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sprnck, über bic Körperpflege und Pie körperliche Ausbil­dung der sckmlcritlasscnrn werblichcn Jugend.

Der Reiche- tag sabgeordn etc des Wahl- Irerses .Königsberg 2 (L <rvi a n - Wc h l a. u) Rit­te r gu tS b esicher Cbcrft 0 . 2 ). Don Massolv ist noch längerem Leiden cm, Samstag im Alter von 70 Jahren g e - stv rben. Oberst v. Massow imrrdc am 26. Januar 1644 in Strrrgar- geboren. An den Feldzügen 1866 und 1870/71 nahni er als Leutnant im 5. Kurassier-Rcgimrnt teil. Rach- d>mr er zrrlctzt Kominandcur des Ulanen-Regiments Kaiser Alexander von Rußland gewesen war, erbat er '1898 den .Abschiedund widmete sich seitdem der Bewirtschaftring seiner Güter. .Seit 1892 war er Mitglied des Kreistages, seit 1909 des ProvinziallandtagcS. Dem Reichstage hat Herr von Atassow in den .Jahren 1898 bis 1907 und seit 1912 an­gehört. Der Wahlkreis Labiau-Wchla u, seit 1884 im Besitz der Konservativen, war 1910 in einer Nachwahl an die Fortschrittler gesallen. Bei den Reichstagswahlcn 1912 erhielten Oberst v. Massow 8356, der fortschrittliche Kandidat 5850 und der Sozialdemokrat 2961 Stimmen. In der Stichwahl lourde Herr v. Massow mit 9104 gegen 8694 Stimmen gewählt.

Aurlanv.

Die Apo t he ke rgch il f c n in Ofenpest sind in den Ans stand getreten. Das Streikkomitee hat den Zuzug aus der Provinz abgrschnittcn, jedoch haben die Streikenden in >edcm -Stadtbezirk eine Apotheke srcrgegrbcn. Tie Hauptforderungen sind eine GcliallSrrgrlnüg und die Einführung des Slchtuhrlaücnschlusies. Der Minister des Innern bat erklärt, daß er in der Apotheker- kannncr für die Schlichtung der Zwistigkeiten eintrcte, falls die Apothctergchilfen den Ausstand beendigten.

Turnerische Vorführungen vor dem Kaiser.

Berlin, 7. Juni. Bor dem Kaiserpaar, sowie einer nach tausenden zählenden Zuschauermenge haben heule intttag bei schönstem Wetter im Stadion die Vorführungen der deutschen Turnerschaft des Turngaues Groß-Ber­lin statlgesundcn. Vor der Vorführung hielt Tr. Rein­hardt, Rleisvertrcter des Kreises 3 8 >Provinz Branden­burg), fotzende Ansprache an die Majestäten:

Eure Majestäten begrüße ich alleruntertänigst im Namen der Deutschen Turnerschast Groß-Berlins. Ter heutige Tag ist ein EhrcMag der Deutschen Turnerschast, ein lange ersehnter. Eure Majestäten bitte ich ehrerbicttgst, die heutigen'Vorführungen alz einen ttefgcsichltestcn Tank für die F ö r d c r u n g , die das Turnen durch Eure Rdajestät und die Staatsbehörden erfahren hat, Aller­gnädigst enlgcgennehmen zu wollen. Diese Vorführungen geben ein Bild der vielseitigen llcbnngcn des deutschen Turnens, wie cs sich zmn Heile des deutschen Volkes und der deutschen Jugend cntwillelt hat. Euren Majestäten ein dreifaches Gut Heil: Seiner Majestät, unserem Allergnädigsten Kaiser und König und Ihrer Majestät der Kaiscriu Gut Heil, Gut Heil, Gut Heil!"

Ein dreifachesGut Heil" aits tausenden von Kehlen erscholl irud die Nationalhhmne ertönte. Dann entfaltete sich ein großartiges, bewegtes Bild aus dem grünen Rasen, das durch die Bonner d«r Turnvcrbände, sowie die Ehargiertcn» tn WichS des akademischen Turnbundes eine besondere Note erhielt. 11000 Turner und Turnerinnen unter Leitung des KrerÄurnwarlcs Kregenow gaben hervorragende Proben ihres Könnens. Freiübungen von Männern, Frauen, Knaben und Mädchen cröffneten den Reigen. Tann folgten Spiele von Knaben und Mädchen, zwei Eilbotenläufe der Männer, Turnen der Männer am Barren und ain Reck. Hindernis- laufen, Hantelübungen der älteren, Fechten und Wasser­springen, Laufen und Tauziehen der Jugcndturner, beson­ders ausgezeichnete Haltungs- und GewandthcitSübungen der Königl. Landesturnanstält, denen reicher Beifall folgte, volkstümliche Hebungen, Tisch- und Bockspringen, Spiele der Männer und Frauen in bunter Reihenfolge. Nach einer St un de waren die Vorführungen, denen die Majestäten und die übrigen Zuschauer mit sichtlichem Interesse folgten, be­endet. Ihren vormrwehendcn Bannern folgte der AÜSmarsch der gesamten Turner und Turnerinnen unter der Kaiser­loge hindurch. Ein unaufhörliches. Heil grüßte die Maje­stäten. Bald darauf verließen der Kaiser und die Kaiserin urit den prinzlichcn Herrschaften das Stadion und begaben .sich zum Frühsttick in den Kaiscrpavillon auf her Grunc- waldrennbahn. Nach dem Frühstück begab sich die Kaiserin in das Neue Palais zurück, während der Kaiser nach Grünau fuhr.

Aus Staöt uns LanV»

Gießen, 8. Juni 1914.

** Der Großherzog empfing u. a. am 6. Juni l. I. den Kreisschilinspektor Hufs von Alsfeld.

** Erledigt sind zwei mit evangelischen Lehrern zu bescheude Lchrerstcllcn an der Volksschule zu Neu-Jscn- durg.

** Eisenbahnwesen. Es bietet sich die Möglich- kell, zum 1. Oktober d. I. einen hessischen Assessor zur Ausbildung im Dienste der Hessisch-Prcufiischen Eisenbahn- gemeinschast cinzuberufen. Bewerbungen müssen bis spä­testens zuin 1. Juli d. I. bei dem Großh. Ministerium der Finanzen, Abteilung fiir Finauzwirlschafl und Eisenbahn­wesen, cingereicht werden. Meldungen von Assessoren, die ein Dienstalter von drei und mehr Jahren haben, können in der Regel nicht berücksichtigt werden.

" Bautätigkeit in Hessen. Der .Baumaterialien- Markt", das führende Blatt des. gesamten Bau,nacktes, be­richtet über die hessische Bautätigkeit in, Mai: Sowohl in

Darmstadt wie in Gießen, Offenbach »nd Worms ist von Bauleben noch nichts zu spüren. Wenn nicht einige öffent­liche Bauten Beschäfiigung geben würden, läge der Banmarkt in den genannten Städten vollständig darnieder. ?(($ in Mainz ist im Mai nur wenig gebaut worden, wohl aber herrschte in der Umgebung und in Vororten von Mainz leb. hastere Bautätigkeit, die angeregt worden ist durch das Fallen der Festungswerke.

**DicManl-und Klauenseuche herrscht fort in Rodheün, Kreis Friedberg, in Finthen, Kreis Mainz, in Ober- und Nieder-Jngelhcim, Kreis Bingen. Die S'uchc wurde sestzestellt in, Welgesheim, Kreis Alzey, und in Jugen­heim, Kreis Bingen. Ferner ist die Seuche ausgebrochen in den Bezirken Gunzenhausen und llffcnhein, (Bayerisch- Mittelfranken).

** Hessischer Landesverband d c z Deutschen sVe re»ns ge gen den M i ß bra u ch g c r st, g e r Oie t r ä n tc Nach dem soeben erschienenen Gcschäitsbericht des Vorstandes iür das Jahr 1913 hat der Hessische Landesverband Ende des Jahres 1912 einen neuen Vorstand erhallen in der Person deS Geh. Re- giermrgsratS Dr. jur. et. Dr. med. h. c. Dich als Vorsitzender, des !Sbmttnanns Bechtcl als Schrsitsührer und des Revisors Schien als Schatzmeister. In Uebercinstimmung mir der Leitung des Haupt- Vereins in Berlin sicht der neue Vorstand seine Hauptaufgabe darin, der Mäßiakeitssachc in Hessen immer mehr Anhänger zu- zusühren. Die Fürsorgcstcllc Gießen ist inzwischen organisiert worden, Auch in Lssenhach crfolgre die G.ründimg einer Trinker-

sürsorgestellc. Einer Anregung des Hauptvcrcins enlsiirechend, beschästigte sich der Landesverband im abgelaufencn Jalirc auch mit der Frage des AnimrerkncipcnumvesenS. Aus Anregung des Landesverbandes wurde erreicht, daß gemäß einer sür den KrciS Aisield erlassenen Pollzeivcrordnung, die sich hauptsächlich gegen die Verabreichung geisttger Getrchlke an Betrunkene und an Per­sonen, die wegen Trunksucht entmündigt oder von einem Kreis­amt als Trinker bezeichnet und aus die Trinkcrliste gesetzt sind, richtet, in den Kreisen Büdingen und Schotten eine entsprechende Dolizeiverordnung erlassen und in den Kreisen Friedberg und Heppenheim eine solche in Vorbereitung ist. Las KreiSamt Bens- heim will den Erlaß einer solchen Pollzeiverordnang betreiben, auch das Kreisamt Dieburg scheint dem Erlaß der Verordnung naher treten zu wollen. Tie übrigen Kreisämter, die eine Ant­wort gegeben laben, nämlich Erbach, Groß-Gerau, Mainz und Oppenheim, Hallen meist ein Bedisllnis Iür den Erlav'der Pölizei- perordnung lulftt für vorliegend. Der Kassenbericht für das Rech­nungsjahr 1913 schließt in Einnahme miß 904,25 'Mk, rn Aus­gabe nntll47,48 Mk. ab. ES beträgt somir der lli das Rechnungs­jahr 1914 übergehende Kaffcnvorrat 156,77, Mk,

** Der Besuch der Gcwerbeaus stell un g am Samstag und am Sonntag ist recht gut gewesen. Die Wege konnten zeitweise das lustwandelnde Publikum nicht fassen, so daß kleine Stockungen vorkamen, die aber schnell wieder behoben wurden. Die Festhalle und auch Althcssen waren voller Besucher und Fröhlichkeit herrschte überall und zwar selbst dann noch, als ä.m gestrigen Abend die Lust sich plötz­lich abkühltc und ein anhaltender Regen niedcrfiel. Am gestrigen Sonntag waren die Gc-.vecbebereine von Braun- sels a, d. Lahn und von Gladenbach in der Ausstellung. Am Vormittag vereinigten sich in der Festhalle die Teilnehmer von der Taufe unseres LuftballonsGießen" zu einem festtäglichen Frühstück. Die Kauflust der Besucher ist auch: in der vergangenen Woche munter geblieben, so sind u. a. allein ungefähr weitere 30 Arbcitsmaschincn verkauft worden.

" Abonnements-Konzerte. Beim 1. Abonnements- Konzert unserer Rcgimentskapellc am Donnerstag, den 11. Juni, abends 8'/, Uhr, in Steins Garten tritt der Großh. Kammer­musiker Herr Louis Kümmel als Trompeten-Virtuose auf. Uebcr die Leisirmgcn dieses Künstlers braucht nichts niehr er­mähnt zu werden, da Herr Kümmel uns Gießenecn seit Jahren bereits bestens bekannt ist.

** Grobherzogliches HauS - und Staatsarchiv. Tie große Bodmann-Habelschc Handjchristen- und Aktensammlung, die besonders wertvolles Material zur Oieschichte des Erzbistums Mainz enthält, ist durch die Großh. Staatsregierung von den Erben des letzten Besitzers, des KreiSrichtcrs a. T. Conrady in Miltenberg, angekaust worden. Ter Bestand wird dem Großh. Haus- und Staatsarchiv und, soweit cS sich um Truste und nicht- hessische Handschllitcn handelt, der Großh, Hosbiblivthek cinverlcibt,

** G ü t c r r e ch t s r c g r st e r. Gütertrennung haben verein­bart: Schlosser Friedlich Faubel und Wilhclmrne geb, Rudolph in Wöllstein, Louis Müller, Maurergeselle zu Henchelheim, und dcsicn Ehefrau Anna gehl Geisel. Errungenschastsgcmein- schasr haben vereinbart: Ter Landwirt Konrad Becker zu Ober- Osleiden und dessen Ehefrau Katharine geb. Ruckelshausen. Lanlnvirt Georg Becker und seine Ehefrau Christine geb. Stoppler in Schwarz.

" Konkurse in Hessen. lieber das Verniöaen der Wasl- wirtS und Spezereihändlers Michael S a n d e b e cl zu Arhcilacn und über deu Nachlaß seiner an> 25. Avril 1911 verstorbenen Ehe­frau Anna Katharine, aeb, Lautenberger, wurde das KonkurS- verlahre» eröfsnet. Ter Gerichtsvollzieher >, P. Philivp R e i b st e i n i» Darmstadt ist zum Konkursverwalter ernannt worbe». Konkurs- sorderunaen stnd bis zm 23. Juni 1814 bei dem Gerichte anzumclden, TaS Konknrsverlahrcn über den Namlai! des am 3, Januar 1912 zu Rieder-Saulheim verstorbene» PauvtmannS t, P. ESuard Worth mann wird, da eine den Kosten des Verfahrens ent- fvrechende KonlnrSmaffe nicht vorhanden ist, eingestellt, lieber den Nachlaß des Anglist Feudi, er II., Schuhmacher in II ks holen, ist daS Konkursverkahreii eröffnet worden, Ter Notariatsbureau- vorsleher Georg Mangold i» Alzey wurde s:» Konknsverivalter ernannt. KonkurSsorderimgc» sind bis znm 20. Jim, 1914 bei dein Gerichte anznmelden. Das Konkursverkahreii über das Vermögen des Schiffers Johann Schmitt VI. von Neckar - Sleinach ist, nachdem der in dem Pcrgleichstermtn von, 1Mai 1911 a- gciioiniiicne Zwauasvergleich durch rechiSkrästigen Beschluß vom 15. Mai 1914 bestätigt ist, aufgehoben ivorüen,

Lanbkreis Gießen.

G r o ß c n - B u s c ch , 7, Juni. Bei herrlichem Wetter feierte heute der Jiegenzuchtvcrein Großen-Biiseck die Einweihung seines Ziegenparts, mit der eine Verlosung verbunden war. Er­schienen waren der Vorstand des Kreiszicgcnzuchtvereins Gießen Direktor LandwirtschastSlehrcr Tamm von Lich, Landtagsabge- ordncter Fenchel von Obcrhörgcrn und der Inhaber der Ver­mittlungsstelle Balthasar Philivp III von Steinberg. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden des Vereins Herrn Kehler sprach Direktor Tamm über Ziegenzucht und deren wirtschastliche Bedeutung. Daraus ersolgtc die Verlosung.

-a.- Burkhardsfelden, 6. Juni. Vor etwa zwei Jahren siedelte ein hiesiger 'Ortsbürger nach Westprcu ße n über, >vo er ein 01 ut von der AnsiedellingSkoinmission über­nahm. Dieses Beispiel hat Nachahmung gesunden. In diesen Tagen hat wieder ein Landwirt unseren Ort verlassen, un, sich i»i Ansiedelnngsgebietc anzukansen, und in Kürze wird ein dritter diesem Beispiele folgen.

Oppenrod, 7. J»ni. Gestern abend stürzte in der Nähe unseres OrteS ein in Gicben beschäiligier Lackierer aS Burk­hardsseide», als er mit seinem Rade von der Grünberger Straße in die Ovpenröder Ebansiee cinbisgen ivölite Dis Fabrbahn ist hier durch Legung der Wasserleitung sehr beengt, da nahezu die halbe Straße mit Röhren und Schutt bedeckt ist. Ein des Weges kommendes Auto brachte den Verletzten nach seiner Wohnung.

Kreis Lauterbach.

(>) Cralnseld , 6. Juni. In diesen Tagen wurden die Söhne des ermordeten Abraham Stein, da sie jetzt ver­nehmungsfähig sind, hier vor dem Untersuchungsrichter vernommen.

tz. B e r m ,1 t s h a i it, 6. Juni Heute sand hier eine aber­malige Bejgeordncrcnwahl statt, da die im Winter nur mit einer Stimme Mehrheit erfolgte Wahl des Landwirts und cschweine- händlers Rausch sür ungültig erklärt worden war. Bes der heu­tigen Wahl erhielt Rausch 53 stimmen, sein Gegenkandidat Kauf­mann Johannes Occhlcr 50 Stimmen. Wie verlautet, soll von der ünterlkgencu Partei auch diese Wahl wieder angeiochten werden.

tz. A u s d e m o b e re n V o g c l S b c r g , 7. Juni. Tic gegen- wärttgc Vegetation zeigt einen solchen Rückstand, wie man ihn seit Jahren selbst aus unseren' Höhen nicht erlebt hat. ^Tie Be­stellung der Felder ist ia vollendet, aber der Stand der coaatcn ist nicht sonderlich günstig. Geradezu ausfällig in der Rückstand der Gärten. TaS einzige, was soweit günstig steht, und eine gute Heuernte verspttcht, ist der Graswuchs.

Kreis Friedberg

I. Klein-Karben, 7. Juni. Der KcicgSveteran Joh. Wilhelm Sicbefand ist i,» Alter von 70 Jahren ge­storben. Ec hat im Jägerbatnillon z» Friedberg gedient, machte den Feldzug 1866nd 1870/71 mit und Halden hiesigen Kricgerverein gegründet.

Hessen-Nassau,

ll Frankst,rt a. M., 7. Juni. Eine Dienstherrschaft am 5llcinen Kornmarkt mißhandelte am SamStag nach­mittag ihr Dienstmädchen, als dieses ordnungsgemäß den

Dienst verließ, n der gemeinsten Wcsie, Llls das Mädchen blutend auS dem Hause stürzte, ergriff sofort eine rasch an- gesammelte Menschenmenge Partei sür die Alißhandelte und suchte den Laden, ein Molkereiprodi,ktcngeschäst, zu stürmen »nd den Dienstherr» und dessen Fra» zu lynchen. Erst einem größeren Polizeiaufgebot gelang cS, in etwa dreistündiger Arbeit die Menge zu beschwichtigen und den Platz, den mehr als 1000 Personen beseht hielten, zu säubern.

h. Höchst a. M., 7. Juni. Der 29jährige Chemiker Dr. L echn er wurde in seiner Wohnung lot aufgesunden. Er hatte sich vergiftet.

8 Bad Homburg v. d. H., 7. Juni. Eine Camn,- lung von Altertümern aus der ehemaligen Landgrasschast Hessen-Homburg, die sich tut Besitze der Geschwister Balmer, Lonisenstraßc, befand, wurde von einem ungenannten Herrn für 35 OüO Mk. erworben und der Stadt zur Errichtung eines Historischen MnscumS geschenkt.

Cronberg i. T., 7. Juni. Die Königin von Griechenland ist mit ihren Töchtern Irene und Katharina heute nachmittag kurz »ach 3 Uhr aus Schloß Friedrichshof cingelroffcn.

Eschwege a. b. Werra, 7. Juni. An dem im Jahre 1660 erbauten alten Rathause der stadt Eschwege, -essen Fachwcrlsbau vor etwa 50 Jahren überputzt wurde, läßt jetzt die Stadtverwaltung den Putz wieder entfernen. Die vorläufrg freigclegten Stellen weise» schöne Holz­schnitzereien auf. Sachverständige, die diese Teile ge­sehen haben, erklären das Rathaus für eins der schönsten Baudenknräler der Renaissance in Hessen. Der Regierungs­präsident hat der Stadtverwaltung eine Staalsbeihilfe zu den Wiederherstellungskosten in Aussicht gestellt.

h. Oberursel, 7, Juni. Infolge des wachsenden Per­sonenverkehrs auf der elektrischen Bahn Frankfurt, Oberursel beschloß die Gescllschajt den zweigleisigen Aus­bau der Strecke zwischen Niedcrursel und Oberursel. Die Stadtverordnetenversammlung beschloß den Ausbau der h ö h e r e n M ä d ch c n s ch u l e zu einem Lyzeum.

LKnSwirtschaft.

--AbhaltungvonZrcgcn st allschauen. Aus Grund

des Schaupiancs sinder, am Freitag, den 26. Juni im Bezirke Altcn-Buseü-Lollar ^tallfchauen sür Ziegen statt, die zum ettlen- male von dem LandwirtschaitSkammerausschuß für Obcrhessen burchgcsührt werden. An den Schauen können sich sämtliche Mit- lgtiedcr des .Kreiszicgcnzuchtvereins in dem betreffenden B^rrle beteiligen. Anmeldungen werden von den Vertrauensmännern bis zum 20. Juni entgcgengcnommcn. Tie Turchiührung der Sckiauen crlolgt nach folgendem Verfabrcn: I. Besckiasfcnheit, Raumvertei- lung und Durchlüftung dos Ltallcs 15 Punkte, 2. Ernlzeitllchkell der Zuchttichlung und Güte des ZuchtmaterialS 20 Punkte, 3, 0K- suiidhcitS- und Ernätmingszustand der Ziegen 15 Punlle, 4, Haul- und Stallpjlcge der Ziegen 15 Punkte, 5. Pflege und «uirsisluEu der Lämmer 20 Punkte, 6, Gcsamteindnick 15 Punkte. 'Durch diese neue Maßnahme zur Förderung der Ziegenzucht soll in crstsi: Linie auf eine bessere Haltungsweise der Ziegen hingcwirkt werden.

= Eine bedeutsame Kundgebung der ost- preußischen Landwirtschaft. Auf den Hauptversamm­lungen der großen Landwirtschaftlichen Zentralvereine in Allen­ste i n und Insterburg wurde einstimmig folgende Ent­schließung angenommen:

Tlc Hauptversammlung des Landwirtschaftlichen Zcntral- vcrcrns erkennt die Notwendigkeit an, angesichts der immer mehr steigenden Einiuhr ausländischer Futlermittel und der gerin­geren Verwertbarleit der heimischen Kartosfclernten die Be­strebungen der Gescllichait zur Förderung des Baues und der wirischastlich zweckmäßigen Verwendung der Karwsfcln mit allen Straften zu unterstützen. Sie cmpsiehlt ihren Mllglicdern den Beitritt zu dieser Gescllschast um so mehr, als die Verwirk­lichung der Ptänc dcriclben geeignet sein dürste, die rassischen Zotlmaßnahmen, welche Ostpreußens Landwirtschaft schwer zu schädigen drohen, zu verhindern oder in ihrer Wirkung mb» zuschwächen."

Gerichtrfalai.

Beleidigungen von Ossiziercn inElsaß-Lot bringen.

Metz, 6. Juni. Wegen Beleidigung des Kommandeurs der 66 Brigade, Generalmajor Bausch, wurden heute von der Strafkammer der politische Direktor desLorrain") Ehrcndomherr C o l l i ii und der Chefredakteur desselben Blattes H o u p e r t zu je 3 0 0 M a r k Geldstrafe und in die Kosten des Ver­fahrens einschl. der Ncbenklage verurteilt. In einem Arttkel des Blattes vom 15. November v. Js. betitelt:Wie man germanisiert" hieß cs, ein General (gemeint damit konnte nur Generalmajor Bausch sein, habe, als er sich ein Pferd vorführen ließ, an der Mosel svielcnde Kinder und junge Leute mit Aus­drücken wieihr SchangelS, ihr Franzoscnpack, ihr Franzvscn- volk" angesahren und vom Platz» verjagen wollen. Dem Straf­antrag des Generalmajors Bausch hatte sich der kommandierende Olencral des 16. Armeekorps als Nebenkläger angcschlosicn. Ver­gleichsverhandlungen scheiterten, da der General sich aus Ver- gleichsverhandlunqcn nicht einlalscn zu können erklärte. Ti« An­geklagten traten den Wahrheitsbeweis nicht an. Aus der Ver­handlung ging hervor, daß wahrscheinlich eine Verwechselung mit einem anderen Offizier Vorgelegen l>at, der die Jungen mll einigen vielleicht ähnlichen Aeußerungcn angefahren hat.

Sport«

D i e K a i s c r r c g a 11 a i it G r ü nau.

Grünau, 7. Juni. Tie heutige Ruderregatta hatte bei günstigem Wetter viele Tausende nach Grünau zusammen- geführt, welche auf Tanwfern und an allen Orten au fgerichteten Tribünen am Langen Lee dem Wettlampfc beüoohnten. Um 4 Uhr 35 nahte die kaiserliche TampsjachtAlexandria", welche die Königsstandartc gefetzt hatte, vom Teltowkanal her. Ter K ach'er in Adimralöunifkorm stand auf Teck und sah beim Einlaufen noch den Sieg des Berliner RuderklubsBranden­burgs" in -dcm Zweijungmannvierer. Än Bord befanden sich u. a. Prinz Eitel Friedrich, Prinz und Prinzessin August Wilhelm, die Prinzen Wolsgang unc» Philivp von Hessen. Großadmiral o, Tttvitz, Kultusminister v. Trott zu Solz, der Chct des Zivil- kabinetts, Wirkl. Geheimrat o. Valentini, und die Herren des Gesylgeo, Stürmische L»octi und .Hijip 5)urra-Rufe empfingen den Kaiser. Tie Kapelle spielte die Nationalhymne. Der Regatta- Ausschuh mit seinem Präsidenten Geh. Kommerzienrat Georg W Büxenjtern ging an Bord. Unter erneuten Kundgebungen des Publikums passierte dieAlexandria" die Tribüne und ging zum Start, um den Kaiseroierer zu begleiten. In diesem Rennen liefen tunt Boote. Erster wurde der Mainzer Ruder- v er ein (wie^i-m Vorjahres, zweiter Berliner Ruderklub, dritter Rndervcrein Sturmvogel-Leipzig. TieAlexandria" fuhr dann, !vie immer, hinter den verankerten Luftfahrzeugen herum und be­gleitete den anderen Kamps der Zwei-Achter, in welchen der Ber­liner Ruderklub siegte. Nachdem der Kaiser daraus an Bord die Siegermannschaften des Mainzer Kaiservierers empfair- gen und ihnen den Preis ausgchändigt batte, sah er den aka­demischen Vierer, der von fünf Booten bestritten rourde. Als erster ging der akademische RuderklubR h e n u s" -Bonn durchs Ziel, als zweiter der akademische Rudervcrein-Berlin und als dritter die RuderriegeA. T. B." Berlin. Die Bonner Stu­denten emvsingen ihren Preis gleich vom Bord derAlexandria" in ihr Boot hinein. Um 5 3 ,i Uhr dampfte dieAlexandria" zur Mündung des Teltowkauals. wo der Kaiser das Auto bestieg und über Berlin nach dem neuen Palais zurückkehrte.

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