. Ten auötcheidende» Aus- schuptingtlictern, Herrn Direktor Borncmann vom Zuchthaus Maricnfchloß, der LUS dem Dienst ausschied, sowie dem in Pennon getretenen Gehcimrat Dr. B r e i d e r t, wurde der Tank des Vereins ausgesprochen. An Stelle des Herrn Aornemann trat der neue Direktor, der srühcre Herr Amtsrichter Tr. Stumps, für Herrn Breidert wurde Gchesmrat B e st in den Ausschuß neu- gewäbtt. Die ausscheidenden Ausichußmitgiieder, Gcheimrat^ Tr. Kavier . Worms. Oberbürgermeister Köhler - Worms. Ober- Landgcrichtsrat La n g - Tarmstadt, Prälat Dr. selbst-Mainz, LandgenchtSprätldent Theobald- Tarmstadt und Gehcimrat Tr. u s i II g e r - Gießen, wurden wiedergewähil. Der Vorsitzende wies zum Schlutse der Tagung noch auf die große Lckwicrigketten hin, die aus den Strafanstalten entlassenen Kvpsarbeiler. Kaus- leutc und Beamte, unterzubringen. Tie Staatsregierung sei aller­dings von ihrem früheren Standpunkt, keine Bcstrasten in den Staatsbetrieben aus zu nehmen, abgekommen, aber trotzdem sei es immer noch schwierig, die Leute alte unterzubringen. An der Aussprache hierzu beteiligten »ich die Herren Pfarrer B c r k c - Wclfcnau, Direktor K l e m e n t - Butzbach, Fabrikant B u d e r , Reallchrer Kraus, Pfarrer Bogt, Oherstoaisanwalt Hoilmann, Präsidcut Theobald und Pfarrer Ambohr Herr Gcheimrat B c st sprach unter dem Beifall der Versammelten dein Vorsitzenden für seine wirkungsvolic Tätigkeit herzlichen Tank aus. Ter Vorsitzende dankte für diese Anerkennung.

Sr-orr-,

Jubiläums-,Kvngres; VeS Internationalen Olympischen

Komitees.

Vorberatungen des Olympischen Komitees. Tie erste Kongreßsitzung.

Am Montag wurde im seitlich geschmückten Saal der Sor­bonne di- erste Sitzung des Internationalen Olymoiichen Kon- greises erössnei, bei der alle Nationen vertreten waren Auch das internationale Olympische Komitee war fast vollzählig versam­melt. Ten Vorsitz führte statt des teider plötzlich erkrankten Baron de Eoubcrtin Fürst Windischgraetz, der Vertreter Oester­reichs. Nach der Eröffnung folgte eine herzliche Begrüßung durch den Rektor der Sorbonne, der auf das zwanzigjährige Jubiläum des Olympischen Gedankens hinwies. 1894 tagte in demselben Saale der Kongreß, zum ersten Male nach Wiedercriveckung der moderneu Olympischen Spiele.

Ter Kongreß beschloß alsdann aut Vorschlag des Präsidenten folgende Vizepräsidenten zu wählen: Gehcimrat Horning »Deutsch­land», Macdonalb »England), Thonipson «Amerika) und de Clary (Frankreich).

Die vorgelchlagcne Tagesordnung wurde ohne Widerspruch angenommen: sie beschäftigte sich zunächst mit allgemeinen Fragen, wie den Amateurbessimmungen, der Festsetzung per Altersgrenze ünd der Zulassung der Frauen Alsdann wurde über das spezielle Programm der'Spiele beraten. Montag na'chmitlag beginnt"dic eigentliche Beratung, an die sich eine kirchliche Feier in der Dasiliaue Dalntc Elonlde anichließt zum Gedächtnis der seit 1894 gestorbenen Mitglieder de? Olhmrischen Komitees.

Am Abend gibt der Herzog von Tecazcs ein Fechterfest, an dem die Mitgileder des Kongresses teilnehmen werden.

Zweite und dritte Kongreßsitzung: Die Nationaliiätensrage.

Die zweite Sitzung des Olvmpischen Kongresses, die Montag- nachmrltog unter Leitung des wieder gesundeten Präsidenten Baron de Eoubersin in der Sorbonne stattiand. trat in die Beratung vrinzipicller Frage» ein. Dr. »Ruperti eröfsnetc die Aussprache, indem er dm deutichm Standpunkt vertrat, nach welchem die Tcrlnahmc der Damen am Schwimmm, Lawn Tennis und Turnen gestattet sein soll. Nach ansänglickrer Ovvosiiion zogen Schweden, südairila und Belgien ihre Anträge zugunsten Deutschlands zu­rück, so daß der Antrag Deutschlands mit großer Mehrheit ange- nommm wurde. Auch die Bewertung der Domenkämpse wurde dem Antrag des Herrn Generalsekretär Diem gemäß vom Kongreß autgeheißm. Von einer Festsetzung der Altersgrenze bei Jugend­sichen wurde aus Vorschlag des Herrn Sanitälsrat Dr Toevlitz, des Vertreters der Deutschen Turncrschoit, abgesehen. Die Verant­wortung in dieser Frage bleibt den einzelnen Landesverbänden überlassen.

Nach Beendigung der Sitzung, die einen sehr angeregten Ver­lauf nahm, vereinigten sich die Mitglieder des Kongresses zu einer kirchlichen Feier in der Basiliauc Sainte Elotilde. wo eine Ge- dächmisseier für die verstorbenen Mitglieder des Olvmpischen Ko­mitees und die Förderer der Olymviichen Idee stattsand.

Abmds besuchte die dmische Abordnung unter Führung des Herrn Geheimrat Horning dm Pariser deutschen Turnverein und überreichte dem Verein eine Spende.

Dir dritte Sitzung des Kongresses am Dienstag vormittag tagte abwechselnd unter Vorsitz dc§ Baron de Eoubcrtin und des Geheimrat Horning »Deutschland . Die deutsche Vertretung fand bisher stets großes Entgegenkommen für ihre Wünsche uni» immer eine Majorität. Vor allem wurde in der wichtigen Nasio- nasitäimsragc der deutsche Antrag ongmommm, nach dem ent­gegen dem bislzerigen Brauch nur politische Nationen als Einheit bei den Olyinvifchcn Spielen austreien können. Die von Deutsch­land hiersür vorgeschlagenm Nationen sind Aegypten, Argen- tinic», Australim, Belgien, Brasilien. Bulgarien, Chile, China, Deutschland, Tänemar!, Frankreich, Gricchmland, Bereinigte Kö­nigreiche Großbritannien, Holland, Irland, Italien, Japan, Ka­nada, Luxemburg, Mexiko, Norwegen, Oesterreich, Peru, Portugal, Rumänien, Rnsüand, Schweden. Schweiz, Serbien. Spanien, Süd- asrika, Türkei. Ungarn, Vereinigte Staaten von Nordamerika. Zu- lünssige politische Veränderungen sind in »Rücksicht zu ziehm. Nach diesem Beschluß können in Zukunft in Tschechen und Finn­länder als gesonderte Gruppe nicht mehr austreten. Der Anttag erregte zwar hcstigc Auseinandersetzung, fand aber eine erhebliche Mehrheit zur großen Freude der österreichischen Vertreter.

Einstimmig wurde der deutsche Antrag angenommen, daß nur Staatsangehörige als Naturalisierte einer Nation sür düse starten können. Wer einmal für eine Nation gestartet ist, darf bei späteren Olympischen Spielen kein anderes Land vertreten.

In der Amateursragc zog Deutschland seine Desinition zu Gunsten englischer Wünsche zurück, ngch denen in allen SportS die jeweiligen Ämateurgcscfe der internationaim Bereinigungm gel­ten sollen.

Wo solche fehlen, sollen bis 30. Juni nächsten JahreS besondere Veresnbarungm erfolgen. Tie Annahme dieses Antrages erfolgte einstimmig. ,

Timstag nachmittag werden die 20 Delegierten aller Länder vom Bürgermeister im RathauS emvfangen. Am Abend gibt Baron de Eoubersin im Automobilklub zu Ehren der Delegierten eine Festlichkeit.

*

-r. Ortenbcrg, 16. Juni Der Turnverein Gedern beging vom 13.15. Juni bei außerordentlich starker Beteiligung das Fest seines 25jähngen Bestehens, verbunden mit dem Bezirksturncn des 3. Bezirks vom Gau Hessen. Der Turnverein Ortenbcrg be­teiligte sich zahlreich an dieser Feier. Trotz scharfen Kampfes brachte da? Wetturnen am Sonntag dem hiesigen Verein schöne Erfolge. In der Oberstuse sielen ihm die drei ersten Preise zu, der erste Preis als Doppelprcis mit Gedern: in der Untefftuse er­kämpfte ein noch nicht lljähriger Zögling den dritten Preis. Die Musterriegen schnitten vorzüglich ab. Mit 16 Ehrentaseln kehrten die Ortenberger heim.

hätte beinahe ein kleines Kind eilten gefundenen Wurstbrocken ge­gessen. Angeklagt sind der in ganz Helfe» sehr bekannt« Haiguis- pachter Fritz Koch von Hosgul Hasselheck bei Nauheim und der stellenlose Bernhard Äteuernagei von illauheim. Es sind 31 Zeugen j» diesem Fudizleuprozeß geladen, ebeuso Tr. Popp» Franksurt und sei» Assistent, welch« die Huudemäge» untersucht haben.

Handel.

Films im deutschen Außenhandel. Welche Be­deutung der Film in unserem Handel mit dem Auslande erlangt hat, geht daraus hervor, daß im Jahre 1912 iür 25,5 Millionen Mark und im Jahre 1913 für 33,7 Millionen Mark Films, un­belichtet oder belichtet, au? Zellhorn oder ähnlichen Stoffen, e,n- und ausgcsührt worden sind. Aus die Einfuhr und AuSsuhr entsallen solgendc Werte »Millionen?Rark>:

Emsuhi Ausfuhr

1912 17,9 7,6

1913 18,7 15,0

Januar hrS Avril 1914 6,8 4,1

Tie meisten eingesührten Films kommen aus England und Frank­reich. Im Jahre 1913 wurden 248 200 Kilogramm eiiigesührt und verzollt Da Filins wie Zellhoruivaren zu 2 Mark sür 1 Kilo­gramm verzollt wcrvcn, »o wurden 496,400 »Rark Zoll erhoben. Bei einem Einfuhrwerte von 18.7 Millione» Mark lind das nur 2,6 Prozent ad val., ein lächcrlickl niedriger Zoll 'Warmn Itziben wir nicht, wie andere Länder, in unterem Zolltarif ciiieii »^wtzoll für derartige Waren? Bei einem Wertzoll VS» mir 10 Prozent hätte da? »Reim schon eine Zolleinnaliinc von fast 2 Millionen Mark gehabt. In der AuSi'uhr bandelt es sich lzaupffächlich um die Versendung von deutschen FilmS nach Frankreich, Italien, Amerika, Rußland. Ocsterreich-Ungarn, Englaiid, Schweiz ufw. Die Ausfuhr ist nicht nur dem Werte, sondern auch der Mcngg nach geringer als die Einsuhr. Außergewöhnlich gering war die Ausfuhr im Monat Avnt d. I , in welchem nur 1000 Kilo­gramm im Werte von 37 000 Mark aiisgcfülrrt wurden, während IN demselben Moimt die Einsuhr 22100 Ktlogranim IM Weria von 1658 000 Mark betragen hat.

Gcrichtrsaal.

= B ad - N au h e i m, 18. Juni. Heute findet vor dem Schösseu- gericht eiu Prozeß statt, der seit Jahr und Tag die Gemüter ausregt und die ganz« Wetterau und Hessen interessiert. Seil einigen Jahren find beständig wertvolle Hunde, namentlich Jagdhunde, durch sileischbrocken, welche Strychnin euihielten, vergütet worden. So im letzten Jahre allein II wertvolle Hunde. In einem Falle

MSrNe.

h. Hohensolms, 17 Juni Am gestrigen TieiiStaq wurde der sagengnulcHoheulolmsec W o l l,» a r k ü abgehallsn, der aber beule »ich, mehr als solcher gilt. Uebcrhnupt sind nusere beide» Mark,« ai>ch als Viehmärkte sehr zurückgegaugeii, es iverden höchstent noch Schweine nuigeiriebe». HoheuIolinL verbindet mit dem Woll- »inrkl sein Kirchweihiest.

kc. Franksiirt a. M. V l e h b o s m a r k t b e r l ch t vom 18. Juni. Auftrieb: Rinder IIS. Orhse» 54, Bullen 5, Kühe und Färsen 59, Kälber 935, Scöaie 124, Schweine 1131.

Tendenz: Kälber gedrückt, Schweine gedrückt, bleibt Ueberstaud

Preis sür 109 Pid- llebeud- Schlacht-, gewicht

halber. Mk. Mk.

^einlte Mastkälber . . ........ - 62 96103

Mittlers Malt* uro best; Saugkälber. . . . £>0-54 6592

Geringere Mast' und q t:; SaujCitbss . . . 46-50 7885

Geringere Saugkälber......... 4045 6876

S rij a * \

6ioßmaftic6a«e:

Masllämmer rmo jüngere Mast'rrm'nrl _ - 41 42 90 -22

Acltere Mastbiiinmel, put genährte junge Schafe

und geringere Dtastlämmec...... 34-35 5:2-84

Schwein;.

^ollfleischige Schweins von80100 Lebendgewicht ........ 44.0V-47.00 57,005903

Dollfleifchigs Schweins unter 30 k*

Lebendgenncht........ 430)-45.00 55.0058.»

vollfleischtgs Schweins von 100120 k;

Lebendgewicht........ 40.0045.00 50,0055 »

VoUftetschige Schweins von 120150 c,

Lebendgewicht .......41.0045.00 50.0055.00

Lingcsanvt.

(Für Form und Inhalt oller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmi die Redaktion dem Publikum gegenüber keincr'-i Verantwortung.)

Gießen, 18. Juni. Sei! eunger Zeit treibt sich in der Molikestraßc gegen DunkelivWarn eine Schar junger Leute mit lautem Gelächter und Gekreisch umher. Kommt man ihnen näher, so sieht man mit Verwunderung, daß die sich so auffällig Betragen­den sich selber zu den gebildeten Ständen rechnen wurden.

Gieße», 18. Juni. Aul der untere» Franksurter Ssiaße vertreibt sich ein Schüler des Realgymnasiums die Zeit damit, vorübergehende ihm als Objekt zusagende junge Tomen zum Fenster heraus zu vhotogravhicrcn, nackiüem er vorher von einer Berand» aus die Straße auswärts und abwärts abqespäht hat. Es dürste nicht gerade jedermanns Liebhaberei sein, sich anschließend im Kabi- rtcttentwickeln" zu lassen, aucki scheint dem jungen Manne nichts vom Recht jedes Mcnschciv auf sein eignes Bild bekannt zu sein. Ließe sich der llnsug nicht adstellen? VicinuS.

ALirchüche Nachrichten.

Irraeiitischr Rettgionsgemeinde. Gottesdiinst in der Synagage (Süd-Anlage),

S a m s t a g. d e >r 20. Juni 191t: ?orab eit5 7.45 Uhe.

Morgeus: 8.39 Uhr. Predigt.

Nachmittags: 4.00 Ukir.

Labbatausgang: 6.40 Uhr.

Jrraefitischc Reliaionrgescllschafl.

©ottesöicnft.

Sabbat leier am 20. Juni 1311: Freitag abend 8.00 Uhr.

Samstaa vormittag 8.00 llhr. Predigt.

Samstag »achinlttag 4.00 llhr.

Sabbat-Htusganq 9.40 Uhr.

Wochengottesdienst: Morgens 0.00. abend; 7.30 Uhr.

Müllcrsche Badeanstalt.

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Meteorologische Beobachtungen

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Verantwortlich sürAus Stadt und Land" i( B.: K. Neurath.

Best bewährte gesunde

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Nahrung für:

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hirider.