Ausgabe 
6.6.1914
 
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aijurcinten und angesichts der Weigerung einiger Malis­soren, die Insurgenten zu bekämpfen, Die geäugstigte Bcvöl kerung flüchtet auf die absahretlden Dampfer, Die Lage ist fortgesetzt ernst.

DieAlbanische Korrespondenz" meldet aus Durazzo: Aach Verhängung des Belagerungszustandes über die Stadt brach unter den hier leben den Italienern eine P a - tii l aus. Sie ergriffen sämtlich die Flucht,

Der Kvntrollausschust am Ende seiner Bemühungen,

Rom, 5, Juni, TieAgcnzia Stesani" erhält folgende Ein­zelheiten über die Unter handln» ge »der Ans- ständischen mildem internationalen KoNtroll a u S s ch u ß, Am Dienstag morgen schickten die Aufständischen dem Kontrolüuisschnß einen Brief, in dem sie erklärten, sie hätten non der Landung der Malissoren gehört und erwarteten Mitteilungen des Ausschusses, Da der Ausschuß während der ersten Verband lungen den Aufständischen zugefichert hatte, daß Malissoren nicht mehr nach Durazzo gebracht werden würden,,war die Bedeutung des Briefes hinreichend klar. Infolgedessen beschloß der Ausschuß, dem Fürsten durch seinen Vorsitzenden ein Memorandum zu über­senden, in welchem er sein Bedauern ausdrückte über die Nicht- befragung, ob es angemessen sei, 80» Malissoren nach Durazzo zu berujen. Während hierüber der Ausschuß den Ansständischen gegenüber die Perpslichtuug übernahm, lehnte der Ausschuß die Verantwortung für die Anwesenheit .zahlreicher Bewaffneter in der Stadt ab, welche ihm die Erfüllung seiner Ausgabe sehr erschweren, und drückte weitere Zweifel über den Erfolg der Konferenz mit den Aufständischen aus. Am Mittwoch mittag begab sich der Aus­schuß nach Schiak und beriet vier Stunden mit den Oberhäuptern der aufständischen Stämme, Diese wiederholten den Wunsch, einen muselmanischen Fürsten unter türkischer Souveränität zn haben. Gegenüber den Erklärungen des Ausschusses, daß dieses unmöglich sei, er­klärte sich die Versammlung einverstanden, einen n i ch t m u s e l - manischenFürsten unter der Souverän itätderTür- k e i anzunehmen. Einstimmig weigerten sich jedoch die Aufständischen, den Fürsten von Wied anzuer­kennen, Während der Beratung hoben die Aufständischen den unerwarteten Empfang mit Kanonenschüssen hervor, der ihnen bereitet wurde, als sie am 23. Mai sich Durazzo näherten, um dem Fürsten ihre Wünsche vorzulegen. Der Ausschuß, welcher die Nutzlosigkeit einer Fortsetzung der Verhand­lungen erkannte, kehrte nach Durazzo zurück und teilte dem Fürsten das Ergebnis der Untrredung mit und erklärte sein Man­dat für beendet. Der Fürst behielt sich die Entscheidung vor.

Der ttabmettLwechsel in Frankreich.

Parts, 5. Juni, Aach seinem Besuche bei Poincare hatte V i v i a n t im Ministerium des Inner» mit den Parla­mentariern eine Besprechung, denen er Ministerporteseuilkes übertragen will. Morgen mittag wird er wahrscheinlich folgende Liste dem Präsidenten unterbreiten: Präsi­dium und Ministerium deS Aeußern: Bi Viani, Justiz: B ienve n u -Martin, Inneres: M a l v p , Krieg: M e s - s i m N, Marine: G a u t h i e r, Oeffentliche Arbeiten (Fer­nand-David, .Handel: Thomson, Ackerbau: Roh- naud, Arbeit und soziale Fürsorge: Justin Goda rt, Kolonien: Millies Lacroux und Unterricht: Rene Re­nault,

Leon Bourgeois lehnte hauptsächlich aus Gesundheitsrücksichten die Uebernahme des Ministeriums deSAuswärtgen ab. Com des soll daS Unterrichtsministerium, dos ihm Biviani angeboten hat, aus Familienrücksichten und um sich seine politisckje Freiheit zu bewahren, ablehnen, ebenso Pey tral das/Finanzmini­sterium, um Vorsi^ender des Finanzausschusses des Senats zu bleiben.

vcntscbe» Reick».

Derchemal-lgcLandwirtschaftSminlsterFrhr, v Hammer st cin-Loxten ist in der Nacht zum Freitag in Loxten gestorben.

Der Vaterländische Frauenverein hielt am Frei­tag mittag im Abgeordnetenhause in Berlin seine sehr gut be­suchte 48, Mitgliederversammlung ab. Anwesend jvaren u, a, die Kronprinzessin als Vertreterin der Kaiserin, Der Wort­führer, Staatsminister Möller begrüßte die Kronprinzessin und gedachte der Toten des letzten Jahres, Der Schriftführer des Haupt­vereins, Oberverwaltungsgerichtsrat Kühne erstattete ausführliche Mitteilung über die Rote Kreuzsammlung, ihre BedeMung für Kreigsvorbereitlmgen und Rote Kreuzvereinigungen, Ter Geschäfts­führer, Oberstabsarzt a, D, F r i e d h e i m gab in dem Rechen­schaftsbericht einen allgemeinen Ueberblick über die außerordentliche Entwickelung des Frauenvereins. Die Mitgliederzahl be­trägt rund 5 9 2 000. Neben dem großen Erweiterungsbau des Krankenhauses des Zweigvereins Frankfurt a, M, sind die Neu- gründung des SäuglingS-Eeeilienheims des Zweigvereins Han­nover und das hobenlohe-Schwesternheim Walchensee deS Pro­vinzialvereins Be-lin hervorzuheben, Frau Dr, Friedenthal- Nieolossee sprach überFürsorge für die aus den Säuglingsheimen entlassenen Kinder", Ein Gesang des Domchors:Ich hebe meine Augen auf" von Albert Becker, schloß die Sitzung, Der Versamm­lung war am Donnerstag abend ein von etwa 400 Vereinsmitglie­dern besuchter Begrüßungsabend in den ErsrischungSräumen des Abgeordnetenhauses vorangegangen, v ' _

2Iu»lan&.

Englische Auszeichnungen für deutsche See­leute, Der König von England hat folgenden deutschen Seeleuten die silberne Rettungsmedaille verliehen: Dem ersten Offi­zier Ernst harzmeier, dem ersten Bootsmann Karl Rapreger, den Matrosen Karl Tews, Arno Leich, Karl Nilion, Christiano Vanelli und Paul Lüdecke von dem Hamburger SchiffDeutsch­land" für die Rettung der schiffbrüchigen Mannschaft derCountv of Devon", die im Februar im Nordatlantischen Ozean aufgcqeben wurde. Das Handelsamt hat dem Kapitän Karl Manzke ein silbernes Tafelgeschirr, dem ersten Offizier Ernst Sarzmcicr einen silbernen Becher, dem Bootsmann Rapreger und den genannten übrigen Matrosen Geldgeschenke überreicht.

An» Stavt unv Land.

Gießen, K. Juni 1914.

** Tageskalender für Sonntag, den 7. Juni: Gewerbe­ll u s st e t l» n g: Nachmittags 47 und abends 8II Uhr Kon­zert der Novelle Weller.

O b e r h e f f > f ch e r K » » st v e r e i n. Die Gemälde-AnSstestuna Ist täglich von 111 Uhr, Mittwochs von 3 bis 5 Uhr, und au Sonntagen von 113 Uhr geöffnet.

Ober hessisches M f e n in und Gail' fche S a in m - lnnqen. Geöffnet Sonntag vormittag; 111 Uhr unentgeltlich, Mnseum iür Völkerkunde, Geöffnet an Sonntagen vormittag? von IIl Uhr imentgelilich.

Lichtspielhaus: Täglich Vorstellung,

U u i o u - T l> e a t e r: Täglich Vorstellung.

** Prüfungskommissionen zur Abnahme der Meisterprüfungen, Das Ministerium des Innern hat die nachgenannten Herren zu Mitgliedern der Prüfungskommission zu Gießen auf die Tauer von drei Jahren ernannt: Vorsitzender: Ludwig Traber, Baumeister und Großh, Hauptlehrer, Gießen, Stellvertretender Vorsitzender: Ludwig Huhn, Architekt und Stadt verordneter. Ständige Beisitzer: LouiS Petri II., Weißbindermstr, und Stadtverordn,, Heinrich Witrn, Bauunternehmer und Stadt­verordneter, Weitere Beisitzer: (Wohnort: Gießen, falls kein anderer genannt' August Deibel und Balthasar Schomber, Bäcker­meister: Otto .Heger, Mandagistenmstr,, Adam Reinig und Ludwig Roth, Messerschmiedemstr,; Martin Schmall, Bildhauer- und

Steinmetzmstr,, und Jobs, Köddi'ng, Bildhanermstr.; Adolf Bour­geois und Paul Richter, Buchbindernistr.: Albin Klein und Joseph Weinerl, Buchdruckermstr,: Heinrich Ruckstuhl und Carl Heck,

Dackjdeckermstr,: Oskar Graes lind Oskar Seume in Butzbach, Denlistmstr,; Karl Schwan und Heinrich Scheid in Großen Bnseck, Drehermstr,: Andreas Müller und Leinrich Lehr, beide in Lollar, Feilenhanermstr : Heinrich TickM »nd Wilhelm Baiser, Frijeur- und Perückenmachermstr,: Balthasar Bieran und Bernhard Wols, Glasermftr,: Karl Brück und Karl Noll, Gvldarbcitermstr; Job, Köhler und Karl Schwan, Gravenrmstr,: Wilh, Weißbäcker, Bürstenmachermstr,; Georg Appel und Rudolph Rvdiger, Jn- stallationSmstr.: Ludwig Toll und Heinrich hettler, Kvnditormstr,; Heinrich Schultheis und August Kretschmar, Kürschnermstr, :^Wilh Kvhlermanu und Julius Äellhöfer, Küsermstr,; Eduard Traut­mann, Kupferschmiedemstr,: Georg Bellas und Karl Leib, Lackierer­meister: Martin LooS, Lithograplnuimstr,; Marlin Abermann und Georg Becker, Maurermstr,: Wilhelm Schmidt und Gotthold hempel, Mechanikermstr,: Jakob Braun und Heinrich Simon, Metzgermstr,: Johannes hosmann, Pslästerermstr,; Louis Katt- rein, Posameniiermstr,: Frau Frieda Sievcr, Putzmachermstrn,; Christian Spieß und Friedrich Groß, Sattlermstr,: Karl Krailing und Hermann Leycrzapf, ^chtossermstr,; Johs, Heß und Heinrich Becker, Schmiedemstr,: Jakob Schreiner und Robert Tchich, herrenschneidermstr,; Susanne Dippel und Marie Wunderlich, Damenschneidermstrn,; Wilhelm Keil und Karl Schwenk in Lich, Schvrnstetniegermstr,: Wilhelm Müller uich Georg hanbach,

Schreinermstr,; Karl Berg junior und Ludwig Bernhardt, Schuh- mackiermstr,; Valentin Brauer, Seilermstr,: Martin Schmall, Bildhauer- und Steinmetzmstr,, und Jakob Atzbach, Steinmetzmstr,: Jods, Klinkersnß und Adolf Noll, Tapezierermstr,: Otto Schmidt und Georg Spies, Uhrmachermstr.: Louis Faber und Heinrich Svies, Wagnermstr,: Eugen Groß, Malcrmstr, Karl Renting und Ehr, Schmidt, Weißbindermstr,; Georg Schnbecker, Zimmermstr

In d en Ruhestand versetzt wurde der Werk- meister am Landeszuchthaus Maricnschloß Gttstav Feyh aus sein Rachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, mit Wirkung vom I.Iuli 1914. Aus diesem Anlaß wurde ihm die Krone zum Silbernen Streu; des Verdienst­ordens Philipps des Großtnütiqen verliehen.

** Ernannt wurde am 27, Mai ds. Js, der Schrcib- gehilse am LandeSzttchthatts Martenschloß Josef Gt, t) o t zum Werkmeister an dieser Anstalt tust Wirkung vom I.Jttli 1914.

**TagnngdcrLandcshauptleute, Unter dem Vor­sitz des Landeshauptmanns in Hessen, Riedesel Freiherr zu Eisen- bach, findet am 2, Juli in Posen die diesjährige Tagung der! Landeshauptleute der preußischen Provinzen und der Landeshaupt­leute in Nassau und in Hessen statt. Mit der Tagung wird n. a. die Frage betreffend Heranziehung der Antomobil- best her zn den Kosten der Wegeverbesserung behandelt, weiter über die Einführung der allgemeinen Viehver- jtchernng durch die Provinzial- oder Bezirksverbände, sowie über den Entwurf wegen Abänderung des Kommunat-Ab- gaben-Gesetzes beraten,

** Der evangelische hesfenbnnd für Jünglinge hält gm 14, Jnm in Fr tedberg sein Bun Hesse st ab: da­mit ist das 1, Stiftungsfest verbunden,

** D i e Technische Hochschule zu Darmstadt zählt in diesem Semester 913 ordentliche Studierende, .350 außerordentliche Studierende, 38 Hörer und 120 Gäste, hier­mit beträgt die Gesamtfrcucnz 1421, Die Studierenden verteilen sich auf die einzelnen Abteilungen wie folgt: in der Abteilung für Architektur 277, in der Abteilung für Jngenieurwesen 257, tu der Abteilung für Maschinenbau 328, in der Abteilung für Papieringenieurwesen 49, in der Abteilung für Elektrotechnit 183, in der Abteilung für Chemie 128 und in der Allgemeinen Abteilung 41, Der Staatsangehörigkeit nach sind 950 Reichsdeutsche, davon 459 Preußen und 281 Hessen, ferner ,313 Ausländer, davon 176 Russen,

** Der BallonGieße n". Die Tanffahrt des BallonGießen" wird, toie gemeldet, Sonntag, 7, Juni, stattsinden. Die Füllung beginnt um 6V2 Uhr, der Aufstieg wird voraussichtlich gegen 9 Uhr erfolgen. Im Namen der Stadt wird Herr Stadtverordneter h, Eichenauer eine Ansprache halten. Darauf folgt der Taufakt, vollzogen von Ihrer Durchlaucht der Frau Fürstin zu Solms- hohensolms-Lich, Die Führung des Ballons hat Herr Pi ivcttdozettt Dr, StuchleN - Marburg übernommen; außerdem werden an der Tausfahrt Herr Stadtverordneter Loeber als Vertreter der Stadt, Herr Privatdozent Dr, Peppler als solcher des Vorstands des Vereins für Luft­fahrt, ferner Herr Assessor A, Seih er t und vielleicht noch eine Dame teilnehmen. Alles unter der Voraussetzung, daß das Wetter die Fahrt gestattet,

" E n g e l i n d e r K ii n st. In dem Anzeigenteil unseres heutigen Blattes ist eine ausführliche Uebersicht über das zum Besten des Roten Kreuzes vorgesehene Wohltätigkeits­fest enthalten, aus die wir ihres guten Zweckes halber be­sonders Hinweisen,

** Unfall i tti Rangierbahnhof, Mehrere Rot­tenarbeiter waren gestern mittag in den Gleisanlagen be- schäfligt, als gegen 5 Uhr eine Rangierabteilung ihre Wagen abstieß. Die ledigen Arbeiter Euler aus Lang-Göns und Atzbach überhörten anscheinend das Warnungssignal und wurden von einem Wagen erfaßt, Euler verlor den linken Arm, Atzbach wurde zur Seite geschleudert und erlitt erheb­liche Verletzungen am Kopse. Beide wurden sofort in die Klinik getragen,

" Unter Pockenverdacht wurde ein russischer In­genieur, der in Stockheim weilte, in die hiesige Klinik ein- geliefert.

** Z w an gsv e rka u f. Das 574 Quadratmeter um­fassende Anwesen von Nöding am Riegelpfad, ortsgericht­liche Taxe 22 840 Mk wurde dem Inhaber der 2, Htzpothek, Weinhändler Küchel, auf sein Höchstgebot von 16 000 Mk, zugeschlagen,

** In der Herberge zur Heimat kehrten im Mai 1221 Wanderer ein (gegen 1201 im Mai 1913), Bon den Gästen nahmen 472 Herberge gegen Arbeitsleistung an (4081, toährend 749 Selbstzahler waren (793). Im Arbeits­nachweis der Herberge wurden von den 1l8 offenen ge­meldeten Stellen 116 besetzt und zwar 22 außerhalb und 94 in Gießen, Die untergekommenen Arbeitskräfte bestanden aus 58 Handwerkern und 58 ungelernten Arbeitern, Unter den in Arbeit gekommenen Handwerlern waren 12 Schreiner, 5 Schuhmacher, je 2 Schneider und Friseure, je ein Bäcker, Glaser, Fensterputzer, Metzger, Schmied, Spengler, Gärsiter, Dachdecker usw,

** Viehmarkt in Gießen, Bei dem am 3, und 4, Juni abgehaltenen Viehmarkt waren ausgetrieben 1279 Stück Rindvieh und 156 Schweine, Der nächste Markt findet am 23, und 24, Juni 1914 statt,

** Wiesen an öffentlichen Wegen sollen am Rande Dornenschutz haben oder eine Tafel haben, welche das Betreten verbietet. Die Städter haben ja vielfach keine Ahnung, daß sie überhaupt Schaden anrichten, wenn sie das Gras zertreten oder sich in einerblumigen Wiese" nieder- lassen, Aber sie sind auch durch die städtische Polizei so ans Verbote" e»igelebt, daß sie unwillkürlich jede Warnungs­tafel beachten. Führen Fußpfade oder PrivatwegeDurch Wie­sen, so schlitzt der Anlieger sich am besten, wenn er die Wege

recht gut imstande hält und sie event, mit Lksche befährt. Einen guten Weg hält man gerne ein, während ein morasti­ger zum Betreten des Rasens verführt und sogar oft zwingt, ** Dev Wonnemonat Mai Nach Berichten der Franl- iurter Wetterwarte war der Monat Mai 1914 der regenreichste tNaimonat seit dem Jahre 1857, Mit 109,2 Millimetern Nieder­schlagsmengen überragte er das Durchschnittsmaß um 234 Pra - zent. Am Montag, den 25. Mai, sielen allein 38 Mittimeter. also an einem Tage mehr als ein Drittel der gesamten Monats menge. Tie großen Regengüsse führten naturgemäß auch zu emp iindlichen Tempcralnkstnrzeii, die im Durchschnitt 1,4 Grad unter, dem Durchschnitt lagen. Der 25, Mai brachte sogar eine *Ä1>- kühlnng bis aus 6,1 Grad, eine seit 1867 nicht beobachtete Er scheinung,

Landkreis Fließen.

kl, Lollar, 6, Juni, Morgen, den 7, d, M findet in der hiesigen Schule zum -ersten Male eine Ausstellung von Handarbeiten der Schülerinnen stakt, Tie Aus­stellung ist bei freiem Eintritt von 27 Uhr nachmittags geöffnet,

kl, Lollar, 5, Juni. Ein starker Automobilverkeh" herrscht wieder auf der hiesigen Ortsstraße, wobei durch allzu rasch fahrende Fahrzeuge aber eine Plage hervor gerusen wird. Um die Beseitigung dieser Mißstrinde herbeizu führen, hat eine große Anzahl hiesiger Bürger eine Be­schwerde an die Bürgermeisterei und den Gemeinderat zu Lollar gerichtet. In der letzten Gemeinderatssitzung de schlossen nun die Gemeindeverireter, die Beschwerdeschrist dem Kreisamt Gießen mit der Bitte zu unterbreiten, die Fahrgeschwindigkeit auf der Ortsstraße zu Lollar aus 10 lim zu vermindern. Sehr zu begrüßen ist auch bas scharfe Vor­gehen der hiesigen Gendarmerie gegenüber dem raschen Fahren, Ein besonders starker Verkehr mit Kraftfahrzeugen war an den beiden Pfingsts-iertagen zu bemerken, wo an jedem Tage 150 bis 200 Fahrzeuge unfern Ort durchfuhren.

' ' Lang-Göns, 6, Juni. Am 9, Juni sindet hier der Vieh-, Züchtvieh- und Krämermarkt statt. Dieser Markt war bis vor genau 25 Jahren einer der bedeutendsten Viehmärkte in Mitteldeutschland,

Kreis Lautcrbach.

~ Saut erb, ach, 5. Juni, In dem Hövelsschen Ba­saltsteinbruch aus dem Vaitsberg verunglückte gestern nachmittag der 16jährige Arbeiter Möller von An­gersbach dadurch, daß ihm ein mit Steinen beladener Roll­wagen auf dem Transport nach der Bahnverladestelle über das Bein fuhr. Die telephonisch benachrichtigte freiwillige Sanitätskoloiinc leistete dem Verunglückten die erste Hilfe und verbrachte ihn durch zwei ihrer Mitglieder mit einer Krankentrage nach dem hiesigen Krankenhaus.

Starkenburg und Rheinhessen.

D a r m st a d t, 5, Juni, Tie elektrische Bahn nach der Bergstraße wird nunmehr sehr bald in An­griff genommen iverden, nachdem die letzte der noch mit ihrer Zusage rückständige Gemeinden Matchen in der gest­rigen Gemeinderatssitzung nach Erläuterungen des Direktors Möller von der Heag de» vorgelegten Plan uns den Ver­tragsentwurf einstimuiig genehmigt hat. Damit ist das letzte Hindernis beseitigt,

Hessen-Nassau.

(p' Fellingshausen, 5, Juni, Am Mittwoch geriet ans Grube Eleonora in Bieber der Bergmann Heinrich Wagner ans Fellingshausen auf bis jetzt unaufgeklärte Weise unter den Förderkorb, wobei ihm beide Beine und Arme gebrochen wurden. Auf Anordnung des sofort herbei­geholten Arztes wurde der Verunglückte in einem Auto in die Klinik nach Gießen gebracht, wo er heute morgen gegen 10 Uhr seinen qualvollen Leiden erlag,

h, Frankfurt a, M 5, Juni, Die Polizei verhaftet», den 23jährigen Schlosser Friedrich Gleichmann, der in kurzer Zeit nicht weniger als 45 Einbrüche verübt hat. Auch sein Helfershelfer, ein gewisser Morgenstern aus Dres­den, wurde gestern in Karlsruhe festgenommen,

h, F r a n k f u r t a. M> 6. Juni, Durch die Explosion einer Erdöllampe entstand gestern abend kurz nach 10 Uhr in dem Htaluse Rödelheimer Straße im Stadtteil Bockenhcim ein Zimmerbrand, der von der Feuerwehr in nahezu einstüudiger Tätigkeit gelöscht wurde. Bei der Ex­plosion erlitt die Wohuungsinhaberin, eine Schuhmacher­srau, lebensgefährliche Brandwunden im Gesicht und an der Bnist, so daß sie dem Krankcuhause zugesührt werden mußte. Auch das l 1-jährige Kind, das die Fra» auf dem ArmI trug, als die' Lampe explodierte, erlitt Brandwunden,> In einer Mansarde der Faltstruße 53, ebenfalls im Stadt­teil Bockenheim, verursachte diese Nacht ein Dienstmädchen einen Brand, indem es 1 bei brennendem Licht einschlief. Das Licht siel um' und setzte das Bett in Flammen, Den Haus'- bewohnern gelang es, den Brand zu ersticken,

fo. Wiesbaden, 5. J»m. Die heutige Stadt­verordne t e n - V ersa m m l nng stimmte einem Antrag auf Bewilligung von 447 860 Mk. für die Jnnkiiausstattimg des Museums z». Für den Einbau eines Rnndhorizonts im Königlichen Theater, wie ihn bereits alle größeren Theater ihr eigen nennen, wurden 10 000 Mk. bereitgestellt.

Schöffengericht.

Gießen, 5, Juni,

Umgcsttegc n".

Wegen Betrugs erhielt ein Fuhrmann von hier eine G c l d st v a s e von 25 Mark, Er war im März ü, Js, in einen Wagen^ der roten Linie der elektrischen Straßen­bahn eingesttegen und hatte dem Wagenführer angegeben, er sei aus der grünen Linie umgestiegen. In Wirklichkeit war er erst am Marktplatz eingeltiegen. Er war geständig.

Falsches Spiel,

Ein Taglöhner von Ruttershausen hatte verschiedene Ar­beiter, die in der gleichen Fabrik wie er aibetteten, veranlaßt, gemeinschastlich Mit ihm 15 Lose der Eisenacher Geldlotterie zu spielen. Er lieh sich von jedem Mitspieler 1 Mk, geben, um die Lose zu bezahlen, fandte aber das Geld nicht ein, sondern verwandte cs für sich. Das Gericht nahm ihn wegen Unter­schlagung in eine Geldstrasc von 25 Mark,

Unter Ausschluß der Oefsentlichkcit erhielt ein jugendlicher Schlosser von Klein-Linden wegen tät­licher Beleidigung eine Geldstrafe von 30 Mk

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Der Schuß ant Aschermittwoch,

Ter Fuhrmann Sch, von hier hatte mit einer in Scheidung lebenden Frau ein Liebesverhältnis, Als die Frau an Fastnacht ohne sein Wissen einen Maskenball besuchte, verlangte Sch, wieder­holt und unter Drohungen, die Frau solle mit ihm nach Hanse gehen. Gegen Morgen begab sich die Frau schließlich in Be gleitung ihrer Schwester durch die Bahnhosstraßc nach Hause, wurde aber von dem Angeklagten Sch, eingeholt, belästigt und iimhergcstoßen. Die hentigcn Mitangeklagten Kellner I, Kt, von liier und der Hausbursche F, K. von hier versetzten dem Sch,, als er trog Verwarnung die Belästigungen sortsetzte, trat gehörige Tracht Prügel, Sch, ergritt die Flucht, die beiden setzten ihm aber nach und hieben den Sch, nochmals gehörig durch, Nackchen»