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5 Uhr ahcnM ha> der Kronprinz tem kaiserlichen Statthalter Tr. non Tallwrx einen kurzen Besuch abgestattei.

Ter Obcrpräsident der Provinz Posen Tr. Schwartkops ist in der Nacht zum Samstag aut Schloss Köbnitz, wo er zur Jagd weilte, infolge eines Herzschlages ge­il o r b c u.

üuslanO.

T as Befinden des Oberstleutnants v. Win­ke r f c l d t, ßchch achtmonatigem Krankenlager ist der seiner- zcil verunglückte deutsche Militärattachee Oberstleutnant v. Winterfcldt soweit genesen, das; er täglich mehrere Ttirndcn außer Bett zubringen und crsolg- reiche Gehversuche macken kann. Es besteht die Hoffnung, ihn demnächst in seine Heimat überführen zu können.

N ü ck t r i t t d e L s r a II z ö s i s ch c n K a b i n e t t s. Im iran- zdiifchcn Mininerrat erklärte Toumergue, dag die A u i g a b e, wellt'.' da- Kabinett sich oorgcnommen hatte, vollendet sei und das; sein Programm durch die legten Wahlen bestätigt sei. Tahcr sei er der^ Meinung, daß die Macht, in andere Hände übergehen müßte. Trog der dringenden Bitten seiner Kollegen, hielt Tou- mcrgue sein Entschluß aufrecht ES wurde aber beschlossen, wegen der Abwesenheit PoinearöS den Rücktritt deS Kabinetts erst am TienStag offsziell zu bezeichnen.

Eine neue bulgarische Anleihe. Ter bulgarische Finanzministcr Tontschcw l>at Vertretern mehrerer Blatter gegenüber erklärt, das? die neue Anleihe, über die in Berlin verhandelt werden soll, nur wirtschaftlichen Zwecken dienen werde. ES sei ganz ausgeschlossen, daß die Anleihe sür militärische Zwecke verwendet werden würde? den Bulgaren läge jeder Rcvanchegedankc scrn.

Belohnung deutscher Matrosen in Konstanti- novct. KriegSminifter Envcr Pascha erschien am Sonntag im deutschen Krankenbause in Konstantinopcl und übcrbrachte den beiden bei dem Brande in der Taschknschlakaserne verwundeten " iatriTit des Panzerkreuzers(Soeben" Grüße des Sultans und lücrreicktte ihnen die Liakar Verdienst-Medaille in Gold bezw. Sil-> her Ter Knegsmimster hielt an die Matrosen eine kurze Ansprache in deutscher Sprache, in welcher er sagte, daß der Sultan durch lue Auszeichnung ihre Tapferkeit und Opscrwilligkcit belohnen wollte.

Kirche und 5d?u!e.

. Ein deutscher Lehrertag in Kiel. Etwa 10 000 Leh­rer sin: an? Montag aus allen Gauen TcutschlandS in Kiel ein» geno fen, um zu lein deutschen Lehrerlag zusammenzutre cn. Tie städtiiche» wie die Marinebehörden haben alle Vorbereitungen ge» troisen, um den Gästen einen würdigen Empfang und einen on- genel men Aufenthalt zu bereiten. In mehreren Haupt- und Ncben- versammlungcn werden die Vertreter des nunmehr 120 000 Mit­glieder umfassenden deutschen LehrerverbandeS alle wichtigen Kul­tur- und BrldungSfragen der Gegenwart erörtern.

Schotten, I. Juni. ^Tie diesjährige amtliche Kreislehrcr- versammlung des Kreises schotten fano am 28. Mai d. I. in der Turnhalle dahier statt. Es nahmen an ihr die Mitglieder der Krcisschulkommi'sion und die Lehrer des Kreises teil. Kreisrat Tr. Merck leitete die Verhandlungen mit einer Begrüßungs- anlviachc ein, die in einen Aufruf ver Lehrerschaft des Kreises zu einer eifrigen, freudigen Mitwirkung aus d/m Gebiete der Jugendpflege ausklang. Als erster Redner behandelte der Kreis­arzt Medizinalarzt Tr. B c st lSchottcn! das ThemaAn­steckende Krankheiten und ihre Verbreitung durch die Schule". Ter Redner zog vor allem Scharlach, Tivhrhcrie und spinale Kinder­lähmung in den Kreis seiner Betrachtung und gab aus eine An­frage des Kreisschulinspektors Fcucrbach noch Auskunft über die Ansteckungsmöglichkeit bei LuvuS. In der weiteren Besprechung des BortragS berührte der Vorsitzende die Frage der Hautpflege durch Schulbrausebäder, von denen er wünschte, daß sic bei Schul­hausneubauten überall Eingang fanden. Zweiter Redner war Lehrer Schövv, Mainz. Sein Thema lautete:Al­

koholfreie Jugenderziehung und der Berliner Kongreß sür alkoholfreie Jugenderziehung Ostern 1913". Lehrer Schöpp wird >m kommenden Herbst in verschiedenen größeren Orten des Kreises zeigen, in welcher Weise die Alkoholsragc vor Schulkindern zu. besprechen sein dürste. In den Dienst der Unterrichtsvraxis gestellt war eine Vorführung der neuen Heidt-Jungschcn Wochentasel durch Lehrer Heidt, Leusel. An die Vorführung schloß sich eine Aus­sprache. deren Gedanken sich um die Frage, ob eine Veranschau­lichung oder bildliche Darstellung der höheren Zahleinheiten not­wendig sei, und um die Frage der Verwendungsmöglichkeit des neuen Lehrmittels bewegte. Zum Schlüsse der Verhandlungen wurde der Besuch der Gewerbeausstellung in Gießen durch die Schulkinder des Kreises unter Führung der Lehrer erörtert. Bei dem oen Verhandlungen folgenden Mittagessen gedachte Kreisrat Tr. Merck des Landesherrn und brachte Lehrer Schöpp ein Hoch aus die Kreisschulkommission aus.

Dritter deutschnationoler Zugendtag sür den Main-Meser-Sau.

l. M ü n z e n b e r g , 31. Mai.

Zum 3. Teutschnationalen Jugendtag traf hier auS 2- Orten Hessens und Hessen-Nassaus eine große Zahl Jüngling ein, vertreten waren ,. B. die Gruppen Alsseld, Butzbach, Frank surt, Biebrich, Hanau, Mainz. Lauterbach, Gießen, Hirzenhain Ober-Ramstadt, Wiesbaden, Tarmstadt. Tie Gruppen kamen vor mittags von Bad-Nauheim und Butzbach bermarschiert, Frank surt und Wiesbaden besetzten die Burg, und die übrigen Orts gruppen erstürmten sie. Auch der Turnverein Münzcnberg nahe »IN der Verteidigung der Burg teil. Von 12 3 Uhr herrscht ein 'löbliches Lagerleben im oberen Burghof, cs wurde ab gekocht, gesveist, gesungen und musiziert. Im Lause des Nach mittags kamen die Bewohner der Umgegend in Scharen an, uv sich das fröhliche Jugendtreiben anzusehcn. Um 3 Uhr bcgan! die Gedenkfeier sür Friedrich Friesen, den Frei heilslanipier und Turner von 1813. Der schone Flaggcnreige, wurde mit dem deutschen FlaggcnliedStolz weht die Flagg tchworz-werß-rot" eingclettet. Gauvorsteher Schellin-Franksurt ar Mam hielt eine Begrüßungsansprache, er betonte, daß die Feie den Zweck habe, die Liebe zur deutschen Heimat zu pflegen um ledeutendc deutiche Männer zu ehren. Seine Rede klang aus i;

y Zkkenntms °ck)t deutscher Treue zu Kaiser und Reich, Füll und Vaterland. In das Heil aus Kaiser und Großhcrzoq stimmt die oestvers-mimlung begeistert ein. Mit deilrujen wurden di Ehreugaltc ReichStagSabg. Professor Tr Werner-Butzbach, di Landiagzabgeordncten Torsch und Fenchel und Bürgermeistc ..etz begrünt. Ihre Grütze entboten: die Verwaltung des deutsch mttio,raten dandlungsgedilsenverbandes, die Gaue Schwaben un schwaben-Ncuimrg. Nachdem das LiedTeuischland über allez »erklungen war, hielt Amtsrichter Tr. W. Mahr-Tarmstadt dt Gedächtnisrede aus Friedrich Friesen, den er al» ein Vorbild de TO-'ff. ri' lIntcc 2'itung be3 Gaujugendwarte

7 ?"^. ^ßcn--Ober-Ur,el begannen dann die turnerischen Well rämpse. ^ei den Mannschaftskämpfen siegten im Tauziehen ?>ran turt gegen Butzbach, Laulerbach gegen Gießen und Wic/bade ließen. Ten Endkamm bildete ein Eilboienlauf übe b00 Meter. T,e Manntchast Frank,urt erzielte 10,4 Sekunde, Lauterbach 10 und Wiesbaden 37,2 Sekunden WicSbade erhielt den Wanderpreis, bestehend aus einem vrachtvollc B,!d. Hünengrab >m deutschen Eichenwald, mit der Widmung Wanderpreis sür die deutsch-nationalen Iugendtagc des Gaue Mainweser im T. H. B. Mmgsten 1914 Münzcnburg Um Uhr traten die Ortsgruppen im Burghof zu einem Fackclzü an. Bor dem Hause des Bürgermeisters und des Vorsitzende vom Turnverein wurden Volkslieder gesungen. Ter Zug führ durch die Stadl zurück zur Burg, wo die Fackeln unter Grsan zuiammengeworsen wurden. Am 2. Piingstoonnittag erfolgte d< Abniarsch der Horden durch Vogelsberg und Wcltcrau.

Beim Einzclwetturncn errangen folgende Gießen«

Preise: Oberstufe 1615 Jahre: 1. mit 63 Punkte» Will). Häuser-Gießen, 5. mit 52 P. Karl Kuhl-Gicßen: Unt eilst u se 1416 Jahre: 3. mit 58 P. Wilh. Reinhardt-Gießen, 4. Aug. Sann-Gießcn, 7. Otto Heitmann-Gießen. Am 2. Feiertag vor­mittag 8 Uhr fand auf dem Marktplatz Feldgottcsdienst durch Se- minardircktor Pros. O. Schöll-Fricdbcrg statt, an dem sich auch die Einwohnerschast de: Stadt Münzenberg zahlreich beteiligt.

21tt$ Stadt und £<tn9e

Gießen, 2. Juni 1914.

** Landesuniversität. Der Privatdozent Dr. Paul Kahle in Halle hat einen Rus zum ordentlichen Pro­fessor sür semitische Sprachen als Nachfolger von Professor Schwally erhalten.

** Das Groß herzogliche Paar, das am Sams­tag nachmittag zum Besuch der Generalversammlung des Verbandes der Kunstfreunde in den Ländern am Rhein und der damit verbundenen Kunstausstellung, sonne der Ausstellung für Gesundheitspflege nach Stuttgart gereist war, ist am 2. Feiertag vormittag 7 Uhr wieder von dort zurückgekehrt.

** Der jetzt beendigten staatlichen Prü- sungim Finanzsach 1. Kategorie hatten sich 36 Prüf- lingo unterzogen. Davon haben 26 bestanden.

" Psarrpecso n alien. Der Grobherzog hat a,n 27. Mai d. I. den von dem Fürsten zu Solms-HohensolmS- Lich ans die evangelische Pfarcslclle zu Eberstadt präsen­tierten Piarrcc Heinrich Ködding zu Gelnhaar sür diese Stelle bestäligt.

" Ans dem Schuldienst. In den Ruhestand ver- setzt wurde der Lehrer an der katholischen Volksschule zu Neckarsieinach, im Kreise Heppenheim, Johann Ludwig Albert aus sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste, vani I. Juni 1914 an. Erledigt sind: Eine mit einem evangelischen Lehrer zu besehende Lehrerstelle zu Wallernhausen, Kreis Büdingen. Eine mit einem evangelischen Lehrer jn besetzende Lehrerstelle zu Dauern- heim, Kreis Büdingen. Mit der Stelle ist Organistendienst verbunden. Die mit einem evangelischen Lehrer z» besetzende 2. Lehrerstelle an der Volksschule zu Wohnbach, Kreis Friedberg.

" Kirchenrat O. Schlosser tritt am 1. Oktober l. I. in den Ruhestand. Er wird mit seiner Familie nach Darmstadt übersiedeln.

**GewcrbeauSstellungGießcn. Die beiden Pfingst- feiertage brachten der Ausstellung einen überaus starken Besuch. Insbesondere waren eS Bewohner der Umgegend, die schon früh­morgens mit den Zügen auS allen Richtungen kamen und mit großem Interesse die Ausstellung durchwanderten. Am zweiten Feiertag statteten die Bäckermeister der ZwangSinnung des Krei­ses Büdingen mit ihren Angehörigen, etwa 100 Personen, der Ausstellung einen Besuch ab. Bei dem Mittagsmahl begrüßte sie Tr. ÄrauSmüllcr namens der Ausstellungsleitung. Obermeister Deibel entbot den Büdinger Kollegen herzliches Willkommen und ließ seine Rede in ein Hoch auf die Ausstellungsleitung aus- klingen. Obermeister Klein, Büdingen, dankte sür den herz­lichen Empfang. Für die kommenden Sonntage sind schon

verschiedene größere Verbände angemeldet: auch ist beabsichitigt,

einen Lbcrhessischen Jungmeistertag abzuhalten.

** Einen schlechten Scherz leistete sich am Sams­tag abend gegen 10 Uhr ein zehnjähriger Knabe. Er kroch in einen Sack und legte sich quer über das Trottoir., Als eine Frau in der Dunkelheit an den Sack stieß, sprang der Junge in die Höhe und die Frau brach vor Schrecken zusammen. Noch heute liegt die Frau infolge des erlittenen Schreckens krank darnieder.

""DerVogelschutzvereinsürdaz Groß Herzog­tum Hessen schreibt uns: Die erste Brut unserer Singvögel ist, soweit sie nicht dem Raubzeug zum Opfer gefallen ist oder sonstwie zugrunde gegangen ist, im Verlause der letztvergangenen Tage ausgekommen. Beim Verlassen des NestcS tragen die lungen Vögel ein nicht nur schlichter gefärbtes, sondern auch tveichereS, wolligeres Gefieder, als ihre Eltern. Gerade wegen dieses dünnen, zarten JügendgefiederS wird ihnen die Nässe so leicht verderblich. Ost findet man nach einem Regen ermattete sunge Vögel am Erd­boden, die, slugunsähig, leicht ein Opfer der Katzen werden. Ter Tierfreund kommt vielfach in die Lage, sich dieser Opfer eines verregneten Ausflugs" anzunchmcn. Man nehme den kleinen Ausreißer und bringe ihn in einem Körbchen in der Nähe deS Küchenherdes in behagliche, nicht zu hohe Wärme. Noch besser ist vorsichtiges Erwärmen in der Hand oder im Rockärmel. Nach einer Weile verrät ein munteres Piepen, daß sich der Patient wieder ganz wohl fühlt und daß sich sein Appetit regt. Sobald die Sonne schcim, setze man ihn hin, wo man ihn fand, und gebe ihn so seinen Eltern zurück.

Landkreis Gießen.

l. W i c s c ck . 1. Juni. Seine 2. große allgemeine Kaninchen-, Geflügel- und Produkten -Ausstel­lung veranstaltete gestern und heute unser Kaninchen- und Ge- slügclzuchtverein in der Gartenwirtschaft Bier au. Tre Aus­stellung war gut beschickt, in allen Abteilungen konnte man ganz hervorragende Zuchttiere finden. So ivar denn auch der Besuch seitens der Kleintierzüchter ein recht guter, zumal gerade in der Umgegend Gießens die Kaninchenzucht sehr in Blüte steht. Auch die Gemeinde Wieseck hatte die Ausstellung durch Stiftung einer Geldsumme unterstützt. AlS Preisrichter wirkten Bichmann-Auer- hach für Kaninchen und Rübsamen-Gießen sür Geflügel.

Tic PreiSverteilnng hatte folgendes Ergebnis:

Abteilung A. Kaninchen: T. Belgische Riesen: Siegerpreis Joh. Clement-berborn, 1. W. Rührig-Gießen, 2. H. Müller-Gießen, lobende Anerkennung H. Kraus-Abenhcim, A. Röhrig-Gießen, Gg. Linder-Abenheim, H Linder II.-Abenheim. II. DcutscheRiesenschecke: Ehrenpreis der. Gemeinde Wieseck Hi Kreiling-Wieseck, 3. H. Müller-Gießen, lobende Anerkennung Adolt Rau-Wieseck. III. Französische Widder: I. Preis N. Jäger-Lorsch (Hessens, 2. Fd. Fleischmann-Darmstadt, 3. L. Dichmann-Kinzenbach, N. Jäger-Lorsch. IV. Angora: 2. Preis Fr. Schwarz-Nackenheim. V. Japaner: 3. Preis H. Techert- Alten-Buseck, lobende Anerkennung I. Koob-Hausen. VI. Blaue Wiener: 3. Preis H. Heh'e-Frankenberg. VII. H a s c n k a n i n - chcn: 2. Preis K. Müller-Nidda. VIII. Silber: Ehrenpreis: W. Schmelz-Äroßen-Linden, l. R. Wagncr-Nackenheim. I. Roth- Wieseck. 2. C. Schmidt-Lollar, H. Slabel-Trohc, Gottsr. Hoimann- Wieseck, 3. H Klöß-Wieseck, St. Müller-Nidda, H. Psciss-Wieseck, R. Weller-Wieseck, L. Viehmann-Kinzenbach, W. Grist-Gießcn, lobende Anerkennung C. Tübecke-Fronhausen, W. Neeb-Gießcn. IX. Holländer: 1. Preis K. Kniß-Nidda, 2. H. Freihöser- Gicßen, lobend« Anerkennung H. Kreiling-Wieseck. X. Russen. K a n i n ch c n: lobende Anerk I. Roth-Wicicck. XI. Schwarz- l o h: Ehrenpreis Gg. Eift-Steinberg. 2. PH. Zrmmcrmann-Grotzen- Linden. 3. W Sommerlad-Grotzcn-Linden, Fd. Fleischmann- Darmstadt, lobende Anerk I. Dechert-Alten-Buseck. XIX. Her- mels n : 1. Preis H. Mattern-Torlar, 2. tz. Pfeisf-Wieseck, H Mattern-Torlar. 3. Gg. Philivv-Steinberg, PH. Wallhäuser- Allcndori. lobende Anerkennung L. Schäfcr-Wieseck, H. Pseifs- Wicseck, Ph. Zjmmerniann-Großen-Linden.

L. I u n g t i e r k l a s s e : I. Belgische Riesen: 2. Preis L -chäser-Wieseck. 3. W. Mctzger-Gambacki. lobende dlncrkennung Tchätec-Wieseck. II. Deutsche Riesen sch ecke: l. Preis H. Müller-Gießen. 3. Müller-Gießen, lobende Anerkennung C. Arnolo- bcuchelheim. SB. Schultheiß-Lollar III. Silber: 2. Preis H. Stabel-T :ohc, 3. H. Bogelhöfer-Wieieck, lobende Anerkennung K. Peppler-Torlar, Gottft. Hofmann-Wiejeck.

O. Abteilung Geflügel: I. Hühner: Ehrenpreis H- Högy-Laubach, 1. K. Ph. Schäier-Wieseck. 2. H. Högy-Laubach, K. A. Faber-Long-GönS, 3. M. Wacker-Wieseck, C. Müller-Lang. Göns, lobende ?lnerk«mnung W. Mack-tzochelheim, E. Haferkorn. Annerod, W. Bierau-Wieseck, L. Selgen-Erbcnheim. II. Enten: 2. Preis H. Högy-Laubach.

o. Pr odu kte: 3. Preis W. Necb-Gießen, Gottsr. Hosmann. Wieseck. In der Abteilung S ch l a ch t z u ch t erhielt Gg. Lindev- Abenheim einen 3. Preis.

kl. Lollar, 28. Mai. Gcmeinderatssitzung. An- wesend: Bürgermeister Schmidt als Vorsitzender, Beigeordneter Gerlach und der Gcmeindcrat in beschlußsähiger Zahl. Der Ge- meindcrat nimmt Kenntnis von der am 23. April 1914 erfolgten Bachschau an der Lumda und beschließt, die Vorgefundenen Mängel im Lause dieses Jahres beseitigen zu lassen. Eine große Anzahl hiesiger Bürger Hot eine Beschwerde eingereicht, die den allzu raschen Auromobilvcrkehr aus der Ortsstraße betrisst, wobei u. a. turch die große Staubentwicklung Unannehmlichkeiten sür die Straßcnbewohner heroorgerusen werden. Ter Gemerndcrat be­schließt, die Beschwerdesckiriit Großh. Kreisam! Gießen zu unter- breiien mit der Bitte, die Fahrgeschwindigkeit aut der Ortsstratze zu Lollar aus 10 Kilometer zu vermindern und dasselbe durch Tafeln bekannt zu geben. Die Gemeinde hat ein Angebot von 500 Mk. aus die FuhrwerkSwage an der alten Bahnhossttaße ge­macht, die nach Ansicht eines Sachverständigen einen Wert von 100 Mk. hat.

-e- Langsdorf, 31. Mai. Man schreibt uns: Wie schon berichtet, beschloß die hiesige Spar- und Darlehns- kasse, die vor ungefähr 18 Jahren durch den verstorbenen Abgeordneten Köhler ins Leben gerufen wurde und im Vor­jahre eine Unterbilanz von über 600 000 Mk. halte, zu liquidieren. Dieser Beschluß erhielt in einer zweiten Ver­sammlung an demselben Tage die gesetzlich erforderliche end­gültige Genehmigung. Beide Beschlüsse hatten eigentlich die bereits im Vorjahre eingelcitete stille Liquidation nur noch formell zu bestätigen. Es konnte den Genossen mitgeteilt werden, daß die gewaltige Ilnterbilanz nahezu vollständig gedeckt ist, der noch zu deckende Rest durch einige gegen mehrere Genossen noch schwebende Prozesse sicher einge­trieben wird und für etwaige Ausfälle hinreichende Ga­rantiezeichnungen vermögender Genossen vorliegen. Eine weitere Nachzahlung durch die Kassenmitglieder erscheint ausgeschlossen. Fast alle Spareinleger haben ihre Gelder bereits, im Laufe der letzten zwölf Monate zurückerhalten, ohne daß sie auch nur einen Pfennig Zinsen verloren haben, trotzdem nur ca. 8090 Genossen zur Teckung eines so bedeutenden Betrages hcrangczogen werden Tonnten. Nur die ruhige Abwicklung der Geschäfte hat dieses die Genossen ehrende, die Gläubiger vollkommen befriedigende Ergebnis zeitigen können. Es zeigt dies aber auch wieder, daß bei solchen Verhältnissen alle nervöse Hast und jede übertriebene Aengstlichkeit von Schaden ist. Wäre es vor Jahresfrist nach dem Drängen einiger Heißsporne gegangen, dann wäre die Kasse infolge umfassender Kündigungen gezwungen gewesen, den Konkurs zu erklären. Dann hätten nicht nur die Gläu­biger ihre gesamten Zinsen für mehrere Jahre verloren, sondern sicher auch einen Teil ihres Guthabens, da dann: eine Entwertung aller Objekte eingetreten wäre. Für Langs­dorf und einige Nachbarorte (beinahe die Hälfte der Kassen­mitglieder wohnt in Langsdorf) wäre aber ein solch«: Bankerott von katastrophalen Folgen vegleitet gewesen. Möge die bereits größtenteils durchgeführte Liquidattoii ihren ruhigen Fortgang nehmen, damit die durch die Kassen­krise hervorgcrufenen Wunden in ihrem Heilrmgsprozeß nicht von neuem aufgerührt werden.

Dynamitanschlag in Sleinbach.

Stein b ach, 31. Mai. Ein Dynamitanschlag gegen die Wohnung des Lehrers Nanz hat die hiesige Einwohnerschast in größte Aufregung versetzt. Heute früh V»3 Uhr wurde das ganze Tors durch einen donner- ähnlichen Schlag aus dem Schlase geweckt. Neben dem Schul­hause, in welchem Lehrer Nanz mit seiner Famftie wohnte, war eine Bombe gelegt und zur Explosion gebracht worden. Eisenteile des Rohres wurden bis zur fünfzig Meter entfernten Kirche geschleudert. Personen wurden nicht verletzt. Bei Tagesanbruch war fast die ganze Ge­meinde auf den Beinen. Tie Polizeibehörde aus Gießen wurde benachrichtigt und traf ein. Doch war der Platz schon von einer großen Menschenmenge betreten und die Spur verwischt worden. Es besteht ein bestimmter Ver­dacht, doch ist der Täter noch nicht gefaßt.

Auf der Stelle, wo die Bombe losging, fand man Teile eines Gasrohres und eine 2 Meter lange Zündschnur. Die Füllung bestand, wie die Untersuchung ergab, aus Dyna­mit, Pulver, Schrotkörncrn und Eisenteilen. Die Ursache des Anschlages ist in der Erbitterung der Gemeinde wegen der Absetzung des Sch u l v e rwa l te rs Günther zu suchen,' was Pfarrer Köhler und Lehrer Nanz veranlaßt haben sollen. Schulverwalter Günther hatte wegen angeblich unpassenden Verkehrs mit der Torf­jugend (er hatte Spinnstuben, Trinkgelage besucht usw.) zuerst eine Ermahnung und bann einen amt­lichen Verweis erhalten. Infolgedessen wurde er

in Tarmstadt, als er ohne eine Aufforderung

zur Staatsprüfung erschien, zurückgewtesen. Die Orts- cinwohner ergriffen in Bürger Versammlungen undGemeinderatssltzungen für den aemaßregeltcn Lehrer Partei. Beide sind seitdem argen Angriffen ausgesetzt. Dem Pfarrer wurden wiederhoit Zettel und Schriften an Haustür und Hoftür geklebt. Der früher sehr starke Kirchgang ist verschwunden; während früher sonn­täglich etwa 300 Erwachsene zur Kirche gingen, zählte man z. B. am Sonntag vor Pfingsten nur acht. 170 Mann haben die Versetzung des Geistlichen gefordert, an­dernfalls würden sic aus der Landeskirche aus­treten. Ter Rcote-Kreuztag, dessen sich der Pfarrer angenommen hal^e, zeitigte nur ein geringes Ergebnis, d-ie Vereine lehnten dvc Beteiligung ab, sogar der Kriegerverein sah von der Kirchenparadc ab. »

Durch den Bombenanschlag hätten Menschen ihr Leben verlieren können. Tie Frau des Lehrers ivar etwa eine Stunde vorher im Hausgartcn und Holle Wäsche und kaum eine halbe Stunde l^orher waren Leute, die noch gebacken batten, durch das Gäßchen gegangen. Lehrer Nanz ist jetzt 15 Jahre hier tätig Und erfreute sich bisher größter >Be- liebtheit. >

Älreis Friedberg.

X, Bad-Nauheiip, I. Juni. Man beabsichtigl lüer eine Reuuöay» zu erbauen >>md hat dasür ein (tzelände i» Aussicht. Doch hat der Staat der wosteil halber noch keine Slellung dazu genommen.

Ii lüieder-Florstodt, l. Juni. Zum Bürgermeister der Gemeinde ivurdc Heintz>ch S chm iegel gewählt.

r. Butzbach, 30. Mai In der gestrigen Sitzung des KreiS- ausschusses ^Friedberg kam die Klage der Sladt Bad-Nauheim fl»jeit die -stabte Friedberg und Butzbach wegen Heranziehung dieser Gemeinden zur Bezahl nrg des Anteils der Gcländeenperbs- lostcii für die Wettertalbahn und ->var Friedberg mit 12 000 Mk. nud Butzbach mit 17 000 Mk. zur Verhandlung. Tie Klägerin wurde abgewreicu. Nach dsm cudgütigen Äpschluß der Rötnn- Krcuz-Sammlung sind hier 7(l5 Mark eingegangen.