Ausgabe 
17.6.1914
 
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Sachverständige «u? der Landwirtschaftskammer imi) aus onbtrcn Kreisen dafür heranzuziehcn.

Abg. K o r c l l - Angenrod dankt der Regierung für das Ent­gegenkommen und beantragt, die Besprechung erst nach Druck­legung der Regierungserklärung abzuhalicn.

Das Daus beschließt demgcmäh und stimmt auch dem weiteren Antrag Körrll-Angenrod zu, die Regierungsvorlage, betr. die Diensthezügc der staatlich bestätigten For st warte, heute nicht mehr zu beraten.

Die Sitzung schließt daraus um 1 Uhr.

Nächste Sitzung: Mittwoch früh 9 Uhr. Es soll gleich früh mit der Beratung der Regierungsvorlage, bctr. die Revision der Or- densgesctzgcbung begonnen werden.

Au» Hessen.

Aus dem Finanzausschuß.

rb. Darmstadt, 15 Juni. Ter Finanzausschuß der Zweiten Kammer hielt heute nachmittag noch einmal gemein­schaftlich mit der Regierung, von der die Zerren Finanz minister Tr. Braun und die Minicrialräte Hölzinger, Dr. Kratz, Schlicphake und Dr. Weber erschienen waren, eine Sitzung ab, in der die noch unerledigten Gegenstände für diesen Landtag beraten wurden. Zu der Regierungsvorlage, betr. die Elektrische Bahn in das Martinsviertel in Tarmstadt, liegt ein Vertrag der Regierung mit der Stadt Tarmstadt vor, nach welchem von der Technischen Hochschule der Stadt zur Verbreiterung der Strastc SO Quadratmeter ä 25 Mark zur Verfügung gestellt werden sollen, und die Stadt zu den Kosten der Herstellung eines geräuschlosen Holzpflasters einen Beitrag von 4350 Mark zahlt. Die Borlage wurde nach dem Bericht des Allsschustbcrichtcrstatters Abg. Dr. Osann genehmigt.

Auf dem Bahnhof zu Wein heim bestanden leither recht verwickelte Dcsitzverhältnisse, weil dort sowohl die Züge der Preußisch-Hessischen Eisenbahngcmcinschost und der Badischen Bohnen verkehren und auch die Linien WornisWeiiihüin und WcinbeimFürth einmünden. Zur Regelung dieser Verhältnisse hat die Regierung einen Vertrag vorgclcgt, nach welchem der ge­samte Bahnhof in den Besitz Badens übergehen soll. Für den Eigentumsübcrgang ist für den hessischen Besitz an den Staat eine Derauszahlung von 460 000 Mark zu leisten, welchen Betrag die Regierung vorschlägt, zur Schuldentilgung zu verwenden. Nach dem Antrag des Berichterstatters, Abg. Molthan, erklärt sich der Ausschuh mft der Vorlage einverstanden.

Dem ^Antrag Henrich- Dr. O s a n n , der Siechenanstalt der Provinz Starkenburg den gleichen Zuschuß zu gewähren, wie ihn die Siechenanstalt der Provinzen Rheinhcssen und Obcrhesscn er­halten, war von der Regierung insoscrn entsprochen lvordcn, als von dem Gesamtbetrag von 40000 Mark, der aus dem Fonds für öffentliche und gemeinnützige Zwecke geleistet wird und bisher je zur Hälfte chen beiden Provinzen zusicl, 10 000 Mark an die Provinzial-Sicchenanstalt zu Ebcrstadt abgegeben werden sollten. Tie beiden Provinzialverwaltungen hatten sich auch damit ein­verstanden erklärt. Dieses Abkommen fand aber bei den rhein- und obcrhefsischen Mftgliedern im Finanzausschuß Widerspruch, die sich gegen die Kürzung der Summe von 20 000 aus 15 000 Mk. erklärten. Nach eingehender Aussprache stimmte der Ausschust dem Antrag Henrich-Tr. Osann unter der Bedingung zu, dast den beiden Provinzen Rhnn- und Oberhcsscn die bisherigen Beträge von je 20 000 Mark verbleiben.

Betreffs des Antrags B ä h r wegen des Bahnbaus Hanau Büdingen^ erklärte .Finanzminist er Dr. Braun, dast der Vergabe des Staatsbeitrags zu diesem notwendigen Bahnbau nichts .m Wege stehe, sobald sich die beteiligten Gemeinden bereit er­klärten, das erforderliche Gelände zu stellen. Eine Aniabl von Gemeinden weigert sich aber noch immer, besonders Büdingen elbcr, das seine frühere Zusage zurückgezogen habe. Der Ausschust faßte in der Sache keinen Beschluß, da sie bei Besprechung der Anfrage Bähr am Dienstag in der Kammer zur Sprache kommen otrd.

Zum Schlnst wurde die Regierungsvorlage über den G e - 'ändeerwerb für die Wein- und Obstbauschule in Oppenheim zurückgestellt, bis die Verhandlungen mit der Oppen­heimer Sparkasse eine Klärung der Sache gebracht haben.

Au» Stadt und CatiS«

Ziesten. 17. Juni 1914.

Wandlungen im Städtebau,

Als das vomge Jahrhundert uns die plötzliche, riesenhafte Entwicklung der Städte brachte, da richtete man sich bei der not- vendigcn Ausschließung neuen Geländes und bei der Aufstellung «er Bebauungspläne zuerst lediglich nach dem Grundsätze, möglichst siele Baustellen aus den zu Spekulationszwecken aitgefauften Lrundstückcu zu bilden. Bald besann man sich jedoch hier und da larauf, dast auch ästhetische Momente im Bebauungsplan mitzu- »vrechcn hätten, und da nahm man sich das geometrisch gerad- inige Muster der Rniaissance bei den Städteerwciterunqcn zum Vorbild, ohne aber bei der symmetrischen Anlage der Straßen und Plätze oft den Geist und die Form zu treffen, durch die das Paris der Rene'.ssance ein Musterbeispiel des Städtebaues gc- vorden ist. Mit der Zeft sank das System sogar zur Schablone herab. Es wurde daraus einfach schematisch ein Schachbrettmuster, hier und da von einer Diagonale durchzogen, über das aufzu- (chließende Gelände gelegt ohne Rücksichtnahme auf dessen Be­schaffenheit, ob es eben oder hügelig war.

Das letzte Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts brachte dann die Reaktion. Sorgfältiges Studium der Pläne der Städte dcs Mittel­alters hatte zu der Erkenntnis geführt, dast die malerischen und schönen Gruppierungen, die die anscheinend so unregelmässig ge­bauten alten Städte aufweisen, zum grasten Teile durch genaue Anvassung an die örtlichen Geländeverhältnisse, sowie durch schöne, geschlossene Straßen« und Platzsvrmen herbeigeführt sind. Dem gradlinigen System folgte nun die Unregelmäßigkeit, lind zwar stellenweise bis zu einem Grade, daß sie nicht nur allen ästhetischen Grundsätze» Hohn sprach, sondern auch die Forderungen des Ver­kehrs unberücksichtigt liest.

Allmählich brach sich aber die Erkenntnis Bahn, dast man mit der Anwendung dcs mittelalterlichen Baustiles den modernen Berkehrsverhältnissen zu wenig Rechnung tragen tonne, llnfere modernen Städtebauer suchten nun den einzig vernünftigen Weg einzuschlagen, unter Verureidung jeglicher Theorie den Plan so zu entwerfen, daß er aus möglichst einsache, praktische und an­sprechende Weise den Anforderungen des Verkehrs und der Hygiene . sowie den Bedürfnissen derjenigen entspricht, die in den geA planten Straßen wohnen sollen.

Der erfahrene Städtebauer wird heute, an der Hand eines genauen Planes und jnach eingehendem Studium der örtlickxm Verhältnisse, die Stadt und ihre zukünftige Entwickelung und Be- dürfnisse zunächst genau kennen zu lernen suchen. Er weiß, dast von der Gründlichkeit dieser Vorarbeiten der wirtschaftliche Erfolg seines Planes abhängt und dast es seine Pflicht ist, Individualität und die Poesie der Stadt zu erhalten und auf ihre Erweiterung zu übertragen. Seine Planung wird durch einfache und klare Grundgedanken geleitet werden, wodurch sei» Entivurf übersicht­lich wird, eine Eigenschaft, die wir bei unseren modernen riebau- ungsplänen sehr häufig .vermissen. Die Schönheit des Regel­mäßige,I kommt wieder zur Geltung. Im Interesse der .Hygiene must für eine reichliche Durchdringung des Straßennetzes mit mög­lichst zusaminenhängenden Grünanlagen Vorsorge getroffen wer­den. Dem gesteigerten Wohnbedürfnis ist durch eine gestaffelte Bauordnung Rechnung zu tragen. In Vororten, Dörfern und Kolonien können die Wohnstraßen, obgleich man auch hier alle zwecklosen Schlangenlinien und Schnörkcleien, die den Ordnungs­sinn beleidigen, zu vermeiden hat, in freier Anlage dem (tze- lände angepastt werden, während in Großstädten, sowie bei Haupt­straßen, Verkehrsrücksichtcn die ausschlaggebende Rolle spielen müssen.

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** Aufwandsentschädigungen für Mili- tärpersonen. Die Bestimmungen über Auswands Ent­schädigungen an Familien für im Reichsheer, in der Marine oder in den Schutzlruppen --ü»llt,: Söhne haben allgemein

ein freudiges Echo erweckt, wird doch so mancher sinnen Witwe oder einem armen Elternpaar, die schon mehrere Söhne zum Dienst für das Vaterland gestellt haben und seither erheb­liche Aufwendungen machen mußten, über manche Sorge hin- weggeholsen, falls sie Anspruch auf Gewährung der Entschä­digung machen können. Doch zeigt das Gesetz auch verschiedene Härten und hat bereits zu berechtigten Klagen geführt. Rach ß 2 des Gesetzes haben Anspruch auf Auswands­entschädigung die Eltern beziv. Stiefeltern, oder Großeltern, falls die Ellern oder Stiefeltern nicht mehr am Leben sind, oder eines der überlebenden Eltern- oder Großelternleite. Nicht selten kommt es aber vor, daß Soldaten ihre Eltern und Großeltern durch den Tod verloren haben und von ihren älteren Geschwistern, bei denen sie bis zum Eintritt in das Militär in häuslicher Gemeinschaft gelebt und zusammen gearbeitet haben, (wie z. D. in der Landwirtschaft), während der Militärzeit unterstützt werden müssen. Da schon mehrere Brüder ihrer zwei- oder dreijährigen Militärpflicht genügt haben, waren auch hier die Voraussetzungen zur Aufwands­entschädigung gegeben: aber die Geschwister können keinen Anspruch darauf erheben, weil nur die Eltern, bezwi Stief­eltern oder Großeltern berechtigt sind, den Anspruch geltend zu machen und nicht die Geschwister, trotzdem sie ebenso wie die vorgenannten. Aufwendungeil für ihren Bruder machen müssen. Vielleicht ergibt sich im Laufe der ersten Auszahlun­gen von Entschädigungen und den vielen berechtigten Klagen eine baldige Erweiterung der Bestimmungen, damit die an­geführten Härten beseitigt werden.

** Der Hessische Sparkassenverband hielt am Samstag und Sonntag nach einem vorausgegangeiien Bcgrüßungs- abend seine 19. Hauptversammlung unter dem Vorsitz des Geh. Justizrales Mickel (Tarmstadt! in den Räumen des Stadt. Saal- ba»es ab. Bon 32 dem Verband angehörenden Kassen waren 31 vertreten. Von Seiten der Regierung waren anwesend: Mini­sterialrat Hölzinger und Regicrungsrat Matthias, für die Stadt Darmstadt Beigeordneter Baurat Jäger. Auch Graf Solms-Lau­bach, Vertreter der Landwirtschaft-kanimer, der LaiEcshvpvtheken- bank, des Heffen-Nasia' ischen Tpa.Ia ienverbandes als Kassel, Hers» scld und Wiesbaden usw. wohnten der Versammlung bei. Nach der Begrüßung wurden der durch den Vorsitzenden vorgetragcne Ge­schäftsbericht, sowie die Rechnung und der von Derbandsrevsiar Georg erstattete Revisivnsbericht genehniigt imd dein Vorstand Entlastung erteilt. Mit Interesse wurde der Bericht des Vertreters der Hessischen Landeshypothckenbank, Geh. Finanzrat Bastian, entgegengenommen. Bürgermeister Dr. Wevers -Worms» berichtete dann über die erfolgreiche Tätigkeit der für Einführung deL Giro­verkehrs eingefctzlen Kommission. Hieran schlossen sich eine Aus­sprache über die Arbeitsgemeinschaft der Sparkassen mit der öffent­lichen Lcbenzpersichcrung und eine freie Besprechung von Fragen und Erfahrungen aus dem praktischen Sparkaffenverkehr. Zum Ort der nächstjährigen Hauptversammlung wurde Alsfeld be­stimmt. An die Verhandlungen schloß sich ein gemeinsames Fcst- effcn. Mit der Versammlung war eine sehr interessante Ausstellung von Schreib- und Additionsmaschinen, Schreibmaterialen usw. ver­bunden. Am Sonnlag wurden die verschiedenen Ausstellungen besucht.

** Warnung. DieNordd Allgem. Ztg." veröffentlicht folgende wok.langebrachte Warnung für deutsche Frauen und Mäd­chen, die nicht oft genug erhaben werden kann:Ein kürzlich ly Spanien vorgckommener Fall hat anss neue gezeigt, dast unsere deutschen Frauen und Mädchen, die als Erzieherinnen. Lehrerinnen, Stützen usw. in die Fremde gehen wollen, bei der Annahme von Stellungen im Anslande nicht imnier genügend Vorsicht obwalten lassen. In der Oefsentlichkeit kann daher nicht oft genicg vor zu großer Vertrauensseligkeit gewarnt werden. Rur allzu häusig verpflichten sich solche Stellungsuchendcn auf unbestimmte Ver­sprechungen und unklare Hosfnnngen hin. Nach kurzer Zeit folgt dann die Enttäuschung. Die angeblichen Versprechungen werden nicht gehalten, es konimt zum Streit mit der Herrschaft, und meist stellt es sich dann heraus, dast bindende Abmachungen über Kün­digung, Pfiichtciikreis namentlich auch hinsichtlich Bestreitung der Reisekosten, nicht vorhanden sind. Wird dann die Hilfe des deut­schen Konsulats in Anspruch genommen, so kann auch dieses, dem ja keine Zwangsmittel gegen die Dienstherrschaft zu Gebote stehen, in der Regel nichts ausrickten. Gewöhnlich endet die Sache da- tnit, daß die Betreffende die stelle verliert, nur zu oft in bittere Not gerät und auf die Mildtätigkeit ihrer Landsleute angewiesenj ist Deutschen Frauen, die in Spanien Stellung suchen, tann nicht dringend genug angeraten werden, bevor sie die Reise dorthin antreten, sich mit ihrer künftigen Dienstherrschaft in genauer und zweifelsfreier Weise über die Bedingungen der Anstellung zu einigen. Es ist freilich begreiflich, dast Stellirnglinchende, die viel­leicht froh sind, nach langem Bemühen einen Platz gefunden zu Ihaben, sich ungern dazu verstehen, mit Nachdruck auf die schriftliche Festlegung der Ansiellungsbedingungcn zu dringen. Aber diese an sich verständlickze Scheu sollte überwunden werden, auch wenn es sich um eine sogenanntefeine" Familie handelt. Denn bekanntlich stimmt gerade in den südlichen Ländern Europas das äußere glanzvolle Auftreten mamlzer Familien nicht immer mit den Ver­hältnissen innerhalb des Hauses überein, und eben diese letzteren sind es, >denen sich die ausländische Angestellte gegenübersieht. Allerdings bringen viele von den jungen Mädchen. die in das Aus­land gehen, zu wenig Anpassungsvermögen an die fremden Ver- hältniffc mit. Bevor sie in das Ausland gehen, haben sie nur immer dasInteressante", das der Ausenthalt in der Fremde bietet, vor Augen, namentlich wenn es sich um ein Land wie Spa­nien handelt, über welches in weiten Kreisen in Denffchland noch immer ein gewisser romantischer Nimbus verbreitet ist. Sind die Betreffenden dann im Ausland selbst angelangt, so sind die Illu­sionen bald dahin, und sie sehen nur die Schattenseiten. Es sind Fälle vorgekommen, wo solche Mädchen schon wenige Tage nach ihrer Ankunst zum deutschen Konsulat kamen und erklärten: So ein Lebm könnten sie nicht aushalten. Das hätten sic fick anders vorgesteltt.Konsulat hilf!" - Solche Personen sollten gar nicht erst versuchen, sich außerhalb ihrer heiniailichen Grcnzpfähle eine Existenz zu gründen: sie sind nicht dafür geschaffen."

** A n gck fi s che r e i im R Hein. Die Frühjahrsschon­zeit der Fische in den schiffbaren Flüssen Rhein, Alain und Neckar endete am 9. Juni. An ihre Stelle tritt von diesem Tage ab nur die wöchentliche Schonzeit von 'Sonntag früh 6 Uhr bis Montag früh 6 Uhr. In dieser Zeft ist fode Art des Fischfangs auch für Berussfischer im Gebiet des Grostherzogtnms Hessen verboten. Die auf dir Eingabe des Hessischen Angler­bundes an die Zweite .Kammer der Stände bctr. Angelsischerci ini Rhein ergangene ablehnende Regierungsaiilwort besagt, daß ein Vergleich Hessens mit den Verhältnissen in Preußen wicht angängig sei, weil in Preußen dos »Recht zum Frefangcln i« schiffbaren Flüssen und Strömen nicht bestehe. Das Verbot des Betretens der Stromregulierungswerke lKribben, Buhnen usw.) sei im Interesse dcs Schutzes diesm Werke gegen »Beschädigungen allgemein erlassen worden. Der Ausschluß lebender, toter und künstlicher Fischchen als Köder der Angel sei deshalb angeordnet worden, »weil die Verwendung solcher Köder, namentlicki auch die als Tierquälerei erscheinende .Verwendung lebender Fischchen durch das Wcgfongen wertvoller großer Fische den Fischcrei- züchtcrn großen Schanden verursacht lzabc. Das Verbot des Fisch­fangs während der ganzen Frühjalzrsschonzeit (9. April bis zum 9. Juni! könne nicht erlassen werden, Iveil die Schonzeit der Fasche Und die in ihr gestatteten Ausnahmetage sich ans ein lieber- einkammen zwischen Hessen und Preußen gründet und weil ein Verbat des Fischfangs während zweier Monate das Gewerbe der Bernssffscher sck»ädigen würde. Der gesetzgebende Ausschust der Zweiten Kammer schtost sich der RegiernngSantwort in vollem Umfange an und beantragt, beim Plenum die Eingabe dcs hessi­schen Anglerbnndcs für erledigt zu erklären.

** Ein weiblicher Schützenkönig. Ans Geln­hausen wird uns geschrieben: Eine Sonderstellung unter den deutschen Schützenkorporationen nimmt seit kurzem ohne Zweifel der Schütze nverefti des benachbarten Wächtersbach gen, der

sich anläßlich seines jüngsten Schützenfestes einen weiblichen kkönkst erwählte. Zur Ueberraschung aller gab nämlich beim Königs» schicßen das Mitglied Frau Kolb, die sich in scharfer Konkurrenz mit den besten Schützen dcs Vereins besaich, aus dsi Königsschcche den besten Schub ab. Frau Kolb handhabte die Flinte mit be­wundernswerter Sicherheit, und so mußten sich die Vertreter des starken Geschlechts schließlich als gesclzlagen bekennen und die Königswürdc diesmal loeiblichen Händen anvcrtrauen. Eine selbst im Zaftalter der Frauenbewegung nicht eben allläglicheErschcinung!

** Güterrechtsrcgister. Ernst Karl Theiß von Flen­sungen und seine El-efrau Katharine Theiß gcb. Frank lzaben Er- rungcnschastSgemeinschast nach den -Bestinimungen des BGB. ver­einbart. Der Landwirt Heinrich Köhler zu Manlbach und dessen Ehcsiau Atargaretc geb. (Söckucr haben dnrck, Eh.'vcrrrag vom 25. Februar 1914 für die güterrcckftlichen Verhältisiffc ihrer Ehe die Errungenschaftsgememschaft dcs Bürgerlichen Gesetzbuchs »er« eiubart.

*° Konkurse i» Hessen^ lieber das Vermögen der Firma Ludwig Bode n hei in er, Eckiiihwarenhaiidluiig in B ad- N an­bei m, wurde am II. Juni 1SI4 das Konkuisversaliceii eröffnet. Ter Sieckilsaiiwalt inidNolar Stahl in Bad-Nauheim wurde zum Konkiirsoerwalter ernannt. KonkurStorderungeii sind bis zum 30. Juni 1914 bei dem Gerichte aiiziimeldeir.

Kreis Alsfeld.

di. Vadenrod, 14. Juni. »Der hier bei Landwirt Albert Scrth bcdienstetc Knecht Kaipp von Wallenrod wurde von einem Pscrde geschlagen, sodaß er nacki Gießen in die Klinik gebracht werden mußte. Die Verletzungen werden als gefährlich bctrackftct.

Kreis Lauterbach.

»»- H a r t e r s h a u s e n,. Juni. Bei dem gestern nach­mittag niedergegangencn schweren Gewitter schlug der Blitz in die hiesige Kirche ohne jedoch zu zünden. Er zerstörte einen Teil des Mauerwerks und zertrümmerte ein Fenster. Der Schaden ist immerhin ziemlich hoch.

Kreis Friedberg.

r. Bad-Nauheim, 16. Juni. In der heute abgehaltenen Stadtverordnctcnvcrsamn, lung wurde folgendes ver­handelt: Von der 3f-»:°iqen Anleihe wurden ausgclost: Lit. A Nr. 28 mit 2000 Mk., Lit. B 6t, 75, ,e 1000 Mk., Lit. 0 15, 20, 38, 99, je 500 Mk., Lit. D 56, 65, 78, 146, 172, je 200 Mk. Ter Waldwirtschaftsplan für 1914/15 wird geneh­migt. Eine Satzungsänderung wegen Ausschlag der Anlieger- bciträge und Bauvorschriften über die Benutzung von Straßen- gcländc finden die Zustimmung der Versammlung. Die vorlie­gende Polizeiverordnirng betr. EinrichNing und Betrieb von Gast- und Schankwirtschosten niit besonderer Berücksichtigung der Be­triebe in Kurorten wird befürwortet. Ebenso ist die Versamm­lung bereit, die Eingabe des Gastwirtcvereins. der um Aushebung der F-cierabendstundc gebeten hatte, in der Weise zu unterstützen, dast die Polizei die Handhabung der Vorschriften sehr milde,aus- iührcii soll. Für Herste lang der Reist- uich Forstlzausstraste »ii Chauffeban werden 8500 Mk. bewilligt. Tie Stadt ver­pachtet dem Bahnfiskus aus jcderzcrtigen Wrdcrrus die Userbö- schungcn der Ufa vom LudwigSbrunnen bis zur Gemeiirdcgrcnzr gegen eine jährliche Anerkennungsgebühr von 50 Mk.

Starkeilburg unv Rheinhessen.

ch. B i n g e n , 15. Juni. Zur Freude der Käufer ist im nahen Sarmsheim ein Preiskrieg zwischen einem Metzger und eineni LandwiN ausgebrochen. Seit längerer Zeit kostete das Pfund Schweinefleisch dort 90 Pfg. Aus die Duucr wurde das jedoch einem Landmann zu teuer, sodah er sich cntschloh, chic Schweine selbst zu schlachten und auszuhmen. Das Fleisch verkaufte er zu 70 Psennig und erzielte trotzdem mehr, als ihm die Metzger gebotest hatten. Nunmehr hat sich der Metzger ebenfalls zu einem Prcis- abstchlag ciitschlicsten müssen. Er verkauft jetzt das Fleisch zu 6o Psennig für das Psund. '

Vereinsnachrrchten.

Watzenborn, 15. Juni. Bei dem großen Gesangswettstreit in Nidda errang der GesangvereinGermania" Watzenborn, dessen Dirigent Herr Georg Harnisch ist, in cher 2. Landklassc unter 7 Vereinen den 1. und Ehrenpreis mit 227 Punkten.

A Griedel, 15. Juni. Bezirk Friedberg vom Turn­gau Hessen hielt gestern uich heute sein Be z i rkst u rn f e st in Verbindung mit der Fahnenweihe des hiesigen Turnvereins ab. Sämtliche Vereine des Bezirks hatten Vertreter und Wett- turner entsandt. So kam die stattliche Zahl von 2t 1 Wcttnrnern zu­stande: Zöglinge waren es in der Oberstufe 73, in der Unter­stufe 54. An dem Festzug beteiligten sich 30 Vereine. Präsident Zeiß begrüßte die Gäste, Fräulein M. Reul sprach ein Fest­gedicht lind übergab die von Frauen und Jungfrauen gestistcle Fahne, Fahnenträger Sauer übernahm sic mit deni Gelöbnis deck Treue. Die Weihcredc hielt Pfarrer Egel Hof. Im Namen de» Gaues Hessen überbrachte Tuniwart Günther -Marburg Glück­wünsche. Die 211 Wetturner führten dann ihre Stab- und Frei­übungen und eine Mädchenabtisilung einen schönen Reigen vor. Die Preisvcrteilung zeitigte folgendes Ergebnis: 1. Preis mit 81.5 Punkten Hch. Oesterling-Friedberg, 2 mit 79,5 P. Fr. lstrieß Bad-Nauheim, 3. mit 78,5 P. K. Gebhardt-Butzbach, 4. mit 73,5 P. K. Hossmann-Friedherg, 5. mit 72,5> P. I. Fleischauer- ,Bad-Nauheim, 6. mit 72 P. Lang-Lang-GönS, 7. mit 71 P. Otto Heidt-Lang-Göns, 8. mit 67.5 P. I. Schcll-Friedbcrg und T. Petric-Torn-Asscnheim, 9. mit 67 P. Wilh. Schmidt-Torn- Assenhcim. 10. mit 65.5 P. R. SvieS-Lang-Göns, 11. W. Kost- Nieder-Wöllstadt, 12. A. Hilbert-Bad'Nauheim und W. Textor- .Kirch-Göns, 13. K. Gries-Griedel, 14. R. Est-Dorn-Assenheim, 15. G. Eichler-Dorn-Assenheim, 16. I. Falk-Steinsurth, 17. W. Rcitz-Holzheim und Hch. Edler-Butzbach, 18. I. Hest-Blld-Nauheim und K. Jstlieim-Grüinngen, 19. G. Reul-Griedel, 20. Hch. Reul- Griedel, 21. Hch. Jung-Grüningen, 22. Hch. Bommersheim-Dorn- Assenheim und G. Heuser-Nieder-Weisel, 23. P. Röder-Butzbach und I. Mathäus-Nieder-Weisel, 24. R. Mnth-Bad-Naiiheim, K. >i»rausgrill-Nieder-Weisel, F. Streb-Griedel und P. Heidt-Butzbach, 25. L. Bender-Grüningen und 5z. Mathäus-Nieder-Weisel, 26. E. Jung-Holzheim, G. Hilgcnberg-Friedberg, Hch. Bcckcr-Grüningen und K. Jung-Nutzbach, 27. R. Wissig-Kirch-Göns, 28. W. Tein- Gambach und Karl Klotz-Holzheim. 29. Kar! Pyilippi-Stciiifurlh und H. Gatzert-Kirch-Göns, 30. O. Hitzcl-Münzenberg, 31. W. Brückel-Lang-Göns und Fr. Kühtrog-Steinsurth, 32. Hch. Müller- Steinsurtb. Zöglingsturncn. 1. Preis 84,5 P. L. Langs- dorf-Bad-Nauheim, 2. 79 P. Wilh. Batz'Bad-Nauheim, 3. 76 P. W. Stoll-Lana-Göns, 4. 73.5 P. Will,. Schotthes-Rockcnbcrg, 5. 73,5 P. H. Hüttge - Lang-Göns, 6. 68 P. G. Ambronn - Nicder- Wöllstadt, 7. 66 P. F. 5zöres-Friedberg. 8. 6»ö,5P. W. hosmann« Nirch-Göns, 9. 64,5 P. H. Geck - Ober-Mörlen, 1V. (53 P. E Ebert ii. HchvScharnicnin-Butzbacki u. K. Sck:atz-Obcr-Mör!en, 11. K. Gil- beri-Grüningen und W. Rühl-Kirch-lstöns, 12. A. Bechlold-Nieder- Wällstadt, und K. Kbaff-Holzheim, 13. O. Wächtiwshäuser-Kirch« lstöns, 14. jO. Boiler - Lang-Göns, 16. W. Maas- Torn-Aisenh.ini, 17. R. Bangel-Wölfershcim, 18. A. Riberzick-Dorn-Asscnheim und A. Hilgcnberg-Friedberg, H. Psesscr-Bad-Nauheim, 20. G. Pfeffer, Bad-Nauheim, 21. K. Jung-Holzheim, W. Hartmairnshenn-Ost- heim, H. Rupv-Friedberg, W. Herbcl-Lang-Göns, 22. P. Walter- Nieder-Mörlen, 23. R. Wistner-Gricdcl, 24. H. Balzer-Nieder- Wöllstadt, 25. O. Wefl-Lang-Osöns, 26. K. Räder-Ostheim, 27. I. Mohr Gamhach, 29. G. Birkenseld-Rockeicherg, P. Mandler-Nieder Weisel, 30. W. Lobmann-Butzbach, 31. A. Mohr-Ostbeini.

Der TmrnusklubWctterau" und Zwcigvercin Fried­berg - »Bad-Nauheim des V. H. C. unternahm seine diesjährigq zweitägige Bcrcinswandermrg in den Spessart und an dev Main.

wandern und rreisen.

** V. So. E. Bon der Dfll in das obere Lalmtal wandelten am »Sonntag 60 Mftgliedcr des Vogelsbcrgcr Höhenklub, Zweigvcrcin Gießen, anläßlich der 3. Dercinswondcrmig. Von Nicdcrschijd ging cs zunächst noch Lhcrschctd, hinter dem der Mffticg gleich